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Dokumentenidentifikation DE10126033A1 19.12.2002
Titel Behälter zur stoß- und/oder druckgeschützten Aufnahme von Waren
Anmelder Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V., 51147 Köln, DE
Erfinder Nickel, Jörg, 38104 Braunschweig, DE
Vertreter Einsel und Kollegen, 38102 Braunschweig
DE-Anmeldedatum 28.05.2001
DE-Aktenzeichen 10126033
Offenlegungstag 19.12.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.12.2002
IPC-Hauptklasse B65D 81/03
IPC-Nebenklasse B65D 81/107   
Zusammenfassung Ein Behälter zur stoß- und/oder druckgeschützten Aufnahme von Waren (10) besitzt einen Innenrahmen (20). Um den Innenrahmen (20) mit der darin befindlichen Ware (10) ist ein Innenbehälter (30) vorgesehen, um den sich wiederum ein Außenbehälter (40) bildet. Innenbehälter (30) und Außenbehälter (40) weisen jeweils eine Membran (31, 41) auf, die allseitig geschlossen und/oder verschließbar ist. Der Innenbehälter (30) und der Außenbehälter (40) sind durch Innendruck des jeweils eingeschlossenen Luftvolumens (32, 42) stabilisiert und/oder stabilisierbar. Mittel (34, 44) sind zur stoß- und schwingungsgedämpften Abstützung des Innenbehälters (30) im Außenbehälter (40) vorgesehen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Behälter zur stoß- und/oder druckgeschützten Aufnahme von Waren mit einem Innenrahmen zur unmittelbaren Aufnahme von Waren und einem darum befindlichen Außenbehälter. Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur Verwendung eines derartigen Behälters.

Behälter zur stoß- und/oder druckgeschützten Aufnahme von Waren sind in vielfältiger Form bekannt. Probleme bestehen insbesondere dann, wenn die aufzunehmenden Gegenstände in diesen Behältern auch noch transportiert werden sollen und wenn diese Gegenstände besonders wertvoll sind.

Ein Beispiel hierfür sind Transportkoffer für Geigen. Derartige Schutz- und Transportbehälter bestehen im allgemeinen aus einer mehrschaligen oder mehrschichtigen Bauweise, deren einzelne Schalen beziehungsweise Schichten unterschiedliche Aufgaben übernehmen.

So dient die äußere mehr oder minder harte und steife, insbesondere beulsteife Schicht oder Schale vor allem dazu, die Geometrie sowie die innere Struktur zu stabilisieren. Feuchtigkeits- und Temperaturschwankungen sowie andere Umwelteinflüsse sollen nach Möglichkeit abgeschirmt werden und Kräfte sind großflächig weiterzuleiten. Auch das Eindringen spitzer und/oder scharfkantiger Gegenstände sollte nach Möglichkeit reduziert werden.

Zur Realisierung dieser Anforderungen ist insbesondere ein Aufbau aus zwei Halbschalen bekannt, die durch Scharniere verbunden und mit entsprechenden Beschlägen wieder lösbar verschlossen sind. Die Halbschalen können dabei aus Kunststoffen, Holzwerkstoffen oder Metallen bestehen, die ihrerseits Überzüge besitzen. Sie können auch aus einer stoffbespannten Holz- oder Aluminiumrahmenkonstruktion bestehen. Derartige Koffer können neben der Geige auch mehrere Bögen und eventuell Noten aufnehmen.

Die innere Struktur eines derartigen Geigentransportkastens besteht vorzugsweise aus einer mehr oder weniger weichen sowie stoß- und schwingungsdämpfenden Innenauskleidung aus geeigneten Polymerschäumen, die entweder der Kontur des zu schützenden Gegenstandes angepasst ist oder diesen in zweckentsprechend gearteten Halterungen aufnimmt. Dabei befindet sich das Instrument im Boden und die Bögen gegebenenfalls darüber, alternativ können die Bögen auch in der anderen Halbschale formschlüssig gehalten werden.

Die Masse eines derartigen Transportkoffers liegt in einer Größenordnung von ca. 4 kg. Diese hohe Eigenmasse ist erforderlich, um bei der gegebenen Konstruktion und Werkstoffwahl eine einigermaßen befriedigende Schutzwirkung gewährleisten zu können. Trotzdem ist bereits bei einem Sturz eines solchen Koffers zum Beispiel aus Tischhöhe oder auch durch einen Stoß während einer Konzertreise eine Beschädigung der inneren Struktur des Instruments mit einer Verstimmung des selben als harmloseste Folge nicht ausgeschlossen. Es ist auch bereits vorgekommen, dass Personen oder größere Gegenstände auf den Transportkasten fallen, was in der Regel nicht nur die Zerstörung des Kastens, sondern auch seines Inhalts zur Folge haben kann. Da Konzertgeiger häufig vergleichsweise teure Instrumente im Wert von etwa 50.000,00 bis 200.000,00 DM besitzen und benutzen, tritt dann ein sehr großer Schaden ein.

Da Konzertgeiger ihre Instrumente im Regelfall selbst transportieren oder transportieren müssen, tritt hier ein Widerspruch aus dem dadurch eigentlich gewünschten sehr niedrigen Gewicht des Transportkoffers und der Sicherung des Inhalts gegen Beschädigung ein. Es ist bisher nicht gelungen, Transportkästen mit einer niedrigeren Masse und nach Möglichkeit trotzdem stabiler zu bauen. Selbst bei der Verwendung sehr teurer und anspruchsvoller Materialien oder den als sehr leicht und trotzdem stabil bekannten kohlenstofffaserverstärkten Kunststoffen sind die Gesamtmassen kaum in den gewünschten Bereich zu reduzieren, wobei auch mit einem relativ hohen Fertigungsaufwand gerechnet werden muss.

Ähnliche Probleme treten beispielsweise auch bei anderen verhältnismäßig teuren und gleichzeitig empfindlichen Waren auf, beispielsweise bei medizinischen Instrumenten, die bei Notfällen transportiert werden müssen, oder auch bei physikalischen oder technischen Messinstrumenten oder anderen hochempfindlichen, wertvollen und häufig, aber unregelmäßig zu transportierenden Gegenständen.

Bei zum Beispiel Geigenkästen ist daran zu denken, dass diese auch sehr häufig von relativ kleinen und leichtgewichtigen Violinistinnen getragen werden müssen, die nach dem Transport auch noch große Leistungen erbringen müssen. Ein ermüdungsfreies Tragen ihrer Instrumente auf längeren Konzertreisen wäre daher sehr erwünscht.

Aufgabe der Erfindung ist es daher, einen möglichst leichten Behälter für den Transport und die Lagerung stoß- und bruchempfindlicher Gegenstände zu schaffen, die dabei gleichzeitig möglichst geschützt sein sollen.

Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass um den Innenrahmen ein diesen umschließender Innenbehälter vorgesehen ist, der seinerseits von wenigstens einem Außenbehälter umgeben ist, und dass der Innenbehälter und der Außenbehälter jeweils eine Membran aufweisen, die allseitig geschlossen und/oder verschließbar ist, und dass der Innenbehälter und der Außenbehälter durch Innendruck des jeweils von Ihnen eingeschlossenen Luftvolumens stabilisiert und/oder stabilisierbar sind, und das Mittel zur stoß- und schwingungsgedämpften Abstützung des Innenbehälters im Außenbehälter vorgesehen sind.

Mit einem derartigen Behälter wird unerwartet das Problem gelöst. Die Erfindung trennt sich von dem bisherigen Konzept eines aus zwei Halbschalen aufgebauten und mit Scharnieren verbundenen Geigenkastens. Die Stabilität wird im Wesentlichen durch den Innendruck eines Luftvolumens erzeugt, sodass ein während des Transportes extrem leichter Behälter entsteht, der zugleich auch außerordentlich stabil ist. Er nimmt während des Transportes durch die in ihm eingeschlossene Luft eine insbesondere zylinderförmige Gestalt an, die daher gegen äußere Einflüsse zusätzlich robust ist. Wird der Behälter nicht zu Transportzwecken genutzt, kann der Behälter auch sehr klein zusammengefaltet werden und ermöglicht dadurch eine platzsparende Aufbewahrung und Lagerung des Behälters ohne die zu schützenden Waren.

Der zu schützende Gegenstand beziehungsweise die Ware, also zum Beispiel ein teures Saiteninstrument, wird an oder in einem Innenrahmen befestigt. Dieser Innenrahmen ist umgeben von einem Innenbehälter. Er ist mit diesem über Mittel zur Dämpfung verbunden. Das können zum Beispiel Schlaufen sein, die eine Relativbewegung des Innenrahmens innerhalb des Innenbehälters zu einem gewissen Maße zulassen, aber zum Beispiel verhindern, dass bei einer Füllung des Innenbehälters mit Luft, also in "aufgeblasenem" Zustand, der Innenrahmen und insbesondere die an oder in ihm befindliche Ware mit dem eigentlichen Innenbehälter in Berührung kommt. Dieser weist eine Membran auf, die allseitig geschlossen beziehungsweise verschließbar ist und einen innendruck des in ihr eingeschlossenen Luftvolumens aufbaut, der die Membran dadurch stabilisiert.

Der Innenbehälter seinerseits ist von einem Außenbehälter umgeben, der die gleiche oder eine ähnliche Membran aufweist und seinerseits mit dem Innenbehälter ebenfalls durch Mittel zur Dämpfung verbunden ist. Auch dieses können Schlaufen, Schaumflocken, Luftpolsterfolien oder dergleichen sein. Die Membran weist ein Material auf, das gegen Scheuerbeanspruchung und/oder gegen das Eindringen spitzer und/oder scharfkantiger Gegenstände beständig sowie luft- und wasserdicht ist.

Bevorzugt weist das Material der Membran dabei ein Flächengewicht von weniger als 200 g/m2, vorzugsweise von 170 g/cm2 auf. Derartige Materialien sind zum Beispiel bekannt für sogenannte Packtaschen im outdoor-Bereich, die dort natürlich ganz anderen Zwecken dienen, aber ebenfalls wasserdicht und in gewissem Maße schützend sein sollen.

Die kostbare Geige oder auch der sonstige wertvolle Gegenstand wird vom Benutzer in oder an dem Innenrahmen befestigt, der sich entweder schon innerhalb des Behälters befindet oder dann mit samt der Ware in den Behälter eingeführt wird.

Der Innenrahmen kann zum Beispiel eine Fachwerkstruktur aufweisen. Insbesondere aber ist er ein Softcase. Innenrahmen oder Softcase werden dabei vorzugsweise aus Schaumstoff aufgebaut, was wirtschaftlich Vorteile bietet und auch zweckmäßig ist. Als Schaumstoff bietet sich zum Beispiel expandierter Polysterolschaum an, abgekürzt Eps und auch unter dem Handelsnamen "Styropor" erhältlich. Eine geringe Dichte zwischen 20 und 30 kg/m3 ist dabei bevorzugt. Der Innenrahmen, insbesondere in seiner Ausgestaltung als Gehäuse oder Softcase besteht dann aus einem Körper, der in seiner äußeren Geometrie der Innengeometrie des Innenbehälters entspricht und ansonsten zum Beispiel aus 2 Hälften, vorzugsweise mit wagerechter Trennebene, oder auch aus mehreren trennbaren Schichten besteht. Diese Schichten können dann den Zugang zu einem oder mehreren den aufzunehmenden Transportgegenständen entsprechenden Holräumen gewähren.

Im Falle eines Geigenkastens kann dies beispielsweise ein Fach für die Geige selbst sein, ferner ein weiteres Fach für die Aufnahme von mehreren, beispielsweise bis zu 4 Geigenbögen, und schließlich noch ein drittes Fach für Noten. Dieses Softcase kann auch noch eine attraktives Äußeres erhalten, beispielsweise eine Beflockung oder Beschichtung mit Filz, Samt oder ähnlichem. Über entsprechende Formgebungen mit Nasen, Noten, Zapfen, Absätzen oder dergleichen können die verschiedenen Einzelteile des Innenrahmens zweckmäßig formschlüssig miteinander verbunden werden. Nach dem Einsetzen in den Innenbehälter werden diese Teile durch den Innenbehälter mit seiner Membran zusammengehalten.

Aber auch eine Fachwerkstruktur lässt sich anstelle eines Gehäuses zweckentsprechend für die Herstellung eines Innenrahmens nutzen.

Ebenso kann es aber bei bestimmten Anwendungsfällen zweckmäßig und das Gewicht beziehungsweise die Masse reduzierend sein, wenn die zusätzliche Dämpfungsfunktion des Schaumes durch dämpfende Auflagerflächen oder Auflagerpunkte ersetzt wird. Die bevorzugte Ausführungsform kann von den speziellen Anforderungen des Transportgutes, also der Ware, oder auch der beabsichtigten Transportformen abhängig gemacht werden.

Um nun die Ware beziehungsweise den Innenrahmen mit samt der Ware in den Behälter einführen zu können, besitzt sowohl der Innenbehälter als auch der Außenbehälter jeweils einen Verschluss, um an das Innere gelangen zu können. Dieser Verschluss kann insbesondere ein sogenannter Rollverschluss sein, wie er ebenfalls vor allem auf dem outdoor-Bereich zur Herstellung wasserdichter Behältnisse verwendet wird. Diese Rollverschlüsse haben im outdoor-Bereich allerdings den Nachteil, dass sie die in den Packtaschen vorhandene Luft nur mühsam herauslassen, was dort sehr lästig ist. Dieser bei Packtaschen nachteilige Effekt wird bei der Erfindung jedoch gerade mit Vorzug genutzt, da er gleichzeitig zur luftdichten Abdichtung der Innenbehälter und Außenbehälter eingesetzt werden kann.

Mit dem erfindungsgemäßen Behälter kann nicht nur der Inhalt zuverlässig gegen äußere Beschädigungen und Zerstörungen geschützt werden. Er ist sogar in der Lage, beim Fallenlassen des Behälters samt Inhalt auftretende Beschleunigungen beziehungsweise Verzögerungen soweit zu dämpfen, dass auch nicht sichtbare Beeinträchtigungen der inneren Struktur zuverlässig vermieden werden. Derartige nicht sichtbare Beeinträchtigungen haben häufig bei Geigen eine Verstimmung des Instrumentes zur Folge.

Die erfindungsgemäßen Behälter sind bedienungsfreundlich und lassen sich sehr attraktiv gestalten.

Die genannten Materialien sind vergleichsweise dünn und leicht und genügen trotzdem den Anforderungen an Scheuerbeanspruchung und können das Eindringen spitzer und scharfkantiger Gegenstände weitgehend verhindern. Durch den Innendruck des eingeschlossenen Luftvolumens entsteht ein insbesondere zylindrischer Behälter, der zugleich durch das Luftvolumen stabilisiert wird. In dem Außenbehälter befindet sich dann ein weiterer und kleinerer ansonsten aber gleichartiger Innenbehälter.

Die Mittel zum Dämpfen können neben den bereits erwähnten flexiblen Schlaufen auch Luftpolsterfolien, Polymerschäume oder Polymerschaumflocken geeigneter Dichte und Dämpfungsvermögen sein, die dann eine Abstützung des Innenbehälters gegen den Außenbehälter elastisch, stoßgedämpft und schwingungsgedämpft ermöglichen.

Der Innenbehälter nimmt den zu schützenden Transportgegenstand beziehungsweise die Ware auf, die wiederum in einem zur Innengeometrie des Innenbehälters passenden Rahmen, zum Beispiel einem Softcase, stoß- und schwingungsdämpfend gelagert ist, beispielsweise durch die gleichen oder ähnliche Mittel.

Je nach der gewünschten Schutzfunktion können nicht nur ein Innenbehälter und ein Außenbehälter, sondern noch weitere mehrere solche Membranbehälter ineinander verschachtelt sein.

Die Erzielung des stabilisierenden Luftdruckes kann zum einen bei den vorerwähnten Rollverschlüssen einfach dadurch entstehen, dass diese aufgerollt werden und dass sich auf diese Weise reduzierende Volumen dann den zylindrischen Membranbehälter voll ausfüllt. Es ist aber auch möglich, zur Erzeugung des stützenden Innendruckes auch kleine Pumpen oder Patronen mit zum Beispiel Stickstofffüllung oder andere Arten von Druckerzeugungselementen zu verwenden.

Ein wesentlicher Vorteil der erfindungsgemäßen Lösung besteht darin, dass aufgrund der innendruckgestützten Membranbehälter eine große Drucksteifigkeit des Gesamtsystems erzeugt wird. Der Innenrahmen mit der Ware ist gegen Zusammendrücken geschützt, da er von dem Luftinnendruck stabilisiert wird und durch die Mittel zur Dämpfung auch daran gehindert wird, auch nur gegen die Innenmembran zu stoßen. Gleichzeitig ist das Gesamtsystem genügend flexibel und viskoelastisch, um Stoßenergien aufzunehmen und einen hinreichenden Schutz des Transportgutes zu gewährleisten. Schließlich gelingt es durch die geringen Dichten der verwendeten Werkstoffe und die Flächengewichte der Membranen von vorzugsweise um 170 g/m2, die Gesamtmaße im gegebenen Fall auf 1 kg zu beschränken beziehungsweise diesen Wert zu unterbieten.

Test haben bereits ergeben, dass es mit Behältern nach der Erfindung möglich ist, entsprechende Waren auch aus entsprechender Höhe fallen zu lassen, ohne dass irgendein Schaden entsteht. Der stabilisierende Innendruck und die trotzdem vorhandene Flexibilität fangen die entstehenden äußeren Kräfte ab.

Es scheint daher auch denkbar, mit derartigen Behältern beispielsweise medizinische oder andere Instrumente in Krisengebieten aus der Luft abzuwerfen, ohne dass Schäden entstehen. Gerade die medizinische Versorgung und Notfallbetreuung hat in Krisenregionen in der jüngsten Zeit eine größere Bedeutung angenommen, da ein Landen mit Hubschraubern oder Flugzeugen mitunter nicht möglich oder gefährlich ist und ein Niederbringen an Fallschirmen die Aufprallprobleme am Boden zwar reduziert aber nicht löst.

Mit der Erfindung wäre es aber möglich, derartige Transportbehälter in diesem Falle in nicht luftgefüllter Form vor dem Start mit den entsprechenden Waren zu beladen und diese so einzustellen, dass sie beispielsweise erst während des Freigebens in gewisser Höhe aus dem Luftfahrzeug sich erstmals mit einem Innendruck füllen, beispielsweise durch eine Stickstoffpatrone.

Es sind auch andere selbstaufblasende Systeme denkbar, bei denen nur für den eigentlichen Transport ein Innendruck aufgebaut wird, während bei der Lagerung das System zur Platzersparnis drucklos bleibt.

Denkbar ist im Übrigen auch folgende Ausführungsform, die einem bei bestimmten Anforderungen auftretenden Problem Rechnung trägt: werden derartige Transportbehälter mit der entsprechenden Ware mit Flugzeugen vom Boden in größere Höhen transportiert, so würde der am Boden noch unerhebliche Innendruck in größerer Höhe aufgrund des dort herrschenden niedrigeren Außendrucks dazu führen können, dass sich die Behälter langsam, aber stetig aufblähen und daher in unter Umständen unerwünschter Form in größerer Höhe ein größeres Volumen einnehmen, dass vielleicht nicht zur Verfügung steht. Hier könnte in den Membranen jeweils ein Ventil vorgesehen werden, das nicht auf kurzfristige, schlagartige Überdrücke im Innenraum reagiert, sondern nur auf stetige, ständige Überdrücke. Dadurch könnte einem langsamen Aufstieg oder auch Abstieg mit dem Flugzeug Rechnung getragen werden, während bei einem Abwurf und der dadurch eintretenden raschen Druckänderung tatsächlich der beabsichtigte Effekt eintritt und bei plötzlichen Druckstößen oder auch von außen auftretenden Kräften die stoß- und drucksichernde Wirkung eintritt.

Im Folgenden wird anhand der Zeichnung ein Ausführungsbeispiel der Erfindung im Einzelnen beschrieben.

Es zeigt:

Fig. 1 eine schematische Schnittansicht durch einen Transportbehälter nach der Erfindung.

Eine Ware 10 soll hier möglichst geschützt transportiert werden. Die Ware 10 weist einen Geigenkörper 11 und eine schematisch angedeutete Geigensaite 12 auf. Weitere Elemente der Geige sind in der Fig. 1 angedeutet.

Die Ware 10 ist in einem Innenrahmen 20 aufgenommen. Es handelt sich hier um ein sogenanntes Softcase. Diese Softcase dient unter anderem dazu, dass Herausnehmen der Ware aus dem Behälter zu ermöglichen, ohne dass der Benutzer versehentlich Teile der Ware berührt, die besonders empfindlich sind oder dass er beim Herausnehmen gegen andere Teile des Behälters stößt.

Das Softcase beziehungsweise der Innenrahmen 20 ist in einem Innenbehälter 30 aufgenommen. Dieser Innenbehälter 30 weist insbesondere eine Membran 31 auf und ist mittels eines Verschlusses 32 verschließbar. Dieser Verschluss 32 ist in diesem Falle ein sogenannter Rollverschluss, der durch Zusammenrollen das Innenvolumen des Innenbehälters 30 reduziert und dadurch den darin befindlichen Gasgehalt zu einer stabilen Füllung der Membran und damit zur inneren Stabilisierung und Aufbau eines Innendruckes veranlasst. Es entsteht insgesamt das Luftvolumen 33. In erster Linie ist hier tatsächlich an "Luft" zu denken. Den anderen Ausführungsformen kann die Luft allerdings auch ein anderes Gas sein.

Ferner sind Mittel 34 zur Dämpfung der Bewegung zwischen dem Innenrahmen 20 und dem Innenbehälter 30 vorgesehen. Es kann sich wie hier angedeutet um Schlaufen handeln.

Zu beachten ist auch, dass die Zeichnung nicht maßstabgerecht ist. Je nach Anforderungen kann das Verhältnis der einzelnen Elemente auch größenmäßig gänzlich anders ausfallen, als in der Fig. 1 wiedergegeben.

Der Innenbehälter 30 mit seiner Membran 31 und dem Verschluss 32 ist seinerseits in einem Außenbehälter 40 aufgenommen. Auch der Außenbehälter 40 weist eine Membran 41 auf, die wie auch die Membran 31 vorzugsweise luft- und wasserundurchlässig ist und aus einem. gegen Scheuerbeanspruchung und/oder gegen das Eindringen spitzer und/oder scharfkantiger Gegenstände beständigen Material besteht.

Auch der Außenbehälter 40 besitzt einen Verschluss 42, der genauso ausgebildet sein kann, wie der bereits erörterte Verschluss 32 des Innenbehälters 30.

Zwischen dem Innenbehälter 30 und dem Außenbehälter 40 besteht wiederum ein Luftvolumen 43, wobei auch hier statt Luft in bestimmten Anwendungsfällen ein anderes Gas eingesetzt sein kann. Das Luftvolumen 43 sorgt für einen Innendruck und stabilisiert bei verschlossenem Außenbehälter 40 die Form des Außenbehälters 40.

Auch hier sind Mittel 44 zur Dämpfung vorgesehen, die unter anderem auch einen Abstand allseits von der Innenseite der Membran 41 zur Außenseite der Membran 31 schaffen.

Diese Mittel können Schlaufen sein, die auch eine Relativbewegung oder zum Beispiel auch freie Drehung des Innenbehälters 30 gegenüber dem Außenbehälter 40 unterbinden, es kann sich aber auch um Polymerschaum oder luftpolsterähnliche Materialien handeln. Zwischen diesen Mitteln 44 befindet sich dann die Luft beziehungsweise das Gas, das die Stabilisierung des Behälters vornimmt.

Außen auf der Außenseite des Außenbehälters 40 ist noch ein Tragegriff 50 angedeutet, um den Behälter transportabel für eine tragende Person zu gestalten.

In der Zeichnung selbst ist innerhalb des zylindrischen Außenbehälters 40 mit dem Handgriff 50 und dem Rollverschluss 42 der zweite Innenbehälter 30 mit Rollverschluss 32 entweder wie im linken Bereich gezeigt mit einer viskoelastisch wirkenden Lasche als Mittel 44 verbunden oder über eine Schaumflockenfüllung wie in der rechten und unteren Hälfte angedeutet viskoelastisch und schwingungsdämpfend gelagert.

In dem Innenbehälter 30 befindet sich hier in einem dem inneren Volumen entsprechenden zum Beispiel mit Filz oder Samt ausgeschlagenen Innenrahmen 20 als Softcase das Transportgut, in diesem Falle der Geigenkörper 11 mit Geigensaite 12 etc.

Zur Bestückung beziehungsweise Entnahme werden die beiden Rollverschlüsse 32 und 42 geöffnet, der Innenrahmen 20 beziehungsweise das Softcase entnommen und das Transportgut beziehungsweise die Ware eingelegt beziehungsweise entnommen.

Das Verschließen erfolgt durch Zusammenrollen der Verschlüsse 32 beziehungsweise 42, wodurch bei genügender Länge im entrollten Zustand ein hinreichendes Luftvolumen eingeschlossen und leicht komprimiert wird. Dadurch erfolgt eine entsprechende Stabilisierung, die im Zusammenwirken mit den Dämpfungselementen beziehungsweise den Mitteln 44 und 34 die gewünschte Schutzwirkung gewährleistet. Die Masse des Gesamtsystems liegt je nach Größe unter 1 kg. Bezugszeichenliste 10 Ware

11 Geigenkörper

12 Geigensaite

20 Innenrahmen bzw. Softcase

30 Innenbehälter

31 Membran

32 Verschluss des Innenbehälters

33 Luftvolumen innerhalb des Innenbehälters

34 Mittel zur Dämpfung zwischen Innenrahmen und Innenbehälter

40 Außenbehälter

41 Membran

42 Verschluss des Außenbehälters

43 Luftvolumen zwischen Innenbehälter und Außenbehälter

44 Mittel zur Dämpfung zwischen Innenbehälter und Außenbehälter

50 Tragegriff


Anspruch[de]
  1. 1. Behälter zur stoß- und/oder druckgeschützten Aufnahme von Waren (10) mit einem Innenrahmen (20) zur unmittelbaren Aufnahme der Waren (10) und einem darum befindlichen Außenbehälter (40), dadurch gekennzeichnet, dass um den Innenrahmen (20) ein diesen umschließender Innenbehälter (30) vorgesehen ist, der seinerseits von wenigstens einem Außenbehälter (40) umgeben ist, und dass der Innenbehälter (30) und der Außenbehälter (40) jeweils eine Membran (31, 41) aufweisen, die allseitig geschlossen und/oder verschließbar ist, und dass der Innenbehälter (30) und der Außenbehälter (40) durch Innendruck des jeweils von Ihnen eingeschlossenen Luftvolumens (32, 42) stabilisiert und/oder stabilisierbar sind, und das Mittel (34, 44) zur stoß- und schwingungsgedämpften Abstützung des Innenbehälters (30) im Außenbehälter (40) vorgesehen sind.
  2. 2. Behälter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Membran (31, 41) ein gegen Scheuerbeanspruchung und/oder gegen das Eindringen spitzer und/oder scharfkantiger Gegenstände beständiges luft- und wasserdichtes Material aufweist.
  3. 3. Behälter nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Material der Membran (31, 41) ein Flächengewicht von weniger als 200 g/m2, vorzugsweise von 170 g/m2 aufweist.
  4. 4. Behälter nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Innenbehälter (30) und der Außenbehälter (40) Verschlüsse (32, 42) zum Einführen der Waren (10) und/oder weiterer Behälter und zum Öffnen und Verschließen aufweisen.
  5. 5. Behälter nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Verschlüsse (32, 42) luftdicht verschließbar sind.
  6. 6. Behälter nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Verschlüsse (32, 42) Rollverschlüsse sind.
  7. 7. Behälter nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Innendruck in seiner Größe einstellbar ist.
  8. 8. Behälter nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass zur Einstellung des Innendrucks eine Pumpe vorgesehen ist.
  9. 9. Behälter nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass zur Einstellung des Innendruckes der Rollverschluss verstellbar ist.
  10. 10. Behälter nach Anspruch 7, 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass Patronen mit Gasfüllung insbesondere mit Stickstofffüllung, vorgesehen sind.
  11. 11. Behälter nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass für die Innenbehälter (30) und/oder Außenbehälter (40) ein selbstaufblasendes System vorgesehen ist.
  12. 12. Behälter nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel (34, 44) zur Abstützung des Innenbehälters (30) im Außenbehälter (40) und/oder in einen anderen Innenbehälter eine oder mehrere flexible Schlaufen aufweisen.
  13. 13. Behälter nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel (32, 42) zur Abstützung des Innenbehälters (30) im Außenbehälter (40) eine Luftpolsterfolie aufweisen.
  14. 14. Behälter nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel (32, 42) zur Abstützung des Innenbehälters (30) im Außenbehälter (40) einen Polymerschaum aufweisen.
  15. 15. Behälter nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel (32, 42) zur Abstützung des Innenbehälters (30) im Außenbehälter (40) Polymerschaumflocken aufweisen.
  16. 16. Behälter nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Innenrahmen (20) als Fachwerkstruktur aufgebaut ist.
  17. 17. Behälter nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Innenrahmen (20) als Softcase ausgebildet ist.
  18. 18. Behälter nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass der Innenrahmen (20) als Softcase aus einem Schaumstoff, insbesondere aus einem Polystyrolschaum, aufgebaut ist.
  19. 19. Behälter nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in einer oder mehreren der Membranen (31, 41) Ventile vorgesehen sind, die vorzugsweise nur bei stetigen, nicht bei schlagartigen Druckänderungen reagieren.
  20. 20. Verfahren zur Verwendung eines Behälters nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Behälter mit darin enthaltener Ware (10) für Transportzwecke auf eine Mindestdrucksteifigkeit einstellbar und für Lagerzwecke druckentlastet ist.






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