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Dokumentenidentifikation DE10127353A1 19.12.2002
Titel Vorrichtung zum Dosieren und Verdampfen kleiner Mengen einer Flüssigkeit
Anmelder Siemens AG, 80333 München, DE
Erfinder Gellert, Udo, 76756 Bellheim, DE;
Steckenborn, Arno, Dr., 13589 Berlin, DE
DE-Anmeldedatum 06.06.2001
DE-Aktenzeichen 10127353
Offenlegungstag 19.12.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.12.2002
IPC-Hauptklasse G01N 1/28
IPC-Nebenklasse G01N 30/12   
Zusammenfassung Um insbesondere für die Gaschromatographie eine automatisch durchführbare genaue Dosierung und gleichmäßige Verdampfung kleiner Mengen einer Flüssigkeit zu ermöglichen, ist ein Tropfengenerator (4) vorgesehen, der bei Anregung einen Flüssigkeitstropfen (8) entgegen einer Gasströmung (12) aus einem kalten Bereich (13) in einen beheizbaren Bereich (14) schießt.

Beschreibung[de]

Für die Verarbeitung oder Behandlung von Flüssigkeiten, beispielsweise deren Analyse, kann eine zuvorige Dosierung und Verdampfung der Flüssigkeit erforderlich sein. Speziell bei der Prozesschromatographie soll der Dosiervorgang prozesstauglich, d. h. automatisch durchführbar, sein. Die kleinste dosierbare Flüssigkeitsmenge soll deutlich unter 0,1 µl liegen und eine Diskriminierung der verdampften Flüssigkeitsprobe, beispielsweise in Form von lokalen Konzentrationsunterschieden unterschiedlicher Verdampfungsbestandteile im Dampf, ausgeschlossen sein. So führt z. B. einfaches Eintropfen der Flüssigkeit in einen beheizten Verdampfungsraum zu einer ungleichmäßigen Verdampfung, weil jeder einzelne Tropfen in einer durch Tropfengröße und äußere Umstände bestimmten Zeit fraktioniert verdampft; dabei verdampfen Inhaltsstoffe mit niedrigem Siedepunkt zuerst und Inhaltsstoffe mit hohem Siedepunkt zuletzt.

Gemäß der Erfindung wird die Aufgabe durch eine Vorrichtung zum Dosieren und Verdampfen kleiner Mengen einer Flüssigkeit mit einem Tropfengenerator gelöst, der bei Anregung einen Flüssigkeitstropfen entgegen einer Gasströmung aus einem kalten Bereich in einen beheizbaren Bereich schießt.

Mit dem die Flüssigkeit in Tropfen mit hoher Geschwindigkeit verschießenden Tropfengenerator lassen sich kleinste Tröpfchen mit einem Volumen von beispielsweise 50 pl erzeugen, so dass über die Anzahl der zu erzeugenden Tropfen auch kleinste Flüssigkeitsmengen genau dosiert werden können. Die Dosierung erfolgt durch entsprechend häufige Anregung des Tropfengenerators und ist somit einfach automatisierbar. Die in den beheizbaren Bereich geschossenen Tropfen verdampfen dort gleichmäßig, wobei es wegen der sehr geringen Tropfengröße und der ungesplitteten Betriebsweise zu keiner Diskriminierung der Flüssigkeitsprobe kommt. Der zwischen dem Tropfengenerator und dem beheizbaren Bereich liegende kalte Bereich mit der gegen den Tropfenausstoß fließenden Gasströmung bewirkt eine pneumatische Trennung der unverdampften und der verdampften Flüssigkeit, so dass es weder zu einer vorzeitigen und damit ungleichmäßigen Verdampfung der Tröpfchen kommt noch dass in den Pausen des Tropfenausstoßes Inhaltsstoffe der Flüssigkeit an der Austrittsöffnung des Tropfengenerators in Richtung des beheizbaren Bereichs diffundieren.

In diesem Zusammenhang weist vorzugsweise der kalte Bereich einen von der Austrittsöffnung des Tropfengenerators entfernteren Gaseinlass und einen unmittelbar vor der Austrittsöffnung liegenden und nach unten offenen Gasauslass auf. Flüssigkeit, die unbeabsichtigt aus der Austrittsöffnung des Tropfengenerators quillt, wird dann mittels der Gasströmung durch den Gasauslass entsorgt.

Vorteilhafterweise teilt sich das durch den Gaseinlass in den kalten Bereich eingeleitete Gas in die erwähnte Gasströmung und eine weitere Gasströmung zu dem beheizbaren Bereich hin und durch diesen hindurch auf, so dass die verdampfte Flüssigkeit von der weiteren Gasströmung zur Weiterverarbeitung oder -behandlung, beispielsweise in das Trennsystem eines Gaschromatographen, transportiert wird.

Um eine Erwärmung des Tropfengenerators und des kalten Bereichs zu verhindern, ist der beheizbare Bereich bevorzugt von dem Inneren eines Kapillarrohres mit einer darauf aufgebrachten massearmen steuerbaren Heizeinrichtung gebildet. Der beheizbare Bereich wird dabei lediglich zum Verdampfen der von dem Tropfengenerator abgeschossenen Tropfen aufgeheizt so dass er sich anschließend wieder abkühlen kann. Gegebenenfalls ist auch noch eine aktive Abkühlung denkbar.

Der Tropfengenerator weist bevorzugt einen durch einen elektromechanischen Wandler, insbesondere einen Piezowandler, veränderbaren Verdrängungsraum mit Austrittsöffnung auf.

Zur weiteren Erläuterung der Erfindung wird im Folgenden auf die Zeichnung Bezug genommen, die in schematischer Darstellung ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung zeigt.

Eine aus einem technischen Prozess entnommene und z. B. gaschromatographisch zu analysierende Flüssigkeit 1 gelangt durch eine Eintrittsöffnung 2 in einen Vorratsraum 3 eines Tropfengenerators 4. Der Vorratsraum 3 ist über eine Flüssigkeitspassage 5 mit einem Verdrängungsraum 6 verbunden, der eine Austrittsöffnung 7 für zu erzeugende Flüssigkeitstropfen 8 aufweist. Die flüssigkeitsführenden Teile 2, 3, 5, 6 und 7 des Tropfengenerators 4 sind durch mikromechanische Bearbeitung in einem Siliziumkörper 9 ausgebildet, der auf einer Seite einen elektromechanischen Wandler 10, hier einen Piezowandler, trägt, bei dessen Ansteuerung durch eine Steuereinrichtung 11 der Siliziumkörper 9 gebogen und dabei das Volumen des Verdrängungsraums 6 verändert, hier reduziert, wird. Der Strömungswiderstand der Flüssigkeitspassage 5 ist größer als der der Austrittsöffnung 7, so dass es zu dem gewünschten Ausstoß des Flüssigkeitstropfens 8 aus der Austrittsöffnung 7 kommt. Die Tropfengröße beträgt etwa 50 pl, so dass über die Anzahl der erzeugten Tropfen 8 auch kleinste Flüssigkeitsmengen genau dosiert werden können.

Der Tropfengenerator 4 verschießt den Tropfen 8 mit hoher Geschwindigkeit (ca. 10 m/s) entgegen einer Gasströmung 12 durch einem kalten Bereich 13 in einen beheizbaren Bereich 14, wo der Tropfen 8 verdampft wird. Der beheizbare Bereich 14 wird dabei lediglich zum Verdampfen der jeweils abgeschossenen Tropfenfolge aufgeheizt so dass er sich anschließend wieder abkühlen kann. Dadurch wird verhindert, dass sich der kalte Bereich 13 erwärmt. Die Bereiche 13 und 14 sind hier von dem Inneren eines Kapillarrohres 15 gebildet, welches im beheizbaren Bereich 14 eine durch eine Steuereinheit 16 steuerbare, im einfachsten Fall ein- und abschaltbare, massearme Heizeinrichtung 17 trägt. Zur Erzeugung der Gasströmung 12 weist der kalte Bereich 13 einen von der Austrittsöffnung 7 des Tropfengenerators 4 entfernteren Gaseinlass 18 mit einer daran angeschlossenen Gasquelle 19 und einen unmittelbar vor der Austrittsöffnung 7 liegenden und nach unten offenen Gasauslass 20 auf. Flüssigkeit, die unbeabsichtigt aus der Austrittsöffnung 7 des Tropfengenerators 4 quillt, wird mittels der Gasströmung 12 durch den Gasauslass 20 entsorgt. Außerdem verhindert die Gasströmung 12, dass Inhaltsstoffe der an der Austrittsöffnung 7 des Tropfengenerators 4 anstehenden Flüssigkeit 1 in Richtung des beheizbaren Bereichs 14 diffundieren. Das aus der Gasquelle 19 durch den Gaseinlass 18 in den kalten Bereich eingeleitete Gas 21 teilt sich in die erwähnte Gasströmung 12 und eine weitere Gasströmung 22 zu dem beheizbaren Bereich 14 hin und durch diesen hindurch auf, so dass die dort verdampfte Flüssigkeit von der weiteren Gasströmung 22 in das hier nicht gezeigte Trennsystem (Trennsäule) des Gaschromatographen transportiert wird. Der Durchmesser des Kapillarrohres 15 entspricht dem der Trennsäule.

Damit die Flüssigkeit 1 aus dem technischen Prozess in den Vorratsraum 3 und den Verdrängungsraum 6 gelangt, ist der Druck an der Eintrittsöffnung 2 des Tropfengenerators 4 geringfügig größer als an der Austrittsöffnung 7. Zusätzlich kann die Förderung der Flüssigkeit 1 dadurch unterstützt werden, dass der Vorratsraum 3 bei der jeder Biegung des Siliziumkörpers 9 sein Volumen ändert und dabei als Pumpe wirkt.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum Dosieren und Verdampfen kleiner Mengen einer Flüssigkeit (1) mit einem Tropfengenerator (4), der bei Anregung einen Flüssigkeitstropfen (8) entgegen einer Gasströmung (12) aus einem kalten Bereich (13) in einen beheizbaren Bereich (14) schießt.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der kalte Bereich (13) einen von der Austrittsöffnung (7) des Tropfengenerators (4) entfernteren Gaseinlass (18) und einen unmittelbar vor der Austrittsöffnung (7) liegenden und nach unten offenen Gasauslass (20) aufweist.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass durch den Gaseinlass (18) in den kalten Bereich (13) eingeleitetes Gas (21) sich in die Gasströmung (12) und ein weitere Gasströmung (22) zu dem beheizbaren Bereich (14) hin und durch diesen hindurch aufteilt.
  4. 4. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der beheizbare Bereich (14) von dem Inneren eines Kapillarrohres (15) mit einer darauf aufgebrachten massearmen steuerbaren Heizeinrichtung (17) gebildet ist.
  5. 5. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Tropfengenerator (4) einen durch einen elektromechanischen Wandler (10), insbesondere einen Piezowandler, veränderbaren Verdrängungsraum (6) mit Austrittsöffnung (7) aufweist.






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