PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE10127903A1 19.12.2002
Titel Rollenbahnkurve mit Zahnriemenantrieb
Anmelder Jurkeit, Werner, 85447 Fraunberg, DE
Erfinder Jurkeit, Werner, 85447 Fraunberg, DE
DE-Anmeldedatum 08.06.2001
DE-Aktenzeichen 10127903
Offenlegungstag 19.12.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.12.2002
IPC-Hauptklasse B65G 13/08

Beschreibung[de]

Bei der Erfindung handelt es sich um eine Rollenbahnkurve mit Tragrollen, die aufeinanderfolgend zwischen zwei Wangen gelagert sind. In der beschriebenen 1. Ausführung sind die Tragrollen am kleinen Rollendurchmesser mit Zahnriemenscheiben fest verbunden. Das gesamte Zahnriemen-Antriebssystem ist in der Innenwange integriert. Unterhalb der Zahnriemenscheiben zweier benachbarter Tragrollen ist jeweils mittig eine Zahnriemenumlenkscheibe drehbar auf einer neigbaren und nach unten zur Riemenspannung einstellbaren Achse gelagert. Jeweils zwei Tragrollen werden nun mit einem der halben Zahnscheibenbreite entsprechenden Zahnriemen mit der Umlenkzahnriemenscheibe verbunden. Auf die gleiche Weise werden fortlaufend alle Tragrollen und Zahnriemenumlenkscheiben der Kurve mit weiteren Zahnriemen formschlüssig verbunden. Der Antriebsmotor ist seitlich an der Innenwange der Kurve angeflanscht und treibt die Rollenbahnkurve durch eine Steckverbindung mit der mittleren Rolle formschlüssig an.

Kurvenförderer werden sehr häufig in Produktionsstätten eingesetzt, um Richtungsänderungen des Förderstroms zu erreichen. Dabei sind unterschiedliche Konstruktionen bekannt. Als Antriebsmittel dienen dabei vorwiegend Rundriemen, Keilriemen, sowie kurvengängige Kettenantriebe in tangentialer oder umschlingender Anordnung. Als Vorteile erweisen sich bei den Riemenausführungen vor allem der leise Lauf, als Nachteile gelten jedoch der hohe Verschleiss und die reibschlüssige Verbindung zu den Tragrollen. Dadurch sind diese Ausführungen in der Regel nicht einsetzbar in Nassbetrieben sowie beim Transport von schweren Gütern. Häufige Reparaturen, geringe Flexibilität durch vorbestimmte Riemenlängen sind weitere Nachteile. Die Vorteile der kettengetriebenen Ausführungen liegen in der kraftschlüssigen Verbindung, wodurch auch schwere Artikel transportiert werden können. Als große Nachteile der kettengetriebenen Versionen gelten der hohe Lärmpegel und dadurch eine deutliche Begrenzung der Geschwindigkeit und damit der Anlagenleistung. Die notwendige Schmierung der Kettenantriebe verhindert desweiteren sehr oft den Einsatz in Lebensmittelbetrieben.

Neben diesen Rollenbahnkurven kommen auch Gurtkurven zum Einsatz. Die Vorteile dieser, vor allem auch für kleine Produkte geeigneten Förderer sind vor allem im ruhigen Lauf und der ganzflächigen Auflage zu sehen, wodurch selbst die Förderung kleinster Produkte möglich ist. Als Nachteile sind hier die hohen Fertigungskosten zu sehen. Weiterhin sind diese Kurven für agressive Behälter wie Bierkasten nicht geeignet, da sie der Belastung nicht standhalten und auch nicht staufähig sind. Reparaturen solcher Bänder führen zu langen Produktionsausfällen.

In der Getränkeindustrie haben sich Scharnierbandkurven in Stahlausführung sehr bewährt, sie müssen jedoch mit Wasser geschmiert werden und haben eine große Lautstärke. Ebenfalls gibt es diverse Kunststoffkettenkurven die vorwiegend in der Lebensmittelindustrie Verwendung finden, diese können ungeschmiert laufen, sind jedoch oft einem hohen Verschleiß ausgesetzt und in der Geschwindigkeit begrenzt.

Der Erfindung liegt der Kerngedanke zugrunde, eine weitgehend wartungsfreie Rollenbahnkurve zu schaffen, die sich durch Kraftschlüssigkeit, hohe Geschwindigkeit, Laufruhe, grosse Flexibilität in der Auslegung und geringe Herstellungskosten auszeichnet und somit alle Vorteile der bisherigen Konstruktionen beinhaltet, deren Nachteile aber weitgehend ausschliesst.

Gelöst ist diese Aufgabe dadurch, dass in der Zahnriemen-Rollenbahnkurve hochbelastbare, zugfeste und kantenstabile, industriemässig gefertigte und in verschiedenen Normlängen zur Verfügung stehende Zahnriemen zum Einsatz kommen, die auch schon nach dem Stand der Technik in geradgängigen Rollenbahnen vielfach eingesetzt werden. Die Kraftübertragungslinie ist gekennzeichnet durch einen sägezahnähnlichen Verlauf, der über den zusätzlichen Einbau der unterhalb der Tragrollen angeordneten Umlenkzahnscheiben erzeugt wird. Die minimale Verdrehung der Zahnriemen bedingt durch den Einbauwinkel der Rollen bewirkt ein leichtes Anlaufen der Zahnriemen an den begrenzenden seitlichen- oder an der mittleren Bordscheibe. Da spezielle seitenstabile Zahnriemen den Einsatz nebeneinander auch ohne Bordscheiben garantieren, treten keine Nachteile im Betrieb auf. Entscheidend, ob die Zahnriemen an den inneren oder den äusseren Bordscheiben anlaufen, ist die Positionierung der Zahnriemen auf den Zahnscheiben entsprechend der Förderrichtung der Kurve. Die Lagerung der Umlenk-Zahnscheiben bei dieser Kurve ist so ausgeführt, dass eine Schrägeinstellung und somit der sichere Eingriff aller Zähne gewährleistet ist. Die hohe Umschlingung der oberen und unteren Zahnscheiben gewährleistet eine sichere Funktion.

Durch diese Erfindung können somit Geschwindigkeiten erreicht werden, die weit über das normale Maß hinausgehen, bei hoher Kraftübertragung und gleichzeitig geringer Geräuschentwicklung.

Die Erfindung erlaubt durch Verwendung von Norm-Kaufteilen den Aufbau eines flexiblen Gesamtsystems, mit Bahnbreiten von z. B. 100 mm und kleiner, bis 1000 mm und grösser, mit allen denkbaren Radien und beliebigen Gradzahlen, abhängig von der Rollenteilung in serienmässiger Ausführung und kürzesten Lieferzeiten.

Als weiterer Vorteil kann die Möglichkeit bezeichnet werden, an die Zahnriemenkurven gerade Verlängerungen einseitig oder beidseitig, ohne einen zusätzlichen Antrieb anzubringen. Es können auch schräge Segmente angesetzt werden, um die Einschleusung in andere Bahnen über z. B. 45° zu ermöglichen. Desweiteren kann an eine Gerad-Zahnriemenbahn ein kurvengängiges Segmentteil angebaut werden. Der Antriebsmotor kann dabei wahlweise an der Geraden, oder aber am Kurvensegment angebaut werden. Es ist auch vorgesehen zwei Motore in der Kurve zu integrieren, um Lücken zu ziehen, oder Positionierungen vorzunehmen.

Bei einer zweiten Ausführung dieser Zahnriemenkurve ist der gesamte Zahnriementrieb in der äusseren Wange integriert, vor allem für den Transport von großflächigen Platten, wo ein Überstand über die Rollen möglich sein soll.

Bei einer weiteren Version werden die Umlenkzahnscheiben für optimale Zugänglichkeit oberhalb der Tragrollen angeordnet, dies gilt gleichzeitig bei Anordnung des Antriebs an der Innen- oder Aussenwange.

Bei Platzmangel werden die Antriebsmotore auch unter oder über der Bahn angeordnet und durch zwei längere Zahnriemen mit dem System verbunden.

Nachfolgende Zeichnungen zeigen eine Ausführungsform der Erfindung, sowie zwei Varianten.

Fig. 1 Zahnriemenkurve Ansicht

Fig. 2 Detail des Antriebssystems mit Zahnriemenführung

Fig. 3 Detail des Direktantriebs in der Rolle

Fig. 4 Detail des Antriebssystems mit Spannung

Fig. 5 Zahnriemenkurve mit schrägem Segment

Fig. 6 Zahnriemenkurve mit Verlängerung


Anspruch[de]
  1. 1. Rollenbahnkurve mit Tragrollen, 2, 3 die aufeinanderfolgend zwischen zwei Seitenwangen 11, 12 gelagert sind. Die Tragrollen sind am kleinen Rollendurchmesser mit Zahnriemenscheiben 5 fest verbunden. Das gesamte Zahnriemen-Antriebssystem ist in der Innenwange 11 integriert. Unterhalb der Zahnriemenscheiben zweier benachbarter Tragrollen ist jeweils mittig eine Zahnriemenumlenkscheibe 8 drehbar auf einer neigbaren und für die Riemenspannung einstellbaren Achse 9 gelagert. Jeweils zwei benachbarte Tragrollen werden nun mit einem der halben Zahnscheibenbreite entsprechenden Zahnriemen 4 mit der Zahnriemenumlenkscheibe 8 verbunden. Auf gleicher Weise werden nun fortlaufend alle Tragrollen 2, 3 und Zahnriemenumlenkscheiben 8 der Kurve mit weiteren Zahnriemen 4 formschlüssig verbunden.
  2. 2. Der Antriebsmotor 1 ist mit der Antriebstragrolle 2 fluchtend seitlich an der Innenwange 11 angeflanscht und treibt die Rollenbahnkurve Fig. 1 durch eine Steckverbindung Fig. 3 mit der Antriebstragrolle 2 formschlüssig an.
  3. 3. Die Kraftübertragungslinie ist gekennzeichnet durch einen sägezahnähnlichen Verlauf Fig. 2, der durch den Einbau der unterhalb der Tragrollen angeordneten Umlenkzahnscheiben 8 erzeugt wird.
  4. 4. Entsprechend der Laufrichtung der Kurve werden die Zahnriemen 4 bei der Montage durch Auflegen innen oder aussen voreingestellt, zum gezielten Anlaufen an den inneren 7 oder den äusseren Bordscheiben 6. Die innere Bordscheibe 7 wird lose aufgeschoben oder fixiert, es gibt Metall- und Kunststoffausführungen.
  5. 5. Die Lagerung der Zahnriemenumlenkscheiben 8 ist so ausgeführt, dass eine Feineinstellung durch neigbare und zur Riemenspannung nach unten einstellbare Achsen 9, durch Spanner 10 möglich ist und somit eine optimale Riemenspannung und der sichere Eingriff aller Zähne gewährleistet wird. Die hohe Umschlingung der Tragrollenzahnscheibe 5 und der Zahnriemenumlenkscheibe 8 gewährleistet eine sichere Kraftübertragung.
  6. 6. Zahnriemenkurve mit Antrieb und schrägen Segmenten Fig. 5, um die Einschleusung in andere Bahnen über z. B. 45° zu ermöglichen.
  7. 7. Zahnriemenkurve mit Antrieb und geraden Verlängerungen, einseitig- Fig. 6 und doppelseitig o. Z.
  8. 8. Zahnriemenkurve ohne Antrieb zum Anbau an bestehende angetriebene Gerad- Zahnriemenbahnen o. Z.
  9. 9. Zahnriemenkurve mit mehreren Motoren, um Lücken zu ziehen, oder Positionierungen vorzunehmen. o. Z.
  10. 10. Zahnriemenkurve mit Antrieb an der äusseren Wange 12, für Sondergebinde, wenn Überstand über den Rollen möglich sein soll. o. Z.
  11. 11. Zahnriemenkurve mit oberhalb der Tragrollen angeordneten Umlenkzahnscheiben für optimale Zugänglichkeit, dies gilt gleichzeitig bei aussen- und innenliegendem Antrieb. o. Z.
  12. 12. Zahnriemenkurve mit unter- oder über der Bahn angeordneten Motoren, wobei die Kraftübertragung durch zwei zusätzliche längere Zahnriemen erfolgt, für aussen- und innenliegende Antriebe o. Z.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com