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Dokumentenidentifikation DE10128426A1 19.12.2002
Titel Aufspulmaschine
Anmelder Barmag AG, 42897 Remscheid, DE
Erfinder Kudrus, Heiner, 25355 Barmstedt, DE
DE-Anmeldedatum 12.06.2001
DE-Aktenzeichen 10128426
Offenlegungstag 19.12.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.12.2002
IPC-Hauptklasse B65H 54/22
IPC-Nebenklasse B65H 54/54   B65H 67/048   
Zusammenfassung Es ist eine Aufspulmaschine beschrieben, die einen beweglichen Spindelträger und zumindest eine an dem Spindelträger drehbar gelagerte Spulspindel aufweist. Am freien Ende der Spulspindel ist ein Haltearm angeordnet, der mit einem Ende (Lagerende) schwenkbar an einem Maschinengestell gelagert ist und mit dem gegenüberliegenden Ende (Stützende) an der freien Stirnseite der Spulspindel ankuppelbar ist. Erfindungsgemäß wird das Lagerende des Haltearms abwechselnd beweglich oder geklemmt an dem Maschinengestell gehalten, so daß das Stützende des Haltearms gemeinsam mit der angekuppelten Spulspindel auf einer durch den Spindelträger bestimmten Führungsbahn führbar ist. Damit ist eine vom Spulenzuwachs abhängige Abweichungsbewegung der Spulspindel während des Aufwickelns möglich, ohne die Ankopplung des Haltearms zu lösen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Aufspulmaschine zum Aufwickeln von mehreren kontinuierlich zulaufenden Fäden gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie ein Verfahren zum Betreiben einer derartigen Aufspulmaschine gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 11.

Eine gattungsgemäße Aufspulmaschine ist beispielsweise aus der DE 41 33 232 bekannt.

Derartige Aufspulmaschinen werden insbesondere in Spinnanlagen zum Aufwikkeln von frisch gesponnenen multifilen Fäden zu Spulen eingesetzt. Die Spulen werden auf Spulhülsen gewickelt, die hintereinander auf einer lang auskragenden Spulspindel gespannt sind. Die Spulspindel wird rotierend angetrieben, so daß die Fäden gleichmäßig zu Spulen gewickelt werden. Aufgrund der Vielzahl gleichzeitig aufzuwickelnder Fäden sowie der immer höher werdenden Fadenlaufgeschwindigkeiten werden die physikalischen und mechanischen Anforderungen der einseitig gelagerten Spulspindel immer höher. Zur Stabilisierung und insbesondere zur Schwingungsdämpfung weist die bekannte Aufspulmaschine am freien Ende der Spulspindel einen Haltearm auf, der mit einem Ende mit der Spulspindel kuppelbar ist und mit dem gegenüberliegenden Ende schwenkbar mit einem Maschinengestell verbunden ist. Damit ist die Möglichkeit gegeben, eine Biegung der Spulspindel aufgrund der zunehmenden Gewichtsbelastung durch die Spulenpackung, insbesondere am Ende der Spulreise, zu verhindern.

Bei der bekannten Aufspulmaschine ist die Spulspindel an einem beweglichen Spindelträger gelagert, der die Spulspindel zwischen einer Betriebsstellung und einer Wechselstellung auf eine Führungsbahn führt. In der Betriebsstellung, in welcher der Haltearm mit der Spulspindel koppelbar ist, verharrt der Spindelträger in seiner Position. Um den wachsenden Spulendurchmesser zu ermöglichen, werden die den Spulen vorgeordneten Aggregate wie Andrückwalze, Changiereinrichtung und Fadenführer mittels eines Schlittens verfahren. Dabei bleibt der Haltearm und die Spulspindel während des Aufwickelns der Fäden in einer festen Position stehen.

Durch die verfahrbaren Aggregate tritt jedoch bei derartigen Aufspulmaschinen das Problem auf, daß die Fadenzuführung während des Aufwickelns ungleichmäßig ist. Zudem erfordern derartige Aufspulmaschinen einen wesentlich größeren Bauraum. Demgegenüber sind Aufspulmaschinen bekannt, bei welchen der Spindelträger während des Aufwickelns des Fadens in Abhängigkeit vom Zuwachs der Spulen bewegt wird. Die Bewegung des Spindelträgers führt jedoch dazu, daß sich das freie Ende der Spulspindel in seiner Position relativ zum Maschinengestell ständig verändert und somit eine starre Ankopplung an dem Maschinengestell nicht möglich ist.

Aus der DE 199 00 626 A1 ist eine Aufspulmaschine bekannt, bei welcher die Anbindung durch zwei Kupplungselemente erfolgt, die eine Relativbewegung zwischen dem Maschinengestell und dem freien Ende der Spulspindel ermöglichen. Eine starre Kopplung zwischen dem freien Ende der Spulspindel und einem Maschinengestell läßt sich damit jedoch nur bedingt erreichen.

Demgemäß ist es Aufgabe der Erfindung, eine Aufspulmaschine der eingangs genannten Art derart auszubilden, daß während des Aufwickelns der Fäden im wesentlichen keine schädlichen Vibrationen an der Spulspindel wirksam werden, ohne dabei die erforderliche Ausweichbewegung der Spulspindel während des Aufwickelns zu behindern.

Diese Aufgabe wird durch eine Aufspulmaschine mit den Merkmalen nach Anspruch 1 sowie durch ein Verfahren zum Betreiben einer derartigen Aufspulmaschine nach Anspruch 12 gelöst.

Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Unteransprüchen definiert.

Die Erfindung zeichnet sich dadurch aus, daß trotz der für die Ausweichbewegung der Spulspindel erforderliche Beweglichkeit eine Abstützung des freien Endes der Spulspindel bei starrer Ankopplung an einem Maschinengestell möglich ist. Hierzu wird das Lagerende des Haltearms abwechselnd beweglich oder fest an dem Maschinengestell gehalten. Der an dem freien Ende der Spulspindel angekuppelte Haltearm wird erfindungsgemäß in zwei verschiedenen Betriebszuständen gehalten. In einem ersten Betriebszustand ist der Haltearm derart beweglich mit dem Maschinengestell verbunden, daß das Stützende des Haltearms gemeinsam mit der angekuppelten Spulspindel auf der durch den Spindelträger definierten Führungsbahn führbar ist. In einem zweiten Betriebszustand ist der Haltearm geklemmt an dem Maschinengestell gehalten, so daß die Abstützung an dem freien Ende der Spulspindel voll wirksam wird. In dieser Phase ist ein maximales Maß an Schwingungsdämpfung an der Spulspindel wirksam. Bei geklemmtem Haltearm wird jede Bewegungsenergie vernichtet und kann somit nicht zum Aufbau von Schwingungen führen. Die Betriebszustände des Haltearms treten wechselweise auf, wobei der Betriebszustand mit frei beweglichem Haltearm nur sehr kurzzeitig stattfindet, um die erforderliche Ausweichbewegung der Spulspindel ausführen zu können.

Bei einer besonders vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist am Lagerende des Haltearms ein Klemmaktor vorgesehen. Damit läßt sich der Haltearm gegenüber dem Maschinengestell mit sehr kurzen Reaktionszeiten festklemmen. Als Klemmaktoren können hierbei elektromechanische, pneumatische oder hydraulische Bremsmittel eingesetzt werden, die es ermöglichen, den Haltearm gegenüber dem Maschinengestell festzusetzen.

Um während der gelösten Phase des Haltearms möglichst jeder beliebigen durch den Spindelträger definierten Führungsbahn der Spulspindel folgen zu können, ist gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung das Lagerende des Haltearms als eindrehbares Schubgelenk ausgebildet. Damit können beliebige Längenveränderungen zwischen dem freien Ende der Spulspindel und dem maschinenseitigen Lagerende des Haltearms realisiert werden.

Das drehbare Schubgelenk könnte hierbei durch ein in dem Haltearm angebrachtes Langloch und einen an dem Maschinengestell drehbar gelagerten Gleitstein gebildet sein, wobei der Haltearm über das Langloch am Gleitstein geführt ist.

Bei einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung sind der Klemmaktor und das Schubgelenk derart miteinander integriert, daß der Gleitstein durch den Klemmaktor zwischen einer Klemmposition und einer Betriebsposition verstellbar ist. Der Gleitstein weist einen Klemmkragen auf, der in der Klemmposition des Gleitsteins zum Klemmen des Haltearms führt.

Um möglichst zwischen dem Spindelträger und dem Haltearm eine synchrone Betriebsweise zu erreichen, wird gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung vorgeschlagen, den Drehantrieb des Spindelträgers und den Klemmaktor des Haltearms wechselweise zu aktivieren, so daß Antriebsverluste sowie überlappende Aktivierungen des Drehantriebs und des Klemmaktors vermieden werden.

Bei der Ankopplung des Haltearms an das freie Ende der Spulspindel muß gewährleistet sein, daß die zum Aufwickeln der Fäden erforderliche Drehbewegung der Spulspindel nicht behindert und ohne größere Reibung ausführbar ist. Hierzu wird gemäß der vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung nach Anspruch 7 vorgeschlagen, einen Zentrierdorn am Stützende des Haltearms vorzusehen, welcher mittels eines Hubaktors mit einem entsprechenden Gegenstück am freien Ende der Spulspindel kuppelbar ist. Der Zentrierdorn ist hierbei vorzugsweise reibungsarm drehend gelagert, so daß keine wesentlichen Reibkräfte durch den Antrieb der Spulspindel zu überwinden sind.

Die erfindungsgemäße Aufspulmaschine läßt sich gemäß der Weiterbildung nach Anspruch 8 derart ausführen, daß ein Schwenkaktor an dem Haltearm vorgesehen ist, durch welchen das Stützende des Haltearms zwischen einer Ruheposition seitlich neben dem Spindelträger und einer Betriebsstellung zur Ankupplung an das freie Ende der Spulspindel schwenkbar ist. Somit ist nach Fertigstellung der Spulen ein Wechsel der Vollspulen gegen neue Hülsen durch einfaches Abziehen und Aufstecken möglich.

Um einen kontinuierlichen Prozeßverlauf beim Aufspulen der Fäden zu erhalten, ist die Aufspulmaschine mit zwei Spulspindeln gemäß Anspruch 9 bestückt, die an dem als Spulrevolver ausgebildeten Spindelträger versetzt zueinander angeordnet sind. Der Spulrevolver ist mit einem Drehantrieb gekoppelt. Hierbei wird jeweils die in dem Spulbereich befindliche Spulspindel am freien Ende mit dem Haltearm gekoppelt. Gleichzeitig befindet sich die zweite Spulspindel in einem Wechselbereich, in dem die vollen Spulen abgezogen werden können. Während der Aufwicklung wird die in dem Spulbereich geführte Spulspindel an ihrer freien Stirnseite durch den Haltearm gestützt.

Um eine möglichst kompakte und kurze Anbindung des freien Endes der Spulspindel zu realisieren, ist gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung der Haltearm am freien Ende eines Changierträgers angeordnet, welcher sich im wesentlichen parallel zur Spulspindel erstreckt und auskragend an dem Maschinengestell befestigt ist.

Das erfindungsgemäße Verfahren zum Betreiben einer derartigen Aufspulmaschine zeichnet sich dadurch aus, daß in hohem Maße das Auftreten von Schwingungen an der Spulspindel verhindert wird. Die abwechselnd eingestellten Betriebszustände des Haltearms könnten hierbei impulsartig aufeinander folgen, so daß eine quasi kontinuierliche Bewegung des Spindelträgers möglich wäre.

Es ist jedoch besonders vorteilhaft, die Betriebszustände in Stufen nacheinander auszuführen, so daß längere Phasen eintreten, in welchen die Spulspindel an dem Spindelträger ortsfest gehalten wird und währenddessen der Haltearm an dem Maschinengestell geklemmt ist. Während dieser Phase könnte ein begrenzter Spulenzuwachs durch eine Ausweichbewegung einer am Umfang der Spulen anliegenden Andrückwalze gewährleistet sein. Die Phasen, in denen der Antrieb des Spindelträgers aktiviert wird, um die Ausweichbewgung der Spulspindel auszuführen, werden dagegen möglichst kurz gehalten. In dieser Phase ist der Haltearm beweglich an dem Maschinengestell gehalten.

Die erfindungsgemäße Aufspulmaschine sowie ihre Vorteile sind unter Hinweis auf die beigefügten Zeichnungen näher beschrieben.

Es stellen dar:

Fig. 1 schematisch eine Vorderansicht einer erfindungsgemäßen Aufspulmaschine;

Fig. 2 schematisch eine Seitenansicht der Aufspulmaschine aus Fig. 1;

Fig. 3 schematisch ein Ausführungsbeispiel des Haltearms der Aufspulmaschine nach Fig. 1;

Fig. 4 schematisch die Seitenansicht der Aufspulmaschine aus Fig. 2 in verschiedenen Betriebszuständen der Aufspulmaschine.

In Fig. 1 und 2 ist schematisch ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Aufspulmaschine gezeigt. Die nachfolgende Beschreibung gilt für beide Figuren, insoweit kein anderer Bezug genommen ist.

Die Aufspulmaschine ist in einer Vorderansicht in Fig. 1 und einer Seitenansicht in Fig. 2 dargestellt. In einem Maschinengestell 1 ist ein beweglicher Spindelträger 11 drehbar gelagert. Der Spindelträger 11 ist bei diesem Ausführungsbeispiel als ein Spulrevolver ausgebildet. Der Spindelträger 11 ist mit einem Drehantrieb 6 verbunden und kann mittels des Drehantriebs 6 zu Drehbewegung, vorzugsweise im Uhrzeigersinn, bewegt werden. An dem Spindelträger 11 sind zwei Spulspindeln 2 und 3 um 180° versetzt zueinander auskragend drehbar gelagert. Die Spulspindel 2 wird hierbei mittels dem Spindelmotor 4 angetrieben, der in axialer Verlängerung zur Spulspindel 2 am Spindelträger 11 angebracht ist. Die Spulspindel 3 ist mit dem Spindelmotor 5 gekoppelt, der ebenfalls in axialer Verlängerung zu der Spulspindel 3 am Spindelträger 1 I angebracht ist. Auf der Spulspindel 2 werden die Spulen 8 gewickelt, wobei die Spulspindel 2 durch den Spindelträger 11 auf einer Führungsbahn 29 in Abhängigkeit von dem Spulenzuwachs der Spulen 8 geführt wird. Insgesamt werden sechs Spulen gleichzeitig auf der Spulspindel 2 gewickelt. Die Anzahl der Wickelstellen ist beispielhaft. Die Aufspulmaschine kann bis zu zehn Wickelstellen aufweisen. Hierzu läuft in jeder Wickelstelle ein Faden 12 über einen Kopffadenführer (hier nicht dargestellt) zu einer Changiereinrichtung 10. Die Changiereinrichtungen 10 werden von einem Changierträger 7 gehalten. Der Changierträger 7 ist auskragend fest mit dem Maschinengestell 1 verbunden und erstreckt sich im wesentlichen parallel zu der Spulspindel 2. Im Fadenlauf unterhalb der Changiereinrichtungen 10 ist eine Andrückwalze 9 angeordnet. Die Andruckwalze 9 ist in einem Schwenkarm 18 gelagert. Der Schwenkarm 18 ist über Schwenklager 19 an dem Changierträger 7 angebracht. Die Andrückwalze 9 liegt auf der Spulenoberfläche der Spulen 8 mit einem bestimmten Anpreßdruck an. Während der Aufspulung wird der Spindelmotor 4 derart geregelt, daß die Umfangsgeschwindigkeit der Spulen 8 konstant bleibt. Hierzu wird die Drehzahl der Andrückwalze 10 zur Regelung ständig erfaßt.

An dem freien Ende der Spulspindel 2 ist in Abstand gegenüber der Stirnseite der Spulspindel 2 ein Haltearm 15 angeordnet. Der Haltearm 15 weist ein Lagerende 16 und ein Stützende 17 auf. Das Lagerende 16 ist durch ein drehbares Schubgelenk 20 am freien Ende des Changierträgers 7 gelagert. Das Schubgelenk 20 wird hierbei durch ein im Haltearm 15 eingebrachtes Langloch 21 und einen Gleitstein 22 gebildet. Der Gleitstein 22 ist in einem Klemmaktor 24 gehalten, der an dem freien Ende des Changierträgers 7 schwenkbar angebracht ist und hierzu mit einem Schwenkaktor 25 gekoppelt ist. Durch das drehbare Schubgelenk 20 ist der Haltearm 15 relativ zum Maschinengestell 1 in einer Ebene frei beweglich.

Der Haltearm 15 besitzt an seinem Stützende 17 einen der Stirnseite der Spulspindel 2 zugewandten Zentrierdorn 27. Der Zentrierdorn 27 ist über einen Hubaktor 28 in horizontaler Richtung verfahrbar. An dem freien Ende der Spulspindel 2 ist eine Zentrieraufnahme 26 ausgebildet, in welche der Zentrierdorn 27 einführbar ist. In Fig. 1 und 2 ist der Zentrierdorn 27 in die Zentrieraufnahme 26 durch den Hubaktor 28 eingeführt, so daß das freie Ende der Spulspindel 2 mit dem Haltearm 15 gekoppelt ist.

Die beispielhafte Ausführung des Haltearms 15 wird nachfolgend anhand der Fig. 3 näher beschrieben. Hierbei sind nur die Ihr die Funktion des Haltearms 15 und der Abstützung der Spulspindel 2 wesentlichen Bauteile dargestellt.

In Fig. 3.1 ist der Hubaktor 28 am Stützende 17 des Haltearms 15 nicht aktiviert. Der Zentrierdorn 27 verharrt in einer eingefahrenen Stellung. Der Klemmaktor 24 am Lagerende 16 des Haltearms 15 ist aktiviert und hält den Gleitstein 22 in einer Klemmposition. In der Klemmposition wird der Haltearm 15 über den Klemmkragen 23 gegenüber einer Anschlagfläche an dem Klemmaktor 24 eingeklemmt.

Um den Haltearm 15 mit dem freien Ende der Spulspindel 2 zu koppeln, wird der Hubaktor 28 aktiviert, so daß der Zentrierdorn 27 in die Zentrieraufnahme 26 eingeführt wird. Diese Situation ist in Fig. 3.2 dargestellt. Der Zentrierdorn 27 ist vorzugsweise drehbar gelagert, so daß die Drehbewegung der Spulspindel 2 ohne wesentliche Reibungsverluste ausführbar ist. Wie in Fig. 3.2 dargestellt, ist der Haltearm 15 geklemmt. In dieser Situation ist die Abstützung der Spulspindel 2 voll wirksam, so daß unerwünschte Schwingungen sowie Durchbiegungen an der Spulspindei 2 vorteilhaft verhindert werden.

In Fig. 3.3 ist die Situation dargestellt, bei welcher die Klemmung des Haltearms 15 am Lagerende 16 gelöst ist. Hierzu ist der Klemmaktor 24 aktiviert, so daß der Gleitstein 22 in einer Betriebsposition ausgefahren ist, in welcher der Haltearm 15 frei beweglich ist. In dieser Situation kann die Spulspindel 2 durch den Spindelträger 11 bewegt werden, ohne daß die Ankopplung des Haltearms 15 gelöst werden muß.

Zur Beschreibung der Funktion des Ausführungsbeispiels der erfindungsgemäßen Aufspulmaschine nach Fig. 1 und Fig. 2 ist in Fig. 4 das Ausführungsbeispiel in verschiedenen Betriebszuständen während des Aufwickelns der Fäden dargestellt.

Die Fig. 4.1 zeigt das Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Aufspulmaschine zu Beginn eines Aufwickelvorgangs. Hierzu ist die Spulspindel 2 durch den Spindelträger 11 in einem Spulbereich gehalten. Am Umfang der Spulspindel 2 sind mehrere Hülsen aufgespannt, wobei jeweils ein Faden auf einer Hülse zu einer Spule gewickelt wird. In dieser Phase befindet sich das Stützende 17 des Haltearms 15 in einer Ruheposition seitlich neben dem Spindelträger 11. Hierzu wird der Klemmaktor 24 durch den Schwenkaktor 25 ausgelenkt. Durch den in dem Langloch 21 des Haltearms 15 geführten Gleitstein wird die Drehbewegung des Klemmaktors 24 auf den Haltearm 15 übertragen. Der Haltearm 15 verharrt somit in der Ruheposition.

Um den Haltearm 15 mit dem freien Ende der Spulspindel 2 zu koppeln, wird der Schwenkaktor 25 derart aktiviert, daß das Stützende 17 fluchtend gegenüber dem freien Ende der Spulspindel geführt ist. Sobald das freie Ende der Spulspindel 2 und das Stützende 17 sich fluchtend gegenüberstehen, wird durch Aktivierung des Hubaktors 28 die Ankopplung ausgeführt. Das Aufwickeln der Spulen 8 mit der Spulspindel 2 beginnt, wie in Fig. 4.2 dargestellt.

Während des Aufwickelns der Fäden 12 zu den Spulen 8 wird der Drehantrieb 6 des Spindelträgers 11 zeitweise aktiviert, damit die Spulspindel 2 eine Ausweichbewegung ausführen kann. Hierzu wird die Spulspindel 2 auf der Führungsbahn 29 geführt. In Fig. 4.3 ist die Situation kurz vor Ende des Aufwickelvorgangs gezeigt. Während des Aufwickelns wird das Lagerende 16 durch den Klemmaktor 24 zeitweise gelöst oder geklemmt. Die Aktivierung des Klemmaktors 24 und die Aktivierung des Drehantriebs 6 sind dabei derart abgestimmt, daß bei Stillstand des Spindelträgers 11 der Haltearm 15 geklemmt ist und daß bei Bewegung des spindelträgers 11 der Haltearm 15 gelöst ist. Dieser Vorgang wiederholt sich währen der Spulreise ständig. Hierbei wird der Drehantrieb 6 des Spindelträgers 11 in Abhänigkeit von dem Spulenzuwachs gesteuert. Der Spulenzuwachs könnte hierbei beispielsweise durch die Hubbewegung der Andrückwalze 9 erfaßt und signalisiert werden. Die Signale könnten innerhalb einer Steuereinrichtung aufgenommen und zu einer Deaktivierung des Klemmaktors 24 und einer Aktivierung des Drehantriebs 6 führen. Der Drehantrieb 6 würde so lange aktiviert bleiben, bis eine durch die Hubbewegung der Andrückwalze 9 signalisierte Sollstellung erreicht ist. Bei Erreichen der Sollstellung der Andrückwalze 9 würde der Drehantrieb 6 deaktiviert und der Klemmaktor 24 aktiviert. Damit erfolgt eine erneute Klemmung des Haltearms 15.

Sobald die Spulen 8 fertig gewickelt sind, wird der Hubaktor 28 derart aktiviert, daß der Zentrierdorn 27 in eine Ruheposition zurückversetzt wird. Die Spulspindel 2 ist nicht mehr mit dem Haltearm 17 gekoppelt. Der Drehantrieb 6 des Spindelträgers 11 wird derart aktiviert, daß die Spulspindel 2 in einen Wechselbereich geführt wird und die zweite Spulspindel 3 in den Spulbereich gelangt. In dieser Phase werden die Fäden auf den Leerhülsen 14 der Spulspindel 3 gefangen und durchtrennt, so daß ein neuer Aufwickelvorgang gestartet werden kann.

Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel der Aufspulmaschine könnte die Klemmung des Haltearms auch in sehr kurzen Zeitabständen impulsartig erfolgen. Hierzu könnte der Klemmaktor 24 durch einen Impulsgeber gesteuert werden, so daß sich die Betriebszustände des Haltearms zwischen gelöst und geklemmt sehr schnell ändern, so daß eine quasi kontinuierliche Bewegung des Spindelträgers 11 zur Ausführung der Ausweichbewegung der Spulspindel 2 möglich wäre. Auch hierbei werden die unerwünschten Schwingungen durch Abstützung der Spulspindel verhindert, da im geklemmten Zustand des Haltearms jegliche Bewegungsenergie nicht wirksam wird. Bezugszeichenliste 1 Maschinengestell

2 Spulspindel

3 Spulspindel

4 Spindelmotor

5 Spindelmotor

6 Drehantrieb

7 Changierträger

8 Spule

9 Andrückwalze

10 Changiereinrichtung

11 Spindelträger

12 Faden

13 Hülse

14 Leerhülse

15 Haltearm

16 Lagerende

17 Stützende

18 Schwenkarm

19 Schwenklager

20 Schubgelenk

21 Langloch

22 Gleitstein

23 Klemmkragen

24 Klemmaktor

25 Schwenkaktor

26 Zentrieraufnahme

27 Zentrierdorn

28 Hubaktor

29 Führungsbahn


Anspruch[de]
  1. 1. Aufspulmaschine zum Aufwickeln von mehreren kontinuierlich zulaufenden Fäden (12) zu jeweils einer Spule (8) mit einer Spulspindel (2) zur Aufnahme der Spulen (8), mit einem beweglichen Spindelträger (11), an welchem die Spulspindel (2) auskragend drehbar gelagert ist und durch welchen die Spulspindel (2) auf einer Führungsbahn (29) führbar ist und mit einem Haltearm (15), welcher an einem Ende (Lagerende) (16) schwenkbar an einem Maschinengestell (1) gelagert ist und welcher mit dem gegenüberliegenden Ende (Stützende) (17) an der freien Stirnseite der Spulspindel (2) ankuppelbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Lagerende (16) des Haltearms (15) abwechselnd beweglich oder geklemmt an dem Maschinengestell (1) gehalten ist, wobei das Stützende (17) des Haltearms (15) gemeinsam mit der angekuppelten Spulspindel (2) auf der Führungsbahn (29) führbar ist.
  2. 2. Aufspulmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein Klemmaktor (24) am Lagerende (16) des Haltearms (15) vorgesehen ist, durch welchen der Haltearm (15) gegenüber dem Maschinengestell (1) klemmbar ist.
  3. 3. Aufspulmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Lagerende (16) des Haltearms (15) als ein drehbares Schubgelenk (20) ausgebildet ist und daß der Haltearm (15) im Betriebszustand bei nicht aktiviertem Klemmaktor (24) durch den Spindelträger (11) bewegbar ist.
  4. 4. Aufspulmaschine nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Schubgelenk (20) durch ein in dem Haltearm (15) eingebrachtes Langloch (21) und einen an dem Maschinengestell (1) angebrachten Gleitstein (22) gebildet ist, wobei der Haltearm (15) durch das Langloch (21) an dem Gleitstein (22) geführt ist.
  5. 5. Aufspulmaschine nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Klemmaktor (24) und das Schubgelenk (20) derart zusammenwirken, daß der Gleitstein (22) durch den Klemmaktor (24) zwischen einer Klemmposition und einer Betriebsposition verstellbar ist, wobei der Gleitstein (22) einen Klemmkragen (23) aufweist, welcher den Haltearm (15) in der Klemmposition geklemmt hält.
  6. 6. Aufspulmaschine nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Spindelträger (11) mit einem Drehantrieb (6) verbunden ist, welcher den Spindelträger (11) in Abhängigkeit eines Spulenzuwachses der Spulen (8) bewegt, und daß der Drehantrieb (6) des Spindelträgers (11) und der Klemmaktor (24) des Haltearms (15) wechselweise aktivierbar sind,
  7. 7. Aufspulmaschine nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Haltearm (15) am Stützende (17) einen Hubaktor (28) aufweist, welcher mit einem beweglich geführten Zentrierdorn (27) zur Ankopplung der Spulspindel (2) zusammenwirkt.
  8. 8. Aufspulmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß ein Schwenkaktor (25) vorgesehen ist, durch welchen das Stützende (17) des Haltearms (15) zwischen einer Ruheposition seitlich neben dem Spindelträger (11) und einer Betriebsstellung zur Ankupplung an das freie Ende der Spulspindel (2) schwenkbar ist.
  9. 9. Aufspulmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Spindelträger (11) durch einen drehbaren Spulrevolver gebildet ist, welcher insgesamt zwei Spulspindeln (2, 3) trägt und die Spulspindeln (2, 3) abwechselnd in einen Spulbereich und einen Wechselbereich führt, und daß jeweils die im Spulbereich geführte Spulspindel (2) mit dem Haltearm (15) kuppelbar ist.
  10. 10. Aufspulmaschine nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Maschinengestell (1) einen auskragenden Changierträger (7) aufweist, welcher sich im wesentlichen parallel zu der Spulspindel (2) erstreckt und welcher die Changiereinrichtung (10) trägt, und daß der Haltearm (15) am freien Ende des Changierträgers (7) angeordnet ist.
  11. 11. Verfahren zum Betreiben einer Aufspulmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 10, bei welcher mehrere Fäden zu auf einer Spulspindel aufgespannten Spulen aufgewickelt werden, wobei die Spulspindel durch einen steuerbaren Spindelträger auf einer Führungsbahn bewegt wird und wobei das freie Ende der Spulspindel während des Aufwickeln durch ein Ende (Stützende) eines schwenkbaren Haltearms gestützt wird, dadurch gekennzeichnet, daß der Haltearm abwechselnd beweglich oder geklemmt an einem Maschinengestell gehalten wird und daß das Stützende des Haltearms zu Beginn des Aufwickelns mit der Spulspindel gekuppelt wird und gemeinsam mit der Spulspindel in Abhängigkeit von dem Spulenzuwachs der Spulen auf der Führungsbahn geführt wird.
  12. 12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß während des Aufwickelns der Fäden zu den Spulen die Spulspindel diskontinuierlich auf der Führungsbahn geführt wird und daß der Haltearm diskontinuierlich zur Abstützung der Spulspindel geklemmt wird, wobei jeweils bei Stillstand des Spindelträgers der Haltearm geklemmt wird.
  13. 13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß das Bewegen des Spindelträger und das Lösen des Haltearms gleichzeitig erfolgen.
  14. 14. Verfahren nach Anspruch 11 oder 13, dadurch gekennzeichnet, daß das Stillsetzen des Spindelträgers und das Klemmen des Haltearms gleichzeitig erfolgen.
  15. 15. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß das Stützende des Haltearms zu Beginn des Aufwickelns und am Ende des Aufwickelns zwischen einer Ruheposition und einer Betriebsposition verschwenkt wird.






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