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Dokumentenidentifikation DE10128775A1 19.12.2002
Titel Verfahren zum Reinigen und/oder Glätten von Kleidungsstücken und Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens
Anmelder Herbertz, Heinz, 40882 Ratingen, DE
Erfinder Herbertz, Heinz, 40882 Ratingen, DE
DE-Anmeldedatum 13.06.2001
DE-Aktenzeichen 10128775
Offenlegungstag 19.12.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.12.2002
IPC-Hauptklasse D06F 71/18
IPC-Nebenklasse D06F 71/34   D06F 73/00   D06F 71/40   
Zusammenfassung Bei den bekannten Verfahren werden die Kleidungsstücke zum Glätten auf Dämpfpuppen, Hosentoppern und gleichartigen Vorrichtungen mit Klemmleisten an mehreren Stellen befestigt und dann mit Dampf und Heißluft behandelt. Das erfindungsgemäße Verfahren schlägt vor, die Kleidungsstücke auf Kleiderhaltern auszubreiten, die Kleiderhalter in einer drehbaren Trommel zu plazieren und bei sich drehender Trommel Luft in die Kleidungsstücke zu fördern. Das erspart die Befestigung mittels Klemmleisten. Während die Trommel sich wechselweise mit niedrigen und hohen Geschwindigkeiten dreht, werden Behandlungsmittel wie Kohlenwasserstoff-Lösungsmittel oder Waschflotte und Spülflotte im Umwälzverfahren auf die Kleidungsstücke gesprüht. Da bei niedrigen Drehzahlen viel Flüssigkeit aufgenommen und bei hohen Drehzahlen abgegeben wird, erfolgt ein schonendes Reinigen, vergleichbar mit der Handwäsche von Wollsachen, die mehrmals in Lauge eingetaucht und ausgedrückt werden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Reinigen und Glätten von Kleidungsstücken und eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens. Die Erfindung kann auch zum Glätten bereits gereinigter Kleidungsstücke angewandt werden. Dabei wird in die auf Kleiderhaltern ausgebreitete Kleidungsstücke Luft gefördert.

Es ist allgemein bekannt, Kleidungstücke zum Glätten über Dämpfpuppen zu ziehen, Ärmel, Hosenbeine und Säume mit Hilfe von Klemmleisten zu befestigen und anschließend das Innere der Kleidungsstücke mit Dampf und Warmluft zu beaufschlagen. Durch die Europäische Patentanmeldung EP 0 926 293 A1 ist bekannt, durch Halteelemente und Klemmleisten Oberhemden in eine glättegerechte Position zu bringen und dann von innen mit Dampf und Warmluft zu behandeln.

Bei den bekannten Vorrichtungen ist es mit viel Arbeitsaufwand verbunden und es ist einige Geschicklichkeit der Bedienungsperson erforderlich, die Kleidungsstücke in die richtige Position zu bringen und die Befestigungselemente zu bedienen. Die Klemmleisten können auf den Kleidungsstücke Druckstellen hinterlassen und diese Stellen müssen nachträglich gebügelt werden.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde ein Verfahren und eine Vorrichtung zu schaffen, welche das Reinigen und Glätten von Kleidungsstücken mit wesentlich geringerem Arbeitsaufwand ermöglicht.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Kleiderhalter in einer drehbaren Trommel plaziert werden und bei sich drehender Trommel Luft in die Kleidungsstücke geblasen wird.

Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, daß die Kleidungsstücke, insbesondere Ärmel und Hosenbeine durch den Druck der eintretenden Luft gestreckt, durch die Fliehkraft gegen die Trommelwand gedrückt und derart geglättet werden. Zum Glätten ist Druck und Wärme erforderlich, die Kleidungstücke und die Trommelwand können durch die Luft erwärmt der erforderliche Druck durch die Fliehkraft erzeugt werden, so daß die Bearbeitung der Kleidungstücke ohne besonderen Arbeitsaufwand der Bedienungsperson erfolgt.

Dabei ist es besonders vorteilhaft, nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung die Trommel wechselweise mit hohen und niedrigen Drehzahlen anzutreiben, weil dadurch die Wirkung des Streckens durch die eintretende Luft und anschließendes Festhalten durch die Fliehkraft optimiert werden kann.

Durch das erfindungsgemäße Verfahren können die Kleidungsstücke nicht nur geglättet, sondern auch gereinigt werden, indem durch Pumpen oder Sprühen während des Schleuderns bei wechselnden Drehzahlen Behandlungsmittel, beispielsweise Kohlenwasserstoff- Lösungsmittel aufgebracht werden.

Das erfindungsgemäße Verfahren ist besonders für Naßreinigung geeignet, wobei Waschflotten im Umwälzverfahren auf die Kleidungstücke gefördert werden. Oberbekleidung, die häufig einen hohen Wollanteil besitzt und daher sehr empfindlich ist, wird ohne Stauchen und Reiben naß gereinigt, indem man Wollsachen mehrmals in Lauge eintaucht und ausgedrückt, vergleichbar mit dem Waschen von Wollsachen per Hand. Dies geschieht erfindungsgemäß durch den Wechsel zwischen niedrigen Drehzahlen, bei denen die Kleidungsstücke viel Waschflotte, und hohen Drehzahlen bei denen die Kleidungsstücke wenig Waschflotte aufnehmen.

Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens sind die Kleiderhalter als Hohlkörper mit Löchern und/oder Schlitzen ausgebildet und an Ventilatoren angeschlossen, welche kalte und auch warme Luft in das Innere der Kleidungsstücke blasen, wodurch die Kleidungsstücke gestreckt und nach einem Reinigungsvorgang getrocknet werden. Nachdem die Kleiderhalter in der Trommel plaziert sind, drehen sie sich mit der Trommelgeschwindigkeit.

Es sind verschiedene Typen von Kleiderhaltern vorgesehen bei einem Typ sind die Kleidungstücke wie auf einem Kleiderbügel aufgehängt, bei dem anderen Typ Hosen und auch andere Kleidungstücke, von unten aufgezogen und durch Vakuum festgehalten.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt. Es zeigen:

Fig. 1 einen Schnitt durch die erfindungsgemäße Maschine;

Fig. 2 einen Teilschnitt in Längsrichtung;

Fig. 3 einen Teilschnitt in Querrichtung.

Fig. 1 zeigt ein Gehäuse 1 mit der Trommel 2, welche in einer Lagerung 3 drehbar, von einem Motor 4 über einen Riementrieb 5 angetrieben wird. Der Kleiderhalter 6 ist hohl, hat Löcher 7, 8, ist durch einen Ausschnitt 9 im Mantel der Trommel 2 zugänglich und durch ein Rohr 10 mit einer Hohlwelle 11 der Lagerung 3 schwenkbar verbunden. In diese Hohlwelle 11 führt ein Stutzen 12, durch die in einem Wärmetauscher 13 erwärmte und von einem Ventilator 14 geförderte Luft zugeführt wird. Am Stutzen 12 ist ein Anschluß 15 für die Zufuhr von flüssigen Behandlungsmitteln und für die Vakuumpumpe 16 vorgesehen. Die Reinigungstrommel 2 ist konisch ausgeführt und besitzt im Bereich ihres größten Durchmessers Löcher 17 zur Abfuhr der Behandlungsmittel in eine Auffangschale 18 mit einem Ablauf 19. Die Lagerung 3 sitzt auf Schwingmetallen 20 am Grundrahmen 21. Das Gehäuse 1 besitzt einen Ablaufstutzen 22 und der Wärmetauscher einen Schieber 23.

Auf Fig. 2 und 3 ist ein Kleiderhalter 24 mit Löchern 25, 26 dargestellt, welcher durch ein Rohr 27 mit der Hohlwelle 11 verbunden ist.

Die Wirkungsweise ist folgende:

Nachdem der Kleiderhalter 6 vor den Ausschnitt 9 der Reinigungstrommel 2 plaziert und beispielsweise mit einer Jacke behängt ist, führt man den Kleiderhalter 22 vor den Ausschnitt 9 und zieht ein Kleidungsstück beispielsweise eine Hose von unten darüber, die bei eingeschaltetem Vakuumerzeuger 16 festgehalten wird. Dann wird das Gehäuse 1 verschlossen und die Inbetriebnahme erfolgt durch einen Druckknopf oder nach Münzeinwurf Der Motor 4 der Trommel 2 und der Ventilator 14 sind dann eingeschaltet und der Vakuumerzeuger 16 ausgeschaltet. Der in die Ärmel und Hosenbeine geleitete Luftstrahl streckt diese und die Zentrifugalkraft hält sie dann fest. Die konische Form der Trommel 2 bewirkt außerdem ein Strecken und Informbringen der Kleidungsstücke. Dann erfolgt die Beaufschlagung mit Behandlungsmittel, beispielsweise mit Waschflotte und Spülflotte im Umwälzverfahren, wobei die Drehzahl der Trommel 2 mehrfach erhöht und verringert wird und zum Schluß das Abschleudern sowie das Trocknen durch im Wärmetauscher 13 erhitzte und in die Kleidungsstücke geleitete Luft. Zusätzlich kann die Trommelwand während der Drehung durch Strahlung erhitzt werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Glätten von Kleidungsstücken, bei welchem in die auf Kleiderhaltern ausgebreiteten Kleidungsstücke Luft gefördert wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Kleiderhalter in einer drehbaren Trommel plaziert werden und bei sich drehender Trommel Luft in die Kleidungsstücke geblasen wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Trommel wechselweise mit hohen und niedrigen Drehzahlen angetrieben wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Kleidungsstücke während des Schleuderns bei wechselnden Drehzahlen, mit Behandlungsmittel beaufschlagt werden.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1, 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Behandlungsmittel Waschflotten sind, welche im Umwälzverfahren auf die Kleidungsstücke gefördert werden.
  5. 5. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kleiderhalter (6, 24) als Hohlkörper mit Löchern und/oder Schlitzen (7, 8, 25, 26)ausgebildet und an Ventilatoren (13) anschließbar sind.
  6. 6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Kleiderhalter (6, 24) an Vakuumerzeugern (16) anschließbar sind.
  7. 7. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Trommel (2) eine Öffnung (9) besitzt, deren Größe zum Einbringen der Kleidungsstück ausreicht.
  8. 8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Kleiderhalter (6, 24) in der Trommel (2) derart schwenkbar angeordnet sind, daß sie wahlweise vor die Öffnung (9) geführt werden können.
  9. 9. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, Kleiderhalter (6) mit Luftzuführung von unten und Kleiderhalter (24) mit Luftzuführung von oben ausgerüstet werden.
  10. 10. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Ventilator (14) die Luft über den Stutzen (12) in die Hohlwelle (11) der Lagerung (3) fördert, in welche das mit dem Kleiderhalter (6) verbundene Rohr (10), schwenkbar angeordnet ist.
  11. 11. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Richtung der Ärmel angeordneten Löcher und/oder Schlitze (7) eine größere Gesamtfläche besitzen als die Löcher und/oder Schlitze (8) im übrigen Bereich des Kleiderhalters (6).
  12. 12. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die in Richtung der Hosenbeine angeordneten Löcher und/oder Schlitze (25) eine größere Gesamtfläche besitzen als Löcher und/oder Schlitze (26) im übrigen Bereich des Kleiderhalters (24).
  13. 13. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Trommel (2) einen kegelförmigen Mantel aufweist und die Kleiderhalter (6, 24) im Bereich der kleineren Durchmesser plaziert werden.
  14. 14. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß an dem kegelförmigen Mantel der Trommel (2) Löcher und/oder Schlitze (17) im Bereich des größten Durchmessers angeordnet sind.
  15. 15. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Trommel (2) schwingend gelagert ist.






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