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Dokumentenidentifikation DE10227315A1 02.01.2003
Titel Mechanik für Tastenmusikinstrumente
Anmelder Kabushiki Kaisha Kawai Gakki Seisakusho, Hamamatsu, Shizuoka, JP
Erfinder Yoshisue, Kenji, Hamamatsu, Shizuoka, JP;
Koyama, Yozo, Hamamatsu, Shizuoka, JP
Vertreter Grünecker, Kinkeldey, Stockmair & Schwanhäusser, 80538 München
DE-Anmeldedatum 19.06.2002
DE-Aktenzeichen 10227315
Offenlegungstag 02.01.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.01.2003
IPC-Hauptklasse G10C 1/00
Zusammenfassung Eine Mechanik für Tastenmusikinstrumente, bei der verhindert wird, daß Mechanikteile, die aus einem Kunstharz hergestellt sind, elektrisch aufgeladen werden, um Verschmutzungen aufgrund von Staub und Mikropartikeln, die sich in der Luft befinden und durch statische Elektrizität angezogen werden, verschmutzt werden. Die Mechanik umfaßt mehrere Mechanikteile einschließlich eines Hammers, die miteinander gekoppelt sind. Die Mechanik wird in Reaktion auf das Niederdrücken einer Taste betätigt, wodurch der Hammer schwenkt und eine Saite anschlägt. Wenigstens eines der mehreren Mechanikteile ist aus einem Kunstharz hergestellt und ist auf wenigstens einer seiner Oberflächen elektrisch leitfähig.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Mechanik für Tastenmusikinstrumente, die in Reaktion auf das Niederdrücken einer zugeordneten Taste einen Hammer schwenkt, der seinerseits eine Saite anschlägt.

Eine Mechanik für Tastenmusikinstrumente ist so beschaffen, daß sie in Reaktion auf das Niederdrücken einer zugeordneten Taste einen Hammer schwenkt, der seinerseits eine Saite anschlägt. Eine Mechanik für einen Flügel besitzt Mechanikteile, die eine auf dem hinteren Abschnitt eines Tastenhebels getragene Wippe, die eine Schwenkbewegung um das hintere Ende der Taste ausführt, einen Repetierschenkel, der an der Wippe schwenkbar befestigt ist, einen Stößer und dergleichen umfassen.

Wenn die Taste aus einem unbelasteten oder freien Zustand niedergedrückt wird, wird die Wippe hochgehoben, wodurch der Repetierschenkel und der Stößer gemeinsam nach oben bewegt werden. In Verbindung mit den Schwenkbewegungen dieser Teile schiebt der Stößer einen Hammer nach oben, der seinerseits nach oben schwenkt und eine über dem Hammer angeordnete Saite anschlägt.

In den letzten Jahren werden für die Mechanik eines Tastenmusikinstruments zunehmend aus Kunstharz hergestellte Teile verwendet. Der Grund hierfür besteht darin, daß die aus Kunstharz hergestellten Teile im Vergleich zu den aus Holz hergestellten Teilen mit höherer Genauigkeit bei geringeren Kosten bearbeitet werden können und daß sich ihre Abmessungen und ihr Gewicht in Abhängigkeit von Umgebungsänderungen wie etwa einer Luftfeuchtigkeitsänderung kaum verändern.

Wenn jedoch die obengenannten herkömmlichen Teile, die aus Kunstharz hergestellt sind, für eine Mechanik verwendet werden, hat die Bewegung der Mechanik zur Folge, daß die Mechanikteile aneinander reiben und elektrisch aufgeladen werden, wodurch statische Elektrizität erzeugt wird. Da das Kunstharz ein Isoliermaterial ist, bleibt die statische Elektrizität, sobald sie einmal erzeugt worden ist, unverändert bestehen. Die statische Elektrizität zieht Staub, andere Mikropartikel und dergleichen, die sich in der Luft befinden, an, wodurch die Mechanikteile verschmutzt werden. Insbesondere in dem Bereich, in dem die Mechanik untergebracht ist, reibt ein Hammerfilz an einer Saite, wodurch Mikropartikel erzeugt werden, die die Mechanik für Verschmutzung, Fehlfunktion, verringerte Lebensdauer und dergleichen anfälliger macht.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, das obenerwähnte Problem zu lösen und eine Mechanik für Tastenmusikinstrumente zu schaffen, bei der eine elektrische Aufladung von aus Kunstharz hergestellten Mechanikteilen verhindert werden kann, wodurch eine Verschmutzung aufgrund von in der Luft enthaltenem Staub und in der Luft enthaltenen Mikropartikeln, die durch die statische Elektrizität zu den Mechanikteilen angezogen werden, restlos beseitigt werden kann.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch eine Mechanik für Tastenmusikinstrumente nach Anspruch 1. Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.

Die erfindungsgemäße Mechanik für Tastenmusikinstrumente ist so beschaffen, daß sie in Reaktion auf das Niederdrücken einer Taste über mehrere Mechanikteile einen Hammer schwenkt, so daß der Hammer an der Saite anschlägt. Da wenigstens eines der mehreren Mechanikteile aus einem Kunstharz hergestellt ist und auf wenigstens einer Oberfläche elektrisch leitfähig ist, kann die statische Elektrizität, die durch die aneinander reibenden Mechanikteile erzeugt wird, wenn die Mechanik betätigt wird, sofort abgeführt werden, so daß eine elektrische Aufladung der Mechanikteile verhindert wird. Dadurch wird verhindert, daß die Mechanikteile aufgrund von Staub und Mikropartikeln, die sich in der Luft befinden und von statischer Elektrizität angezogen würden, verschmutzen. Folglich können bei der Mechanik der Erfindung Fehlfunktionen und eine verringerte Lebensdauer verhindert werden.

Da in der Mechanik nach Anspruch 2, die eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung darstellt, wenigstens ein Mechanikteil auf einer seiner Oberflächen mit einer antistatischen Beschichtung versehen ist, kann eine elektrische Aufladung der Mechanikteile verhindert werden, weil die statische Elektrizität längs der elektrisch leitenden Fläche abgeführt wird. Somit kann die obenerwähnte Wirkung der Erfindung lediglich durch Aufbringen der antistatischen Beschichtung beispielsweise auf die Oberfläche eines gewöhnlichen Kunstharzes, das seinerseits nicht elektrisch leitend ist, erzielt werden.

In der Mechanik nach Anspruch 3, die eine weitere bevorzugte Ausführungsform der Erfindung darstellt, wird die antistatische Beschichtung durch Eintauchen aufgebracht, wodurch die Oberfläche des Mechanikteils mit der antistatischen Beschichtung vollständig beschichtet werden kann, ohne daß Abschnitte unbeschichtet bleiben, wie dies beim Aufbringen einer Beschichtung durch Streichen mit einer Bürste der Fall sein könnte, so daß die elektrische Aufladung restlos verhindert werden kann. Weiterhin kann die antistatische Beschichtung einfacher als durch Streichen mit einer Bürste aufgebracht werden.

Bei der Mechanik nach Anspruch 4, die eine nochmals weitere bevorzugte Ausführungsform der Erfindung darstellt, kann die elektrische Aufladung durch Abscheiden eines elektrisch leitenden Metalls auf der Oberfläche des wenigstens einen Mechanikteils verhindert werden. Da ferner ein Trocknungsschritt nicht erforderlich ist, wie er bei der Aufbringung der antistatischen Beschichtung notwendig wäre, kann der für die Herstellung erforderliche Prozeß verkürzt werden.

Da in der Mechanik nach Anspruch 5, die eine nochmals weitere bevorzugte Ausführungsform der Erfindung darstellt, das wenigstens eine Mechanikteil selbst aus einem elektrisch leitenden Kunstharz hergestellt ist, kann die antistatische Wirkung bereits ohne die Schritte des Aufbringens einer antistatischen Beschichtung, des Abscheidens eines elektrisch leitenden Metalls und dergleichen nach dem Gießen erhalten werden.

Da in der Mechanik nach Anspruch 6, die eine nochmals weitere bevorzugte Ausführungsform der Erfindung darstellt, eine Verbindung zwischen den mehreren Mechanikteilen elektrisch leitend ist und das wenigstens eine Mechanikteil mit einem Masseteil verbunden ist, kann die in einem Mechanikteil erzeugte statische Elektrizität über diese Verbindung und andere Mechanikteile zum Masseteil sofort und restlos abgeführt werden, wodurch die Verhinderung einer elektrischen Aufladung der Mechanikteile gewährleistet ist.

Im allgemeinen enthält eine Mechanik für Tastenmusikinstrumente ein Buchsengewebe, das um eine Verbindung von Mechanikteilen gewickelt ist, um Verschleiß und Geräusche zu verhindern. Daher kann in der Mechanik nach Anspruch 7, die eine nochmals weitere bevorzugte Ausführungsform der Erfindung darstellt, das vorhandene Buchsengewebe verwendet werden und elektrisch leitend ausgebildet werden, um die obengenannte Wirkung einer Verhinderung einer elektrischen Aufladung einfach zu schaffen.

In der Mechanik nach Anspruch 8, die eine nochmals weitere bevorzugte Ausführungsform der Erfindung darstellt, ist die elektrische Leitfähigkeit für das Buchsengewebe einfach durch Imprägnieren des Buchsengewebes mit einem antistatischen Mittel sichergestellt.

In der Mechanik nach Anspruch 9, die eine nochmals weitere bevorzugte Ausführungsform der Erfindung darstellt, ist das Buchsengewebe selbst aus einem elektrisch leitenden Fasermaterial hergestellt, so daß die elektrische Leitfähigkeit für das Buchsengewebe bereits ohne Imprägnierung mit einem antistatischen Mittel sichergestellt ist.

Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung werden deutlich beim Lesen der folgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen, die auf die Zeichnungen Bezug nimmt; es zeigen:

Fig. 1 eine Seitenansicht einer Flügelmechanik, die einen Hammer und eine Taste gemäß einer Ausführungsform der Erfindung umfaßt; und

Fig. 2 eine perspektivische Explosionsansicht der Mechanik nach Fig. 1.

Im folgenden wird eine Mechanik gemäß einer Ausführungsform der Erfindung mit Bezug auf die Zeichnungen beschrieben. Die Fig. 1 und 2 zeigen die Mechanik für einen Flügel gemäß dieser Ausführungsform der Erfindung. Zunächst wird darauf hingewiesen, daß die folgende Beschreibung unter der Annahme gegeben wird, daß die nahe Seite (die rechte Seite in Fig. 1) aus der Sicht eines Spielers die Vorderseite ist und die ferne Seite (die linke Seite in Fig. 1) die hintere Seite ist.

Für jede Taste 9 ist eine Mechanik 5 vorgesehen, die Mechanikteile enthält, die eine Wippe 8, einen Repetierschenkel 17, einen Stößer 6, einen Hammer 7 und dergleichen umfassen, wie in den beiden Figuren ersichtlich ist. Wie in Fig. 1 gezeigt ist, ist die Mechanik 5 an Halterungen 11 (wovon nur eine gezeigt ist) befestigt, die an den linken und rechten Endabschnitten eines (nicht gezeigten) Tastenrahmens, von dem die Taste 9 getragen wird, angeordnet sind. Eine Wippenschiene 12 und eine Hammerschaftschiene 13, die beide durch Aluminiumstrangguß hergestellt sind, erstrecken sich zwischen der linken und der rechten Halterung 11. Das hintere Ende der Wippe 8 ist an einem Wippenflansch 14 angelenkt, der mit der Wippenschiene 12 verschraubt ist. Die Wippe 8, die sich in Tiefenrichtung erstreckt, liegt auf einem Wellenkopf 15 auf, der im hinteren Abschnitt über einen Wippenansatz 8a auf der Oberseite einer entsprechenden Taste 9 angeordnet ist.

Der Repetierschenkel 17, der im Querschnitt rechtwinklig ist, erstreckt sich in Tiefenrichtung diagonal nach oben und ist im Mittelabschnitt der Wippe 8 angelenkt. Eine Schenkelschraube 27 ist in einen hinteren Endabschnitt des Repetierschenkels 17 beweglich eingeschraubt. Die Schenkelschraube 27 verläuft vertikal durch den Repetierschenkel 17 und ist mit einem Schenkelkopf 26, der sich an ihrem unteren Ende befindet, einteilig ausgebildet. Ein Stößerführungsloch 17a, das in Tiefenrichtung verläuft, ist an einer vorgegebenen Position durch einen vorderen Abschnitt des Repetierschenkels 17 vertikal ausgebildet. Der Repetierschenkel 17 ist durch eine Repetierfeder 20, die an der Wippe 8 befestigt ist, in einer Rückkehrrichtung (im Gegenuhrzeigersinn in Fig. 1) vorbelastet.

Der Stößer 6 ist L-förmig und ist aus einer Hammer-Hochschiebestange 6a, die sich vertikal erstreckt und im Querschnitt rechtwinklig ist, und aus einem Regulierungs- Kopfanschlag 6b, der sich vom unteren Ende der Hammer- Hochschiebestange 6a im wesentlichen rechtwinklig nach hinten erstreckt, gebildet. Der Stößer 6 ist an seinem Winkel am vorderen Ende der Wippe 8 angelenkt. Das obere Ende der Hammer-Hochschiebestange 6a ist mit dem Stößerführungsloch 17a des Repetierschenkels 17 in Eingriff und kann sich in Tiefenrichtung bewegen. Der Stößer 6 ist durch eine Repetierfeder 20, die den Repetierschenkel 17 vorbelastet, in eine Rückkehrrichtung (im Gegenuhrzeigersinn in Fig. 1) vorbelastet.

Eine Stößerkopfschraube 28 ist in einen Zwischenabschnitt der Hammer-Hochschiebestange 6a des Stößers 6 beweglich eingeschraubt und dient der Einstellung der Winkelposition des Stößers 6. Die Stößerkopfschraube 28 verläuft durch die Hammerhochschiebestange 6a in Tiefenrichtung. Mit einem vorderen Ende der Stößerkopfschraube 28 ist ein Stößerkopf 25 einteilig ausgebildet. Der Stößerkopf 25 schlägt an einem Löffel 29 an, der an der Wippe 8 in unbelastetem Zustand angebracht ist.

Andererseits ist an der Unterseite der Hammerschaftschiene 13 eine Regulierungsschiene 24 angeschraubt. In die Unterseite der Regulierungsschiene 24 ist ein Regulierungskopf 19 beweglich eingeschraubt, um die Aufwärtsschwenkbewegungen des Stößers 6 zu begrenzen. Der Regulierungskopf 19 befindet sich gegenüber einem vorderen Ende des Regulierungskopf-Anschlags 6b des Stößers 6, wobei dazwischen ein vorgegebener Zwischenraum vorgesehen ist.

Der Hammer 7 ist seinerseits aus einem Hammerschaft 21 aus Holz hergestellt und erstreckt sich in Tiefenrichtung, wobei am vorderen Ende des Hammerschafts 21 ein Hammerkopf 22 befestigt ist. Das Basisende des Hammerschafts 21 ist am Hammerschaftflansch 23 angelenkt, der seinerseits mittels Schrauben an der Hammerschaftschiene 13 befestigt ist. Eine Schaftrolle 18 ist beispielsweise aus einem Innengewebe und aus einer um die Außenseite des Gewebes zylindrisch gewickelten Haut gebildet und an einer vorgegebenen Position im hinteren Abschnitt der Unterseite des Hammerschafts 18 befestigt. Die Schaftrolle 18 ist in der Nähe des Stößerführungslochs 17a an der Oberseite des Repetierschenkels 17 unterstützt und überspannt das Stößerführungsloch 17a.

Wie in Fig. 2 gezeigt ist, ist die Wippe 8 mit dem Wippenflansch 14 über eine bewegliche Verbindung, die um einen dünnen Zentrierstift 3 aus Eisen zentriert ist, gekoppelt. Ebenso ist der Stößer 6 mit dem Repetierschenkel 17 über eine bewegliche Verbindung, die um einen feinen Zentrierstift 3 aus Eisen zentriert ist, gekoppelt. Um jeden Zentrierstift 3 ist ein Buchsengewebe 4 gewickelt, das die Reibung verringert und Geräusche verhindert, wenn sich diese Mechanikteile in Schwenkrichtung bewegen.

Wenn in der wie oben beschrieben beschaffenen Mechanik 5 die Taste 9 aus dem in Fig. 1 gezeigten freien Zustand niedergedrückt wird, wird die Wippe 8 über den Wellenkopf 15 nach oben geschoben, so daß sie nach oben schwenkt und eine gemeinsame Aufwärtsschwenkung des Repetierschenkels 17 und des Stößers 6, die an der Wippe 8 befestigt sind, hervorruft. Als Antwort darauf läßt der Repetierschenkel 17 die Schaftrolle 18 gleiten und schiebt den Hammer 7 über die Schaftrolle 18 nach oben, um diesen zu schwenken, so daß der Hammer 7 dazu gezwungen wird, eine darüber angeordnete (nicht gezeigte) Saite anzuschlagen.

Diese Mechanikteile, die die Mechanik 5 aufbauen, sind aus einem Kunstharz, beispielsweise aus ABS-Harz, hergestellt; eine Ausnahme bildet lediglich der Hammerschaft, der aus Holz oder dergleichen hergestellt ist.

In dieser Ausführungsform ist auf Oberflächen der aus Kunstharz hergestellten Mechanikteile also auf Oberflächen des Wippenflansches 14, der Wippe 8, des Stößers 6 und des Repetierschenkels 17, eine antistatische Beschichtung aufgebracht. Diese antistatische Beschichtung ist aus einer Lösung hergestellt, die ein ultrafeinkörniges leitendes Metalloxid enthält und auf ein Grundmaterial aufgebracht ist, um darauf einen leitenden dünnen Film auszubilden, wodurch eine antistatische Wirkung geschaffen wird.

Wenn beispielsweise die antistatische Beschichtung auf die aus einem Kunstharz hergestellten Mechanikteile mit einer Bürste gestrichen wird, liegt der resultierende Oberflächenwiderstandswert im Bereich von 108 bis 109 Ω. Im allgemeinen besitzt ein Werkstoff wie etwa ein Kunstharz, das stark elektrisch isolierend wirkt, einen sehr hohen elektrischen Widerstand im Bereich von 1015 bis 1016 Ω, so daß sich die statische Elektrizität, sobald sie erzeugt ist, auf dem Kunstharz ansammelt und nicht abgeführt wird. Es ist bekannt, daß Staub durch die statische Elektrizität nicht angezogen wird, wenn der Wert des elektrischen Widerstandes nicht höher als 1012 Ω ist. Daraus ist ersichtlich, daß mit dem Oberflächenwiderstandswert, der sich aus der auf die Mechanikteile aufgebrachten antistatischen Beschichtung ergibt, eine ausreichende antistatische Wirkung erhalten wird, wenn die antistatische Beschichtung auf die aus Kunstharz hergestellten Mechanikteile aufgebracht ist.

Selbst wenn daher statische Elektrizität durch die aneinander reibenden Mechanikteile erzeugt wird, wenn die Mechanik 5 durch das Niederdrücken der Taste 9 aus einem freien Zustand betätigt wird, wird ein Ansammeln statischer Elektrizität durch die auf die Mechanikteile aufgebrachte antistatische Beschichtung verhindert, darüber hinaus kann die statische Elektrizität abgeführt werden. Im Ergebnis kann eine elektrische Aufladung der Mechanikteile verhindert werden, wodurch eine Verschmutzung aufgrund von Schmutz und Mikropartikeln, die sich in der Luft befinden und durch die statische Elektrizität angezogen werden, verhindert werden.

Obwohl die antistatische Beschichtung durch irgendein bekanntes Verfahren wie etwa durch eine Sprühbeschichtung, eine Tauchbeschichtung, ein Streichen mit einer Bürste und dergleichen aufgebracht werden kann, wird die Tauchbeschichtung bevorzugt, weil sie eine geringere Anzahl von Schritten und Werkzeugen erfordert und die Oberflächen der Mechanikteile mit der antistatischen Beschichtung geeignet beschichten kann, ohne daß irgendwelche Teile unbeschichtet oder ungleichmäßig beschichtet bleiben. Auf diese Weise kann eine elektrische Aufladung der Mechanikteile restlos verhindert werden.

Alternativ kann statt der auf die Mechanikteile aufgebrachten antistatischen Beschichtung ein leitendes Metall, beispielsweise Kupfer, Aluminium oder dergleichen auf den Oberflächen der aus einem Kunstharz hergestellten Mechanikteile abgeschieden werden, um die gleiche Wirkung zu erzielen. Wenn beispielsweise ein solches leitendes Metall auf die Oberflächen der Mechanikteile abgeschieden wird, kann die auf irgendeinem Mechanikteil erzeugte statische Elektrizität durch das abgeschiedene Metall abfließen, so daß es möglich ist, die genau gleiche Wirkung wie mit der aufgebrachten antistatischen Beschichtung zu erzielen. Weiterhin erfordert die Abscheidung des Metalls keine Trocknung, die bei der Aufbringung der antistatischen Beschichtung erforderlich ist, was eine Verkürzung des Prozesses zur Folge hat.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, zum Gießen der Mechanikteile ein inhärent elektrisch leitendes Kunstharz zu verwenden, das von selbst die antistatische Wirkung schafft, statt den aus einem Kunstharz hergestellten Mechanikteilen nach dem Gießvorgang eine antistatische Wirkung zu verleihen, wie dies bei der aufgebrachten antistatischen Beschichtung oder dem abgeschiedenen leitenden Metall wie oben beschrieben der Fall ist. Das elektrisch leitende Kunstharz, das hierzu geeignet ist, kann beispielsweise ein kohlenstoffhaltiges Kunstharz sein. Das Ergebnis einer Messung des Widerstandswertes der Oberfläche eines aus diesem leitenden Kunstharz hergestellten Teils zeigt einen Wert von weniger als 108 Ω. Daraus geht hervor, daß Mechanikteile, die aus diesem leitenden Kunstharz hergestellt sind, eine ausreichende antistatische Wirkung zeigen, so daß die völlig gleiche Wirkung wie mit der antistatischen Beschichtung erzielt wird. Weiterhin kann das elektrisch leitende Kunstharz die antistatische Wirkung ohne weiteres, d. h. ohne einen weiteren Schritt der Aufbringung einer antistatischen Beschichtung oder ohne den Schritt der Abscheidung eines leitenden Metalls nach dem Gießvorgang erhalten werden.

Außer der Schaffung der antistatischen Wirkung für die Mechanikteile wie oben beschrieben können die Buchsengewebe 4, die in den Verbindungen der Wippe 8 in Fig. 2 angeordnet sind, mit einem antistatischen Mittel imprägniert sein. Das antistatische Mittel, das hierfür verwendet werden kann, kann beispielsweise ein Mittel sein, das die gleichen Komponenten wie die obenerwähnte antistatische Beschichtung enthält. Von der Wippenschiene 12 wird angenommen, daß sie durch geeignete Mittel geerdet ist. Selbst wenn daher statische Elektrizität beispielsweise am Repetierschenkel 17 erzeugt wird, fließt die statische Elektrizität zu der aus Aluminium hergestellten Wippenschiene 12 und über den Zentrierstift 3 aus Eisen in der Verbindung der Wippe 8 mit dem Repetierschenkel 17, das Buchsengewebe 4, die Wippe 8, den Zentrierstift 3 in der Verbindung der Wippe 8 mit dem Wippenflansch 14, das Buchsengewebe 4 und den Wippenflansch 14 zur Erde ab, so daß sichergestellt ist, daß die statische Elektrizität sofort und restlos abfließen kann, wodurch eine elektrische Aufladung der Mechanikteile verhindert wird.

Alternativ kann statt des imprägnierten antistatischen Mittels wie oben beschrieben eine inhärent elektrisch leitende Faser für das Material des Buchsengewebes 4 verwendet werden, um das Buchsengewebe 4 selbst mit der antistatischen Wirkung zu versehen. Die leitende Faser, die hierfür verwendet werden kann, könnte beispielsweise ein kohlenstoffhaltiges Textilerzeugnis sein. Das Buchsengewebe 4, das aus einer solchen leitenden Faser hergestellt ist, kann im wesentlichen die gleiche Wirkung wie das mit dem antistatischen Mittel imprägnierte Buchsengewebe 4 schaffen. Weiterhin kann die Leitfähigkeit für das Buchsengewebe 4 ohne den Schritt des Imprägnierens des Buchsengewebes 4 mit dem antistatischen Mittel sichergestellt werden.

Obwohl in der obigen Ausführungsform die antistatische Wirkung für die Wippe 8, den Repetierschenkel 17, den Stößer 6 und den Wippenflansch 14 vorgesehen ist, kann die antistatische Wirkung auch anderen aus Kunstharz hergestellten Mechanikteilen, die von den erwähnten Teilen verschieden sind, verliehen werden.

Ferner wird in der obigen Ausführungsform dem Hammerschaft 21 die antistatische Wirkung nicht verliehen, da er aus Holz hergestellt ist. Falls jedoch der Hammerschaft 21 ebenfalls aus Kunstharz hergestellt ist, kann die antistatische Wirkung selbstverständlich auch diesem Hammerschaft 21 verliehen werden.

Obwohl ferner die obige Ausführungsform ein Beispiel zeigt, in dem die Erfindung auf einen Flügel angewendet wird, kann die Erfindung selbstverständlich auch auf ein Klavier, ein elektrisches Klavier mit Mechanik und dergleichen angewendet werden.

Wie aus der obigen Beschreibung hervorgeht, kann die Mechanik für Tastenmusikinstrumente gemäß der Erfindung verhindern, daß aus Kunstharz hergestellte Mechanikteile elektrisch aufgeladen werden, so daß verhindert werden kann, daß diese Teile aufgrund von Staub und Mikropartikeln, die sich in der Luft befinden und durch statische Elektrizität angezogen werden, verschmutzt werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Mechanik für Tastenmusikinstrumente, die so beschaffen ist, daß sie in Reaktion auf das Niederdrücken einer Taste (9) einen Ton erzeugt, gekennzeichnet durch mehrere Mechanikteile (6, 7, 8, 9, 14, 17), wovon wenigstens eines (6, 8, 14, 17) aus einem Kunstharz hergestellt ist und auf wenigstens einer Oberfläche elektrisch leitfähig ist.
  2. 2. Mechanik nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß auf eine Oberfläche des wenigstens einen Mechanikteils (6, 8, 14, 17) eine antistatische Beschichtung aufgebracht ist.
  3. 3. Mechanik nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die antistatische Beschichtung auf das wenigstens eine Mechanikteil (6, 8, 14, 17) durch Eintauchen aufgebracht ist.
  4. 4. Mechanik nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die mehreren Mechanikteile (6, 7, 8, 9, 14, 17) wenigstens ein Mechanikteil (6, 8, 14, 17) umfassen, das eine Oberfläche besitzt, auf der ein elektrisch leitendes Metall abgeschieden ist.
  5. 5. Mechanik nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das wenigstens eine Mechanikteil (6, 8, 14, 17) ein gegossenes Teil umfaßt, das aus einem elektrisch leitenden Kunstharz hergestellt ist.
  6. 6. Mechanik nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das wenigstens eine Mechanikteil mehrere Mechanikteile (6, 8, 14, 17) umfaßt, die miteinander über eine elektrisch leitende Verbindung (3, 4) gekoppelt sind, und wenigstens eines der mehreren Mechanikteile (6, 8, 14, 17), die miteinander über die Verbindung (3, 4) gekoppelt sind, mit elektrischer Masse verbunden ist.
  7. 7. Mechanik nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindung ein Buchsengewebe (4) umfaßt.
  8. 8. Mechanik nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Buchsengewebe (4) mit einem antistatischen Mittel imprägniert ist.
  9. 9. Mechanik nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Buchsengewebe (4) aus elektrisch leitenden Fasern hergestellt ist.






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