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Dokumentenidentifikation DE10131369A1 09.01.2003
Titel Verfahren und Vorrichtung zum Kühlen und Schmieren von Walzen eines Walzgerüstes
Anmelder SMS Demag AG, 40237 Düsseldorf, DE
Erfinder Seidel, Jürgen, 57223 Kreuztal, DE
Vertreter Patentanwälte Valentin, Gihske, Große, 57072 Siegen
DE-Anmeldedatum 28.06.2001
DE-Aktenzeichen 10131369
Offenlegungstag 09.01.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.01.2003
IPC-Hauptklasse B21B 27/10
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Kühlen und/oder Schmieren von Walzen, insbesondere der Arbeitswalzen 2, 3 eines Walzgerüstes und eines zwischen diesen Walzen gewalzten und hindurch geföderten Walzbandes 1 unter Verwendung von Wasser in Form von Sprühstrahlen 4, 5 als Kühlmedium und Sprühöl, Öl-Luft-Gemisch oder Öl-Wasser-Gemisch, als Schmiermittel. Zur Verbesserung der Schmier- und Kühlwirkung wird ein kombinierter Einsatz von Unterkühlung der Band- und Walzenoberfläche sowie der Walzenschmierung auf der Gerüsteinlaufseite vorgeschlagen, in dem die beiden Medien - Wasser bzw. Schmiermittel - den Walzen 2, 3 bzw. dem Walzband getrennt zugeführt und an unterschiedliche Auftragsstellen der Walzenoberfläche aufgetragen werden. Für Wasser bzw. Schmiermittel sind jeweils separate Vorratsbehälter sowie getrennte Zuführungen zu den Sprühbalken 11 für Wasser und zu den Sprühbalken 12 für das Schmiermittel vorgesehen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Kühlen und/oder Schmieren von Walzen, insbesondere von Arbeitswalzen eines Walzgerüstes und eines zwischen diesen gewalzten und hindurch geförderten Walzbandes, unter Verwendung von Wasser in Form von Sprühstrahlen als Kühlmedium, und Sprühöl, Öl-Luft-Gemisch oder Öl-Wasser-Gemisch als Schmiermittel.

Insbesondere bei der Dünnbrammenwalzung an kleine Enddicken ist eine hohe Stichabnahme in den einzelnen Walzgerüsten erforderlich. Dabei ergibt sich eine außerordentlich hohe mechanische, aber auch thermische Belastung der Walzen, speziell der Arbeitswalzen. Das hat zur Folge, dass vornehmlich in den vorderen Gerüsten die Oberfläche der Walzen mit zunehmend gewalzter Anzahl von Bändern schlechter wird. Dies äußert sich in Form von rauher werdenden Walzen und sogar im "Schälen" der Walzen, wobei sich stellenweise die Oxidschicht von der Walze ablöst. Eine sich dabei ergebende unregelmäßige Walzenrauhigkeit führt schließlich zum Einwalzen von Zunder in die Bandoberfläche, wodurch die Qualität der Bandoberfläche ebenfalls nachteilig verändert wird.

Bei extrem hohen Stichabnahmen kann auch ein Vibrieren der Arbeitswalzen, d. h. ein torsionsmäßiges Schwingen der beiden Arbeitswalzen gegeneinander auftreten.

Mit Hilfe einer guten Walzenkühlung an der Bandein- und Auslaufseite des Gerüstes kann die Walzentemperatur und damit die geometrische Ausdehnung der Walzen begrenzt werden, sie kann jedoch nicht die hohen thermischen Belastungen im Walzspalt und damit die vorgenannten Schwierigkeiten verhindern.

Im Stand der Technik wird mit dem Dokument DE 41 34 599 C1 eine Maßnahme gegen die hohe thermische Belastung im Walzspalt mittels Unterkühlung der Bandoberfläche und Walzenoberfläche kurz vor dem Walzspalt aufgezeigt. Damit wird bei Unterkühlung der Oberflächenschichten von Walzen und Walzband ein geringerer Wärmefluß in die Walze bewirkt. Um jedoch mit diesem Verfahren eine ausreichende Kühlwirkung zu erreichen, wird eine relativ hohe Wassermenge benötigt, wobei dennoch die Wirkung bei hohen Dickenabnahmen nicht ausreichend ist.

Ein weiteres Verfahren, das Walzenschälen und das Einwalzen von Zunder zu vermeiden bzw. zu vermindern, besteht nach einer in dem Dokument EP 09 08 248 A2 beschriebenen Verfahrensweise darin, die Walzen zu schmieren.

Eine Beaufschlagungsmethode, die sich ebenfalls durchgesetzt hat, besteht weiterhin darin, die Walzen vor dem Walzspalt mit einem Öl-Wasser-Gemisch zu besprühen. Dabei dient eine geringe Wassermenge als Trägermedium für das Öl. Durch die Schmiermittelzugabe soll der Reibwert gesenkt und zum Teil eine dünne Öl-Trennschicht erzeugt werden, welche die Walze vor Verschleiß schützt.

Aus wirtschaftlichen Gründen sowie aus Gründen des Umweltschutzes ist eine Beimengung von Öl zur Erzeugung eines Öl-Wasser-Gemisches bspw. in dem Kühlbalken nach Dokument DE 41 34 599 bei Verwendung hoher Wassermenge unerwünscht. Dies hat auch den weiteren Grund, dass bei hoher Wassermenge auch eine entsprechend hohe Ölmenge erforderlich wäre, damit das Mischungsverhältnis optimal bleibt und eine Schmierwirkung erzielt wird. Aus diesem Grunde wird vielfach ein separater kleiner Schmierbalken mit geringer Wassermenge als Trägermedium zum Auftrag des Öles verwendet.

Aber auch bei diesem Verfahren ist das Ergebnis bei hohen Stichabnahmen bezüglich Walzenschälen und Walzenrauhigkeit keineswegs zufriedenstellend. Es wird lediglich eine signifikante Dämpfung der Vibration festgestellt.

Aus einem anderen Gebiet der Technik ist zur Schmierung und Kühlung von Werkstücken bei spanabhebenden Bearbeitungsprozessen gemäß dem Dokument EP 0 69 07 66 bekannt, den Werkstücken wenigstens zwei untereinander nicht mischbare Fluide zuzuleiten, nämlich ein Substrat zur Herabsetzung der Reibung zwischen Schneide und Werkstück, sowie ein Substrat zur Kühlung von Schneide und Werkstück, wobei beide Substrate getrennt voneinander bevorratet, über separate Zuführungsleitungen zu einem Applikationsorgan gefördert und aus diesen auf das zu bearbeitende Werkstück aufgesprüht werden.

Dazu heißt es in der Beschreibung, dass mit dem Verfahren und der Vorrichtung eine wesentliche Steigerung der Schmier- und Kühlwirkung erzielt und die hierfür erforderlichen Mittel und Aufwendungen an Material, Energie und Einrichtungen in möglichst engen, ökonomischen Grenzen gehalten werden.

Weiter heißt es, dass durch den Auftrag von Schmiermittel und Kühlmittel an getrennten Stellen des Werkzeugs und durch einen sich hierdurch ausbildenden Schmiermittelfilm von extrem hoher Haftfähigkeit und Scherfestigkeit eine wesentlich verbesserte Schmierwirkung und infolgedessen reduzierte Reibung am Werkstück, Werkzeug und Spänen mit weniger Reibungswärme entsteht, wodurch infolge der hierdurch günstigeren Kühlungsbedingungen zugleich die Qualität der bearbeiteten Oberflächen verbessert, der Energiebedarf der Maschine gesenkt und die Standzeiten der Werkzeuge erhöht werden.

Ein weitgehend ähnliches Verfahren zur Schmierung und Kühlung von Schneiden oder Werkstücken ist weiterhin aus der DE 43 09 134 A1 bekannt, wonach bei einer Relativbewegung von Schneide und Werkstück in Richtung auf den Zerspanungsbereich zuerst das Schmiermittel und erst danach das Kühlmittel nach Maßgabe der erforderlichen Kühlung von Werkstück und Werkzeug aufgesprüht wird. Hierzu wird die Temperatur einer Schneide oder eines Werkzeugs oder eines Werkstücks ermittelt und die Aufgaberate eines der beiden Fluide nach Maßgabe der ermittelten Temperatur eingestellt.

Ausgehend vom vorgenannten Stand der Technik besteht die Aufgabe der vorliegenden Erfindung darin, die Walzenkühlung und die Walzenschmierung bei einem hoch belasteteten Walzgerüst zu verbessern und den Einsatz von Schmiermitteln wirtschaftlicher vorzunehmen.

Zur Lösung dieser Aufgabe sieht die Erfindung bei einem Verfahren der im Oberbegriff von Anspruch 1 genannten Art zum Kühlen und Schmieren von Walzen, insbesondere der Arbeitswalzen eines Walzgerüstes und eines zwischen diesen gewalzten und hindurch geförderten Walzbandes, unter Verwendung von Wasser in Form von Sprühstrahlen als Kühlmittel und Sprühöl, Öl-Luft-Gemisch oder Öl- Wasser-Gemisch als Schmiermittel vor, dass die beiden Medien - Wasser bzw. Schmiermittel - den Walzen bzw. dem Walzband getrennt zugeführt und an unterschiedliche Auftragsstellen gerüsteinlaufseitig der Walzenoberfläche bzw. der Walzbandoberfläche aufgetragen werden.

Mit großem Vorteil ergibt sich hieraus eine optimale Nutzung von jeweils Schmier- oder Kühlwirkung der beiden Medien Wasser und Schmiermittel und damit zugleich eine Senkung des Kraft- und Arbeitsbedarfes, bedingt durch minimierte Reibwerte an den Walzen. Die geschliffene Oberfläche der Walze hält selbst höchsten Beanspruchungen stand. Die bisher beobachteten Materialabschälungen an den Walzen werden unterbunden. Die Oberfläche des gewalzten Bandes bleibt optimal glatt. Zundereinschlüsse und Rattermarken auf der Bandoberfläche sind eleminiert.

In Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass das Schmiermittel in Form von Sprühöl, Öl-Luft-Gemisch oder Öl-Wasser-Gemisch, zur Erzielung eines möglichst haftfähigen Films auf weitgehend wasserfreie Bereiche der Walzenoberfläche aufgetragen wird. Hierdurch wird eine gute Haftung des Ölfilms auf der Walzenoberfläche sichergestellt, so dass der Ölfilm nicht ohne weiteres von später einwirkendem Sprühwasser abgewaschen werden kann und seine volle Schmierwirkung beibehält.

Zur weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird vorgeschlagen, dass die Beaufschlagungsbereiche zum Auftragen des Kühlmediums und des Schmiermediums mittels Abstreifern voneinander getrennt werden. Vorteilhafterweise werden hierzu die ohnehin vorhandenen sogenannten Abstreifer benutzt, um die Beaufschlagungsorte für Wasser und Schmiermittel auf einfachste Art und Weise zu trennen. Das Kühlwasser der auslaufseitigen Arbeitswalzenkühlung wird von der Stützwalze abgeschirmt.

In weiterer Fortbildung der Erfindung wird vorgeschlagen, dass eine Beaufschlagung mit Wasserstrahlen einlaufseitig vor dem Walzspalt an der Bandober- und/oder Bandunterseite erfolgt, wobei die Wasserstrahlen bevorzugt gegen das Band gerichtet werden, und dass die Beaufschlagung mit Schmiermittel oben und unten an je einem Bereich der Walzen - in Rotationsrichtung gesehen - einlaufseitig vor den Bereichen der Wasserbeaufschlagung erfolgt. Es erfolgt also erfindungsgemäß eine direkte Beaufschlagung von Wasser vor dem Walzspalt an der Bandober- und/oder Bandunterseite, wobei die Wasserstrahlen vornehmlich auf das Band ausgerichtet sind, um das zuvor aufgebrachte Schmieröl möglichst nicht abzuwaschen. Dennoch erfolgt durch die erfindungsgemäße Ausrichtung der Wasserstrahlen indirekt eine zusätzliche Kühlung der Walzenoberfläche.

Um den kombinierten Einsatz von Kühlung der Band- und Walzenoberfläche sowie von Walzenschmierung zu optimieren, wird nach einem weiteren Vorschlag der Erfindung die einlaufseitige Walzenkühlung im Falle von aktiver Schmierung deaktiviert, wobei das überschüssige Wasser von der Einlaufseite zur Intensivierung der auslaufseitigen Walzenkühlung verwendet wird. Die weitere intensive Kühlung der Walzen auf der Auslaufseite erfolgt ausschließlich mit Wassersprühstrahlen. Bei nicht aktiver Schmierung wird die Walzenkühlung einlaufseitig aktiviert.

Um eine möglichst gleichmäßige Beaufschlagung des Wassers auf dem Band ohne Streifenbildung zu erreichen, können statt einer direkten Wasserbeaufschlagung alternativ jeweils oben und unten Wasser-Umlenkbleche oder Wasserausbreitungsbleche erfindungsgemäß angeordnet sein.

In einer Variante der Erfindung kann auch von der Maßnahme Gebrauch gemacht sein, dass eine Beaufschlagung des Bandes mit Wasserstrahlen einlaufseitig und möglichst dicht vor dem Walzspalt mit einer Strahlrichtung gegen die Bandlaufrichtung vorgenommen wird, wobei auch in diesem Falle die Trennung der Beaufschlagungsorte für Wasser und Schmiermittel vorgesehen sein muß.

Eine Vorrichtung zum erfindungsgemäßen Kühlen und/oder Schmieren von Walzen, insbesondere der Arbeitswalzen eines Walzgerüstes und eines zwischen diesem gewalzten und hindurch geförderten Walzbandes unter Verwendung von Wasser in Form von Sprühstrahlen als Kühlmedium und einem Schmiermittel sieht vor, dass den Medien - Wasser und Schmiermittel - jeweils separate Vorratsbehälter sowie getrennte Zuführungen zu Beaufschlagungsorganen für Wasser und zu Beaufschlagungsorganen für Schmiermittel zugeordnet sind.

Um die Beaufschlagungsorte der beiden Spritzbalken für Wasser bzw. Schmiermittel voneinander zu trennen wird in einer Ausgestaltung der Vorrichtung vorgeschlagen, dass die Anordnung eines Schmiermittel-Sprühorgans an der Oberwalze oberhalb eines Abstreifers und an der Unterwalze unterhalb eines Abstreifers vorgesehen ist, wodurch vorteilhafter Weise auf die ohnehin bei Walzgerüsten vorhandenen Abstreifer zurückgegriffen werden kann.

Zur weiteren Ausbildung der erfindungsgemäßen Vorrichtung können unterhalb des oberen einlaufseitigen Abstreifers und oberhalb des unteren einlaufseitigen Abstreifers jeweils ein gegen das Walzband gerichtetes Umlenkblech bzw. Wasserausbreitblech für die Sprühstrahlen eingesetzt werden, um das Sprühwasser auf dem Walzband möglichst gleichmäßig und ohne Streifenbildung zu verteilen.

Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachstehenden Erläuterung eines in der Zeichnung schematisch dargestellten Ausführungsbeispieles:

Fig. 1 zeigt eine Seitenansicht der Walzenkühl- und Walzenschmier-Vorrichtung mit schematisch angedeuteten Sprühstrahlen von Wasser und Schmiermittel.

Gemäß Fig. 1 wird ein Walzband 1 zwischen den Arbeitswalzen 2, 3 eines nicht näher dargestellten Walzgerüstes in seiner Dicke um etwa 50% in einem einzigen Walzstich reduziert. Die ebenfalls nicht näher dargestellten nachfolgenden Gerüste haben in etwa die gleichen großen Stichabnahmen. Um die hohe mechanische aber auch die große thermische Belastung zu begrenzen und die Walzenoberflächen auch bei zunehmend gewalzter Anzahl an Bändern nicht zu verschlechtern, wird ein kombinierter Einsatz von Kühlung der Band- und Schmierung der Walzenoberfläche mit folgenden Maßnahmen durchgeführt.

Bei der gezeigten Kühl- und Schmiervorrichtung sind die Medien - Wasser bzw. Schmiermittel - jeweils nicht näher gezeigten separaten Vorratsbehältem sowie getrennten Zuführungen zu den Beaufschlagungsorganen 11, 11'; 11'' für Wasser 4, 5 und zu den getrennten Beaufschlagungsorganen 12, 12' für Schmiermittel 10, 10' zugeordnet. Im allgemeinen werden diese Beaufschlagungsorgane als Schmier- und Kühlbalken ausgebildet. Die Anordnung der Schmiermittelbalken 12 an der oberen Arbeitswalze 3 ist oberhalb eines Abstreifers 9 vorgesehen. Die Anordnung des Schmiermittelbalkens 12' ist an der unteren Arbeitswalze 2 unterhalb des Abstreifers 8 vorgesehen. Der obere Wasserkühlbalken 11 zur Kühlung der Oberseite des Bandes 1 ist unterhalb des Abstreifers 9 und der untere Wasserkühlbalken 11 zur Kühlung der Unterseite des Walzbandes 1 ist oberhalb des Abstreifers 8 angeordnet. Mit Hilfe der Wasserkühlbalken 11 werden Wassersprühstrahlen 4, 5 auf die Walzbandoberflächen vor dem Walzspalt der Arbeitswalzen 2, 3 gerichtet. Mit Hilfe des Umlenkbleches 14 oberhalb des Walzbandes 1 und mit Hilfe der Umlenkbleches 13 unterhalb des Walzbandes 1 werden die Wassersprühstrahlen 4, 5 so abgelenkt, dass sie möglichst unmittelbar in den einlaufseitigen Bereich des Walzspaltes auftreffen und dort in den Beaufschlagungsbereichen 7, 7' zur unmittelbaren Kühlung des Walzbandes 1 und zur indirekten Kühlung der Arbeitswalzen 2, 3 zur optimalen Wirkung gelangen.

Zur Erzeugung von Schmiermittel-Sprühstrahlen 10, 10' sind die Schmierbalken 12, 12' vorgesehen. Das Schmiermittel wird zur Erzielung eines möglichst haftfähigen Films auf den weitgehend wasserfreien Bereich der Walzenoberfläche der Arbeitswalzen aufgetragen. Dabei wird das Sprühöl 10, 10' - in Richtung der Walzenrotation gesehen - an einer Stelle dicht vor den Abstreifern 8, 9 aufgebracht.

Für eine weitere intensive Kühlung der Arbeitswalzen 2, 3 sind auf der Auslaufseite der Arbeitswalzen weitere Wasserkühlbalken 11' angeordnet, aus denen ausschließlich Wassersprühstrahlen 4, 5 gegen die Walzenoberflächen gerichtet sind. Das Kühlwasser der auslaufseitigen Arbeitswalzenkühlung 11' wird von den Stützwalzen 15, 15' abgeschirmt, so dass die Bereiche 6, 6' trocken bleiben.

Die Schmier- und Kühlbalken 11, 12 können so angesteuert werden, dass die einlaufseitige Wasserkühlung 11'' im Falle von aktiver Schmierung deaktiviert wird und bei nicht aktiver Schmierung die Walzenkühlung 11'' aktiviert wird. Falls die Walzenkühlung 11'' auf der Einlaufseite deaktiviert ist, wird überschüssiges Wasser von dort zur Intensivierung der auslaufseitigen Walzenkühlung, d. h. den dort angeordneten Kühlbalken 11' zugeleitet. Auch ist es möglich, von der kombinierten Walzenkühlung und Walzenschmierung mit getrennten Beaufschlagungsorten umzusteuem auf eine ausschließliche Wasserkühlung, wobei alle gezeigten Wasserkühlbalken 11, 11'; 11'' aktiviert sind und die Schmierbalken 12 insgesamt deaktiviert sind.

Die in Fig. 1 gezeigte Anordnung von Schmier- und Kühlbalken für Schmiermittel und Wasser-Sprühstrahlen und das mit der neuen Anordnung verwirklichte Verfahren zur Kühlung und Schmierung der Arbeitswalzen eines Walzgerüstes ist nicht allein auf das gezeigte Ausführungsbeispiel beschränkt, sondern umfaßt auch andere Varianten, sofem sie der Erfindung genügen. Liste der Bezugszeichen 1 Walzband

2 Arbeitswalze unten

3 Arbeitswalze oben

4 Wasser-Sprühstrahl oben

5 Wasser-Sprühstrahl unten

6 Beaufschlagungsbereich Schmiermittel

7 Beaufschlagungsbereich Wasser

8 Abstreifer unten

9 Abstreifer oben

10 Schmiermittel

11 Beaufschlagungsorgan Wasser

12 Beaufschlagungsorgan Schmiermittel

13 Umlenkblech unten

14 Umlenkblech oben

15 Stützwalze


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Kühlen und/oder Schmieren von Walzen, insbesondere von Arbeitswalzen (2, 3) eines Walzgerüstes und eines zwischen diesen gewalzten und hindurch geförderten Walzbandes (1), unter Verwendung von Wasser in Form von Sprühstrahlen (4, 5) als Kühlmedium und Sprühöl, Öl- Luft-Gemisch oder Öl-Wasser-Gemisch, als Schmiermittel, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Medien - Wasser bzw. Schmiermittel - den Walzen bzw. dem Walzband getrennt zugeführt und an unterschiedliche Auftragsstellen gerüsteinlaufseitig der Walzenoberfläche bzw. der Walzbandoberfläche aufgetragen werden.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Schmiermittel in Form von Sprühöl, Öl-Luft-Gemisch oder Öl- Wasser-Gemisch, zur Erzielung eines möglichst haftfähigen Films auf weitgehend wasserfreie Bereiche der Walzenoberfläche aufgetragen wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass Beaufschlagungsbereiche (6, 7; 6', 7') zum Auftrag der beiden Medien Wasser bzw. Schmiermittel mittels Abstreifern (8, 9) voneinander getrennt werden.
  4. 4. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine Beaufschlagung (7, 7') mit Wasserstrahlen (4, 5) einlaufseitig vor dem Walzspalt an der Bandober- und/oder der Bandunterseite erfolgt, wobei die Wasserstrahlen (4, 5) bevorzugt gegen das Band (1) gerichtet werden, und dass die Beaufschlagung mit Schmiermittel (10, 10') oben und unten an je einem Bereich (6, 6') der Walzen (2, 3) - in Rotationsrichtung gesehen - einlaufseitig vor den Bereichen der Wasserbeaufschlagung (7, 7') erfolgt.
  5. 5. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass eine weitere intensive Kühlung der Walzen (2, 3) gerüstauslaufseitig ausschließlich mit Wassersprühstrahlen (4, 5) durchgeführt wird.
  6. 6. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Schmiermittel (10) - in Richtung der Walzenrotation gesehen - an einer Stelle dicht vor den Abstreifern (8, 9) auf die Walzen und das Kühlmedium (4, 5) möglichst unmittelbar vor dem Walzspalt auf dem Walzband aufgetragen wird.
  7. 7. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass für eine möglichst gleichmäßige Beaufschlagung des Walzbandes (1) mit Wasser die Wassersprühstrahlen (4, 5) mit einem Umlenkblech bzw. Wasserausbreitblech jeweils oben und unten gegen das Band (1) abgelenkt werden.
  8. 8. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass eine Beaufschlagung des Bandes mit Wasserstrahlen (4, 5) einlaufseitig und möglichst dicht vor dem Walzspalt mit einer Strahlrichtung gegen die Bandlaufrichtung vorgenommen wird.
  9. 9. Verfahren zur Steuerung der Kühlung und/oder Schmierung von Walzen (2, 3) eines Walzgerüstes und eines zwischen diesen gewalzten und hindurch geförderten Walzbandes (1), unter Verwendung von Wassersprühstrahlen (4, 5) als Kühlmedium und einem Schmiermittel (10, 10'), dadurch gekennzeichnet, dass die einlaufseitige Walzenkühlung (11'') im Falle von aktiver Schmierung deaktiviert, und bei nicht aktiver Schmierung die Walzenkühlung (11'') aktiviert wird, und dass bei deaktivierter Walzenkühlung der Einlaufseite überschüssiges Wasser von dort zur Intensivierung der auslaufseitigen Walzenkühlung verwendet wird.
  10. 10. Vorrichtung zum Kühlen und/oder Schmieren von Walzen, insbesondere von Arbeitswalzen (2, 3) eines Walzgerüstes und eines zwischen diesen gewalzten und hindurch geförderten Walzbandes (1), unter Verwendung von Wasser in Form von Sprühstrahlen (4, 5) als Kühlmedium, und Schmiermittel (10, 10'), dadurch gekennzeichnet, dass den Medien - Wasser bzw. Schmiermittel - jeweils separate Vorratsbehälter, sowie getrennte Zuführungen zu Beaufschlagungsorganen (11, 11'; 11'') für Wasser (4, 5), und zu Beaufschlagungsorgan (12) für Schmiermittel (10, 10') zugeordnet sind.
  11. 11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Anordnung eines Schmiermittel-Sprühorgans (12) an der Oberwalze (3) oberhalb eines Abstreifers (9), und an der Unterwalze (2) unterhalb eines Abstreifers (8) vorgesehen ist.
  12. 12. Vorrichtung nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass unterhalb des oberen, einlaufseitigen Abstreifers (9), und oberhalb des unteren einlaufseitigen Abstreifers (8) jeweils ein gegen das Walzband (1) gerichtetes Umlenkblech (13, 14) bzw. Wasserausbreitblech für die Wasser-Sprühstrahler (4, 5) angeordnet ist.






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