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Dokumentenidentifikation DE10120323C1 16.01.2003
Titel Elektropneumatisches Regelventil mit einer Dichtungsanordnung
Anmelder Knorr-Bremse Systeme für Nutzfahrzeuge GmbH, 80809 München, DE
Erfinder Roether, Friedbert, 74389 Cleebronn, DE;
Deja, Siegmund, 71691 Freiberg, DE;
Schaffert, Eberhard, 71229 Leonberg, DE
DE-Anmeldedatum 26.04.2001
DE-Aktenzeichen 10120323
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 16.01.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.01.2003
IPC-Hauptklasse B60T 15/18
IPC-Nebenklasse F16J 15/06   F16J 15/34   
Zusammenfassung Elektropneumatisches Regelventil für ein Druckluftbremssystem eines Fahrzeuges mit einem Relaisventilgehäuse (1), in dem ein axial verstellbarer Steuerkolben (5) zur Betätigung einer den Druckluftfluss zwischen mehreren äußeren Anschlüssen (11.13) schaltenden Ventilsitzanordnung (9) angeordnet ist, wobei der Steuerkolben (5) über mindestens ein elektromagnetisches Vorsteuerventil (6) zur Axialverstellung beaufschlagbar ist, welches in einem Vorsteuerventilgehäuse (2) untergebracht ist, das über eine Dichtungsanordnung mit dem Relaisventilgehäuse (1) lösbar verbunden ist, wobei die Dichtungsanordnung zwischen dem Relaisventilgehäuse (1) und dem Vorsteuerventilgehäuse (2) als ein im Wesentlichen ringförmiges Kombinationsdichtungselement (3) ausgebildet ist, das einen außenradialen Dichtungsabschnitt (17) zur statischen Gehäuseabdichtung sowie einen innenradialen Dichtungsabschnitt (18) zur dynamischen Steuerkolbenabdichtung aufweist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein elektropneumatisches Regelventil für ein Druckluftbremssystem eines Fahrzeuges mit einem Relaisventilgehäuse, in dem ein axial verstellbarer Steuerkolben zur Betätigung einer den Druckluftfluss zwischen mehreren äußeren Anschlüssen schaltenden Ventilsitzanordnung angeordnet ist, wobei der Steuerkolben über mindestens ein elektromagnetisches Vorsteuerventil zur Axialverstellung beaufschlagbar ist, welches in einem Vorsteuerventilgehäuse untergebracht ist, das über eine Dichtungsanordnung mit dem Relaisventilgehäuse lösbar verbunden ist. Insbesondere befasst sich die vorliegende Erfindung mit einer speziellen Ausbildung dieser Dichtungsanordnung.

Ein elektropneumatisches Regelventil dieser Art wird innerhalb eines Druckluftbremssystems eines Fahrzeuges eingesetzt, um einen Bremsdruck entsprechend der gewünschten - durch ein Fußbremspedal vorgebbaren - Bremswirkung auszuregeln. Eine vom Regelventil ausgehende Bremsleitung steht zu diesem Zwecke gewöhnlich mit einem Bremszylinder in Verbindung, der wiederum die zum Bremsen des Fahrzeuges benötigte Bremskraft erzeugt und an eine kolbenstangenseitig angeschlossene Scheiben- oder Trommelbremse weiterleitet. Die Vorgabe des Druck-Sollwertes für das elektropneumatische Regelventil kann sowohl elektrisch als auch pneumatisch erfolgen. Die pneumatische Ansteuerung wird meist jedoch nur zur Sicherheit im Falle eines Ausfalls der elektrischen Ansteuerung benutzt.

Ein gattungsgemäßes elektropneumatisches Regelventil ist aus der DE 196 05 562 A1 bekannt. Das Regelventil für ein Druckluftbremssystem eines Nutzfahrzeuges weist ein zweigeteiltes metallisches Gehäuse auf. Am unteren Relaisventilgehäuse befinden sich ein Bremsleitungsanschluss, ein Speisedruckanschluss sowie ein Entlüftungsanschluss. Über eine innenliegende Ventilsitzanordnung, bestehend aus einem gegen zwei konzentrische Ventilsitze drückenden Verschlusselement, ist ein Druckluftfluss zwischen den äußeren Anschlüssen schaltbar. Zum Schalten wird das Verschlusselement entgegen der Kraft einer Rückstellfeder axial betätigt. Die Betätigung des Verschlusselementes erfolgt über einen ebenfalls im Relaisventilgehäuse innerhalb eines Hohlraumes angeordneten großflächigen Steuerkolben. Der Steuerkolben wird über einen Steuerdruck zur Längsverstellung beaufschlagt, wobei der Steuerdruck über eine Vorsteuerventilanordnung erzeugt wird. Die Vorsteuerventilanordnung ist innerhalb eines am Relaisventilgehäuse angebrachten Vorsteuerventilgehäuses angeordnet. Zur Einstellung oder Änderung des Steuerdrucks dienen zwei einzelne Elektromagnetventile. Das eine Elektromagnetventil ist stromlos geöffnet und kommuniziert über gehäuseinterne Druckmittelkanäle mit dem Speisedruckanschluss. Der Arbeitsanschluss des Elektromagnetventils ist mit der Steuerkammer verbunden. Das zweite Elektromagnetventil dient dem Entlüften der Steuerkammer und ist stromlos geschlossen. Das Elektromagnetventil ist ebenfalls arbeitsleitungsseitig mit der Steuerkammer verbunden, wogegen das Elektromagnetventil abluftseitig mit der Atmosphäre in Verbindung steht. Der Steuerdruck wird durch ein koordiniertes Bestromen beider Elektromagnetventile verändert. Diese Änderung erfolgt entsprechend einer Druckregelung. Zur Überwachung des Arbeitsdrucks ist ein Drucksensor in einer Arbeitskammer des Regelventils angeordnet. Ferner ist eine Regelelektronik vorgesehen, an welche die beiden Elektromagnetventile sowie der Drucksensor angeschlossen sind. Die Sollwert-Vorgabe für die Regelung erfolgt von einer entfernt angeordneten zentralen Steuereinheit des Druckluftbremssystems.

Bei dem vorstehend beschriebenen Regelventil sind eine Reihe von Dichtungsmaßnahmen erforderlich, um eine zuverlässige Trennung von Bereichen unterschiedlichen Drucks sicherzustellen. So werden die beiden Gehäusehälften über einen Dichtring miteinander verbunden, um ein Abströmen von Druckluft aus der benachbart zur Steuerkammer angeordneten Arbeitskammer des Regelventils zu verhindern. Hierfür wird ein Dichtring verwendet, der in miteinander korrespondierenden absatzartigen Ausnehmungen zwischen die beiden Gehäusehälften eingelegt ist. In örtlicher Nähe dieser statischen Gehäuseabdichtung ist zur dynamischen Steuerkolbenabdichtung ein weiterer Dichtring innerhalb einer außenradialen nutförmigen Ausnehmung am Steuerkolben gehalten. Dieser Dichtring gleitet bei einer Axialverstellung des Steuerkolbens dichtend entlang der Wandung der Steuer- /Arbeitskammer des Regelventils.

Ein Nachteil dieser Dichtungsanordnung ist darin zu sehen, dass an den die vorstehend beschriebenen Dichtringe aufnehmenden Bauteilen entsprechende nutförmige Ausnehmungen oder Absätze hergestellt werden müssen. Dies ist gewöhnlich nur durch einen zusätzlichen Arbeitsgang - meist durch Spanen - möglich. Weiterhin ist es erforderlich, auch ventilinterne Druckmittelkanäle, die zwischen dem Relaisventilgehäuse und dem Vorsteuerventilgehäuse verlaufen, über separate einzelne Dichtringe im Verbindungsbereich beider Gehäuseteile abzudichten. All die vorstehend genannten Dichtelemente sind aufwendig zu montieren, da die Montage nicht automatisierbar ist. Bei der manuellen Montage werden vereinzelt auch einzelne Dichtungselemente vergessen, was zu einem hohen Nacharbeitsaufwand führt.

Aus der DE 42 02 730 C1 geht ein vorgesteuertes Ventil hervor, welches sich auch als Regelventil für ein Druckluftbremssystem eines Fahrzeuges verwenden lässt. Dieses Ventil bedient sich eines Kombinationsdichtelements, das einen außenradialen Dichtungsabschnitt zur statischen Gehäuseabdichtung aufweist. Dieses Kombinationsdichtungselement verfügt weiterhin über einen innenradialen Dichtungsabschnitt, der (Variante nach Fig. 1) eine in der Steuerkammer angeordnete Laufbuchse für den Steuerkolben außenradial abdichtet. Der Steuerkolben selbst besitzt eine außenradiale Nut, in welcher ein zusätzliches ringförmiges Dichtelement angeordnet ist, das zur dynamischen Steuerkolbenabdichtung dient. Auch dieses Ventil weist somit den Nachteil auf, dass infolge der verschiedenen einzelnen Dichtungselemente der manuelle Montageaufwand recht hoch ist.

Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Dichtungsanordnung für ein gattungsgemäßes elektromagnetisches Regelventil zu schaffen, die zum einen zu einer Minimierung des Fertigungsaufwandes an den Gehäusebestandteilen führt und die zum anderen auch eine einfache Montage gewährleistet.

Die Aufgabe wird ausgehend von einem elektropneumatischen Regelventil gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 in Verbindung mit dessen kennzeichnenden Merkmalen gelöst. Die nachfolgenden abhängigen Ansprüche geben vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung wieder.

Die Erfindung schließt die technische Lehre ein, dass eine Dichtungsanordnung zwischen dem Relaisventilgehäuse und dem Vorsteuerventilgehäuse als ein im wesentlichen ringförmiges Kombinationsdichtungselement ausgebildet ist, das einen außenradialen Dichtungsabschnitt zur statischen Gehäuseabdichtung sowie einen innenradialen Dichtungsabschnitt zur dynamischen Steuerkolbenabdichtung aufweist.

Der Vorteil der erfindungsgemäßen Dichtungsanordnung liegt in einer fertigungs- und montageaufwandreduzierenden Funktionsintegration. Um diese Funktionsintegration zu erzielen, wird bei der Erfindung die dynamische Steuerkolbenabdichtung von einer Platzierung innerhalb einer Nut am Steuerkolben verlagert zu einer Platzierung seitens des Ventilgehäuses. Die Platzierung seitens des Ventilgehäuses erfolgt dabei unter Einbeziehung der statischen Gehäuseabdichtung zwischen den beiden Gehäuseteilen. Da nunmehr weniger einzelne Dichtungen vorhanden sind, ist die Montage einfacher und schneller zu bewerkstelligen. Es ist nicht mehr erforderlich, am Steuerkolben eine nutförmige Ausnehmung zur Aufnahme eines Dichtrings anzubringen, was den Fertigungsaufwand für den Steuerkolben reduziert.

Vorzugsweise ist der am Steuerkolben dynamisch dicht zur Anlage kommende innenradiale Dichtungsabschnitt nach Art einer Doppellippendichtung geformt. Die beiden elastischen Dichtlippen der Doppellippendichtung spreizen sich dabei schenkelartig und im wesentlichen axial ausgerichtet von dem sich radial erstreckenden Dichtungshauptabschnitt ab. Diese zweiseitige Lippendichtung trägt zu einer Reduzierung der Reibung bei der dynamischen Steuerkolbenabdichtung bei. Der Kontakt zum Dichtungspartner, hier dem Steuerkolben, erfolgt lediglich über zwei axial beabstandete umlaufende Dichtlinien. Durch die damit einhergehende Reibungsreduzierung kann infolge der günstigen Kräftebilanz sogar ein kleinerer Kolbenwirkdurchmesser gewählt werden.

Der andere, zwischen dem Relaisventilgehäuse und dem Vorsteuerventilgehäuse statisch dichtende außenradiale Dichtungsabschnitt des Kombinationsdichtungselements kann als ein am sich radial erstreckenden Dichtungshauptabschnitt angeformter elastischer Dichtwulst ausgebildet sein. Der Dichtwulst ist vorzugsweise im Querschnitt gesehen dreieckig ausgebildet und läuft zu einer Dichtkante aus, die mit dem Dichtungspartner - hier dem Relaisventilgehäuse einerseits und dem Vorsteuerventilgehäuse andererseits - korrespondiert. Diese Dichtungskontur ermöglicht eine zuverlässige statische Abdichtung beider Gehäuseteile, so dass ein Abströmen von Druckmittel aus dem Inneren des Regelventils an die Atmosphäre verhindert wird.

Innerhalb des ebenfalls aus einem elastischen Dichtungsmaterial bestehenden Dichtungshauptabschnittes kann eine innenliegende Verstärkungseinlage - beispielsweise aus Stahl - eingegossen werden, um die Stabilität des Kombinationsdichtungselements zu erhöhen.

Gemäß einer weiteren, die Erfindung verbessernden Maßnahme kann im Bereich des Dichtungshauptabschnittes an mindestens einer Stelle auf dem Umfang des ringförmigen Kombinationsdichtungselements ein Durchbruch angebracht werden. Der mindestens eine Durchbruch gestattet eine Verbindung eines vom Relaisventilgehäuse zum Vorsteuerventilgehäuse verlaufenden ventilinternen Druckmittelkanals. Um auch für einen solchen Druckmittelkanal eine zuverlässige Abdichtung sicherzustellen, ist der Durchbruch vorzugsweise beidseitig mit einer Dichtwulst umrandet. Daneben kann im Bereich des Dichtungshauptabschnittes ebenfalls an mindestens einer Stelle auf dem Umfang des ringförmigen Kombinationsdichtungselements ein Druckausgleichselement platziert sein. Das Druckausgleichselement ermöglicht einen geschützten Druckausgleich mit der Atmosphäre für Bereiche innerhalb des Vorsteuerventilgehäuses, die nicht als Druckkammer ausgebildet sind, wie beispielsweise dem Elektronikraum. Das Druckausgleichselement wird in das Kombinationsdichtungselement vorzugsweise bei der Herstellung einvulkanisiert oder nachträglich eingeknöpft.

Weitere, die Erfindung verbessernde Maßnahmen werden nachstehend gemeinsam mit der Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels der Erfindung anhand der Figuren näher dargestellt. Es zeigt:

Fig. 1 einen Längsschnitt durch ein elektropneumatisches Regelventil mit einer erfindungsgemäßen Dichtungsanordnung,

Fig. 2 einen Längsschnitt als Detail im Bereich des Steuerkolbens von Fig. 1,

Fig. 3 eine Draufsicht auf das Kombinationsdichtungselement,

Fig. 4 einen Querschnitt in der Schnittlinie A-A in Fig. 3, und

Fig. 5 einen Querschnitt durch ein Kombinationsdichtungselement im Bereich eines hierin integrierten Druckausgleichselements.

Das in der Fig. 1 dargestellte elektropneumatische Regelventil besitzt ein zweigeteiltes Gehäuse, das aus einem unteren Relaisventilgehäuse 1 besteht, welches mit einem oberen Vorsteuerventilgehäuse 2 über ein dazwischenliegendes Kombinationsdichtungselement 3 verbunden ist. Die Verbindung erfolgt dabei über eine (nicht weiter dargestellte) Verschraubung. Das Relaisventilgehäuse 1 und das Vorsteuerventilgehäuse 2 schließen eine innenliegende Steuerkammer 4 ein, in der ein Steuerkolben 5 axial bewegbar angeordnet ist. Zur axialen Verstellung des Steuerkolbens 5 dient eine im Vorsteuerventilgehäuse 2 untergebrachte Vorsteuerventilanordnung, von der hier lediglich ein als Auslassmagnet dienendes Vorsteuerventil 6 gezeigt ist. Die Vorsteuerventilanordnung wird über eine ebenfalls im Vorsteuerventilgehäuse 2 angeordnete Elektronikeinheit 7 elektrisch angesteuert. Das gezeigte Vorsteuerventil 6 entlüftet bei Betätigung die Steuerkammer 4, wobei die Abluft über einen koaxialen Entlüftungskanal 8 an die Atmosphäre abgeleitet wird. Neben dem als Auslassventil dienenden Vorsteuerventil 6 ist ein (hier nicht gezeigtes) zweites Vorsteuerventil als Einlassventil vorhanden, das für eine Beaufschlagung der Steuerkammer 4 mit einem Steuerdruck dient, um den Steuerkolben 5 zu betätigen.

Bei einer solchen Beaufschlagung der Steuerkammer 4 betätigt der Steuerkolben 5 über eine untere hülsenartige koaxiale Anformung eine Ventilsitzanordnung 9. Die Ventilsitzanordnung 9 besteht im Wesentlichen aus einem Verschlusselement 10, das durch die Kraft einer rückstellenden Feder 11 gegen zwei konzentrisch angeordnete benachbarte Ventilsitze gedrückt wird. Hierüber ist der Druckluftfluss zwischen einem am Relaisventilgehäuse 1 angeordneten Bremsleitungsanschluss 12 einerseits sowie einem (hier nicht erkennbar) Speisedruckanschluss, der gleichwohl mit einer internen Speisedruckkammer 13 in Verbindung steht, und einem Entlüftungsanschluss 14 andererseits schaltbar. Der Entlüftungsanschluss 14 ist zusätzlich mit einem Schalldämpfer 15 zur Geräuschminderung der ausströmenden Abluft versehen.

Das elektropneumatische Regelventil ist hier in seiner abgeschlossenen Schaltstellung gezeigt. Bei Beaufschlagung der Steuerkammer 4 mit einem Steuerdruck und darauf folgender Bewegung des Steuerkolbens 5 in Richtung einer unteren Position erfolgt durch Öffnen des außenliegenden Ventilsitzes der Ventilsitzanordnung 9 ein Druckluftfluss, ausgehend von der Speisedruckkammer 13 zu einer Arbeitskammer 15, die an den Bremsleitungsanschluss 12 einmündet, um den Bremsdruck infolgedessen zu erhöhen.

Bei einer Entlüftung der Steuerkammer 4 wird der Steuerkolben 5 in eine obere Position überführt, wobei der innenliegende Ventilsitz der Ventilsitzanordnung 9 geöffnet wird, so dass ausgehend vom Bremsleitungsanschluss 12 Druckluft über die Arbeitskammer 16 zum Entlüftungsanschluss 14 gelangt, um den Bremsdruck entsprechend abzusenken. Somit wird der Bremsdruck durch eine wechselseitige Bewegung des Steuerkolbens 5 beeinflusst. In der mittleren, abgeschlossenen Schaltposition erfolgt kein Druckluftfluss.

Wie deutlicher aus der Fig. 2 hervorgeht, weist das zwischen dem Relaisventilgehäuse 1 und dem Vorsteuerventilgehäuse 2 angeordnete Kombinationsdichtungselement 3 einen außenradialen Dichtungsabschnitt 17 zur statischen Gehäuseabdichtung sowie einen innenradialen Dichtungsabschnitt 18 zur dynamischen Abdichtung gegenüber dem Steuerkolben 5 auf. Der am Steuerkolben 5 dynamisch dicht zur Anlage kommende innenradiale Dichtungsabschnitt 18 ist nach Art einer Doppellippendichtung geformt und besteht insoweit aus zwei elastischen Dichtlippen 19a, 19b, die sich schenkelartig im Wesentlichen axial gegenüber einem sich radial erstreckenden Dichtungshauptabschnitt 20 abspreizen.

Gemäß Fig. 3 ist das Kombinationsdichtungselement 3 im Wesentlichen kreisringförmig ausgebildet, wobei an mehreren Stellen des Dichtungshauptabschnittes 20 diverse Durchbrüche 21a, 21b, 21c vorgesehen sind. Die Durchbrüche 21a-21c dienen der Verbindung von zwischen dem Relaisventilgehäuse und dem Vorsteuerventilgehäuse verlaufenden ventilinternen Druckmittelkanälen. Daneben ist im Bereich des Dichtungshauptabschnittes 20 auch ein Druckausgleichselement 22 vorgesehen. Das Druckausgleichselement 22 dient einem gehäuseinternen Druckausgleich und ist in diesem Ausführungsbeispiel in das Kombinationsdichtungselement 3 bei dessen Herstellung einvulkanisiert.

Wie aus der Detailansicht gemäß Fig. 4 hervorgeht, ist in dem ansonsten aus einem elastischen Dichtungsmaterial bestehenden Kombinationsdichtungselement 3 eine Verstärkungseinlage 23 aus Stahl vorgesehen. Um den hier exemplarisch dargestellten Durchbruch 21a herum ist beidseitig des Dichtungshauptabschnittes 20 ein Dichtwulst 24a, 24b angeformt, um den ventilinternen Druckmittelkanal im Bereich dieser Verbindungsstelle zuverlässig abzudichten.

Aus Fig. 5 geht die Lage des Druckausgleichselements 22 innerhalb des Kombinationsdichtungselements 3 hervor. Das Druckausgleichselement 22 ist in derselben Ebene wie die benachbarte Verstärkungseinlage 23 angeordnet.

Die vorliegende Erfindung ist nicht beschränkt auf das vorstehende, nur beispielhaft angegebene Ausführungsbeispiel. Es sind vielmehr auch Abwandlungen hiervon denkbar, die in den Schutzbereich der nachfolgenden Ansprüche eingreifen können. Bezugszeichenliste 1 Relaisventilgehäuse

2 Vorsteuerventilgehäuse

3 Kombinationsdichtungselement

4 Steuerkammer

5 Steuerkolben

6 Vorsteuerventil

7 Elektronikeinheit

8 Entlüftungskanal

9 Ventilsitzanordnung

10 Verschlusselement

11 Feder

12 Bremsleitungsanschluss

13 Arbeitskammer

14 Entlüftungsanschluss

15 Schalldämpfer

16 Arbeitskammer

17 Dichtungsabschnitt

18 Dichtungsabschnitt

19 Dichtlippe

20 Dichtungshauptabschnitt

21 Durchbruch

22 Druckausgleichselement

23 Verstärkungseinlage

24 Dichtwulst


Anspruch[de]
  1. 1. Elektropneumatisches Regelventil für ein Druckluftbremssystem eines Fahrzeuges mit einem Relaisventilgehäuse (1), in dem ein axial verstellbarer Steuerkolben (5) zur Betätigung einer den Druckluftfluss zwischen mehreren äußeren Anschlüssen (11, 13) schaltenden Ventilsitzanordnung (9) angeordnet ist, wobei der Steuerkolben (5) über mindestens ein elektromagnetisches Vorsteuerventil (6) zur Axialverstellung beaufschlagbar ist, welches in einem Vorsteuerventilgehäuse (2) untergebracht ist, das über eine Dichtungsanordnung mit dem Relaisventilgehäuse (1) lösbar verbundenen ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtungsanordnung zwischen dem Relaisventilgehäuse (1) und dem Vorsteuerventilgehäuse (2) als ein im wesentlichen ringförmiges Kombinationsdichtungselement (3) ausgebildet ist, das einen außenradialen Dichtungsabschnitt (17) zur statischen Gehäuseabdichtung sowie einen innenradialen Dichtungsabschnitt (18) zur dynamischen Steuerkolbenabdichtung aufweist.
  2. 2. Elektropneumatisches Regelventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der am Steuerkolben (5) dynamisch dichtend zur Anlage kommende innenradiale Dichtungsabschnitt (18) nach Art einer Doppellippendichtung geformt ist, deren beiden elastischen Dichtlippen (19a, 19b) sich schenkelartig und im wesentlichen axial ausgerichtet von einem sich radial erstreckenden Dichtungshauptabschnitt (20) abspreizen.
  3. 3. Elektropneumatisches Regelventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der zwischen dem Relaisventilgehäuse (1) und dem Vorsteuerventilgehäuse (2) statisch dichtende außenradiale Dichtungsabschnitt (17) als ein an einem sich radial erstreckenden Dichtungshauptabschnitt (20) angeformter elastischer Dichtwulst ausgebildet ist.
  4. 4. Elektropneumatisches Regelventil nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der sich radial erstreckende und aus einem elastischen Material bestehende Dichtungshauptabschnitt (20) mit einer innenliegenden Verstärkungseinlage (23) aus einem starren Material versehen ist.
  5. 5. Elektropneumatisches Regelventil nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstärkungseinlage (23) aus Federstahl besteht.
  6. 6. Elektropneumatisches Regelventil nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich des Dichtungshauptabschnittes (20) an mindestens einer Stelle auf dem Umfang des ringförmigen Kombinationsdichtungselements (3) ein Durchbruch (21a bis 21c) vorgesehen ist, um eine Verbindung eines vom Relaisventilgehäuse (1) zum Vorsteuerventilgehäuse (2) verlaufenden ventilinternen Druckmittelkanals zu gewährleisten.
  7. 7. Elektropneumatisches Regelventil nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Durchbruch (21a bis 21c) beidseitig von einer Dichtwulst (24a, 24b) umrandet ist.
  8. 8. Elektropneumatisches Regelventil nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der vom Relaisventilgehäuse (1) zum Vorsteuerventilgehäuse (2) verlaufende ventilinterne Druckmittelkanal das mindestens eine Vorsteuerventil mit Speisedruck versorgt.
  9. 9. Elektropneumatisches Regelventil nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Dichtwulst (21a bis 21c) im Querschnitt gesehen dreieckig oder trapezförmig ausgebildet ist und zu einer Dichtkante ausläuft, die mit dem Dichtungspartner korrespondiert.
  10. 10. Elektropneumatisches Regelventil nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich des Dichtungshauptabschnittes (20) an mindestens einer Stelle auf dem Umfang des ringförmigen Kombinationsdichtungselements (3) ein Druckausgleichselement (22) platziert ist, um einen geschützten Druckausgleich mit der Atmosphäre für nicht als Druckkammer genutzte Bereiche des Vorsteuerventilgehäuses (2) zu schaffen.
  11. 11. Elektropneumatisches Regelventil nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Druckausgleichselement (22) in den Dichtungshauptabschnitt (20) des Kombinationsdichtungselements (3) einvulkanisiert oder nachträglich eingeknüpft ist.






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