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Dokumentenidentifikation DE10126806A1 16.01.2003
Titel Sicherheits-Papier
Anmelder Avery Dennison/Zweckform, 83626 Valley, DE
Erfinder Lamm, Wolfgang, 83627 Warngau, DE;
Zacherl, Burgi, 83626 Valley, DE
Vertreter HOFFMANN · EITLE, 81925 München
DE-Anmeldedatum 01.06.2001
DE-Aktenzeichen 10126806
Offenlegungstag 16.01.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.01.2003
IPC-Hauptklasse D21H 21/40
IPC-Nebenklasse D21H 27/02   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Papier mit einer Grammatur von 80-300 g/m2, das ein farbiges, nicht-schwarzes, rasterpunktfreies Muster aufweist, welches mit einer auf Wasser basierenden, oxidierbaren oder reduzierbaren Druckfarbe aufgebracht ist.
Das Papier ist für Dokumente geeignet, die vor unerlaubten Vervielfältigungen und Fälschungen geschützt werden sollen, wie Verträge, Vollmachten, Urkunden, Zertifikate, Diplome, Zeugnisse, Vereinbarungen, Testamente und Gutachten.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein fälschungssicheres Papier und seine Verwendung als Dokumentenpapier.

Mit der technischen Weiterentwicklung von Laserdruckern, Tintenstrahldruckern und Kopiergeräten mit ausgezeichneter Druck- bzw. Kopierqualität, die inzwischen zur üblichen Ausstattung eines jeden Büros gehören, ist auch die Gefahr, dass Dokumente gefälscht oder unerlaubt vervielfältigt werden, immer größer geworden. Beispielsweise sind Kopien von den Originaldokumenten kaum mehr zu unterscheiden und Originale können so durch Kopieren leicht vervielfältigt werden.

Zum Schutz gegen Fälschungen ist beispielsweise für Formulare, wie Ein- und Ausgabebelege, Quittungen oder Wechsel, der Einsatz von Farben bekannt, die bei Manipulation des Papiers, z. B. mit einem Tintenkiller, verändert oder entfernt werden. Aufgrund dieser Maßnahme lässt sich das Fälschungsrisiko beträchtlich verringern. Weiterhin ist bekannt, dass solche Papiere auch einen feinen netzartigen Hintergrunddruck aufweisen können, der die unerlaubte Reproduktion verhindern soll. Bei den oben genannten Papieren handelt es sich um Vordrucke, die keine individuelle Gestaltung ermöglichen und höchstens zum handschriftlichen Ausfüllen oder Ankreuzen gedacht sind. Das verwendete Papier ist darüber hinaus nicht für das Bedrucken mit einem Inkjet- und/oder Laserdrucker geeignet.

Um das Reproduzieren von Dokumenten zu verhindern, ist weiterhin von Versicherungspolicen das Aufdrucken eines Hintergrunddrucks zur Kennzeichnung des Originaldokuments bekannt. Die Druckfarbe verändert sich jedoch bei Manipulation des Papiers nicht, so dass eine ausreichende Fälschungssicherheit des Dokumentes nicht gewährleistet ist.

Daher besteht die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe darin, ein individuell gestaltbares Papier bereit zu stellen, das sich durch Fälschungssicherheit auszeichnet sowie durch seine Eigenschaft, dass das Original leicht von der Kopie zu unterscheiden ist, wodurch das Papier vor unerlaubter Vervielfältigung geschützt wird.

Die obige Aufgabe wird gelöst durch ein Papier mit einer Grammatur von 80-300 g/m2, das ein farbiges, nichtschwarzes, rasterpunktfreies Muster aufweist, welches mit einer auf Wasser basierenden, oxidierbaren oder reduzierbaren Druckfarbe aufgebracht ist.

Als Druckfarbe des aufgebrachten Musters wird eine auf Wasser basierende, oxidierbare oder reduzierbare Farbe verwendet, beispielweise eine Tinte. Aufgrund der Verwendung einer auf Wasser basierenden Druckfarbe für das aufgebrachte Muster weist das erfindungsgemäße Papier die Eigenschaft auf, individuell mit einem herkömmlichen Inkjet- und/oder Laserdrucker bedruckbar zu sein. Weiterhin ist der Ausdruck "oxidierbare oder reduzierbare Druckfarbe" so zu verstehen, dass sich die Druckfarbe unter Einwirkung eines Oxidations- oder Reduktionsmittels zersetzt und daher ihre Farbigkeit verliert. Aufgrund dieser Eigenschaft kann erreicht werden, dass das Muster durch Manipulation des Papiers mit einem Tintenkiller wegen seiner oxidierenden oder reduzierenden Wirkung entfernt wird. Das Fälschungsrisiko des Papiers, wenn es z. B. als Dokumentenpapier eingesetzt wird, kann so deutlich verringert werden.

Derartige auf Wasser basierende Druckfarben können allgemein die folgenden Komponenten umfassen: anorganische und organische Pigmente, Harze, Alkohol, Additive wie Wachse, Antischaummittel, Dispergiermittel, Benetzungsmittel und Wasser.

Weiterhin stellt die Druckfarbe eine Lösung bzw. Suspensionen von Farbstoffen in Wasser dar. Als Farbstoffe können beispielsweise Anilinblau, Auramin, Mismarckbraun, Rhodamin, Fuchsin, Phthalocyanin-Derivate, Methylenblau, Malachitgrün, Kristallviolett, Lichtgrün, Lichtblau, Tartrazin, Eosin, Ponceau, Wasserblau verwendet werden.

Die Art des Musters kann beliebig gewählt werden. Um jedoch eine Reproduktion des erfindungsgemäßen Papiers weiter zu erschweren und damit die Fälschungssicherheit zu erhöhen, wird bevorzugt ein feines netzartiges Muster, ähnlich einem Guillochendruck, verwendet.

Weiterhin ist erfindungswesentlich, dass das Muster rasterpunktfrei ist, d. h. dass die Druckfarbe des Musters nicht in Form von individuellen, diskreten Punkten auf dem Papier vorliegt, sondern einheitlich und gleichmäßig auf die bedruckte Fläche aufgebracht ist. Auf diese Weise kann verhindert werden, dass das erfindungsgemäße Papier mittels eines Inkjet- und/oder Laserdruckers nachgestellt werden kann, da bei Inkjet- und/oder Laserdruckern ein farbiger Druck immer aufgerastert wird. Ein Muster, das mit einem Inkjet- und/oder Laserdrucker aufgebracht wird, lässt sich daher leicht, u. U. unter Zuhilfenahme einer Lupe oder eines Mikroskops, von dem erfindungsgemäßen Muster unterscheiden. Das Merkmal, dass das Muster rasterpunktfrei ist, trägt somit entscheidend zur Fälschungssicherheit des erfindungsgemäßen Papiers bei.

Das Muster ist farbig, aber nicht schwarz, und gibt dem erfindungsgemäßen Papier dadurch eine Färbung, weshalb es von weißem Papier leicht unterscheidbar ist. Die Intensität des Musters ist bevorzugt so gewählt, dass es bei Normaleinstellung eines Schwarz-Weiss-Kopiergerätes nicht mit kopiert wird und lediglich bei extremer Dunkeleinstellung des Kopiergerätes als grauer Schatten auf der Kopie erkennbar ist. Da das erfindungsgemäße Papier eine Färbung aufweist, während die Kopie diese Färbung nicht zeigt, lässt sich das Originalpapier von seiner Kopie leicht unterscheiden. Darüber hinaus lässt sich das erfindungsgemäße Papier auch mit einem Farbkopierer nicht unverändert vervielfältigen, da der Farbton und das Muster beim Kopieren stark verfälscht werden. Das erfindungsgemäße Papier ist somit auch vor unerlaubten Vervielfältigungen mit Hilfe eines Farbkopierers geschützt.

Damit das das Muster aufweisende erfindungsgemäße Papier eine ausreichende Festigkeit besitzt und sich sehr gut eignet, um mit einem Inkjet- und/oder Laserdrucker individuell bedruckt zu werden, weist das erfindungsgemäße Papier eine Grammatur von 80-300 g/m2 auf, bevorzugt von 80-160 g/m2, insbesondere bevorzugt von 100 g/m2. Weiterhin wird bevorzugt ein Papier vom Format DIN A4 eingesetzt. Insbesondere bevorzugt wird ein Papier verwendet mit den folgenden technischen Daten: DIN A4, Offset, holzfrei, weiß, EFC (elementar chlorfrei gebleicht), 100 g/m2.

Bevorzugt ist das Muster vollflächig auf das Papier aufgetragen. Es ist auch möglich, dass das vollflächig aufgebrachte Muster ferner einen umlaufenden Rahmen aufweist. Der Rahmen kann bevorzugt eine Breite zwischen 0,5 und 5 cm aufweisen, insbesondere bevorzugt 2 cm. Da beim Drucken mit einem herkömmlichen Inkjet- und/oder Laserdrucker immer ein weißer umlaufender Rand auf dem Papier verbleibt, ist ein vollflächiges Bedrucken bis an die äußersten Ränder eines Papiers technisch mit einem herkömmlichen Inkjet- und/oder Laserdrucker nicht möglich. Durch diese bevorzugte Ausführungsform wird eine unerlaubte Reproduktion des Papiers weiter erschwert.

Zur Herstellung des erfindungsgemäßen Papiers, d. h. zum Aufbringen des Musters auf ein Papier, können übliche Druckverfahren eingesetzt werden, insbesondere bevorzugt ist der Flexodruck. Bei dem Flexodruckverfahren wird von einer Rolle gedruckt. Die Maschinen sind mit Kammerrakeln, ausgerüstet und die Farbe wird mit einer Rasterwalze auf einen lasergravierten Druckzylinder, der ein rasterpunktfreies Drucken ermöglicht, übertragen und damit die Papierbahn bedruckt. Die Bahn wird in der Maschine auf Bogen geschnitten und auf Palette gefahren.

Die Intensität des Hintergrunddrucks hängt von den folgenden Parametern ab: Farbton der Farbe, verwendete Rasterwalze und Schöpfvolumen. Die Parameter können beliebig je nach gewünschter Intensität des Musters geeignet ausgewählt werden. Der bevorzugte Farbton der Farbe des erfindungsgemäßen Papiers entspricht gemäß dem Pantonefarbfächer der Pantonefarbe 2707U. Weiterhin wird bevorzugt eine 255er (= 255 Punkte pro cm2) Rasterwalze mit einem Schöpfvolumen zwischen 1 und 8 g/cm3, insbesondere bevorzugt zwischen 3 und 5 g/cm3, verwendet.

Das erfindungsgemäße Papier kann Anwendung beim Ausdrucken aller denkbaren Originaldokumente finden, die am Computer erstellt werden. Beispiele dafür sind Verträge aller Art, Vollmachten, Urkunden, Zertifikate, Diplome, Zeugnisse, Vereinbarungen, Testamente und Gutachten.

Fig. 1 zeigt eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Papiers, in der ein netzartiges Muster mit blauer Farbe aufgebracht wurde.

Fig. 2 zeigt eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Papiers mit einem umlaufenden Rahmen von 2 cm Breite.

Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 1 wurde ein Papier mit den folgenden technischen Daten verwendet: DIN A4, Offset, holzfrei, weiß, EFC (elementar chlorfrei gebleicht), 100 g/m2. Das Muster wurde durch ein herkömmliches Flexodruckverfahren auf das Papier aufgebracht, wobei eine 255er Rasterwalze mit einem Schöpfvolumen von 4,5 g/cm3 verwendet wurde. Der Farbton der Druckfarbe entspricht der Pantonefarbe 2707U.

Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 2 wurde ein Papier mit den folgenden technischen Daten verwendet: DIN A4, Offset, holzfrei, weiß, EFC (elementar chlorfrei gebleicht), 100 g/m2. Zunächst wurde in einem ersten Schritt das netzartige Muster durch ein herkömmliches Flexodruckverfahren auf das Papier aufgebracht, wobei eine 255er Rasterwalze mit einem Schöpfvolumen von 4,5 g/cm3 verwendet wurde. Der Farbton der Druckfarbe entspricht der Pantonefarbe 2707U. Der umlaufende Rahmen wurde in einem zweiten Schritt durch ein weiteres Flexodruckverfahren geschlossen flächig aufgebracht. Wie in dem ersten Schritt wurde dafür wieder eine 255er Rasterwalze mit einem Schöpfvolumen von 4,5 g/cm3 und eine Druckfarbe, die dem Farbton der Pantonefarbe 2707U entspricht, verwendet.


Anspruch[de]
  1. 1. Papier mit einer Grammatur von 80-300 g/m2, das ein farbiges, nichtschwarzes, rasterpunktfreies Muster aufweist, welches mit einer auf Wasser basierenden, oxidierbaren oder reduzierbaren Druckfarbe aufgebracht ist.
  2. 2. Papier gemäß Anspruch 1, wobei das Muster vollflächig aufgetragen ist.
  3. 3. Papier gemäß Anspruch 1 oder 2 mit einer Grammatur von 80-160 g/m2.
  4. 4. Papier gemäß Anspruch 3 mit einer Grammatur von 100 g/m2.
  5. 5. Papier gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4 mit DIN A4 Format.
  6. 6. Papier gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5 mit einem Muster, das ferner einen umlaufenden Rahmen aufweist.
  7. 7. Papier gemäß Anspruch 6, wobei der umlaufende Rahmen eine Breite von 2 cm aufweist.
  8. 8. Papier gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, wobei die Druckfarbe einem Farbton der Pantonefarbe 2707U entspricht.
  9. 9. Verwendung des Papiers gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8 als Dokumentenpapier, umfassend Verträge, Vollmachten, Urkunden, Zertifikate, Diplome, Zeugnisse, Vereinbarungen, Testamente und Gutachten.






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