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Dokumentenidentifikation DE10140649A1 16.01.2003
Titel Steuerbare Bohrkrone
Anmelder Deilmann-Haniel Maschinen- und Stahlbau GmbH, 44319 Dortmund, DE
Erfinder Linke, Albert, 57462 Olpe, DE
Vertreter Schulte & Schulte, 45219 Essen
DE-Anmeldedatum 18.08.2001
DE-Aktenzeichen 10140649
Offenlegungstag 16.01.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.01.2003
IPC-Hauptklasse E21B 19/08
Zusammenfassung Die Bohrkrone 7 eines Bohrgerätes 1 ist im Bereich ihrer radialen Mantelfläche 10 mit Bohrstiften 9, 11 ausgerüstet, welche eine Führung der Bohrkrone 7 ermöglichen und eine so günstige Schneidwirkung herbeiführen, dass es nicht notwendig ist, bei Bohrvorgängen durch unterschiedliche Materialen ein Schlagwerk einzusetzen. Bohrstifte 9, 11 sind teilweise rechtwinklig zur Bohrachse 14 und teilweise abgewinkelt zu dieser angeordnet. Bohrstifte 13 sind teilweise versetzt zur Bohrachse 14 der Bohrkrone 7 angeordnet, so dass die Bohrkrone 7 steuerbar geführt ist und die Bohrrichtung korrigiert werden kann.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Bohrgerät für den Tief-, Tunnel- und Bergbau mit einer auf einer Bohrlafette verschieblich geführten Vorschubeinheit zum Setzen und Ziehen von aus Innenrohr und Außenrohr gebildeten Bohrgestängen, wobei an dem dem Bohrloch zugewandten Ende des Bohrgestänges eine Bohrkrone angeordnet ist, welche an ihrer Frontfläche Bohrstifte aufweist.

Bekannte Geräte für die Herstellung von Bohrungen im Tief-, Tunnel- oder Bergbau werden am dem Bohrloch zugewandten Funde mit Bohrkronen ausgerüstet, die ausschließlich an ihrer Frontfläche oder ihren Frontflächen mit Bohrstiften ausgerüstet sind. Dies führt dazu, dass notwendige Korrekturen bei der Herstellung der Bohrlöcher sehr aufwendig sind, weil die Bohrkrone nicht steuerbar ist. Stattdessen muss fehlerhaft weitergebohrt oder das Bohrgerät neu angesetzt und eingerichtet werden, weil Bohrlochwandung und äußere, radiale Mantelfläche der Bohrkrone unmittelbar aneinander schließen, so dass auf Grund dieses fehlenden Spielraums, der ein Steuern der Bohrkrone ermöglichen könnte, von der einmal vorgegebenen Bohrachse nicht abgerückt werden kann. Probleme mit bekannten Bohrgeräten und -kronen treten gerade dann auf, wenn Bohrlöcher in unterschiedlichen, hintereinander angeordneten Materialien herzustellen sind. In Abhängigkeit von der Härte des zu durchbohrenden Materials muss dabei die Vorschubeinheit des Bohrgerätes nicht nur als Dreh- sondern auch als Schlagwerkzeug eingesetzt werden, und zwar während eines Bohrvorgangs unter Umständen mehrmals. Dies gilt im Speziellen für das Durchdringen von Betonmauern im Tiefbau. Schließt sich hinter dem Betonbereich beispielsweise ein solcher aus weicherem Gestein an, muss die Vorschubeinheit erneut auf Drehen umgestellt werden, wobei der hierfür günstige Punkt unmittelbar nach Durchdringen der mit dem Schlagwerk bearbeiteten Schicht ja nicht ohne Weiteres festgestellt werden kann. Häufige Übergänge zwischen verschiedenen Materialien bei der Herstellung einer Bohrung führen folglich dazu, dass das gesamte Gerät immer wieder neu eingerichtet und gegebenenfalls mit einer speziellen Bohrkrone ausgerüstet werden muss.

Der vorliegenden Erfindung stellt sich daher die Aufgabe, ein Bohrgerät mit einer Bohrkrone zu schaffen, welche eine erleichterte Herstellung von Bohrlöchern auch bei unterschiedlichen, zu durchdringenden Materialien ermöglicht.

Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass die Bohrkrone zusätzliche, ihrer radialen Mantelfläche zugeordnete Bohrstifte aufweist.

Die radiale Mantelfläche der Bohrkrone weist überstehende Bohrstifte auf, welche aufgrund ihrer verbesserten Schneid- und/oder Reißwirkung wegen ihrer Anordnung in diesem Bereich auch härtere Materialien, wie beispielsweise Beton, ohne den Einsatz von schlagenden Werkzeugen durchdringen können. Damit können unterschiedliche Materialien mit derselben Bohrkrone gewissermaßen in einem Arbeitsgang ohne eine Neueinrichtung des Bohrgeräts gebohrt werden. Die Anordnung von Bohrstiften im Bereich der radialen Mantelfläche ermöglicht auch ein Steuern der Bohrkrone. Auf Grund des zwischen Bohrlochwandung und radialer Mantelfläche der Bohrkrone möglichen Spiels wegen der Anordnung der Bohrstifte kann die Bohrkrone und somit auch das Bohrgestänge wesentlich leichter korrigiert und umpositioniert werden.

Eine noch bessere Schneidwirkung wird erreicht, wenn der radialen Mantelfläche gegenüber der Bohrachse abgewinkelt angeordnete Bohrstifte zugeordnet sind. Die Bohrstifte sind in Bohrrichtung vorstehend angeordnet und schließen je nach Anwendungsfall mit der Bohrachse einen stumpfen oder spitzen Winkel ein. Entsprechend ist die Schneidwirkung der nach vorne schräg gestellten Hartmetallstifte verstärkt, wobei den derartig positionierten Bohrstiften eine Doppelfunktion zukommt, indem sie zugleich bewirken, dass die radiale Mantelfläche beabstandet zur Bohrlochwandung unter Belassung eines gewissen Spiels verbleibt. Die abgewinkelten Bohrstifte wirken also sowohl auf der Frontfläche der Bohrkrone als auch auf ihrer radialen Mantelfläche. Darüber hinaus wird ein Schutz der eigentlichen Mantelfläche bzw. der Bohrkrone bewirkt, so dass diese vor vorzeitigem Verschleiß geschützt ist.

Eine Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass die der radialen Mantelfläche zugeordneten Bohrstifte mindestens einem an der Frontseite angeordneten Bohrstift gegenüber in Bohrrichtung gesehen nachgeordnet sind. Ein oder mehrere solcher Bohrstifte dienen dazu, die Bohrkrone zunächst zu zentrieren, bevor das eigentliche Schneidwerkzeug, also hier die abgewinkelt angeordneten Bohrstifte, in Funktion treten. Entsprechend ist vorgesehen, dass die abgewinkelt angeordneten Bohrstifte als Freischneidestifte ausgebildet sind. Damit wird eine günstige Schneidwirkung auf die zu bearbeitende Wandung ausgeübt, so dass auch härteste und widerstandsfähigste Materialien durchbohrt werden können, wobei der Einsatz eines gesonderten Schlaggerätes vorteilhafterweise entfallen kann. Es liegt auf der Hand, dass bei dieser günstigen Anordnung der Bohrstifte diese sich den unterschiedlichen Gegebenheiten, sprich Materialien, besonders gut anpassen, ohne dass gesonderte Einstellungen an dem Bohrgerät an sich vorgenommen werden müssen, insbesondere ohne dass das Bohrgerät nach Bearbeitung einer besonders harten Schicht vom Schlag- auf den Drehmechanismus umgestellt werden müßte.

Nach einer weiteren Lösung der erfindungsgemäßen Aufgabe ist vorgesehen, dass die Bohrkrone mindestens einen gegenüber der Bohrachse der Bohrkrone versetzt, achsparallel angeordneten Bohrstift aufweist.

Die versetzte Anordnung eines oder mehrerer Bohrstifte führt dazu, dass die Bohrkrone exzentrisch geführt und damit steuerbar ist, indem sie um eine versetzt zur Bohrachse der Bohrkrone angeordnete Bohrachse dreht, wodurch es zu einer Bohrbewegung kommt, bei welcher Bohrungen entstehen, deren Durchmesser den Außendurchmesser der Bohrkrone übertreffen. Die versetzte Anordnung solcher Bohrstifte zumindest annähernd parallel zur Bohrachse führt vorteilhafterweise dazu, dass bei der Drehbewegung einer exzentrisch geführten Bohrkrone Bohrungen mit einem Zwischenraum zwischen Bohrlochwandung und äußerer Mantelfläche hergestellt werden können. Die Bohrkrone kann also gesteuert werden, indem sie umgesetzt bzw. neu ausgerichtet wird, falls sich während des Bohrvorgangs herausstellen sollte, dass die Bohrung von der Vorgabe abweicht.

Ein günstiges Bohrbild wird dann erreicht, wenn mindestens ein voreilender Bohrstift, vorzugsweise zwei voreilende Bohrstifte, auf der Frontfläche gegenüber der Bohrachse der Bohrkrone versetzt achsparallel angeordnet sind. Genau genommen handelt es sich bei diesem voreilenden Bohrstift nicht um einen Zentrierstift, da dieser die exzentrische Führung der Bohrkrone bewirkt. Dieser Bohrstift ermöglicht aber die Führung der Bohrkrone; die weiteren, nacheilenden Bohrstifte sind, dessen Funktion ergänzend, teilweise versetzt zur Bohrachse der Bohrkrone angeordnet. Besonders günstig ist es, wenn zwei auf der Frontfläche der Bohrkrone angeordnete Bohrstifte zumindest annähernd auf gleicher Höhe voreilend angeordnet sind, um auch gleich die notwendige Schneidwirkung zu erreichen.

Besonders zweckmäßig ist es, wenn die Bohrkrone mindestens zwei Bohrstufen aufweist, wobei im Bereich der Abstufung zwischen beiden Bohrstufen gegenüber der Bohrachse abgewinkelt angeordnete und über die Mantelfläche der ersten Bohrstufe hinausreichende Bohrstifte angeordnet sind. Hierunter wird verstanden, dass Bohrstifte am Übergang zwischen der jeweiligen Frontfläche zur jeweiligen, radialen Mantelfläche nach vorne schräg gegenüber der Bohrachse abgewinkelt angeordnet sind. Damit sind es die im Bereich der Abstufung liegenden Bohrstifte, welche eine Art Außenkranz aus Hartmetallstiften bildend, nach der Ausrichtung der Bohrkrone unmittelbar den Schneidvorgang aufnehmen. Im Zusammenwirken mit weiter innen liegenden, als Nachschneidewerkzeug ausgebildeten Bohrstiften kann das Bohrwerk dann durch entsprechende Spülbohrungen in den Außenraum der Bohrkrone abgeführt werden.

Der Winkel, in dem die Bohrstifte angeordnet sind, ist besonders günstig gewählt, wenn die abgewinkelt angeordneten Bohrstifte in einem Winkel von 40°-70°, vorzugsweise von 55° zur Bohrachse in Bohrrichtung gesehen, angeordnet sind. Damit ist eine Positionierung erreicht, in der das Verhältnis zwischen Schneidwirkung, guter Abführbarkeit des Bohrwerkes ebenso gegeben ist, wie gleichzeitig vermieden wird, dass die einzelnen Bohrstifte einer zu hohen Belastung ausgesetzt sind und zu schnell verschleißen.

Eine weiterer Typ von Bohrstiften ist der, bei dem die Bohrkrone auf ihrer radialen Mantelfläche im Wesentlichen rechtwinklig zur Bohrachse angeordnete Bohrstifte aufweist, welche der hinteren Bohrstufe in Bohrrichtung beabstandet nachgeordnet sind. Die rechtwinklig zur Bohrachse auf der radialen Mantelfläche angeordneten Bohrstifte unterstützen die Wirkung der als Schneidwerkzeug dienenden und schützen gleichzeitig die Bohrkrone selbst gegen Verschleiß. Die Bohrkrone bleibt somit steuerbar. Die Bohrstifte auf der radialen Mantelfläche der zweiten Bohrstufe sind zweckmäßigerweise etwa in deren Mitte angeordnet, wobei mehrere Bohrstifte, über den Umfang der Mantelfläche gesehen, verteilt angeordnet sind.

Ergänzend zur Anordnung der als Freischneidestifte ausgebildeten Bohrstifte wird vorgeschlagen, dass die Bohrkrone mit als Nachschneidewerkzeug dienenden Dachschneidezähnen ausgerüstet ist, welche vorzugsweise an der Frontfläche der jeweiligen Bohrstufe den Freischneidestiften gegenüber auf der Frontfläche innen angeordnet, entsprechend kleiner ausgebildet sind und das dort anfallende Bohrwerk in Richtung Außenraum der Bohrkrone abführen.

Die Dachschneidezähne sollten möglichst so ausgebildet sein, dass ein Dachschneidezahn jeweils zwischen zwei Bohrstiften angeordnet ist. Das gegenüber dem Dachschneidezahn außen bzw. innen liegende, voreilende Paar Bohrstifte hinterläßt dabei in der zu bohrenden Wandung Riefen zurück, so dass dann durch den zwischen den Bohrstiften angeordneten Dachschneidezahn der verbliebene Zwischenraum abgeräumt werden kann.

Die Erfindung betrifft außerdem eine Bohrkrone für ein Bohrgerät, die sich dadurch auszeichnet, dass die Bohrkrone zusätzliche, auf ihrer radialen Mantelfläche angeordnete Bohrstifte aufweist und/oder dass die Bohrkrone mindestens einen exzentrisch zur Bohrachse angeordneten Bohrstift aufweist. Diese steuerbare Bohrkrone ist in unterschiedlichsten Materialien einsetzbar und weist zweckmäßigerweise zwei Bohrstufen auf, der jeweils Bohrstifte zugeordnet sind, und zwar in Form eines außenliegenden Kranzes, welcher durch als Schneidwerkzeuge vorgesehene Bohrstifte gebildet ist. Nachdem ein im Bereich der Mitte der ersten Bohrstufe angeordneter Stift die Bohrkrone zunächst zentriert hat, schneiden die äußeren, schräg nach vorne angeordneten Bohrstifte frei. Beabstandet dazu sind auf der Bohrkrone auf deren radialen Mantelfläche zusätzliche Bohrstifte angeordnet, welche deren Wirkung unterstützen, den Körper vor Verschleiß bewahren und stets für eine Steuerbarkeit der Bohrkrone sorgen. Die Erfindung zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass eine steuerbare Bohrkrone für ein Bohrgerät zum Einsatz in Tief-, Tunnel- oder Bergbau geschaffen ist, so dass Fehler, die sich bei der Herstellung einer Bohrung ergeben wurden, leicht korrigiert werden können. Einerseits tragen hierzu im Bereich des radialen Außenmantels der Bohrkrone angeordnete Hartmetallstifte mit besonders hoher Schneidwirkung bei; ergänzend oder alternativ dazu sind es versetzt zur Bohrachse der Bohrkrone angeordnete Bohrstifte. Die Bohrstifte sind im Außenbereich einer jeweiligen Bohrstufe eine Art Kranz ergebend, nach vorne abstehend und abgewinkelt zur Bohrachse angeordnet. Weitere Bohrstifte sind beabstandet zur Frontfläche der zweiten Bohrstufe angeordnet, die einerseits die Bohrkrone vor Verschleiß schützen und andererseits die Wirkung der vorangestellten Bohrstifte zusätzlich unterstützen. Die erfindungsgemäße Bohrkrone ist für den Einsatz in unterschiedlichen, hintereinander angeordneten Materialien, insbesondere solchen unterschiedlicher Härte geeignet, zumal sogar Beton ohne den Einsatz eines Schlagmechanismus durchdrungen werden kann.

Weitere Einzelheiten und Vorteile des Erfindungsgegenstandes ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung der zugehörigen Zeichnung, in der ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel mit den dazu notwendigen Einzelheiten und Einzelteilen dargestellt ist. Es zeigen:

Fig. 1 ein Bohrgerät,

Fig. 2 eine teilweise geschnitten dargestellte Bohrkrone in Seitenansicht,

Fig. 3 eine Bohrkrone in Vorderansicht,

Fig. 4 eine Bohrkrone im Längsschnitt nach der Linie A-A gemäß Fig. 3 und

Fig. 5 eine Bohrkrone im Längsschnitt nach der Linie B-B gemäß Fig. 3.

Fig. 1 zeigt ein Bohrgerät 1 in Seitenansicht, bei dem die Vorschubeinheit 3 verschieblich auf der Bohrlafette 2 geführt ist. Die Vorschubeinheit 3 kann als reines Drehwerk ausgebildet sein, weil aufgrund der erfindungsgemäßen Ausbildung der Bohrkrone eine Schlagwirkung für bestimmte Einsatzzwecke entfallen kann. Das Bohrgerät 1 ist mit einem Bohrgestänge 4 ausgerüstet, welches aus innerem Bohrrohr 5 und äußerem Bohrrohr 6 besteht. An dem dem Bohrloch zugewandten Ende 8 des Bohrgestänges 4 ist die hier nicht speziell gezeigte Bohrkrone angeordnet.

In Fig. 2 ist eine Bohrkrone 7 ohne Bohrgestänge zu erkennen. Sie weist einen Anschluß 24 für das Innenrohr und einen Anschluß 25 für das Außenrohr eines Bohrgestänges auf. Die Bohrkrone 7 weist zwei Bohrstufen 15 auf, nämlich die ersten Bohrstufe 15 und die zweite Bohrstufe 15'. Die erste Bohrstufe 15 weist in der Mitte der Frontfläche 12 einen Bohrstift 13, hier einen voreilenden Bohrstift 20, auf, welcher zur Führung der Bohrkrone 7 dient. Zudem sind nach außen abgewinkelte Bohrstifte 22 zu erkennen. Die zweite Bohrstufe 15' weist ebenfalls abgewinkelt angeordnete Bohrstifte 23 auf; zusätzlich ist ein Dachstift zu erkennen, der den Schneidezähnen nachgeordnet ist. Der Dachstift 19 ist hier zwischen den Bohrstiften 27 und 28 angeordnet. Dessen vorrangiger Zweck ist es, den zwischen den durch die Bohrstifte 27 und 28 verursachten Riefen verbleibenden Zwischenraum abzuräumen. Im Bereich der zweiten Bohrstufe 15' sind außerdem Spülbohrungen 31 vorgesehen, über die das Bohrgut abgeführt werden kann. Beabstandet zur Frontfläche 12' der zweiten Bohrstufe 15' sind auf der Mantelfläche 10 der Bohrkrone 7 bzw. der zweiten Bohrstufe 15' Bohrstifte 11', 18' zu erkennen. Deren Zweck ist es, die Wirkung der vorderen zum Freischneiden dienenden Bohrstifte 22 bzw. 23 zu unterstützen und zugleich eine Steuerung der Bohrkrone 7 zu ermöglichen. Schließlich verhindern die Bohrstifte 11', 18' auch ein Verschleißen der radialen Mantelfläche 10 der Bohrkrone 7, indem sie diese schützend angeordnet sind.

Fig. 3 zeigt eine Bohrkrone 7 in Frontansicht. Voreilend angeordnet ist dabei der Bohrstift 13, 20 sowie der Bohrstift 13, 21, jeweils auf der ersten Bohrstufe 15. Die Achsen 29, 30 der Bohrstifte 20, 21 verlaufen zumindest annähernd parallel zur Bohrachse 14 der Bohrkrone 7. Die versetzt achsparallel angeordneten Bohrstifte dienen dazu, die Bohrkrone 7 zunächst zu führen und gleichzeitig eine Schneidwirkung auszuüben. Die Bohrstifte 13 sind exzentrisch zur Bohrachse 14 der Bohrkrone 7 angeordnet, was bedeutet, daß mit der Bohrkrone 7 eine Bohrlochwandung hergestellt werden kann, deren Abmessungen über dem Außendurchmesser der Bohrkrone 7 liegt, wodurch letztlich die Steuerbarkeit der Bohrkrone 7 erreicht wird. Nachgeordnet sind den Bohrstiften 13 die jeweils kranzartig angeordneten Bohrstifte 9, 11. Diese sind abgewinkelt zur Bohrachse 14 angeordnet und üben eine Schneidwirkung aus. Die Bohrkrone weist eine zweite Bohrstufe 15', wiederum mit einem dieser voreilenden Bohrstift 20' und weiteren als Freischneidestiften ausgebildeten Bohrstiften 9',11' auf. Die erfindungsgemäße Bohrkrone 7 kann ohne eine gesonderte Schlagwirkung des Bohrgerätes eingesetzt werden, so dass das Bohrgerät nicht neu eingerichtet zu werden braucht, sobald beim Bohren auf neues Material gestoßen wird. Damit kann beispielsweise auch hinter einer Betonwand liegendes Gestein im gleichen Bohrvorgang gebohrt werden.

Fig. 4 zeigt einen Längsschnitt durch eine Bohrkrone 7, wobei neben den unterschiedlichen Bohrstiften auf den Bohrstufen 15 und 15' vor allen Dingen die Spülbohrung 31 gezeigt ist.

Fig. 5 zeigt die Bohrkrone 7 in einem anderen Längsschnitt. Hierbei ist die Abstufung 16 im Übergang zwischen den beiden Bohrstufen 15 und 15' gezeigt, wobei die Abstufung 16 am Übergang zwischen Frontfläche 12 und radialer Mantelfläche 10 bzw. Frontfläche 12' und radialer Mantelfläche 26 ein Bohrstift 9, 9' positioniert ist. Dieser Hartmetallstift ist beispielhaft in einem Winkel von 55° zur Bohrachse 14 positioniert. Die aus Hartmetall hergestellten Freischneidezähne 17 führen eine ausreichend starke Schneidewirkung aus, die einen gesonderten Schlagvorgang des Bohrgerätes unnötig machen. Anschließend schneiden weitere Bohrstifte, wie beispielsweise der Dachschneidezahn 19 in den Zwischenräumen zwischen den Bohrstiften 9, 11 nach. Weitere Bohrstifte 11', 18' im Bereich der radialen Mantelfläche 10' der Bohrkrone 7 dienen dazu, die Bohrkrone 7 steuern zu können sowie zur Unterstützung der Wirkung der Freischneidestifte 17, wobei sie beabstandet zur Frontfläche 12' angeordnet sind.

Alle genannten Merkmale, auch die den Zeichnungen allein zu entnehmenden, werden allein und in Kombination als erfindungswesentlich angesehen.


Anspruch[de]
  1. 1. Bohrgerät (1) für den Tief-, Tunnel- und Bergbau mit einer auf einer Bohrlafette (2) verschieblich geführten Vorschubeinheit (3) zum Setzen und Ziehen von aus Innenrohr (5) und Außenrohr (6) gebildeten Bohrgestängen (4), wobei an dem dem Bohrloch zugewandten Ende (8) des Bohrgestänges (4) eine Bohrkrone (7) angeordnet ist, welche an ihrer Frontfläche (12) Bohrstifte (13) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die Bohrkrone (7) zusätzliche, ihrer radialen Mantelfläche (10) zugeordnete Bohrstifte (11) aufweist.
  2. 2. Bohrgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der radialen Mantelfläche (10) gegenüber der Bohrachse (14) abgewinkelt angeordnete Bohrstifte (11) zugeordnet sind.
  3. 3. Bohrgerät nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die der radialen Mantelfläche (10) zugeordneten Bohrstifte (11) mindestens einem an der Frontseite (12) angeordneten Bohrstift (13) gegenüber in Bohrrichtung gesehen nachgeordnet sind.
  4. 4. Bohrgerät nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die abgewinkelt angeordneten Bohrstifte (9) als Freischneidestifte (17) ausgebildet sind.
  5. 5. Bohrgerät (1) für den Tief-, Tunnel- und Bergbau mit einer auf einer Bohrlafette (2) verschieblich geführten Vorschubeinheit (3) zum Setzen und Ziehen von aus Innenrohr (5) und Außenrohr (6) gebildeten Bohrgestängen (4), wobei an dem dem Bohrloch zugewandten Ende (8) des Bohrgestänges (4) eine Bohrkrone (7) angeordnet ist, welche an ihrer Frontfläche (12) Bohrstifte (13) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die Bohrkrone (7) mindestens einen gegenüber der Bohrachse (14) der Bohrkrone (7) versetzt achsparallelen Bohrstift (13) aufweist.
  6. 6. Bohrgerät nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein voreilender Bohrstift (20), vorzugsweise zwei voreilende Bohrstifte (20, 21) auf der Frontfläche (12) gegenüber der Bohrachse (14) der Bohrkrone (7) achsparallel angeordnet sind.
  7. 7. Bohrgerät Anspruch 1 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Bohrkrone (7) mindestens zwei Bohrstufen (15, 15') aufweist, wobei im Bereich der Abstufung (16) zwischen beiden Bohrstufen (15, 15') gegenüber der Bohrachse (14) abgewinkelt angeordnete und über die Mantelfläche (10) der ersten Bohrstufe (15) hinausreichende Bohrstifte (9) angeordnet sind.
  8. 8. Bohrgerät nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die abgewinkelt angeordneten Bohrstifte (9) in einem Winkel von 40°-70°, vorzugsweise von 55° zur Bohrachse (14) in Bohrrichtung gesehen, angeordnet sind.
  9. 9. Bohrgerät nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Bohrkrone (7) auf ihrer radialen Mantelfläche (10) im Wesentlichen rechtwinklig zur Bohrachse (14) angeordnete Bohrstifte (18) aufweist, welche der hinteren Bohrstufe (15') in Bohrrichtung beabstandet nachgeordnet ist.
  10. 10. Bohrgerät nach Anspruch 1 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Bohrkrone (7) mit als Nachschneidewerkzeug dienenden Dachschneidezähnen (19) ausgerüstet ist.
  11. 11. Bohrgerät nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass ein Dachschneidezahn (19) jeweils zwischen zwei Bohrstiften (28, 29) angeordnet ist.
  12. 12. Bohrkrone (7) für ein Bohrgerät (1) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bohrkrone (7) zusätzliche, auf ihrer radialen Mantelfläche (10) angeordnete Bohrstifte (11) aufweist und/oder die Bohrkrone (7) mindestens einen gegenüber der Bohrachse (14) der Bohrkrone (7) exzentrisch angeordneten Bohrstift (13) aufweist.






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