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Dokumentenidentifikation DE10124263A1 23.01.2003
Titel Mittel zur äußerlichen Wundbehandlung, zur Behandlung von Schnupfen und zur Verwendung als Inhalationslösung
Anmelder Wetzel, Friedrich A., Dr.med., 86554 Pöttmes, DE
Erfinder Wetzel, Friedrich A., Dr.med., 86554 Pöttmes, DE
Vertreter Munk, L., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 86150 Augsburg
DE-Anmeldedatum 18.05.2001
DE-Aktenzeichen 10124263
Offenlegungstag 23.01.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.01.2003
IPC-Hauptklasse A61K 33/30
Zusammenfassung Gegenstand der Erfindung ist die Verbesserung oder weitere Ausbildung der Verwendung des Gegenstands der Patentanmeldung 10113142.9, wobei das Mittel ein Zn-Salz, ausgewählt aus der Gruppe, bestehend aus Zinksulfat, Zinkorotat, Zinkgluconat und Zinkacetat, enthält. Die Konzentration an den genannten Zn-Salzen in dem Mittel liegt im Bereich von 100 bis 400 mg/l, bevorzugt beträgt sie 200 mg/l.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft den Gegenstand der deutschen Patentanmeldung 101 13 142.9, nämlich die Verwendung einer Zusammensetzung, die der Zusammensetzung des menschlichen Bluts besonders angepasst ist, das heißt die Verwendung einer zum Blut im Wesentlichen isotonischen Zusammensetzung.

Zur Behandlung von Schnupfen werden in der Medizin eine Vielzahl von Mitteln eingesetzt. Diese Mittel werden in der Regel über eine längere Zeitdauer verabreicht und sind bei der Bekämpfung der dem Schnupfen zu Grunde liegenden viralen Infektion unterschiedlich erfolgreich. Je nach dem, welche Variante des Schnupfen erregenden Virus den Schnupfen ausgelöst hat, kann die Behandlung des Schnupfens eine mehr oder weniger lange Applikation des Schnupfenmittels, bevorzugt als Nasenspray, erfordern. Selbst bei längerer Behandlung sind viele der üblicherweise verwendeten Schnupfenmittel nicht besonders effektiv.

Bei länger dauernder Anwendung der üblichen Schnupfenmittel treten aber weitere nachteilige Effekte zu Tage; insbesondere zeigt sich bei längerer Anwendung der üblichen abschwellenden Schnupfenmittel eine die Schleimhaut schädigende Wirkung.

Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Schnupfenmittel bereitzustellen, das eine weiter verbesserte Wirksamkeit gegenüber dem den Schnupfen erregenden Virus hat. Insbesondere soll das Mittel auch bei längerer Anwendung nicht zu einer Schädigung der behandelten Schleimhäute führen.

Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass eine in der Zusammensetzung der Zusammensetzung des menschlichen Blutes besonders angepasste Zusammensetzung zur Herstellung eines Mittels verwendet wird, das zur Behandlung des Schnupfens eingesetzt wird, wobei der Gegenstand der Patentanmeldung 101 13 142.9 dahin gehend weitergebildet wird, dass das Mittel ein Zn-Salz, ausgewählt aus der Gruppe, bestehend aus Zinksulfat, Zinkorotat, Zinkgluconat und Zinkacetat enthält.

Statt der in der Patentanmeldung 101 13 142.9 beschriebenen Zinksalze von Aminosäuren werden erfindungsgemäß im Rahmen dieser Zusatzanmeldung für die Herstellung des Mittels Zn-Salze, ausgewählt aus der Gruppe, bestehend aus Zinksulfat, Zinkorotat, Zinkgluconat und Zinkacetat verwendet. Im Übrigen entspricht die erfindungsgemäß verwendete Zusammensetzung derjenigen der Patentanmeldung 101 13 142.9.

Im Sinne der Erfindung handelt es sich bei der der Zusammensetzung des menschlichen Blutes besonders angepassten Zusammensetzung um eine im Wesentlichen isotonische Zusammensetzung. Das heißt, dass die erfindungsgemäße Zusammensetzung in Bezug auf ihre Bestandteile eine Osmolarität aufweist, die derjenigen des Blutes entspricht. Die erfindungsgemäß verwendete Zusammensetzung hat also insbesondere eine Osmolarität von 305 bis 325 mosm/l.

Insbesondere enthält die erfindungsgemäße Zusammensetzung die Mineralsalze Natriumchlorid, Kaliumchlorid und Calciumchlorid in einer isotonischen wässrigen Lösung, bevorzugt mit einem pH-Wert von 5 bis 7.

Bei der erfindungsgemäß verwendeten Zusammensetzung liegt die Konzentration an Natriumchlorid im Bereich von 10 mmol/l bis 250 mmol/l, bevorzugt 100 mmol/l bis 150 mmol/l, die Konzentration an Kaliumchlorid im Bereich von 0,1 mmol/l bis 10 mmol/l, bevorzugt 1 mmol/l bis 5 mmol/l und die Konzentration an Calciumchlorid (eingewogen in Form von CaCl2.2 H2O) im Bereich von 0,1 mmol/l bis 5 mmol/l, bevorzugt 1 mmol/l bis 3 mmol/l.

Bei einer ganz besonders bevorzugten Ausführungsform der zur Herstellung eines Schnupfenmittels verwendeten Zusammensetzung handelt es sich um die in der Fachwelt bekannte Ringerlösung (wässrige Lösung mit 147 mmol/l Na+, 4 mmol/l K+, 2,25 mmol/l Ca2+, 155,5 mmol/l Cl-; theoretische Osmolarität 309 mosm/l). Sie ist für den Patienten auf der Schleimhaut wesentlich angenehmer als etwa eine physiologische Kochsalzlösung.

Das Zinksalz wird so dosiert zugesetzt, dass die endgültige Formulierung eine Konzentration an Zn in Form der vorstehend genannten Zn-Salze im Bereich von 100 bis 400 mg/l, bevorzugt 200 mg/l, enthält.

Wie bereits erwähnt wird erfindungsgemäß die Zusammensetzung zur Herstellung eines Mittels gegen Schnupfen eingesetzt. Das erfindungsgemäß bereitgestellte Mittel zeichnet sich gegenüber üblichen Schnupfenmitteln - genauer gesagt den Anti-Schnupfenmitteln - durch eine bessere Wirksamkeit gegenüber dem viralen Erreger aus. Besonders vorteilhaft ist auch, dass die erfindungsgemäß bereitgestellte Zusammensetzung bei lang- beziehungsweise länger dauernder Applikation nicht schleimhautschädigend, sondern -heilend wirkt. Die zur Behandlung von Schnupfen bereitgestellte Zusammensetzung ist daher besonders für die Formulierung zu einem Nasenspray geeignet.

Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäß verwendeten Zusammensetzung ist, dass sie sich auch zur äußerlichen Applikation auf Wunden eignet; bei Behandlung von Verletzungen der Haut mit der Zusammensetzung tritt ein im Vergleich zur Kontrolle (physiologische 0,9%ige Kochsalzlösung) besserer und schnellerer Heilungserfolg ein.

Noch ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäß verwendeten Zusammensetzung ist, dass sie sich auch zur Verwendung als Inhalationslösung, insbesondere bei Infektion der Bronchien eignet.

Die Erfindung wird durch die nachfolgenden Beispiele näher erläutert, die jedoch nicht einschränkend zu verstehen sind.

Herstellungsbeispiel 1

Herstellung derselben Lösung wie in Herstellungsbeispiel 1 der Hauptanmeldung, außer dass je Liter der Lösung 0,210 g Zn-DL-Aspartat durch 0,200 g eines anderen Zn-Salzes ersetzt wurden. Also hier

Einwaage für 1000 ml Lösung H2O für Injektionszwecke

8,60 g NaCl (Endkonzentration 147 mmol/l)

0,30 g KCl (Endkonzentration 4 mmol/l)

CaCl2.2 H2O 0,33 g (Endkonzentration 2,25 mmol/l)

Anstelle von Zn-DL-Aspartat 0,210 g (Endkonzentration Zn2+ 0,637 mmol/l = 42 mg/l,) gemäß Herstellungsbeispiel 1 der Hauptanmeldung wurden 0,200 g Zn gluconat zugegeben.

Einstellen des pH-Wertes auf 5,0 bis 7,0 und Auffüllen mit H2O für Injektionszwecke auf 1000 ml. Die theoretische Osmolarität der Lösung beträgt 309 mosm/l.

Anstelle von Zn gluconat können auch andere Zn-Salze vorgesehen sein. Zn sulfat erweist sich als besonders günstig, weil es leicht erhältlich ist.

Anwendungsbeispiel 1

Es wurden ca. 100 Patienten mit den typischen Symptomen eines Schnupfens mit der in Herstellungsbeispiel 1 hergestellten und zu einem Nasenspray formulierten Lösung behandelt (Schnupfenmittel 1). Außerdem wurde eine gleich große Zahl an Patienten mit einem üblichen Schnupfenmittel behandelt (Kontrolle).

Ergebnis

Im Falle der Behandlung mit dem Schnupfenmittel 1 war der Schnupfen im Mittel nach 3 Tagen abgeklungen.

Im Falle der Behandlung mit dem Schnupfenmittel der Kontrolle war der Schnupfen im Mittel erst nach 5 bis 6 Tagen abgeklungen. Außerdem traten in mehreren Fällen Superinfektionen auf (Mittelohrentzündung etc.).


Anspruch[de]
  1. 1. Gegenstand der Patentanmeldung 101 13 142.9, wobei das Mittel ein Zn-Salz, ausgewählt aus der Gruppe, bestehend aus Zinksulfat, Zinkorotat, Zinkgluconat und Zinkacetat enthält.
  2. 2. Verwendung nach Anspruch 1, wobei das Mittel zu einem Nasenspray formuliert vorliegt.
  3. 3. Verwendung nach Anspruch 1 oder 2, wobei das Mittel Mineralsalze in einer isotonischen wässrigen Lösung, bevorzugt mit einem pH-Wert von 5 bis 7 enthält.
  4. 4. Verwendung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Mittel Natriumchlorid, Kaliumchlorid und Calciumchlorid in Lösung enthält.
  5. 5. Verwendung nach Anspruch 4, wobei die Konzentration an Natriumchlorid im Bereich von 10 mmol/l bis 250 mmol/l, bevorzugt 100 mmol/l bis 150 mmol/l liegt, die Konzentration an Kaliumchlorid im Bereich von 0,1 mmol/l bis 10 mmol/l, bevorzugt 1 mmol/l bis 5 mmol/l und die Konzentration an Calciumchlorid im Bereich von 0,1 mmol/l bis 5 mmol/l, bevorzugt 1 mmol/l bis 3 mmol/l liegt.
  6. 6. Verwendung nach Anspruch 4, wobei es sich bei der Lösung um Ringerlösung handelt.
  7. 7. Verwendung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Konzentration an Zn-Salzen in dem Mittel im Bereich von 100 bis 400 mg/l, bevorzugt 200 mg/l liegt.
  8. 8. Verwendung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Mittel eine theoretische Osmolarität von 305 bis 325 mosm/l hat.






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