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Dokumentenidentifikation DE10124290C1 23.01.2003
Titel Düsenwebmaschine, insbesondere Lüftdüsenwebmaschnine mit einem Schussfadeneintragsystem
Anmelder Lindauer Dornier GmbH, 88131 Lindau, DE
Erfinder Gielen, Markus, 88131 Lindau, DE;
Wahhoud, Adnan, Dr., 88131 Lindau, DE;
Teufel, Dieter, 88085 Langenargen, DE;
Schiller, Peter, 88131 Lindau, DE;
Armbrust, Matthias, 88239 Wangen, DE
DE-Anmeldedatum 17.05.2001
DE-Aktenzeichen 10124290
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 23.01.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.01.2003
IPC-Hauptklasse D03D 47/30
IPC-Nebenklasse D03D 47/28   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Düsenwebmaschine, insbesondere eine Luftdüsenwebmaschine mit einem Schussfadeneintragssystem und mit einem Steuer- und Regelsystem zur Druckbeaufschlagung, insbesondere der Hauptblasdüsen.
Kern der Aufgabe ist die Schaffung eines reaktionsschnellen und kostengünstigen Stuer- und Regelsystems zur Druckbeaufschlagung, insbesondere der Hauptblasdüsen.
Gelöst wird die Aufgabe dadurch, dass das Steuer- und Regelsystem (5) für alle Hauptblasdüsen (1 bis n) und wahlweise für alle Tandemhauptblasdüsen (1 bis n) aus jeweils einem einzigen an sich bekannten 3/2-Wege-Servoventil mit integriertem Drucksensor und Regler besteht.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Düsenwebmaschine, insbesondere eine Luftdüsenwebmaschine mit einem Schussfadeneintragsystem und einem Steuer- und Regelsystem zur Druckbeaufschlagung insbesondere der Hauptblasdüsen nach den Merkmalen des Oberbegriffs von Patentanspruch 1.

In Düsenwebmaschinen, insbesondere Luftdüsenwebmaschinen ist zum Erreichen hoher Schussgeschwindigkeiten eine gute Impulsübertragung vom Transportmedium, z. B. Luft, auf den Schussfaden erforderlich.

Bekannt ist z. B., bei einem sogenannten Mischwechsel im Schussfadeneintragsprozess, d. h. beim Übergang von einer Schussfadenart auf eine andere Schussfadenart, den Druck des Transportmediums einer oder mehrerer Schussfadeneintragsdüsen zu verändern, um bei annähernd konstanter Drehzahl der Webmaschine eine konstante Schussfadenflugzeit durch den Eintragskanal des Webblattes zu erreichen.

Ein zu früh wie ein zu spät innerhalb eines betreffenden Webzyklus das Ende des Schussfadeneintrags erreichender Schussfaden kann zu Webfehlern führen.

In einem Falle wurde zur Erreichung konstanter Schussfadenflugzeiten so vorgegangen, dass dem Schussfaden innerhalb eines Webzyklus so viel Zeit gewährt und dieser mit so viel Transportmedium beaufschlagt wird, das praktisch sicher ist, dass sowohl der langsamste als auch der schnellste Schussfaden innerhalb der vorgegebenen Zeitspanne liegt.

Eine andere Vorgehensweise besteht darin, dass der Druck für alle Hauptblasdüsen gemeinsam durch einen mechanischen Druckregler auf ein bestimmtes Niveau eingestellt wird. Also zunächst erfolgt, unabhängig von Qualitätsunterschieden der einzelnen Schussgarne, die Einstellung eines Grunddruckniveaus. Jeder Hauptblasdüse ist ein Drosselventil zugeordnet, an dem für jeden einzelnen Schussfaden individuell das zum Erreichen der vorgegebenen Schussfadenflugzeit erforderliche Druckniveau eingestellt wird.

Aus der DE 33 00 934 C2 ist ferner eine Düsenwebmaschine bekannt, mit einer Düsenanordnung zum Eintragen eines Schussfadens und einer in Schussrichtung nach der ersten Düsenanordnung vorgesehene zweite Düsenanordnung in Art mehrerer über die Webbreite positionierter Stafettendüsen und wenigstens einer Streckdüse am Ausgang des Webfaches.

Die Düsenwebmaschine ist dadurch gekennzeichnet, dass zumindest einem Teil der zweiten Düsenanordnung gesteuerte Einstellmittel zugeordnet sind, durch welche der Speisedruck des zumindest einen Teils der zweiten Düsenanordnung auf verschiedene Werte einstellbar ist. Als Einstellmittel sind hier Reduzierventile vorgesehen.

Sowohl die erst genannte wie auch die zweit genannte Vorgehensweise ist im Hinblick auf die Bereitstellung und den Verbrauch von Transportmedium unökonomisch.

Des weiteren ist die Zuordnung jeweils eines Drosselventils zu einer Hauptblasdüse und einer Tandemhauptblasdüse als erste Düsenanordnung und die Zuordnung jeweils eines Reduzierventils zu den Hilfsblasdüsen als zweite Düsenanordnung gemäß der DE 33 00 934 C2 kostenaufwendig im Hinblick auf den Bauaufwand des Steuer- und Regelsystems und kostenaufwendig im Hinblick auf das individuelle Einstellen der Blasdrücke an den Drosselventilen.

Aus DE 30 43 003 C2 ist eine Düsenwebmaschine bekannt, die mit einer Messvorrichtung für die Transportgeschwindigkeit des Schussfadens sowie mit einem Steuersystem ausgerüstet ist, in welchem das für die Transportgeschwindigkeit repräsentative Signal in ein Steuersignal umgewandelt wird, das die Komponenten des Schussfadentransportsystems, welche die Geschwindigkeit des Schussfadens bestimmen, beeinflusst.

Als Komponenten des Schussfadentransportsystems erkennt der Fachmann in diesem Dokument die Hauptblasdüsen und dass jeder Hauptblasdüse ein Drucksteuer- oder Regelventil zugeordnet ist.

Vor dem Hintergrund des Standes der Technik ist es Aufgabe der Erfindung, für eine Düsenwebmaschine, insbesondere eine Luftdüsenwebmaschine, ein in jeder Hinsicht kostengünstiges Steuer- und Regelsystem für die Hauptblas- und wahlweise für die Tandemhauptblasdüsen zu schaffen, das zudem reaktionsschnell ist, um sowohl beim Start der Webmaschine für den ersten Schussfadeneintrag den notwendigen Druck bereitzustellen, als auch von Schusseintrag zu Schusseintrag beliebige Druckniveaus reaktionsschnell zu realisieren.

Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass das Steuer- und Regelsystem für alle Hauptblasdüsen und wahlweise für alle Tandemhauptblasdüsen jeweils ein einziges an sich bekanntes 3/2-Wege-Servoventil mit integriertem Drucksensor und Regler umfasst.

Ausgestaltende Merkmale der Erfindung sind in den abhängigen Patentansprüchen offenbart.

Mit dem Einsatz eines einzigen 3/2-Wege-Servoventils mit integriertem Drucksensor und Regler ist es nunmehr in vorteilhafter Weise möglich, das Druckniveau für jede Hauptblasdüse direkt, d. h. ohne mechanische Einstellungen, über die Software einer Düsenwebmaschine vorzugeben.

Dadurch, dass erfindungsgemäß ein einziges Ventil in der Lage ist, im Bereich von wenigen Millisekunden, nämlich zwischen etwa 15 bis 20 ms von einem geforderten Druckniveau z. B. von 2,5 bar auf ein anderes gefordertes Druckniveau von z. B. 5,0 bar umzuschalten, kann auf die aus dem Stand der Technik bekannte Zuordnung von einem Drucksteuerventil für jede Hauptblasdüse oder jede Tandemhauptblasdüse verzichtet werden.

Die Erfindung soll nachstehend an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert werden.

Die Figur zeigt schematisch das Schussfadeneintragsystem einer Luftdüsenwebmaschine.

Das Schussfadeneintragsystem besteht aus einer pneumatischen Druckquelle P, aus 1 bis n Hauptblasdüsen, 1, 2, 3, n und wahlweise aus 1 bis n Tandemhauptblasdüsen (nicht dargestellt), aus nicht dargestellten 1 bis n Hilfsblas- oder Stafettendüsen, die den Transport des Schussfadens durch den Schussfadeneintragskanal eines nicht dargestellten Webblattes unterstützen und aus nicht dargestelltem Mittel, welches die zum Schussfadentransport erforderliche Zeit oder den Drehwinkel der Webmaschinenhauptwelle als Ist-Wert misst und mit einem vorgegebenen Soll-Wert vergleicht und den ermittelten Zeit- oder Drehwinkeldifferenzwert in ein repräsentatives Signal umwandelt.

Dieses Signal, hier symbolisch durch die Signalleitung 4 dargestellt, wird dem Steuer- und Regelsystem 5 zugeführt.

Das Steuer- und Regelsystem 5 umfasst ein an sich bekanntes 3/2-Wege-Servoventil mit integriertem Drucksensor und Regler.

Auf die Funktionsweise dieses Servoventils muss nicht näher eingegangen werden, weil dieses allgemein bekannt ist.

Dem erfindungsgemäß einzigen, für alle Hauptdüsen 1, 2, 3, n verwendeten Steuer- und Regelsystem 5 ist ein Druckverteiler 6 nachgeordnet.

Eine Druckleitung 7 verbindet das Drucksteuer- und Regelsystem mit dem Druckverteiler 6, so dass der dem Ventil vorgegebene Druck über den Druckverteiler 6 und über das jeder Hauptblasdüse 1 bis n vorgeordnete Wegeventil 8, 9, 10, 11 und die jeweilige Druckleitung 12, 13, 14, 15 der jeweiligen Hauptblasdüse 1 bis n zugeführt wird.

Beispiel

Die Luftdüsenwebmaschine arbeitet im Schussfadeneintragsystem mit drei verschiedenen Schussfäden. Jeder Schussfaden besitzt eine andere Qualität, so dass jeder Schussfaden zum Erreichen einer für alle Schussfäden gleichen notwendigen Fadenflugzeit einen speziell anliegenden Hauptdüsendruck erfordert.

Der Bediener der Webmaschine gibt am Bedienpult der Webmaschine für den Schussfaden in der Hauptdüse 1 einen Druckwert von 3 bar, für den Schussfaden in der Hauptdüse 2 einen Druckwert von 5 bar und für den Schussfaden in der Hauptdüse 3einen Druckwert von 2 bar ein.

Über die Signalleitung 4 erhält das Steuer- und Regelsystem 5 das Signal zur Einstellung des Solldruckes von 3 bar; dieser Druckwert liegt daraufhin in dem Druckverteiler 6 an, bis das Wegeventil 8 den Weg über die Druckleitung 12 zur Hauptdüse 1 freigibt.

Nach dem Schließen des Wegeventils 8 erhält über die Signalleitung 4 das Steuer- und Regelsystem 5 das Signal zur Einstellung des Solldruckes 5 bar.

Wie bereits vorstehend zur Hauptdüse 1 beschrieben, wird nun die Hauptdüse 2 mit dem Solldruck von 5 bar beaufschlagt.

Ist nun, wie für die Hauptdüse 3, ein vergleichsweise niedriger Druck gegenüber der Hauptdüse 2 erforderlich, so wird das eventuell in dem Druckverteiler 6 anliegende höhere Druckniveau über den Entlüftungsanschluss R wenigstens soweit abgesenkt, bis der erforderlich Soll-Druck für die Hauptblasdüse 3 erreicht ist.

Mit der erfindungsgemäßen Verwendung eines bekannten 3/2-Wege-Servoventils mit integrierten Drucksensor und Regler als Steuer- und Regelsystem für die Hauptblasdüsen und wahlweise Tandemhauptblasdüsen wurden in überraschender Weise, wie Tests bei der Anmelderin belegen, auch bei Maschinendrehzahlen von über 1000 Upm und 2,5 bar bzw. 5 bar relativ geringe Schaltzeiten und stabile Druckwerte erreicht. ZEICHNUNGS-LEGENDE 1 Hauptblasdüse

2 Hauptblasdüse

3 Hauptblasdüse

n Hauptblasdüse

4 Signalleitung

5 Steuer- und Regelsystem

6 Druckverteiler

7 Druckleitung

8 Wegeventil

9 Wegeventil

10 Wegeventil

11 Wegeventil

12 Druckleitung

13 Druckleitung

14 Druckleitung

15 Druckleitung

P Druckquelle

R Entlüftungsanschluss


Anspruch[de]
  1. 1. Düsenwebmaschine, insbesondere Luftdüsenwebmaschine mit einem Schussfadeneintragssystem, bestehend im wesentlichen aus einer pneumatischen Druckquelle, aus 1 bis n Hauptblas- und wahlweise Tandemhauptblasdüsen, aus 1 bis n Hilfsblas- oder Stafettendüsen, aus einem in einem Webblatt integrierten Schussfadeneintragskanal, aus Mitteln, welche die zum Schussfadentransport erforderliche Zeit oder den Drehwinkel der Webmaschinenhauptwelle als Ist-Wert messen und mit einem vorgegebenen Soll-Wert vergleichen und den ermittelten Zeit- oder Drehwinkeldifferenzwert in ein repräsentatives Signal umwandeln, welches Signal einem Steuer- und Regelsystem zur Beaufschlagung der Hauptblas- und wahlweise der Tandemhauptblasdüsen mittels Blasdruck zugeführt wird, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuer- und Regelsystem (5) für alle Hauptblas- und wahlweise für alle Tandemhauptblasdüsen (1 bis n) jeweils ein einziges an sich bekanntes 3/2-Wege- Servoventil mit integriertem Drucksensor und Regler umfasst.
  2. 2. Düsenwebmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass dem Steuer- und Regelsystem (5) ein mit einer Druckleitung (7) verbundener Druckverteiler (6) nachgeordnet ist.
  3. 3. Düsenwebmaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein jeder Haupt- und jeder Tandemhauptblasdüse (1 bis n) zugeordnetes elektromagnetisch gesteuertes Wegeventil (8, 9, 10, 11) über Druckleitungen (12, 13, 14, 15) einerseits mit dem Druckverteiler (6) und andererseits mit der jeweiligen Hauptblas- und wahlweise Tandemhauptblasdüse (1 bis n) in Verbindung steht.
  4. 4. Düsenwebmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuer- und Regelsystem (5) zwischen der Druckquelle (P) und dem Druckverteiler (6) eingeordnet ist.






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