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Dokumentenidentifikation DE10125419C1 23.01.2003
Titel Verfahren zum Abscheiden von Übergrössen aus einem erdfeuchten Stoffgemisch und eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens
Anmelder Mahrwald, Jürgen, Dr., 18273 Güstrow, DE
Erfinder Mahrwald, Jürgen, Dr., 18273 Güstrow, DE
Vertreter Jaap, R., Pat.-Anw., 19370 Parchim
DE-Anmeldedatum 25.05.2001
DE-Aktenzeichen 10125419
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 23.01.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.01.2003
IPC-Hauptklasse B02C 23/12
IPC-Nebenklasse B02C 23/16   B02C 13/09   
Zusammenfassung In erdfeuchten Stoffgemischen sind störende Übergrößen enthalten, die für die weitere Verarbeitung in Betrieben der Bau- und Abfallwirtschaft oder auch in gärtnerisch-landwirtschaftlichen Betrieben aussortiert werden müssen. Bei allen bekannten Verfahren und Vorrichtungen konnten nur unter Hinnahme von Verstopfungen der Vorrichtung oder nur mit großem energetischen Aufwand Übergrößen abgeschieden werden. Es wird daher ein Verfahren und eine entsprechende Vorrichtung vorgeschlagen, die das Stoffgemisch durch rotierende Zinken (23) aufwirbelt und dabei die klumpigen Anteile des Stoffgemisches zerkleinert und die zerkleinerten Anteile durch eine Siebeeinheit (9) drückt und die aufgewirbelten Übergrößen des Stoffgemisches seitlich auswirft.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Abscheiden von Übergrössen aus einem erdfeuchten Stoffgemisch nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 und eine entsprechende Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach dem Oberbegriff des Anspruchs 4.

Derartige Erfindungen werden sowohl in Betrieben der Bau- und Abfallwirtschaft als auch in landwirtschaftlich-gärtnerischen Betrieben eingesetzt.

Erdfeuchte Stoffgemische sind in erster Linie Lehm und Sand-Kies-Gemische und beinhalten unterschiedliche Korngrössen. Beide Stoffgemische kommen in der Natur vor und werden durch Siebung/Klassierung zu Baustoffen mit bestimmten Eigenschaften veredelt. Eine weitere Stoffgemischgruppe sind Komposte, die sich aus verschiedenen Rohstoffchargen inklusive störender Beimengungen zusammensetzen.

Lehm wird zunehmend wieder als Baustoff eingesetzt. In Innenräumen sorgt Lehm für ein ausgeglichenes Raumklima bei stabiler Luftfeuchte von etwa 50% und wirkt daher im Sommer kühlend und im Winter als Wärmepuffer. Der Baustoff Lehm ist wiederverwendbar und kann nach Gebrauch in den Naturkreislauf zurückgeführt werden. Für den Baustoff Lehm benötigt man idealerweise ein feinkörniges Gemisch aus Sand mit Korngrössen von 0,063. .2,000 mm, Schluff mit Korngrössen von 0,002. .0,063 mm und Ton mit einer Korngrösse kleiner 0,002 mm. Im Ausgangszustand besteht das erdfeuchte Stoffgemisch aus diesen feinkörnigen Anteilen, aus klumpigen Anteilen und aus steinigen Übergrössen. Übergrössen-Steine sind für die weitere Verwendung des Lehms hinderlich und müssen daher ausgesondert werden. Das Abscheiden von Übergrössen aus erdfeuchten Stoffgemischen ist jedoch technisch schwierig.

Es wurden daher Verfahren und mechanische Vorrichtungen entwickelt, die die Übergrössen in erdfeuchten Stoffgemischen nicht ausscheiden sondern zerkleinern, so dass diese nicht mehr als Überkorn, sondern als normaler Bestandteil des Stoffgemischs in diesem enthalten bleiben. Nachteilig an diesen Verfahren ist der hohe Energieaufwand. Die Verfahren sind für Stoffgemische mit einem Übergrössen-Anteil von mehr als 1% wegen des hohen Verschleiss ungeeignet.

Es sind aber auch Verfahren zum Abscheiden von Übergrössen aus Stoffgemischen bekannt, wobei das erdfeuchte Stoffgemisch zunächst mit Wasser aufgeschwemmt, die Übergrössen dann herkömmlich ausgeschieden und die im angefeuchteten Stoffgemisch überschüssige Feuchtigkeit wieder entzogen wird. Oder es werden die erdfeuchten Stoffgemische zuerst getrocknet, die Übergrössen wieder herkömmlich ausgeschieden und dem Stoffgemisch dann die nötige Feuchtigkeit zugegeben. Beide Varianten sind sehr energie- und zeitaufwendig. Zum Abscheiden von Übergrössen aus feuchten oder trockenen Stoffgemischen sind Vorrichtungen bekannt, die aus mehreren parallel angeordneten und schräg abwärtsweisenden Rohren bestehen, wobei das zu klassierende Material zwischen diesen hindurchfällt. Übergrössen werden aufgrund des Eigengewichts auf den Rohren zum Abgabepunkt gleiten. Hierbei ist nur eine Grobabscheidung möglich, da bei Übergrössen unter 15 cm Materialbrücken entstehen. Dies kann zum Leerlauf der Maschine und der Verstopfung zwischen den parallelen Rohren führen.

In gärtnerischen und Betrieben der Abfallwirtschaft werden Trommelsiebe eingesetzt, um erdfeuchte Komposte von störenden Beimengungen zu befreien. Der Gefahr der Verstopfung muss mit gegenläufig arbeitenden Reinigungswalzen mit zusätzlichen Bürsten begegnet werden. Nachteilig wirkt sich die im Bezug auf den Materialdurchsatz unverhältnismäßig große Siebfläche aus.

In der DE 42 08 574 A1 ist eine mobile Zerkleinerungsvorrichtung für organische Abfallmaterialien vorgestellt worden, die aus einer höheneinstellbaren Einzugswalze und einem der Einzugswalze nachgeordneten Zerkleinerungsaggregat besteht. Dabei ist der Einzugswalze ein mit Fräswerkzeugen bestückter Vorzerkleinerer auf einer gemeinsamen Schwinge vorgeschaltet und das Zerkleinerungsgerät ist in Form eines mit Schlegeln besetzten Rotors ausgebildet.

Nachteilig ist, dass diese Vorrichtung sehr speziell zum Zerkleinern von organischen Abfallmaterialien entwickelt ist. Ein Einsatz zum Abscheiden von Übergrößen aus erdfeuchten Stoffgemischen ist nicht realisierbar.

In der DE 197 46 748 A1 ist eine Vorrichtung zur Zerkleinerung, Klassierung und Förderung von Schüttgütern vorgestellt worden. Auf schnell rotierende Wellen mit Schlagkörpern in definierter axialer und radialer Anordnung wird ein von oben aufgegebenes Materialgemisch aufgeschlossen und gleichzeitig durch sich ergehende charakteristische Flugbahnen in mindestens zwei Fraktionen klassiert.

Nachteilig ist, dass bei einer feinabgestuften Klassierung mit mehr als zwei Fraktionen die Vorrichtung sehr großbauend ist. Zudem kann die Bearbeitung erdfeuchter Stoffgemische zu einem Verkleben der Schlagkörper und der Wellen führen. Dies könnte bis zur Verstopfung einer solchen Vorrichtung führen. Häufiges Reinigen und Warten der Anlage mindert deren Dauereinsatzfähigkeit.

Inzwischen ist mit der DE 198 45 651 A1 ein Verfahren bekannt geworden, das Übergrössen auch aus erdfeuchten Stoffgemischen aussondert. Dabei wird das Stoffgemisch mittels auf vier unteren und drei oberen Wellen befindlichen unrunden und ineinander greifenden Scheiben gesiebt. Bestandteile, die kleiner als der grösste Scheibenabstand sind, fallen zwischen diesen hindurch oder werden durch die Drehbewegung der Scheiben hindurch gedrückt. Die Scheiben üben aber auch eine mechanische Kraft auf klumpige Stoffgemischbestandteile und Übergrössen aus. Klumpige Bestandteile des Stoffgemischs werden dabei zwischen den Scheiben zerkleinert. Übergrössen, die durch die Einwirkung der mechanischen Kraft der Scheiben nicht zerkleinert werden, werden durch die Drehbewegung und die unterschiedliche Umfangsgeschwindigkeit der Scheiben auf den Wellen weitergegeben und gelangen so zwischen ein nachgeschaltetes flexibel gelagertes Walzenpaar, wo sie ausgeworfen werden. Nachteilig an diesen Verfahren ist die Gefahr der Verstopfung durch Bestandteile mit einer Korngrösse, die der Spaltbreite zwischen den Scheiben entspricht. Auch als nachteilig fällt der hohe konstruktive und energetische Aufwand auf, der sich nicht zuletzt anhand der Anzahl an flexibel zu lagernden Wellen mit auf ihnen bewegten massiven Scheiben dokumentiert.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, ein gattungsmässiges Verfahren und eine entsprechende Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens zu entwickeln, das eine minimale Siebspaltweite ermöglicht und dennoch die Gefahr einer Verstopfung vermeidet.

Diese Aufgabe wird verfahrensmässig durch die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst. Zweckdienliche Ausgestaltungsmöglichkeiten des Verfahrens ergeben sich aus den Merkmalen der Ansprüche 2 bis 4. Die vorrichtungsseitige Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 5 und seiner zweckdienlichen Ausgestaltungsmöglichkeiten gemäss der Ansprüche 6 bis 11 gelöst.

Die Erfindung beseitigt die genannten Nachteile des Standes der Technik.

Der besondere Vorteil ergibt sich aus dem schnellen und sicheren Verfahren zum Abscheiden von Übergrössen aus unbehandeltem, erdfeuchten Stoffgemisch ohne die vorherige Veränderung der Konsistenz des Stoffgemischs. Die Gefahr der Verstopfung ist gleichzeitig minimiert. Zur Anwendung gebracht wird eine kostengünstige, robuste und konstruktiv einfache Vorrichtung, bei der das Verhältnis zwischen bewegten Vorrichtungsteilen und bewegtem Stoffgemisch und damit die Energieeffizienz verbessert ist. Die Vorrichtung kann direkt an der Abbau- oder Aufbereitungsstelle zum Einsatz kommen.

Weitere Vorteile beim Einsatz des Verfahrens sind, dass:

  • - eine höhere Effektivität des Zerkleinerns klumpiger Bestandteile durch eine integrierte Vorzerkleinerung erreicht wird und
  • - die im Normalfall störenden Übergrössen die Zerkleinerung der klumpigen Anteile durch Zusammenstösse fördern und
  • - eine oder mehrere Wiederholungen des Ablaufs durch integrierte Rückführung von unzerkleinerten Bestandteilen und/oder Übergrössen
  • - die Vorrichtung wartungs- und verschleissarm arbeitet und
  • - die Sortierung und Abscheidung rein mechanisch und ausser der üblichen Überwachung automatisch erfolgt und
  • - der Reinigungsvorgang durch permanentes Kämmen des Siebes erfolgt und
  • - der Reinigungsvorgang durch auf verschmutzte Vorrichtungsteile schlagende Übergrössen gefördert wird.

Die Erfindung soll nachstehend anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert werden. Dazu zeigen

Fig. 1 eine schematische Darstellung der erfindungsmässigen Vorrichtung,

Fig. 2 eine Einzelheit der Vorrichtung in der Draufsicht und

Fig. 3 eine Seitenansicht der Einzelheit.

Nach Fig. 1 besteht die erfindungsmässige Vorrichtung aus einer Einrichtung zur Materialzufuhr 1, einer Einrichtung zur Abfuhr des gesiebten Materials 2 und einer Aufbereitungs- und Siebeinheit 3. Die Einrichtung zur Matieralzufuhr 1 ist als Förderband ausgeführt; es sind dabei auch andere Vorrichtungen oder die Zufuhr von Hand denkbar. Die Einrichtung zur Abfuhr des gesiebten Materials 2 ist als schräggestelltes Förderband ausgeführt und endet über einem nicht dargestellten Behälter.

Zur Aufbereitungs- und Siebeinheit 3 gehört zum einen ein Rahmen 4 und ein Trichter 5. Dabei ist der Rahmen 4 als tragender Teil und in einfacher Schweisskonstruktion aus handelsüblichem Profil ausgeführt. Im Rahmen 4 ist der Trichter 5 befestigt, der aus einem prismatischen Grundkörper mit fester Abdeckung 6 und einer offenen Seitenfläche 7 besteht. Der Trichter 5 schliesst in Fallrichtung mit einer Schräge 8 ab, die herkömmlich ausgeführt ist. Eine gegenüber liegende Schräge ist als eine Siebeinheit 9 ausgebildet und an der offenen Seitenfläche 7 des Trichters 5 angeordnet. Dabei ragt die Siebeinheit 9 über die seitlichen Abmessungen des Trichters 5 hinaus, um eine vergrösserte Siebfläche zu erhalten. Die Sieböffnungen selbst werden durch Längsschlitze 10 zwischen fünf parallelen Rohren 11 gebildet. Die fünf parallelen Rohre 11 werden durch einen rechteckigen Rahmen 12 sowohl in ihrer Lage zur offenen Seitenfläche 7 des Trichters 5 als auch zueinander fixiert. Die Siebeinheit 9 wird an ihrem oberen Ende von einer nicht dargestellten Prallplatte begrenzt. Über zwei einfache Spindelvorrichtungen 13 am äusseren Ende der parallelen Rohre 11 und über ein nicht dargestelltes Drehgelenk im unteren Bereich des Trichters 5 ist die gesamte Siebeinheit 9 in ihrer Neigung zwischen der Vertikalen und der Horizontalen verstellbar. Die optimale Neigung der Siebeinheit 9 zum Trichter 5 wird durch die Konsistenz des zu siebenden erdfeuchten Stoffgemischs bestimmt.

Unterhalb der Siebeinheit 9 und den das Sieb bildenden Längsschlitzen 10 befindet sich die Einrichtung zur Abfuhr des gesiebten Materials 2 in Form eines Förderbandes. Dabei sind Siebbreite und Förderbandbreite etwa gleich und stehen zueinander parallel. Seitlich am Trichters 5 und gegenüber den Schrägen 8 höherliegend, befindet sich ein Ausfallschacht 14 für die steinigen Übergrössen. Als prismatischer Körper ausgeführt, zeigt die untere Öffnung des Ausfallschachts 14 in Richtung eines weiteren Förderbandes 15.

Weiterhin befinden sich im Inneren des Trichters 5 an der der offenen Seitenfläche 7 gegenüberliegenden Seite in zwei horizontalen Ebenen jeweils fünf feststehende und im rechten Winkel nach innen ragende Zinken 16. Die feststehenden Zinken 16 sind zur Erreichung einer federnden Wirkung an ihrer Befestigungsstelle mit quer zu ihrer Längsausdehnung befindlichen Federwicklungen 17 ausgeführt, deren Anzahl und Dimensionierung dem jeweiligen Anforderungsprofil entspricht und somit anpassbar ist.

Zum anderen gehört zur Aufbereitungs- und Siebeinheit 3 ein handelsüblicher Antriebsmotor 18 und ein vom Antriebsmotor 18 angetriebener Rotor 19. Der Antriebsmotor 18 ist am Rahmen 4 befestigt und der Rotor 19 im Rahmen 4 gelagert.

Der als Rotor 19 bezeichnete zentrale Bauteil der Aufbereitungs- und Siebeinheit 3 besteht nach Fig. 2, 3 aus einer zentralen Welle 20 und bildet über an vier um je 90° auf dem Umfang der Welle 20 versetzten Haltern 21 und an diesen befestigten Halterenden 22 den beweglichen Teil der Vorrichtung. Auf den Halterenden 22 sind je zwei Paar rotierende Zinken 23 montiert. Gleich den feststehenden Zinken 16 sind sie zur Erzielung einer federnden Wirkung an ihrer Befestigungsstelle mit quer zu ihrer Längsausdehnung mit Federwicklungen 17 ausgeführt. Die Anzahl und Dimensionierung der Federwicklungen 17 entspricht dabei wieder dem jeweiligen Anforderungsprofil. Somit sind die rotierende Zinken 23 über die Federwicklungen 17 anpassbar. Dabei sind die rotierenden Zinken 23 so dimensioniert und auf dem Rotor 19 angeordnet, dass sie während des Umlaufs sowohl durch die feststehenden Zinken 16 als auch durch die zwischen den parallelen Rohren 11 das Sieb bildenden Längsschlitze 10 kämmen, wobei das Spiel zwischen den Längsschlitzen 10 und den rotierenden Zinken 23 sehr gering ausgelegt ist. Sowohl die feststehenden Zinken 16 als auch die rotierenden Zinken 23 sind aus federhartem Material, vorzugsweise aus Federstahl, gefertigt. Die Anzahl der auf dem Rotor 19 montierten rotierenden Zinken 23, der im Trichter 5 feststehenden Zinken und der parallelen Rohre 11 der Siebeinheit 9 ist dem jeweiligen Anwendungsfall entsprechend variierbar.

Das erfindungsmässige Verfahren soll als komplexer Ablauf anhand einer Funktionsbeschreibung veranschaulicht werden. Dabei besteht das gewonnene erdfeuchte Stoffgemisch sowohl aus einem bereits als feinkörniges Gemisch vorliegenden Anteil als auch aus klumpigen Anteilen und steinigen Übergrössen.

Durch den Antriebsmotor 18 ist der Rotor 19 in Drehbewegung versetzt.

Gelangt nun dieses Stoffgemisch über die Einrichtung zur Materialzufuhr 1 in den Trichter 5, wird es auf den feststehenden Zinken 16 zum Liegen kommen oder durch den Aufprall auf die feststehenden Zinken 16 zerkleinert werden und bis zur Schräge 8 durchfallen. Durch die in Bewegung befindlichen rotierenden Zinken 23 werden die auf den feststehenden Zinken 16 und der Schräge 8 liegenden Bestandteile erfasst und gleichfalls in die der natürlichen Fallrichtung überlagerte Bewegung versetzt. Dabei kollidieren die rotierenden Zinken 23 mit den klumpigen Anteilen des Stoffgemischs und schleudern dieses gegen alle feststehenden Teile der Aufbereitungs- und Siebeinheit 3. Dabei werden die klumpigen Anteile durch die beim Aufprall wirkenden Kräfte zerkleinert. Die so entstehenden feinkörnigen Bestandteile rutschen durch die Längsschlitze 10 zwischen den parallelen Rohren 11 der Siebeinheit 9 und werden über die Einrichtung zur Materialabfuhr 2 abtransportiert.

Nun werden die klumpigen Anteile, die auf Grund ihrer Konsistenz und Grösse noch nicht durch die Längsschlitze 10 der Siebeinheit 9 fallen, von den rotierenden Zinken 23erfasst und durch die Längsschlitze 10 hindurchgekämmt. Dieses Hindurchkämmen ist gleichzeitig eine die Längsschlitze 10 reinigend wirkende Bewegung.

Die steinigen Übergrössen dagegen können die Längsschlitze 10 der Siebeinheit 9 nicht passieren und werden durch die parallelen Rohre 11 zurückgehalten und durch die rotierenden Zinken 23 erneut durch den Trichter 5 geschleudert. Der durch den permanenten Umlauf gewährleistete Aufprall von Übergrössen auf die parallelen Rohre 11 erfahren diese je nach Aufprallstärke eine zusätzliche Reinigung. In allen Phasen des Ablaufs werden die umherfliegenden Übergrössen beim Aufprall auf klumpige Bestandteile verstärkend auf deren Zerkleinerung wirken.

Nach dem beschriebenen Umlauf wird sich für noch vorhandene klumpige Bestandteile und Übergrössen durch die Drehbewegung des Rotors 19 in einem nächsten oder weiteren Umläufen nach dem Zufallsprinzip die Zerkleinerung der klumpigen Bestandteile und/oder das Ausscheiden der Übergrössen über den seitlichen Ausfallschacht 14 des Trichters 5 ergeben.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Abscheiden von Übergrößen aus einem erdfeuchten Stoffgemisch, bei dem das aus feinkörnigen Anteilen, aus klumpigen Anteilen und aus den Übergrößen bestehende Stoffgemisch in einen Trichter (5) gegeben wird, wo klumpige Anteile feinkörnig zerkleinert werden und ausfallen und die verbleibenden Übergrößen abgeführt werden, dadurch gekennzeichnet, dass

    die klumpigen Anteile und die Übergrößen durch um eine Welle (20) rotierende Zinken (23) aufgewirbelt und gegen feste Teile des Trichters (5) und einer Aufbereitungs- und Siebeinheit (3) geschleudert werden, wobei die Zerkleinerung durch die Aufprallkräfte erfolgt und

    weitere klumpige Anteile des Stoffgemisches mit Hilfe der um die Welle (20) rotierenden Zinken (23) durch Längsschlitze (10) der Aufbereitungs- und Siebeinheit (3) bis zum Ausfallen gedrückt werden und

    die Übergrößen nach dem Zufallprinzip in einen seitlichen Ausgang geschleudert werden.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Stoffgemisch zur Vorzerkleinerung der klumpigen Anteile über mehrere feststehende Zinken (16) geleitet wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Stoffgemisch von rotierenden Zinken (23) erfasst und in eine der natürlichen Fallrichtung überlagerte Bewegung versetzt wird.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass noch nicht zerkleinerte klumpige Anteile und noch nicht ausgestoßene Übergrößen wiederkehrend bewegt werden, bis sie ausgefallen oder ausgestoßen sind.
  5. 5. Vorrichtung zum Abscheiden von Übergrößen aus einem erdfeuchten Stoffgemisch, bestehend aus einer Einrichtung zur Materialzufuhr (1), einer Einrichtung zur Materialabfuhr (2) und einer Aufbereitungs- und Siebeinheit (3), wobei die Aufbereitungs- und Siebeinheit (3) aus einem Rahmen (4) und einem Trichter (5) mit einem Ausfallschacht (14) zur Abführung der Übergrößen besteht, dadurch gekennzeichnet, dass

    der Trichter (5) in sich geschlossen ausgeführt und an einer Seite mit einer geneigt angeordneten Siebeinheit (9) ausgerüstet ist, wobei die Siebeinheit (9) mindestens einen Längsschlitz (10) besitzt und die Längsschlitze (10) jeweils eine dem gewünschten Fraktionsmaß der feinkörnigen Anteile entsprechende Breite haben,

    im Trichter (5) ein antreibbarer Rotor (19) mit mehreren um eine Welle (20) rotierenden Zinken (23) angeordnet ist und die rotierenden Zinken (23) sich auf mindestens einer radialen Ebene und in gleichmäßiger Umfangsteilung befinden,

    die Längsschlitze (10) der Siebeinheit (9) in ihrer Richtung auf die Drehrichtung der rotierenden Zinken (23) ausgerichtet sind und die rotierenden Zinken (23) und die Längsschlitze (10) der Siebeinheit (9) ineinandergreifend ausgeführt sind und

    der Ausfallschacht (14) zur Abführung der Übergrößen höhergelegt ist.
  6. 6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Längsschlitze (10) durch mehrere, parallel ausgerichtete und voneinander beabstandete Rohre (11) gebildet werden.
  7. 7. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Trichter (5) auf der Seite der Siebeinheit (9) offen ausgeführt ist, die Siebeinheit (9) sich über die seitlichen Abmessungen des Trichters (5) erstreckt und die sich daraus ergebene obere Öffnung zwischen der Siebeinheit (9) und dem Trichter (5) durch eine Prallplatte abgedeckt ist.
  8. 8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Siebeinheit (9) in ihrer Neigung verstellbar ausgeführt ist.
  9. 9. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass sich im Trichter (5) mehrere feststehende Zinken (16) befinden, die auf der zur Siebeinheit (9) gegenüberliegenden Seite und unterhalb der Einrichtung zur Materialzufuhr (1) angeordnet sind und die sich in gleichen Abständen auf mindestens einer horizontalen Ebene erstrecken.
  10. 10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die feststehenden Zinken (16) so angeordnet und ausgebildet sind, dass sie mit den rotierenden Zinken (23) des Rotors (19) im Eingriff stehen.
  11. 11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die feststehenden Zinken (16) und die rotierenden Zinken (23) des Rotors (19) federnd ausgeführt sind.






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