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Dokumentenidentifikation DE10126692A1 23.01.2003
Titel Verfahren und Anlage zur Aufbereitung und Weiterverwendung von Bilgenwasser aus dem Schiffsbetrieb
Anmelder Burmester, Hans Joachim, 21220 Seevetal, DE
DE-Anmeldedatum 01.06.2001
DE-Aktenzeichen 10126692
Offenlegungstag 23.01.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.01.2003
IPC-Hauptklasse B63J 4/00
Zusammenfassung Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Anlage zur Aufbereitung und Weiterverarbeitung von Bilgenwasser aus dem Schiffsbetrieb, im Anschluss an die gemäß Internationalen Übereinkommen zum Schutz der Meeresumwelt (MARPOL 73/78) geforderten Bilgenwasserentölungseinrichtungen IMO-MEPC 60(33) mit einer maximalen Ölabflussrate von 15 ppm.
In der internationalen Seeschifffahrt werden die Standards im Meeresumweltschutz, insbesondere die Einleitung von Bilgenwasser aus dem Schiffsmaschinenbetrieb und Laderaumbereich, ständig erhöht.
Im MARPOL-Übereinkommen sind sogenannte Sondergebiete festgelegt, in denen kein Bilgenwasser nach außenbords gepumpt werden darf.
Das in diesem Fahrtbereich anfallende Bilgenwasser muss an Bord in speziellen Tanks, den Bilgenwasservorratstanks, gelagert werden.
Die Kapazität der für die Besatzung erforderlichen Trinkwasser- und Brauchwasserressourcen an Bord eines Schiffes sind begrenzt. Aus diesem Grund wird an Bord von Seeschiffen das Trink- und Brauchwasser in eigenen Anlagen aus Seewasser erzeugt. Die Verfahren zur Wassererzeugung sind energieaufwendig und kostenintensiv.
In Seegebieten, in denen kein Trink- bzw. Brauchwasser aus technischen und hygienischen Gründen, z. B. auf Reede und in Häfen, erzeugt werden kann bzw. darf, muss es von externen Versorgungseinrichtungen eingekauft werden.
Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, das entölte Bilgenwasser in einer Anlage in ein Brauchwasser aufzubereiten, um ...

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Im weiteren betrifft die Erfindung eine zur Durchführung des Verfahrens dienende Anlage gemäß der Ansprüche 5 bis 7.

Die Erfindung geht somit von der Aufgabe aus, das Verfahren und die Anlage gemäß DE-PS 42 31 837 soweit zu verbessern, dass anschließend das aufbereitete Bilgenwasser im Schiffsbetrieb genutzt werden kann.

Das ölverschmutzte Bilgenwasser wird bekanntlich nicht ohne weiteres nach außenbords gepumpt. Gemäß dem Internationalen Übereinkommen von 1973/78 zur Verhütung der Meeresverschmutzung durch die Schifffahrt (MARPOL-Übereinkommen) dürfen ölhaltiges Wasser mit einer Einleitrate von > 5 ppm in Sondergebieten bzw. > 15 ppm nicht in die Meeresumwelt abgelassen werden.

Die Kombination mehrerer patentrechtlich geschützter Bauteile, wie der IMO- MARPOL geprüfte Hochdruckentöler mit integriertem mechanischen Emulsions- und Schaumbrecher, eine besondere Membranfiltrationsanlage sind Stand der Technik. Diese Bilgenwasserentölungsanlage ermöglicht eine Reinigungsleistung gemäß den zur Zeit geforderten Umweltansprüchen. Die Praxis zeigt jedoch, dass auch diese Anforderungen zukünftig erhöht werden, sodass kein ölhaltiges Wasser ins Meer geleitet werden darf.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, durch eine permanente Trennung der Bilgenwasserentölungsanlage nach außenbords eine Einleitung von ölhaltigem und mit Schwermetallen belasteten Wasser in die Meeresumwelt zu verhindern und das erfindungsgemäß aufbereitete Brauchwasser im Schiffsbetrieb weiter zu verwenden.

Da die erforderlichen Kapazitäten der Trinkwasser- und Brauchwasserressourcen an Bord eines Schiffes für die Besatzung begrenzt sind, ist es erforderlich dieses in eigenen Anlagen aus Seewasser mit einem hohen energetischen und kostenintensiven Aufwand zu erzeugen.

In Seegebieten, in denen kein Trink- bzw. Brauchwasser aus technischen und hygienischen Gründen, z. B. auf Reede und in Häfen, erzeugt werden kann bzw. darf, muss es von externen Versorgungseinrichtungen eingekauft werden.

Die Lösung dieser Aufgabe besteht verfahrensmäßig, gemäß Anspruch 1 des Patentbegehrens sowie in der Fig. 1 dargestellt im wesentlichen darin, das in der Bilgenwasserentölungsanlage vorgereinigte Wasser in einem nachgeschalteten mechanisch-chemischen Verfahren soweit aufzubereiten, dass es als Brauchwasser (Toilettenspülung, Reinigung u. ä.) genutzt werden kann. Im Anschluss dieser Nutzung wird das sogenannte Schwarzwasser in einer Schiffsabwasserbehandlungsanlage biologisch gereinigt und kann gemäß den Einleitvorschriften für Abwässer ins Meer abgelassen werden.

Die Erfindung lässt sich komprimiert wie folgt darstellen:

Die in der Fig. 2 dargestellte Anlage enthält einen Bilgenwasserbehandlungstank (2).

Von einer Anlage zum Reinigen von ölverschmutztem Bilgenwasser auf Schiffen wie aus DE-PS 42 31 837 bekannt wird über eine Rohrleitung (1) das aufbereitete Bilgenwasser mit einem maximalen Restölgehalt von 5 ppm bzw. 15 ppm in den Bilgenwasserbehandlungstank (2) geleitet. Der Bilgenwasserbehandlungstank ist das Grundmodul der erfindungsgemäßen Anlage.

Erfindungsgemäß ist der Tank mit siebartigen Schlingerwänden in Längs- und Querspantbauweise ausgerüstet. Des weiteren ist dieser mit einer Füllstandsüberwachungseinrichtung (3), einer pH-Wert Messeinrichtung (4) und mit einem Überlauf (5) in den Bilgenwasservorratstank (6) und sowie mit einem Gefälle des Tankbodens und einem integrierten Sumpf (7) ausgestattet.

Über das Signal "Tank voll" wird mittels der Dosierpumpe (8) das in den Bilgenwasserbehandlungstank (2) eingeleitete Bilgenwasser über ein weiteres Signal der pH-Wert Messeinrichtung (4) erfahrungsgemäß auf einen pH-Wert von 3 bis 6 eingestellt.

Bei Erreichen des voreingestellten pH-Wertes wird über die Dosierpumpe (9) ein Fällungsmittels zum Ausfällen von Schwermetallen und der gelösten Kohlenwasserstoffverbindungen zugesetzt. Um den Fällungsprozess zeitlich zu beschleunigen wird über die Dosierpumpe (10) ein Flockungshilfsmittel zugeben.

Nach einer Verweilzeit von ca. 30 bis 60 Minuten ist der Fällungsprozess soweit abgeschlossen, dass sich das Ausfällungsprodukt auf dem geneigten Tankboden bzw. im Sumpf (7) abgesetzt hat.

Über die Dosierpumpe (11) wird ein Neutralisationsmittel bis zum Erreichen des neutralen pH-Wertes zugesetzt.

Das zu Brauchwasser aufbereitete Bilgenwasser wird über ein Filtersystem (12) und einer Pumpe (13) in den Brauchwassertank (14) automatisch gepumpt.

Mittels Schlammpumpe (15) wird der im Aufbereitungsprozess anfallende Schlamm über die Rohrleitung (16) in den bordseitig vorhandenen Schlammtank (17) abgepumpt.

Das aufbereitete Wasser kann jetzt als Brauchwasser im Schiffsbetrieb verwendet werden.

Es hat sich in bisherigen analytischen Untersuchungen gezeigt, dass die erfindungsgemäß wässrige Phase klar und farblos ist und auf Trinkwasserniveau abgesenkt werden kann.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren und Anlage zur Aufbereitung und Weiterverwendung von Bilgenwasser aus dem Schiffsbetrieb, dadurch gekennzeichnet, dass ölhaltiges und emulgiertes Wasser aus dem Schiffsmaschinenbetrieb nicht wie bisher nach der Reinigung in einer Bilgenwasserentölungsanlage, wie aus dem DE-PS 42 31 837 bekannt, nach außenbords gepumpt wird, sondern in einer Bilgenwasserbehandlungsanlage zu Brauchwasser aufbereitet wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass durch eine permanente Trennung der Bilgenwasserentölungsanlage nach außenbords eine Einleitung von ölhaltigem und mit Schwermetallen belasteten Wasser in die Meeresumwelt verhindert wird.
  3. 3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass in einer Bilgenwasserbehandlungsanlage aufbereitete Brauchwasser im Schiffsbetrieb vollständig zu nutzen.
  4. 4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass in einem Bilgenwasserbehandlungstank (2) das vorgereinigte, aber dennoch mit Öl, gelösten Kohlenwasserstoffverbindungen, mit Schwermetallen und Emulsionen belastete Wasser, durch hinzu Gabe einer bestimmten Gruppe von Chemikalien zu Brauchwasser für den Schiffsbetrieb aufbereitet wird.
  5. 5. Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Bilgenwasserbehandlungstank (2) so gestaltet ist, dass die Bewegung der Flüssigkeit, z. B. bei starken Kränkungen und Neigen durch Seegang, im innern des Tank durch siebartige Schlingerwände in Längs- und Querspantbauweise auf in Minimum verringert wird.
  6. 6. Anlage nach den Ansprüchen 1 und 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Bilgenwasserbehandlungstank (2) so gestaltet ist, dass durch die besondere Neigung des Tankbodens in Form eines unregelmäßigen Vielecks mit integriertem Sumpf das ausgefällte Produkt gesammelt und mittels einer Schlammpumpe abgesaugt wird.
  7. 7. Anlage nach Anspruch 1, 5 und 6, dadurch gekennzeichnet, dass durch Dosierpumpen (9 bis 11) bestimmten Gruppen von Chemikalien für den Schiffsbetrieb zu gesetzt werden.






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