PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE10129179A1 23.01.2003
Titel Verbundkörper, hergestellt nach einem LOM-Verfahren, Schichtmaterial zur Verwendung in einem LOM-Verfahren und Verfahren zur Herstellung von Lom-Verbundkörpern
Anmelder Fagerdala Deutschland GmbH, 99885 Ohrdruf, DE
Erfinder Ziegler, Maik, Dr.-Ing., 76327 Pfinztal, DE
Vertreter M. Köhler und Kollegen, 04229 Leipzig
DE-Anmeldedatum 19.06.2001
DE-Aktenzeichen 10129179
Offenlegungstag 23.01.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.01.2003
IPC-Hauptklasse B32B 5/32
IPC-Nebenklasse B32B 5/18   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft einen Verbundkörper, hergestellt nach einem LOM-Verfahren, wobei der Verbundkörper mehrere Schichten aus thermoplastischen Polymerschaum aufweist, mindestens eine tafelförmige Schicht aus einem Partikelschaum-Block entstammt und die Oberflächen der Schichten durch Wärmeeinwirkung miteinander verbunden sind.
Weitere Aspekte der Erfindung betreffen ein Verfahren zur Herstellung eines solchen Verbundkörpers sowie ein Schichtmaterial zur Verwendung in einem LOM-Verfahren.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Verbundkörper, ein Schichtmaterial und ein Verfahren nach dem Oberbegriff des Anspruches 1, 8 und 9.

Für unterschiedlichste Anwendungen, beispielsweise in der Kunststofftechnik, dem Formenbau oder dem Automobilbau, werden insbesondere in verschiedenen Phasen der Produktentwicklung Modelle und Prototypen des späteren Produktes schnell und kostengünstig benötigt. Für die Herstellung dieser Körper, die das gesamte Produkt oder Teile des Produktes mit möglichst hoher Konturengenauigkeit modellieren sollen, bedient man sich des sog. "Rapid Prototypings", welches auf einer Papier- Schicht-Technologie basiert. Dieses Papier-Schicht-Verfahren das sog. "Laminated object manufacturing" (LOM) eignet sich besonders für kleinvolumige Körper im vorgenannten Sinne. Bei diesen LOM-Verfahren wird computergestützt die dreidimensional vorliegende CAD-Zeichnung in Höhenschnitte zerlegt. Die Kontur des jeweiligen Höhenschnittes wird dann, beispielsweise mit einem Laserdrucker, auf ein Blatt aus Papier mit einer definierten Papierstärke aufgebracht. Anschließend erfolgt in einem Laminierprozeß das Verbinden, beispielsweise durch Verkleben, dieser Blätter zu einer Schicht. Mittels eines Lasers, eines Schneidplotters oder einer anderen an sich bekannten Art und Weise wird dann oder bei jedem Blatt einzeln die Kontur genau ausgeschnitten. Die vorgenannten Schritte werden wiederholt bis alle Höhenschnitte abgearbeitet sind.

Nach dem Erreichen der gewünschten Körperhöhe liegt ein kompakter Papierstapel vor, aus dem der Körper nachfolgend entformt wird. Durch den Einsatz von Klebstoffen ist eine sortenreine Wiederverwertung des LOM-Verbundkörpers nicht möglich. Bei großvolumigen Körpern ist dieses Verfahren und das Handling des LOM-Verbundkörpers aufgrund der relativ hohen Dichte des verwendeten Papiers außerdem aufwendig.

Aufgabe der Erfindung ist es, einen Verbundkörper der eingangs genannten Art vorzuschlagen, der sortenrein aufgebaut ist und eine geringere Dichte als Papier besitzt und sich einfach und effektiv herstellen lässt.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass der Verbundkörper mehrere Schichten aus thermoplastischen Polymerschaum aufweist, wobei mindestens eine tafelförmige Schicht aus einem Partikelschaum-Block entstammt, und die Oberflächen der Schichten durch Wärmeeinwirkung miteinander verbunden sind.

Partikelschaum besitzt eine vergleichsweise geringe Dichte, beispielsweise beträgt die Dichte regelmäßig 20 bis 80 g/l für expandiertes Polypropylen (EPP). Ein Schaumstoff im Sinne der Erfindung ist dabei eine feinverteilte, gasförmige Phase in einem matrixgebenden Feststoff. Die Oberflächen der Schichten aus Partikelschaum lassen sich durch Wärmeeinwirkung sicher und formstabil miteinander verbinden. Die Maßhaltigkeit der Höhenschichten von LOM-Verbundkörpern wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, dass tafelförmige Schichten mit einer exakt definierten Höhe eingesetzt werden. Diese tafelförmigen Schichten entstammen Partikelschaum-Blöcken, die in bekannter Art und Weise aus diesen ausgeschnitten werden.

Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen 2 bis 7.

Besonders vorteilhaft ist, dass die durch Verschweißen stoffschlüssig miteinander verbundenen Schichten auf PP-Material basieren. Verbundkörper im Sinne der Erfindung sind Körper, die mehrere tafelförmige Schichten aufweisen, wobei die äußere Schicht eine Deckschicht sein kann, die nicht aus Partikelschaum besteht, aber das Kriterium der Sortenreinheit weitestgehend erfüllt.

Die Aufgabe der Erfindung wird außerdem durch ein Schichtmaterial gelöst, welches in einem LOM-Verfahren einsetzbar ist, wobei die jeweils ausgeschnittene tafelförmige Schicht aus einem PP-, PS-, PE-, PPO/PS- oder PET-Partikelschaum-Material besteht.

Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines erfindungsgemäßen LOM-Verbundkörpers, wobei zumindest die innenliegenden Schichten des LOM-Verbundkörpers aus Partikelschaum bestehen.

Die Erfindung wird nachfolgend an einem Ausführungsbeispiel zur Herstellung eines Lost-Form-Bauteiles für die Gießereitechnik erläutert:

Der sog. "verlorene Kern" wird mittels CAD in Höhenschnitte aufgeteilt. Eine computergesteuerte Wasserstrahlanlage schneidet die Kontur aus diesen Schichten aus. XPS-Schichten und die tafelförmige EPS-Schichten werden abwechselnd mittels Flammkaschierung aufeinander kaschiert. Die vorbeschriebene Verfahrensweise kann zweckmäßigerweise bei der Herstellung von Lost-Form-Bauteilen in kleiner Stückzahl angewendet werden, da hierdurch auf teure Formteilwerkzeuge verzichtet werden kann.

Die eingesetzten EPS-Schichten besitzen eine geringere Dichte als die XPS- Schichten und bilden daher beim Lost-Form-Verfahren weniger Vergasungsprodukte.


Anspruch[de]
  1. 1. Verbundkörper, hergestellt nach einem LOM-Verfahren, dadurch gekennzeichnet, dass der Verbundkörper mehrere Schichten aus thermoplastischen Polymerschaum aufweist, wobei mindestens eine tafelförmige Schicht aus einem Partikelschaum-Block entstammt, und die Oberflächen der Schichten durch Wärmeeinwirkung miteinander verbunden sind.
  2. 2. Verbundkörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass durch Verschweißen zumindest ein teilweiser Stoffschluss zwischen der Oberflächen der Schichten aus thermoplastischen Polymerschaum besteht.
  3. 3. Verbundkörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Verbund durch Heiß-Kaschieren oder Verkleben zwischen der Oberflächen der Schichten aus thermoplastischen Polymerschaum besteht.
  4. 4. Verbundkörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die jeweilige Schicht aus thermoplastischen Polymerschaum auf einem PP-, PS-, PE-, PPO/PS- oder PET-Material basiert.
  5. 5. Verbundkörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sich tafelförmige Schichten aus Partikelschaum und extrudierte Schaumfolien aus einem PP-, PE- oder PS-Material abwechseln.
  6. 6. Verbundkörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die durch Verschweißen stoffschlüssig miteinander verbundenen Schichten auf EPS- oder EPP-Material basieren.
  7. 7. Verbundkörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Verbundkörper eine Deckschicht aufweist, die mittels eines Flammspritzverfahrens aufgebracht ist.
  8. 8. Schichtmaterial zur Verwendung in einem LOM-Verfahren, dadurch gekennzeichnet, dass die jeweils ausgeschnittene tafelförmige Schicht aus einem PP-, PS-, PE-, PPO/PS- oder PET-Material besteht.
  9. 9. Verfahren zur Herstellung eines LOM-Verbundkörpers nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest die Innenschichten des LOM-Verbundkörpers aus Partikelschaum bestehen.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com