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Dokumentenidentifikation DE10129748A1 23.01.2003
Titel Regelbare Austragswand zum Austragen des Mahlgutes aus einer Rohrmühle
Anmelder KHD Humboldt Wedag AG, 51105 Köln, DE
Erfinder Hagedorn, Alexander, 50259 Pulheim, DE;
Aufsfeld, Norbert, 50259 Pulheim, DE
DE-Anmeldedatum 20.06.2001
DE-Aktenzeichen 10129748
Offenlegungstag 23.01.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.01.2003
IPC-Hauptklasse B02C 17/06
IPC-Nebenklasse B02C 17/18   
Zusammenfassung Um zum Austrag des Mahlgutes aus einer Rohrmühle eine Austragswand zu schaffen, die ohne großen Montageaufwand in der Weise regelbar ist, dass auch bei wechselnden Mahleigenschaften der jeweiligen Mahlgüter gezielt Einfluss auf die Mahlgutbeladung in den Mahlkammern und auf die jeweils notwendige Mahlgutverweilzeit genommen werden kann, wird erfindungsgemäß eine doppelwandige Mahlgut-Austragswand vorgeschlagen, deren Mahlgutaustrittsöffnungen (19) jeweils einen verstellbaren Dosierschieber (21), insbesondere Drehschieber, zur stufenlosen Veränderung der Öffnungsquerschnitte (19) der Mahlgutaustrittsöffnungen und damit zur Regelung der Verweilzeit des Mahlgutes in der Mahlkammer aufweisen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Austragswand zum Austragen des Mahlgutes aus einer Rohrmühle, wobei die am Mahlgutaustragsende in den Rohrmühlenmantel eingebaute Austragswand doppelwandig ist mit einer für das gemahlene Gut durchlässigen mit Schlitzöffnungen versehenen Vorderwand, mit einer zur Vorderwand beabstandeten geschlossenen Rückwand, mit einem beide Wände der Austragswand verbindenden zentralen Mühlengas-Abzugskanal und mit über dessen Umfang verteilten Mahlgutaustrittsöffnungen.

Bei Drehrohrmühlen bzw. Kugelmühlen ist es bekannt, zwei benachbarte Mahlkammern durch eine doppelwandige Trennwand bzw. Übertragswand zu trennen, deren Vorderwand Längsschlitze aufweist, wobei die Schlitzöffnungen nur das gemahlene Gut hindurchlassen, während die Mahlkörper sowie das Mahlgut-Überkorn zurückgehalten werden. Beabstandet zur geschlitzten Vorderwand ist eine geschlossene Rückwand angeordnet, und zwischen Vorderwand und Rückwand ist ein zentraler Mühlengas-Verbindungskanal angeordnet. Das durch die Schlitze der Vorderwand in den Hohlraum der Übertragswand eintretende Mahlgut wird beim Drehen der Rohrmühle durch Hubelemente angehoben und über mehrere über den Umfang des zentralen Mühlengas-Verbindungskanals verteilte Austragsöffnungen in die nächste Mahlkammer eingeleitet. Eine Möglichkeit, die Größe der Schlitzöffnungen der Übertragswand und damit die u. a. von den Mahleigenschaften des jeweiligen Mahlgutes abhängige Mahlgut-Füllstandshöhe in den Mahlkammern regeln zu können, besteht dabei in der Praxis nicht.

Eine zwischen zwei Mahlkammern in eine Rohrmühle eingebaute doppelwandige aus Segmenten zusammengesetzte Übertragswand, die regelbar ist, ist aus einer Broschüre der Firma Magotteaux S.A., Vaux-S-Chèvremont/Belgien bekannt geworden. Dort wird das durch die Schlitze der Vorderwand in den Hohlraum der Übertragswand eintretende Mahlgut zentral nach Innen in den zentralen Mühlengas- Abzugskanal ausgetragen, und zwar durch eine Vielzahl von Schöpfrohrstücken, die in um den Umfang des zentralen Mühlengas-Abzugskanals verteilt angeordneten Öffnungen radial liegend und um ihre Längsachse verdrehbar angeordnet sind. Dabei ist der in das Innere der Übertragswand hineinragende Teil der radialen Schöpfrohrstücke jeweils schräg abgeschnitten, so dass je nach Drehstellung des schrägen Abschnittes des jeweiligen Schöpfrohrstückes bei jeder Umdrehung der Rohrmühle eine mehr oder weniger große Mahlgutmenge in das Schöpfrohrstück eingeschöpft bzw. eingeschaufelt und in die nächste Mahlkammer weitergeleitet wird. Abgesehen davon, dass mit dieser Art des Mahlguttransportes eine zielsichere Einflussnahme auf die jeweilige Mahlgutmenge und damit auf die Mahlgutfüllstandshöhe in der Mahlkammer nicht möglich ist, von einer Einflussnahme auf die Prozessgasmenge ganz zu schweigen, bereitet das Verdrehen der radial angeordneten Schöpfrohrstücke in der Praxis Schwierigkeiten.

Auch bei einer sogenannten Austragswand, die am Mahlgutaustragsende in den Rohrmühlenmantel eingebaut ist und die die Aufgabe hat, die Mahlkörper und das Überkorn zurückzuhalten und das fertig feine Mahlgut auszutragen, besteht der Wunsch, durch eine Regelbarkeit der Austragswand Einfluss zu nehmen zumindest auf die von der Mahlbarkeit des jeweiligen Mahlgutes abhängige Mahlgutverweilzeit, insbesondere die Mahlgutfüllstandshöhe in der Rohrmühle bzw. die Beladung der jeweiligen Mahlkammer konstant zu halten. Dies gilt sowohl für Einkammer- als auch für Mehrkammer-Rohrmühlen, die in jedem Fall am Mahlgutaustragsende eine Austragswand aufweisen müssen.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, zum Austragen des Mahlgutes aus einer Rohrmühle eine Austragswand zu schaffen, die ohne großen Montageaufwand in der Weise regelbar ist, dass auch bei wechselnden Mahleigenschaften der jeweiligen Mahlgüter gezielt Einfluss auf die Mahlgutbeladung in den Mahlkammern und auf die jeweils notwendige Mahlgutverweilzeit genommen werden kann.

Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung mit einer regelbaren Austragswand mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.

Bei der erfindungsgemäßen regelbaren Austragswand weisen die um den Umfang verteilten Mahlgutaustrittsöffnungen jeweils einen verstellbaren Dosierschieber zur stufenlosen Veränderung der Öffnungsquerschnitte auf. Die Dosierschieber können grundsätzlich mit translatorischer Schieberichtung ausgebildet sein. Nach einem besonderen Merkmal der Erfindung sind die um den radial inneren Umfang der Austragswand verteilten Mahlgutaustragsöffnungen etwa halbmondförmig ausgebildet, und die Dosierschieber sind dann als Drehschieber ausgebildet, mit ebenfalls etwa halbmondförmiger Konfiguration, so dass je nach Drehstellung des Drehschiebers jeweils ein mehr oder weniger großer Teil der Mahlgutaustrittsöffnung abdeckbar ist. Auf diese Weise ergibt sich je nach Drehstellung des Drehschiebers eine bestimmte Rückstauwirkung auf das Mahlgut, wodurch gezielt Einfluss auf die Verweilzeit des Mahlgutes in der Mahlkammer genommen werden kann. So kann z. B. auch bei wechselnden Mahleigenschaften der Mahlgüter die Mahlgutfüllstandhöhe, d. h. die Beladung der Mahlkammer mit Mahlgut einigermaßen konstant gehalten werden. Die erfindungsgemäßen verstellbaren Dosierschieber, insbesondere die verdrehbaren Drehschieber erlauben einen Regeleingriff nicht nur auf die Mahlgutmenge, sondern auch auf die Prozessgasmenge in der Rohrmühle, und die Drehschieber können so eingestellt werden, dass in allen Verdrehstellungen der Weg für das Mühlengas bzw. Prozessgas noch offen bleibt. Die Drehschieber, oder einzelne davon, können aber auch je nach Bedarf den Mahlgutweg und den Gasweg durch die Segmente der Austragswand völlig absperren.

Die Mahlgutaustrittsöffnungen mit ihren Drehschiebern können in der an sich geschlossenen Rückwand der doppelwandigen Austragswand um den Umfang des zentralen Mühlengas-Abzugskanals verteilt angeordnet sein. Die Mahlgutaustrittsöffnungen mit ihren Drehschiebern können aber auch im zentralen Mühlengas-Abzugskanal selbst, d. h. um den radial inneren Umfang der Austragswand angeordnet sein, der zylindrisch oder konisch ausgebildet sein kann. Um bei der letztgenannten Variante die Anzahl der Mahlgutaustrittsöffnungen mit ihren Drehschiebern begrenzt zu halten, können sich die Mahlgutaustrittsöffnungen jeweils über wenigstens zwei benachbarte Segmente der aus Radialsegmenten zusammengesetzten Austragswand erstrecken, so dass dann der radial innere Umfang der Austragswand die Gestalt eines Polygons annimmt.

Jedenfalls sind die Drehschieber außerhalb der Austragswand-Segmente an deren Mahlgutaustrittsöffnungen angeordnet und auf diese Weise verschleißgeschützt.

Die Erfindung und deren weitere Merkmale und Vorteile werden anhand der in den Figuren schematisch dargestellten Ausführungsbeispiele näher erläutert.

Es zeigt:

Fig. 1 eine erste Variante der erfindungsgemäßen regelbaren Austragswand einer Rohrmühle im Vertikalschnitt, mit herausgezeichneter eingekreister Ausschnittsvergrößerung X 1 : 10,

Fig. 2 eine zweite Variante der erfindungsgemäßen regelbaren Austragswand einer Rohrmühle, mit herausgezeichneter eingekreister Ausschnittsvergrößerung Y 1 : 10, und

Fig. 3 vergrößert herausgezeichnet die Ansicht bzw. Draufsicht auf einen Drehschieber der Austragswand gesehen in Richtung des Pfeiles III der Fig. 1 und 2.

Fig. 1 zeigt ausschnittsweise das Mahlgutaustragsende einer Rohrmühle mit dem Rohrmühlenmantel 10 und mit einer Mahlkammer, die mit Mahlkörpern 11, wie z. B. Stahlkugeln, und mit dem dazwischen liegenden Mahlgut befüllt ist. Am rechten Mühlenende, dem Mahlgutaustragsende, ist in den Rohrmühlenmantel 10 eine doppelwandige aus radialen und in der Regel aus Guss bestehenden Segmentkammern zusammengesetzte Austragswand eingebaut mit einer für das gemahlene Gut durchlässigen, mit Schlitzöffnungen 12 versehenen Vorderwand 13 und mit einer zur Vorderwand beabstandeten geschlossenen Rückwand 14. Beide Wände der Austragswand stehen durch einen zentralen sich konisch etwas verjüngenden Abzugskanal 15 miteinander in Verbindung, durch welchen die Hauptmenge des Mühlengases 16, wie z. B. Luft, durch ein Zentralsieb 17 hindurch abgezogen wird.

Das im Betrieb der Rohrmühle durch die Schlitzöffnungen 12 der Vorderwand 13 der Austragswand in die jeweilige Segmentkammer eintretende Mahlgut 18 wird durch z. B. spiralförmige Hubelemente angehoben und es tritt durch mehrere um den Umfang des zentralen Mühlengas-Abzugskanals 15 verteilte erfindungsgemäß regelbare Mahlgutaustrittsöffnungen 19 als fertig feines Mahlgut aus der doppelwandigen Austragswand sowie anschließend aus der Rohrmühle aus.

Wie insbesondere aus der Detailzeichnung Fig. 3 hervorgeht, sind die Mahlgutaustrittsöffnungen 19 in etwa halbmondförmig ausgebildet und sie sind mittels jeweils einem um einen Zentralbolzen 20 drehbaren Drehschieber 21 mit ebenfalls etwa halbmondförmiger Konfiguration je nach Drehstellung mehr oder weniger weitreichend abdeckbar. Durch stufenlose Veränderung der Öffnungsquerschnitte aller Mahlgutaustrittsöffnungen 19 wird gezielt Einfluss genommen auf die Verweilzeit des Mahlgutes in der Mahlkammer, und die Mahlgutfüllstandshöhe, d. h. die Beladung der Mahlkammer kann konstant geregelt werden, auch bei stark schwankenden Mahleigenschaften des jeweiligen Mahlgutes, ohne dass hierzu ein großer Montageaufwand erforderlich ist.

Während bei der Austragswand-Variante der Fig. 1 die Mahlgutaustrittsöffnungen 19 mit ihren Drehschiebern 21 in der Rückwand 14 der Austragswand um den Umfang des zentralen Mühlengas-Abzugskanals 15 verteilt angeordnet sind, sind bei der Austragswand-Variante der Fig. 2 die Mahlgutaustrittsöffnungen 19 mit ihren Drehschiebern 21 im zentralen Mühlengas-Abzugskanal 15 selbst angeordnet, und zwar im zeichnerischen Ausführungsbeispiel in einem zylindrischen Teilabschnitt desselben. Hier tritt das Mahlgut aus den Mahlgutaustrittsöffnungen 19 radial nach innen aus und wird dann sogleich vom Mühlengasstrom 16 aus der Rohrmühle ausgetragen. Bei dieser Variante der Austragswand sind die Drehschieber 21 nach Entfernung des Zentralsiebes 17 zwecks Regelung ebenfalls gut zugänglich. Zur Begrenzung der Anzahl der Drehschieber 21 und Mahlgutaustrittsöffnungen 19 erstrecken sich diese jeweils über wenigstens zwei benachbarte Segmente der aus den radialen Segmenten zusammengesetzten Austragswand.


Anspruch[de]
  1. 1. Austragswand zum Austragen des Mahlgutes aus einer Rohrmühle, wobei die am Mahlgutaustragsende in den Rohrmühlenmantel (10) eingebaute Austragswand doppelwandig ist mit einer für das gemahlene Gut durchlässigen mit Schlitzöffnungen (12) versehenen Vorderwand (13), mit einer zur Vorderwand beabstandeten geschlossenen Rückwand (14), mit einem beide Wände der Austragswand verbindenden zentralen Mühlengas-Abzugskanal (15) und mit über dessen Umfang verteilten Mahlgutaustrittsöffnungen, dadurch gekennzeichnet, dass die Mahlgutaustrittsöffnungen (19) der Austragswand jeweils einen verstellbaren Dosierschieber (21) zur stufenlosen Veränderung der Öffnungsquerschnitte (19) und damit zur Regelung der Verweilzeit des Mahlgutes in der Mahlkammer aufweisen.
  2. 2. Austragswand nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die um den radial inneren Umfang der Austragswand verteilten Mahlgutaustrittsöffnungen (19) etwa halbmondförmig ausgebildet sind, und dass die Dosierschieber als Drehschieber (21) ausgebildet sind mit ebenfalls etwa halbmondförmiger Konfiguration, so dass je nach Drehstellung des Drehschiebers (21) jeweils ein mehr oder weniger großer Teil der Mahlgutaustrittsöffnung (19) abdeckbar ist.
  3. 3. Austragswand nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Mahlgutaustrittsöffnungen (19) mit ihren Drehschiebern (21) in der Rückwand (14) der Austragswand um den Umfang des zentralen Mühlengas-Abzugskanals (15) verteilt angeordnet sind.
  4. 4. Austragswand nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Mahlgutaustrittsöffnungen (19) mit ihren Drehschiebern (21) im zentralen Mühlengas-Abzugskanal (15) selbst angeordnet sind.
  5. 5. Austragswand nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Mahlgutaustrittsöffnungen jeweils über wenigstens zwei benachbarte Segmente der aus radialen Segmenten zusammengesetzten Austragswand erstrecken.






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