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Dokumentenidentifikation DE10130571A1 23.01.2003
Titel Leichtbauplatten bzw. Leichtbaukörper und Verfahren zur Herstellung
Anmelder Innopla GmbH, 39638 Gardelegen, DE
Erfinder Linow, Ralf, 39638 Gardelegen, DE;
Koppe, Fritz, 39590 Tangermünde, DE
Vertreter Kazzer und Kollegen, 39108 Magdeburg
DE-Anmeldedatum 27.06.2001
DE-Aktenzeichen 10130571
Offenlegungstag 23.01.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.01.2003
IPC-Hauptklasse E04C 2/16
IPC-Nebenklasse D04H 1/42   D06N 7/00   
Zusammenfassung Aus dem Stand der Technik ergibt sich, dass Leichtbauplatten aus mehrjährigen nachwachsenden Rohstoffen bestehen, deren Bindemittel nicht biologisch abbaubar sind. Es handelt sich um Harnstoffformaldehydharze, Melamin-Formaldehydharze, Phenolformaldehydharze die Diisocyanat oder Mischungen daraus.
Der Nachteil ist, dass die Leichtbauplatten und auch die verwendeten Bindemittel nicht biologisch abbaubar sind und Giftstoffe enthalten.
Erfindungsgemäß besteht die Leichtbauplatte aus zwei Hanf-Vliesschichten, dazwischen ist eine Hanf-Schäbenschicht angeordnet. Alle Schichten sind mit biologisch abbaubaren Bindemitteln getränkt. Vorteilhaft ist, wenn die Leichtbauplatte aus zwei angeordneten Hanf-Schäbenschichten und einer mittig angeordneten Hanf-Schäbenschicht besteht, die zwischen zwei Hanf-Vliesschichten eingebettet ist.
Die Leichtbauplatten werden so hergestellt, dass sie in einer Presse bei einer Temperatur von ca. 180°C bis 250°C bei einem Pressdruck von 6 bar gepresst werden bis zum Erreichen der Kerntemperatur. Die Presszeit beträgt etwa die halbe Dicke der Platte analog gemessen in Millimeter.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft Leichtbauplatten bzw. Leichtbaukörper und Verfahren zur Herstellung.

Es ist ein Verfahren zur Herstellung von Leichtbaukörpern bzw. Leichtbauplatten bekannt, wobei es zur Vewendung langphaserigen Materials, wie Holzwolle, Flachsreste, Asbestfasern, Glasfasern oder dgl. sowie eines Binders kommt.

Bei dem bekannten Verfahren wird das langfaserige Material in oberflächentrockenem Zustand mit den vereinigten flüssigen Reaktionskomponenten von Polyurethan-Hartschaum als Binder in eine Form gebracht und dort bis zur Beendigung des Aufschäumprozesses belassen. Hierbei wird das langfaserige Material zuerst in die Form gebracht und dann werden die vereinigten Reaktionskomponenten aufgegossen.

Zur Kaschierung bzw. Armierung des Leichtbaukörpers bzw. der Leichtbauplatte wird eine Folie oder ein anderer dünner plattenartiger Werkstoff in die Form eingebracht, bevor das langfaserige Material eingelegt wird. Die äußere Hülle des Leichtbaukörpers besteht im wesentlichen aus steifem Material, welches die Form bildet, mit der sich der Polyurethanschaum verbindet. Hierbei werden noch die einzelnen Fasern des langfaserigen Materials vor Einbringen in die Form durch Kämmen gerichtet. (DE-OS 18 08 349).

Es sind ferner die sogenannten Holzspanplatten bekannt, die aus Holzspänen und Kunstharzbindemittel heiß gepresst werden. Diese Platten sind jedoch verhältnismäßig schwer und in der Regel feuchtigkeitsempfindlich. Ferner ist ein Verbundwerkstoff und ein Verfahren zur Herstellung dieses Stoffes bekannt, der aus harzgetränktem Fasermaterial besteht, dass durch Druck und Wärme verfestigt und miteinander verbunden ist, wobei das Fasermaterial aus Holzfasern und aus anderen pflanzlichen, insbesondere langen Fasern, wie z. B. Sisal-, Hanf-, Flachs-, Jute- oder Kokusfasern besteht. Hierbei hat man die Holz- und anderen pflanzlichen Fasern untereinander vermischt. Man hat auch eine Lage pflanzlicher Fasern einseitig oder beidseitig von der Holzfaserlage angeordnet. Bei diesem bekannten Verfahren ist es so, dass die Phenolpappe und der Melaminfilm im Anschluss an die Verfahrensschritte in einem zweiten Pressvorgang bei gleichzeitiger Zwischentrocknung aufgebracht werden. (DE-OS 25 40 241).

Aus dem Stand der Technik ergibt sich, dass Leichtbauplatten bzw. Leichtbaukörper aus mehrjährigen nachwachsenden Rohstoffen bestehen, deren Bindemittel nicht biologisch abbaubar und fossilen Ursprungs sind. Es handelt sich hierbei überwiegend um Harnstoffformaldehydharze (UF), Melamin-Formaldehydharze (MF), Phenolformaldehydharze (PF), Diisocyanat-Harze (PMDI) oder Mischungen daraus.

Diese Bindemittel benötigen sowohl bei der Herstellung als auch bei der Anwendung Formaldehyd oder polymere Isocyanate.

Der Nachteil des bekannten Standes der Technik ist, dass insbesondere die Leichtbauplatten, bzw. Leichtbaukörper nicht biologisch abbaubar und die verwendeten Bindemittel ebenfalls nicht biologisch sind abbaubar und zusätzlich noch Giftstoffe, wie Formaldehyd und polymere Isocyanate enthalten. Dadurch tritt eine erhebliche Umweltbelastung ein und diese Gifte sind auch schädlich fit Menschen, insbesondere dann, wenn es zur Verwendung solcher Platten oder Körper im Wohnungsbau kommt.

Aufgabe der Erfindung ist, die vorgenannten Nachteile zu beseitigen und Leichtbauplatten, bzw. Leichtbaukörper und ein Verfahren zur Herstellung zu schaffen, welche die Umwelt nicht belasten, insbesondere keine Giftstoffe enthalten und vor allem biologisch abbaubar sind.

Außerdem haben die erfindungsgemäß hergestellten Leichtbauplatten, bzw. Leichtbaukörper auch eine bessere Wärmedämmung und Schalldämmung und weisen auch ein geringeres Gewicht gegenüber bekannten Platten auf.

Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass die Leichtbauplatten, bzw. Leichtbaukörper aus zwei Hanf-Vliesschichten und einer dazwischen angeordneten Hanf- Schäbenschicht bestehen, wobei alle Schichten mit biologisch abbaubaren Bindemitteln getränkt sind.

Es hat sich auch als vorteilhaft erwiesen, die Leichtbauplatten, bzw. Leichtbaukörper so zueinander anzuordnen, dass sie aus zwei angeordneten Hanf-Schäbenschichten und eine mittig angeordnete Hanf-Schäbenschicht, die zwischen zwei Hanf-Vliesschichten eingebettet ist, bestehen, wobei alle Schichten mit biologisch abbaubaren Bindemitteln getränkt sind.

Erfindungsgemäß werden die Leichtbauplatten, bzw. Leichtbaukörper in einer Presse bei einer Temperatur von ca. 180°C bis 250°C und einem Pressdruck von ca. 6 bar bis zum Erreichen der vorgenannten Kerntemperatur gepresst werden, wobei die Presszeit etwa die halbe Dicke der Platte gemessen in Millimeter analog beträgt und die Hanf-Vliesschichten und Hanf- Schäbenschichten vor dem Pressvorgang getrocknet werden.

Der Vorteil dieser Erfindung besteht darin, dass erstmals Leichtbauplatten, bzw. Leichtbaukörper aus kurzen Hanffasern (Schäben) und langen Hanffasern in Form von Hanf- Vlies unter Verwendung eines biologisch abbaubaren Bindemittels hergestellt werden und deshalb umweltfreundlich zum Einsatz kommen können. Das bedeutet, dass die erfindungsgemäßen Leichtbauplatten, bzw. Leichtbaukörper, wenn sie einmal zur Entsorgung kommen, umweltfreundlich abgebaut werden können. Dabei haben die Leichtbauplatten und die Leichtbaukörper eine bessere Wärmedämmung und bessere Schalldämmung und auch das spezifische Gewicht ist geringer als bei bekannten Platten.

Die erfindungsgemäßen Leichtbauplatten, bzw. Leichtbaukörper können Luftfeuchtigkeit aufnehmen und bewirken über die Fruchtfolge eine Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit.

Die Erfindung wird nachstehend anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert.

Hanf-Vlies und Hanf-Schäben werden mit dem biologisch abbaubaren Bindemittel geleimt, bzw. getränkt, danach getrocknet und in die gewünschte Form gebracht, Fig. 1 zeigt die untere Hanf-Vliesschicht 1 und die obere Hanf-Vliesschicht 2. Dazwischen ist die Hanf- Schäbenschicht 3. Fig. 2 zeigt eine obere Hanf-Schäbenschicht 4 und eine untere Hanf- Schäbenschicht 5 zwischen den Hanf-Vliesschichten 6 und 7 eine dritte Hanf-Schäbenschicht 8. Danach erfolgt der Pressvorgang bei einem spezifischen Druck von ca. 6 bar. Hierbei beträgt die Presszeit etwa die halbe Dicke der Platte in Minuten. Bei dem Pressvorgang mit dem angegebenen Druck werden die Hanf-Vliesschichten und die Hanf-Schäbenschichten entsprechend zusammengepresst, wobei die Hanf-Vliesschichten und die Hanf- Schäbenschichten entsprechend verdichtet werden. Die entsprechenden Leichtbauplatten, bzw. Leichtbaukörper werden dann entsprechend den Erfordernissen weiter verarbeitet.


Anspruch[de]
  1. 1. Leichtbauplatten bzw. Leichtbaukörper und Verfahren zur Herstellung dadurch gekennzeichnet, dass die Leichtbauplatten bzw. Leichtbaukörper aus zwei Hanf-Vliesschichten (1; 2) und einer dazwischen angeordneten Hanf-Schäbenschicht (3) bestehen, wobei alle Schichten mit biologisch abbaubaren Bindemitteln getränkt sind.
  2. 2. Leichtbauplatten bzw. Leichtbaukörper und Verfahren zur Herstellung dadurch gekennzeichnet, dass die Leichtbauplatten bzw. Leichtbaukörper aus zwei außen angeordneten Hanf- Schäbenschichten (4; 5) und einer mittig angeordneten Hanf-Schäbenschicht (8), die zwischen zwei Hanf-Vliesschichten (6; 7) eingebettet ist, bestehen, wobei alle Schichten mit biologisch abbaubaren Bindemitteln getränkt sind.
  3. 3. Verfahren zur Herstellung der Leichtbauplatten bzw. Leichtbaukörper nach den Ansprüchen 1 und 2 dadurch gekennzeichnet, dass die Leichtbauplatten bzw Leichtbaukörper in einer Presse bei einer Temperatur von ca. 180°C bis 250°C und einem Pressdruck von ca. 6 bar bis zum Erreichen der vorgenannten Kerntermperatur gepresst werden, wobei die Presszeit etwa die halbe Dicke der Platte gemessen in Millimeter analog beträgt, wobei die Hanf-Vliesschichten und Hanf-Schäbenschichten vor dem Pressvorgang getrocknet werden.






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