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Dokumentenidentifikation DE10130954A1 23.01.2003
Titel Hüllprofil
Anmelder Lausitz Elaste GmbH, 02929 Rothenburg, DE
Vertreter Kaufmann, S., Dr.-Ing., Dr.-Ing., habil, Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 01309 Dresden
DE-Anmeldedatum 27.06.2001
DE-Aktenzeichen 10130954
Offenlegungstag 23.01.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.01.2003
IPC-Hauptklasse E01B 5/16
IPC-Nebenklasse E01B 26/00   E01B 21/02   E01B 19/00   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Hüllprofil für Spurstangen, die zur Verbindung von Schienen dienen. Ihr liegt die Aufgabe zugrunde, ein Hüllprofil aus einem elastischen Material für eine die Schienen eines Gleises distanzierende Spurstange zu schaffen, welches auch hohen mechanischen Belastungen infolge der Bewegung der Schienen standhalten kann. Diese Aufgabe wird durch ein Hüllprofil aus einem elastischen Material gelöst, das eine an den Querschnitt der Spurstange (1) angepaßte, sich in Längsrichtung erstreckende Ausnehmung (3) aufweist, wobei zumindest ein Teil der die Ausnehmung (3) umschließenden Innenseitenwände des Hüllprofils elastisch wirkende und die Bewegungen der Spurstange ausgleichende Verdrängungsräume aufweist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Hüllprofil für Spurstangen, die zur Verbindung von Schienen dienen.

Insbesondere im Gleisbau für Straßenbahnen in den Fußgängerzonen der Städte werden die Schienen häufig ohne Schwellen direkt auf einem Betonbett verlegt. Der Abstand der Schienen eines Gleises wird hierbei durch runde oder rechteckige Spurstangen aus Stahl sichergestellt. Die Spurstangen sind am Steg der Schienen angeschraubt und in die Fahrbahnkonstruktion der Straße integriert.

Zur Schwingungsentkopplung und -isolierung ist es bekannt, die Spurstangen mit Hüllprofilen aus einem elastischen Material, wie z. B. - Gummi, zu ummanteln. Diese Hüllprofile haben im Querschnitt im wesentlichen eine dem Spurstangenquerschnitt folgende Kontur.

Die Patentanmeldung DE 33 45 388, die ein elastisches Stützlager betrifft, offenbart ein Gummiprofil, das die Spurstange ummantelt. Das Gummiprofil ist in Längsrichtung verschließbar. Der Verschluß wird zweckmäßigerweise mit einer Schnappverbindung realisiert. Die Ummantelung liegt fest an der Spurstange an, um eine sichere Lage der Ummantelung auch in schwierigen Bodenverhältnissen zu gewährleisten.

Die an den Schienen angeschraubten Spurstangen müssen jedoch den Bewegungen der Schiene infolge der Verkehrsbeanspruchung in vertikaler und horizontaler Richtung folgen. Das hat zur Folge, daß die in DE 33 45 388 vorgeschlagene Ummantelung einer hohen Belastung ausgesetzt wird, die zur Beschädigung oder zur Zerstörung der Ummantelung führen kann.

Der Erfindung liegt ausgehend vom Stand der Technik, die Aufgabe zugrunde, ein Hüllprofil aus einem elastischen Material für eine die Schienen eines Gleises distanzierende Spurstange zu schaffen, welches auch hohen mechanischen Belastungen infolge der Bewegung der Schienen standhalten kann.

Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Zweckmäßige Ausgestaltungen der Erfindungen ergeben sich aus den Merkmalen der Ansprüche 2 bis 13.

Nach Maßgabe der Erfindung wird somit ein Hüllprofil aus einem elastischen Material für eine die Schienen eines Gleises distanzierende Spurstange angegeben, das eine an den Querschnitt der Spurstange angepaßte, sich in Längsrichtung erstreckende Ausnehmung aufweist. Zumindest ein Teil der die Ausnehmung umschließenden Innenseitenwände des Hüllprofils weist elastisch wirkende und die Bewegungen der Spurstange ausgleichende Verdrängungsräume auf.

Auf diese Weise wird es möglich, daß das Hüllprofil mechanische Belastungen ausgleicht, die aus der Bewegung der Spurstange in vertikaler oder horizontaler Richtung aufgrund der Verkehrsbeanspruchung der Schienen resultiert.

Zweckmäßigerweise sind die Verdrängungsräume durch in die Innenseiten des Hüllprofils eingelassene Vertiefungen gebildet. Diese Vertiefungen sind vorzugsweise muldenförmig. Auf diese Weise entstehen zwischen den Mulden schmale Stege, die eine dichte Ummantelung der Spurstange durch das Hüllprofil gewährleisten. Die Mulden weisen vorzugsweise eine längsgerichtete, flache und abgerundete Form auf.

Alternativ und zusätzlich zu den muldenförmigen Hohlraum können die Verdrängungsräume auch durch einen oder mehrere Kanäle gebildet werden, die parallel zu der Ausnehmung verlaufen. Vorzugsweise haben die Kanäle einen ovalen Querschnitt.

Üblicherweise werden Spurstangen mit einem rechteckigen, flachen Querschnitt verwendet. Demzufolge weist die Ausnehmung in dem Hüllprofil gemäß der Erfindung, das eine derartige Spurstange ummanteln soll, ebenfalls einen rechteckigen Querschnitt auf, der komplementär zum Querschnitt der Spurstange ist. Bei einem solchen Hüllprofil weisen zweckmäßigerweise drei der vier Innenseiten des Hüllprofils Verdrängungsräume auf. Dabei sollten in die Breitseitenwände der Ausnehmung Vertiefungen eingelassen sein und parallel zu einer Schmalseitenwand ein Kanal verlaufen. Die vierte Innenseite der Ausnehmung kann mit einer Vorrichtung zum Schließen des Hüllprofils nach der Montage an der Spurstange versehen sein.

Die Vorrichtung zum Schließen des Hüllprofils wird vorzugsweise durch eine über die gesamte Länge und Dicke der Schmalseitenwand verlaufende Querfuge (14) als Bestandteil eines Rastverschlusses gebildet. Der Rastverschluß sollte wiederum aus einem sich in der Mittellängsebene der vierten Seitenwand erstreckenden Rastwulst auf der einen Seite der Querfuge und aus einer an den Rastwulst angepaßten Rastmulde auf der anderen Seite der Querfuge bestehen. Der Mündung der Rastmulde kann ein sich V-förmig öffnender Einführbereich für den Rastwulst vorgelagert sein.

Vorzugsweise wird das Hüllprofil aus einem elastomeren Material wie beispielsweise EPDM 60 Shore A gefertigt.

Die Erfindung ist nachfolgend anhand eines in den Zeichnungen veranschaulichten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 in schematischer perspektivischer Darstellung einen Längenabschnitt einer Spurstange zusammen mit einem Hüllprofil und

Fig. 2 in vergrößerter Darstellung den Ausschnitt II der Fig. 1.

Mit 1 ist in der Fig. 1 in strichpunktierter Linienführung ein Längenabschnitt einer im Querschnitt flachen, rechteckigen Spurstange bezeichnet. Die Spurstange 1 distanziert in nicht näher dargestellter Weise die Schienen eines Straßenbahngleises. Im fertig montierten Zustand befindet sich die Spurstange 1 in einer festen Fahrbahnkonstruktion oberhalb des Fußes der Schienen.

Zur Schwingungsentkopplung bzw. -isolierung ist die Spurstange 1 im Bereich zwischen den Schienen von einem Hüllprofil 2 aus dem Elastomerwerkstoff EPDM 60 Shore A ummantelt. Das Hüllprofil 2 ist im Querschnitt weitgehend rechteckig konturiert und weist eine an den Querschnitt der Spurstange 1 angepasste, sich in Längsrichtung erstreckende rechteckförmige Ausnehmung 3 auf. Die äußeren Längskanten des Hüllprofils 2 sind mit Fasen 4 versehen.

Die Innenflächen 5 der Breitseitenwände 6 sind im Bereich der Ausnehmung 3 mit gerundeten flachen Mulden 7 versehen. Dadurch werden zwischen den Mulden 7 schmale ebene Längsstege 8 gebildet.

Eine Schmalseitenwand 9 des Hüllprofils 2 ist mit einem Längskanal 10 versehen, der einen ovalen Querschnitt aufweist. Die längere Achse 11 des Querschnitts verlauft parallel zur benachbarten äußeren Schmalseite 12. Die Länge L der Achse 11 entspricht etwa der Breite B der Ausnehmung 3. Durch die Integration des Längskanals 10 in die Schmalseitenwand 9 kann diese die Funktion eines Scharniergelenks und Ausgleichsbereichs bei Bewegungen der Spurstange 1 wahrnehmen.

Die gegenüberliegende Schmalseitenwand 13 mit der äußeren Schmalseite 25 (siehe auch Fig. 2) ist durch eine sich über die gesamte Länge und Dicke der Schmalseitenwand 13 erstreckende Querfuge 14 in einen Oberteil 15 und in einen Unterteil 16 gegliedert. Die Querfuge 14 bildet Bestandteil eines Rastverschlusses 17.

Dieser besteht aus einem sich in der Mittellängsebene MLE der Schmalseitenwand 13 erstreckenden Rastwulst 18 kreisförmigen Querschnitts als Bestandteil ihres Oberteils 15 und aus einer an den Querschnitt des Rastwulstes 19 angepassten Rastmulde 19 im Unterteil 16. Die Breite B1 der Mündung 20 der Rastmulde 19 ist kleiner als die größte Breite B2 des Rastwulstes 18. Der Mündung 20 ist ein sich V-förmig öffnender Einführbereich 21 für den Rastwulst 18 vorgelagert. Entsprechend besitzt der Rastwulst 18 eine im Querschnitt V-förmig gestaltete Basis 22.

Die der Schmalseitenwand 13 mit dem Rastverschluss 17 benachbarten Eckbereiche der Ausnehmung 3 sind mit gerundeten Längsnuten 23 versehen, in welche die Längskanten 24 der Spurstange 1 mit Spiel eingreifen.

Beim Ummanteln der Spurstange 1 wird das Hüllprofil 2 um das Scharniergelenk 9, 10 aufgeklappt, wobei der Rastwulst 16 aus der Rastmulde 19 gezogen wird. Oberteil 15 und Unterteil 16 der Schmalseitenwand 13 werden voneinander getrennt. Nach dem Ummanteln der Spurstange 1 wird der Rastwulst über den V-förmigen Einführbereich 21 und die Mündung 20 in die Rastmulde 19 eingeclipst, so dass das Hüllprofil 2 die Spurstange 1 dicht umschließt und beim anschließenden Einbetonieren kein Beton in die Bereiche zwischen der Spurstange 1 und dem Hüllprofil 2 eindringen kann. Bezugszeichenaufstellung 1 Spurstange

2 Hüllprofil

3 Ausnehmung in 2

4 Fasen

5 Innenflächen von 6

6 Breitseitenwände von 2

7 Mulden in 5

8 Längsstege von 6

9 Schmalseitenwand von 2

10 Längskanal in 9

11 Achse von 10

12 Schmalseite von 2

13 Schmalseitenwand von 2

14 Querfuge in 13

15 Oberteil von 13

16 Unterteil von 13

17 Rastverschluss

18 Rastwulst von 17

19 Rastmulde von 17

20 Mündung von 19

21 Einführbereich

22 Basis

23 Längsnuten

24 Längskanten von 1

25 Schmalseite

B Breite von 3

B1 Breite von 20

B2 Breite von 18

L Länge von 10

MLE Mittellängsebene von 13


Anspruch[de]
  1. 1. Hüllprofil aus einem elastischen Material für eine die Schienen eines Gleises distanzierende Spurstange (1), das eine an den Querschnitt der Spurstange (1) angepaßte, sich in Längsrichtung erstreckende Ausnehmung (3) aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest ein Teil der die Ausnehmung (3) umschließenden Innenseitenwände des Hüllprofils elastisch wirkende und die Bewegungen der Spurstange ausgleichende Verdrängungsräume aufweist.
  2. 2. Hüllprofil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verdrängungsräume durch in die Innenseiten des Hüllprofils eingelassene Vertiefungen gebildet sind.
  3. 3. Hüllprofil nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Verdrängungsräume durch in die Innenseiten des Hüllprofils eingelassene Mulden gebildet sind.
  4. 4. Hüllprofil nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Mulden gerundet sind.
  5. 5. Hüllprofil nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Verdrängungsräume durch zumindest einen Kanal gebildet sind, der parallel zu der Ausnehmung (3) verläuft.
  6. 6. Hüllprofil nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der zumindest eine Kanal einen ovalen Querschnitt hat.
  7. 7. Hüllprofil nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausnehmung (3) einen im wesentlichen rechteckigen Querschnitt hat, wobei zumindest drei Innenseitenwände Verdrängungsräume aufweisen.
  8. 8. Hüllprofil nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß in die beiden Breitseitenwände der Ausnehmung (3) Vertiefungen eingelassen sind und parallel zu einer Schmalseitenwand ein Kanal verläuft.
  9. 9. Hüllprofil nach Anspruch 7 oder Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die vierte Seitenwand (13) der Ausnehmung (3) eine Vorrichtung zum Schließen des Hüllprofils nach der Montage an der Spurstange (1) aufweist.
  10. 10. Hüllprofil nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung zum Schließen des Hüllprofils durch eine über die gesamte Länge und Dicke der Schmalseitenwand (13) verlaufende Querfuge (14) als Bestandteil eines Rastverschlusses (17) gebildet ist.
  11. 11. Hüllprofil nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Rastverschluß (17) aus einem sich in der Mittellängsebene (MLE) der vierten Seitenwand (13) erstreckenden Rastwulst (18) auf der einen Seite der Querfuge (14) und aus einer an den Rastwulst (18) angepassten Rastmulde (19) auf der anderen Seite der Querfuge (14) besteht.
  12. 12. Hüllprofil nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Mündung (20) der Rastmulde (19) ein sich V-förmig öffnender Einführbereich (21) für den Rastwulst (18) vorgelagert ist.
  13. 13. Hüllprofil nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß es aus dem Elastomer-Material EPDM 60 Shore A gebildet ist.






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