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Dokumentenidentifikation DE10131010A1 23.01.2003
Titel Datenträger
Anmelder Infineon Technologies AG, 81669 München, DE
Erfinder Müller, Jochen, Dr., 93173 Wenzenbach, DE;
Mayerhofer, Boris, 93053 Regensburg, DE;
Roth, Manfred, 81669 München, DE
Vertreter Epping, Hermann & Fischer, 80339 München
DE-Anmeldedatum 27.06.2001
DE-Aktenzeichen 10131010
Offenlegungstag 23.01.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.01.2003
IPC-Hauptklasse G06K 19/067
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft einen Datenträger mit einer Datenverarbeitungseinheit (2) und einer damit verbundenen, eine optische Speicherfähigkeit besitzenden Anzeigeeinheit (3), die in einer vorteilhaften Ausgestaltung aus einer ferroelektrischen Flüssigkristallanzeige besteht. Ein erfindungsgemäßer Datenträger ist dadurch gekennzeichnet, daß eine zusätzliche Abdeckeinheit (4), vorteilhafterweise eine normale monostabile Flüssigkristallzelle, vorgesehen ist, durch die die Anzeigeeinheit (3) zumindest teilweise überdeckt ist. Weiterhin ist eine Ansteuervorrichtung (5) vorgesehen, die in einer günstigen Ausführung aus einem Piezotaster besteht, und durch die die Abdeckeinheit (4) durchsichtig und undurchsichtig schaltbar ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Datenträger mit einer Datenverarbeitungseinheit und einer damit verbundenen eine optische Speicherfähigkeit besitzende Anzeigeeinheit.

Anzeigeeinheiten, die eine optische Speicherfähigkeit besitzen, weisen gegenüber herkömmlichen Flüssigkristallanzeigen mehrere Vorteile auf. Einer der Vorteile ist, daß nur noch diejenigen Anzeigenbereiche aktualisiert werden müssen, die sich wirklich geändert haben, da die übrigen Bereiche den Zustand nach der letzten Änderung auch ohne Ansteuerung beibehalten. Eine verwendete Technologie für solche Anzeigeeinheiten sind sogenannte ferroelektrische Flüssigkristalle. Nachdem die ferroelektrischen Flüssigkristalle durch Anlegen eines elektrischen Feldes ihre Orientierung geändert haben, behalten sie ihren Zustand bis zum Anlegen eines weiteren invertierten Feldes bei. Weitere Vorteile von auf ferroelektrischen Flüssigkristalle basierenden Anzeigeeinheiten sind ein höherer Betrachtungswinkel und eine extrem kurze Schaltzeit verglichen mit Anzeigeeinheiten mit bisherigen nematischen Flüssigkristallen.

Bei der Verwendung solcher Anzeigeeinheiten in Verbindung mit einem Datenträger, beispielsweise einer Chipkarte, kann die optische Speicherfähigkeit von Nachteil sein, da die Anzeige permanent sichtbar ist und sicherheitsrelevante Daten, beispielsweise der Geldwert auf einer Geldkarte, somit für unberechtigte Personen erkennbar sind.

Aufgabe der Erfindung ist es daher, einen Datenträger mit einer eine optische Speicherfähigkeit besitzenden Anzeigeeinheit derart weiterzubilden, daß ein auf der Anzeigeeinheit dargestellter Inhalt verborgen werden kann.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch einen Datenträger der eingangs genannten Art gelöst, der dadurch gekennzeichnet ist, daß eine zusätzliche Abdeckeinheit vorgesehen ist, die durch eine Ansteuervorrichtung durchsichtig und undurchsichtig schaltbar ist.

Der Vorteil einer solchen Ausgestaltung eines Datenträgers liegt darin, daß die Vorteile von Anzeigeeinheiten, die eine optische Speicherfähigkeit besitzen, mit der Möglichkeit, den gespeicherten Inhalt zu verbergen, kombiniert werden können.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung besteht die Abdeckeinheit aus einer normalen oder einer bistabilen Flüssigkristallzelle, die durch einen Spannungsimpuls von undurchsichtig auf durchsichtig bzw. umgekehrt geschaltet werden kann. Die Ansteuerung der Abdeckeinheit erfolgt in einer günstigen Weise durch einen Piezotaster, der als Ansteuervorrichtung dient. Bei Betätigung des Piezotasters erfolgt eine Umschaltung in den durchsichtigen Zustand, bei nochmaliger Betätigung des Piezzotasters wird die Anzeige wieder undurchsichtig.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispieles näher erläutert. Die Figur zeigt einen erfindungsgemäßen Datenträger in einer schematischen Darstellung.

In der Figur ist ein Datenträger 1 in Form einer Chipkarte dargestellt. Die Chipkarte besitzt eine Datenverarbeitungseinheit 2 und eine damit verbundene Anzeigeeinheit 3, die als ferroelektrische Flüssigkristallanzeige ausgebildet ist. Oberhalb der Anzeigeeinheit 3 ist eine Abdeckeinheit 4 angeordnet. Diese überdeckt die Anzeigeeinheit 3 im gezeigten Ausführungsbeispiel vollständig. An dieser Stelle ist aber auch denkbar, daß die Abdeckeinheit 4 nur diejenigen Bereiche überdeckt, die vor einer ständigen Sichtbarkeit geschützt werden sollen. Die Abdeckeinheit 4 liegt also zwischen der Anzeigeeinheit 3 und einem Betrachter.

Die Abdeckeinheit ist mit einer Ansteuervorrichtung 5 verbunden. Diese ist im Ausführungsbeispiel als Piezotaster 5 ausgeführt. Ein solcher Taster 5 ist besonders einfach dadurch zu realisieren, daß eine Piezo-Folie in die Karte einlaminiert ist. Diese Folie gibt bei Druck durch einen Finger einen Spannungsimpuls ab, der nun dazu benutzt wird, die Abdeckeinheit 4 durchsichtig oder undurchsichtig zu schalten.

Im Ausgangszustand ist die Anzeigeeinheit 3 durch die Abdeckeinheit 4 verdunkelt. Dieser Zustand wird erreicht, indem über die eigentliche alphanumerische ferroelektrische Flüssigkristallanzeige 3 eine weitere Flüssigkristallzelle 4, die ganzflächig mit einem herkömmlichen Flüssigkristall gefüllt ist, aufgeklebt ist. Die herkömmlichen Flüssigkristalle sind monostabil und dunkel.

Diese Abdeckeinheit 4 wird direkt über die Spannung des Tasters versorgt, so daß der Kristall in dessen Inneren durch eine Spannungsänderung durch Drücken der Taste 5 geschaltet werden kann. Der spannungslose verdunkelte Zustand der Abdeckeinheit 4 ändert sich demnach durch diese Spannungsänderung von dunkel auf hell, was einer durchsichtigen Struktur des Flüssigkristalls entspricht, und gibt die Sicht auf die beschriebene Anzeigeeinheit 3 frei.

Bei nochmaliger Betätigung der Taste geht die Spannung an der Abdeckeinheit 4 auf Null und die Abdeckeinheit 4 verdunkelt die Anzeigeeinheit 3 wieder.

Im Rahmen dieses Ausführungsbeispiels wurde eine bistabile Flüssigkristallanzeige als Abdeckeinheit 4 vorgesehen. Die Erfindung ist jedoch nicht darauf beschränkt. Statt dessen könnte beispielsweise auch eine herkömmliche Flüssigkristallzelle verwendet und die Ansteuervorrichtung so ausgestaltet werden, daß eine dann erforderlich andauernde Spannung zur Polarisationsänderung und damit Hellschalten der Flüssigkristalle erzeugt wird. Entsprechend könnte die Umschaltung von Dunkel auf Hell und umgekehrt durch das Betätigen und Halten einer Taste realisiert werden, wobei nach Loslassen der Taste die Abdeckeinheit wieder dunkel wird. Bezugszeichenliste 1 Datenträger

2 Datenverarbeitungseinheit

3 Anzeigeeinheit

4 Abdeckeinheit

5 Ansteuervorrichtung


Anspruch[de]
  1. 1. Datenträger mit

    einer Datenverarbeitungseinheit (2) und

    einer damit verbundenen, eine optische Speicherfähigkeit besitzenden Anzeigeeinheit (3),

    gekennzeichnet durch

    eine die Anzeigeeinheit zumindest teilweise überdeckende Abdeckeinheit (4), die durch eine Ansteuervorrichtung (5) durchsichtig und undurchsichtig schaltbar ist.
  2. 2. Datenträger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Ansteuervorrichtung (5) durch einen Piezotaster gebildet ist.
  3. 3. Datenträger nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Anzeigeeinheit (3) eine bistabile Flüssigkristallanzeige und die Abdeckeinheit (4) eine monostabile Flüssigkristall- Zelle ist.
  4. 4. Datenträger nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die bistabile Flüssigkristallanzeige eine ferroelektrische Flüssigkristallanzeige ist.
  5. 5. Datenträger nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Abdeckvorrichtung (4) im nicht angesteuerten Zustand undurchsichtig ist.






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