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Dokumentenidentifikation EP0992545 23.01.2003
EP-Veröffentlichungsnummer 0992545
Titel Azofarbstoffe und diese enthaltende Drucktinten
Anmelder Bayer AG, 51373 Leverkusen, DE
Erfinder Kunde, Dr., Klaus, 53819 Neunkirchen-Seelscheid, DE;
Jörss, Michael-Thomas, 50169 Kerpen, DE;
Wild, Dr., Peter, 51519 Odenthal, DE
DE-Aktenzeichen 59903725
Vertragsstaaten CH, DE, FR, GB, IT, LI
Sprache des Dokument DE
EP-Anmeldetag 22.09.1999
EP-Aktenzeichen 991180571
EP-Offenlegungsdatum 12.04.2000
EP date of grant 11.12.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.01.2003
IPC-Hauptklasse C09B 43/16
IPC-Nebenklasse C09B 43/145   C09D 11/02   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft neue Azofarbstoffe, ein Verfahren zur ihrer Herstellung sowie ihre Verwendung zum Färben und Bedrucken von Papier sowie anderen Materialien, insbesondere als Farbstoff in Ink Jet-Tinten.

Die erfindungsgemäßen Farbstoffe besitzen in Form ihrer freien Säuren die Formel (I)

worin
R
für Wasserstoff oder gegebenenfalls substituiertes C1-C6-Alkyl steht,
R1
Wasserstoff oder C1-C6-Alkyl bedeutet,
R2
Wasserstoff, gegebenenfalls substituiertes C1-C6-Alkyl oder gegebenenfalls substituiertes Phenyl bedeutet,
der Ring D
gegebenenfalls durch ein oder mehrere gleiche oder verschiedene Substituenten aus der Reihe C1-C6-Alkyl, C1-C6-Alkoxy, Halogen, insbesondere F, Cl und Br und SO3H substituiert ist,
m
0 oder 1 bedeutet,
n
1, 2 oder 3 bedeutet und in Abhängigkeit von n
X
für einen mono-, di- oder trivalenten Acylrest, Pyrimidin- oder 1,3,5-Triazinrest steht, der nicht faserreaktiv ist.

Als beispielhafte Substituenten für gegebenenfalls substituierte Alkylreste kommen beispielsweise in Frage: OH, NR3R4, wobei R3 und R4 unabhängig voneinander für Wasserstoff, C1-C4-Alkyl, C2-C4-Hydroxyalkyl stehen.

Als beispielhafte Substituenten für gegebenenfalls substituiertes Phenyl kommen beispielsweise in Frage: C1-C6-Alkyl, C1-C6-Alkoxy, COOH, SO3H, F, Cl, Br.

Bevorzugte Farbstoffe der Formel (I) sind solche, worin

R
für Wasserstoff, C1-C6-Alkyl oder C2-C4-Hydroxyalkyl steht,
R1
Wasserstoff oder C1-C6-Alkyl bedeutet,
R2
Wasserstoff, C1-C6-Alkyl, C2-C4-Hydroxyalkyl, C2-C4-Aminoalkyl, insbesondere durch NR3R4 substituiertes C2-C4-Alkyl, worin
R3 und R4
unabhängig voneinander für Wasserstoff, C1-C4-Alkyl und C2-C4-Hydroxyalkyl stehen, oder gegebenenfalls durch C1-C4-Alkyl, C1-C4-Alkoxy, COOH, SO3H, F, Cl und/oder Br substituiertes Phenyl bedeuten und
der Ring D
gegebenenfalls substituiert ist durch einen oder mehrere gleiche oder verschiedene Substituenten aus der Reihe C1-C4-Alkyl, C1-C4-Alkoxy, F, Cl, Br und SO3H.

In einer besonderen Ausführungsform bedeutet

X
im Falle n = 1 gegebenenfalls durch COOH substituiertes C2-C6-Alkanoyl, gegebenenfalls durch C1-C4-Alkyl, C1-C4-Alkoxy, SO3H, COOH, F, Cl und/oder Br substituiertes C6-C10-Aroyl oder einen Rest der Formeln (II), (IIIa) oder (IIIb)
worin
T1 und T2
unabhängig voneinander für OR5, NR6 R7 oder SR8 stehen,

worin
R5 und R8
unabhängig voneinander Wasserstoff, C1-C6-Alkyl, durch Sulfo, Carboxy, und/oder Di-C1-C3-alkylamino substituiertes C2-C6-Alkyl oder gegebenenfalls durch C1-C4-Alkyl, C1-C4-Alkoxy, Sulfo, F, Br und/oder Cl substituiertes Phenyl bedeuten,
R6
Wasserstoff, C1-C6-Alkyl, gegebenenfalls durch Sulfo, Hydroxy, C1-C3-Alkoxy, Amino oder mono- oder disubstituiertes C1-C3-Alkylamino substituiertes C2-C6-Alkyl bedeutet,
R7
unabhängig von R6 die Bedeutung von R6 besitzt oder gegebenenfalls durch C1-C4-Alkyl, C1-C4-Alkoxy, Carboxy, Sulfo, F, Cl und/oder Br substituiertes Phenyl oder Naphthyl bedeutet oder
R6 und R7
zusammen mit dem N-Atom, an das sie gebunden sind, einen Morpholinrest oder einen gegebenenfalls durch C1-C4-Alkyl, C2-C4-Hydroxyalkyl oder C2-C4-Aminoalkyl substituierten Piperazinrest bilden und
T3
für Wasserstoff, F, Cl, CN, CCl3, CCl2F oder COOH steht.

In einer weiteren besonderen Ausführungsform bedeutet

X
im Falle n = 2

-CO-, -CO-(CH2)1-4-CO-, -COC2H2-CO- gegebenenfalls durch CH3, OCH3, F, Cl, Br und/oder COOH substituiertes C6-C10-Diaroyl oder einen Rest der Formeln (IVa), (IVb) oder (V)
worin T1 und T3 die oben angegebene Bedeutung haben und
Z
für einen Rest der Formel
steht,
Y
C2-C6-Alkylen oder gegebenenfalls Carboxy- oder Sulfogruppen-substituiertes Arylen bedeutet und
R9
Wasserstoff, C1-C6-Alkyl oder C2-C4-Hydroxyalkyl bedeutet.

In einer ebenfalls besonderen Ausführungsform bedeutet

X
im Falle n = 3 einen Rest der Formel (VI) oder (VII)
worin T3 die oben angegebene Bedeutung besitzt.

Besonders bevorzugt sind Verbindungen der Formel (I), die der Formel (VIII) entsprechen

worin
R, R1, R2, D, X und m
die oben angegebene Bedeutung haben,
n
für 1 oder 2 steht

Insbesondere sind dabei Farbstoffe der Formel (VIII) bevorzugt, worin m = 0 bedeutet.

Ganz besonders sind Farbstoffe der Formel (VIII) worin R, R1 und R2 die oben angegebene Bedeutung besitzen, m = 0 bedeutet, der Ring D keinen weiteren Substituenten mehr trägt und

X
für den Fall n = 1, Benzoyl oder einen Rest der Formel (II) bedeutet und für den Fall n = 2, CO, COC2H4CO, COC2H2CO,
oder einen Rest der Formel (IVa) oder (IVb) bedeutet.

In einer bevorzugten Ausführungsform besitzen die Substituenten der Verbindung der Formel (I) und seiner Unterformeln folgende Bedeutungen:

R1 und R2
bedeuten unabhängig voneinander vorzugsweise Wasserstoff CH3, C2H5, C3H7, C2H4OH, C2H4SO3H, C3H6OH, C3H6SO3H, C2H4COOH, C3H6COOH, C6H5, C6H4SO3H, C6H4COOH oder C2H4N(CH3)2.
R
bedeutet vorzugsweise Wasserstoff, CH3, C2H5, C2H4OH.
R3 und R4
bedeuten unabhängig voneinander vorzugsweise Wasserstoff CH3, C2H4OH.
R5
leitet sich vorzugsweise von folgenden Verbindungen HOR5 ab: Ethylenglykol oder Isethionsäure (2-Hydroxyethansulfonsäure), Wasser.
R6
bedeutet vorzugsweise Wasserstoff, CH3, C2H5, C3H7, C2H4OH, C2H4OCH3 oder C3H6OH.
R7
bedeutet vorzugsweise Wasserstoff C2H4OH, C3H6OH, C2H4SO3H, C2H4COOH, C3H6SO3H, C3H6COOH, C6H5, C6H4SO3H, C6H4COOH oder
R6 und R7
bilden zusammen mit dem N-Atom, an das sie gebunden sind vorzugsweise einen Rest der Formel
R8
leitet sich vorzugsweise von folgenden Thiolen HSR8 ab: 2-Mercaptoethanol oder 3-Mercapto-1-propansulfonsäure.
R9
bedeutet vorzugsweise Wasserstoff, CH3, C2H4OH.
T1 und T2
leiten sich unabhängig voneinander vorzugsweise von folgenden Aminen T1H bzw.T2H ab:

2-Aminoethanol, 2-Methylaminoethanol, 1-Amino-2-propanol, 2-Amino-1-propanol, Diethanolamin, Taurin, N-Methyltaurin, Glycin, 3-Aminopropansäure, 3-Dimethylamino-1-propylamin, N-2-Hydroxyethyl-piperazin, N-2-Aminoethylpiperazin, Morpholin, Anilin, Orthanilsäure, Methanilsäure, Sulfanilsäure, Anthranilsäure, 3-Aminobenzoesäure, 4-Aminobenzoesäure, Ammoniak.
Z
bedeutet vorzugsweise:

m-Phenylendiamin, p-Phenylendiamin, 2,4-Diaminobenzolsulfonsäure, 2,5-Diaminobenzolsulfonsäure, Piperazin, 2,5-Dimethylpiperazin.

Ebenfalls ganz besonders bevorzugt sind Verbindungen der Formel (I), die der Formel (IX) entsprechen

worin die Substituenten die oben angegebene Bedeutungen besitzen.

Ganz besonders bevorzugt sind Verbindungen der Formel (X)

worin
R
Wasserstoff, CH3 oder C2H5 bedeutet,
R2
für Wasserstoff, CH3, C2H5, C3H7, C4H9 oder C6H5 steht und
T1 und T2
die oben angegebenen Bedeutungen haben, vorzugsweise für OH, NH2, NH2C2H4OH, N(C2H4OH)2, NHC2H4SO3H, CH2NC2H4SO3H stehen.

Die Farbstoffe der Formel (I) werden bevorzugt in Form ihrer Lithium-, Natrium-, Kalium- oder Ammoniumsalze eingesetzt. Als Ammoniumsalze können insbesondere solche zum Einsatz kommen, bei denen 1 bis 4 Wasserstoffatome durch gleiche oder verschiedene C1-C6-Alkyl- oder durch Hydroxy- oder C1-C3-Alkoxygruppen substituierte C2-C6-Alkylreste ersetzt sind. Besonders bevorzugt sind Alkanolammoniumsalze wie Methyldiethanolammonium, Dimethylethanolammonium oder Triethanolammonium und quartäre Ammoniumionen wie Tetramethylammonium oder Tetraethylammonium.

Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zur Herstellung der erfindungsgemäßen Verbindungen der Formel (I), das dadurch gekennzeichnet ist, daß man Verbindungen der Formel (XI)

worin
R, R1, R2, D und m
die oben genannten Bedeutungen haben, mit Verbindungen der Formel X(B)n umgesetzt, wobei
X
in Abhängigkeit von n die obige Bedeutung hat,
n
1, 2 oder 3 bedeutet und
B
ein abspaltbarer Cl oder F-Rest ist.

Als bevorzugte Verbindungen der Formel X(B)n werden Carbonsäurehalogenide oder -methylester, 2,4,6-Trifluor- oder 2,4,6-Trichlorpyrimidine oder -1,3,5-triazine eingesetzt und in diesen Umsetzungsprodukten gegebenenfalls in 4- und/oder 6-Stellung noch befindliche Fluor- bzw. Chloratome durch NH-, OH- oder SH-haltige Nukleophile substituiert.

Bevorzugte Acylierungsmittel der Formel X(B)n sind Carbonylchloride, z.B. Acetylchlorid, Propionylchlorid, Benzoylchlorid, Terephthaloylchlorid, Succinoylchlorid, Fumaroylchlorid, Phosgen und Carbonsäureanhydrid, z.B. Acetanhydrid.

Bevorzugte Pyrimidine der Formel X(B)n sind 2,4,6-Trifluorpyrimidin, 5-Chlor-2,4,6-trifluorpyrimidin, 5-Cyano-2,4,6-trifluorpyrimidin, 2,4,5,6-Tetrachlorpyrimidin.

Als Triazine der Formel X(B)n kommen bevorzugt 2,4,6-Trifluor- und 2,4,6-Trichlor-1,3,5-triazin in Frage.

Die Verbindungen der Formel (XI) sind bekannt: (CAS-RN 77850-13-6) oder können auf analoge Weise erhalten werden. Die Bedingungen für die Umsetzung von Verbindungen der Formel (XI) mit Acylierungsmitteln oder mit 2,4,6-Trifluor- oder 2,4,6-Trichlorpyrimidin oder -1,3,5-triazin sind ebenfalls bekannt (z.B. DE-A 29 35 681, EP-65 479).

Ebenso sind die Bedingungen für die Umsetzung von gegebenenfalls in 4- und/oder 6-Stellung noch in diesen Pyrimidin- oder Triazin-haltigen Umsetzungsprodukten vorhandenen Fluor- bzw. Chloratome mit NH-, OH- oder SH-haltigen Nukleophilen bekannt (EP-755 984, WO 96/24 635, EP-682 088).

Weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zum Färben von cellulosehaltigen Materialien mit den Farbstoffen der Formel (I).

Die erfindungsgemäßen Verbindungen der Formel (I) können als feste oder flüssige Farbstoffpräparationen eingesetzt werden. Sie werden vorzugsweise in Form von wäßrigen Präparationen, insbesondere von Lösungen eingesetzt. Diese wäßrigen Farbstoffpräparationen enthalten im allgemeinen einen oder mehrere Farbstoffe der Formel (I), gegebenenfalls geeignete organische Lösungsmittel, worunter auch hydrotrope Verbindungen zählen können sowie weitere Hilfsmittel und/oder Stabilisatoren. Es ist vorteilhaft, die wäßrigen Farbstofflösungen im Zuge der Farbstoffsynthese selbst, ohne Zwischenisolierung des Farbstoffs, herzustellen.

Die Anwendungsform der wäßrigen Farbstoffpräparate ist insbesondere beim Färben oder Bedrucken von Papier bevorzugt. Die Herstellung einer stabilen, wäßrig konzentrierten Färbepräparation kann auf allgemeine Weise erfolgen, durch Lösen des Farbstoffs in Wasser gegebenenfalls unter Zugabe eines oder mehrerer Hilfsmittel, z.B. einer hydrotropen Verbindung oder eines Stabilisators.

Die wäßrigen Farbstoffpräparationen enthalten im allgemeinen etwa 0,5 bis 20 Gew.-% eines oder mehrerer Farbstoffe der Formel (I) und 80 bis 99,5 Gew.-% Wasser und/oder Lösungsmittel sowie gegebenenfalls weitere übliche Bestandteile.

Bevorzugte organische Lösungsmittel sind dabei Alkohole und deren Ether oder Ester, Carbonsäureamide, Harnstoffe, Sulfoxide und Sulfone, insbesondere solche mit Molekulargewichten <200. Besonders geeignete Lösungsmittel sind beispielsweise: Methanol, Ethanol, Propanol; Ethylen-, Propylen-, Diethylen-, Thiodiethylen- und Dipropylen-glykol; Butandiol; β-Hydroxypropionitril, Pentamethylenglykol, Ethylenglykolmonoethyl- und propylether, Ethylendiglykolmonoethylether, Triethylenglykolmonobutylether, Butylpolyglykol, Formamid, Triethylenglykol, 1,5-Pentandiol, 1,3,6-Hexantriol, Essigsäure-2-hydroxyethylester, Essigsäure-2-(2'-hydroxy)-ethylester, Glycerin, Glykolacetat, 1,2-Dihydroxypropan, 1-Methoxy-2-propanol, 2-Methoxy-1-propanol, N,N-Dimethylformamid, Pyrrolidon, N-Methyl-caprolactam, ε-Caprolactam, Butyrolacton, Harnstoff, Tetramethylharnstoff, 1,3-Dimethyl-2-imidazolidinon, N,N'-Dimethylolpropylenharnstoff, Dimethylsulfoxid, Dimethylsulfon, Sulfolan, Isopropanol, Polyethylenglykol.

Als weitere für wäßrige Farbstoffpräparationen, insbesondere für Drucktinten übliche Zusätze kommen solche ionischen oder nichtionischen Stoffe in Frage, mit denen die Viskosität und/oder Oberflächenspannung in die für die Anwendung erforderlichen Bereiche eingestellt werden kann, wie beispielsweise anionische, kationische oder neutrale Tenside wie Dispergiermittel und Viskositätsregulatoren. Die Funktion von Viskositätsregulatoren kann beispielsweise von den organischen Lösungsmitteln übernommen werden.

Bevorzugt sind wäßrige Farbstoff-Präparationen, insbesondere Farbstoff-Lösungen, enthaltend

  • 0,5 bis 20 Gew.-%, insbesondere 1 bis 15 Gew.-% eines oder mehrerer Farbstoffe, wobei mindestens einer der Formel (I) oder einem Salz davon entspricht,
  • 50 bis 99,5 Gew.-%, insbesondere 85 bis 99 Gew.-% Wasser,
  • 0 bis 30 Gew.-%, insbesondere 0 bis 20 Gew.-% eines oder mehrere organische Lösungsmittel,
  • 0 bis 30 Gew.-%, insbesondere 0 bis 10 Gew.-% die Viskosität und/oder die Oberflächenspannung beeinflussende Zusätze,
wobei sich die Summe der genannten Inhaltsstoffe vorzugsweise auf 100 Gew.-% ergänzt.

Die wäßrigen Farbstoffpräparationen können durch Auflösen der Farbstoffsalze in Wasser oder aus den Kondensationslösungen, die gegebenenfalls einem Isomerenaustausch und/oder einer Entsalzung z.B. durch Druckpermeation unterworfen werden und/oder durch Zusatz eines oder mehrerer der obengenannten organischen Lösungsmitteln gegebenenfalls bei erhöhten Temperaturen (30 bis 100°C, insbesondere 30 bis 50°C) und unter Zusatz von anorganischen und organischen Basen hergestellt werden; gegebenenfalls können zusätzlich noch übliche ionische oder nichtionische Zusatzstoffe verwendet werden, z.B. solche, mit denen die Viskosität erniedrigt und/oder die Oberflächenspannung erhöht werden können.

Anstelle der Salze von (I) können auch die entsprechenden freien Säuren in Kombination mit mindestens äquimolaren Mengen der entsprechenden organischen oder anorganischen Basen eingesetzt werden.

Die erfindungsgemäßen wäßrigen Farbstoffpräparationen eignen sich weiterhin zur Herstellung von Drucktinten, die insbesondere auch als Aufzeichnungsflüssigkeiten nach der Ink-Jet-Methode eingesetzt werden können.

Weiterer Gegenstand der Erfindung sind daher Drucktinten enthaltend mindestens einen Farbstoff (I) sowie deren Verwendung als Aufzeichnungsflüssigkeit für Ink-Jet-Aufzeichnungssysteme zur Erzeugung roter Drucke.

Unter der Ink-Jet-Methode des erfindungsgemäßen Verfahrens wird ein Tintenstrahlaufzeichnungsverfahren verstanden, bei dem die Tintentropfen auf das Substrat gespritzt werden. Die feinen Tintentröpfchen können durch unterschiedliche Verfahren erzeugt werden. Bevorzugt werden sie nach den allgemein bekannten Thermal-Jet, Bubble-Jet, Piezzo-Jet oder Ventil-Ink-Jet-Verfahren erzeugt.

Bei der Verwendung der erfindungsgemäßen Farbstoffe in Form ihrer wäßrigen Präparationen, insbesondere ihrer Drucktinten als Aufzeichnungsflüssigkeit für Ink-Jet-Aufzeichnungssysteme ergeben sich folgende Vorteile: Die physikalischen Eigenschaften, wie Viskosität, Oberflächenspannung und dergleichen, liegen in den geeigneten Bereichen; die Aufzeichnungsflüssigkeit verursacht keine Verstopfungen in feinen Abgabeöffnungen von Tintenstrahl-Aufzeichnungsvorrichtungen; sie liefert Bilder von hoher Dichte; bei der Lagerung kommt es in der Aufzeichnungsflüssigkeit nicht zu einer Veränderung von physikalischen Eigenschaften und zur Ablagerung von festen Bestandteilen; die Aufzeichnungsflüssigkeit eignet sich zur Aufzeichnung auf verschiedenen Aufzeichnungsmedien ohne Beschränkungen hinsichtlich der Art der Aufzeichnungsmedien; schließlich fixiert die Aufzeichnungsflüssigkeit rasch und ergibt Bilder mit ausgezeichneter Wasserfestigkeit, Lichtechtheit, Abriebbeständigkeit und Auflösung.

Die folgenden Herstellungsbeispiele sollen die vorliegende Erfindung erläutern ohne sie jedoch darauf zu beschränken. In den Beispielen bedeuten Teile stets Gewichtsteile, falls nichts anderes angegeben ist.

Die mit den erfindungsgemäßen Farbstoffen erhaltenen Färbungen bzw. Drucke, insbesondere die Drucke, die nach der Ink-Jet-Methode auf Papier erhalten wurden, weisen eine hervorragende Brillanz auf.

Beispiele Beispiel 1

48,0 g der Verbindung der Formel

werden mit Hilfe von Soda in 1000 ml Wasser neutral gelöst. Nach Zugabe vor 19 g 2,4,6-Trichlor-1,3,5-triazin wird der Ansatz bei 0 - 5°C gerührt, wobei der pH-Wert durch Zugabe von Soda-Lösung bei 7,5 gehalten wird. Nach Beendigung der Kondensation werden 13 g Taurin zugesetzt; der Ansatz wird auf 40°C erwärmt, dabei wird der pH-Wert durch Zugabe von Soda-Lösung bei 7,5 - 8 gehalten. Nach Beendigung der zweiten Kondensation werden 21 g Diethanolamin zugesetzt; der Ansatz wird zum Sieden erhitzt, bis die dritte Kondensation beendet ist.

Die resultierende Lösung des Farbstoffes der Formel

wird in einer Druckpermeationsanlage weitgehend entsalzt und am Ende konzentriert, bis der E11 -Wert des Absorptionsmaximums 40 ist (λmax = 539 nm).

E11 -Wert: normierte Extinktion einer 1 %igen Lösung (Wasser) bei einer Schichtdicke von 1 cm.

Beispiel 2

10 g der konzentrierten Lösung aus Beispiel 1 werden mit 70 g Wasser und 20 g 1,5-Pentandiol verrührt. Man erhält eine Tinte, die beim Verdrucken mit einem handelsüblichen Ink-Jet-Drucker rote, brillante, lichtechte Aufzeichnungen auf handelsüblichen Papieren liefert.

In der folgenden Tabelle sind weitere Farbstoffe aufgeführt, zu deren Herstellung die angegebenen Verbindungen für die zweite und dritte Kondensation an 2,4,6-Trichlor-1,3,5-triazin eingesetzt werden. Bei Verwendung von 3-Mercaptopropansulfonsäure sowie von 2-Mercaptoethanol wird außerdem die zur Deprotonierung der SH-Gruppe benötigte Menge Soda zugesetzt. Beispiel 2. Kondensation 3. Kondensation 3 N-Methyltaurin Ethanolamin 4 3-Mercaptopropansulfonsäure Natronlauge 5 Anthranilsäure Natronlauge 6 Metanilsäure Morpholin 7 3-Mercaptopropansulfonsäure 3-Mercaptopropansulfonsäure 8 Anthranilsäure Diethanolamin 9 3-Mercaptopropansulfonsäure Diethanolamin

Die resultierenden Lösungen enthalten die Farbstoffe der Formeln

Verwendet man statt der in Beispiel 7 eingesetzten 3-Mereaptopropansulfonsäure equimolare Mengen Ethanolamin, Diethanolamin, N-Methyl-ethanolamin, Taurin, N-Methyltaurin, Morpholin, N-2-Hydroxyethylpiperazin, 2-Mercaptoethanol, Ammoniak oder Natronlauge, so erhält man ebenfalls Lösungen roter Farbstoffe.

Beispiel 10

Verwendet man statt des in Beispiel 1 eingesetzten Taurins weitere 48 g der in der ersten Kondensation eingesetzten Azoverbindung, so erhält man eine Lösung des Farbstoffs der Formel

Beispiel 11

Verwendet man statt des in Beispiel 10 eingesetzten Diethanolamins eine equimolare Menge Natriumhydroxid, so erhält man eine Lösung des Farbstoffes der Formel

Die Verwendung von Ethanolamin, Taurin N-Methyltaurin, Morpholin, N-2-Hydroxyethylpiperazin 2-Mercaptoethanol, 3-Mercapto-propansulfonsäure oder Ammoniak anstelle von Natriumhydroxid erhält man die entsprechenden Farbstoffe, bei deren Verwendung in Ink-jet-Tinten man ebenfalls brillante, lichtechte rote Drucke erhält.

Beispiel 12

48 g der Azoverbindung aus Beispiel 1 werden in 1000 ml Wasser mit Hilfe von Lithiumcarbonat neutral gelöst. Nach Zugabe von 10,1 g Terephthaloylchlorid wird der Ansatz bei 20 bis 25°C gerührt, wobei der pH-Wert durch Zugabe von Lithiumhydroxid-Lösung bei 7,5 bis 8 gehalten wird. Man erhält eine Lösung des Farbstoffs der Formel

Beispiel 13

Verwendet man statt der in Beispiel 1 eingesetzten Menge Taurin 5,2 g 1,4-Diaminobenzol und statt des Diethanolamins eine equimolare Menge Taurin, so erhält man den roten Farbstoff er Formel

In der folgenden Tabelle sind weitere Farbstoffe aufgeführt, zu deren Herstellung die angegebenen Verbindungen für die zweite und dritte Kondensation an 2,4,6-Trichlor-1,3,5-triazin eingesetzt werden. Beispiel 2. Kondensation 3. Kondensation 14 1,3-Diaminobenzol N-Methyltaurin 15 2,5-Dimethylpiperazin Natronlauge 16 2,5-Diaminobenzolsulfonsäure Diethanolamin 17 4,4'-Diaminostilben-2,2'-disulfonsäure Ethanolamin


Anspruch[de]
  1. Verbindungen der Formel (I)
    worin
    R
    für Wasserstoff oder gegebenenfalls substituiertes C1-C6-Alkyl steht,
    R1
    Wasserstoff oder C1-C6-Alkyl bedeutet,
    R2
    Wasserstoff, gegebenenfalls substituiertes C1-C6-Alkyl oder gegebenenfalls substituiertes Phenyl bedeutet,
    der Ring D
    gegebenenfalls durch ein oder mehrere gleiche oder verschiedene Substituenten aus der Reihe C1-C6-Alkyl, C1-C6-Alkoxy, Halogen, insbesondere F, Cl und Br und SO3H substituiert ist,
    m
    0 oder 1 bedeutet,
    n
    1, 2 oder 3 bedeutet und in Abhängigkeit von n
    X
    für einen mono-, di- oder trivalenten Acylrest, Pyrimidin- oder 1,3,5-Triazinrest steht, der nicht faserreaktiv ist.
  2. Verbindungen gemäß Anspruch 1, worin
    R
    für Wasserstoff, C1-C6-Alkyl oder C2-C4-Hydroxyalkyl steht,
    R1
    Wasserstoff oder C1-C6-Alkyl bedeutet,
    R2
    Wasserstoff, C1-C6-Alkyl, C2-C4-Hydroxyalkyl, C2-C4-Aminoalkyl, insbesondere durch NR3R4 substituiertes C2-C4-Alkyl, worin
    R3 und R4
    unabhängig voneinander für Wasserstoff, C1-C4-Alkyl und C2-C4-Hydroxyalkyl stehen, oder gegebenenfalls durch C1-C4-Alkyl, C1-C4-Alkoxy, COOH, SO3H, F, Cl und/oder Br substituiertes Phenyl bedeuten und
    der Ring D
    gegebenenfalls substituiert ist durch einen oder mehrere gleiche oder verschiedene Substituenten aus der Reihe C1-C4-Alkyl, C1-C4-Alkoxy, F, Cl und Br.
  3. Verbindungen gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
    X
    im Falle n = 1 gegebenenfalls durch COOH substituiertes C2-C6-Alkanoyl, gegebenenfalls durch C1-C4-Alkyl, C1-C4-Alkoxy, SO3H, COOH, F, Cl und/oder Br substituiertes C6-C10-Aroyl oder einen Rest der Formeln (II), (IIIa) oder (IIIb)
    worin
    T1 und T2
    unabhängig voneinander für OR5, NR6R7 oder SR8,

    worin
    R5 und R8
    unabhängig voneinander Wasserstoff, C1-C6-Alkyl, durch Sulfo, Carboxy, und/oder Di-C1-C3-alkylamino substituiertes C2-C6-Alkyl oder gegebenenfalls durch C1-C4-Alkyl, C1-C4-Alkoxy, Sulfo, F, Br und/oder Cl substituiertes Phenyl bedeuten,
    R6
    Wasserstoff, C1-C6-Alkyl oder gegebenenfalls durch Sulfo, Hydroxy, C1-C3-Alkoxy, Amino oder mono- oder disubstituiertes C1-C3-Alkylamino substituiertes C2-C6-Alkyl bedeutet,
    R7
    unabhängig von R6 die Bedeutung von R6 besitzt oder gegebenenfalls durch C1-C4-Alkyl, C1-C4-Alkoxy, Carboxy, Sulfo, F, Cl und/oder Br substituiertes Phenyl oder Naphthyl bedeutet oder
    R6 und R7
    zusammen mit dem N-Atom, an das sie gebunden sind, einen Morpholinrest oder einen gegebenenfalls durch C1-C4-Alkyl, C2-C4-Hydroxyalkyl oder C2-C4-Aminoalkyl substituierten Piperazinrest bilden und
    T3
    für Wasserstoff F, Cl, CN, CCl3, CCl2F oder COOH steht,
    X
    im Falle n = 2

    -CO-, -CO-(CH2)1-4-CO-, -COC2H2-CO- gegebenenfalls durch CH3, OCH3, F, Cl, Br und/oder COOH substituiertes C6-C10-Diaroyl oder einen Rest der Formeln (IVa), (IVb) oder (V)
    worin T1 und T3 die oben angegebene Bedeutung haben und
    Z
    für einen Rest der Formel
    steht,
    Y
    C2-C6-Alkylen oder gegebenenfalls Carboxy- oder Sulfatogruppensubstituiertes Arylen bedeutet,
    R9
    Wasserstoff, C1-C6-Alkyl oder C2-C4-Hydroxyalkyl bedeutet,
    X
    im Falle n = 3 einen Rest der Formel (VI) oder (VII)
    worin T3 die oben angegebene Bedeutung besitzt.
  4. Verbindungen gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie der Formel (VIII) entsprechen
    worin
    R, R1, R2, D, X und m
    die oben angegebene Bedeutung haben,
    n
    für 1 oder 2 steht.
  5. Verbindungen gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
    R1 und R2
    bedeuten unabhängig voneinander vorzugsweise Wasserstoff, CH3, C2H5, C3H7, C2H4OH, C2H4SO3H, C3H6OH, C3H6SO3H, C2H4COOH, C3H6COOH, C6H5, C6H4SO3H, C6H4COOH oder C2H4N(CH3)2,
    R
    bedeutet vorzugsweise Wasserstoff, CH3, C2H5, C2H4OH,
    R3 und R4
    bedeuten unabhängig voneinander vorzugsweise Wasserstoff, CH3, C2H4OH,
    R5
    leitet sich vorzugsweise von folgenden Verbindungen HOR5 ab: Ethylenglykol oder Isethionsäure (2-Hydroxyethansulfonsäure),
    R6
    bedeutet vorzugsweise Wasserstoff CH3, C2H5, C3H7, C2H4OH, C2H4OCH3 oder C3H6OH,
    R7
    bedeutet vorzugsweise Wasserstoff, C2H4OH, C3H6OH, C2H4SO3H, C2H4COOH, C3H6SO3H, C3H6COOH, C6H5, C6H4SO3H, C6H4COOH oder
    R6 und R7
    bilden zusammen mit dem N-Atom, an das sie gebunden sind vorzugsweise einen Rest der Formel
    R8
    leitet sich vorzugsweise von folgenden Thiolen HSR8 ab: 2-Mercapto-ethanol oder 3-Mercapto-1-propansulfonsäure,
    R9
    bedeutet vorzugsweise Wasserstoff, CH3, C2H4OH.
  6. Verbindungen gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie der Formel (IX) entsprechen
    worin die Substituenten die oben angegebene Bedeutungen besitzen.
  7. Verbindungen gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie der Formel (X) entsprechen
    worin
    R
    Wasserstoff, CH3 oder C2H5 bedeutet,
    R2
    für Wasserstoff, CH3, C2H5, C3H7, C4H9 oder C6H5 steht und
    T1 und T2
    die oben angegebenen Bedeutungen haben vorzugsweise für Wasserstoff, CH3, C2H4OH, stehen.
  8. Verfahren zur Herstellung von Verbindungen gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man Verbindungen der Formel (XI)
    worin
    R, R1, R2, D und m
    die oben genannten Bedeutungen haben mit Verbindungen der Formel X(B)n umsetzt, wobei
    X
    in Abhängigkeit von n die obige Bedeutung hat,
    n
    1, 2 oder 3 bedeutet und
    B
    ein abspaltbarer Cl oder F-Rest ist.
  9. Wäßrige Farbstoff-Präparationen, insbesondere Farbstoff-Lösungen, enthaltend
    • 0,5 bis 20 Gew.-% eines oder mehrerer Farbstoffe, wobei mindestens einer davon der Verbindung des Anspruchs 1 oder einem Salz davon entspricht,
    • 50 bis 99,5 Gew.-% Wasser,
    • 0 bis 30 Gew.-% eines oder mehrerer organische Lösungsmittel,
    • 0 bis 30 Gew.-% die Viskosität und/oder die Oberflächenspannung beeinflussende Zusätze.
  10. Drucktinten enthaltend mindestens einen Farbstoff, der einer Verbindung gemäß Anspruch 1 entspricht.
  11. Verwendung der Verbindungen des Anspruchs 1 zum Färben und Bedrucken zu hydroxy- und/oder amidgruppenhaltigen Substraten, insbesondere zum Bedrucken von Papier nach der Ink-Jet-Methode.






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