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Dokumentenidentifikation DE19745538C2 20.02.2003
Titel Verfahren und Einrichtung zur Reinigung von Klimaanlagen
Anmelder Sprügel, Friedrich A., 81825 München, DE
Erfinder Sprügel, Friedrich A., 81825 München, DE
Vertreter TER MEER STEINMEISTER & Partner GbR Patentanwälte, 81679 München
DE-Anmeldedatum 15.10.1997
DE-Aktenzeichen 19745538
Offenlegungstag 22.04.1999
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 20.02.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 20.02.2003
IPC-Hauptklasse F28G 1/16
IPC-Nebenklasse F28G 9/00   B08B 3/02   B60S 5/00   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Einrichtung zur Reinigung von Klimaanlagen, d. h. von Heiz-, Kühl- und Belüftungsanlagen, insbesondere von Fahrzeugen, wie von Kraftfahrzeugen, Automobilen, Lastkraftwagen, Omnibussen, Straßenbahnen, Zügen und Flugzeugen, durch Aufsprühen eines Reinigungsmittels auf die Verdampferschlangen der Klimaanlage.

Die Klimatisierung der Innenbereiche von Fahrzeugen gewinnt zunehmend an Bedeutung. So werden immer mehr Automobile und sonstige Kraftfahrzeuge zur Abkühlung des Fahrgastraums oder des Arbeitsplatzes des Kraftfahrers mit hochleistungsfähigen Kühlaggregaten in Form von Klimaanlagen ausgerüstet. Diese Klimaanlagen ermöglichen durch Heizung oder Kühlung des zu temperierenden Raumes eine angenehme Umgebungsatmosphäre mit gleichbleibender Temperatur. Trotz der erreichten angenehmen Abkühlung in der warmen Jahreszeit treten doch häufig unangenehme Nebeneffekte auf, welche sich in einem unangenehmen fauligen modrigen oder nach kaltem Rauch riechendem Geruch manifestieren und die insbesondere nach dem Betrieb der Klimaanlage und einem längerem Stillstand auftreten. Untersuchungen haben gezeigt, daß diese unangenehmen Gerüche durch Mikroorganismen, wie Bakterien und/oder Pilze verursacht werden, welche sich auf den Oberflächen namentlich des Verdampfers, wie der Verdampferschlangen etc., in dem die eingeblasene Außenluft abgekühlt wird, absetzen und das dort vorliegende organische Material unter Verursachung der hier angesprochenen unangenehmen Gerüche, abbauen.

Diese bisherigen Maßnahmen zur Beseitigung dieser Gerüche, wie die Anordnung von Feinfiltern und dergleichen oder die manuelle Reinigung der Klimaanlage, sind aufwendig, nur wenig wirksam und bedingen zum Teil eine Zerlegung der Klimaanlage.

Die WO 94/17356 A1 beschreibt ein Verfahren und eine Vorrichtung zur automatischen Reinigung von Klimaanlagen von Gebäuden und Fahrzeugen, welches darin besteht, der Wärmeaustauscheroberfläche der Klimaanlage periodisch mit Hilfe einer Flüssigkeitszuführeinrichtung eine Behandlungsflüssigkeit zuzuführen und diese auf der Wärmeaustauscheroberfläche zu verteilen. Vorzugsweise wird dabei eine vorbestimmte Menge der Behandlungsflüssigkeit während einer kurzen Zeitdauer in vorbestimmten Intervallen, von vorzugsweise nicht weniger als einmal im Monat, angewandt.

Gegenstand der DE 295 21 413 U1 ist eine Reinigungsvorrichtung für insbesondere mobil angeordnete Kühl- oder Heizeinrichtungen, mit in Abständen voneinander parallel verlaufenden Kühl- beziehungsweise Heizleitungen, welche innerhalb einer Führung, deren Ausmaße der zu reinigenden Fläche entsprechen, nebeneinander angeordnete, mittels eines Antriebes verfahrbare Reinigungsdüsen aufweist, die, zur Reinigung der Kühl- oder Heizleitungen, auf diese ein Reinigungsmedium sprühen.

Diese vorbekannten Verfahren und Vorrichtungen sind aufwendig und nur wenig wirksam.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht somit darin, ein Verfahren und eine Vorrichtung anzugeben, mit denen es in einfacher und kostengünstiger Weise und ohne Zerlegung der Klimaanlage gelingt, diese unangenehmen Gerüche zu beseitigen.

Diese Aufgabe wird nun gelöst durch das Verfahren gemäß Anspruch 1 und die zur Durchführung dieses Verfahrens geeignete Einrichtung nach Anspruch 20. Die Unteransprüche betreffen bevorzugte Ausführungsformen dieses Erfindungsgegenstandes.

Die Erfindung sei im folgenden näher unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen erläutert. In der Zeichnung zeigen

Fig. 1: eine zumindest zum Teil im Schnitt und in Explosionsdarstellung wiedergegebene erfindungsgemäße Einrichtung zur Reinigung von Klimaanlagen;

Fig. 2: ein Detail dieser Einrichtung, nämlich die an dem Schlauch der Einrichtung befestigte Rundstrahldüse; und

Fig. 3: eine schematische Darstellung der Reinigung des Verdampferraumes der Klimaanlage unter Verwendung der erfindungsgemäßen Reinigungseinrichtung.

Gegenstand der Erfindung ist daher ein Verfahren zur Reinigung von Klimaanlagen, insbesondere von Fahrzeugen durch Aufsprühen eines Reinigungsmittels auf die Verdampferschlangen der Klimanlage, das dadurch gekennzeichnet ist, daß ein Schwall eines ein biozides Mittel, ein Tensid und ein Lösungsmittel enthaltenden Reinigungsmittels mittels einer Sprühdüse mit einem Druck von 2 bis 15 bar auf die Verdampferschlangen der Klimaanlage aufgesprüht wird, wobei die Menge des mit dem Schwall eingeführten Reinigungsmittels dazu ausreicht, die Oberfläche der mit der zu kühlenden Luft in Verbindung stehenden Außenseite des Verdampfers der Klimaanlage innerhalb eines Zeitraums von etwa 3 bis 20 Sekunden im wesentlichen vollständig zu überspülen. Dies erfolgt insbesondere dadurch, daß das Reinigungsmittel mit Hilfe einer Sprühdüse unter hohem Druck in den Verdampferraum eingesprüht wird, wo es auf die Verdampferschlangen, die Kühlbleche, die Wandungen und dergleichen auftrifft und die dort vorhandenen Abscheidungen unter der Druckeinwirkung ablöst und gleichzeitig unter Einwirkung des bioziden Mittels eine Abtötung der dort vorhandenen Keime, wie Bakterien, Pilze und dergleichen bewirkt.

Mit Vorteil wird das Reinigungsmittel mit einem Druck von 5 bis 10 bar und vorzugsweise 6 bis 8 bar in den Verdampferraum der Klimaanlage eingesprüht. Dabei wird die Menge des schlagartig in Form eines Schwalles in den Verdampferraum eingeführten Reinigungsmittels derart ausgewählt, daß die Oberfläche der mit der zu kühlenden Luft in Verbindung stehenden Außenseite des Verdampfers, d. h. also die Verdampferschlangen und dergleichen der Klimaanlage innerhalb eines Zeitraums von etwa 1 bis 20 Sekunden, vorzugsweise 3 bis 10 Sekunden insbesondere etwa 10 Sekunden im wesentlichen vollständig überspült wird.

Für den Fall einer Klimaanlage von Personenkraftwagen wird ein Schwall von 100 bis 1000 ml, vorzugsweise 300 bis 500 ml des Reinigungsmittels innerhalb eines Zeitraums von etwa 10 Sekunden in den Verdampferraum der Klimaanlage eingespritzt und zwar vorzugsweise mit Hilfe eines in den Verdampferraum der Klimaanlage einführten Schlauches. Dieser Schlauch ist mit Vorteil an dem in die Klimaanlage eingeführten Ende mit einer Rundstrahldüse versehen, welche am Umfang des Düsenrandes angeordnete Öffnungen aufweist, so daß der Sprühstrahl quer zur Asche der Rundstrahldüse seitlich abgegeben wird und damit gut sämtliche zu behandelnden Oberflächen überstreicht. Der mit der Rundstrahldüse versehene Schlauch wird über den Ventilatorschacht oder an einer anderen geeigneten Stelle der Klimaanlage des hier angesprochenen Kraftfahrzeuges durch eine Kanüle oder Sonde in die Klimaanlage eingeführt und bis an die Verdampferschlangen herangeführt. Mit Vorteil wird der Schlauch während des Einsprühens des Reinigungsmittels hin und her bewegt, um eine Spritzreinigung des gesamten Verdampferraumes zu bewirken.

Auf Grund des während des Einsprühvorgangs angewandten hohen Druckes von 2 bis 15 bar und der schlagartigen Einführung des erfindungsgemäß eingesetzten Reinigungsmittels gelingt es auch dickere oder fettige Schmutzschichten zu durchdringen und jeden Winkel des Verdampferraumes zu erreichen. In dieser Weise wird während des Aussprühvorganges, der beispielsweise für eine Reinigungsmittelmenge von 300 ml nur maximal 10 Sekunden dauert, eine vollständige Spritzreinigung des Verdampferraumes mit sämtlichen dort vorliegenden Oberflächen, auf denen sich die aus der Außenatmosphäre stammenden Abscheidungen gebildet haben, erreicht.

Das überschüssige Reinigungsmittel läuft zusammen mit den abgelösten Verschmutzungen über das Kondensatablaufrohr der Klimaanlage ab. Erfindungsgemäß läßt man mit Vorteil das noch an den Oberflächen des Verdampferraumes anhaftende Reinigungsmittel während einer Zeitdauer von mindestens 10 Minuten, bevorzugter mindestens 15 Minuten und am bevorzugtesten etwa 30 Minuten einwirken, um in dieser Weise eine vollständige Abtötung der noch lebenden Mikroorganismen zu bewirken, welche letztlich den unangenehmen Geruch hervorrufen. Im Anschluß daran werden die Reste des Reinigungsmittels durch Einschalten der Klimaanlage über das Gebläse der Klimaanlage abgetrocknet. Nach dem Laufenlassen des Gebläses der Klimaanlage während etwa fünf Minuten ist das noch verbliebene Reinigungsmittel soweit entfernt, daß die durchströmende Luft geruchsneutral ist.

Das erfindungsgemäß verwendete Reinigungsmittel enthält als Tensid vorzugsweise ein fluoraliphatisches Tensid, welche eine besonders schnelle und vollständige Verteilung des Reinigungsmittels auf der gesamten Oberfläche des erfindungsgemäß zu behandelnden Verdampferraumes der Klimaanlage sicherstellt. Besonders bevorzugte fluoraliphatische Tenside sind Perfluoralkansäuren mit 1 bis 10 Kohlenstoffatomen im Alkanrest und/oder Alkali- und/oder Ammoniumsalze davon, wobei bevorzugte Perfluoralkansäuren Perfluoralkylcarbonsäure und/oder Perfluoralkylsulfonsäure, wie Perfluorbuttersäure, Trifluormethansulfonsäure und/oder Perfluoroctansäure sind. Gemäß seiner besonders bevorzugten Ausführungsform enthält das erfindungsgemäße Reinigungsmittel als Tensid Kaliumperfluoroctoat.

Das fluoraliphatische Tensid ist vorzugsweise in einer Konzentration von 0,001 bis 1 Gew.-%, bevorzugter in einer Menge von 0,005 bis 0,1 Gew.-% und am bevorzugtesten in einer Menge von etwa 0,01 Gew.-% in dem verwendeten Reinigungsmittel enthalten.

Das Reinigungsmittel enthält als biozides Mittel vorzugsweise einen Aldehyd, ein Phenolderivat, ein Halogenphenylderivat, eine quartäre Ammoniumverbindung und/oder eine aktiven Sauerstoff freisetzende Verbindung, wobei Glyoxal und/oder Glutaraldehyd besonders bevorzugt sind. Diese letztgenannten bioziden Mittel sind äußerst aktiv und preiswert bei gleichzeitiger Schonung der zu behandelnden Oberflächen und ohne Gefährdung des das Reinigungsmittel handhabenden Personals. Das biozide Mittel ist vorzugsweise in einer Menge von 0,1 bis 3 Gew.-%, bevorzugter in einer Menge von etwa 0,3 Gew.-% in dem Reinigungsmittel enthalten.

Das erfindungsgemäß eingesetzte Reinigungsmittel enthält als Lösungsmittel vorzugsweise Wasser und/oder mindestens einen wasserlöslichen Alkohol, wie Ethanol, Propanol und/oder Isopropanol. Bevorzugt enthält das Reinigungsmittel als Lösungsmittel eine Mischung aus destilliertem Wasser und mindestens einem der Alkohole Ethanol, Propanol und Isopropanol im Verhältnis 20 : 80 bis 80 : 20, wobei ein Lösungsmittelgemisch aus 50% Wasser und Ethanol und/oder Propanol als Rest besonders bevorzugt ist.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform kann das erfindungsgemäß verwendete Reinigungsmittel noch einen Duftstoff enthalten, wie er üblicherweise in flüssigen Wasch- und Reinigungsmitteln enthalten ist.

Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist eine Einrichtung zur Durchführung des oben beschriebenen Verfahrens zur Reinigung von Klimaanlagen.

Wie in der Fig. 1 dargestellt ist, umfaßt die Einrichtung einen das Reinigungsmittel unter Druck enthaltenden Behälter 1, ein Ventil 2 und einen Schlauch 3 zur Einführung in den Verdampferbereich der Klimaanlage. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform umfaßt der Behälter eine Zweikammerpreßpackdose, vorzugsweise eine genormte Aerosolzweikammerdose mit einer Außendose 4 aus Metall, wie Aluminium, und einem Innenbeutel 5 aus Kunststoff. Dabei liegt das Reinigungsmittel in dem vorzugsweise in Form eines Polyethylenbeutels vorliegenden Innenbeutel 5 vor, welcher über ein in die Außendose 4 eingebrachtes Gas unter einem Druck von 2 bis 15 bar, vorzugsweise 5 bis 10 bar und am bevorzugtesten 6 bis 8 bar steht. Als Preßgas ist Preßluft oder Stickstoff vorhanden. In Abhängigkeit von der Größe des Behälters 1 umfaßt der Innenbeutel 5 100 bis 1000 ml, vorzugsweise 300 bis 500 ml des Reinigungsmittels. Da das Reinigungsmittel in dem Innenbehälter 5 vorliegt, ist die Sauberkeit des Reinigungsmittels auch bei längerer Lagerung ebenso sichergestellt, wie eine Korrosion der Außendose 4 vermieden wird. Durch die Anwendung dieses Zweikammerprinzips kann die Anwendung von umweltschädlichen Treibgasen vermieden werden, da es ohne weiteres möglich ist, den Innenbeutel durch Einführung von Preßluft oder Stickstoff in die Außendose 4 unter Druck zu setzen.

Der das Reinigungsmittel enthaltende Behälter 1 ist mit einem Ventil 2 verschlossen, welches vorzugsweise als Kippventil ausgebildet ist, das die Abgabe einer großen Menge des Reinigungmittels in kürzester Zeit ermöglicht. Durch Kippen dieses Ventils wird nämlich die Öffnung des Behälters schlagartig freigelegt, so daß die Flüssigkeit sehr schnell aus dem Behälter austreten kann, von wo es dann über den Schlauch 3 in den Verdampferbereich der Klimaanlage eingeführt werden kann. Vorzugsweise besteht dieser Schlauch 3 aus Polyethylen oder Polyamid und besitzt bei einem Durchmesser von 4 mm eine Länge von 60 bis 80 cm. Der Schlauch 3 ist an seinem behälterseitigen Ende vorzugsweise mit einem Winkelstück 7 versehen, welches zur besseren Handhabung einen Hebel 8 in Form eines Pistolengriffes aufweist. Dieses Winkelstück ist über den Schraubansatz 6 des Kippventils 2 mit dem Behälter 1 verbunden.

Am anderen Ende ist der Schlauch 3 mit einer Rundstrahldüse 9 versehen, welche an ihrem Ende verschlossen ist und eine Vielzahl von am Umfang angeordneten dreieckigen Düsenöffnungen 10 mit radialer Sprührichtung aufweist, wie es in der Fig. 2 in vergrößertem Maßstab dargestellt ist. In dieser Fig. 2 ist der Schlauch 3 mit Rundstrahldüse 9 in dem in die Klimaanlagenöffnung 11 eingeführter Zustand gezeigt.

Der Innenbeutel 5 enthält vorzugsweise das Reinigungsmittel mit der oben beschriebenen bevorzugten Zusammensetzung.

Bei der Benutzung dieser Einrichtung im Rahmen der Reinigung einer Kraftfahrzeugklimaanlage, wie es schematisch in der Fig. 3 dargestellt ist, wird zunächst, ein etwa vorhandenes Mikrofilter ausgebaut, wonach das Steuergerät oder der Temperatursensor am Gehäuse der Klimaanlage entfernt wird. Über die sich hierdurch ergebende Öffnung 11 oder aber auch über den Ventilatorschacht oder eine andere geeignete Öffnung wird nun der Schlauch 3 mit seinem mit der Rundstrahldüse 9 versehenen Ende in das Gehäuse der Klimaanlage eingeführt und in Richtung auf den Verdampfer eingeschoben. Nachdem die Rundstrahldüse 9 den Verdampferraum 12 erreicht hat, wird das Kippventil 2 durch Betätigen des Hebels 8 geöffnet, was zur Folge hat, daß der gesamte Inhalt des Innenbeutels 5 schlagartig aus dem Behälter 1 entweicht und über den Schlauch 3 der Rundstrahldüse 9 zugeführt wird. Über die Düse 9 tritt das Reinigungsmittel unter hohem Druck radial zur Schlauchachse aus und bildet einen kreisförmigen Sprühstrahl aus. Durch Hin- und Herbewegen des Schlauches während dieses Vorganges wird erreicht, daß das Reinigungsmittel sämtliche Oberflächen des Verdampferraumes 12 erreicht, auf denen die zu entfernenden Abscheidungen vorliegen. Da das Einsprühen des Reinigungsmittels schlagartig unter hohem Druck und in sehr kurzer Zeit erfolgt, ergibt sich eine starke mechanische Reinigungswirkung auf den zu behandelnden Oberflächen. So wird beispielsweise eine Reinigungsmittelmenge von etwa 300 ml im Verlaufe von lediglich 10 Sekunden unter einem Druck 6 bis 8 bar aufgesprüht, so daß auch dickere oder fettige Schmutzschichten in den entferntesten Winkeln des Verdampferraumes erreicht und beseitigt werden.

Nach der Entleerung des Behälters 1 wird der Schlauch wieder aus der Klimaanlage herausgezogen und deren Öffnung wieder verschlossen, wobei gleichzeitig das überschüssige Reinigungsmittel über das Kondensatablaufrohr der Klimaanlage abläuft. Vorzugsweise wartet man dann nach dem Aufsprühen während mindestens 10 Minuten, vorzugsweise mindestens 15 Minuten, beispielsweise 30 Minuten ab, bevor man die Reste des Reinigungsmittels durch Einschalten des Gebläses der Klimaanlage abtrocknet. Innerhalb dieser Einwirkungsdauer erfolgt eine vollständige Abtötung der eventuell noch vorhandenen Mikroorganismen. Nach dem Laufenlassen des Gebläses während etwa fünf Minuten ist das Reinigungsmittel in einem solchen Maße entfernt, daß die ausströmende Luft geruchsneutral ist.

Die erfindungsgemäße Einrichtung ermöglicht das Aufbringen einer maximalen Menge des Reinigungsmittels innerhalb kürzester Zeit unter hohem Druck auf die zu behandelnden Oberflächen. Auf Grund der bevorzugt vorhandenen Rundstrahldüse ergibt sich ein sternförmiger Sprühstrahl, so daß sämtliche zu behandelnden Oberflächen der Klimaanlage ohne weiteres erreicht werden können. Hierdurch ergibt sich eine konzentrierte äußerst wirksame Behandlung der unerwünschten Abscheidungen auf den Verdampferblechen der Klimaanlage, so daß es ohne weiteres gelingt, die unangenehmen, fauligen, modrigen und nach altem Tabakrauch riechenden Gerüche dauerhaft zu beseitigen und zwar ohne die bislang übliche zumindest teilweise Zerlegung der Klimaanlage.

Es ist ersichtlich, daß das im Rahmen einer Klimaanlage von Automobilen beschriebene Verfahren und die dafür verwendete Einrichtung auch für die Reinigung größerer Klimaanlagen geeignet sind, wie sie beispielsweise in Lastkraftwagen, Omnibussen, Eisenbahnwagen, Flugzeugen und Schiffen eingesetzt werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur Reinigung von Klimaanlagen, insbesondere von Fahrzeugen, durch Aufsprühen eines Reinigungsmittels auf die Verdampferschlangen der Klimaanlage, dadurch gekennzeichnet, daß ein Schwall eines ein biozides Mittel, ein Tensid und ein Lösungsmittel enthaltenden flüssigen Reinigungsmittels mittels einer Sprühdüse mit einem Druck von 2 bis 15 bar auf die Verdampferschlangen der Klimaanlage aufgesprüht wird, wobei die Menge des mit dem Schwall eingeführten Reinigungsmittels dazu ausreicht, die Oberfläche der mit der zu kühlenden Luft in Verbindung stehenden Außenseite des Verdampfers der Klimaanlage innerhalb eines Zeitraums von etwa 3 bis 20 Sekunden im wesentlichen vollständig zu überspülen.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Reinigungsmittel mit einem Druck von 5 bis 10 bar eingesprüht wird.
  3. 3. Verfahren nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Menge des mit dem Schwall eingeführten Reinigungsmittels dazu ausreicht, die Oberfläche der mit der zu kühlenden Luft in Verbindung stehenden Außenseite des Verdampfers der Klimamanlage innerhalb eines Zeitraums von etwa 5 bis 10 Sekunden im wesentlichen vollständig zu überspülen.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß ein Schwall von 100 bis 1000 ml, vorzugsweise 300 bis 500 ml des Reinigungsmittels innerhalb eines Zeitraums von etwa 1 bis 20 Sekunden, vorzugsweise 3 bis 10 Sekunden eingespritzt wird.
  5. 5. Verfahren nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Schwall des Reinigungsmittels über einen in den Verdampferraum der Klimaanlage eingeführten Schlauch eingesprüht wird.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß ein mit einer Rundstrahldüse versehener Schlauch verwendet wird.
  7. 7. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlauch während des Einsprühvorgangs in der Klimaanlage hin und hergeschoben wird.
  8. 8. Verfahren nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß nach dem Aufsprühen eine Einwirkungsdauer von mindestens 10, bevorzugter mindestens 15 Minuten abgewartet wird, bevor die Reste des Reinigungsmittels über das Gebläse der Klimaanlage abgetrocknet werden.
  9. 9. Verfahren nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Reinigungsmittel als Tensid ein fluoraliphatisches Tensid enthält.
  10. 10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Reinigungsmittel als fluoraliphatisches Tensid mindestens eine Perfluoralkansäure mit 1 bis 10 Kohlenstoffatomen im Alkanrest und/oder ein Alkali- und/oder Ammoniumsalz davon enthält.
  11. 11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Reinigungsmittel als Perfluoralkansäure eine Perfluoralkylcarbonsäure und/oder eine Perfluoralkylsulfonsäure enthält.
  12. 12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß das Reinigungsmittel als Perfluoralkansäure Perfluorbuttersäure, Trifluormethansulfonsäure und/oder Perfluoroctansäure enthält.
  13. 13. Verfahren nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Reinigungsmittel das fluoraliphatische Tensid in einer Konzentration von 0,001 bis 1 Gew.-%, vorzugsweise 0,005 bis 0,1 Gew.-% enthält.
  14. 14. Verfahren nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Reinigungsmittel als biozides Mittel einen Aldehyd, ein Phenolderivat, ein Halogenphenylderivat, eine quartäre Ammoniumverbindung und/oder eine aktiven Sauerstoff freisetzende Verbindung enthält.
  15. 15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß es als Aldehyd Glyoxal und/oder Glutaraldehyd enthält.
  16. 16. Verfahren nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Reinigungsmittel als Lösungsmittel Wasser und/oder mindestens einen wasserlöslichen Alkohol enthält.
  17. 17. Verfahren nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß das Reinigungsmittel als wasserlöslichen Alkohol Ethanol, Propanol und/oder Isopropanol enthält.
  18. 18. Verfahren nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Reinigungsmittel als Lösungsmittel eine Mischung aus destilliertem Wasser und mindestens einem der Alkohole Ethanol, Propanol und Isopropanol im Verhältnis 20 : 80 bis 80 : 20 enthält.
  19. 19. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch einen das Reinigungsmittel unter Druck enthaltenden Behälter (1) in Form einer Zweikammerpreßpackdose mit einer Außendose (4) und einem Innenbeutel (5), ein Ventil (2) und einen Schlauch (3) zur Einführung in den Verdampferbereich der Klimaanlage.
  20. 20. Einrichtung nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, daß das Reinigungsmittel in dem Innenbeutel (5) vorliegt, welcher über ein in die Außendose (4) eingebrachtes Gas unter einem Druck von 2 bis 15 bar, vorzugsweise 5 bis 10 bar steht.
  21. 21. Einrichtung nach einem der Ansprüche 19 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß das Ventil (2) des Behälters eine vollständige Entleerung des Innenbeutels (5) in weniger als 20 Sekunden, vorzugsweise in weniger als 10 Sekunden ermöglicht.
  22. 22. Einrichtung nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, daß das Ventil (2) ein Kippventil ist.
  23. 23. Einrichtung nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, daß das Kippventil (2) einen Schraubansatz (6) aufweist.
  24. 24. Einrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 19 bis 23, gekennzeichnet durch ein zwischen dem Ventil (2) und dem Schlauch (3) angeordnetes Winkelstück (7).
  25. 25. Einrichtung nach Anspruch 24, dadurch gekennzeichnet, daß das Winkelstück (7) einen Hebel (8) in Form eines Pistolengriffes aufweist.
  26. 26. Einrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 19 bis 24, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlauch (3) an seinem in die Klimaanlage einzuführenden Ende mit einer Rundstrahldüse (9) versehen ist.
  27. 27. Einrichtung nach Anspruch 26, dadurch gekennzeichnet, daß die Rundstrahldüse (9) mit einer Vielzahl am Umfang angeordneten dreieckigen Düsenöffnungen (10) mit radialer Sprührichtung versehen ist.
  28. 28. Einrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 19 bis 27, dadurch gekennzeichnet, daß das in dem Innenbehälter (5) vorliegende Reinigungsmittel die in den Ansprüchen 10 bis 19 angegebene Zusammensetzung aufweist.






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