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Dokumentenidentifikation DE69622296T2 13.03.2003
EP-Veröffentlichungsnummer 0727551
Titel Vandalismussicherer Schrank und Schlossschutzeinrichtung
Anmelder Ter Haar, Hendrik Jan, Neede, NL
Erfinder Ter Haar, Hendrik Jan, Neede, NL
Vertreter Witte, Weller & Partner, 70178 Stuttgart
DE-Aktenzeichen 69622296
Vertragsstaaten DE, FR, NL
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 16.02.1996
EP-Aktenzeichen 962003893
EP-Offenlegungsdatum 21.08.1996
EP date of grant 17.07.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 13.03.2003
IPC-Hauptklasse E05B 17/14

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen vandalismussicheren Schrank mit einem Gehäuse, das eine verschließbare Tür an wenigstens einer Seite aufweist, wobei die Tür zu diesem Zweck mit einer Schließeinrichtung versehen ist, die durch ein Schlüsselloch zugänglich ist, wobei eine Verschlußschutzvorrichtung sicher mit der Tür im Bereich des Schlüssellochs verbunden ist, wobei die Einrichtung ferner einen robusten Körper aufweist, der in dem Bereich des Schlüssellochs mit einem Durchgangsloch versehen ist und ferner einen Hohlraum aufweist, der sich im wesentlichen quer zu dem Loch und gleichfalls in dem Durchgangsloch erstreckt, wobei die Öffnung Blockiermittel aufweist, die in einer ersten Position das Durchgangsloch blockieren und in einer zweiten Position das Durchgangsloch freigeben, wobei die Blockiermittel einen festen Körper aufweisen, der zwischen dem Boden der Öffnung einerseits und Haltemitteln auf der anderen Seite eingeschlossen ist, wobei die Haltemittel den Körper in dem Durchgangsloch in der ersten Position festhalten und den Körper in der zweiten Position davon freigeben. Die Erfindung betrifft ferner eine Schutzvorrichtung zum Sichern eines Schlüssellochs, die selbst einen robusten Körper, wie oben beschrieben, aufweist.

Sogenannte gepanzerte Schränke werden häufig zum Schutz von Automaten und dgl. gegen Vandalismus in öffentlichen Gebäuden oder auf der Straße verwendet. Der Schrank weist für diesen Zweck ein kräftiges, normalerweise aus Stahl bestehendes Gehäuse auf, das um den Automaten plaziert werden kann, und das an der Vorderseite eine Tür aufweist, die mit einem transparenten Fenster versehen sein kann oder nicht, wobei die Tür normalerweise mit einem Drehstangenschloß versehen ist. Die Tür des Automaten ist normalerweise verschlossen, so daß der Automat und sein Inhalt ständig ausreichend gegen Diebstahl, vorsätzliche Beschädigung und andere Formen von Vandalismus auch dann geschützt ist, wenn keine ausreichende Aufsicht besteht. Die Tür hat eine Öffnung in dem Bereich einer Bedienungsplatte und eines Ausgabebereiches des Automaten, so daß der Automat trotzdem jederzeit betriebsbereit ist. Die Tür ist mit Schließmitteln versehen, so daß die Tür mit einem passenden Schlüssel geöffnet werden kann, wodurch der Automat zum Auffüllen der Maschine und zur Aufnahme des darin enthaltenen Geldes vollständig zugänglich wird.

Die US-A-3,785,188 offenbart ein Schloß für eine Tür, das ein Sicherheitsmerkmal aufweist, das einen Eindringenden oder eine nicht autorisierte Person am Öffnen des Schlosses hindert. Das Sicherheitsmerkmal besteht aus einem magnetisch betriebenen Mechanismus, der mittels eines speziellen Schlüssels arbeitet und der einen Teil des Mechanismus in eine Betriebsposition zieht, so daß er mit dem übrigen Teil des Mechanismus zusammenwirken kann, um einen Bolzen zwischen einer verriegelten und unverriegelten Position zu verschieben.

Ein Nachteil eines solchen Systems ist jedoch, daß der magnetisch betriebene Mechanismus fehleranfällig ist.

Der gegenwärtigen Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen vandalismussicheren Schrank der in dem anfänglichen. Absatz beschriebenen Art bereitzustellen, der einen verbesserten Widerstand gegen Vandalismus aufweist.

Gemäß der Erfindung ist ein vandalismussicherer Schrank der eingangs beschriebenen Art für diesen Zweck dadurch gekennzeichnet, daß der feste Körper eine Kugel aufweist, und daß die Haltemittel ein Zylinderschloß aufweisen, das innerhalb des Hohlraums verschiebbar aufgenommen ist, und daß sich der Hohlraum quer neben dem Durchgangsloch erstreckt, um so darin einen drehbaren Vorsprung des Zylinderschlosses in der ersten Position aufzunehmen.

In dem erfindungsgemäßen Schrank ist das Schlüsselloch des Schrankes nur durch das Durchgangsloch in dem Körper zugänglich. Wenn das Schlüsselloch durch die Blockiermittel abgeschlossen ist, ist das Schlüsselloch, d. h. die zuvor erwähnte Öffnung nicht länger für ein Brecheisen oder dgl. zugänglich, so daß die sichere Verbindung zwischen dem Körper und der Tür nicht aufgebrochen werden kann. Der erfindungsgemäße Schrank hat sich in der Praxis selbst gegenüber den meisten Formen von Vandalismus und Kriminalität, die heutzutage auftreten, als widerstandsfähig gezeigt.

Das Zylinderschloß selbst kann herkömmlicher Art sein. Dessen Vorsprung wird in die Querausdehnung des Hohlraums eingeführt, so daß das Zylinderschloß und demnach auch der Körper in dem Durchgangsloch befestigt sind. Wenn nachfolgend der Vorsprung aus dem Fortsatz wieder in das Zylinderschloß gedreht wird, kann das Zylinderschloß innerhalb des Hohlraums frei gleiten und kann so in die zweite Position gebracht werden, in der der Körper aus dem Durchgangsloch entfernt wird und somit das Schlüsselloch wieder zugänglich ist.

Die Erfindung wird nunmehr detailliert in bezug auf eine Ausführung und die zugehörige Zeichnung erklärt, in der

Fig. 1 eine Ausführung eines vandalismussicheren Schrankes gemäß der Erfindung zeigt;

Fig. 2A-2B Querschnitte der Schloßschutzvorrichtung des Schrankes gemäß Fig. 1 in einer ersten Position zeigt und

Fig. 3A-3B Querschnitte der Schloßschutzvorrichtung des Schrankes gemäß Fig. 1 in einer zweiten Position zeigen.

Die Zeichnung ist rein schematisch und nicht maßstabsgerecht. Einige Dimensionen wurden zum Zwecke der Klarheit besonders übertrieben. Entsprechende Teile wurden in den Figuren mit den gleichen Bezugsziffern bezeichnet.

In einer ersten Ausführung weist der vandalismussichere Schrank gemäß der Erfindung ein schweres Metallgehäuse 1 auf, das an seiner Vorderseite mit einer verschließbaren Tür 2 versehen ist, die für diesen Zweck mit einem Schließstangenschloß ausgestattet ist, von dem ein Stab 3 in geschlossenem Zustand von der Oberseite und der Unterseite der Tür 2 aus hervorsteht und in entsprechende abgestimmte Aufnahmen in dem Boden und im Dach des Schranks 1 eingreift. Die Stange 3 ist in einer Welle in der doppelwandigen Tür 2 versteckt und ist deshalb nicht von der Außenseite zugänglich. Das Schließstangenschloß kann durch ein Schlüsselloch in der Tür 2 betätigt werden. Die Tür 2 ist mit einem stoßfesten Fenster 20 versehen, das mit einem Gitter versehen sein kann oder nicht, um einen Automaten (nicht dargestellt), der in dem Schrank 2 aufgenommen ist, sichtbar zu machen.

Um die unvermeidlich durch das Schlüsselloch gebildete Öffnung, durch die ein Zugang zu der Stange 3 mit Hilfe einer Brechstange oder einem ähnlichen Instrument erzwungen werden könnte, zur Außenseite hin abzuschirmen, ist gemäß der Erfindung eine Schutzvorrichtung 4 für das Schloß an der Tür 2 im Bereich des Schlüssellochs eingepaßt. Die Schutzvorrichtung 4 für das Schloß ist detaillierter in Fig. 2 und 3 quergeschnitten in einer ersten, geschlossenen bzw. einer zweiten, offenen Position gezeigt.

Die Schutzvorrichtung 4 für das Schloß weist gemäß der Erfindung einen stabilen Körper auf, der in diesem Fall aus gehärtetem Stahl besteht, und ist in dem Bereich des Schlüssellochs mit einem Durchgangsloch 5 versehen, durch das das Schlüsselloch mit Hilfe eines Schlüssels erreicht werden kann. Ein Hohlraum 6 erstreckt sich im wesentlichen quer zu dem Durchgangsloch 5 in dem Körper, bei diesem Beispiel in die Unterseite des Körpers auslaufend und das Durchgangsloch 5 an der gegenüberliegenden Seite 61 durchquerend. Die Öffnung 6 weist Blockiermittel in der Form einer festen Kugel 7 auf, die zwischen dem Boden 61 des Hohlraums 6 einerseits und andererseits durch Haltemittel in der Form eines Zylinderschlosses 8 eingeschlossen ist. Das Zylinderschloß 8 gleitet praktisch ohne Spiel in dem Hohlraum 6.

In der ersten, in den Fig. 2A, 2B gezeigten Position ist das Zylinderschloß verschlossen, so daß ein drehbarer Vorsprung 9 desselben in einer lokalen Querausdehnung 62 des Hohlraums 6 liegt, die neben dem Durchgangsloch 5 vorgesehen ist. Das Zylinderschloß 8 ist in dem Hohlraum 6 in dieser Position gehalten, so daß das Schloß 8 die Kugel 7 in dem Durchgangsloch 5 hält und das Schlüsselloch nicht mehr zugänglich ist.

Um die Tür 2 zu öffnen, wird das Schloß 8 in die in den Fig. 3A, 3B gezeigte offene Position gebracht, in der der Vorsprung 9 in das Schloß 8 eingreift, so daß das Schloß 8 innerhalb des Hohlraums 6 frei gleiten kann. Das Schloß 8 wird in die Richtung nach außen gezogen, wodurch die Kugel 7 von dem Durchgangsloch 5 unter Schwerkrafteinfluß herabfällt, wodurch das Schlüsselloch so freigegeben wird. Um zu verhindern, daß das Schloß 8 vollständig aus dem Hohlraum 6 herausgezogen wird, ist in dem Körper 4 an dem Ende des Hohlraums 6 wie in der Darstellung der Figur gezeigt ein Verriegelungsstift 10 angeordnet.

Auf diese Weise wird auf eine vergleichsweise einfache, jedoch nicht weniger effektive Weise erreicht, daß das Schlüsselloch, d. h. der schwächste Punkt des Schrankes, gegen die Wirkung einer Brechstange oder ähnlicher Werkzeuge geschützt ist. Der Schrank gemäß der Erfindung hat sich in der Tat als widerstandsfähig gegen ernste Formen von gegenwärtigem Vandalismus und von Kriminalität erwiesen, wo herkömmliche Schränke unwirksam waren.

Obwohl die Erfindung zuvor unter Bezugnahme auf nur eine einzige Ausführung im Detail beschrieben wurde, versteht es sich, daß die Erfindung keineswegs auf das angegebene Beispiel beschränkt ist. Vielmehr sind zahlreiche Variationen und alternative Ausführungen für die Fachleute möglich, ohne vom Rahmen der Erfindung, wie dieser in den Ansprüchen definiert ist, abzuweichen. Eine runde Kugel hat jedoch den Vorteil, wie auch ein alternativer Körper mit einer konvexen, zylindrischen oder wenigstens gekrümmten Oberfläche, daß ein Bohrer unwirksam ist oder wenigstens im wesentlichen nicht geeignet ist, ihn anzugreifen, so daß das Durchgangsloch nicht ohne weiteres aufgebohrt werden kann, um so Zugang zu dem Schlüsselloch zu erzwingen.

Anstatt eines Schließstangenschlosses in der Tür 2 können ferner alternative Schließmittel verwendet werden, wobei die Schutzvorrichtung 4 für das Schloß immer das Schlüsselloch schützt, um so eine Beraubung des Schrankes zu verhindern.

Allgemeiner gesagt bietet die Erfindung einen wirkungsvollen Schutz für ein Schlüsselloch durch die Bereitstellung einer Schutzvorrichtung für ein Schloß davor, die verhindert, daß das Schloß, mit dem das Schlüsselloch zusammenhängt, von außen aufgebrochen wird.


Anspruch[de]

1. Vandalismussicherer Schrank mit einem Gehäuse (1), das eine verschließbare Tür (2) an wenigstens einer Seite aufweist, wobei die Tür (2) zu diesem Zweck mit einer Schließeinrichtung versehen ist, die durch ein Schlüsselloch zugänglich ist, wobei eine Verschlußschutzvorrichtung (4) sicher mit der Tür (2) im Bereich des Schlüssellochs verbunden ist, wobei die Einrichtung ferner einen robusten Körper aufweist, der in dem Bereich des Schlüssellochs mit einem Durchgangsloch (5) versehen ist und ferner einen Hohlraum (6) aufweist, der sich im wesentlichen quer zu dem Loch (5) und gleichfalls in dem Durchgangsloch erstreckt, wobei die Öffnung (6) Blockiermittel aufweist, die in einer ersten Position das Durchgangsloch blockieren und in einer zweiten Position das Durchgangsloch freigeben, wobei die Blockiermittel einen festen Körper aufweisen, der zwischen dem Boden (61) der Öffnung (6) einerseits und Haltemitteln auf der anderen Seite eingeschlossen ist, wobei die Haltemittel den Körper in dem Durchgangsloch in der ersten Position festhalten und den Körper in der zweiten Position davon freigeben, dadurch gekennzeichnet, daß der feste Körper einen Körper mit einer gekrümmten Oberfläche (7) aufweist, und daß die Haltemittel ein Zylinderschloß (8) aufweisen, das innerhalb des Hohlraums verschiebbar aufgenommen ist, und daß sich der Hohlraum quer neben dem Durchgangsloch erstreckt, um so darin einen drehbaren Vorsprung des Zylinderschlosses (8) in der ersten Position auf zunehmen.

2. Schutzvorrichtung (4) zum Sichern eines Schlüssellochs, mit einem robusten Körper, der mit einem Durchgangsloch (5) versehen ist, durch das das Schlüsselloch beim Gebrauch durch einen Schlüssel erreicht werden kann, und wobei ferner ein Hohlraum (6) vorgesehen ist, der sich im wesentlichen quer zu dem Durchgangsloch (5) und auch innerhalb des Durchgangslochs erstreckt, wobei die Öffnung (6) Blockiermittel aufweist, die in einer ersten Position das Durchgangsloch blockieren und in einer zweiten Position das Durchgangsloch freigeben, wobei die Blockiermittel einen festen Körper aufweisen, der zwischen dem Boden (61) der Öffnung (6) einerseits und Haltemitteln auf der anderen Seite eingeschlossen ist, wobei die Haltemittel den Körper in dem Durchgangsloch in der ersten Position festhalten und den Körper in der zweiten Position davon freigeben, dadurch gekennzeichnet, daß der feste Körper einen Körper mit einer gekrümmten Oberfläche (7) aufweist, und daß die Haltemittel ein Zylinderschloß (8) aufweisen, das innerhalb des Hohlraums verschiebbar aufgenommen ist, und daß sich der Hohlraum quer neben dem Durchgangsloch erstreckt, um so darin einen drehbaren Vorsprung des Zylinderschlosses (8) in der ersten Position aufzunehmen.

3. Vandalismussicheres Gehäuse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der feste Körper eine Kugel ist.

4. Schutzvorrichtung (4) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der feste Körper eine Kugel ist.







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