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Dokumentenidentifikation DE10142976A1 20.03.2003
Titel Textilanlage mit einer Steuereinrichtung zur Bereitstellung partiebezogener Betriebsdaten
Anmelder Rieter Ingolstadt Spinnereimaschinenbau AG, 85055 Ingolstadt, DE
Erfinder Zipperer, Martin, 85095 Denkendorf, DE
Vertreter Canzler & Bergmeier, Patentanwälte, 85055 Ingolstadt
DE-Anmeldedatum 01.09.2001
DE-Aktenzeichen 10142976
Offenlegungstag 20.03.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 20.03.2003
IPC-Hauptklasse D01H 4/44
IPC-Nebenklasse D01H 13/26   G06F 13/00   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Textilanlage (1) mit zumindest einer Textilmaschine (20, 21, 22) mit einer Vielzahl von Bearbeitungsstellen und einer ersten Wartungseinrichtung (R1-n, R2-n) zum Warten und/oder Kontrollieren der Bearbeitungsstellen und einer Steuereinheit zum Bereitstellen und/oder Bearbeiten von Betriebsparametern sowie eine Textilanlage (1) mit zumindest einer Textilmaschine (20, 21, 22) mit zumindest einer Steuereinheit (WS, PS, MZn, Rn, SCn) zum Bereitstellen und/oder Bearbeiten von partiebezogenen Betriebsparametern. Erfindungsgemäß werden geänderte Betriebsparameter von der Steuereinheit (R1-n, R2-n) der ersten Wartungseinrichtung zu einer zweiten Steuereinheit (R1-n, R2-n) einer zweiten Wartungseinrichtung mittels einer Kommunikationseinrichtung (11, 10, 12) übertragen. Alternativ wird durch eine der Steuereinrichtungen (WS, PS, MZn, Rn, SCn) eine Vielzahl von vordefinierten, partieabhängigen Betriebsparametersätzen zur Auswahl für die Textilanlage (1) oder für Teile der Textilanlage bereitgestellt. Ein Verfahren zum Austausch von partieabhängigen Betriebsparametersätzen wird ebenfalls vorgesehen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Textilanlage mit einer Textilmaschine und einer ersten Wartungseinrichtung, der eine Steuereinrichtung mit einem Betriebsparameterspeicher zugeordnet ist, eine Textilanlage mit zumindest einer Textilmaschine und zumindest einer Steuereinheit zum Bereitstellen und/oder Bearbeiten von partiebezogenen Betriebsparametern, sowie ein Verfahren zum Übermitteln von Betriebsparametern bei einem Partiewechsel.

Bei einer bekannten Rotorspinnmaschine (DE 44 31 810 A1) ist eine Ansetzvorrichtung entlang einer Vielzahl von Spinnstellen zum Warten der Spinnstellen verfahrbar. Eine Maschinenzentrale der Rotorspinnmaschine weist einen Betriebsparameterspeicher und eine Eingabeeinrichtung zum Eingeben neuer Parameter für einen Partiewechsel auf. Die Ansetzvorrichtung ist über eine Kommunikationsleitung mit der Maschinenzentrale verbunden und weist ebenfalls eine Steuereinrichtung, einen Betriebsparameterspeicher und eine Eingabeeinrichtung auf. Bei einem Partiewechsel werden die in der Maschinenzentrale geänderten Betriebsparameter der Rotorspinnmaschine an die Steuereinrichtung der Ansetzvorrichtung übertragen. Gleichzeitig wird zum Partiewechsel bei der Ansetzvorrichtung eine reduzierte Anzahl von Ansatzparametern geändert, die dann zusammen mit den von der Maschinenzentrale übermittelten Maschinendaten zur Ermittlung der Grundeinstellung für einen optimalen Ansetzvorgang verwendet werden. Auf Grund der Übermittlung der Maschinendaten und der funktionellen Abhängigkeit der Ansetzparameter untereinander verringert sich die Anzahl der bei der Ansetzvorrichtung einzugebenden Parameter, so daß die Gefahr von Bedienungsfehlern verringert wird.

Es ist Aufgabe der Erfindung, eine Textilanlage mit zumindest einer Textilmaschine sowie ein Verfahren hierfür vorzusehen, bei denen die Änderung der Betriebsparameter bei Partiewechsel noch weiter vereinfacht wird, insbesondere die Änderung der Betriebsparameter für gleichartige oder gleiche Maschinenkomponenten.

Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des Anspruchs 1, 7, 14 bzw. 20 gelöst.

Gemäß Anspruch 1 weist die Textilanlage zumindest eine erste Textilmaschine mit zumindest zwei Wartungseinrichtungen zum Warten und/oder Kontrollieren einer Vielzahl von Bearbeitungsstellen auf. Den zumindest zwei Wartungseinrichtungen ist jeweils eine Steuereinheit zugeordnet, die einen Betriebsparameterspeicher aufweisen. Die Wartungseinrichtungen sind identisch oder gleichartig, so daß diese auf einen zumindest teilweise identischen Betriebsparametersatz zurückgreifen, der beispielsweise bei einem Partiewechsel oder bei Inbetriebnahme zu ändern ist.

Wartungseinrichtungen sind dabei regelmäßig Automaten, die an den Bearbeitungsstellen der Textilmaschine verschiedene Arbeitsvorgänge vornehmen. Solche Arbeitsvorgänge sind z. B. das Reinigen der Arbeitsstellen, das Wiederanfahren der Arbeitsstelle bei einem Ausfall, die Bereitstellung von Ausgangsprodukten oder dergleichen. Bei einer Offenend-Spinnmaschine wird z. B. durch einen Anspinnroboter zusätzlich ein Spulenwechsel durchgeführt. Die zumindest zwei Wartungseinrichtungen können die Bearbeitungsstellen an einer Textilmaschine (beispielsweise einer Rotor- Spinnmaschine) oder an zwei verschiedenen Textilmaschinen der Textilanlage warten.

Die Betriebsparameter umfassen dabei Daten, die zum Warten und/oder Kontrollieren der Bearbeitungsstellen benötigt werden, Daten der Betriebszustände der Textilmaschine, welche ebenfalls für die Wartung der Bearbeitungsstellen relevant sind, Daten, die die Bearbeitung des Materials an den Bearbeitungsstellen betreffen, partiebezogene Daten, Steuerprogramm- Module oder dergleichen. Partie- bzw. chargenbezogene Daten sind solche Daten, die abhängig vom zu verarbeitenden Ausgangsstoff und/oder den zu erzeugenden Produkten sind. Beispielsweise ist zur Erzeugung einer neuen Partie eine andere Rezeptur bzw. ein anderes Herstellungsverfahren notwendig. Zur Erzeugung einer Partie können einzelne Bearbeitungsstellen einer oder mehrerer Textilmaschinen abgestellt sein oder eine Gruppe von Bearbeitungsstellen. Beispielsweise erzeugen alle Bearbeitungsstellen einer ersten Textilmaschine und ein Teil von Bearbeitungsstellen einer zweiten Textilmaschine die gleiche Partie, so daß bei Wartung durch verschiedene Wartungseinrichtungen jede der Wartungseinrichtungen identische oder teilweise identische Betriebsparameter zur Steuerung benötigen.

Die bei der Wartungseinrichtung zu ändernden oder geänderten Betriebsparameter können auch solche Betriebsparameter der Textilanlage und/oder insbesondere der Textilmaschine betreffen, die bei Partiewechsel ebenfalls für die Wartungseinrichtung zu berücksichtigen sind. Hierzu werden beispielsweise die relevanten Betriebsparameter der Textilmaschine durch die Wartungseinrichtung von der Produktions- oder Maschinensteuereinrichtung aus deren Datenspeicher abgerufen oder von der Produktions- oder Maschinensteuereinrichtung an den Betriebsparameterspeicher der Wartungseinrichtung übertragen. Die weiteren, für die Wartungseinrichtung relevanten Betriebsparameter werden an der Wartungseinrichtung oder ebenfalls bei einer Eingabeeinrichtung der Produktions- oder Maschinensteuereinrichtung geändert. Die dann insgesamt geänderten und zum Partiewechsel notwendigen Betriebsparameter werden anschließend an die anderen Wartungseinrichtungen übertragen. Dadurch ist es nicht notwendig, die Betriebsparameter der Textilmaschine nochmals bei der Wartungseinrichtung einzugeben, da diese unmittelbar übernommen werden.

Die Übertragung der Betriebsparameter zwischen den Wartungseinrichtungen erfolgt dabei über eine Kommunikationseinrichtung. Die Kommunikationseinrichtung kann eine direkte Kommunikationsverbindung zwischen den Wartungseinrichtungen sein oder beispielsweise eine Kommunikationsverbindung von der ersten Wartungseinrichtung zu einer Maschinenzentrale der Textilmaschine. Von dieser führt die Verbindung zu einer zweiten Wartungseinrichtung der Textilmaschine. Eine Kommunikationsverbindung kann auch z. B. von der ersten Wartungseinrichtung zur Maschinenzentrale der ersten Textilmaschine führen, von dieser zur Steuerzentrale der Textilanlage, von dieser wiederum zur Maschinenzentrale einer zweiten Textilmaschine und von dieser schließlich zu einer zweiten Wartungseinrichtung. Durch die Übertragung eines oder mehrerer Betriebsparameter von einer Wartungseinrichtung zur anderen oder zu einer Vielzahl von anderen Wartungseinrichtungen ist es nicht notwendig, an jeder Wartungseinrichtung einzeln die Betriebsparameter zu ändern oder einzugeben. Bei Partiewechsel wird dadurch die Umrüstzeit der Anlage erheblich reduziert. Das Risiko von Bedienungsfehlern wird vermindert. Je mehr Wartungseinrichtungen für den Partiewechsel umgestellt werden müssen, desto größer ist die Zeiteinsparung und damit die Produktionseffizienz der Textilanlage.

Vorteilhaft erfolgt das Editieren der Betriebsparameter durch eine Eingabeeinrichtung an zumindest einer der Wartungseinrichtungen. Erfolgt die Eingabe durch eine Bedienungsperson an einer Wartungseinrichtung, so kann z. B. diese Wartungseinrichtung danach im Testmodus betrieben werden. Dabei wird geprüft, ob die neuen Betriebsparameter zum Warten der neuen Partie geeignet sind, bevor eine Weiterübertragung der geprüften Betriebsparameter an die anderen Wartungseinrichtungen erfolgt. Vorteilhaft gibt es dabei eine Leit-Wartungseinrichtung, bei der grundsätzlich die Änderung der Betriebsparameter vorgenommen werden und von der aus die Betriebsparameter an die anderen übertragen werden. In diesem Fall muß lediglich die Leit-Wartungseinrichtung mit einer Eingabeeinrichtung ausgerüstet sein, wodurch die Kosten für die anderen Wartungseinrichtungen reduziert sind.

Besonders vorteilhaft sind die Steuereinrichtungen der ersten und zweiten Wartungseinrichtung jeweils über ein Kommunikationssystem mit einer Produktions- oder Maschinensteuereinrichtung verbunden. Die Produktionssteuerungseinrichtung ist auf der Ebene der Textilanlage zum Steuern der Textilanlage angesiedelt, während die Maschinensteuereinrichtung auf der Ebene der Textilmaschine zum Steuern der Textilmaschine angesiedelt ist. Der Datenspeicher der Produktions- oder Maschinensteuereinrichtung dient ebenfalls dem Speichern der Betriebsparameter der ersten und/oder zumindest zweiten Wartungseinrichtung. Die Betriebsparameter können dabei zwischengespeichert oder für eine Steuereinrichtung der Wartungseinrichtung bereitgestellt werden. Hierdurch ergeben sich verschiedene Möglichkeiten der Editierung von Betriebsparametern bei Partiewechsel. Beispielsweise werden Betriebsparameter für eine Partie von der Wartungseinrichtung aus aus dem Datenspeicher abgerufen, an der Wartungseinrichtung editiert, und dann zu den anderen Wartungseinrichtungen übertragen. Oder zum Partiewechsel werden die geänderten Betriebsparameter von der Produktions- oder Maschinensteuereinrichtung aus an eine Wartungseinrichtung übertragen, dort editiert und wiederum zu den anderen Wartungseinrichtungen weitergeleitet. Oder die geänderten und editierten Betriebsparameter aus einer Wartungseinrichtung werden im Datenspeicher zwischengespeichert, bevor sie an die anderen Wartungseinrichtungen weiterübertragen werden. Vorteilhaft ist dabei die Kommunikationseinrichtung zur Kommunikation zwischen den Wartungseinrichtungen in das hierarchische Kommunikationssystem zur Produktions- oder Maschinensteuereinrichtung integriert.

Erfolgt das Editieren der Betriebsparameter z. B. zum Partiewechsel an einer Eingabeeinrichtung der Produktions- oder Maschinensteuereinrichtung, so ist es nicht erforderlich, die Datenänderung in der Produktionsumgebung vorzunehmen. Weiterhin ist es nicht notwendig, daß die Wartungseinrichtungen oder eine Wartungseinrichtung mit einer Eingabeeinrichtung ausgerüstet sein muß. Die Daten werden an der Eingabeeinrichtung der Produktions- oder Maschinensteuereinrichtung editiert, an eine der Wartungseinrichtungen übertragen, dort beispielsweise getestet und durch eine Eingabe an dieser Wartungseinrichtung zu den anderen übertragen oder veranlaßt durch die Produktions- oder Maschinensteuereinrichtung von dieser Wartungseinrichtung wieder abgerufen und an die anderen weitergeleitet.

Ganz besonders vorteilhaft sind aus dem Datenspeicher der Produktions- oder Maschinensteuereinrichtung oder aus den Betriebsparameterspeichern der ersten und/oder zumindest zweiten Wartungseinrichtung mehrere verschiedene Sätze von Betriebsparametern abrufbar. Statt der Eingabe sämtlicher zu ändernder Betriebsparameter genügt es in diesem Fall, einen der vordefinierten Betriebsparametersätze aufzurufen und diesen ggf. editiert weiterzuleiten. Vorteilhaft sind dabei die einzelnen Betriebsparametersätze mit partieabhängigen Bezeichnungskürzeln versehen, so daß Fehler bei der Auswahl eines Betriebsparametersatzes weitgehend ausgeschlossen sind. Durch Eingabe der Partiebezeichnung oder Auswahl des Betriebsparametersatzes verkürzt sich die Umrüstzeit bei Partiewechsel erheblich.

Bei dem Verfahren zur Übermittlung von Betriebsparametern zwischen einer ersten und zumindest einer zweiten Wartungseinrichtung einer Textilmaschine gemäß Anspruch 7 werden ein oder mehrere Betriebsparameter von der ersten zu der zumindest zweiten Wartungseinrichtung übertragen. Wie oben bereits dargestellt, läßt sich damit die Umrüstzeit bei Partiewechsel an beiden Wartungseinrichtungen bzw. mehreren Wartungseinrichtungen unter Minimierung der Fehleranfälligkeit erheblich reduzieren. Nachdem geänderte Betriebsparameter in einer der Wartungseinrichtungen bereitstehen, lassen sich diese entweder durch eine Eingabe an der Wartungseinrichtung, bei der diese geänderten Parameter bereitstehen, zu den anderen Wartungseinrichtungen übertragen. Oder durch eine Eingabe an einer der anderen Wartungseinrichtungen wird der geänderte Betriebsparametersatz abgerufen. Oder eine Übertragung zwischen den Wartungseinrichtungen wird in einer zentralen Steuereinheit veranlaßt. Damit kann der Austausch der Betriebsparameter produktionsabhängig optimiert eingeleitet werden.

Die Textilanlage gemäß Anspruch 14 umfaßt zumindest eine Textilmaschine, die z. B. eine Vielzahl von Bearbeitungsstellen aufweist. Durch eine Steuereinheit sind eine Vielzahl von vordefinierten, partieabhängigen Betriebsparameter für die Textilanlage oder für Teile der Textilanlage bereitstellbar.

Bisher wurden in einer Textilanlage für die Produktion eines bestimmten Artikels bzw. für eine bestimmte Partie die Betriebseinstellungen, die hierfür notwendig sind, außerhalb der Steuereinrichtung auf Papier verwaltet. Zum Partiewechsel, beispielsweise bei Herstellung eines anderen Garns, werden die entsprechenden Betriebsparameter eingegeben, was sehr zeitaufwendig und fehleranfällig ist. Werden dagegen die Betriebsparameter vordefiniert in einer Steuereinrichtung bereitgestellt, so können diese einfach durch Auswahl des Betriebsparametersatzes oder durch Eingabe einer Partiebezeichnung ausgewählt werden. Die Zeit zur Änderung der Betriebsparameter und die Wahrscheinlichkeit für Fehleingaben reduziert sich dadurch drastisch.

Je nach dem, in welcher Ebene die Steuereinrichtung angesiedelt ist, können dabei gleichzeitig mehrere verschiedene Betriebsparameter ausgewählt werden, z. B. für zwei Textilmaschinen, die unterschiedliche Partien erzeugen. Die Betriebsparameter können dabei jeweils die Betriebsparameter für eine einzelne Textilmaschine, für verschiedene Textilmaschinen, für den Textilmaschinen zugeordnete Wartungseinrichtungen, für Zuliefermaschinen, für Produktverarbeitungsmaschinen oder dergleichen umfassen. Vorzugsweise werden bei Partiewechsel alle durch ein Programm vorgebbaren und änderbaren Betriebsparameter gleichzeitig geändert, so daß eine manuelle Änderung von Betriebsparametern durch Eingabe in den verschiedenen Hierarchieebenen der Textilanlage nicht mehr notwendig ist. Die Steuereinheit kann dabei eine herkömmliche Steuereinheit sein, wie eine Produktions- oder Maschinensteuereinrichtung, eine Steuereinrichtung einer Wartungseinrichtung oder eine separate Steuereinrichtung, die lediglich die Betriebsparameter bereitstellt, um diese an eine der vorgenannten Steuereinrichtungen oder ggf. an die einzelnen Anlagenteile der Textilanlage zu übertragen. Vorzugsweise werden die partieabhängigen Betriebsparameter auch über eine Eingabeeinrichtung der Steuereinrichtung editiert, vervielfältigt, kopiert oder dergleichen.

Neben den bereits erwähnten Teilen der Textilanlage betreffen diese Betriebsparameter ebenfalls solche für einen Garnreiniger zum Überwachen der Garnqualität, die Antriebssteuerung einer Textilmaschine, beispielsweise für das Antriebsgestell einer Rotorspinnmaschine, oder dergleichen. Vorzugsweise werden dabei die Betriebsparameter Anlageteile-spezifisch verwaltet, so daß beispielsweise bei Partiewechsel an lediglich einer Textilmaschine der Textilanlage nicht für alle Textilmaschinen die Parametersätze ausgetauscht werden, sondern für die Textilmaschine, bei der tatsächlich ein Partiewechsel durchgeführt wird. Vorteilhaft werden für alle Anlagenteile, beispielsweise eine Textilmaschine, sämtliche Betriebsparameter umstellbar, die softwaremäßig umzustellen sind. Es müssen nicht einzelne Anlagenteile oder Gruppen von Anlagenteilen separat und einzeln umgestellt werden.

Besonders vorteilhaft werden durch die Steuereinrichtung nicht nur solche Betriebsparameter bzw. Betriebseinstellungen verwaltet, die dann durch eine weitere Steuereinrichtung zum entsprechenden Betrieb der Anlagenkomponente softwaremäßig umgestellt wird, sondern auch solche Betriebsparameter, die eine hardwaremäßige Umstellung erfordern. Ein solche Umstellung ist beispielsweise der Austausch eines Elements der Textilmaschine, einer Bearbeitungsstelle, einer Wartungseinrichtung oder dergleichen. Oder die manuelle Umstellung eines Elements, wie beispielsweise die Änderung der Federkraft einer Hilfsantriebsrolle, die manuelle Änderung der Druckluft beispielsweise bei einer Wartungseinrichtung oder dergleichen. Solche Parameter werden vorteilhaft durch eine Anzeigeeinrichtung und/oder eine Ausgabeeinrichtung angezeigt bzw. ausgegeben. Damit kann eine Bedienungsperson anhand der Anzeigeeinrichtung die vorzunehmenden Änderungen ablesen und durchführen.

Vorzugsweise werden die vorzunehmenden Änderungen durch eine Anzeigeeinrichtung und/oder Ausgabeeinrichtung dort angezeigt bzw. ausgegeben, wo sie tatsächlich durchzuführen sind. Beispielsweise an einer Wartungseinrichtung. Die Wartungseinrichtung mit ihrer Anzeige kann auch entlang der Bearbeitungsstellen der Textilmaschine verfahren werden, wobei für jede Bearbeitungsstelle die Änderungen sukzessive angezeigt werden. Eine Anzeigeeinrichtung ist dabei beispielsweise ein Monitor, ein Mehrzeilendisplay oder dergleichen. Die Anzeigeeinrichtung kann stationär an einem Teil der Textilanlage installiert sein oder als mobile Einrichtung (z. B. Funkterminal), die durch eine Bedienungsperson mitgeführt wird. Die Ausgabeeinrichtung ist beispielsweise ein Drucker, der eine Bestückungsliste bzw. eine Liste mit vorzunehmenden Einstellungen ausgibt.

Bei dem Verfahren gemäß Anspruch 20 stellt eine Steuereinrichtung eine Vielzahl von partiebezogenen Betriebsparametersätzen bereit und durch Auswahl eines der Betriebsparametersätze wird zumindest für einen Teil der Textilmaschinenkomponenten der Partiewechsel eingeleitet. Wie oben beschrieben, ist es dadurch nicht mehr notwendig, bei einem Partiewechsel die einzelnen Betriebsparameter manuell zu ändern.

Werden die Parameter, die nicht durch eine Steuereinrichtung softwaremäßig umgestellt werden können, in einer sortierten Arbeitsliste aufgelistet, so kann eine Bedienungsperson, die die manuell durchzuführenden Änderungen oder die den Austausch von Betriebsteilen (z. B. Spinnrotor bei einer Rotor-Spinnmaschine) durchzuführen hat, diese Änderungen in einer zeitlich effizienten Weise abarbeiten, so daß Fehler möglichst vermieden werden. Muß zusätzlich von der Bedienungsperson jede vorgenommene Änderung quittiert werden, so wird gleichzeitig die tatsächliche Durchführung der Änderung überwacht, so daß Einstellungs- oder Bestückungsfehler reduziert werden.

Anhand von Zeichnungen werden Ausführungsformen der Erfindung näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 eine schematische Darstellung der hierarchischen Gliederung von Steuereinheiten einer Teilanlage und

Fig. 2 eine schematische Detailansicht der Steueranlage von Fig. 1.

Fig. 1 ist eine schematische Darstellung der hierarchischen Gliederung von Steuereinheiten einer Textilfabriksteueranlage 1. Die gesamte Fabrikanlage wird durch eine Produktionssteuerung PS zentral überwacht. Die Produktionssteuerung PS ist über einen Hauptbus 10 mit Maschinenzentralen MZ1 bis MZ3 verbunden. Eine Bearbeitungsstation WS ist hier beispielhaft direkt mit der Produktionssteuerung PS verbunden. Der Hauptbus 10 dient dem Datenaustausch zwischen der Produktionssteuerung PS und den Maschinenzentralen MZ1 bis MZ3. Statt des Hauptbusses 10 kann eine andere Art der Kommunikationseinrichtung vorgesehen werden, beispielsweise eine sternförmige Kommunikationsverbindung zwischen der Produktionssteuerung PS und den Maschinenzentralen MZ1 bis MZ3. Die Maschinenzentrale MZ1 ist eine Hauptsteuereinheit einer ersten Rotorspinnmaschine 20. Die Maschinenzentrale MZ3 ist die Hauptsteuereinheit eines Spinnereivorwerks 22, das beispielsweise eine Karde und eine Strecke umfaßt. Die Maschinenzentrale MZ2 ist die Hauptsteuereinrichtung einer zweiten Rotorspinnmaschine 21.

Die Maschinenzentrale MZ1 ist über einen Roboterbus 11 zum Datenaustausch mit den Steuereinheiten R1-1 und R1-2 von Anspinnrobotern verbunden. Weiterhin ist die Maschinenzentrale MZ1 über einen Maschinenbus 13mit Sektionscontrollern SC1-1 und SC1-2 verbunden. Jeder der Sektionscontroller. SC1-1 und SC1-2 dient der Steuerung und Überwachung von jeweils 10 Spinnstellen der Rotorspinnmaschine 20. Der Sektionscontroller SC1-1 ist mit den Garnreinigern G1 und G2 verbunden. Entsprechend ist der Sektionscontroller SC1-2 mit den Garnreinigern G3 und G4 verbunden. Die Maschinenzentrale MZ1 ist weiterhin mit einer Antriebseinheit AE1 verbunden. Die Antriebseinheit AE1 steuert das Antriebsgestell (nicht dargestellt) der Rotorspinnmaschine 20.

Die Kommunikationsverbindung zwischen der Maschinenzentrale MZ1 und den Anspinnrobotern R1-1 und R1-2 einerseits sowie die Kommunikationsverbindung 13 zwischen der Maschinenzentrale MZ1 und den Sektionscontrollern SC1-1 und SC1-2 andererseits ist hier jeweils als Bus 11, 13 dargestellt. Wie oben beim Hauptbus 10 kann jedoch eine andere Art der Kommunikationsverbindung eingesetzt werden, wie beispielsweise eine sternförmige oder ringförmige Kommunikationsverbindung. Die Struktur der Steuereinheiten und Kommunikationsverbindungen der zweiten Rotorspinnmaschine 21 sind entsprechend der ersten Rotorspinnmaschine 20 aufgebaut.

Durch die Punkte in Fig. 1 ist angedeutet, daß am Hauptbus 10 weitere Maschinenzentralen MZn eingebunden sein können und daß am Roboterbus 11 bzw. 12 weitere Anspinnroboter R1-n bzw. R2-n eingebunden sein können. Weiterhin sind mit dem Maschinenbus 13 bzw. 14 weitere Sektionscontroller SC1-n bzw. SC2-n verbunden und bei jedem Sektionscontroller SC ist die Anzahl der Garnreiniger Gn davon abhängig, wie viele Spinnstellen pro Sektion betreut werden bzw. wie viele Spinnstellen jedem Garnreiniger Gn zugewiesen sind.

Fig. 2 zeigt Details des internen Aufbaus der Steuereinrichtungen bzw. der an die Steuereinrichtungen angeschlossenen Peripheriegeräte. Jede Steuereinrichtung, von denen die Produktionssteuerung PS, die Maschinenzentrale MZ1, die Robotersteuerung R1-1 und der Sektionscontroller SC1-1 dargestellt sind, umfaßt einen Prozessor 30, 40, 50, 60, einen Programmspeicher 31, 41, 51, 61 und einen Betriebsparameterspeicher 32, 42, 52, 62. Weiterhin sind die Steuereinheiten PS, MZ1, R1-1 und SC1-1 jeweils mit einem Display 33, 43, 53, 63 zum Anzeigen von Daten oder Menüfunktionen und einem Keyboard 34, 44, 54, 64 zum Eingeben von Daten oder Befehlen verbunden. Die Produktionssteuerung PS ist zusätzlich mit einem Drucker 35 verbunden, über den Programmlistings oder Paramterlistings oder Arbeitsprogramme für Bedienungspersonen ausgegeben werden können.

Optional ist die Produktionssteuerung PS mit der Bearbeitungsstation WS zum Bearbeiten und Ändern der Betriebsparameter bzw. der Programme verbunden. Die Bearbeitungsstation WS ist mit einem Display 73, einem Keyboard 74 und einem Drucker 75 verbunden. Die dargestellte Trennung zwischen Programmspeicher und Betriebsparameterspeicher in den Steuereinheiten dient hier der Veranschaulichung. Tatsächlich können diese in einem gemeinsamen Speicher abgelegt sein oder in physikalisch getrennten Speichern bereitgehalten werden.

Durch Angabe einer Zieladresse können Programmteile aus den Programmspeichern 31, 41, 51, 61, 71 und/oder Betriebsparameter aus den Betriebsparameterspeichern 32, 42, 52, 62, 72 durch entsprechende Adressierung zu beliebigen anderen Programmspeichern oder Betriebsparameterspeichern übertragen werden. Soll zum Beispiel bezogen auf das in Fig. 2 dargestellte Beispiel ein neues Programmodul von Programmspeicher 71 der Arbeitsstation WS zum Sektionscontroller SC1-1 übertragen werden, so werden die entsprechenden Programmdaten unter Zwischenschaltung der Produktionssteuerung PS über den Hauptbus 10, die Maschinenzentrale MZ1 und den Maschinenbus 13 schließlich zum Sektionscontroller SC1-1 übertragen, wo sie im Programmspeicher 61 einen entsprechenden Programmabschnitt überschreiben oder ergänzen. Die Adressierung kann dabei auch derart erfolgen, daß der entsprechend geänderte oder neue Programmabschnitt aus dem Programmspeicher 71 an mehrere Sektionscontroller übertragen wird, beispielsweise an die Sektionscontroller SC1-1, SC1-2 der ersten Rotorspinnmaschine 20 und an den Sektionscontroller SC2-1 der zweiten Rotorspinnmaschine 21. Bei der vorliegenden Ausführungsform ist die Bearbeitungsstation WS der Hierarchieebene der Produktionssteuerung PS zugeordnet.

Die Übertragung von Betriebsparametern oder Programmparametern kann allerdings auch auf der gleichen Ebene oder zwischen gleichen Ebenen stattfinden. Beispielsweise werden für einen Partiewechsel lediglich die Betriebsparameter geändert, während die Programmparameter bzw. die Programme der Anspinnroboter Rn unverändert bleiben. Eine solche Übertragung kann z. B. auch zwischen den Sektionscontrollern Sch oder zwischen den Maschinenzentralen MZn erfolgen. Die Übertragung zwischen den Garnreinigern Gn ist ebenso vorgesehen. Beispielsweise vom Garnreiniger G1 zu den Garnreinigern G2 bis G4 oder auch zu den Garnreinigern G5 bis G8.

Bei einem Partiewechsel der ersten Rotorspinnmaschine 20 müssen die Betriebsparameter der Anspinnroboter R1-n geändert werden. Hierzu werden beispielsweise die Änderungen, die am Display 53 abgefragt wurden, beim Anspinnroboter R1-1 über das Keyboard 54 eingegeben. Die eingegebenen, geänderten Betriebsparameter werden im Betriebsparameterspeicher 52 gespeichert. Nach Abschluß der Änderungen werden die geänderten Betriebsparameter aus dem Betriebsparameterspeicher 52 über den Roboterbus 11 an sämtliche Anspinnroboter R1-n der ersten Rotorspinnmaschine 20 übertragen. Die Übertragung kann veranlaßt werden entweder durch eine Eingabe am Anspinnroboter R1-1 oder jeweils an den anderen Anspinnrobotern, beispielsweise R1-2. Oder die Übertragung kann durch eine Eingabe an der Maschinenzentrale MZ1, eine Eingabe an der Produktionssteuerung PS oder eine Eingabe an der Bearbeitungsstation WS initiiert werden. Soll der gleiche Partiewechsel, das heißt die Umstellung auf die neu zu produzierende Garnart, auch an der zweiten Rotorspinnmaschine 21 an sämtlichen oder an einem Teil der Bearbeitungsstellen vorgenommen werden, so können die im Anspinnroboter R1-1 geänderten Betriebsparameter über den Roboterbus 11 zur Maschinenzentrale MZ1, von dort über den Hauptbus 10 zur Maschinenzentrale MZ2 und schließlich über den Roboterbus 12 zu den Anspinnrobotern R2-n oder den betroffenen Teil der Anspinnroboter R2-n übertragen werden.

Weiterhin kann ein Partiewechsel durch Änderung der Betriebsparameter und ggf. der Programmparameter an jeder einzelnen Komponente der Textilanlage vorgenommen werden. Durch die hierarchische Gliederung und die vorhandene Kommunikationsverbindung zwischen allen Elementen der Textilanlage ist es jedoch auch möglich, eine Änderung von Betriebsparametern und ggf. Programmparametern an einer zentralen Stelle für alle betroffenen Komponenten der Textilanlage vorzunehmen und die geänderten Daten über die Kommunikationsverbindung zu jeder betroffenen Komponente der Textilanlage zu übertragen. Beispielsweise wird ein Partiewechsel während der laufenden Produktion der alten Partie dadurch vorbereitet, daß die für die neue Partie notwendigen Betriebsparameter an der Bearbeitungsstation WS ohne Eingriff in den laufenden Produktionsbetrieb vorbereitet werden. Sobald die Produktion der alten Partie beendet ist, werden die neuen Betriebsparameter über die Produktionssteuerung PS und den Hauptbus 10 an die betroffenen Anlagenteile weiter übertragen. Aufgrund der Kommunikationsstruktur können jedoch auch die geänderten Betriebsdaten beispielsweise durch Andocken der Bearbeitungsstation WS an eine Maschinenzentrale MZn an jeder Stelle der Kommunikationsverbindung eingespielt werden, da wie oben beschrieben eine Kommunikation von jeder Ebene der Hierarchie zu tieferen oder höheren Ebene möglich ist. Die Bearbeitungsstation WS kann dazu auch direkt an eines der Bussysteme 10, 11, 12, 13, 14 angeschlossen werden.

Bei einem Partiewechsel an einer Rotorspinnmaschine 20, 21 ist regelmäßig nicht nur ein Teil der Textilanlage betroffen (beispielsweise Anspinnroboter R1-n), sondern alle Teile der Rotorspinnmaschine 20 sind zugleich betroffen.

Darüber hinaus kann der Fall auftreten, daß neben der Umstellung einer der Rotorspinnmaschinen gleichzeitig die Vorprodukt- oder Endproduktbearbeitungsstellen der Rotorspinnmaschinen auf den Partiewechsel umgestellt werden müssen. Beispielsweise muß beim Faserband die Bandnummer geändert werden, so daß ebenfalls das Spinnereivorwerk 22 (z. B. Karde und Strecke) vom Partiewechsel betroffen sind.

Ist beispielsweise die erste Rotorspinnmaschine 20 vom Partiewechsel betroffen und muß dazu ein Faserband mit geänderter Bandnummer geliefert werden, so werden die geänderten Betriebsparameter von der Bearbeitungsstation WS über die Produktionssteuerung PS und den Hauptbus 10 an die Maschinenzentralen MZ1 und MZ3 übertragen. Durch die Umstellung der Maschinenzentrale MZ3 liefert das Spinnereivorwerk 22 ein Faserband mit geänderter Bandnummer. Die Maschinenzentrale MZ1 überträgt die geänderten Parameter betreffend die Anspinnroboter über den Bus 11 an die Anspinnroboter R1-1 und R1-2. Dadurch wird beispielsweise die Abzugsgeschwindigkeit und das Zeitablaufschema beim Ansetzvorgang verändert. Da sich das Verzugsverhältnis zwischen Faserband und gesponnenem Garn verändert, werden geänderte Betriebsparameter von der Maschinenzentrale MZ1 an die Antriebseinheit AE1 übertragen, wobei neue Einzugsgeschwindigkeiten für die Auflösewalzen und Abzugsgeschwindigkeiten für die Abzugswelle der Rotorspinnmaschine eingestellt werden. Durch die geänderte Garnnummer des in der neuen Partie zu erzeugenden Garns müssen auch die Garnreiniger auf den entsprechenden neuen Durchschnittswert umgestellt werden. Hierzu werden die Parameter von der Maschinenzentrale MZ1 über den Maschinenbus 13 zu den Sektionscontrollern SC1-n und von diesen zu den Garnreinigern G1 bis G4 übertragen.

Da auch in der Textilindustrie die Just-intime-Produktion zur Verringerung der Lagerhaltungskosten üblich ist, müssen die Partiewechsel schon nach kurzen Zeiten und sehr schnell vorgenommen werden. Um einen schnellen, fehlerfreien Partiewechsel zu ermöglichen, werden beispielsweise in der Bearbeitungsstation WS Datenbestände und Programmbestände bereitgehalten, die für jede Partie die entsprechenden Betriebsparameter und ggf. Programmodule enthalten. Zum Partiewechsel wird dann lediglich der entsprechende Partieparametersatz ausgewählt und angegeben, welche Teile der Textilmaschine davon betroffen sind. Die Auswahl erfolgt beispielsweise durch ein Menü, das am Display 73 angezeigt wird, und durch Eingabe am Keyboard 74. Für die ausgewählten Anlagenteile werden die Betriebsparameter aus dem Betriebsparametersatz ausgesucht und mit einer entsprechenden Adressierung an die betroffenen Anlagenkomponenten weitergeleitet. Bei Bedarf können die vom Anlagenhersteller bereitgestellten Grunddatensätze von Betriebsparametern und Programmodulen anwenderspezifisch an spezielle Bedürfnisse angepaßt werden. Die entsprechende Editierung erfolgt ebenfalls an der Bearbeitungsstation WS und der geänderte Betriebsparametersatz bzw. die geänderten Programmodule können unter einer neuen Partiebezeichnung abgespeichert werden. Ist bei einem späteren Partiewechsel dieser spezielle Betriebsparametersatz erforderlich, so kann er unter der neuen Partiebezeichnung aufgerufen und an die Maschinenelemente übertragen werden. Nicht mehr benötigte Parametersätze werden gelöscht oder auf einen dauerhaften Datenträger ausgelagert, so daß der benötigte Speicher der Bearbeitungsstation von den entsprechenden Betriebsparametersätzen entlastet wird.

In der Regel ist es bei einem Partiewechsel ebenfalls notwendig, daß an einzelnen Anlagenteilen manuelle Änderungen vorgenommen werden. Beispielsweise müssen Spinnrotoren ausgewechselt werden, wenn ein Garn einer anderen Qualitätsstufe erzeugt werden soll. Oder ein Faserband mit geänderter Bandnummer muß an den speziellen Bearbeitungsstellen, die dem Partiewechsel unterliegen, manuell gewechselt werden. Um solche zusätzlichen, manuell vorzunehmenden Änderungen ebenfalls bei dem Partiewechsel effizient zu verwalten, werden die entsprechenden Parameter in dem entsprechenden Betriebsparameterdatensatz für die ausgewählte Partie zusätzlich mitverwaltet. Zum Partiewechsel werden solche manuell vorzunehmenden Einstellungen in einem Arbeitsplan aufgelistet, der beispielsweise durch den Drucker 35 oder 75 ausgedruckt werden kann. Die ausgedruckte Liste wird einem Maschinenumrüster zur Verfügung gestellt, so daß dieser nach dem Arbeitsplan die manuellen Umstellungen der Reihe nach vornehmen kann. Damit wird gewährleistet, daß alle manuell vorzunehmenden Umstellungen berücksichtigt sind und somit ein Fehler bei Partiewechsel nicht auftritt. Zusätzlich oder alternativ zur Auflistung des Arbeitsplans können auch die vorzunehmenden Umstellungen an die Maschinenelemente übertragen und dort angezeigt werden. Beispielsweise werden die benötigten Umstellungen von der Bearbeitungsstation über die Produktionssteuerung PS zur Maschinenzentrale MZ1 und von dort zu jedem Roboter R1-n übertragen, wo sie am Display 53 angezeigt werden. Das Display 53 zeigt dann z. B. an, welche Umstellungen am Anspinnroboter R1-n selbst vorgenommen werden müssen und welche Umstellungen im Arbeitsbereich der durch den Anspinnroboter R1-n zu bearbeitenden Spinnstellen der Rotorspinnmaschine 20 vorgenommen werden müssen. Während der Maschinenumrüster die Änderung an jeder Spinnstelle vornimmt, kann der Anspinnroboter parallel dazu entlang der Spinnstellen verfahren werden, so daß die Anzeige ortsnah an den vorzunehmenden Umstellungsstellen erfolgt. Durch Quittierung nach jeder einzeln vorgenommenen, manuellen Umstellung am Keyboard 54 wird gewährleistet, daß alle Punkte aus dem Arbeitsprogramm von dem Maschinenumrüster abgearbeitet wurden.


Anspruch[de]
  1. 1. Textilanlage mit zumindest einer ersten Textilmaschine (20, 21) mit einer Vielzahl von Bearbeitungsstellen und einer ersten Wartungseinrichtung zum Warten und/oder Kontrollieren von Bearbeitungsstellen, wobei der ersten Wartungseinrichtung eine erste Steuereinheit (R1-n, R2-n) mit einem ersten Betriebsparameterspeicher (51, 52) zugeordnet ist, gekennzeichnet durch zumindest eine zweite Wartungseinrichtung zum Warten und/oder Kontrollieren von Bearbeitungsstellen, wobei

    die zumindest zweite Wartungseinrichtung der ersten oder einer weiteren Textilmaschine (20, 21) mit Bearbeitungsstellen zugeordnet ist,

    der zweiten Wartungseinrichtung eine zweite Steuereinheit (R1-n, R2-n) mit einem zweiten Betriebsparameterspeicher (51, 52) zugeordnet ist und

    die zumindest zweite Steuereinheit (R1-n, R2-n) durch eine Kommunikationseinrichtung (10, 11, 12, 13, 14) mit der ersten Steuereinheit (R1-n, R2-n) verbunden ist zum Übertragen eines oder mehrerer der Betriebsparameter zwischen den Betriebsparameterspeichern (51, 52).
  2. 2. Textilanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die erste und/oder zumindest zweite Wartungseinrichtung eine Eingabeeinrichtung (53, 54) zum Editieren der Betriebsparameter im Betriebsparameterspeicher (51, 52) aufweist.
  3. 3. Textilanlage nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch eine Produktions- oder Maschinensteuereinheit (PS, WS, MZn) mit einem Datenspeicher (31, 32; 71, 72; 41, 42), wobei die Produktions- oder Maschinensteuereinheit (PS, WS, MZn) durch ein Kommunikationssystem zum Datenübertragen mit der ersten und zweiten Steuereinheit (R1-n, R2-n) verbunden ist, wobei im Datenspeicher die Betriebsparameter der ersten und/oder zumindest zweiten Wartungseinrichtung speicherbar sind und wobei über das Kommunikationssystem ein oder mehrere Betriebsparameter zwischen der Produktions- oder Maschinensteuereinheit (PS, WS, MZn) und der ersten und/oder zweiten Steuereinheit (R1-n, R2-n) übertragbar sind.
  4. 4. Textilanlage nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Kommunikationseinrichtung (10, 11, 12, 13, 14) in das Kommunikationssystem integriert ist.
  5. 5. Textilanlage nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Produktions- oder Maschinensteuereinheit (PS, WS, MZn) eine Eingabeeinrichtung (33, 34; 73, 74; 43, 44) zum Editieren der Betriebsparameter der ersten und zumindest zweiten Wartungseinrichtung aufweist.
  6. 6. Textilanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Datenspeicher (31, 32; 71, 72; 41, 42), dem ersten Betriebsparameterspeicher (51, 52) und/oder dem zweiten Betriebsparameterspeicher (51, 52) zumindest zwei Betriebsparametersätze speicherbar sind.
  7. 7. Verfahren zur Übermittlung von Betriebsparametern zwischen einer ersten und zumindest einer zweiten Wartungseinrichtung einer Textilmaschine (20, 21) oder mehrerer Textilmaschinen (20, 21) mit einer Vielzahl von Bearbeitungsstellen, wobei ein oder mehrere Betriebsparameter von der ersten zu der zumindest zweiten Wartungseinrichtung übertragen werden.
  8. 8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Betriebsparameter der ersten Wartungseinrichtung durch die zumindest zweite Wartungseinrichtung abgerufen werden und/oder die Betriebsparameter von der ersten Wartungseinrichtung zu der zumindest zweiten Wartungseinrichtung übertragen werden und/oder die Übertragung durch eine zentrale Steuereinheit (PS, WS, MZn) veranlaßt wird.
  9. 9. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß ein oder mehrere Betriebsparameter in der zentralen Steuereinheit (PS, WS, MZn) oder der ersten oder zweiten Wartungseinrichtung verändert und dann übertragen werden.
  10. 10. Verfahren nach Anspruch 7, 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Betriebsparameter unter Zwischenschaltung einer zentralen Steuereinheit (PS, WS, MZn) übertragen werden.
  11. 11. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Betriebsparameter der ersten und/oder zweiten Wartungseinrichtung von einer zentralen Steuereinheit (PS, WS, MZn) abgerufen werden und die abgerufenen Betriebsparameter an die zweite und/oder erste Wartungseinrichtung übertragen werden.
  12. 12. Verfahren nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Betriebsparameter vor der Übertragung verändert werden.
  13. 13. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß in der ersten Wartungseinrichtung, der zweiten Wartungseinrichtung und/oder der zentralen Steuereinheit (PS, WS, MZn) einer aus zumindest zwei vordefinierten Betriebsparametersätzen ausgewählt und zur jeweils anderen Wartungseinrichtung, zur zentralen Steuereinheit (PS, WS, MZn) und/oder den Wartungseinrichtungen übertragen wird.
  14. 14. Textilanlage mit zumindest einer Textilmaschine (20, 21, 22) und zumindest einer Steuereinheit (PS, WS, MZn, Sch, Rn, AEn) zum Bereitstellen und/oder Bearbeiten von partiebezogenen Betriebsparametern, dadurch gekennzeichnet, daß durch die Steuereinheit (PS, WS, MZn, Sch, Rn, AEn) ein Vielzahl von vordefinierten, partiebezogenen Betriebsparametern für die Textilanlage (1) oder für Teile der Textilanlage (1) bereitstellbar sind.
  15. 15. Textilanlage nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinheit eine Produktions- oder Maschinensteuereinheit (PS, WS, MZn) ist.
  16. 16. Textilanlage nach Anspruch 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Betriebsparameter Steuerparameter für eine oder mehrere der folgenden Textilmaschinenkomponenten sind: eine Wartungseinrichtung, die zum Kontrollieren und/oder Warten der Bearbeitungsstellen längs dieser verfahrbar ist, ein Garnreiniger (Gn) zum Überwachen der Garnqualität einer oder mehrerer Bearbeitungsstellen, eine Antriebssteuerung (AEn) der Textilmaschine (20, 21, 22) und/oder eine Maschinensteuereinheit (MZn).
  17. 17. Textilanlage nach Anspruch 14, 15 oder 16, gekennzeichnet durch zumindest eine Anzeigeeinrichtung (33, 43, 53, 63, 73) und/oder Ausgabeeinrichtung (35, 75) zum Anzeigen und/oder Ausgeben von Bestückungslisten und/oder manuell einzustellenden Betriebszuständen.
  18. 18. Textilanlage nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß an jeder Wartungseinrichtung eine Anzeigeeinrichtung (53) zum Anzeigen der an der Wartungseinrichtung manuell vorzunehmenden Umstellungen angeordnet ist.
  19. 19. Textilanlage nach einem der Ansprüche 14 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest eine der Textilmaschinen (20, 21) eine Vielzahl von Bearbeitungsstellen aufweist.
  20. 20. Verfahren zum Bereitstellen von partiebezogenen Betriebsparametern für eine Textilanlage (1) mit zumindest einer Textilmaschine (20, 21, 22), dadurch gekennzeichnet, daß eine Steuereinrichtung (PS, WS, MZn, Sch, Rn, AEn) eine Vielzahl von partiebezogenen, vordefinierten Betriebsparametersätze bereitstellt, für einen Partiewechsel einer der vordefinierten Betriebsparametersätze ausgewählt und einer oder mehrere Betriebsparameter zumindest zu einem Teil der Anlagenelemente der Textilanlage (1) übertragen wird.
  21. 21. Verfahren nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, daß ein partiebezogener Betriebsparametersatz anhand einer Rezeptur- oder Partiebezeichnung ausgewählt wird.
  22. 22. Verfahren nach Anspruch 20 oder 21, dadurch gekennzeichnet, daß nach Auswahl des Betriebsparametersatzes durch eine Steuereinheit (PS, WS, MZn, Rn, Sch, AEn) die Betriebsparameter zu den betroffenen Teilen der Textilanlage (1) übertragen und dort als Einstellwerte übernommen werden.
  23. 23. Verfahren nach Anspruch 20, 21 oder 22, dadurch gekennzeichnet, daß diejenigen Betriebsparameter, die nicht durch eine Steuereinheit (PS, WS, MZn, Rn, Sch) und eine zugehörige Kommunikationseinrichtung (10, 11, 12, 13, 14) an die betroffenen Teile der Textilanlage (1) übertragen und/oder eingestellt werden können, an mindestens einer Anzeigeeinrichtung (33, 43, 53, 63, 73) angezeigt und/oder über mindestens ein Ausgabemittel (35, 75) ausgegeben werden.
  24. 24. Verfahren nach Anspruch 23, dadurch gekennzeichnet, daß das Ausgabemittel (35, 75) eine Teileauflistung und/oder eine Einstellungsauflistung ist.
  25. 25. Verfahren nach Anspruch 24, dadurch gekennzeichnet, daß die Teileauflistung und/oder Einstellauflistung in einer sortierten Reihenfolge ausgegeben wird.
  26. 26. Verfahren nach Anspruch 23, 24 oder 25, dadurch gekennzeichnet, daß die Anzeige und/oder Ausgabe der Betriebsparameter interaktiv schrittweise in Form einzelner Betriebsparameter oder Gruppen von Betriebsparametern für einen Bediener erfolgt.
  27. 27. Verfahren nach einem der Ansprüche 20 bis 26, dadurch gekennzeichnet, daß einer oder mehrere der vordefinierten Betriebsparametersätze kopiert, editiert, nach dem Editieren gespeichert und/oder gelöscht wird.






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