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Dokumentenidentifikation DE19515459C2 17.04.2003
Titel Gummituchzylinder
Anmelder MAN Roland Druckmaschinen AG, 63075 Offenbach, DE
Erfinder Hoffmann, Eduard, Dr.-Ing., 86399 Bobingen, DE;
Prem, Wolfgang, Dipl.-Ing. (FH), 86500 Kutzenhausen, DE;
Winterholler, Johann, 86316 Friedberg, DE
DE-Anmeldedatum 27.04.1995
DE-Aktenzeichen 19515459
Offenlegungstag 31.10.1996
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 17.04.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 17.04.2003
IPC-Hauptklasse B41F 13/08
IPC-Nebenklasse B41F 13/193   B41N 10/00   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen kanallosen Gummituchzylinder zum Aufbringen eines Druckbildes auf Bogen- oder Bahnmaterial.

Als Gummi bezeichnet man das aus dem Naturprodukt Kautschuk durch Vulkanisation erhaltene, vernetzte Fertigprodukt. Das Gummituch wird bekanntlich als Aufzug auf den Gegendruckzylinder und im Offsetdruck als Drucktuch verwendet.

Aus der DE 35 43 704 A1 ist bereits ein Gummituchzylinder bekannt, dessen Zylinderkörper mit Gummi beschichtet ist und dessen Lagerung im Sinne eines auswechselbaren Zylinders als Paarung von Spindel-Kegelstumpf und Zylinderkörper-Innenkonus ausgelegt ist.

Aus der EP 0 406 694 A2 ist es bekannt, auch Druckzylinder zwecks eines raschen Wechsels von darauf fixierten Druckplatten, aber auch im Druckbetrieb fliegend zu lagern.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen kanallosen Gummituchzylinder zu schaffen, der beim Aufbringen eines Druckbildes auf Bogen- oder Bahnmaterial ohne Gummituchhülse auskommt und dennoch die Vorteile einer schnell auswechselbaren Hülse bietet.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch einen Gummituchzylinder mit den Merkmalen nach Patentanspruch 1.

Dadurch, dass der Gummituchzylinderkörper fliegend gelagert werden kann, insbesondere der Zylinderkörper einfach aufsteckbar ist, ist auch ein schneller Wechsel des gesamten Gummituchzylinders möglich, so dass die Umfangsfläche des Gummituchzylinderkörpers nach bekannten Verfahren im Rundumverfahren bzw. rotativ mit einer direkten Gummibeschichtung versehen und dieser rundum gummibeschichtete Gummituchzylinder sinnvoll zum Einsatz in einer Rotationsdruckmaschine kommen kann.

Durch die Verwendung einer fliegenden Lagerung in Form einer Spindellagerung, bei der die Spindeleinheit mit einer Anlagefläche und einem Kegel zur Konusaufnahme und Zentrierung des Zylinderkörpers endet, so dass dieser mit einer einen Kegelsitz aufweisenden Stirnseite auf den Kegel der Spindel schiebbar ist, ist ein einfaches Montieren und eine hohe Laufgenauigkeit erreichbar.

Die Spindellagerung wird in besonders vorteilhafter Weise als Spindeleinheit in Form einer einbaufertigen Baueinheit mit einer im Gehäuse gelagerten Arbeitsspindel hergestellt, wobei das Gehäuse von zwei Seitenwänden in der Rotationsdruckmaschine abgestützt wird und so ein Verkippen der Spindel ausgeschlossen ist.

Im folgenden ist ein Ausführungsbeispiel anhand der Zeichnung beschrieben. Es zeigen stark schematisiert:

Fig. 1 einen Längsschnitt durch einen erfindungsgemäßen Gummituchzylinder mit fliegender Lagerung in Form einer Spindellagerung,

Fig. 2 ein Zylinderschema eines Druckwerkes einer Rotationsdruckmaschine.

In Fig. 1 ist ein Gummituchzylinder 1 in seiner fliegenden Lagerung gezeigt. Der Gummituchzylinderkörper 2 ist mit einer umfangsseitigen, direkten Gummibeschichtung 3 versehen. Die Anwendung bzw. der Einsatzzweck bestimmt die Rezeptierung der Gummischicht. Die Beschichtung mit der Kautschukmischung selbst erfolgt in bekannter Weise durch Vulkanisation im Rundumverfahren.

Der erfindungsgemäße Gummituchzylinder 1 erfordert keinen massiven Zylinderkörper, ist aber im bevorzugten Einsatzgebiet, nämlich im kleinformatigen Papierbereich, denkbar. Der Zylinderkörper 2 kann aus einem Stahlrohr mit einer eingeschweißten Stirnseite 7 sein.

Die einseitige Lagerung ist in Form einer Spindellagerung hergestellt, bei der die Spindeleinheit 4 mit einer Anlagefläche 5 und einem Kegelstumpf 6 zur Aufnahme und Zentrierung des Zylinderkörpers 2 der entsprechenden Stirnseite 7 desselben entgegen sieht. Die Stirnseite 7 weist eine zentrisch angeordnete kegelstumpfförmige Aussparung 8 auf, und der Zylinderkörper 2 ist stirnseitig passgenau auf den Kegel 6 der Spindeleinheit 4 aufgeschoben.

Dieser Kegelsitz des Zylinderkörpers 2 an der Anlagefläche 5 der Spindeleinheit 4 ist zusätzlich mittels mehrerer Anziehschrauben 9, 10 gesichert. Die Anziehschrauben 9, 10 sind von der fliegenden Stirnseite des Zylinderkörpers 2 für den Bediener zugänglich.

Die Spindeleinheit 4 selbst umfasst ein Gehäuse 11, das durch zwei Seitenwände SI, SII einer Rotationsdruckmaschine geschoben und von diesen abgestützt ist. Eine Spindel ist in bekannter und deshalb in nicht gezeigter Weise im Gehäuse 11 wälzgelagert, hydrostatisch gelagert oder zylindermollengelagert. Die Spindel der Spindeleinheit 4 ist jenseits der dem Gummituchzylinder 1 abgekehrten zweiten Seite SII an einen Antrieb 12 kuppelbar, von dem auch Räderzüge 17, 18 ableitbar sind.

Im vorliegenden Ausführungsbeispiel ist gemäß der Fig. 2 die Verwendung des erfindungsgemäßen Gummituchzylinders 1 in einer kleinformatigen Rotationsdruckmaschine vorgesehen, in deren Druckwerk der Plattenzylinder 13 sowie der Gegendruckzylinder 16 genauso fliegend gelagert sind. Eine solche fliegende Lagerung ist auch bei den Walzen der Farb- und/oder Feuchtwerke denkbar.

Eine besondere Verwendung ist darin zu sehen, dass so ein Druckwerk für Endlos-Druck aufbaubar ist, bei dem zumindest der Gummituchzylinder 1 und der Gegendruckzylinder 16 direkt und endlos gummibeschichtet sind und der Formzylinder 13 eine endlose Druckform, zum Beispiel in Form einer Hülse, aufweist. Es ist auch denkbar, dass der Gegendruckzylinder 16 der Gummituchzylinder eines weiteren Druckwerkes ist.

Ein besonderer Vorteil eines solchen Druckwerkes ist außerdem, dass auf der Bedienungsseite keine weitere Seitenwand erforderlich ist, das heißt, dass das Druckwerk einseitig offen sein kann.

In Fig. 1 sind vom Antrieb 12 zwei abgeleitete Räderzüge 17, 18 zu sehen, wobei der erste Räderzug 18 für das Farbwerk und Feuchtwerk und der zweite Räderzug 17 für den Gummituchzylinder 1 und den Plattenzylinder 13 vorgesehen sind.


Anspruch[de]
  1. 1. Kanalloser Gummituchzylinder (1) einer Rotationsdruckmaschine zum Aufbringen eines Druckbildes auf Bogen- oder Bahnmaterial, dessen Zylinderkörper (2) umfangsseitig mit einer endlosen Gummibeschichtung (3) versehen ist, wobei eine Lagerung des Gummituchzylinders (1) dadurch gebildet ist, dass der Zylinderkörper (2) stirnseitig eine kegelstumpfförmige Ausnehmung (8) aufweist und eine in Seitenrahmen (SI, SII) gelagerte Spindeleinheit (4) mit einem Kegelstumpf an ihren einem Ende zum Eingriff in die Ausnehmung (8) vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet,

    dass die Lagerung des Gummituchzylinders (1) nur an einer Stirnseite des Zylinderkörpers (2) vorgesehen ist und eine Lagerung an der gegenüberliegenden Stirnseite fehlt,

    dass die Spindeleinheit (4) an ihrem einen Ende eine axial abgesetzte Anlagefläche (5) aufweist und aus dieser der Kegelstumpf (6) vorspringt, wobei der Zylinderkörper (2) unter Bildung eines passgenauen Kegelsitzes (6, 7, 8) auf den Kegelstumpf (6) der Spindeleinheit (4) aufgesetzt und der Kegelsitz (6, 7, 8) unter Festlegung des Zylinderkörpers (2) mittels in die Anlagefläche (5) geschraubter Anziehschrauben (9, 10) gesichert ist.
  2. 2. Kanalloser Gummituchzylinder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Spindeleinheit (4) ein Gehäuse (11) umfasst, das von den zwei Seitenwänden (SI, SII) in der Rotationsdruckmaschine abgestützt ist.
  3. 3. Kanalloser Gummituchzylinder nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass er in einem Druckwerk einer Rotationsdruckmaschine verwendet ist, in dem der Formzylinder (13) und/oder der Gegendruckzylinder (16) und/oder die Walzen des Farbwerks und Feuchtwerks fliegend gelagert sind.
  4. 4. Kanalloser Gummituchzylinder nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass er in einem Druckwerk für Endlos-Druck verwendet ist, bei dem zumindest der Gummituchzylinder (1) und der Gegendruckzylinder (16) direkt und endlos gummibeschichtet sind und der Formzylinder (13) eine endlose Druckform aufweist.
  5. 5. Kanalloser Gummituchzylinder nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass er in einem Druckwerk für Endlos-Druck verwendet ist, bei dem der Gegendruckzylinder (16) der Gummituchzylinder eines weiteren Druckwerkes ist.






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