PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE10231812A1 05.06.2003
Titel Szintillator
Anmelder Furukawa Co. Ltd., Tokio/Tokyo, JP
Erfinder Kobayashi, Seiji, Tsukuba, Ibaraki, JP;
Yamamoto, Kazutomi, Tsukuba, Ibaraki, JP
Vertreter Sparing . Röhl . Henseler, 40237 Düsseldorf
DE-Anmeldedatum 15.07.2002
DE-Aktenzeichen 10231812
Offenlegungstag 05.06.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 05.06.2003
IPC-Hauptklasse G01T 1/202
IPC-Nebenklasse C09K 11/68   
Zusammenfassung Ein Szintillator für die Erfassung von Strahlung wie etwa von Röntgenstrahlen oder Gammastrahlen, der hinsichtlich der Lichtmenge verbessert ist, ohne daß die Abklingzeit der Fluoreszenz verschlechtert ist. Es werden Einkristalle eines Wolframats verwendet, die in einer Kristallorientierung angeordnet sind, in der die Kristallfläche, in der die Atome ihre dichte Konfiguration beibehalten, und die Einfallsrichtung der Strahlung zueinander parallel sind. Als Kristallfläche, in der die Atome ihre dichte Konfiguration beibehalten, wird die Spaltungsfläche gewählt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Szintillator nachdem Oberbegriff des Anspruchs 1. Derartige Szintillatoren dienen zur Erfassung von Strahlung wie etwa von Röntgenstrahlen oder Gammastrahlen und insbesondere zur Strahlungserfassung zum Einsatz in medizinischen Anwendungen wie beispielsweise in der Positronemissionstomographie (PET).

Die Leistungen typischer medizinischer Geräte der Positronemissionstomographie sind mit hoher Entwicklungsgeschwindigkeit verbessert worden. In Szintillatoren für die Erfassung von Strahlung wie etwa von Gammastrahlen für die Verwendung in der PET oder dergleichen müssen Werkstoffe ehe ausgezeichnete Auflösung in begrenzter Zeit liefern, d. h., es handelt sich um Werkstoffe, die durch Strahlung erregt werden und unter Emission von Energie eine Fluoreszenz mit kurzer Abklingzeit (vorzugsweise höchstens einige Nanosekunden) zeigen.

Weiterhin sind Werkstoffe mit ausgezeichneter Auflösung in einem begrenzten Volumen erforderlich, d. h. Werkstoffe mit hoher Dichte für die Erhöhung des Absorptionsvermögens für die Strahlung pro Einheitsvolumen. Andererseits ist im Hinblick auf die Empfindlichkeit eines Instruments eine größere Lichtmenge (gemessen in Photoelektronen/MeV) vorteilhafter.

Als Werkstoff, der die obenbeschriebenen Anforderungen erfüllt, ist bisher Bi4Ge3O12 verwendet worden. Um die erhöhte Leistung medizinischer Geräte zu bewältigen, ist in den letzten Jahren nach jenen Werkstoffen gesucht worden, die eine höhere Dichte und eine kürzere Abklingzeit der Fluoreszenz als vorhandene Werkstoffe besitzen, wobei verschiedene Substanzen untersucht worden sind. Tabelle 1 zeigt die Eigenschaften von Szintillatorwerkstoffen, die derzeit zur PET verwendet werden oder als hierfür verwendbar angesehen werden. Solche Szintillatorwerkstoffe haben gewöhnlich die Form von Einkristallen. Tabelle 1



Derzeit wird die Herstellung von PET-Geräten unter Verwendung beispielsweise von Gd2SiO5 : Ce und Lu2SiO5 : Ce versucht. Gd2SiO5 : Ce oder Lu2SiO5 : Ce emittieren zwar eine große Lichtmenge, sie sind jedoch im Hinblick auf die Dichte nicht zufriedenstellend, da eine höhere Dichte gefordert wird.

Wegen seiner großen Lichtmenge ist CdWO4 als eines von Wolframsalzen für die Röntgenstrahlen-CT (Röntgenstrahlendurchlaß-Computertomographie) verwendet worden, wobei seine Nützlichkeit aufgezeigt worden ist. Um jedoch die Erfassungsempfindlichkeit weiter zu erhöhen, ist eine größere Lichtmenge erwünscht. PbWO4, ebenfalls eines der Wolframsalze (die im folgenden als Tungstate bezeichnet werden), ist für die PET geeignet, da es eine hohe Dichte und eine kürzere Abklingzeit für die Fluoreszenz besitzt. Da jedoch die Lichtmenge des vorhandenen PbWO4 dann, wenn es mit gleicher Strahlungsintensität beaufschlagt wird, äußerst klein ist, 1/25 von Bi4Ge3O12, 1/50 von Gd2SiO5 : Ce und 1/188 von Lu2SiO5 : Ce als Relativwerte, konnte es für die PET nicht verwendet werden. Durch die Verbesserung der Leistung von Photodioden als Photodetektoren ist es in den letzten Jahren jedoch möglich geworden, selbst kleine Lichtmengen zu erfassen, wobei die kleinste Lichtmenge, die erfaßt werden kann, etwa gleich der doppelten Lichtmenge des vorhandenen PbWO4 ist.

Einkristalle von PbWO4 werden im allgemeinen aus Wolframtrioxid (WO3) und Bleioxid (PbO) oder PbWO4 als Ausgangswerkstoff durch Wärmeschmelze der Kristalle in einem Platin-Schmelztiegel und unter Verwendung eines Rotations- Aufziehverfahrens (Czochralski-Verfahren) vorbereitet.

Es sind verschiedene Versuche gemacht worden, um die Lichtmenge von PbWO4 zu erhöhen, um den Vorteil der hohen Dichte und der kurzen Abklingzeit für die Fluoreszenz zu nutzen.

Ein Beispiel hierfür stellt der Zusatz von Mo dar. Wenn jedoch Mo zu PbWO4 hinzugefügt wird, scheint zwar die Lichtmenge bei schwacher Strahlung zuzunehmen, die Lichtmenge bei starker Strahlung stimmt jedoch mit jener der Kristalle ohne Mo-Zusatz überein, ferner hat der Zusatz von Mo eine längere Abklingzeit der Fluoreszenz zur Folge.

Der Zusatz eines Seltenerd-Elements Tb, Pr, Eu oder Sm hat die Wirkung, daß die Lichtmenge erhöht wird, sie hat jedoch das Problem zur Folge, daß die Lichtmenge aus der Fluoreszenz mit langer Abklingzeit zunimmt, während die Lichtmenge aus der Fluoreszenz mit kurzer Abklingzeit nicht zunimmt.

Ferner ist ein Verfahren entwickelt worden zur Erhöhung der Lichtmenge durch Steuern der Menge von Cd, die Einkristallen von PbWO4 zugesetzt wird, derart, daß der Wert für x in der Molekularformel Pb1-xCdxWO4 im Bereich von 0,01 bis 0,30 liegt. Pb1-xCdxWO4 hat jedoch den Nachteil, daß die Einkristalle zu Rissen neigen, was eine Verringerung der Ausbeute zur Folge hat.

Zusätzlich zum Dotieren mit anderen Elementen ist aus JP 212336 A (2001) ein Verfahren bekannt, bei dem Einkristalle von PbWO4 unter Vakuum erhitzt werden, um dadurch überschüssiges W und überschüssiges O zu entfernen, um Kristalle ohne Gitterfehler zu bilden. Dieses Verfahren erzielt zwar eine Erhöhung der Lichtmenge mindestens um das Doppelte im Vergleich zu bekannten Einkristallen von PbWO4, sie erreicht jedoch kaum die erforderliche minimale Lichtmenge, weshalb eine weitere Erhöhung der Lichtmenge gefordert worden ist, um die Empfindlichkeit der Instrumente zu verbessern.

Ein Szintillator, der Wolframat-Einkristalle, insbesondere Einkristalle von PbWO4 verwendet, eine kürzere Abklingzeit der Fluoreszenz besitzt und eine größere Lichtmenge ermöglicht, ist bisher noch nicht in praktischen Gebrauch gelangt.

Wie oben beschrieben, ist für Szintillatoren, die Wolframat-Einkristalle verwenden, eine Erhöhung der Lichtmenge gefordert worden. Es besteht eine starke Forderung nach Szintillatoren, die PbWO4-Einkristalle als Szintillatoren zur Erfassung von Strahlung für den Einsatz in medizinischen Anwendungen wie etwa in der PET verwenden und die Lichtmenge im Vergleich zu Szintillatoren, die bekannte PbWO4-Einkristalle verwenden, wenigstens um das Vierfache erhöhen können.

Die Aufgabe der Erfindung ist es daher, einen Szintillator nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 zu schaffen, bei dem die Lichtmenge ohne Verschlechterung der Fluoreszenz-Abklingzeit verbessert ist.

Diese Aufgabe wird entsprechend dem kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 gelöst.

Es wurde festgestellt, daß eine unzureichende Lichtmenge durch eine große Anzahl von Gitterfehlern, die durch die Abweichung des Zusammensetzungsverhältnisses der Wolframat-Einkristalle vom stöchiometrischen Verhältnis erzeugt werden, und durch die Wirkung der Einfallsrichtung der Strahlung auf die Einkristalle hervorgerufen wird.

Einkristalle von PbWO4, die ein typisches Beispiel von Wolframaten darstellen, werden gewöhnlich in atmosphärischer Luft hergestellt. Wie aus der Molekularformel hervorgeht, hat die Konzentration von Sauerstoff in der Atmosphäre auf die Bildung der Gitterfehler in den Einkristallen eine erhebliche Auswirkung, da Sauerstoff (O) ein Hauptelement der Kristallstruktur ist. Es wird angenommen, daß die Gitterfehler wie im folgenden erläutert gebildet werden. Während der Präparation von Einkristallen wird PbO aus der flüssigen Schmelze verdampft, weiterhin wird in den erstarrten Kristallen Pb4+ gebildet, wobei O2 aus der Atmosphäre aufgenommen wird, um die Ladungen zu Pb2+ zu kompensieren, weshalb im Ergebnis Kationen und Anionen im Gleichgewicht sind, d. h. (Pb2+ + Pb4+) sind im Hinblick auf die elektrischen Ladungen äquivalent mit WO42- oder (WO42- + O2-); das O/Pb- und das W/Pb-Atomverhältnis in den Einkristallen von PbWO4 weicht vom stöchiometrischen Verhältnis deutlich ab, weshalb eine große Menge von Gitterfehlern eingebaut sind.

In dem Fall, in dem PbWO4-Einkristalle in einer sauerstofffreien Umgebung erhitzt werden, werden überschüssiges O und W, die in den PbWO4- Einkristallen enthalten sind, als O2 und als WO3 aus den Kristallen freigesetzt, wobei Pb4- in Pb2- übergeht, wodurch die Kristalle in Einkristalle mit weniger Gitterfehlern transformiert werden. Hierdurch wechseln PbWO4-Einkristalle von transparentem Gelb zu einem farblosen transparenten Zustand, wobei die Lichtdurchlässigkeit insbesondere im Bereich von 325-600 nm deutlich zunimmt, so daß diese Behandlung für eine Photodiode, die Licht oberhalb von 400 nm erfaßt, geeignet ist.

Die Wolframat-Einkristalle, aus denen die Gitterfehler im wesentlichen beseitigt worden sind, werden derart in eine vorgegebene Größe geschnitten und poliert, daß die einfallende Strahlung zu der Kristallfläche, in der die Atome eine dichte Konfiguration beibehalten, parallel ist, ferner wird mit einer Oberfläche, die dieser Strahlungseinfallsfläche gegenüberliegt, eine Photodiode verbunden.

Die Kristallfläche, in der Atome ihre dichte Konfiguration beibehalten, ist in Abhängigkeit von der Kristallstruktur von Wolframat unterschiedlich; da die Raumgruppe der Kristalle gewöhnlich zu I41/a, P2/a oder I2/a gehört, entsprechen dieser Kristallfläche die folgenden Flächen: (101), (100), (010), (001), (110), (111), (112) usw.

Die Atombindung ist in der Kristallfläche, in der die Atome eine dichte Konfiguration beibehalten, stark, während die Bindung zwischen den Kristallflächen, in denen die Atome ihre dichte Konfiguration beibehalten, schwach ist. Ein typisches Beispiel ist eine Spaltungsfläche. Wenn die Strahlung parallel zu der Spaltungsfläche eintritt, reicht die Strahlung in einem tiefliegenden Abschnitt der Einkristalle in einen Bereich, in dem die Bindung zwischen den Kristallflächen schwach ist, so daß WO42- angeregt wird, um eine große Lichtmenge aus den gesamten Einkristallen zu emittieren.

In den vorhandenen Szintillatoren, die durch zufälliges Abschneiden und Polieren ohne Berücksichtigung der Kristallorientierung hergestellt werden, wird davon ausgegangen, daß nicht nur die Lichtmenge stark unterschiedlich ist, sondern daß dann, wenn die Strahlung in einer Richtung senkrecht zu der Kristallfläche eintritt, in der die Atome ihre dichte Konfiguration beibehalten, d. h. senkrecht zu der Spaltungsfläche, die meiste einfallende Strahlung an der Oberfläche der Einkristalle absorbiert wird, so daß WO42- nur in der Nähe der Oberfläche der Einkristalle angeregt wird und keine große Lichtmenge erhalten werden kann.

Die Spaltungsfläche von Wolframat ist in PbWO4 die (101)-Fläche, in CdWO4 die (010)-Fläche und in ZnWO4 die (010)-Fläche.

Während die Lichtmenge eines Szintillators, der bekannte PbWO4- Einkristalle verwendet, etwa 30 Photoelektronen/MeV beträgt, beträgt die Lichtmenge eines Szintillators, der PbWO4-Einkristalle verwendet, die bei Abwesenheit von Sauerstoff erhitzt wurden, mindestens 60 Photoelektronen/MeV, was mindestens gleich dem doppelten Betrag des bekannte PbWO4-Einkristalle verwendenden Szintillators ist. Wenn die (101)-Fläche der PbWO4-Einkristalle parallel zur Einfallsrichtung der Strahlung orientiert ist, kann diese Behandlung einen Szintillator schaffen, der wenigstens 120 Photoelektronen/MeV zeigt, was wenigstens viermal soviel ist wie bei dem Szintillator, der bekannte PbWO4-Einkristalle verwendet, ferner ist die Abklingzeit für die Fluoreszenz in diesen erfindungsgemäßen Einkristallen mit jener der vorhandenen Szintillatoren vergleichbar.

Unter den Wolframat-Einkristallen sind CdWO4-Einkristalle oder ZnWO4- Einkristalle nicht für Szintillatoren für die Anwendung in der PET geeignet, da die Abklingzeit 5000 ns beträgt, sie sind jedoch für Röntgenstrahlen-CT-Szintillatoren optimal, wobei die Erfassungsempfindlichkeit durch Anordnen der (010)-Fläche der Einkristalle parallel zur Einfallsrichtung der Strahlung weiter erhöht wird. In dem Fall, in dem als Wolframat-Einkristalle PbWO4-Einkristalle verwendet werden, werden WO3 und PbO oder PbWO4 als Ausgangsmaterial verwendet und in einem Platin-Schmelztiegel durch Erhitzen geschmolzen, wobei PbWO4- Einkristalle durch ein Czochralski-Verfahren präpariert werden.

Für die Präparation von PbWO4-Einkristallen mit guter Qualität müssen in WO3 und PbO, die als Ausgangsmaterial verwendet werden, Oxide mit einer unterschiedlichen Valenz wie etwa WO2 oder PbO2 soweit wie möglich unterdrückt werden. Weiterhin ist es notwendig, die Verwendung von PbWO4 zu kontrollieren. Die Gesamtmenge der Störstellen beträgt vorzugsweise höchstens 1 × 10-4 Mol. Solche Oxide sind als Ausgangsmaterial optimal, es können jedoch auch andere Ausgangsmaterialien verwendet werden, solange die gewünschten PbWO4- Einkristalle hergestellt werden können.

Die hergestellten PbWO4-Einkristalle haben die Form eines hellgelben, transparenten und extrem zerbrechlichen zylindrischen Blocks. Die PbWO4- Einkristalle werden in einer Ar- oder N2-Atmosphäre oder in Vakuum auf 600 bis 1100°C erhitzt.

Für Ar oder N2 ist keine besonders hohe Reinheit erforderlich, vorzugs-Weise werden sie jedoch mit einer O2-Konzentration von höchstens 20 Volumenppm verwendet. Was das Vakuum betrifft, so beträgt dieses vorzugsweise 13 Pa oder weniger und wenn möglich 5 × 10-2 Pa oder weniger. Im Fall der Erhitzung in der Ar- oder N2-Atmosphäre beträgt die Durchflußmenge vorzugsweise 0,5 bis 5 Liter/Min, was im Hinblick auf die Größe der Einkristalle oder dergleichen optional geändert werden kann.

Die PbWO4-Einkristalle können in Form des erhaltenen zylindrischen Blocks erhitzt werden. Um jedoch O und W innerhalb der Kristalle schnell zu diffundieren und sie in Form von O2 und W3 in kurzer Zeit aus den Kristallen freizusetzen, wird der Block vorzugsweise nach dem Zerschneiden in eine jeweilige Größe, die den abschließenden Polierverlust berücksichtigt, erhitzt. Eine Schneidmaschine mit einem Hohlsägeblatt oder einem Sägeblatt, das an der Schneidfläche weniger Späne erzeugt, wird zum Abschneiden des Blocks verwendet, wobei der Block so zerschnitten wird, daß eine Fläche, die zu der Spaltungsfläche (101)-Fläche) parallel ist, freigelegt wird.

Wenn die Erhitzungstemperatur unter 600°C liegt, ist die Diffusionsgeschwindigkeit von O und W in den Kristallen gering, so daß es lange dauert, bis O2 und WO3 aus den Kristallen freigesetzt werden. Andererseits kann eine Temperatur oberhalb von 1100°C wegen der Nähe zum Schmelzpunkt von PbWO4 zur Gefahr eines Schmelzens führen, außerdem wird der Verdampfungsgrad von PbWO4 erhöht.

PbWO4-Einkristalle werden erhitzt, indem sie auf ein Platinschiffchen geladen werden, wobei die Erhitzungsdauer im Bereich von etwa 12 bis etwa 96 Stunden liegt und von der Art der Atmosphäre und von der Größe der Kristalle abhängt.

Die Oberfläche der Einkristalle wird leicht getrübt, wenn diese in einer sauerstofffreien Umgebung erhitzt werden. Wenn die Oberfläche jedoch poliert wird, tritt wieder eine farblose, transparente, gleichmäßige Oberfläche zutage. Nach der Spiegelpolitur der Kristalle im Anschluß an die Wärmebehandlung wird mit einer Fläche gegenüber derjenigen Fläche, die mit der Strahlung beaufschlagt wird, eine Photodiode verbunden.

Die Lichtmenge beträgt dann, wenn Gammastrahlen von einer 60Co- Quelle parallel zu der (101)-Fläche des Einkristalls auftreffen, wenigstens 120 Photoelektronen/MeV, ferner bleibt die Abklingzeit für die Fluoreszenz bei 10 ns; daher zeigt der Szintillator ausgezeichnete Eigenschaften.

Beispiel 1

Es wurden WO3-Pulver und PbO-Pulver jeweils mit einer Reinheit von 99,99% in jeweils gleicher molarer Menge abgemessen, miteinander vermischt und dann in einem Platin-Schmelztiegel mit einem Durchmesser von 70 mm und einer Höhe von 70 mm angeordnet, wobei das gemischte Ausgangspulver mit einer Hochfrequenzheizung geschmolzen wurde, wodurch aus der geschmolzenen Flüssigkeit durch ein Czochralski-Verfahren PbWO4-Einkristalle mit einem Durchmesser von 35 mm und einer Länge von 65 mm präpariert wurden.

Dann wurden die PbWO4-Einkristalle mit einer Schneidmaschine mit einem Hohlsägeblatt auf eine Größe von 1,1 cm × 1,1 cm × 2,1 cm geschnitten, wobei die 1,1 cm × 2,1 cm-Fläche zu der (101)-Fläche parallel war.

Die abgeschnittenen PbWO4-Einkristalle wurden auf ein Platinschiffchen geladen und unter Verwendung eines Ofens mit Vakuumpumpe bei einem Druck von 5 × 10-2 Pa für 72 Stunden auf 950°C erhitzt.

Die PbWO4-Einkristalle wurden nach der Wärmebehandlung auf eine Größe von 1,0 cm × 1,0 cm × 2,0 cm spiegelpoliert, anschließend wurde mit einer der 1,0 cm × 1,0 cm-Stirnflächen eine Photodiode verbunden; dann wurden Gammastrahlen einer 60Co-Quelle auf die andere der Stirnflächen gerichtet, wobei die Lichtmenge und die Abklingzeit für die Fluoreszenz gemessen wurden. Die Lichtmenge betrug 120 Photoelektronen/MeV und war damit etwa viermal so groß wie jene der vorhandenen PbWO4-Einkristalle, während die Abklingzeit von 10 ns für die Fluoreszenz beibehalten wurde.

Beispiel 2

PbWO4-Einkristalle wurden durch eine Schneidmaschine mit einem Hohlsägeblatt auf eine Größe von 1,1 cm × 1,1 cm × 2,1 cm geschnitten, wobei die 1,1 × 2,1 cm-Fläche zu der (112)-Fläche parallel war. Die anderen Behandlungen waren die gleichen wie jene, die in Verbindung mit dem Beispiel 1 beschrieben wurden.

Die Lichtmenge und die Abklingzeit der Fluoreszenz wurden gemessen, wenn Gammastrahlen einer 60Co-Quelle auf die Stirnfläche der Einkristalle gerichtet wurden.

Die Lichtmenge betrug 114 Photoelektronen/MeV und war damit etwa 3,8mal größer als jene der vorhandenen PbWO4-Einkristalle, außerdem wurde die Abklingzeit von 10 ns der Fluoreszenz beibehalten.

Beispiel 3

WO3-Pulver und CdO-Pulver wurden mit einer Reinheit von jeweils 99,99% in jeweils gleichen molaren Mengen abgemessen, miteinander vermischt und dann in einem Platinschmelztiegel mit einem Durchmesser von 70 mm und einer Höhe von 70 mm angeordnet, wobei das vermischte Ausgangspulver durch eine Hochfrequenzheizung geschmolzen wurde und aus der geschmolzenen Flüssigkeit durch ein Czochralski-Verfahren CdWO4-Einkristalle mit einem Durchmesser von 35 mm und einer Länge von 65 mm präpariert wurden.

Anschließend wurden die CdWO4-Einkristalle durch eine Schneidmaschine mit einem Hohlsägeblatt auf eine Größe von 1,1 cm × 1,1 cm × 2,1 cm geschnitten, wobei die 1,1 cm × 2,1 cm-Fläche zu der (101)-Fläche parallel war. Die geschnittenen CdWO4-Einkristalle wurden auf ein Platinschiffchen geladen und unter Verwendung eines Ofens mit einer Vakuumpumpe bei einem Druck von 5 × 10-2 Pa für 48 Stunden auf 1000°C erhitzt.

Die CdWO4-Einkristalle wurden nach der Wärmebehandlung auf eine Größe von 1,0 cm × 1,0 cm × 2,0 cm spiegelpoliert, woraufhin mit einer der 1,0 cm × 1,0 cm-Flächen eine Photodiode verbunden und die gegenüberliegende Fläche mit Gammastrahlen einer 60Co-Quelle beaufschlagt wurde; die Lichtmenge und die Abklingzeit der Fluoreszenz wurden gemessen.

Die Lichtmenge betrug 4275 Photoelektronen/MeV, was etwa der 1,5fachen Lichtmenge bekannter CdWO4-Einkristalle entspricht, ferner blieb die Abklingzeit von 5000 ns für die Fluoreszenz erhalten.

Da der erfindungsgemäße Szintillator im Hinblick auf die Lichtmenge verbessert ist, ohne die Abklingzeit der Fluoreszenz zu beeinträchtigen, ist er für Szintillatoren zur Erfassung von Strahlung wie etwa Röntgenstrahlen oder Gammastrahlen geeignet, so daß er insbesondere als Szintillator verwendet werden kann, der für die Erfassung von Strahlung in medizinischen Anwendungen, etwa in der PET, geeignet ist.


Anspruch[de]
  1. 1. Szintillator, umfassend Einkristalle eines Wolframats, dadurch gekennzeichnet, daß die Einkristalle des Wolframats in einer Kristallorientierung angeordnet sind, in der die Kristallfläche, in der die Atome ihre dichte Konfiguration beibehalten, und die Einfallsrichtung der Strahlung zueinander parallel sind.
  2. 2. Szintillator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kristallfläche, in der die Atome ihre dichte Konfiguration beibehalten, eine Spaltungsfläche ist.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com