PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE69716714T2 12.06.2003
EP-Veröffentlichungsnummer 0883487
Titel VERFAHREN ZUR OBERFLÄCHENSTRUKTURIERUNG
Anmelder Perstorp AB, Perstorp, SE
Erfinder GIERTZ, Thomas, S-310 21 Hishult, SE;
LINDGREN, Kent, S-284 32 Perstorp, SE;
NILSSON, Nils-Joel, S-281 43 Hässleholm, SE
Vertreter HOFFMANN · EITLE, 81925 München
DE-Aktenzeichen 69716714
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 25.02.1997
EP-Aktenzeichen 979075041
WO-Anmeldetag 25.02.1997
PCT-Aktenzeichen PCT/SE97/00311
WO-Veröffentlichungsnummer 0097031776
WO-Veröffentlichungsdatum 04.09.1997
EP-Offenlegungsdatum 16.12.1998
EP date of grant 30.10.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.06.2003
IPC-Hauptklasse B32B 27/04
IPC-Nebenklasse B32B 29/00   B32B 31/22   B44C 5/04   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines dekorativen wärmeaushärtenden Laminats mit einem Oberflächenaufbau, der in realistischer Weise mit dem Dekor der oberen Oberfläche zusammenpasst.

Produkte, die mit wärmeaushärtenden Laminaten beschichtet sind, gibt es heute häufig. Sie werden vor allem dort eingesetzt, wo das Erfordernis nach einem Abrasionswiderstand hoch ist, aber auch wo die Widerstandsfähigkeit in bezug auf verschiedene Chemikalien und Feuchtigkeit benötigt wird. Als ein Beispiel derartiger Produkte können Böden, Bodenleisten (floor beadings), Tischplatten, Arbeitsplatten und Wandpaneele erwähnt werden.

Das wärmeaushärtende Laminat besteht hauptsächlich aus einer Anzahl von Basisplatten mit einer Dekorplatte, die am nächsten zur Oberfläche angeordnet ist. Die Dekorplatte kann mit einem gewünschten Dekor oder Muster versehen sein. Häufig verwendete Muster stellen gewöhnlich das Bild unterschiedlicher Arten von Holz oder Mineralien wie Marmor oder Granit dar. Die Oberfläche des Laminats kann mit einer Struktur während des Laminierverfahrens versehen sein, die das Dekor realistischer macht. Pressplatten mit einer Struktur oder Strukturfolien werden dabei häufig beim Pressen des Laminats eingesetzt. Eine Umkehrwiedergabe der Struktur in der Pressplatte oder der Folie wird während des Laminierverfahrens in das Laminat eingedruckt.

Die Struktur stellt in geeigneter Weise charakteristische Merkmale für das Muster dar, welches das Dekor im Laminat darstellt. Die Struktur kann rau ausgebildet werden, um z. B. grob geglätteten Stein zu simulieren, oder glatt mit zufällig angeordneten Vertiefungen und Mikrorissen, um polierten Marmor zu simulieren. Wenn eine Holzoberfläche simuliert wird, wird die Oberfläche mit zufällig angeordneten dünnen länglichen Vertiefungen, die Poren imitieren, versehen. Diese Vertiefungen müssen in der Wachstumsrichtung des simulierten Holzes orientiert sein, welche durch das Muster der Maserung angezeigt wird, um das Ergebnis realistisch zu gestalten. Daher sind die Maserung und die simulierten Poren nur in der Längsrichtung des Laminats orientiert. Da wärmeaushärtende Laminate oft auf großen Oberflächen, wie z. B. Böden, eingesetzt werden, ist es wesentlich, dass sich das Muster nicht selbst wiederholt. Dies wird bewirkt, indem ein Zufallsmuster im Boden hergestellt wird oder indem sich das Muster mit einer geringen Wiederholungsfrequenz wiederholt.

Es bestand lange Zeit ein großes Bedürfnis danach, ein dekoratives wärmeaushärtendes Laminat herstellen zu können mit einem Dekormuster, dessen Dekorabschnitte beispielsweise in unterschiedliche Richtungen gerichtet sind und mit einer dazupassenden Oberflächenstruktur. Ein derartiges Muster simuliert z. B. Platten oder Balken, die in unterschiedliche Richtungen gesetzt sind. Da es nicht möglich war, diese Muster mit einer dazupassenden Oberflächenstruktur zu versehen, wurden diese Muster vermieden oder mit einer glätten Oberfläche versehen.

Gemäß der vorliegenden Erfindung wurden die oben genannten Bedürfnisse erfüllt und ein wärmeaushärtendes Laminat mit einer dekorativen Oberfläche mit einer passenden Oberflächenstruktur wurde erreicht. Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines dekorativen wärmeaushärtenden Laminats, welches Laminat mit einem wärmeaushärtenden Harz imprägnierte Papierlagen umfaßt. Ein Dekorpapier in Form eines Bogens oder einer Bahn, der bzw. die mit einem Dekormuster mit Musterabschnitten mit unterschiedlichen Richtungen versehen und mit einem wärmeaushärtenden Harz imprägniert ist, vorzugsweise Melamin-Formaldehyd-Harz, das dann getrocknet wurde, wird als eine Oberflächenlage auf eine Basislage gesetzt und an dieser durch das Pressen unter erhöhtem Druck meiner kontinuierlichen Presse aufgeklebt. Die Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass zwei oder mehr Matrizen, die mit einer Oberflächenstruktur versehen sind und die beide einen Oberflächenstrukturabschnitt bilden, verwendet werden. Die Oberflächenstrukturabschnitte sind in bezug auf die Oberflächenstruktur unabhängig voneinander und sollen zumindest hauptsächlich, aber vorzugsweise vollständig, mit entsprechenden Dekorabschnitten des Dekorpapiers übereinstimmen. Die Matrizen werden genau auf die Oberseite der dekorativen Seite des Laminats nach dem Pressen positioniert. Das Laminat wird dadurch eine Dekoroberfläche erhalten mit einer Oberflächenstruktur, deren unterschiedliche Richtungen mit den Richtungen der unterschiedlichen Dekorabschnitte des Dekormusters übereinstimmen.

Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung besteht die Basislage aus einer Anzahl von herkömmlichen trockenen Basislagen-Papierbahnen oder Basislagen-Papierbögen, die mit einem wärmeaushärtenden Harz imprägniert sind. Das Harz in der am weitesten oben liegenden ist möglicherweise Melamin-Formaldehydharz. Der Rest der Bahnen oder Bögen enthält Phenol- Formaldehydharz. Die Dekor-Papierbahn oder der Dekor-Papierbogen wird auf die Oberseite der herkömmlichen Basislagenbahnen oder Basislagenbögen gesetzt. Die unterschiedlichen Papierbahnen oder ein Stapel von. Bögen werden dann kontinuierlich jeweils bei einem erhöhten Druck und einer erhöhten Temperatur zusammenlaminiert. Der Druck in der Presse ist in geeigneter Weise 5-80 bar, vorzugsweise 20-70 bar, und die Temperatur ist 140-200ºC, vorzugsweise 150-180ºC.

Beim Trocknen der harzimprägnierten Papierbahnen verdampft das Lösungsmittel und das Harz wird teilweise zu einem sogenannten B-Zustand ausgehärtet. Das erhaltene imprägnierte Papier wird normalerweise Pre-Preg genannt.

Gemäß einer anderen Ausführungsform der Erfindung besteht die Basislage aus einer Spanplatte oder Faserplatte. Dabei kann z. B. eine Tischplatte oder ein Laminatboden gleichzeitig mit dem Laminieren des wärmeaushärtenden Laminats erzeugt werden, wobei ein Extraschritt bei der Herstellung vermieden werden kann.

Vorzugsweise besitzt eine oder mehrere Matrizen die Strukturmusteroberfläche auf einer oder mehreren Walzen mit Gegenführungen. Das aus der kontinuierlichen Presse entnommene Laminat wird zwischen den Walzen und Gegenführungen mit der Dekorseite den Walzen zugewandt bei einem kontinuierlichen oder diskontinuierlichen Druck zwischen den Walzen und der. Gegenführung hindurchgeführt. Dabei kann eine dreidimensionale Struktur erzielt werden, die Vollständig oder teilweise mit dem Muster des Dekors übereinstimmt. Walzen mit zwei oder mehreren Matrizen weisen in geeigneter Weise einen Umfang auf, der an den Wiederholungsabstand der Richtungsvariationen im Dekormuster angepasst ist.

Die Dekorpapierbahn oder Dekorpapierbögen sind jeweils vorzugsweise mit Positioniereinrichtungen wie Farbpunkten, Löchern, Codierlinien, Einbuchtungen oder ähnlichem versehen. Die Positioniereinrichtungen sind in einer vorbestimmten Beziehung zu den Richtungsvariationen des Dekormusters angeordnet. Die Positioniereinrichtungen werden verwendet, um die Position der Walze oder Walzen mittels eines Sensors zu führen wie einem Scanner, einer Photozelle, einem pneumatischen Sensor, mechanischen Sensor oder ähnlichem, so dass die Oberflächenstruktur derselben genau auf dem entsprechenden Musterabschnitt positioniert ist.

Eine Toleranzfläche wird in geeigneter Weise auf der Matrize im Trennbereich zwischen zwei angrenzenden, voneinander unabhängigen Oberflächenstrukturabschnitten verwendet. Die Toleranzfläche besteht aus einem 1-20 mm breiten, vorzugsweise 3-10 mm breiten Feld ohne jegliche Struktur. Gemäß einer anderen Ausführungsform wird eine Toleranzfläche auf der Matrize in dem Trennbereich zwischen zwei benachbarten, voneinander unabhängigen Oberflächenstrukturabschnitten verwendet. Diese Toleranzfläche besteht aus einem 1-20 mm breiten, vorzugsweise 3-10 mm breiten Feld, in dem die erste Struktur nach und nach in die andere Oberflächenstruktur überführt wird.

Das Laminieren wird vorzugsweise in einer kontinuierlichen Laminatpresse ausgeführt mit zwei kontinuierlichen Stahlbändern, wobei die Oberflächenstruktur in die Oberfläche des Laminats eingedrückt wird mit Hilfe von einer oder mehreren. Walzen, die mit einer Oberflächenstruktur versehen sind und nach der Laminatpresse angeordnet sind.

Gemäß einer Ausführungsform sind auch besonders charakteristische Musterabschnitte mit einer geeigneten Struktur versehen. Die besonders charakteristischen Musterabschnitte sind z. B. Trennlinien zwischen Platten, Balken, Brettern, Blöcken oder ähnlichem, aber auch Zweige, Zweiglöcher, Risse oder ähnliches, die visuell im Dekor des Dekorpapiers simuliert werden. Diese werden als Information gespeichert, welche ein Gravurwerkzeug oder Presswerkzeug eines Roboters leitet, der die Oberfläche des Laminats mit einer geeigneten Oberflächenstruktur in den besonders charakteristischen Musterpassagen versieht. Das Gravurwerkzeug oder Presswerkzeug des Roboters sind mittels der Positioniereinrichtungen in dem Dekorpapier synchronisiert.

Die Geschwindigkeit der Walzen und/oder die Geschwindigkeit der kontinuierlichen Laminatpresse und damit die Geschwindigkeit der Dekorpapierbahn wird in geeigneter Weise kontinuierlich geführt. Dies wird bewirkt mit Hilfe von Sensoren wie mechanischen Sensoren, Scanner, Photozellen, CCD-Kameras, pneumatischen Sensoren oder ähnliches. Diese Sensoren werden verwendet zur Erfassung der Positioniereinrichtungen, so dass ein genaues Übereinstimmen zwischen Dekor und Oberflächenstruktur erhalten wird.

Die Oberflächenlage des Laminats weist in geeigneter Weise ein sogenanntes Auflagepapier auf, vorzugsweise aus Alfa-Zellulose, das auf der Oberseite des Dekorpapiers angeordnet ist. Dadurch erweitert sich die Nutzungsdauer des Laminats, da das Auflagepapier abgenutzt werden muss, bevor eine sichtbare Abnutzung des Dekorbogens auftritt. Das Auflagepapier ist in geeigneter Weise mit Melamin-Formaldehydharz imprägniert. In geeigneter Weise ist zumindest einer der mit wärmeaushärtendem Harz imprägnierten Bögen, vorzugsweise der am weitesten oben gelegene, mit harten Partikeln, z. B. aus Siliziumoxid, Aluminiumoxid und/oder Siliziumcarbid mit einer Durchschnittsgröße von 1-100 um, vorzugsweise etwa 50-60 um, beschichtet. Dadurch wird der Widerstand gegen Abnutzung weiter erhöht.

Das Dekormuster kann z. B. aus einer Anzahl von Abschnitten paralleler Reihen von Balken bestehen, wobei die Balken in aneinander angrenzenden Reihen vorzugsweise zueinander in Längsrichtung versetzt sind. Ein Abschnitt von Balken ist dabei parallel zur Längsrichtung des Laminats angeordnet und gefolgt von einem Abschnitt von Balken, der senkrecht zum vorhergehenden Abschnitt von Balken angeordnet ist, usw..

Eine Toleranzfläche wird in geeigneter Weise auf der Matrize im Trennbereich zwischen zwei angrenzenden, voneinander unabhängigen Oberflächenstrukturabschnitten verwendet. Die Toleranzfläche besteht aus einem 1-20 mm breiten, vorzugsweise 3-10 mm breiten Feld ohne Struktur.

Gemäß einer anderen Ausführungsform wird eine Toleranzfläche auf der Matrize in dem Trennbereich zwischen zwei benachbarten voneinander unabhängigen Oberflächenstrukturabschnitten verwendet. Die Toleranzfläche besteht aus einem 1-20 mm breiten, vorzugsweise 3-10 mm breiten Feld, in dem die erste Struktur nach und nach in die ändere Oberflächenstruktur überführt wird.

Die Erfindung wird weiter in Verbindung mit den begleitenden Zeichnungen erläutert, die unterschiedliche Ausführungsformen der Erfindung darstellen, in denen:

- Fig. 1 schematisch ein kontinuierliches Laminierverfahren gemäß der Erfindung zeigt, bei dem das Laminat nach dem Pressen mit einer Oberflächenstruktur versehen wird.

- Fig. 2 schematisch zeigt, wie ein kontinuierlich hergestelltes Laminat, das gerade die Laminatpresse verlassen hat, erfindungsgemäß mit einer Oberflächenstruktur versehen wird.

- Fig. 3 schematisch gemäß einer zweiten Ausführungsform der Erfindung zeigt, wie ein kontinuierlich hergestelltes Laminat, das gerade die Laminatpresse verlassen hat, mit einer Oberflächenstruktur versehen wird.

Fig. 1 zeigt eine Ausführungsform der Erfindung, bei der eine Anzahl von unterschiedlichen Papierbahnen miteinander in einer kontinuierlichen Laminatpresse, die mit zwei kontinuierlichen Stahlbändern 14 versehen ist, laminiert werden. Die Bahnen bestehen von unten nach oben aus:

a) einer Anzahl von Basispapierbögen 4, die mit Phenol- Formaldehydharz imprägniert sind,

b) einem Basispapierbogen 4', der mit Melamin-Formaldehydharz imprägniert ist,

c) einem Dekorpapierbogen 1, der Musterabschnitte mit Dekor- Richtungen enthält, wobei der Bogen mit Melamin-Formaldehydharz imprägniert ist,

d) einem Auflagepapierbogen 5 aus Alfa-Zellulose, der mit Melamin- Formaldehydharz imprägniert ist. Die unterschiedlichen Bögen werden kontinuierlich zwischen den Pressbändern 14 der Presse 10 eingespeist, wo sie bei einem Druck von 40 bar und einer Temperatur von 175ºC zusammenlaminiert werden, wobei das Laminat auszuhärten beginnt. Wenn das Laminat an den Pressbändern 14 vorbei ist, werden zwei Walzen 2' und 2" jeweils, die mit einer voneinander unabhängigen Oberflächenstruktur versehen sind, abwechselnd in Richtung auf die Dekorseite des Laminats gepresst, während das Laminat zwischen diesen Walzen 2 und ihren Gegenführungswalzen 13 hindurchtritt. Das Laminat ist in dieser Stufe nicht vollständig ausgehärtet. Die Walzen 2' und 2" werden mit Hilfe eines Sensors 6 geführt, der Positioniereinrichtungen 3 (Fig. 2) in Form von Codierlinien erfasst, die auf einer Kante der Dekorpapierbahn angeordnet sind, so dass die entsprechende Oberflächenstruktur in Richtung auf einen entsprechenden Musterabschnitt der Dekorbahn gepresst wird. Das Laminat 11 wird anschließend in Laminatplatten 12 geschnitten. Der Aushärtvorgang setzt sich aufgrund der im Laminat enthaltenen Wärme fort, sodass dieses vollständig ausgehärtet wird. Die Strukturwalzen 2' und 2" und/oder die Gegenführungswalzen 13 können, wenn benötigt, erhitzt werden, wodurch das Aushärten geregelt werden kann. Die Gegenführungswalzen, die in geeigneter Weise aus Metall hergestellt sind, können auch mit einem weicheren Material wie einer ein oder wenige Millimeter dicken austauschbaren Papierlage beschichtet sein. Das Beschichtungsmaterial kann auch aus einer wenige Millimeter dicken Gummilage zusammengesetzt sein mit einer Härte von 30 Shore A - 50 Shore D in Abhängigkeit von der Kompaktheit und Tiefe der Oberflächenstruktur. Die Strukturierung der Oberfläche wird dabei erleichtert, insbesondere wenn die Oberflächenstruktur tief ist.

Die Walzen 2 und/oder die Gegenführungswalzen 13 können auch mit druckempfindlichen Sensoren, in geeigneter Weise vom piezo-elektrischen Typ, versehen sein, so dass der Druck zwischen den Walzen 2 und den Gegenführungswalzen 13 exakt geführt werden kann. Die druckempfindlichen Sensoren können in geeigneter Weise auch mit einer Dickenmessung kombiniert werden, indem der Abstand zwischen einer Walze 2 und einer Gegenführungswalze 13 erfasst wird. Dabei kann das Maß an Aushärten des Laminats an der Position der Walzen 2 kontinuierlich überwacht werden, indem die Beziehung zwischen der Tiefe des Oberflächeneindrucks und der aufgebrachten Kraft aufgestellt wird. Indem die Geschwindigkeit der Pressbänder 14 oder die Temperatur in der Presse geführt wird, kann das Maß an Aushärten an der Position der Strukturwalzen 2 eingestellt werden. Dabei kann der Typ von Mikrorissen vermieden werden, der in der Oberfläche des Laminats auftreten wird, wenn man versucht, eine Oberflächenstruktur in ein Laminat mit einem hohen Maß an Aushärtung einzudrücken.

Das Laminat kann weiterhin, nachdem es mit einer Oberflächenstruktur versehen worden ist, z. B. mit Hilfe von Infrarotradiatoren oder Heißluft erhitzt werden, um das verbleibende Aushärten zu beschleunigen.

Fig. 2 zeigt einen Teil eines kontinuierlichen Laminierverfahrens gemäß der Erfindung, wobei das Laminat mit einer Oberflächenstruktur versehen ist. Das Laminat 11 ist gerade durch die Pressbänder hindurchgetreten und nicht vollständig ausgehärtet. Die Dekorpapierbahn, die mit einem abwechselnden Balkenmuster in Längs- und Querrichtung mit Holzmaserung versehen ist, ist an einer Kante mit Positioniereinrichtungen 3 in Form von Codierlinien versehen. Die Codierlinien 3 werden von einem Sensor 6 erfasst, der mittels einer einstellbaren Regelungseinrichtung 7 (Fig. 1) die Walzen 2' und 2" jeweils führt, die mit einer Oberflächenstruktur versehen sind. Die erste Walze 2', die mit einer Längsoberflächenstruktur versehen ist, wird in Richtung auf das Laminat gedrückt, während das längs verlaufende Dekormuster hindurchtritt. Die erste Walze 2' wird dann angehoben, wonach die zweite Walze 2", die mit einer quer verlaufenden Oberflächenstruktur versehen ist, gegen das Laminat gedrückt werden wird, während das quer verlaufende Dekormuster hindurchtritt. Die Walzen 2' und 2" werden dabei wechselweise in Richtung auf die dekorative Oberfläche des hindurchtretenden Laminats 11 gepresst, so dass diese Oberfläche mit einer Oberfläche versehen werden wird, die mit dem Dekor übereinstimmt. Die Gegenführungswalzen der Walzen 2', 2" sind nicht in der Figur dargestellt. Dekore mit mehr als zwei Richtungen und anderen Richtungen als in Längs- und Querrichtung können erhalten werden, indem beispielsweise mehr als zwei Walzen verwendet werden. Die Walzen können dann alle mit einer oder mehreren Oberflächenstrukturen versehen sein, die alle einer der Musterrichtungen des Dekors entsprechen. Die Walzen können auch geteilt sein, so dass jede Walze nur teilweise die Breite des Laminats abdeckt.

Fig. 3 zeigt gemäß einer zweiten Ausführungsform der Erfindung einen Teil eines kontinuierlichen Laminierverfahrens, bei dem das Laminat mit einer Oberflächenstruktur versehen wird. Das Laminat 11 ist gerade durch die Pressbänder hindurchgetreten und nicht vollständig ausgehärtet. Die Dekorpapierbahn, die mit einem abwechselnden Balkenmuster mit Holzmaserung in Längsrichtung und Querrichtung versehen ist, ist entlang einer Kante mit einer Positioniereinrichtung 3 in Form von Codierlinien versehen. Die Codierlinien 3 werden durch einen Sensor 6 erfasst, der mittels einer einstellbaren Regelungseinrichtung 7 die Walze 2 führt, welche mit einer Anzahl von oberflächenstrukturierten Matrizen versehen ist. Die Matrizen sind alle mit einer Oberflächenstruktur in Längsrichtung oder Querrichtung versehen. Die Oberflächenstrukturen und der Umfang der Walze 2 sind jeweils an die unterschiedlichen Dekorabschnitte angepasst und die Musterwiederholung des Laminats 11. Die Walze wird dabei kontinuierlich in Richtung auf die Oberfläche des Laminats 11 gedrückt, während dieses vorbeiläuft. Die Positionen der unterschiedlichen Oberflächenstrukturabschnitte der Walze werden mit Hilfe von Codierlinien 3' durch einen Sensor 6' erfasst. Die einstellbare Regelungseinrichtung 7 führt die Geschwindigkeit der Walze mit Hilfe eines Motors 15, indem die Signale von den zwei Sensoren 6 und 6' verglichen werden. Das Laminat 11 ist dabei mit einer Oberflächenstruktur entsprechend dem Dekor versehen. Die Gegenführungswalze der Walze 2 ist nicht in der Figur gezeigt. In einigen Fällen, wie z. B. wenn die Unterschiede zwischen dem Umfang der Walze 2 und der Wiederholungsabstand des Musters in der Dekorbahn zu groß geworden ist, um ihn während des Pressens einzustellen, kann die Walze 2 für einen kurzen Moment etwas angehoben werden. Es ist auch möglich, die Gegenführungswalze 3 für einen kurzen Augenblick abzusenken. Die großen Unterschiede können z. B. durch die Wärmeausdehnung des Laminats erzeugt sein. Während die Walze 2 angehoben wird oder die Gegenführungswalze 13 abgesenkt wird, kann die Position der Walze 2 in bezug auf das Muster der Dekorpapierbahn mit Hilfe der Codierlinien 3 und 3' jeweils eingestellt werden. Diese kurze Einstellperiode findet in geeigneter Weise statt, während ein Trennbereich zwischen zwei Dekormusterabschnitten mit unterschiedlichen Richtungen durch die Walze 2 hindurchtritt.

Besonders charakteristische Musterpassagen wie Zweige, Trennlinien oder ähnliches können auch mit einer geeigneten Struktur versehen werden, indem einer oder mehrere Roboter verwendet werden, die mit einem Gravur- oder Presswerkzeug versehen sind. Information in bezug auf die Oberflächenstruktur und Position jedes Musterabschnittes wird als beispielsweise Computerinformation auf einer optischen Disk gespeichert. Ein Sensor 6, der kontinuierlich die Codierlinien 6 liest, überträgt den erfassten Positionscode auf das Steuerprogramm der Roboter, so dass die Steuerinformation für die beabsichtigte Musterpassage von der optischen Disk entnommen werden kann. Indem der in Fig. 1 beschriebene Prozess mit den oben beschriebenen Robotern kombiniert wird, kann eine sehr realistische Oberflächenstruktur erzeugt werden.

Beispielsweise kann die Dekorbahn und möglicherweise die Basislagenbahnen und die Auflagebahn in Bögen geschnitten werden. Die Bögen werden darin in Bündel gestapelt, die einzeln nacheinander in die Presse eingespeist werden. Die Bündel können auch durch eine Basislage, z. B. aus Spanplatte oder Faserplatte, ergänzt werden, wobei z. B. eine Tischplatte oder ein Laminatboden in einem Schritt erzeugt werden kann. Wenn eine derartige Basislage verwendet wird, wird eine Anzahl von imprägnierten Bögen, sogenannten Kontralagen, auf der Rückseite des Körpers angeordnet. Die Span- oder Faserplatten können einzeln nacheinander durch die Presse geführt werden, wobei sie nahe zueinander angeordnet sind, wobei das Dekorpapier, die Auflage, Gegenlage etc. in die Presse in Form einer Bahn von Rollen gespeist werden kann. Die Papierbahnen, die auf die Basislage gesetzt werden, können mit Klebstoff beschichtet sein. Alternativ kann auch der Körper mit Klebstoff beschichtet sein. Diese Klebstoffbeschichtung wird jedoch in den meisten Fällen nicht notwendig sein, da das wärmeaushärtende. Harz, mit dem das Papier imprägniert ist, ausreichend sein wird, um das Papier an der Basislage anzuhaften.


Anspruch[de]

1. Verfahren für die Herstellung eines dekorativen wärmeaushärtenden Laminats (21), welches Laminat (21) mit einem wärmeaushärtenden Harz imprägnierte, Papierlagen aufweist, wobei ein Dekorpapier in Form einer Bahn oder eines Bogens (1), das mit einem Dekormuster mit Musterabschnitten mit unterschiedlichen Richtungen versehen ist und mit einem wärmeaushärtenden Harz, vorzugsweise Melamin-Formaldehydharz, das getrocknet worden ist, imprägniert ist, als eine Oberflächenlage auf eine Basislage gesetzt wird und an dieser durch Pressen unter erhöhtem Druck in einer kontinuierlichen Laminatpresse angehaftet wird, dadurch gekennzeichnet, dass zwei oder mehrere Matrizen, die mit einer Oberflächenstruktur versehen sind, die alle einen Oberflächenstrukturabschnitt bilden, wobei diese Abschnitte in bezug auf die Struktur unabhängig voneinander sind und die Oberflächenstrukturabschnitte zumindest hauptsächlich, aber vorzugsweise vollständig, mit entsprechenden Dekorabschnitten des Dekorpapiers (1, 11) übereinstimmen sollen, genau auf der Oberseite des Dekorpapiers nach dem Pressen angeordnet und auf dieses gedrückt werden, wobei das Laminat (21) eine Dekoroberfläche mit einer Oberflächenstruktur erhalten wird, deren unterschiedliche Richtungen mit den Richtungen der unterschiedlichen Dekorabschnitte des Dekormusters übereinstimmen.

2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Basislage aus einer Anzahl von herkömmlichen trockenen Basislagen- Papierbahnen (4, 4') oder Basislagen-Papierbögen bestehen, die mit einem wärmeaushärtenden Harz imprägniert sind, wobei das Harz in der am weitesten oben gelegenen (4') Lage möglicherweise Melamin-Formaldehydharz ist, während der Rest der Bahnen oder Bögen vorzugsweise Phenol-Formaldehydharz enthält, wobei die Dekorpapierbahn (1) oder der Dekorpapierbogen jeweils auf die Oberseite der herkömmlichen Basispapierbahnen (4, 4') oder Basispapierbögen gesetzt wird, wonach die unterschiedlichen Papierbahnen oder ein Stapel von Bögen jeweils kontinuierlich zusammen laminiert werden bei erhöhtem Druck und einer erhöhten Temperatur.

3. Verfahren gemäß Anspruch 1, wobei die Basislage aus einer Spanplatte oder einer Faserplatte besteht.

4. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine oder mehrere Matrizen die Strukturmusteroberfläche auf einer oder mehreren Walzen (2) darstellen mit einer Gegenführungswalze (13), wobei das Laminat, das aus der kontinuierlichen Presse entnommen wird, zwischen den Walzen (2) und der Gegenführungswalze (13) mit der Dekorseite der Walze (2) zugewandt bei einem kontinuierlichen oder diskontinuierlichen Druck zwischen den Walzen (2) und der Gegenführungswalze (13) hindurchtritt.

5. Verfahren gemäß Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Walzen (2) zwei oder mehrere Matrizen aufweisen mit einem Umfang, der der Wiederholungsentfernung in den Richtungsvariationen des Dekormusters angepasst ist.

6. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis S. dadurch gekennzeichnet, dass die Dekorpapierbahn (1) oder der Dekorpapierbogen Positioniereinrichtungen (3) besitzt, wie Farbpunkte, Codierlinien, Löcher, Einbuchtungen oder ähnliches, und dass die Positioniereinrichtungen (3) in einer vorbestimmten Beziehung zu den Richtungsvariationen des Dekormusters angeordnet werden.

7. Verfahren gemäß Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Positioniereinrichtungen (3) verwendet werden, um die Position der Walze oder Walzen (2) mittels eines Sensors (6), wie einem Scanner, einer Photozelle, einem pneumatischen Sensor, einem mechanischen Sensor oder ähnlichem zu steuern, so dass die Oberflächenstruktur derselben genau auf dem entsprechenden Musterabschnitt positioniert ist.

8. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Dekormuster aus einer Anzahl von Abschnitten paralleler Reihen von Balken besteht, wobei die Balken in angrenzenden Reihen vorzugsweise gegenseitig in Längsrichtung versetzt sind, wobei ein Abschnitt von Balken, der parallel zur Längsrichtung des Laminats angeordnet ist, von einem Abschnitt von Balken gefolgt wird, der senkrecht zu dem vorhergehenden Abschnitt von Balken angeordnet ist.

9. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass eine Toleranzfläche auf der Matrize in dem Trennbereich zwischen zwei benachbarten, voneinander unabhängigen Oberflächenstrukturabschnitten verwendet wird, wobei die Toleranzfläche aus einem 1-20 mm breiten, vorzugsweise 3-10 mm breiten Feld ohne jegliche Struktur besteht.

10. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass eine Toleranzfläche auf der Matrize in dem Trenngebiet zwischen zwei benachbarten, voneinander unabhängigen Oberflächenstrukturabschnitten verwendet wird, wobei die Toleranzfläche aus einem 1-20 mm breiten, vorzugsweise 3-10 mm breiten Feld besteht, wo die erste Oberflächenstruktur nach und nach in die zweite Oberflächenstruktur übergeführt wird.

11. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberflächenlage des Laminats ein sogenanntes Auflagepapier (5) vorzugsweise aus Alfa-Zellulose, aufweist, das auf der Oberseite des Dekorpapiers (1) angeordnet ist.

12. Verfahren gemäß Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Auflagepapier (5) mit Melamin-Formaldehydharz imprägniert wird.

13. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 4 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Gegenführungen (13) Walzen sind und die mit einer Oberflächenstruktur versehenen Walzen (2) und/oder die Gegenführungswalzen (13) erhitzt werden.

14. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass besonders charakteristische Musterabschnitte wie Trennlinien zwischen Platten, Balken, Brettern, Blöcken oder ähnlichem, aber auch Zweige, Astlöcher, Risse oder ähnliches, die visuell im Dekor des Dekorpapiers (1) simuliert werden, als Information gespeichert werden, dass die Information verwendet wird, wenn die Oberfläche des Laminats mit einer geeigneten Oberflächenstruktur in den besonders charakteristischen Musterabschnitten mittels eines Gravurwerkzeugs oder eines Presswerkzeugs eines Roboters versehen wird, und dass das Gravurwerkzeug oder Presswerkzeug des Roboters mit Hilfe der Position der Einrichtungen (3) im Dekorpapier (1) synchronisiert wird.

15. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Druck in der Presse 5-80 bar, vorzugsweise 20- 70 bar, und dass die Temperatur 140-200ºC, vorzugsweise 160 bis 180ºC ist.

16. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Geschwindigkeit der Walzen (2) und/oder die Geschwindigkeit der kontinuierlichen Laminatpresse und somit der Dekorpapierbahn (1) kontinuierlich mit Hilfe von Sensoren geführt wird wie mechanische Transmitter, Scanner, Photozellen, CCD-Kameras, pneumatische Sensoren oder ähnliches sowie die Positioniereinrichtung (6), so dass eine genaue Übereinstimmung zwischen dem Dekor und der Oberflächenstruktur erhalten wird.

17. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest einer der mit einem wärmeaushärtenden Harz imprägnierten Bögen, vorzugsweise der am weitesten oben gelegene, mit harten Partikeln beschichtet ist, z. B. Siliziumoxid, Aluminiumoxid und/oder Siliziumcarbid mit einer Durchschnittsgröße von 1-100 um, vorzugsweise etwa 5-60 um.







IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com