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Dokumentenidentifikation DE69808721T2 12.06.2003
EP-Veröffentlichungsnummer 0922388
Titel Stabile, trockene herbizide Zusammensetzungen
Anmelder Bayer Corp., Pittsburgh, Pa., US
Erfinder Modrcin, Thomas F., Liberty, US;
Desai, Vijay C., Shawnee, US;
Newallis, Peter E., Leawood, US;
Jelich, Klaus, Overland Park, US;
Brandriff, John W., Blue Springs, US;
Jackman, Dennis E., Prairie Village, US
Vertreter Krieg, R., Dipl.-Biol. Dr.rer.nat., Pat.-Anw., 51377 Leverkusen
DE-Aktenzeichen 69808721
Vertragsstaaten AT, DE, FR
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 11.12.1998
EP-Aktenzeichen 981236680
EP-Offenlegungsdatum 16.06.1999
EP date of grant 16.10.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.06.2003
IPC-Hauptklasse A01N 43/82
IPC-Nebenklasse A01N 43/707   

Beschreibung[de]
Technisches Gebiet der Erfindung

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine stabile, trockene Herbizid-Zusammensetzung, die N-(4- Fluorphenyl)-N-(1-methylethyl)-2-[[5-(trifluormethyl)-1,3,4-thiadiazol-2-yl]oxy]acetamid, 4-Amino-6-(1,1- dimethylethyl)-3-(methylthio)-1,2,4-triazin-5(4H)-on und ein Mittel zur pH-Einstellung enthält. Das Mittel zur pH-Einstellung liegt in einer solchen Menge vor, dass es 0,1 bis 10,0 Gew.-% der Zusammensetzung ausmacht und der sich ergebende pH der Zusammensetzung 2,8 bis 5,4 beträgt. In einer bevorzugten Ausführungsform ist das Mittel zur pH-Einstellung Citronensäure.

Hintergrund der Erfindung

Formulierungen für die Landwirtschaft können so aufgebaut sein, dass die mehr als einen aktiven Inhaltsstoff (a.i.) in einer Formulierung enthalten. Beispiele handelsüblicher Herbizide, die zwei aktive Inhaltsstoffe in einer einzigen Formulierung enthalten, schließen Alachlor/Atrazin, Bromacil/Diuron, Alachlor/Glyphosat, Clomazon/Trifluralin, Cyanazin/Atrazin und 2,4-D/2,4-MCPA ein. Die Kombination aktiver Inhaltsstoffe ist vorteilhaft, weil sie es ermöglicht, dass das formulierte Produkt über einen breiteren Bereich von Zielschädlingen wirksam ist. Die Kombination mehrerer aktiver Inhaltsstoff-Materialien in einer einzigen Formulierung kann jedoch problematisch und nicht immer erreichbar sein. Die Vereinigung aktiver Inhaltsstoffe ist stark inhaltsstoffspezifisch, und es muss zuerst nachgewiesen werden, dass die aktiven Inhaltsstoffe chemisch stabil sind, wenn sie zusammen vorliegen. Es ist nicht unüblich, dass, wenn zwei komplexe organische Moleküle, wie aktive Pestizid-Inhaltsstoffe, zusammengebracht werden, eine chemische Inkompatibilität existiert, die bewirkt, dass einer der aktiven Inhaltsstoffe oder beide einer Änderung ihrer chemischen Identität unterliegen. Diese Änderungen können auf chemische Wechselwirkungen, die an reaktiven Stellen irgendeiner der darin verwickelten Verbindungen oder beiden erfolgen, oder auf Reaktionen zurückzuführen sein, die durch reaktive Verunreinigungen, die vorliegen können, katalysiert werden. Z. B. wurde im Falle von Herbizid-Zusammensetzungen, die Benzoylisoxazole umfassen, gefunden, dass die Zersetzung der Benzoylisoxazole verhindert werden kann, indem man ein Mittel zur pH-Einstellung zufügt (WO 97/34486). Die Geschwindigkeit dieser Reaktionen und daher das Ausmaß der beobachteten chemischen Veränderung kann groß oder klein sein. In der Praxis kann das Fortschreiten der Reaktion oder das Fehlen derselben in einem formulierten Pestizid verfolgt werden, indem man chemische Assays des Produkts während einer Zeitspanne durchführt und den prozentualen Verlust an aktivem Inhaltsstoff aufzeichnet. Da chemische Reaktionen temperaturabhängig sind, kann man sogar Assays bei verschiedenen Lagertemperaturen durchführen und mit Hilfe klassischer reaktionskinetischer Techniken die Geschwindigkeitskonstante der Reaktion und die Halbwertszeit der aktiven Inhaltsstoffe bestimmen. Solche Berechnungen werden oft verwendet, um die Lebensdauer eines Produkts zu bestimmen.

Wenn eine chemische Instabilität zwischen zwei aktiven Inhaltsstoffen nachgewiesen wird, können verschiedene Problemlösungen in Betracht gezogen werden. Diese fallen im allgemeinen in zwei Kategorien, d. h. die chemische Modifizierung und die physikalische Abtrennung. Verfahren zur chemischen Modifizierung schließen die folgenden ein: (i) die Auswahl von aktiven Inhaltsstoffen, die miteinander eine größere chemische Ähnlichkeit aufweisen, und es daher weniger wahrscheinlich ist, dass sie antagonistisch wirken; (ii) die Durchführung stellenspezifischer Reaktionen während des Herstellungsverfahrens, um die Anstoß erregende Stelle zu blockieren oder zu verändern; oder wenn der Verlust an aktivem Inhaltsstoff gering ist, (iii) die Zugabe von kompensierendem aktiven Inhaltsstoff zur Formulierung während dessen Herstellung. Die physikalischen Abtrennungsoptionen schließen jede Behandlung ein, welche die aktiven Inhaltsstoffe physikalisch voneinander getrennt hält, während immer noch ein scheinbar einziges formuliertes System präsentiert wird. Diese Optionen schließen die folgenden ein: (i) die Mikroeinkapselung, (ii) die Einschluss-Komplexierung, (iii) das Auftragen äußerer wasserlöslicher Filmbeschichtungen, wie Polyvinylpyrrolidon, (iv) die Verwendung einer in Kammern aufgeteilten Packung, die wasserlösliche Beutel einschließt, oder im Falle von in Wasser dispergierbaren Körnchen, (v) die Verwendung einer einfachen physikalischen Mischung von jedem separat granulierten, aktiven Inhaltsstoff.

Viele dieser Verfahren sind jedoch unerwünscht, da sie üblicherweise eine ausgedehnte zusätzliche Forschung, erhöhte Kosten und andere Nachteile zur Folge haben. Z. B. kann die Veränderung der chemischen Struktur des aktiven Inhaltsstoffs - um eine reaktive Stelle zu neutralisieren - seine biologische Wirksamkeit verändern. Die Mikroeinkapselung und die Komplexbildung sind forschungsintensive Arbeitsweisen mit hohen Rohmaterial- und Verarbeitungskosten. Physikalische Gemische von zwei separat granulierten, trockenen fließfähigen Substanzen sind Gegenstand einer Klassifizierung und Absonderung in der Packung, wenn die Korngröße und die Dichte nicht perfekt aufeinander abgestimmt sind.

N-(4-Fluorphenyl)-N-(1-methylethyl)-2-[[5-(trifluormethyl)-1,3,4-thiadiazol-2-yl]oxy]acetamid, auch als "Fluthiamide" oder (jetzt) "Flufenacet" bekannt, und 4-Amino-6-(1,1-dimethylethyl)-3-(methylthio)-1,2,4-triazin- 5(4H)-on, auch als "Metribuzin" bekannt, sind zwei selektive Herbizide von zwei deutlich unterschiedlichen chemischen Familien, die gegenüber einem Bereich von laub- und grasartigen Unkrautsorten, die in. Mais und Sojabohnen gefunden werden, hochwirksam sind. Synergistische, feste Formulierungen von Flufenacet und Metribuzin wurden aufgefunden (DE-A-4223465).

Jeder dieser aktiven Inhaltsstoffe, falls er allein in einer Formulierung verwendet wird, ist während der Lagerung stabil. Wenn diese aktiven Inhaltsstoffe jedoch in einer einzigen Formulierung vereinigt sind - wie in der bevorzugten trockenen Form -, unterliegen sie einem chemischen Abbau. Daher ist es notwendig, eine trockene Formulierung für die Landwirtschaft, vorzugsweise ein in Wasser dispergierbares Granulat, von Flufenacet und Metribuzin bereitzustellen, die chemisch stabil ist und im Handel annehmbare Eigenschaften bezüglich der Handhabung und des biologischen Nutzeffekts aufweist.

Kurzbeschreibung der Erfindung

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein stabiles, trockenes, fließfähiges, benetzbares Pulver oder eine andere trockene Zusammensetzung, die N-(4-Fluorphenyl)-N-(1-methylethyl)-2-[[5-(trifluormethyl)-1,3,4- thiadiazol-2-yl]oxy]acetamid, 4-Amino-6-(1,1-dimethylethyl)-3-(methylthio)-1,2,4-triazin-5(4H)-on und ein Mittel zur pH-Einstellung enthält. Das Mittel zur pH-Einstellung liegt in einer derartigen Menge vor, dass es 0,1 bis 10 Gew.-% der Zusammensetzung ausmacht und der sich ergebende pH der Zusammensetzung 2,8 bis 5,4 beträgt. In einer bevorzugten Ausführungsform ist das Mittel zur pH-Einstellung Citronensäure.

Allgemein gibt es verschiedene Wege, um den pH einer Zusammensetzung einzustellen. In dem Verfahren der vorliegenden Erfindung kann das 4-Amino-6-(1,1-dimethylethyl)-3-(methylthio)-1,2,4-triazin- 5(4H)-on ("Metribuzin") vor seiner Verwendung in der Zusammensetzung mit einer anorganischen oder organischen Säure behandelt werden. Geeignete organische oder anorganische Säuren schließen Schwefelsäure, Salpetersäure, Salzsäure, Phosphorsäure, eine Carbonsäure, eine Dicarbonsäure und deren Mischungen ein.

Wenn jedoch Metribuzin nicht mit einer Säure behandelt wird, bevor das Flufenacet zugegeben wird, dann wird das Mittel zur pH-Einstellung zu der Mischung von Metribuzin und Flufenacet gegeben. Geeignete Mittel zur pH-Einstellung schließen Citronensäure, Ammonium- und Kaliumsalze von Schwefelsäure und Phosphorsäure, die von Natur aus sauer sind, und Mischungen derselben ein, schließen aber Ammoniumchlorid, Ammoniumcitrat und Dinatriumcitrat aus.

Weiterhin kann die Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung in einen geeigneten Formulierungstyp - vorzugsweise ein trockenes, fließfähiges Material ("DF") - überführt werden.

Ausführliche Beschreibung der Erfindung

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein stabiles, trockenes, fließfähiges, benetzbares Pulver oder eine andere trockene Zusammensetzung, welche die aktiven Inhaltsstoffe N-(4-Fluorphenyl)-N-(1-methylethyl)-2- [[5-(trifluormethyl)-1,3,4-thiadiazol-2-yl]oxy]acetamid - hierin nachstellend als "Flufenacet" bezeichnet - und 4- Amino-6-(1,1-dimethylethyl)-3-(methylthio)-1,2,4-triazin-5(4H)-on - hierin nachstellend als Metribuzin bezeichnet - enthält. Ein Mittel zur pH-Einstellung wird zu der Mischung von Flufenacet und Metribuzin gegeben. Nach der Zugabe eines Mittels zur pH-Einstellung weist die Zusammensetzung eine verbesserte Beständigkeit gegenüber der Hydrolyse und der N-Isomerisierung der aktiven Inhaltsstoffe auf.

Eine trockene Zusammensetzung, welche die aktiven Inhaltsstoffe Flufenacet und Metribuzin und ein Mittel zur pH-Einstellung enthält, kann auf verschiedenartige Weise hergestellt werden. In einer Ausführungsform werden Flufenacet und Metribuzin in einem Mischgefäß, wie einem Bandmischer oder einem hochintensiven Pflugscharmischer, vereinigt. Ein Mittel zur pH-Einstellung wird in das Gefäß gegeben, das die Mischung der aktiven Inhaltsstoffe enthält. Geeignete Mittel zur pH-Einstellung, die in der vorliegenden Erfindung verwendet werden sollen, schließen Citronensäure, Ammonium- und Kaliumsalze der Schwefelsäure und Phosphorsäure, die von Natur aus sauer sind, und Mischungen derselben ein, schließen aber Ammoniumchlorid, Ammoniumcitrat und Dinatriumcitrat aus. Ein bevorzugtes Mittel zur pH-Einstellung ist Citronensäure.

Die Menge des Mittels zur pH-Einstellung, die in der Zusammensetzung vorliegt, ist derartig, dass sie 0,1 bis 10 Gew.-% der Zusammensetzung ausmacht. Der sich ergebende pH der Zusammensetzung beträgt 2,8 bis 5,4.

In einer anderen Ausführungsform wird der pH der Zusammensetzung durch Ansäuern des Metribuzins eingestellt, bevor dasselbe zu der Zusammensetzung gegeben wird. In diesem Ansäuerungsschritt kann das Metribuzin mit einer anorganischen oder organischen Säure behandelt werden. Geeignete anorganische Säuren schließen Schwefelsäure, Salpetersäure, Salzsäure und Phosphorsäure ein. Geeignete organische Säuren schließen Carbonsäuren und Dicarbonsäuren ein. Beispiele von Carbonsäuren, die verwendet werden können, sind aliphatische Säuren, wie Essigsäure und Ameisensäure, oder aromatische Säuren, wie Benzoesäure oder Salicylsäure. Beispiele von Dicarbonsäuren, die verwendet werden können, sind Oxal-, Phthal-, Sebacin- und Adipinsäure.

Die Arbeitsweise zur Ansäuerung des Metribuzins kann das Waschen des Metribuzins in einem Trichter mit anorganischer Säure, wie Phosphorsäure, einschließen. Nach dem Waschen mit der anorganischen oder organischen Säure kann das Metribuzin mit destilliertem Wasser gespült werden. Wenn das Metribuzin mit destilliertem Wasser gespült wird, nachdem es mit der Säure behandelt wurde, wird es vorzugsweise getrocknet, wie z. B. unter Vakuum, bevor es in der Zusammensetzung verwendet wird.

Nach der Ansäuerung wird das Metribuzin mit dem Flufenacet in einem Mischgefäß, wie einem Bandmischer oder einem hochintensiven Pflugscharmischer, vereinigt. Durch die Zugabe eines Mittels zur pH- Einstellung wird der pH der Zusammensetzung weiterhin eingestellt. Die Menge des der Zusammensetzung zugefügten Mittels zur pH-Einstellung kann jedoch geringer sein als die Menge, die der Zusammensetzung zugegeben wird, wenn das Metribuzin nicht angesäuert wird, bevor es der Zusammensetzung zugefügt wird. Die Mischung mit eingestelltem pH wird dann durch verschiedene in der Technik bekannte Trockenverarbeitungstechniken in eine trockene Herbizid-Zusammensetzung von Handelsqualität, wie ein in Wasser dispergierbares Pulver oder ein benetzbares Pulver (WP) oder mehr bevorzugt in ein in Wasser dispergierbares Granulat (WDG oder "trockenes fließfähiges Material") umgewandelt.

Das Stoffmengenverhältnis von Flufenacet zu Metribuzin beträgt 1 : 1 bis 6 : 1. Es wird bevorzugt, dass das in der Mischung der aktiven Inhaltsstoffe verwendete Flufenacet im Vergleich zu Metribuzin in einem Stoffmengenüberschuss vorliegt. Vorzugsweise beträgt das Stoffmengenverhältnis von Flufenacet zu Metribuzin 1,2 : 1 bis 2,5 : 1.

Obwohl die bevorzugte Ausführungsform ein benetzbares Pulver oder eine trockene fließfähige Mischung ist, kann die Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung in andere gebräuchliche Formulierungen umgewandelt werden, wie Emulsionen, Suspensionen, Stäubemittel, Pasten, Suspensions-Emulsionskonzentrate, Tägergranulate, die mit der aktiven Verbindung imprägniert sind, Kapseln in polymeren Gehäusen, Mikroeinkapselungen, trockene Pastillen und Tabletten.

Diese Formulierungen werden unter Verwendung einer beliebigen geeigneten Technik, die in der Fachwelt bekannt ist, hergestellt. Z. B. können die aktiven Verbindungen mit Standard-Formulierungshilfsstoffen, die üblicherweise in Formulierungen für die Landwirtschaft verwendet werden, wie Streckmittel, flüssige Lösungsmittel, feste Träger oder inerte Füllstoffe, oberflächenaktive Mittel, wie Emulgatoren, Benetzungsmittel, Dispergiermittel, Entschäumungsmittel und dergleichen, vermischt werden. Wenn Wasser als Streckmittel in Emulsionen verwendet wird, können auch organische Lösungsmittel als Hilfslösungsmittel verwendet werden. Flüssige Lösungsmittel, die verwendet werden können, schließen die folgenden ein: Aromaten, wie Xylol, Toluol oder Alkylnaphthaline, chlorierte Aromaten oder chlorierte aliphatische Kohlenwasserstoffe, wie Chlorbenzole, Chlorethylene oder Methylenchlorid, aliphatische Kohlenwasserstoffe, wie Cyclohexan oder Paraffine, z. B. Mineralölfraktionen, Alkohole, wie Butanol oder Glycol, sowie deren Ether und Ester, Ketone, wie Aceton, Methylethylketon, Methylisobutylketon oder Cyclohexanon, stark polare Lösungsmittel, die Dimethylformamid und Dimethylsulfoxid sowie Wasser.

Die bevorzugten trockenen Zusammensetzungen der Erfindung können durch jede beliebige gebräuchliche Technik zur Verarbeitung von entweder benetzbaren Pulvern oder in Wasser dispergierbaren Granulaten, die in der Technik bekannt sind, hergestellt werden. Um ein benetzbares Pulver herzustellen, wird die Mischung mit eingestelltem pH mit geeigneten Formulierungshilfsstoffen vermischt und zu einer erforderlichen Teilchengröße gemahlen, die für eine langanhaltende Eigensuspendierbarkeit in Wasser geeignet ist. Um ein in Wasser dispergierbares Granulat oder ein trockenes fließfähiges Material herzustellen, wird die Zusammensetzung mit eingestelltem pH gleichermaßen mit Formulierungshilfsstoffen für geeignete Entmischungs- und Suspensionseigenschaften vermischt. Die Mischung wird dann gemahlen und durch irgendeines einer Vielfalt von Granulierungsverfahren granuliert, einschließlich der Pfannen (Teller)-Granulierung, der Extrusion oder z. B. der Schugi-Verarbeitung. Die Mischungen mit eingestelltem pH würden sich auch für andere Verfahren zur Herstellung trockener Zusammensetzungen eignen, wie Sprühtrocknung, Sprühagglomeration oder Trockenkompaktierung.

Beispiele von Typen fester Träger oder inerter Füllstoffe, die in der Erfindung verwendet werden können, schließen die folgenden ein: gemahlene natürliche Mineralien oder Tone, wie Kaolin, Talkum, Kreide, Quarz, Attapulgit, Dolomit, Montmorillonit, Diatomeenerde und dergleichen, oder gemahlene oder windgesichtete synthetische Mineralien, wie hochdispergiertes Siliciumdioxid, Quarzstaub, Aluminiumoxid und Silicate. Feste inerte Stoffe, die als körnige Träger verwendet werden können, schließen die folgenden ein zerstoßene und fraktionierte natürliche Mineralien, wie Calcit, Marmor, Bimsstein, Sepiolit, Attapulgit, Dolomit und Montmorillonit, sowie verarbeitete organische Materialien, wie Mehlsorten, Sägemehl, Kokosnussschalen, Erdnussschalen, Maiskolben, Tabakstängel und dergleichen, einschließlich synthetischer Materialien und wiederverarbeiteter industrieller Nebenprodukte.

Geeignete oberflächenaktive Mittel oder Mischungen derselben, die verwendet werden können, schließen die folgenden ein: nichtionische und anionische Emulgatoren, Benetzungsmittel und Dispergiermittel; wie Polyethylen-Fettsäureester, Phosphatester, ethoxylierte Alkylphenole, Polyoxyethylen-Fettalkoholether, Alkylarylpolyglycolether, Natrummono- und -dialkylsulfonate, Natriumalkylsulfat, Natriummono- und -dialkylarylsulfonate, sulfonierte Kraft-Lignine, Hydroxyalkylmethylcellulose-Arten, Polyoxyalkyleublockcopolymere, Natrium-α-olefinsulfonat, Alkylnaphthalinsulfonat-Formaldehyd-Kondensat, Alkyldiphenylethersulfonate, Alkyldiphenyloxiddisulfonate, Polycarboxylate, Organosilicon-Blockcopolymere, Derivate der N-Methyl-Fettsäuretauride, Sulfosuccinate, Tristyrylphenole, ethoxylierte Alkylamine, Alkylpolyglucoside, Salze der Dodecylbenzolsulfonsäure und dergleichen, einschließlich der Natrium-, Kalium-, Ammonium- und Aminsalze.

Zusammenfassung: die wesentlichsten Aspekte der vorliegenden Erfindung können wie folgt* zusammengefasst werden:

[A] Eine stabile, trockene Herbizid-Zusammensetzung, umfassend

a) eine Mischung von N-(4-Fluorphenyl)-N-(1-methylethyl)-2-[[5-(trifluormethyl)-1,3,4-thiadiazol- 2-yl]oxy]acetamid {FLUFENACET} und 4-Amino-6-(1,1-dimethylethyl)-3-(methylthio)-1,2,4- triazin-5(4H)-on {METRIBUZIN};

b) 0,1 bis 10 Gew.-% eines Mittels zur pH-Einstellung und

c) einen pH von 2,8 bis 5,4,

wobei das Mittel zur pH-Einstellung aus der Gruppe ausgewählt ist, bestehend aus Citronensäure und Ammonium- und Kaliumsalzen von Schwefelsäure und Phosphorsäure, die von Natur aus sauer sind, und Kombinationen derselben, und wobei in der stabilen, trockenen Herbizid-Zusammensetzung das Vorliegen von Ammoniumchlorid, Ammoniumcitrat und Dinatriumcitrat ausgeschlossen ist.

[B] Ein Verfahren zur Herstellung einer stabilen, trockenen, fließfähigen Zusammensetzung oder einer anderen trockenen Zusammensetzung, umfassend:

a) das Vereinigen von FLUFENACET und METRIBUZIN, um eine Mischung mit aktivem Inhaltsstoff zu bilden, und

b) die Zugabe von 0,1 bis 10 Gew.-% eines Mittels zur pH-Einstellung, wobei die Zusammensetzung einen pH von 2,8 bis 5,4 hat,

wobei das Mittel zur pH-Einstellung aus der Gruppe ausgewählt ist, bestehend aus Citronensäure und Ammonium- und Kaliumsalzen von Schwefelsäure und Phosphorsäure, die von Natur aus sauer sind, und Kombinationen derselben, und wobei in der stabilen, trockenen Herbizid-Zusammensetzung das Vorliegen von Ammoniumchlorid, Ammoniumcitrat und Dinatriumcitrat ausgeschlossen ist.

[C] Ein Verfahren zur Stabilisierung einer trockenen fließfähigen Zusammensetzung, die eine Mischung von FLUFENACET und METRIBUZIN enthält, gegenüber einer Hydrolyse und Isomerisierung von FLUFENACET und METRIBUZIN, umfassend:

a) die Vereinigung von FLUFENACET und METRIBUZIN, um eine Mischung mit aktivem Inhaltsstoff zu bilden, und

b) die Zugabe von 0,1 bis 10 Gew.-% eines Mittels zur pH-Einstellung, wobei die Zusammensetzung einen pH von 2,8 bis 5,4 hat,

wobei das Mittel zur pH-Einstellung aus der Gruppe ausgewählt ist, bestehend aus Citronensäure und Ammonium- und Kaliumsalzen von Schwefelsäure und Phosphorsäure, die von Natur aus sauer sind, und Kombinationen derselben, und

wobei in der stabilen, trockenen Herbizid-Zusammensetzung das Vorliegen von Ammoniumchlorid, Ammoniumcitrat und Dinatriumcitrat ausgeschlossen ist.

Die folgenden Beispiele werden aufgeführt, um verschiedene Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung zum Zwecke der Erläuterung zu zeigen, und nicht um die Ansprüche in irgendeiner Weise einzuschränken. Tatsächlich sind verschiedene Modifikationen der Erfindung durch fortgesetzte Versuche des Fachmanns möglich. Solche Modifikationen sollen in den Bereich der Erfindung fallen.

Beispiele Allgemeine Arbeitsweise

Die in den folgenden Beispielen verwendeten Zusammensetzungen wurden in Mengen hergestellt, die von 25 g bis 150 pounds reichten, indem man zuerst eine Mischung mit eingestelltem pH unter Verwendung von jedem der zwei pH-Einstellungsverfahren, die oben in "Ausführliche Beschreibung der Erfindung" diskutiert wurden, herstellte. Der Ausdruck "Mischung", wie er hierin verwendet wird, bezieht sich auf eine innige Mischung der aktiven Inhaltsstoff-Materialien Flufenacet und Metribuzin (nachstehend als "a.i." bezeichnet), in Kombination mit einem oder mehreren zusätzlichen Inhaltsstoffen, die als inerte Inhaltsstoffe oder Formulierungshilfsmittel bekannt sind, so dass die vermischte Zusammensetzung die notwendige Leistungsfähigkeitseigenschaften hat, um selbst als trockene Herbizid-Zusammensetzung zu wirken, wenn sie durch irgendeine der üblichen Anwendungstechniken aufgetragen wird.

Um das innige Vermischen der Mischungskomponenten zu erleichtern, wurden die einzelnen Bestandteile zuerst in einem Mischgefäß, wie einem Bandmischer oder einem hochintensiven Pflugscharmischer, vermischt, oder wenn die Probe klein war, wurden die Materialien zusammen in einem Polyethylenbeutel mit der Hand hin und her bewegt. Auf dieses grobe Vermischen folgte dann eine Arbeitsweise der Teilchengrößenreduktion, wobei man entweder eine Hammermühle oder eine "Air Mill" (Schlagprallmühle mit angeschlossenem Windsichten) (z. B. vom Ringtyp) oder eine Kombination von Hammermühle und Air Mill verwendete, um zusätzlich zur Bereitstellung eines zusätzlichen Vermischens der Mischung den erwünschten durchschnittlichen Teilchengrößenbereich von etwa 5 bis 10 um zu erreichen. An diesem Punkt war die Mischung ein trockenes Pulver, das die Zusammensetzung und die Eigenschaften eines in Wasser dispergierbaren Pulvers ("benetzbares Pulver" oder WP) aufweist. Die Mischung kann als solche im Handel verwendet werden, oder die Mischung kann weiterhin zu einem in Wasser dispergierbaren Granulat (WDG) granuliert werden. Wenn die Mischung weiterhin zu einem WDG granuliert wird, wird die Mischung als eine Granulierungs-Vormischung ("Premix") bezeichnet.

In den folgenden Beispielen wurden die Zusammensetzungen entweder im WP-Modus (d. h. Vormischungs-Modus) oder WDG-Modus getestet, und in einem Fall wurden sie in beiden Modi getestet. Wenn die Vormischung als WDG hergestellt wurde, wurde sie mit einem Tellermischer, der auch als Granulierteller bezeichnet wird, granuliert. Das Granulierfluid war typischerweise Wasser, es konnte aber auch zusätzliche solubilisierte Formulierungsbestandteile, wie Benetzungsmittel, Emulgatoren oder die Dispergiermittel, die in "Ausführliche Beschreibung der Erfindung" beschrieben wurden, oder Mischungen derselben oder zusätzliche Mittel zur pH-Einstellung enthalten.

Nach der Granulierung tritt das feuchte WDG aus dem Granulierteller aus, worauf es gesammelt und getrocknet wird, vorzugsweise in einem Fließbetttrockner (z. B. Niro-Aeromatic, Inc.). Andere Trocknungsmethoden, wie Plattentrocknung, Vakuumtrocknung oder Ofentrocknung, können verwendet werden, solange das Trocknen sofort durchgeführt wird, nachdem das Produkt aus dem Granulator ausgetreten ist, und die maximal erlaubbare Produkttemperatur nicht überschritten wird. Nach dem Trocknen wird das WDG zu einer gleichmäßigen Korngröße von etwa 10/40 mesh gesiebt. Die Vormischung mit eingestelltem pH ist auch für andere Agglomerierungstechniken, wie Extrusion, Schugi-Verarbeitung, Sprühtrocknung, Sprühagglomeration oder Trockenkompaktierung, geeignet, sobald die richtigen Einstellungen durchgeführt werden, um die Vormischung dem Verfahren anzupassen. Die in den Beispielen gezeigten Rezepturen sind in Gewichtsprozent (Gew.-%; % w/w) ausgedrückt. Assays mit aktivem Inhaltsstoff werden entweder in Form von absoluten Gewichtsprozent (Untersuchungen der Echtzeit-Lagerung) oder von normalisierten Prozent angegeben, wenn die Größe der Messung auf einer Skala von 0% bis 100% angegeben wird, wobei 100% der Referenzpunkt ist, der den maximal erreichbaren Wert darstellt (beschleunigte Stabilitätstests).

Beispiel 1: Aufzeigen der chemischen Instabilität einer Formulierung von Flufenacet- und Metribuzin, wenn dieselbe gelagert und auf 40ºC und 50ºC erwärmt wird.

Eine Formulierung von Flufenacet und Metribuzin, die ein Stoffmengenverhältnis von Flufenacet zu Metribuzin von 4 : 1 aufweist, wurde als WDG auf einem Granulierteller eines Durchmessers von 16" unter Verwendung der oben aufgeführten allgemeinen Arbeitsweise hergestellt. Die Probe wurde aufgeteilt und in zwei Polyethylenbehälter gegeben. Ein Probenbehälter wurde 16 Wochen lang bei einer Temperatur von etwa 40ºC liegen gelassen, und der andere wurde 8 Wochen lang bei etwa 50ºC liegen gelassen. Am Ende der Lagerungszeiten von 8 Wochen und 16 Wochen wurde mit den WDG-Zusammensetzungen eine Hochleistungsflüssigkeitschromatographie-Analyse (nachstehend als "HPLC" bezeichnet) durchgeführt.

Wie in der nachstehenden Tabelle 1 gezeigt wird, erlitten beide Proben nach dem Erwärmen und der Lagerung eine Mengenreduktion an Flufenacet und Metribuzin, verglichen mit der anfänglichen Menge. Die Analyse zeigte, dass die Abnahme an aktivem Inhaltsstoff auf die Hydrolyse des Metribuzins und die Hydrolyse und N-Isomerisierung des Flufenacets zurückzuführen war. Die Tabelle 1 zeigt auch, dass die Abnahme an aktiven Inhaltsstoffen bei 50ºC größer war als bei 40ºC.

Tabelle 1 Lagerstabilität (% A.I.) einer Formulierungsprobe von Flufenacet und Metribuzin (93-100-54)

Dieses Beispiel zeigt die mögliche chemische Zersetzung, die bei Flufenacet/Metribuzin-Mischungen eintreten kann, wenn die Mischungen während einer ausgedehnten Zeitspanne auf 40ºC und 50ºC erwärmt werden. Solche Bedingungen könnten in einer Lagervorrichtung angetroffen werden, in der wahrscheinlich Pestizid-Produkte gelagert werden.

Beispiel 2: Stabilitätsuntersuchung von Flufenacet/Metribuzin-Formulierungen unter Verwendung des beschleunigten Stabilitätstests

Es wurde gefunden, dass die Hydrolyse und N-Isomerisierung der aktiven Inhaltsstoffe (wie oben in der Tabelle 1 gezeigt wurde) auf quantitative Weise simuliert werden konnte, indem man eine Mischung der Inhaltsstoffe während einer Zeitspanne von etwa 16 Stunden auf eine Temperatur von etwa 100ºC bis etwa 110 ºC erwärmte ("der beschleunigte Stabilitätstest").

Etwa 50 g einer Mischung von Flufenacet und Metribuzin wurde in einen 250 ml Rundkolben gegeben, der einen Kaltwasserkühler aufweist. Das Verfahren wurde mit zwei zusätzlichen Proben wiederholt. Die Kolben wurden als FDL 94-103-3U, FDL 94-103-32 und FDL 94-103-33 bezeichnet. Keines der Gemische enthielt ein Mittel zur pH-Einstellung, und der pH der Gemische betrug etwa 5,7 bis etwa 7,0. Die Mischungen von aktivem Inhaltsstoff wurden etwa 16 Stunden lang auf etwa 110ºC erwärmt und dann in ein HPLC-Gerät eingespritzt. Die in der Tabelle 2 gezeigten Ergebnisse zeigen, dass Flufenacet in jeder der Proben in beträchtlichem Maße isomerisierte.

Tabelle 2 Beschleunigter Stabilitätstest von Flufenacet/Metribuzin-Gemischen

1) Morwet D-425 ist ein Natriumnaphthalinsulfonat-Kondensat, das von Witco Corporation, 3200 Brooklin Street. Houston, Texas erhältlich ist.

2) Reax 907 ist ein Natriumlignosulfonat von Westvaco, Chemical Division, P. O. Box 70848, Charleston Heights, South Caliofornia.

3) Wessalon S ist ein synthetisches, ausgefälltes Siliciumdioxid von Degussa Corp., 65 Challenger Road, Ridgefield Park, New Jersey.

4) Zeolex 7A ist ein ausgefälltes Natriumaluminiumsilicat von J. M. Huber Corp.

5) Barden Clay ist ein Kaolinton von Kentucky-Tennessee Clay Co., P. O. Box 1307, Langley, South Carolina.

6) Attaclay ist ein Attapulgit-Ton von Englehard.

Beispiel 3: Beschleunigter Stabilitätstest im Vergleich zur Echtzeit-Lagerung

Um die Ergebnisse des beschleunigten Stabilitätstests mit einer tatsächlichen Lagerungsuntersuchung zu vergleichen, sowie um die optimale Temperatur für den beschleunigten Test zu bestimmen, wurde eine andere Mischung, wie im Beispiel 2 beschrieben wurde, hergestellt und der oben beschriebenen Rundkolben-Arbeitsweise unterzogen. Dieses Mal wurden drei separate Kolben präpariert und 1 bis 3 Tage bei Temperaturen von etwa 60ºC, 80ºC und der Standard-Temperatur von 110ºC gehalten. Gleichzeitig wurde eine fünfwöchige Lagerungsuntersuchung in einem Polyethylenbehälter bei einer Temperatur von 50ºC begonnen. Zu verschiedenen Zeiten während des Verlaufs dieser Tests wurden Proben aus jedem Kolben durch HPLC analysiert. Die Ergebnisse sind graphisch in der Fig. 1 dargestellt. Fig. 1 zeigt, dass jede der Temperaturenkurven (60ºC, 80 ºC oder 110ºC) des beschleunigten Tests sich in 1 bis 3 Tagen der Änderung annähert, die normalerweise in 4 Wochen bei 50ºC eintritt. Es wird gezeigt, dass von diesen Temperaturen 110ºC an wirksamsten ist und Ergebnisse ergibt die denen von 16 bis 24 Stunden gleichwertig sind. Somit ist der beschleunigte 110ºC-Test ein schnelles und zuverlässiges Mittel, um die chemische Stabilität von Flufenacet/Metribuzin-Mischungen über einen speziellen Bereich der Lagerung bei erhöhter Temperatur vorherzusagen.

Beispiel 4: Stabilitätsuntersuchung einer Zusammensetzung, die Flufenacet, säurebehandeltes Metribuzin und ein Mittel zur pH-Einstellung enthält.

Zusammensetzungen, die Flufenacet und Phosphorsäure-behandeltes Metribuzin enthalten, wurden hergestellt und auf die Stabilität bei hohen Temperaturen untersucht.

4.1 Ansäuerung von Metribuzin

Vier unterschiedliche Phosphorsäure-Lösungen (A-D) wurden hergestellt. Die Lösung A enthielt 0,25 g Phosphorsäure und 450 ml destilliertes Wasser. Die Lösung B enthielt 0,50 g Phosphorsäure und 450 ml destilliertes Wasser. Die Lösung C enthielt 1,0 g Phosphorsäure und 450 ml destilliertes Wasser. Die Lösung D enthielt 5,0 g Phosphorsäure und 450 ml destilliertes Wasser.

Zehn 25 g-Proben von Metribuzin wurden hergestellt. Diese Proben wurden mit 92-34-146-1 bis 92-34- 146-8 bezeichnet. Zusätzlich dazu wurden zwei Proben mit 92-34-146-5A und 92-34-146-5B bezeichnet. Jede Probe wurde in einen Trichter gegeben. Etwa 200 ml Phosphorsäure von einer der oben beschriebenen Phosphorsäure- Lösungen (A - D) wurde über das Metribuzin gegossen, wie nachstehend in der Tabelle 3.1 beschrieben wird. Die Zeit, die notwendig war, damit die Metribuzin-Probe von der Lösung durchdrungen wurde, wurde als Lösezeit aufgezeichnet. Nachdem die Phosphorsäure-Lösung die Metribuzin-Probe durchdrungen hatte, wurden die Proben gegebenenfalls mit destilliertem Wasser gewaschen, wie in Tabelle 3.1 gezeigt wird.

Für solche Proben, die gegebenenfalls mit destilliertem Wasser gespült wurden, erfolgte das Spülen etwa 5 Minuten nachdem die Säurelösung angewendet wurde. Nach dem Spülen mit Wasser wurde etwa 15 Minuten lang ein Vakuum beibehalten. Jede Probe wurde dann etwa 21/z Tage unter einem Abzug oder auf einem Papiertuch an der Luft getrocknet.

Tabelle 3.1

4.2 Herstellung von Zusammensetzungen die säurebehandeltes Metribuzin, Flufenacet und ein Mittel zur pH- Einstellung enthalten.

Für jede Probe wurden die folgenden Inhaltsstoffe in Gramm gewogen und in ein Reaktionsgefäß gegeben:

* Morwet D-425 ist ein Natriumnaphthalinsulfonat-Kondensat, das von Witco Corporation, 3200 Brooklin Street. Houston, Texas erhältlich ist.

** Reax 907 ist ein Natriumlignosulfonat, das von Westvaco, Chemical Division, P. O. Box 70848, Charleston Heights, South Caliofornia, erhältlich ist.

*** Wessalon S ist ein synthetisches, amorphes Siliciumdioxid-Hydrat, das von Degussa Corp., 65 Challenger Road, Ridgefield Park, New Jersey erhältlich ist.

**** Citronensäure ist von Haarmann & Reimer Corp., Food Ingredients Division, 1127 Myrtle Street. P. O. Box 932, Elkhart, Indiana erhältlich.

***** Barden Clay ist ein Kaolinton (hydratisiertes Aluminiumsilicat), der von Kentucky-Tennessee Clay Co., P. O. Box 1307, Langley, South Carolina erhältlich ist.

Etwa 17,04 g der Vormischiung wurden in einen Kolben gegeben. Zu dieser Vormischung wurden 2,96 g der in Tabelle 3.1 beschriebenen säurebehandelten Proben von Metribuzin gegeben. Jede Probe enthielt die folgenden Inhaltsstoffe:

* 4-25-0070% A. I. 94,5 (KC Tech, Flockenkomposit)

** verschiedene 93,5 (säuregewaschenes techn. Metribuzin)

Der pH jeder der Proben wurde dann getestet:

4.3 Stabilität der Proben bei 110ºC

Mit jeder der obigen Proben wurde ein beschleunigter Stabilitätstest durchgeführt. Der beschleunigte Stabilitätstest umfasste das 24stündige Erwärmen jeder Probe auf eine Temperatur von 110ºC. Die Proben wurden dann einer HPLC unterzogen. Die Ergebnisse sind nachstellend in der Tabelle 3.2 aufgeführt.

Tabelle 3.2: Beschleunigter Stabilitätstest (110ºC) für eine trockene, fließfähige Metribuzin/Flufenacet-Mischung

(1) Alle Proben waren eine Vormischung; (2) Flufenacet-Hydrolyseprodukt; (3) Metribuzin-Hydrolyseprodukt.

Die Ergebnisse der Tabelle 3.2 zeigen, dass die Zusammensetzungen, die gemäß diesem Beispiel unter Verwendung von säurebehandeltem Metribuzin hergestellt wurden, eine verbesserte Stabilität gegenüber einer Hydrolyse und N-Isomerisierung aufweisen, verglichen mit den Zusammensetzungen, die in den Beispielen 1 und 2 untersucht wurden.

Beispiel 5: Auswirkung verschiedener Citronensäure-Gehalte auf den pH und die chemische Stabilität von Mischungen von Flufenacet und Metribuzin.

Eine Reihe von Granulierungs-Vormischungen wurde hergestellt, indem man die einzelnen Inhaltsstoffe zusammen in einem Poly Bag vermischte und sie anschließend zweimal in der Hammermühle zerkleinerte, um die Teilchengröße zu reduzieren. In dieser Reihe wurde Citronensäure als Mittel zur pH-Einstellung verwendet. Jede Probe wurde in einem 250 ml Rundkolben gegeben (als mit 23, 24, 25, 30, 35A und 35B bezeichnet) und dem beschleunigten Stabilitätstest unterzogen, dann durch HPLC analysiert. Die Ergebnisse sind nachstehend in der Tabelle 4 aufgeführt.

Tabelle 4 Auswirkung von Citronensäure auf die chemische Stabilität von Mischungen von Flufenacet und Metribuzin

nd = nicht nachgewiesen

Beispiel 6: Die Auswirkung der Mittel zur pH-Einstellung auf die chemische Stabilität von Mischungen von Flufenacet und Metribuzin.

Eine Reihe von Mischungen - jeweils 25 g -, die denen ähnlich sind, welche in den vorhergehenden Beispielen beschrieben wurden, wurden durch Vermischen der Bestandteile im Beutel und anschließendes zweifaches Mahlen mit der Hammermühle hergestellt. Zusätzliche Inhaltsstoffe zur pH-Steuerung wurden mit Mischungen von Flufenacet und Metribuzin getestet. Die gemeinsame Eigenschaft dieser Salze von organischen und anorganischen Säuren besteht darin, dass sie alle - wenn sie solubilisiert sind - einen sauren pH im Bereich von 4 bis 5 haben. Die Mischungen wurden jeweils in einen 250 ml Rundkolben gegeben (mit 94-103-36C und 95- 100-10-A1, -A2, -B, -C und -D bezeichnet) und einem beschleunigten Stabilitätstest und danach einer HPLC- Analyse unterzogen. Die m der nachstehenden Tabelle 5 aufgeführten Ergebnisse zeigen, dass eine signifikante Unterdrückung der Flufenacet-Isomerisierung mit Ammoniumsulfat, Ammoniumdihydrogenphosphat und Kaliumdihydrogenphosphat erreicht wurde.

Tabelle 5: Auswirkung verschiedener Mittel zur pH-Einstellung auf die chemische Stabilität von Metribuzin/Flufenacet-Mischungen

1) Tamol SN ist ein Natriumnaphathalinsulfonat-Formaldehyl-Kondensat von Rohm & Haas.

Beispiel 7: Auswirkung verschiedener Gehalte an Ammoniumsulfat und Citronensäure auf die Stabilität von Mischungen von Flufenacet und Metribuzin

Eine Reihe von Mischungen von Flufenacet und Metribuzin wurde hergestellt, in denen unterschiedliche Gehalte an Ammoniumsulfat und Citronensäure (die Mittel zur pH-Einstellung) in Kombination mit der Einführung alternativer Tensid-Materialien untersucht wurden. Jede Mischung wurde im Beutel vermischt und durch eine Raymond-Hammermühle gemahlen (derartige Proben wurden mit 94-103-42, -43, -44, -45; 95-100-19-A, -B, -C, -D und 95-100-21-A und -B bezeichnet). Die sich ergebenden Pulver - auch als Granulierungsvormischungen bekannt - wurden als solche auf die Stabilität des aktiven Inhaltsstoffs (a.i.) durch den beschleunigten Stabilitätstest (16stündiges Erwärmen auf 110ºC) getestet, außer zwei Proben, die einer Tellergranulierung auf einer 10"-Scheibe zu trockenen, fließfähigen Teilchen unterzogen wurden (Proben 44 und 45 in der nachstehenden Tabelle 6). Dies diente dazu, die Zuführung der darin eingeschlossenen flüssigen Tenside, nämlich Agrimul 2067 und DowFax C10- L, durch Einfügen in das Granulierfluid (d. h. Tensid und Wasser) zu erleichtern. Diese letzteren zwei Proben wurden dann - nach dem Trocknen in einem Fließbetttrockner unter Verwendung von Luft von 60ºC zu einen abschließenden Feuchtigkeitsgehalt von etwa 1% - auf die gleiche Weise durch den beschleunigten Stabilitätstest auf die a.i.-Stabilität getestet. Die in der Tabelle 6 aufgeführten Ergebnisse zeigen einen signifikanten a.i. - stabilisierenden Effekt über einen breiten Bereich von Mitteln zur pH-Einstellung.

Tabelle 6: Auswirkung verschiedener Gehalte an Ammoniumsulfat auf die Stabilität von Flufenacet/Metribuzin-Mischungen

1) Rhodacal DSB-85 ist ein Alkyldiphenyloxiddisulfonat von Rhone-Poulenc

2) Agrimul 2067 ist ein Alkylpolyglucosid von Henkel Corp.

3) DowFax C-10-L ist ein Alkyldiphenyloxiddisulfonat von Dow Chemical Co.

Beispiel 8: Stabilität von Zusammensetzungen, die Flufenacet, HCl-behandeltes Metribuzin und ein Mittel zur pH-Einstellung enthalten.

In dieser Ausführungsform wurde Salzsäure (HCl) und nicht Phosphorsäure (H&sub3;PO&sub4;) verwendet, um das Metribuzin vor seiner Verwendung in Mischungen mit Flufenacet anzusäuern. Zwei 100 g-Proben von Metribuzin wurden mit konzentrierter HCl behandelt, indem mau jede Probe in 400 ml Wasser aufschlämmte und fortlaufend HCl eintitrierte, während der pH gemessen wurde. Der pH der Metribuzin-Aufschlämmung oder -Dispersion nahm ab, wenn die Milliäquivalente ("meq") an zugefügtem HCl zunahmen, und zwar wie folgt:

Die Aufschlämmungen wurden dann durch ein Nutschenfilter vom Büchnertyp filtriert. Sobald die Feststoffe auf dem Trichter gesammelt waren, wurde Probe A weiterhin mit verdünntem HCl gespült. Gleichermaßen wurden die Feststoffe der Probe B auch mit verdünntem HCl behandelt, während sie sich im Trichter befanden, zusätzlich dazu erhielten sie aber eine abschließende Spülung mit reinem Wasser. Die sich ergebenden Metribuzin-Feststoffe wurden dann vom Filter entfernt und in einem Laborabzug an der Luft getrocknet. Sobald sie trocken waren (Feuchtigkeit von etwa 1%) wurden die mit HCl gewaschenen Metribuzin- Proben mit tragenden Formulierungsinhaltsstoffen vermischt, um eine Reihe von Zusammensetzungen zu erzeugen, die Ammoniumsulfat und/oder Citronensäure als Mittel zur pH-Einstellung enthalten. In einer Probe (siehe Nr. 17 in der Tabelle 8), in welcher Citronensäure das einzige Mittel zur pH-Einstellung ist, wird die Menge derselben nahezu auf Null reduziert, um die schwachsaure Umgebung beizubehalten, welche von Flufenacet begünstigt wird. Zum Vergleich mit einer ähnlichen Mischung, bei der Standard (nicht säurebehandeltes)-Metribuzin verwendet wird, ist Probe Nr. 35B (Kontrolle) vom Beispiel Nr. 5 eingeschlossen. Die Proben - jeweils 25 g - wurden dann in einer TecMar-Mikromühle gemahlen, um die Teilchengröße zu reduzieren [als 95-100-13, -14, -15, -16 und -17 bezeichnet], und als Pulver oder als Granulierungsvormischungen durch den beschleunigten Stabilitätstest (110ºC/24 h) getestet. Die Ergebnisse dieser Reihe sind nachstehend in der Tabelle 7 angegeben.

Tabelle 7: Verwendung von HCl-behandeltem Metribuzin in Flufenacet/Metribuzin-Mischungen

Beispiel 9: Verwendung verschiedener Tenside in stabilen Zusammensetzungen, die Flufenacet, Phosphorsäure-behandeltes Metribuzin und ein Mittel zur pH-Einstellung enthalten.

In dieser Ausführungsform wird das Metribuzin-Säurewaschverfahren ausgenutzt, um ein sekundäres Tensid zuzufügen, wobei sich schließlich ergibt, dass das Tensid Teil der fertigen Flufenacet/Metribuzin-Mischung geworden ist. Die folgende Arbeitsweise wurde mit der Absicht durchgeführt, dass diese Arbeitsweise gleichzeitig mit einem Metribuzin-Säurebehandlungsverfahren im Produktsmaßstab eingefügt werden könnte oder unmittelbar nach demselben. Die Verwendung dieser Arbeitsweise vereinfacht die Zugabe flüssiger Tenside, deren Anwendung ansonsten in einem herkömmlichen Tellergranulierungsverfahren mühsamer wäre. Weiterhin ergibt das direkte Zufügen des Tensids zum aktiven Inhaltsstoff eine wirksamere Verwendung des Tensids, und zwar dahingehend, dass eine relativ geringe Menge des Tensids dort platziert wird, wo es sich wahrscheinlich am vorteilhaftesten auswirkt. In ein Becherglas, das 300 ml Wasser enthält, wurden 75 g eines vorher mit Phosphorsäure behandelten Metribuzins gegeben. Nachdem durch Rühren eine Aufschlämmung gebildet worden war, wurden 9 g des Test- Tensids zugefügt, und die Mischung wurde 15 Minuten lang gerührt und dann im Vakuum filtriert. Die Feststoffe in dem Filter werden absichtlich nicht zu stark abgesaugt, so dass die Feststoffe eine ausgiebige flüssige Beschichtung zurückhalten können (welche Tensid enthält).

In diesen Beispielen wurde der Filterkuchen bis zu einem Feuchtigkeitsgehalt von etwa 15% abgesaugt, woraus die theoretische Tensid-Beladung in dem Filterkuchen berechnet werden kann. Das feuchte, tensidbehandelte, mit Säure gewaschene Metribuzin auf dem Filter wurde dann entfernt und in einem Laborabzug an der Luft getrocknet. Das Ergebnis ist ein freifließendes, pulverförmiges, technisches Material, das gründlich mit Tensid beschichtet ist. Das "wieder gewaschene", tensidbeschichtete, säurebehandelte Metribuzin wurde dann mit Formulierungshilfsstoffen, technischem Flufenacet und einem Mittel zur pH-Einstellung vereinigt, um eine Mischung zu bilden, die dann zweimal durch eine Raymond-Hammermühle geschickt wurde, um eine Granulierungsvormischung zu bilden. Die Umwandlung m eine trockenes, fließfähiges Material wurde auf einer 10" Tablettierscheibe durchgeführt, worauf sich ein Trocknen in einem Fließbetttrockner anschloss. Dieses Verfahren wurde mit 11 Proben wiederholt, von denen eine Kontrolle war, bei der nicht erneut gewaschenes, säurebehandeltes Metribuzin (kerne Tensidschicht) verwendet wurde. Da das Augenmerk dieses durchgeführten Versuchs darauf gelegt wurde, alternative Tensidkandidaten in einer bekannten stabilen Umgebung zu screenen, wurde ein Mittel zur pH-Einstellung (Citronensäure) verwendet, um eine robuste saure Umgebung bereitzustellen, die für die Matrix des aktiven Inhaltsstoffs vorteilhaft ist. Die fertigen trockenen, fließfähigen Proben [als 95-100- 51B bis -51L bezeichnet] wurden nach achtwöchiger Lagerung bei einer konstanten Temperatur von 25ºC (Assay- Referenzpunkt), 40ºC und 50ºC getestet. Die Ergebnisse sind nachstehend in der Tabelle 8 aufgeführt.

Tabelle 8: Stabilität von trockenen, fließfähigen Flufenacet- und säurebehandelten Metribuzin-Materialien, die alternative Tenside enthalten.
Tabelle 8: (Fortsetzung): Stabilität von trockenen, fließfähigen Flufenacet- und säurebehandelten Metribuzin-Materialien, die alternative Tenside enthalten.

1 T-Det N-6 ist ein ethoxyliertes Alkylphenol von Harcros Chemicals, Inc.

2 T-Det N-9.5 ist ein ethoxyliertes Alkylphenol von Harcros Chemicals, Inc.

3 Soprophor 413382 ist ein ethoxyliertes Tristyrylphenol von Rhone-Poulenc

4 Silwet 806 ist ein Siliconpolyether-Copolymer von OSI Specialties, Inc.

5 Pluraflo L1060 ist ein alkoxyliertes Blockcopolymer von BASF

6 K-752 ist ein Natriumpolyacrylat B. F. Goodrich

7 Soprophor FLK ist ein ethoxyliertes Tristyrylphenol von Rhone-Poulenc

8 Ethomeen/15 ist ein ethoxyliertes Alkylamin von AKZO Nobel Chemicals, Inc.

9 Rhodafac RE-610 ist ein ethoxylierter Phosphatester von Rhone-Poulenc

10 Tergitol 15-S-3 ist ein ethoxylierter sekundärer Alkohol von Union Carbide

Beispiel 10: Stabile Formulierung von Flufenacet, Metribuzin und einem Mittel zur pH-Einstellung in Form eines benetzbaren Pulvers und eines trockenen, fließfähigen Materials

Dieses Beispiel erläutert, dass, wenn ein Mittel zur pH-Einstellung zu einer Mischung von Flufenacet und Metribuzin gegeben wird, die sich ergebende Mischung sowohl in Pulverform als auch in Granulatform stabil ist, so dass es ermöglicht wird, das gleiche Verfahren der pH-Einstellung sowohl für landwirtschaftlich annehmbare, benetzbare Pulver als auch für trockene, fließfähige Materialien, die Flufenacet und Metribuzin enthalten, zu verwenden. Eine Mischung wurde hergestellt, die 54,5% Flufenacet, 13,7% Metribuzin, 7,2% Morwet D-425, 3,3% Reax 907, 4% Wessalon S (synthetisches, amorphes Siliciumdioxid), 2% Zeolex 7A (Natriumaluminiumsilicat), 1,5% Citronensäure und 10% Kaolinton enthält. Die kombinierten Inhaltsstoffe wurden in einem Polyethylenbeutel mit der Hand vermischt, dann einem Mahlen mit der Hammermühle (ein Schritt) in einer Raymond-Hammermühle unterzogen, anschließend einem Mahlen in einer 4" Air Mill unterzogen. Die Mischung wird an diesem Punkt technisch als Granulierungsvormischung angesehen, d. h. ein Pulver, welches im Begriff ist, sich durch ein Teller-Granulierungsverfahren oder ein anderes geeignetes Granulierungs- oder Trockenkompaktierungsverfahren einer Umwandlung in eine körnige Form zu unterziehen. An diesem Punkt weist die Vormischung aber auch alle notwendigen Formulierungsbestandteile und Eigenschaften auf, um auch in geeigneter Weise als kommerzielles in Wasser dispergierbares Pulver zu fungieren, und daher kann es auch als benetzbares Pulver angesehen werden. In diesem Beispiel wurde ein Teil der Vormischung/benetzbares Pulver von Flufenacet und Metribuzin für einen Test als Pulver beiseite gelegt, und ein Teil wurde auch durch ein Teller-Granulierungsverfahren mit einem 16" Teller zu einem trockenen, fließfähigen Material granuliert, um die äquivalente, in Wasser dispergierbare körnige Form bereitzustellen. Mit beiden Formen führte man dann den beschleunigten Stabilitätstest bei 110ºC durch, dessen Ergebnisse nachstellend in der Tabelle 9 aufgeführt sind.

Tabelle 9 Die chemische Stabilität von Flufenacet und Metribuzin - die ein Mittel zur pH-Einstellung enthalten - in Form eines benetzbaren Pulvers (Vormischung) oder als trockenes, fließfähiges Material (Versuche auf 100% normalisiert)

1) "Diketo-Metribuzin" = Metribuzin-Hydrolyseprodukt

Beispiel 11: Alternative Methode der Anwendung eines Mittels zur pH-Einstellung oder von Tensiden, um eine stabile, trockene, fließfähige Flufenacet/Metribuzin-Formulierung herzustellen.

In diesem Beispiel werden die Tenside und/oder das Mittel zur pH-Einstellung - vollständig oder teilweise durch das Granulierungsfluid während der Teller-Granulierung zu der Formulierung gegeben. Dies unterscheidet sich von dem herkömmlichen Verfahren der Zugabe der Inhaltsstoffe in ihrem unverdünnten, üblicherweise trockenen Zustand zu der trockenen Vormischung während der Herstellung und Granulierung mit Wasser oder einem ähnlichen Bindungsfluid. In diesen Beispielen, welche den alternativen Weg aufzeigen, wurden die ausgewählten Additive zuerst in dem Granulierungsfluid (Wasser) zu einer Konzentration zwischen 2% und 13% gelöst, dann auf eine vorhergehend hergestellte Vormischung gesprüht, die Flufenacet, Metribuzin und die Formulierungshilfsstoffe enthält. Die Konzentration der ausgewählten Additive in dem Spray wird auf der Basis der Rolle des Inhaltsstoffs in der abschließenden Formulierung und seiner erwünschten Konzentration in der abschließenden Formulierung ausgewählt. Z. B. überträgt eine 6,2%ige Citronensäure-Lösung, die zu einem Korn- Feuchtigkeitsgehalt von 13,5% aufgesprüht wurde, etwa 1,0% Citronensäure auf die fertige, getrocknete, trockene, fließfähige Formulierung. Nach der Herstellung in dem 16" Teller-Granulator und dem Trocknen im Fließbetttrockner wurden die Proben dieser Beispiele einer beschleunigten Lagerung bei erhöhter Temperatur unterzogen. Die Proben wurden als FDL95-100-53 und FDL95-100-54 bezeichnet. Die Ergebnisse sind nachstehend in der Tabelle 10 aufgeführt.

Tabelle 10 Die Stabilität von trockenen, fließfähigen Flufenacet/Metribuzin-Mischungen, die ein aufgesprühtes Mittel zur pH- Einstellung und ein aufgesprühtes Tensid (aufgesprühte Tenside) enthalten.
Tabelle 10 (Fortsetzung)

¹ T-Det N-6 ist ein ethoxyliertes Alkylphenol von Harcros. Inc.

Beispiel 12: Stabile, trockene, fließfähige Formulierung, die ein abgeändertes Flufenacet/Metribuzin-Verhältnis aufweist und ein Mittel zur pH-Einstellung enthält.

In diesem Beispiel wird das Stoffmengenverhältnis von Flufenacet zu Metribuzin von 4 : 1 bis 2 : 1 variiert. Eine Abänderung des Stoffmengenverhältnisses ermöglicht die Verwendung der Formulierung für andere Feldfrüchte mit speziellen Dosierungsanforderungen und zeigt auch, dass das gleiche Prinzip der pH-Einstellung bei mehr als einem Verhältnis der aktiven Inhaltsstoffe wirksam ist. In diesem Beispiel wurde eine Formulierung mit insgesamt 60% a.i. hergestellt, indem man eine trockene Vormischung herstellte, die 40,1% Flufenacet, 20,1 % Metribuzin, 5,0% Morwet D-425, 8,0% Reax 907, 4,0% Wessalon S, 2,0% Zeolex 7A, 1,5% Citronensäure und 16,0% Barden Clay enthielt. Diese unterscheidet sich von den vorhergehenden Beispielen, in denen eine Einheit von insgesamt 68% a.i. (etwa 54,4% Flufenacet, 13,6% Metribuzin) zusammengefügt wurde. Die trockene Vormischung wurde unter Verwendung der allgemeinen Arbeitsweise des einmaligen Mahlens mit der Hammermühle und des anschließenden Mahlens in einer 4" Air Mill hergestellt. Die Vormischung wurde dann in einem 16" Tellergranulator granuliert und dann in einem Fließbetttrockner getrocknet. Das fertige, getrocknete, trockene, fließfähige Material (mit der Bezeichnung FDL95-100-42), das einen pH von 3,81 bat, wurde dann einer beschleunigten Lagerung unter erhöhter Temperatur unterzogen, wie in der Tabelle 11 gezeigt wird.

Tabelle 11 Stabilität eines trockenen, fließfähigen Materials, das ein Verhältnis von Flufenacet zu Metribuzin von 2 : 1 hat und ein Mittel zur pH-Einstellung enthält, nach einer Lagerung bei erhöhter Temperatur.

Beispiel 13: Langzeitlagerungsstabilität von trockenem, fließfähigen Flufenacet/Metribuzin, das ein Mittel zur pH-Einstellung enthält.

In diesem Beispiel wird gezeigt, dass eine trockene, fließfähige Formulierung von Flufenacet und Metribuzin, bei der eine pH-Einstellung mittels Citronensäure vorgenommen wurde, eine Langzeitstabilität von wenigstens einem Jahr aufweist. Zuerst wurde eine mikronisierte Vormischung hergestellt, indem man 54,4% Flufenacet, 13,6% Metribuzin, 3,3% Reax 907, 7,2% Morwet D-425, 4,0% Wessalon S, 2,0% Zeolex 7A, 1,3% Citronensäure und 15,2% Barden Clay in einem Hochintensitäts-Pflugscharmischer (Littleford Bros., Inc., Florence, Ky) vermischte, anschließend ein Mahlen in einer Air Mill mit 18"-Ring durchführte. Die Vormischung wurde dann in einem Bandmischer (Day Mixing Co., Cincinnati, Ohio) zu einem gleichmäßigen Zustand vermischt und dann in einem Teller-Granulator eines Durchmessers von 3¹/&sub2; Fuß mit Wasser granuliert und in einem horizontalen Fließbetttrockner getrocknet. Das sich ergebende trockene, fließfähige Material hatte einen pH von 3,48. Repräsentative Proben wurden entnommen und bei vier unterschiedlichen Temperaturbedingungen, einschließlich einer bei Umgebungsraumtemperatur (RT), während einer Zeitspanne von 1 Jahr gelagert. Die Ergebnisse der Lagerung sind nachstellend in der Tabelle 12 aufgeführt.

Tabelle 12 Langzeitstabilität von trockenem, fließfähigen Flufenacet/Metribuzin, das ein Mittel zur pH-Einstellung enthält.


Anspruch[de]

1. Stabile, trockene Herbizid-Zusammensetzung, umfassend

a) eine Mischung von N-(4-Fluorphenyl)-N-(1-methylethyl)-2-[[5-(trifluormethyl)-1,3,4-thiadiazol- 2-yl]oxy]acetamid {FLUFENACET} und 4-Amino-6-(1,1-dimethylethyl)-3-(methylthio)-1,2,4- triazin-5(4H)-on {METRIBUZIN};

b) 0,1 bis 10 Gew.-% eines Mittels zur pH-Einstellung und

c) einen pH von 2,8 bis 5,4,

wobei das Mittel zur pH-Einstellung aus der Gruppe ausgewählt ist, bestehend aus Citronensäure und Ammonium- und Kaliumsalzen von Schwefelsäure und Phosphorsäure, die von Natur aus sauer sind, und Kombinationen derselben, und

wobei in der stabilen, trockenen Herbizid-Zusammensetzung das Vorliegen von Ammoniumchlorid, Ammoniumcitrat und Dinatriumcitrat ausgeschlossen ist.

2. Zusammensetzung gemäß Anspruch 1, in der das Stoffmengenverhältnis von METRIBUZIN zu FLUFENACET 1 : 1 bis 1 : 6 ist.

3. Zusammensetzung gemäß Anspruch 1, in der METRIBUZIN mit einer Säure behandelt wurde.

4. Zusammensetzung gemäß Anspruch 3, in der die Säure aus der Gruppe ausgewählt ist, bestehend aus Schwefelsäure, Salpetersäure, Salzsäure, Phosphorsäure, einer Carbonsäure und einer Dicarbonsäure.

5. Verfahren zur Herstellung einer stabilen, trockenen, fließfähigen Zusammensetzung oder einer anderen trockenen Zusammensetzung, umfassend:

a) das Vereinigen von FLUFENACET und METRIBUZIN, um eine Mischung mit aktivem Inhaltsstoff zu bilden, und

b) die Zugabe von 0,1 bis 10 Gew.-% eines Mittels zur pH-Einstellung, wobei die Zusammensetzung einen pH von 2,8 bis 5,4 hat,

wobei das Mittel zur pH-Einstellung aus der Gruppe ausgewählt ist, bestehend aus Citronensäure und Ammonium- und Kaliumsalzen von Schwefelsäure und Phosphorsäure, die von Natur aus sauer sind, und Kombinationen derselben, und

wobei in der stabilen, trockenen Herbizid-Zusammensetzung das Vorliegen von Ammoniumchlorid, Ammoniumcitrat und Dinatriumcitrat ausgeschlossen ist.

6. Verfahren gemäß Anspruch 5, das weiterhin den Schritt der Behandlung von METRIBUZIN mit einer Säure umfasst, bevor das FLUFENACET mit dem METRIBUZIN vereinigt wird.

7. Verfahren gemäß Anspruch 6, in dem die Säure aus der Gruppe ausgewählt ist, bestehend aus Schwefelsäure, Salpetersäure, Salzsäure, Phosphorsäure, einer Carbonsäure und einer Dicarbonsäure.

8. Verfahren zur Stabilisierung einer trockenen fließfähigen Zusammensetzung, die eine Mischung von FLUFENACET und METRIBUZIN enthält, gegenüber einer Hydrolyse und Isomerisierung von FLUFENACET und METRIBUZIN, umfassend:

a) die Vereinigung von FLUFENACET und METRIBUZIN, um eine Mischung mit aktivem Inhaltsstoff zu bilden, und

b) die Zugabe von 0,1 bis 10 Gew.-% eines Mittels zur pH-Einstellung, wobei die Zusammensetzung einen pH von 2,8 bis 5,4 hat,

wobei das Mittel zur pH-Einstellung aus der Gruppe ausgewählt ist, bestehend aus Citronensäure und Ammonium- und Kaliumsalzen Schwefelsäure und Phosphorsäure, die von Natur aus sauer sind, und Kombinationen derselben, und

wobei in der stabilen, trockenen Herbizid-Zusammensetzung das Vorliegen von Ammoniumchlorid, Ammoniumcitrat und Dinatriumcitrat ausgeschlossen ist.

9. Verfahren gemäß Anspruch 8, das weiterhin den Schritt der Behandlung von METRIBUZIN mit einer Säure umfasst, bevor das FLUFENACET mit dem METRIBUZIN vereinigt wird.

10. Verfahren gemäß Anspruch 9, in dem die Säure Schwefelsäure, Salpetersäure, Salzsäure, Phosphorsäure, eine Carbonsäure oder eine Dicarbonsäure ist.







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