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Dokumentenidentifikation DE10106241C2 18.06.2003
Titel Vorrichtung zur Entnahme von Flüssigkeitsproben aus wasserführenden Gerinnen
Anmelder Oetjengerdes-Zetel Klärtechnik GmbH & Co. KG, 26340 Zetel, DE
Erfinder Röben, Uwe, 26340 Zetel, DE
Vertreter Eisenführ, Speiser & Partner, 28195 Bremen
DE-Anmeldedatum 10.02.2001
DE-Aktenzeichen 10106241
Offenlegungstag 22.08.2002
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 18.06.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.06.2003
IPC-Hauptklasse G01N 1/20
IPC-Nebenklasse G01N 1/10   E03F 5/02   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Entnahme von Flüssigkeitsproben aus wasserführenden Gerinnen, insbesondere aus solchen Gerinnen, wie sie in Schachtunterteilen von Abwasser-Revisionsschächten vorliegen.

Das Abwasser insbesondere gewerblicher Einleiter wird routinemäßig auf die darin enthaltene Schadstofffracht untersucht. Zu diesem Zweck werden dem Abwasser zu vorgewählten Zeitpunkten Proben entnommen. Um die Probenahme zu vereinfachen, sind die zum öffentlichen Kanalisationsnetz führenden Abwasserkanäle mit Revisionsschächten ausgestattet, die einen direkten Zugang zum Abwasser gestatten. In den Schachtunterteilen solcher Revisionsschächte fließt das Abwasser durch ein Gerinne, aus dem Proben entnommen werden können. Die Abwasserproben werden anschließend vor Ort oder in einem dazu ausgerüsteten Labor weiter untersucht.

Insbesondere bei gewerblichen Abwassereinleitern wird die Probenahme häufig in kurzen Abständen von wenigen Stunden wiederholt, um auf diese Weise die durchschnittlichen Eigenschaften des eingeleiteten Abwassers bestimmen zu können. Zu diesem Zweck werden häufig Pumpen installiert, die über einen lose in das Gerinne gehängten oder gelegten Schlauch zu vorgewählten Zeitpunkten Abwasserproben abpumpen können.

Dieses Verfahren weist jedoch eine Reihe von Nachteilen auf. Insbesondere bei niedrigen Wasserständen kommt es häufig vor, dass durch den Schlauch Luft statt Abwasser eingesaugt wird. Insbesondere dann, wenn der Schlauch ins Gerinne eingelegt wird, kommt es häufig in Strömungsrichtung vor dem Schlauch zu einer Sedimentation, so dass die eingesaugten Abwasserproben verfälscht sein können. Da die Probenahmepumpen zumeist lediglich durch einen Zeitgeber gesteuert werden, wird häufig gerade zu einem solchen Zeitpunkt versucht, eine Abwasserprobe zu nehmen, zu dem im Gerinne wenig oder kein Abwasser vorhanden ist, während an den wasserführenden Zeiträumen zwischen den festgelegten Probenahmezeitpunkten keine Probenahme erfolgt.

Aus der DE 42 14 113 C2 ist ein Abwasserkanalschacht mit Einrichtungen zur Abwasserprobenentnahme bekannt. Diese umfasst eine Aussparung im Gerinne, die durch eine Lochplatte vom übrigen Gerinne getrennt ist. In der Aussparung können Probenahmesonden befestigt werden, ohne den Abwasserfluss im Gerinne zu beeinträchtigen. Nachteilig ist jedoch, dass zum Ermöglichen von Probenahmen bereits beim Bau des Abwasserschachtes eine entsprechende Aussparung vorgesehen werden muss. Bei herkömmlichen Revisionsschächten ist eine solche Ausnehmung jedoch größtenteils nicht vorgesehen, so dass für eine nachträgliche Umrüstung ein aufwendiger und kostenintensiver Umbau erforderlich wäre.

Zur Probenahme sind auch Durchflusskammern wie in der US 5,341,690 vorgeschlagen worden. In einer solchen Durchflusskammer wird Abwasser über ein Hindernis geführt, hinter dem eine Probenahmelanze angeordnet ist. Hieran ist jedoch nachteilig, dass das Abwasser überhaupt zunächst ein Hindernis überwinden muss. Bei kleinen Abwasserströmen ist zudem nicht sichergestellt, dass die Probenahmelanze mit Abwasser in Berührung kommt.

Weitere Vorrichtungen, wie beispielsweise aus der DE 40 37 019 A1 und der DE 295 14 173 U1 bekannt, sehen vor, einen Probenahmebehälter im Abwasserstrom anzuordnen, um in diesem eine Abwasserprobe aufzufangen. Solche Vorrichtungen ermöglichen jedoch keine kontinuierliche Probenahme.

Die Probenahme durch Sonden wird häufig dadurch gestört, dass das zu beprobende Abwasser feste Bestandteile mit sich führt. Diese festen Bestandteile können eine Sondenöffnung verstopfen. Die GB 2 300 620 A sieht zur Abhilfe vor, eine wasserdurchlässige Trennschicht zwischen der Sonde und dem zu beprobenden Abwasser anzuordnen und zwischen den jeweiligen Probenahmen Gas durch die Trennschicht zu leiten, um an dieser angeheftete Bestandteile abzulösen. Ein solches Vorgehen ist jedoch aufwendig und setzt das Vorhandensein einer Gasquelle voraus. Darüber hinaus verhindert diese Lösung eine kontinuierliche Probenahme.

Aus der US 5,186,052 ist ein Siphon mit einer Probenahmelanze bekannt. Das Siphon umfasst eine Auffangschale und eine Überlaufleitung. In die Auffangschale kann eine Probenahmelanze eingelegt werden. Die eingangs beschriebenen Nachteile treffen auch auf diese Vorrichtung zu.

Für spezielle Anwendungen, beispielsweise zum Bestimmen flüchtiger Stoffe in einer Flüssigkeit oder zum Beproben des sich im Inneren einer Rohrleitung ablagernden Schmutzes sind jeweils spezielle Vorrichtungen vorgeschlagen worden, beispielsweise in der DE 40 07 064 A1 und der GB 2 291 403 A. Diese Vorrichtungen sind jedoch nicht zur Entnahme von Flüssigkeitsproben allgemein geeignet.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es, eine Vorrichtung anzugeben, mit der die oben beschriebenen Nachteile gemildert oder beseitigt werden. Insbesondere sollte die Vorrichtung leicht zu transportieren und gegen Verstopfung durch Feststoffe gesichert sein.

Diese Aufgabe wird durch eine Vorrichtung nach Anspruch 1 gelöst.

Indem die Probenahmelanze so ausgerichtet im Gerinne gesichert wird, dass sich der Randabschnitt der Ansaugöffnung im Wesentlichen parallel zum Flüssigkeitsspiegel erstreckt, wird auf vorteilhaft einfache Weise erreicht, dass auch bei Wasserständen, die niedriger sind als der Innendurchmesser der Ansaugöffnung, Abwasserproben ohne Ansaugen von Luft genommen werden können. Durch die Sicherung der Probenahmelanzen-Ausrichtung wird zudem auf vorteilhaft einfache Weise erreicht, dass die Ausrichtung der Probenahmelanze auch bei sich plötzlich verändernden Wasserständen im Wesentlichen unverändert bleibt.

Die Probenahmelanze umfasst dabei den Abschnitt des gewöhnlich schlauch- oder röhrenförmigen Flüssigkeits-Ansaugmittels zwischen den Sicherungsmitteln und der (Ansaug-)Öffnung.

Die Vorrichtung besitzt ferner ein schalenförmiges Gehäuse zum Einbetten der Vorrichtung in das Gerinne. Sie erleichtert das Ausrichten der Probenahmelanze, indem die Probenahmelanze bereits außerhalb des Gerinnes relativ zum schalenförmigen Gehäuse ausgerichtet werden kann. Die auf diese Weise erreichte Ausricht- Genauigkeit reicht beim Anordnen des Gehäuses im Gerinne gewöhnlich aus. Zudem erleichtert das Gehäuse Transport und Verpackung der erfindungsgemäßen Vorrichtung. Ferner schützt es die Probenahmelanze vor Beschädigungen, die beispielsweise dadurch hervorgerufen werden könnten, dass, bei einer Vorab-Ausrichtung der Probenahmelanze außerhalb des Gerinnes, der Abstand zwischen der Öffnung der Probenahmelanze und den Sicherungsmitteln größer eingestellt wird als die bei Installation der erfindungsgemäßen Vorrichtung im Gerinne verfügbare Tiefe. Die Form und Abmessungen des Gehäuses sind vorzugsweise üblichen Abwasser-Gerinnen angepasst. Besonders bevorzugt sind daher schalenförmige Gehäuse mit einem Außendurchmesser von 130 bis 150 mm. Diese können jedoch auch größer oder adaptierbar ausgelegt sein. Zur Probenahme aus gekrümmten Gerinnen sind die Gehäuse vorzugsweise der Gerinnekrümmung entsprechend geformt.

Zur Platzierung der Vorrichtung in einem Gerinne umfasst sie ferner flexible Halteelemente. Die Halteelemente stabilisieren die Vorrichtung durch Aufliegen auf der Berme, wenn die Probenahmelanze im Gerinne ausgerichtet befestigt ist. Ein solches Halteelement unterstützt daher die korrekte Positionierung der erfindungsgemäßen Vorrichtung und ist deshalb vorzugsweise verwindungssteif geführt.

Zudem besitzt die Vorrichtung ein in Fließrichtung vor der Probenahmelanze angeordnetes Sieb zum Abtrennen von Feststoffen. So wird auf vorteilhaft einfache Weise einer Verstopfung der Probenahmelanze durch im Abwasser mitgeführte Feststoffe vorgebeugt. Es sind solche Siebe bevorzugt, deren Maschenweite mindestens 6 mm beträgt. Wenn der Abstand zwischen dem unteren Rand des Siebes und den untersten Sieböffnungen mehr als 4 mm beträgt kann es vorteilhaft sein, unterhalb des Siebrandes einen 2-5 mm breiten Spalt vorzusehen. So kann verhindert werden, dass vor dem Sieb Partikel absedimentieren. Die Bohrungen in dem Sieb sind bevorzugt kreisförmig, es können jedoch auch andere Gestaltungen, z. B. Langlöcher verwendet werden.

In einer weiteren Ausführungsform kann die Vorrichtung zudem einen Stab umfassen, der auf der zu beiden Seiten eines Gerinnes verlaufenden Berme aufgelegt werden kann, so dass er das Gerinne überspannt. An dem Stab ist eine Probenahmelanze befestigt, beispielsweise durch Ankleben oder über eine Klemmverbindung. Stab und Probenahmelanze werden so ausgerichtet, dass sich der Randabschnitt der (Ansaug) Öffnung der Probenahmelanze im Wesentlichen parallel zum Flüssigkeitsspiegel im Gerinne erstreckt. Sollte bei der Installation einer solchen erfindungsgemäßen Vorrichtung der Abwasserspiegel im Gerinne für eine korrekte Ausrichtung der Probenahmelanze zu niedrig sein, so reicht es häufig auch, den Flüssigkeitsspiegel abzuschätzen oder beispielsweise mit Hilfe einer Wasserwaage näherungsweise zu bestimmen.

Besonders bevorzugt ist eine solche Vorrichtung, bei der sich die vom Rand der Öffnung definierte Ebene im Wesentlichen senkrecht zur Haupterstreckungsrichtung der Probenahmelanze erstreckt. In einem solchen Fall ist die Probenahmelanze an ihrem Ende gerade abgeschnitten. Eine solche Ausführungsform ist besonders einfach herstellbar. Außerdem erleichtert sie die korrekte Ausrichtung der Probenahmelanze relativ zum Flüssigkeitsspiegel, da das senkrechte Ausrichten einer im Verhältnis zum Öffnungsdurchmesser langen Probenahmelanze erfahrungsgemäß leichter fällt als bei anderen Ausführungsformen.

Ebenfalls bevorzugt ist eine Vorrichtung, bei der der Abstand zwischen der Öffnung der Probenahmelanze und dem bezogen auf den Flüssigkeitsspiegel unter der Öffnung liegenden Gerinne-Rand einstellbar ist. Auf diese Weise kann die Vorrichtung leicht an unterschiedliche Flüssigkeitsstände und Gerinnedurchmesser angepasst werden.

Eine solche Vorrichtung ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn der Rand der Ansaugöffnung nicht in einer Ebene liegt, sondern beispielsweise gezackt ausgebildet ist. Durch die erfindungsgemäß gewählte Ausrichtung der Probenahmelanze wird auf vorteilhaft einfache Weise erreicht, dass die Probenahmelanze bei einer Vielzahl von Öffnungskonfigurationen in der Vorrichtung so ausgerichtet wird, dass auch bei niedrigen Wasserständen das Einsaugen von Luft weitgehend vermieden wird.

Die Erfindung beruht auch auf der Idee, dass das Einsaugen von Luft durch die Probenahmelanze vermieden werden kann, wenn sichergestellt ist, dass sich die gesamte Ansaugöffnung während des Saugvorgangs unterhalb des Flüssigkeitsspiegels befindet. Bei Gerinnen mit einem Abwasserpegel, der geringer ist als die lichte Weite der Probenahmelanze, muss die Ansaugöffnung dazu so orientiert werden, dass sie nach Möglichkeit parallel zum Flüssigkeitsspiegel verläuft. Bildet die Ansaugöffnung keine Ebene, so sind die Vorsprünge am Rand der Probenahmeöffnung erfahrungsgemäß kurz genug, so dass ein Ausrichten der Probenahmelanze anhand ihrer Haupterstreckungsrichtung gute Ergebnisse liefert (also das Einsaugen von Luft weitgehend vermieden werden kann).

Eine bevorzugte Ausführungsform dieser Art umfasst ferner eine entlang eines Randes des Gehäuses verlaufende flexible Lippe zum abdichtenden Anschließenlassen des Gehäuses beim Einbetten in das Gerinne. So wird auf vorteilhaft einfache Weise verhindert, dass zu beprobendes Abwasser an der erfindungsgemäßen Vorrichtung vorbeifließen kann.

Vorzugsweise erstreckt sich das in Fließrichtung vor der Probenahmelanze angeordnete Sieb über nicht mehr als zwei Drittel, vorzugsweise nicht mehr als die Hälfte des Gerinne-Querschnitts. Durch das gegebenenfalls am Sieb vorbeifließende Abwasser wird die Selbstreinigung des Siebes nach Art einer Querstrom-Filtration unterstützt.

Bevorzugt sind solche Ausführungsformen, bei denen die in Fließrichtung vor der Probenahmelanze angeordnete Seite des Siebes in Fließrichtung schräg vom Rand des Gerinnes wegweist. Eine solche Sieb-Geometrie unterstützt die Selbstreinigung des Siebes. Besonders bevorzugt ist es dabei, wenn der vom Rand des Gerinnes und der Sieb-Vorderseite eingeschlossene Winkel 70° bis 20°, vorzugsweise 30° beträgt. In diesem Bereich ist eine besonders gute Selbstreinigung zu beobachten.

Ferner ist eine Ausführung bevorzugt, die ein in Fließrichtung hinter der Probenahmelanze angeordnetes Sieb zum Abtrennen von Feststoffen umfasst. Dadurch wird verhindert, dass es im Raum zwischen dem Sieb und der Probenahmelanze zu einer Verlangsamung der Abwasser-Fließgeschwindigkeit und damit gegebenenfalls zu einer Sedimentation von Feststoffen kommt. Dies könnte die durch die Probenahmelanze entnommenen Abwasserproben verfälschen.

Ferner ist eine Vorrichtung der beschriebenen Art bevorzugt, die ein Pumpe zum Abpumpen von Flüssigkeit durch die Probenahmelanze umfasst. Eine solche Vorrichtung unterstützt das automatische Nehmen von Abwasserproben.

Bei einer solchen Vorrichtung ist es besonders bevorzugt, wenn sie einen Sensor umfasst zum Bestimmen der Eintauchtiefe der Probenahmelanze in die Flüssigkeit, wenn die Probenahmelanze im Gerinne ausgerichtet befestigt ist. Durch einen solchen Sensor kann auf vorteilhaft einfache Weise der Flüssigkeitsspiegel im Gerinne bestimmt werden.

Besonders bevorzugt ist dabei eine solche Vorrichtung, die Steuerungsmittel umfasst, die mit der Pumpe und dem Sensor in Wirkverbindung stehen, um ein Betätigen der Pumpe nur dann zu ermöglichen, wenn die Eintauchtiefe der Probenahmelanze ein vorgewähltes Maß überschreitet. So wird auf vorteilhaft einfache Weise eine versuchte Probenahme vermieden, wenn das Gerinne nicht die für eine Probenahme ausreichende Abwassermenge führt.

Die Vorrichtung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen und der beigefügten Zeichnung näher beschrieben. Es stellen dar:

Fig. 1 eine Aufsicht auf eine erfindungsgemäße Probenahmevorrichtung;

Fig. 2 eine Schnittansicht durch die Probenahmevorrichtung gemäß Fig. 1 entlang der Linie A-A';

Fig. 3 eine Schnittansicht durch die Probenahmevorrichtung gemäß Fig. 1 entlang der Linie B-B';

Fig. 4 eine Aufsicht auf die Probenahmevorrichtung gemäß Fig. 1, angeordnet in einem Schachtunterteil mit geradem Durchlauf;

Fig. 5 Schnittansicht durch die Anordnung gemäß Fig. 4 entlang der Linie C-C';

Fig. 6 Schnittansicht durch eine Probenahmevorrichtung mit schräg zum Flüssigkeitsspiegel ausgerichteter Probenahmelanze.

Die Probenahmevorrichtung umfasst gemäß den Fig. 1 bis 3 ein schalenförmiges Gehäuse 10. In Anströmrichtung (in Fig. 1 durch Pfeile gekennzeichnet) ist über den gesamten Rand des Gehäuses 10 eine flexible Lippe 15 aus Gummi, Kautschuk, flexiblem Kunststoff oder einem anderen flexiblen Material angeordnet. Entlang der Seiten in Anströmrichtung rechts und links von der flexiblen Lippe 15 sind jeweils über eine Schiene 18, 18' zwei flexible Halteelemente 20, 20' befestigt. Die Halteelemente 20, 20' sind aus biegsamem, flexiblem Gummi, Kautschuk, Kunststoff oder einem anderen flexiblen Material als im Wesentlichen plattenförmige Körper hergestellt. Anstelle solcher plattenförmigen oder flächigen Körper können auch mit Scharnieren am Gehäuse 10 befestigte im Wesentlichen starre Bügel, beispielsweise aus Edelstahl oder Kunststoff, verwendet werden.

Die Halteelemente 20, 20' sind jeweils in der Mitte ihrer äußeren Langkante mit einem Ring 28, 28' versehen.

Im Inneren des schalenförmigen Gehäuses 10 ist ein Siebkasten 30 angeordnet. Der Siebkasten 30 erstreckt sich über die Hälfte des lichten Querschnitts des vom Gehäuse 10 gebildeten Gerinnes. Die in Fließrichtung gesehene Vorderseite 32 des Siebkastens 30 weist in Fließrichtung schräg von der oberen rechten Kante des Gehäuses 10 weg. Der von der Seite 32 und der benachbarten Kante des Gehäuses 10 eingeschlossene Winkel α beträgt im dargestellten Ausführungsbeispiel 45°, kann aber auch größer oder kleiner sein, insbesondere kann er 30° betragen.

Die Seiten 32, 34 des Siebkastens 30 sind mit kreisförmigen Löchern 33 perforiert. Die Löcher 33 haben einen Durchmesser von 6 mm. Zwischen dem unteren Rand des Siebkastens 30 und dem Gehäuse 10 ist ein 3 mm breiter Spalt freigelassen, um einem Aufstauen von Abwasser vorzubeugen. Ein solches Aufstauen könnte zu einer Sedimentation von Grobstoffen und damit zu einer Verfälschung der Abwasserprobe führen.

Im Inneren des Siebkastens 30 ist ein Schwimmerschalter 50 (gestrichelt dargestellt) zum Bestimmen des Abwasser-Flüssigkeitsstandes angeordnet. Über ein Kabel oder eine Antenne 55 können die vom Schwimmerschalter 50 ermittelten Daten der Abwasser-Pegelstände an eine Steuerungseinrichtung übertragen werden.

In Fließrichtung hinter dem Schwimmerschalter 50 ist eine röhrenförmige Probenahmelanze 40 über einen Fixierring 38 höhenverstellbar im Siebkasten 30 befestigt. Das zur Sohlelinie des schalenförmigen Gehäuses 10 weisende untere Ende der Probenahmelanze 40 ist im Wesentlichen senkrecht zur Haupterstreckungsrichtung der Probenahmelanze 40 abgeschnitten (siehe insbesondere Fig. 3). Es könnte jedoch auch entsprechend dem Rand des schalenförmigen Gehäuses 10 kreisbogenförmig geformt sein, so dass die gesamte untere Öffnung der Probenahmelanze 40 noch näher an das schalenförmige Gehäuse 10 heranreichen könnte.

Die Probenahmelanze 40 ist über einen Schlauch mit einer Pumpe zum Abpumpen von Abwasser verbunden (nicht dargestellt). Der Verbindungsschlauch ist dabei so lang gewählt, dass die Pumpe außerhalb eines üblichen Revisionsschachtes angeordnet werden kann, wenn die Probenahmevorrichtung im Gerinne des Revisionsschachtes angeordnet ist.

Die Pumpe steht mit der Steuerungseinrichtung, die Signale vom Schalter erhält, so in Verbindung, dass zu vorgewählten Zeitpunkten Abwasserproben durch die Einwirkung der Pumpe abgepumpt werden, wenn genügend Abwasser im Gerinne vorhanden ist. Ist der Pegelstand zu niedrig, wird die Pumpe nicht betätigt.

In den Fig. 4 und 5 ist ein typisches Schachtunterteil eines Revisionsschachtes mit geradem Durchlauf in Aufsicht und Querschnitt dargestellt. In der Mitte des Schachtunterteils 60 ist das Gerinne 61 angeordnet. Es wird auf beiden Seiten jeweils von einer Berme 62, 62' flankiert. Das Schachtunterteil 60 ist aus Beton gegossen, während das Gerinne 61 aus Steinzeug hergestellt ist.

Im Gerinne 61 ist das schalenförmige Gehäuse 10 der Probenahmevorrichtung gemäß Fig. 1 angeordnet. Der Durchmesser des Gerinnes 61 ist größer als der Außendurchmesser des schalenförmigen Gehäuses 10 (vgl. insbesondere Fig. 5). In Fließrichtung (markiert durch drei Pfeile) an der Vorderseite des schalenförmigen Gehäuses 10 schließt die Lippe 15 dicht mit dem Rand des Gerinnes 61 ab, so dass im Wesentlichen kein Abwasser am schalenförmigen Gehäuse 10 vorbeifließen kann. Die Halteelemente 20, 20' sind jeweils auf die Berme 62, 62' gelegt.

Zum Anordnen der Probenahmevorrichtung im Gerinne 61 wird die Vorrichtung mit einem oder beiden Ringen 28, 28' an einem Seil befestigt und in den Revisionsschacht abgelassen. Wenn das Gehäuse 10 im Gerinne 61 platziert ist, wird das Seil gelöst. Die Halteelemente 20, 20' werden auf die jeweilige Berme 62, 62' gelegt und stabilisieren so die Probenahmevorrichtung zusätzlich.

Bei der Abwasser-Probenahme wird zunächst über den Schwimmerschalter 50 der Abwasser-Pegelstand im schalenförmigen Gehäuse 10 ermittelt. Bei ausreichendem Pegelstand, wenn also die untere Öffnung der Probenahmelanze 40 gänzlich unterhalb des Flüssigkeitsspiegels liegt, wird über das Kabel oder die Antenne 55 ein entsprechendes Signal an die Steuerungseinheit übertragen. Die Steuerungseinheit wertet das empfangene Signal aus und schaltet die Pumpe zur Abwasser-Probenahme ein. Die Pumpe erzeugt im Schlauch und in der Probenahmelanze 40 einen Unterdruck und saugt so durch die Probenahmelanze 40 Abwasser aus dem schalenförmigen Gehäuse 10 an. Sobald die gewünschte Abwasser-Probemenge abgesaugt ist, schaltet die Steuerungseinheit die Pumpe wieder ab.

Zur Entnahme der Probenahmevorrichtung aus dem Gerinne 61 kann die Vorrichtung an den Ringen 28, 28' aufgehängt und aus dem Revisionsschacht herausgezogen werden.

Fig. 6 zeigt eine Schnittansicht durch eine Probenahmevorrichtung, bei der die Ansaugöffnung der Probenahmelanze parallel zum Flüssigkeitsspiegel ausgerichtet ist, ohne dass die Haupterstreckungsrichtung der Probenahmelanze senkrecht zum Flüssigkeitsspiegel ausgerichtet ist. Die übrigen Elemente der Probenahmevorrichtung entsprechen denen aus den Fig. 1-5.

Die Probenahmelanze 40 ist an ihrem unteren Ende in einem Winkel β abgeschrägt. Die Probenahmelanze 40 selbst ist im gleichen Winkel β gegenüber dem Flüssigkeitsspiegel 69 geneigt angeordnet und mit einer Klemmvorrichtung 38 höhenverstellbar befestigt.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zur Entnahme von Flüssigkeitsproben aus wasserführenden Gerinnen (61), umfassend eine Probenahmelanze (40) mit einer Öffnung und einem sich entlang der Öffnung erstreckenden Randabschnitt, und einem Mittel (38) zum Sichern der Probenahmelanze (40) in einer solchen Ausrichtung im Gerinne (61), dass sich der Randabschnitt im wesentlichen parallel zum Flüssigkeitsspiegel (69) erstreckt, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung flexible Halteelemente (20, 20') zur Platzierung der Vorrichtung im Gerinne (61), ein schalenförmiges Gehäuse (10) zum Einbetten der Vorrichtung in das Gerinne (61) und ein in Fließrichtung vor der Probenahmelanze (40) angeordnetes, in Fließrichtung schräg vom Rand des Gerinnes wegweisendes Sieb (32) zum Abtrennen von Feststoffen aufweist.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sich die vom Rand der Öffnung definierte Ebene im wesentlichen senkrecht zur Haupterstreckungsrichtung der Probenahmelanze (40) erstreckt.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand zwischen der Öffnung der Probenahmelanze (40) und dem bezogen auf den Flüssigkeitsspiegel (69) unter der Öffnung liegenden Gerinnerand einstellbar ist.
  4. 4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet durch eine entlang eines Randes des Gehäuses (10) verlaufende flexible Lippe (15), um das Gehäuse (10) beim Einbetten in das Gerinne (61) abdichtend am Gerinne (61) anschließen zu lassen.
  5. 5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass sich das Sieb (32) über nicht mehr als zwei Drittel, vorzugsweise nicht mehr als die Hälfte des Gerinne-Querschnitts erstreckt.
  6. 6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, gekennzeichnet durch ein in Fließrichtung hinter der Probenahmelanze (40) angeordnetes Sieb (34) zum Abtrennen von Feststoffen.
  7. 7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, gekennzeichnet durch eine Pumpe zum Abpumpen von Flüssigkeit durch die Probenahmelanze (40).
  8. 8. Vorrichtung nach Anspruch 7, gekennzeichnet durch einen Sensor (50) zum Bestimmen der Eintauchtiefe der Probenahmelanze (40) in die Flüssigkeit, wenn die Probenahmelanze (40) im Gerinne (61) ausreichend befestigt ist.
  9. 9. Vorrichtung nach Anspruch 8, gekennzeichnet durch Steuerungsmittel, die mit der Pumpe und dem Sensor (50) in Wirkverbindung stehen, um ein Betätigen der Pumpe nur dann zu ermöglichen, wenn die Eintauchtiefe der Probenahmelanze (40) ein vorgewähltes Maß überschreitet.






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