PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE10205993A1 18.06.2003
Titel Verfahren zum schrittweisen Positionieren von Messerhaltern an einer Einrichtung zum Längsteilen einer Durchlaufenden Materialbahn
Anmelder Wilhelm Bilstein KG Spezialfabrik für Maschinenmesser und Kompressorventile, 51491 Overath, DE
Erfinder Bilstein, Willi, 51491 Overath, DE;
Picker, Ingo, 53804 Much, DE
Vertreter Patentanwälte Maxton Langmaack & Partner, 50968 Köln
DE-Anmeldedatum 14.02.2002
DE-Aktenzeichen 10205993
Offenlegungstag 18.06.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.06.2003
IPC-Hauptklasse B26D 7/26
IPC-Nebenklasse B26D 5/06   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Positionieren von Messerhaltern, die an einem Messerbalken einer Einrichtung zum Längsteilen einer durchlaufenden Materialbahn verschieb- und feststellbar angeordnet sind, wobei am Messerbalken wenigstens eine verfahrbare und ansteuerbare Verfahreinrichtung zum Positionieren der Messerhalter zugeordnet ist, die mit einer Wegerfassung und einer rechnergestützten Steuereinrichtung in Verbindung steht, die dadurch gekennzeichnet ist, daß alle am Messerbalken befindlichen Messerhalter in ihrer Reihenfolge in der Steuereinrichtung identifizierbar registriert sind, daß in der Steuereinrichtung mehrere unterschiedliche Schnittprogramme abgespeichert sind, daß zum Einstellen eines neuen Schnittprogramms dieses für die Steuereinrichtung aufgerufen wird und daß unter Vergleich mit dem vorher eingestellten Schnittprogramm die Verfahreinrichtung so angesteuert wird, daß nacheinander jeweils aus der alten Schnittposition der der neuen Schnittposition nächstliegende Messerhalter in die neue Schnittposition verfahren wird.

Beschreibung[de]

Für das Längsteilen einer Materialbahn in Streifen werden Schneideinrichtungen verwendet, die einen Messerbalken aufweisen, auf dem mehrere Messerhalter verschiebbar und feststellbar angeordnet sind. Das jeweils eingestellte "Schnittprogramm", d. h. die Breite der herzustellenden Streifen, wird durch den Abstand der einzelnen Messerhalter zueinander bestimmt. Soll ein Schnittprogramm geändert werden, dann müssen die Feststelleinrichtungen gelöst werden, mit denen die Messerhalter am Messerbalken fixiert sind, so daß die Messerhalter in ihren Abständen zueinander durch Verschieben auf dem Messerbalken neu positioniert werden können.

Da das Positionieren der einzelnen Messerhalter von Hand sehr zeitaufwendig ist und vielfach kein ausreichender Zugang zu den Feststelleinrichtungen an den einzelnen Messerhaltern vorhanden ist, wurden Schneideinrichtungen entwickelt, die eine längs des Messerbalkens verfahrbare Positioniereinrichtung mit steuerbarem Fahrantrieb aufweisen. Die Positioniereinrichtung ist mit einer Sensorik versehen, durch die der von einer Null-Position aus gerechnete auf den einzustellenden Messerhalter bezogene Fahrweg und damit die jeweilige Position jeweils erfaßt und angezeigt wird, so daß danach die einzelnen Messerhalter nacheinander mit Hilfe der Positioniereinrichtung in ihre neue Schneidstellung verfahren werden können. Die Ansteuerung des Fahrantriebs kann von Hand oder automatisch über einen programmierten Rechner erfolgen.

Ausgehend von der schmalsten Streifenbreite für die betreffende Schneideinrichtung müssen am Messerbalken eine Vielzahl von Messerhaltern angeordnet sein, um breitestmögliche Materialbahnen längsteilen zu können. Da bei größeren Streifenbreiten nicht alle Messerhalter für das betreffende Schnittprogramm benötigt werden, werden die überzähligen Messerhalter in der Regel an einem oder an beiden Enden des Messerbalkens in einer Parkzone zusammengefahren.

Für einen Wechsel des Schnittprogramms ist es aus EP-A-794040 bekannt, mit Hilfe einer ansteuerbaren Fahreinrichtung zunächst alle Messerhalter aus ihrer durch das ursprüngliche Schnittprogramm vorgegebenen Schneidposition an einem Ende des Messerbalkens zu einem Stapel zusammenzufahren, dann anschließend mit der Verfahreinrichtung durch reversierendes Verfahren vom Stapel Messerhalter für Messerhalter abzuziehen und in eine neue Schneidposition zu verfahren. Das reversierende Verfahren benötigt eine erhebliche Zeit, selbst dann, wenn die Verfahreinrichtung über einen Schnellgang für die großen Fahrwege und einen Schleichgang für das Positionieren in der Endstellung verfügt.

Aus GB-A-2089269 ist ein ähnliches Positionierverfahren bekannt, bei dem alle auf dem Messerbalken vorhandenen Messerhalter am Ende des Messerbalkens zu einem Stapel zunächst zusammengefahren werden. Wird für das neu einzustellende Schnittprogramm nur ein Teil der im Stapel befindlichen Messerhalter benötigt, dann wird zunächst vom Stapel die für das neue Schnittprogramm benötigte Anzahl an Messerhalter als Block um ein kurzes Stück abgezogen und soweit verfahren, bis der erste, dem Stapel abgekehrte freiliegende Messerhalter des Blocks eine Basislinie erreicht hat. Dann werden jeweils nacheinander die freiliegenden Messerhalter vom Block abgezogen und in bezug auf die Basislinie auf seinen vorgesehenen Abstand zum nächstfolgenden freiliegenden Messerhalter am Block verfahren. In den nächstfolgenden Schritten werden dann die nachfolgenden Messerhalter jeweils in dem vorgesehenen Abstand zum nächstfolgenden Messerhalter verfahren, wobei dieser Abstand jeweils von der Basislinie aus gerechnet wird. Bei dieser Verfahrweise werden die bereits auf Abstand verfahrenen Messerhalter unter Beibehaltung ihres Abstandes zueinander gleichzeitig weitertransportiert. Dies ist jedoch nur dann möglich, wenn die Schneideinrichtung über eine Positioniereinrichtung verfügt, bei der jedem zu positionierenden Messerhalter eine Positioniereinrichtung zugeordnet ist, wobei die einzelnen Positioniereinrichtungen mit Hilfe einer zentralen Antriebsvorrichtung gleichzeitig in einem vorgegebenen Abstand verfahren werden können.

Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zu schaffen, das unter Ausnutzung der Möglichkeiten einer rechnergestützten Steuereinrichtung für die Verfahreinrichtung eine sehr viel schnellere Positionierung von Messerhaltern ermöglicht.

Die Erfindung geht aus von einer Einrichtung zum Längsteilen einer durchlaufenden Materialbahn, bei der an einem Messerbalken Messerhalter verschieb- und feststellbar angeordnet sind und die wenigstens eine dem Messerbalken zugeordnete verfahrbare und ansteuerbare Verfahreinrichtung zum Positionieren von Messerhaltern zugeordnet ist, die mit einer Wegerfassung und einer rechnergestützten Steuereinrichtung in Verbindung steht.

Der Begriff "Steuereinrichtung" im Sinne der vorliegenden Erfindung umfaßt sowohl einen programmierbaren Rechner mit entsprechendem Datenspeicher, in dem unterschiedliche Schnittprogramme abspeicherbar sind, als auch eine Ansteuerung zum Bewegen der Verfahreinrichtung in Abhängigkeit von Steuerbefehlen, die nach dem jeweiligen, vom Rechner vorgegebenen Steuerprogramm in eine Bewegung der Verfahreinrichtung umgesetzt werden. Über die der Verfahreinrichtung zugeordnete Wegerfassung ist sowohl die jeweilige Position des mit der Verfahreinrichtung gekoppelten oder zu koppelnden Messerhalters in bezug auf den Messerbalken als auch der jeweils anzusteuernde Zielpunkt für eine vorgegebene Position durch die Ansteuerung bzw. den zugeordneten Rechner erfaßbar.

Die Aufgabe wird nach dem erfindungsgemäßen Verfahren dadurch gelöst, daß alle am Messerbalken befindlichen Messerhalter in ihrer Reihenfolge in der Steuereinrichtung identifizierbar registriert werden, daß in der Steuereinrichtung mehrere unterschiedliche Schnittprogramme abgespeichert sind, daß zum Einstellen eines neuen Schnittprogramms dieses für die Steuereinrichtung aufgerufen und daß unter Vergleich mit dem vorher eingestellten Schnittprogramm die Verfahreinrichtung so angesteuert wird, daß nacheinander jeweils aus der alten Schnittposition der der neuen Schnittposition nächstliegende Messerhalter in die neue Schnittposition verfahren wird. Da nach dem alten, nicht mehr benötigten Schnittprogramm die Messerhalter bereits auf dem Messerbalken in Abständen zueinander verteilt angeordnet sind, ist es möglich, die Messerhalter mit den geringstmöglichen Verschiebebewegungen in die Position des neuen Schnittprogramms am Messerbalken umzusetzen.

Da für die Positionierung das alte Schnittprogramm als Vergleich mit dem neuen Schnittprogramm noch vorgegeben ist, besteht in Ausgestaltung der Erfindung ferner die Möglichkeit, in Fällen, in denen ein Messerhalter nach dem alten Schnittprogramm im Vergleich zum neuen Schnittprogramm im Zwischenraum zwischen zwei nach dem neu einzurichtenden Schnittprogramm befindlichen Freiraum positioniert ist, diesen bei der Neupositionierung in seiner alten Position zu belassen und durch die Verfahreinrichtung zu überspringen, sofern für das neue Schnittprogramm weniger Messerhalter benötigt werden als für das alte Schnittprogramm.

Bei Einrichtungen zum Längsteilen von Materialbahnen, bei denen jeder Messerhalter für sich mit einer Feststellbremse versehen ist, die nur beim "Andocken" der Verfahreinrichtung gelöst wird, ist in Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen, daß jeweils für die Einstellung des neuen Schnittprogramms nicht benötigte, im störenden Nahbereich zu neuen Messerhalterpositionen befindliche Messerhalter aus ihrer alten Positionierung in einen Freiraum zwischen zwei Positionen des neuen Schnittprogramms verschoben und danach der zu bewegende nächstliegende Messerhalter in seine neue Schnittposition verschoben wird.

Bei Einrichtungen zum Längsteilen von Materialbahnen, bei denen am Messerbalken eine zentrale Feststelleinrichtung vorgesehen ist, die es ermöglicht, daß nach dem Deaktivieren der Feststelleinrichtung die am Messerbalken befindlichen Messerbalken einzeln oder auch paketweise verschiebbar sind, ist in Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens vorgesehen, daß jeweils für die Einstellung des neuen Schnittprogramms nicht benötigte, in störendem Nahbereich zur neuen Messerhalterposition befindliche Messerhalter aus ihrer alten Positionierung über die Verfahreinrichtung durch die zu positionierenden Messerhalter mit verschoben werden. Selbst bei Messerhalterkonstruktionen, die es erlauben, die Messerhalter dicht bei dicht am Messerbalken anzuordnen, ist es nicht mehr erforderlich, den nicht benötigten Messerhalter über die Verfahreinrichtung noch zusätzlich weiter zu verschieben. Es reicht schon aus, wenn der nicht benötigte Messerhalter am neu positionierten Messerhalter dicht anliegt.

Die Messerhalter werden üblicherweise durch ein Vorschieben ihres Messerkopfes gegen eine Untermesseranordnung aktiviert. Dies erfolgt in der Regel durch Druckluftbeaufschlagung eines als Kolben-Zylinder-Einheit ausgebildeten Stellantriebes. Wird dieser Stellantrieb drucklos gesetzt, wird über eine Rückstellfeder der Messerhalter inaktiviert. Das Messer ist gegenüber der Untermesseranordnung nicht mehr im Eingriff, so daß nicht nur die freie Verschiebbarkeit am Messerbalken gewährleistet ist sondern auch im Betrieb ein drucklos gesetzter Messerhalter nicht im Eingriff ist. In Verbindung mit dem erfindungsgemäßen Verfahren sind die Messerhalter einzeln jeweils mit ansteuerbaren Stellventilen für die Druckbeaufschlagung der Stelleinrichtung versehen, die über die Steuereinrichtung ansteuerbar sind. Für das erfindungsgemäße Verfahren ist hierbei vorgesehen, daß jeweils die für das neue Schnittprogramm nicht benötigten Messerhalter mit ihren Messern über die Steuereinrichtung inaktiviert, d. h. mit ihren Messern ohne Eingriff gehalten werden und in ihrer Position am Messerbalken in der Steuereinrichtung als "inaktive" Messerhalter registriert werden.

In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß in der Steuereinrichtung jeweils die Betriebszeiten der einzelnen Messerhalter, jeweils beginnend bei einem Einsatz mit einem neuen Messer, registriert werden. Damit ergibt sich bei Einrichtungen zum Längsteilen mit wechselnden Schnittprogrammen, bei denen nicht immer alle Messerhalter benötigt werden, über die Erfassung der jeweiligen Betriebszeiten die Möglichkeit, den Verschleiß der Messer an den jeweiligen Messerhaltern zu bewerten und gegebenenfalls "verbrauchte" Messer auszutauschen. Bei Einrichtungen zum Längsteilen von Materialbahnen, bei denen die einzelnen Messerhalter jeweils mit einem am Messerbalken geführten Adapterschlitten lösbar verbunden sind, ist die Möglichkeit gegeben, bei der Einstellung eines neuen Schnittprogramms an einem Messerhalter mit maximaler Betriebszeit das Messer als "verbraucht" zu bewerten und diesen Messerhalter gegen einen Messerhalter mit neuem Messer auszuwechseln.

Sind jedoch am Messerbalken mehr Messerhalter angeordnet, als für ein neues Schnittprogramm benötigt, dann erlaubt es das erfindungsgemäße Verfahren, jeweils Messerhalter mit der längsten Betriebszeit oder Messerhalter, deren Betriebszeit eine vorgebbare Betriebszeit erreicht und/oder überschritten haben, bei der Ansteuerung der Verfahreinrichtung in der Steuereinrichtung als "nicht benötigt" zu registrieren und von der Verfahreinrichtung überspringen zu lassen. Damit ergibt sich der Vorteil, daß beim Ändern des Schnittprogramms nicht zwangsläufig derartige Messerhalter ausgetauscht werden müssen.

Gleiches gilt für Fälle, in denen bei einem aktuellen Schnittprogramm an einem Messerhalter oder seinem Messer eine Beschädigung festgestellt wird, die beim Längsteilen zu einem unsauberen Schnitt führt. Hier erlaubt es das erfindungsgemäße Verfahren, nach einem Anhalten der Einrichtung jeweils Messerhalter mit beschädigten oder übermäßig abgenutzten Messern in der Steuereinrichtung als "beschädigt, nicht benötigt" zu kennzeichnen, durch die Verfahreinrichtung in einen Freiraum zu verschieben und entsprechend der Einstellung des "aktuellen" Schnittprogramms oder auch bei der Einstellung eines neuen Schnittprogramms mit den übrigen Messerhaltern ohne etwaige weitere als "beschädigt" registrierte Messerhalter die Positionierung für das Schnittprogramm vorzunehmen. Auch hier ist es möglich, ohne einen beschädigten Messerhalter und/oder ein beschädigtes bzw. abgenutztes Messer auswechseln zu müssen, bei nur geringer Betriebszeitunterbrechung das aktuelle Schnittprogramm neu einzurichten.

Bevorzugt ist für das erfindungsgemäße Verfahren vorgesehen, daß über die Verfahreinrichtung mit ihrer Wegerfassung die gesetzte Position des jeweils positionierten Messerhalters in der Steuereinrichtung abgespeichert wird, so daß jeweils die aktuelle Ist-Position aller Messerhalter auf dem Messerbalken in der Steuereinrichtung abgelegt ist.

Der Ablauf des erfindungsgemäßen Verfahren wird anhand schematischer Zeichnungen jeweils erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 einen Messerbalken einer Einrichtung zum Längsteilen mit zentraler Feststelleinrichtung,

Fig. 2 eine Verfahrensweise bei einer Einrichtung mit Feststelleinrichtung an jedem Messerhalter.

Wie Fig. 1 zeigt, sind an einem Messerbalken 11 einer Schneideinrichtung zum Längsteilen von Materialbahnen zehn Messerhalter 1 bis 10 in einer durch ein nicht mehr benötigtes Schnittprogramm vorgegebenen Positionierung A1 bis A10 zueinander angeordnet. Die Position ist jeweils durch die Schneide S der Messer definiert. Der Messerbalken 11 ist mit einer zentralen Feststelleinrichtung versehen, so daß nach Deaktivierung alle Messerhalter verschiebbar sind.

Den Messerhaltern sind beispielsweise je nach eingesetztem Schnittverfahren eine glatte Walze bei Quetschmessern, eine genutete bzw. eine mit Schneidbüchsen als "Untermesser" besetzte Messerwelle bei Kreismessern zugeordnet, die jeweils mit der Schneide S der Messer der Messerhalter zusammenwirken. Die Schneidbüchsen sind auf der Messerwelle fest positioniert.

Am Messerbalken 11 ist auf einer entsprechenden Führung eine mit einem steuerbaren Fahrantrieb versehene Verfahreinrichtung geführt, die hier nur durch ihre ebenfalls von außen steuerbaren Andock- oder Greifeinrichtung 12 als Dreieck dargestellt ist. Am Messerbalken ist der mit einem entsprechenden Sensor versehenen Verfahreinrichtung eine Wegerfassung in Form einer Längenmeßeinrichtung zugeordnet, die bezogen auf eine Null-Position, vorzugsweise an einem Ende des Messerbalkens 11, den jeweiligen Stand der Verfahreinrichtung erfaßt, die dann als Signal entsprechend angezeigt und/oder in einer rechnergestützten Steuereinrichtung verarbeitet wird. Die Wegerfassung ist hierbei so ausgebildet, daß eine angezeigte Position mit der gewünschten Schneidposition eines zu positionierenden Messerhalters, d. h. mit der Position der Messerschneide in Betriebsstellung übereinstimmt.

Ausgehend von der in der Zeichnung unter A dargestellten Positionierung A1 bis A10 der Messerhalter 1 bis 10 im alten Schnittprogramm ist in den nachfolgenden Schritten I bis VI das Positionierverfahren dargestellt.

Für das neu einzustellende Schnittprogramm B1 bis B6 werden beispielsweise nur sechs Messerhalter benötigt, die aus Positionen des alten Schnittprogramms in die dargestellten Positionen B1 bis B6 verfahren sind. Die mit einem Punkt gekennzeichneten Messerhalter 3, 6 und 9 sollen wegen zu hoher Abnutzung nicht mehr aktiv positioniert werden und sind vorab in der Steuereinrichtung entsprechend registriert. Mit einem Kreuz sind in jedem Verfahrensschritt die noch in ihrer alten Position befindlichen Messerhalter gekennzeichnet.

Im Schritt I wird nach dem Lösen der zentralen Feststelleinrichtung die Verfahreinrichtung über ihre Greifeinrichtung 12 an den Messerhalter 1 in seiner Position A1 angedockt und dann in die neue Position B1 verfahren und wieder gelöst.

Für den Verfahrensschritt II wird die Verfahreinrichtung mit ihrer Greifeinrichtung 12 an den Messerhalter 2 vorgefahren, an diesen angedockt und dann in die Position B2 für den Messerhalter 2 verschoben. Hierbei wird der nicht benötigte Messerhalter 3 am Messerhalter 2 anliegend gleichzeitig weitergeschoben. In dieser Position kann der Messerhalter 3 verbleiben, da er im nachfolgenden Betrieb außer Eingriff mit einem Untermesser bleibt.

Da der Messerhalter 3 wegen zu hoher Abnutzung nicht mehr positioniert werden soll, wird für den Verfahrensschritt III die Verfahreinrichtung an den Messerhalter 4 vorgeschoben und an diesen angedockt, so daß dieser in seine Position B3 vorgeschoben wird.

Für den Verfahrensschritt IV wird der Messerhalter 5 in die Position B5 vorgeschoben. Da auch hier der Messerhalter 6 nicht mehr positioniert werden soll, wird er wie der Messerhalter 3 aus einer ursprünglichen Position A 6 anliegend über den Messerhalter 5 entsprechend weiter vorgeschoben.

Für den Verfahrensschritt V wird der Messerhalter 7 in seine Position B7 verschoben und im Verfahrensschritt VI wird der Messerhalter 8 in seine Position B6 vorgeschoben und hierbei der nicht mehr zu positionierende Messerhalter 9 entsprechend weiter geschoben. Der nicht benötigte Messerhalter 10 kann in seiner ursprünglichen Position A10 positioniert bleiben.

Nunmehr wird die zentrale Feststelleinrichtung aktiviert, so daß alle Messerhalter in ihrer Position am Messerbalken 9 fixiert sind.

Für den Betrieb werden nun die Messer der Messerhalter 1, 2, 4, 5, 7 und 8 gegen das Untermesser abgesenkt. Die aktivierten Schneiden S sind durch einen Keil an den einzelnen Messerhalter gekennzeichnet. Für die im eingestellten Schnittprogramm nicht benötigten Messerhalter war die Druckluftzufuhr abgesperrt, so daß diese bei der Druckluftbeaufschlagung nicht aktiviert werden, so daß ihre Messer sich mit Abstand zur durchlaufenden Materialbahn befinden.

Der Vorteil dieser Verfahrensweise besteht darin, daß mit der Verfahreinrichtung in einem Überlauf ohne Wechsel der Fahrtrichtung alle Messerhalter für das neue Programm positioniert werden können, da die nicht benötigten Messerhalter über den jeweils über die Verfahreinrichtung bewegten Messerhalter weitergeschoben oder übersprungen werden.

In Fig. 2 ist in gleicher Darstellungsweise eine Einrichtung zum Längsteilen dargestellt, die ebenfalls mit zehn Messerhaltern 1 bis 10 bestückt ist, die jedoch so ausgebildet ist, daß jeder Messerhalter mit einer eigenen Feststelleinrichtung versehen ist, die erst beim Andocken der Verfahreinrichtung über ihren Greifer 12 gelöst wird, so daß ein blockweises Verschieben von Messerhaltern nicht möglich ist.

Auch hier sind die zehn Messerhalter 1 bis 10 am Messerbalken 11 in der alten Schnittposition A1 bis A10 dargestellt. Bei den einzelnen Verfahrensschritten sind die jeweils noch in der alten Position befindlichen Messerhalter mit einem Kreuz gekennzeichnet.

Für das neue Schnittprogramm werden wiederum nur sechs Messerhalter benötigt, die in die Positionen B1 bis B6 zu verfahren sind.

Für den Schritt I dockt der Greifer 12 der Verfahreinrichtung am Messerhalter 1 an, löst hierbei die Bremse und schiebt diesen in die Position B1. Durch den Pfeil ist die Bewegungsrichtung angezeigt.

Für den Schritt II überspringt die Verfahreinrichtung den Messerhalter 2 und fährt bis zum Messerhalter 3 vor, dockt an diesem unter Lösen der Feststelleinrichtung an und bewegt diesen in entgegengesetzter Bewegungsrichtung, aber nur um ein kurzes Stück in die neue Schnittposition B3.

Für den Schritt III wird entsprechend der Messerhalter 4 in die Position B3 verfahren.

Für den Schritt IV überspringt die Verfahreinrichtung wiederum den Messerhalter 5, dockt am Messerhalter 6 an und bewegt diesen unter Umkehr der Bewegungsrichtung in die neue Position B4.

Für den Schritt V wird in gleicher Weise ohne Änderung der Fahrtrichtung der Messerhalter 7 in die Position B5 verfahren und für den Schritt VI wird der Messerhalter 9 wieder unter Umkehr der Bewegungsrichtung in die Position B6 verfahren. Bei dieser Arbeitsweise werden nur die tatsächlich zu positionierenden Messerhalter bewegt, wobei über die Steuereinrichtung, in der auch das alte Schnittprogramm A noch abgelegt ist, durch Vergleich mit dem neuen Schnittprogramm B die jeweils zu bewegenden Messerhalter danach ausgewählt werden, daß möglichst kurze Fahrwege zurückzulegen sind, wobei eine Umkehr der Bewegungsrichtung für die Verfahreinrichtung in Kauf genommen wird.

Auch bei einer Einrichtung zum Längsteilen mit jeweils einer Feststelleinrichtung an jedem Messerhalter ist es bei entsprechender Auswahl möglich, Messerhalter mit übermäßig abgenutzten Messern zu überspringen.

Der Rechner der Steuereinheit kann nun so programmiert werden, daß er beim Vergleich der Positionen der Messerhalter des Altprogramms A mit den benötigten Messerhaltern für das neue Programm B ermittelt, von welcher Seite zu beginnen ist und in welcher Reihenfolge die einzelnen Messerhalter zu positionieren sind, um in der geringstmöglichen Zeit die Messerhalter neu zu positionieren. Dies gilt insbesondere dann, wenn, wie für das Beispiel gem. Fig. 1 beschrieben, vorgegebene Messerhalter wegen zu hoher Abnutzung außer Betrieb genommen werden sollen, ohne diese jedoch vom Messerbalken zu entfernen.

Bei diesem Vergleich kann über den Rechner ebenfalls ermittelt werden, ob sich bei der Einrichtung des neuen Schnittprogramms Kollisionen ergeben. In einem solchen Fall muß über die Verfahreinrichtung der bei einer Neueinstellung kollidierende Messerhalter zunächst in einem Freiraum verschoben werden, bevor die Neupositionierung erfolgen kann.

Sollte sich im Betrieb herausstellen, daß ein einzelner Messerhalter defekt ist, das Schnittprogramm ansonsten jedoch weitergeführt werden soll, dann kann die Einrichtung zum Längsteilen gestoppt werden, der defekte Messerhalter in einen Freiraum zwischen zwei Schnittpositionen verschoben werden, so daß dann anschließend mit einer entsprechende Vorgabe das Rechners die verbleibenden Messerhalter für das vorgegebene Schnittprogramm neu positioniert werden können.

Die Anwendung des Verfahrens ist auch möglich, bei Einrichtungen zum Längsteilen, die jeweils an einem Messerbalken mit zwei unabhängig voneinander verfahrbaren Verfahreinrichtungen versehen sind. Die beiden Verfahreinrichtungen sind wiederum über den Rechner der Steuereinheit in der Weise miteinander verknüpft, daß Kollisionen vermieden werden. Dies kann beispielsweise so erfolgen, daß eine der Verfahreinrichtung als vorrangig eingestuft wird, so daß diese ihre Positionierbewegung vollständig zu Ende führen kann, wenn der Rechner eine Kollision erkennt. Die als nachrangig eingestufte Verfahreinrichtung wird entweder vorzeitig gestoppt oder aber aus dem Kollisionsbereich herausgefahren, so daß sie ihren Positioniervorgang erst dann bis zum Ende durchführen kann, wenn die als vorrangig eingestufte Verfahreinrichtung den Kollisionsbereich wieder verlassen hat.

Das erfindungsgemäße Verfahren ist auch anwendbar bei Einrichtungen zum Längsteilen von Materialbahnen, die mit einem zweiten Messerbalken versehen sind, an dem entsprechende Messerhalter für die Gegenmesser mit Hilfe einer diesem Messerhalter zugeordneten, über den Rechner gesteuerten Verfahreinrichtung verschieb- und feststellbar angeordnet sind.

Das erfindungsgemäße Verfahren ist ferner anwendbar bei Einrichtungen zum Längsteilen von Materialbahnen, bei denen die Gegenmesser auf einer Welle verschieb- und feststellbar angeordnet sind. Auch hierfür ist dann eine der Unterwelle zugeordnete Verfahreinrichtung vorgesehen, die über den Rechner gesteuert wird.

In beiden Fällen ist eine entsprechende Wegerfassung für die Verfahreinrichtung vorgesehen.

Da in der Regel die sogenannten Obermesser durch Absenken und eine Querbewegung mit dem Untermesser in Eingriff zu bringen sind, ist in den vorstehend genannten Fällen die Positionierung der Untermesser für ein neues Schnittprogramm nach dem erfindungsgemäßen Verfahren durchzuführen. Erst danach erfolgt die Positionierung der Obermesser entsprechend.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Positionieren von Messerhaltern, die an einem Messerbalken einer Einrichtung zum Längsteilen einer durchlaufenden Materialbahn verschieb- und feststellbar angeordnet sind, wobei am Messerbalken wenigstens eine verfahrbare und ansteuerbare Verfahreinrichtung zum Positionieren der Messerhalter zugeordnet ist, die mit einer Wegerfassung und einer rechnergestützten Steuereinrichtung in Verbindung steht, dadurch gekennzeichnet, daß alle am Messerbalken befindlichen Messerhalter in ihrer Reihenfolge in der Steuereinrichtung identifizierbar registriert sind, daß in der Steuereinrichtung mehrere unterschiedliche Schnittprogramme abgespeichert sind, daß zum Einstellen eines neuen Schnittprogramms dieses für die Steuereinrichtung aufgerufen wird und daß unter Vergleich mit dem vorher eingestellten Schnittprogramm die Verfahreinrichtung so angesteuert wird, daß nacheinander jeweils aus der alten Schnittposition der der neuen Schnittposition nächstliegende Messerhalter in die neue Schnittposition verfahren wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jeweils für die Einstellung des neuen Schnittprogramms nicht benötigte Messerhalter von der Verfahreinrichtung übersprungen werden.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß jeweils für die Einstellung des neuen Schnittprogramms nicht benötigte, in störendem Nahbereich zur neuen Messerhalterposition befindliche Messerhalter aus ihrer alten Position in einen Freiraum zwischen den Positionen des neuen Schnittprogramms verschoben und danach der zu bewegende nächstliegende Messerhalter in seine neue Schnittposition verschoben wird.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß jeweils für die Einstellung des neuen Schnittprogramms nicht benötigte, in störendem Nahbereich zur neuen Messerhalterposition befindliche Messerhalter aus ihrer alten Positionierung über die Verfahreinrichtung durch den neu zu positionierenden Messerhalter mit verschoben werden.
  5. 5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß jeweils der für das neue Schnittprogramm nicht benötigte Messerhalter inaktiviert und in seiner Position am Messerbalken in der Steuereinrichtung registriert wird.
  6. 6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß in der Steuereinrichtung jeweils die Betriebszeiten der einzelnen Messerhalter, jeweils beginnend bei einem Einsatz mit neuen Messer registriert werden.
  7. 7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß beim Einstellen eines neuen Schnittprogramms jeweils Messerhalter mit der jeweils längsten Betriebszeit und/oder Messerhalter, deren Betriebszeiten eine vorgebbare Betriebszeit erreicht und/oder überschritten haben, bei der Ansteuerung der Verfahreinrichtung in der Steuereinrichtung als "nicht benötigt" registriert und von der Verfahreinrichtung beim Positionieren übersprungen werden.
  8. 8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß jeweils Messerhalter mit beschädigten Messern in der Steuereinrichtung als "nicht benötigt" gekennzeichnet werden und durch die Verfahreinrichtung in einen Freiraum verschoben oder übersprungen werden und entsprechend die Einstellung des aktuellen Schnittprogramms oder die Einstellung eines neuen Schnittprogramms mit den übrigen Messerhaltern einschließlich von bisher als "nicht benötigt" inaktivierten Messerhaltern für das Schnittprogramm vorgenommen wird.
  9. 9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß über die Verfahreinrichtung mit ihrer Wegerfassung die gesetzte Position des jeweils positionierten Messerhalters in der Steuereinrichtung abgespeichert wird, so daß jeweils die aktuelle Ist-Position aller Messerhalter auf dem Messerbalken in der Steuereinrichtung abgelegt ist.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com