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Dokumentenidentifikation DE4424940C2 18.06.2003
Titel Verfahren zur Bearbeitung von Holzwerkstücken
Anmelder SCM Group S.p.A., Rimini, IT
Erfinder Gemmani, Giuseppe, Rimini, IT
Vertreter Rechts- und Patentanwälte Lorenz Seidler Gossel, 80538 München
DE-Anmeldedatum 14.07.1994
DE-Aktenzeichen 4424940
Offenlegungstag 09.02.1995
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 18.06.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.06.2003
IPC-Hauptklasse B27F 1/08

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Bearbeitung von Holzwerkstücken, insbesondere von Rahmenhölzern von Tür- und Fensterrahmen, die auf Holzbearbeitungsmaschinen hergestellt werden.

Unter den verschiedenen Tür- und Fensterrahmen aus Holz sind auch Rahmen für Fensterscheiben unterschiedlicher Abmessungen zu finden, die als Oberlicht oder Giebelfenster eingesetzt werden, um ein besseres natürliches Licht zu erlauben. Diese Fensterrahmen sind üblicherweise nicht quadratisch. Um sie an schräg abfallende Dächer angrenzend einsetzen zu können, müssen die Holzwerkstücke, aus denen sie zusammengesetzt sind, in diesem Fall derart bearbeitet werden, daß sie entsprechend der Dachschräge schräg verlaufen.

Es ist z. B. aus der AT 311 030 A bekannt, daß die Maschinen, mit denen derartige Holzwerkstücke hergestellt werden, mehrere Arbeitsstationen aufweisen, die voneinander beabstandet angeordnet sind und durch entsprechende Transportführungen für die Holzwerkstücke, beispielsweise Schlitten usw., miteinander verbunden sind. Diese Transportführungen bilden zusammen eine horizontale Vorschubstrecke. Über diese Transportführungen werden die Holzwerkstücke zunächst entlang einer Ablängstation geführt, die ein erstes Werkzeug aufweist, das normalerweise aus einer Kreissäge mit horizontaler Achse besteht und mit welchem das Holzwerkstück abgelängt wird. Anschließend wird das Holzwerkstück an eine zweite Station weitertransportiert, die ein höheneinstellbares Werkzeug mit vertikaler Achse aufweist, wobei dieses Werkzeug zur Bearbeitung der Seitenlänge des Werkstückes dient, die die geringere Seitenlänge hat. Nach dieser Bearbeitung wird das Holzwerkstück an eine weitere Station geleitet, welche üblicherweise im rechten Winkel zu der vorangehenden Station angeordnet ist. In dieser Station ist ein ebenfalls in der Höhe verstellbares Werkzeug angeordnet, das zur Längsprofilierung des Holzwerkstückes entlang der Seite mit der größeren Länge dient.

Die vorbeschriebene Maschine ist für derartige Holzwerkstücke ausgelegt, die für Standardausführungen von Tür- und Fensterrahmen dienen. Im Falle einer Bearbeitung von Werkstücken mit abgeschrägten Stoßflächen, beispielsweise Rahmenhölzern für Giebelfenster, ist eine automatische Bearbeitung der entsprechenden Holzwerkstücke mit der zuvor beschriebenen Maschine nicht möglich. Hier wird vom Bediener der Maschine das Holzwerkstück um seine Längsachse entsprechend dem Winkel gekippt, der der einzustellenden Schrägung entspricht.

Hieraus folgen jedoch einige Nachteile. Zunächst ist aufgrund der Schrägstellung des Werkstücks für die Bearbeitung ein größerer Platzbedarf insbesondere beim Einführen des Werkstücks wie auch beim Herausführen des Werkstücks notwendig. Darüber hinaus ist der Bedienungsaufwand einer derartigen Maschine höher, wodurch die Bearbeitungszeit für die Bearbeitung des Holzwerkstücks ansteigt.

Aufgabe der Erfindung ist es, ausgehend von einer zuvor beschriebenen Maschine, ein Verfahren zur Bereitstellung eines abgeschrägten Holzwerkstückes an die Hand zu geben, wobei eine automatisierte Abschrägung des Holzwerkstückes in der Maschine möglich ist.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die Merkmalskombination des Anspruchs 1 gelöst. Eine bevorzugte Ausgestaltung des Verfahrens ergibt sich aus dem auf den Anspruch 1 zurückbezogenen Unteranspruch 2.

Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus einem in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiel. Es zeigen:

Fig. 1 Einen Rahmen mit Rahmenhölzern in einer schematischen Frontalansicht, die nach dem betreffenden Verfahren nach der vorliegenden Erfindung bearbeitet wurden;

Fig. 2 eine Maschine zur Bearbeitung von Holzwerkstücken, welche das erfindungsgemäße Verfahren anwendet, in einer Draufsicht;

Fig. 3 ein Detail der Maschine gemäß Fig. 2 in vergrößerter Darstellung und

Figur eine Prinzipdarstellung, die die Bearbeitungsrichtung des Holzwerkstücks bei Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens zeigt.

Das erfindungsgemäße Verfahren zur Bearbeitung von Holzwerkstücken 2, welche Rahmenhölzer Tr und Tn von Holzrahmen I bilden (Fig. 1), ist mittels Maschinen durchführbar, die eine Anzahl von Bearbeitungsstationen enthalten, die in einem Abstand und in einem Winkel zueinander angeordnet sind. Die Bearbeitungsstationen sind durch erste Transportmittel 1 für die Holzwerkstücke 2 selbst (vgl. Fig. 2) miteinander verbunden. Diese als solche bekannten Transportmittel 1 enthalten eine Auflagefläche 10, welche den beweglichen Teil eines Transportsystems mit mindestens zwei gesteuerten Achsen X, Y bildet, die üblicherweise rechtwinklig zueinander verlaufen und allgemein eine horizontale Ebene bilden. Die Auflagefläche 10 ist mit Spannmitteln 11 versehen, so daß das Holzwerkstück 2 aufgespannt werden kann. Diese Mittel 11 werden praktisch aus wenigstens einem Paar von Greifzangen 12 gebildet, die an einem Ende geöffnet werden können und dazu dienen, das Holzwerkstück 2 oder mehrere nebeneinanderliegende Holzwerkstücke 2 einzuspannen. Die Auflagefläche 10 kann über Mittel 13, die beispielsweise aus Führungen 13a und 13b gebildet sind, verschwenkt werden. Die Führungen werden durch mechanische Mittel, die als solche bekannt sind und daher hier nicht näher dargestellt werden müssen, betätigt, so daß diese Führungen in den Richtungen X, Y bewegt werden.

Die Holzwerkstücke 2 werden in den Arbeitsstationen bearbeitet, die entlang einer mit dem Pfeil A bezeichneten Vorschubstrecke vorgesehen sind, und zwar in nachstehender Reihenfolge:

Zunächst wird das Holzwerkstück 2 in X-Richtung in einer ersten Station 3 abgelängt. Die Station 3 weist ein entsprechendes erstes Werkzeug, eine Kreissäge 4, auf, die mit ihrer Betriebsachse um einen Winkel α im Verhältnis der obengenannten X-Richtung geneigt ist, wie in Fig. 2 dargestellt. In einer zweiten Bearbeitung wird in einer zweiten Station 5 das Holzwerkstück 2 entlang seiner Stirnseite 2f, die eine geringere Abmessung aufweist, in Querrichtung bearbeitet. Diese Bearbeitung wird auch als Zapfenschneiden bezeichnet. Die Station 5 weist ein Werkzeug 6 mit vertikaler Achse (Z-Richtung) auf und ist in der Höhe einstellbar. Anschließend erfolgt ein Übergang des Holzwerkstückes 2 von den ersten Transportmitteln 1 an sich anschließende zweite Transportmittel 7, die dazu bestimmt sind, den Transport des Werkstückes bis zu einer dritten Bearbeitung, d. h. der Längsprofilierung, zu übernehmen.

Diese zweiten Transportmittel 7 für das Holzwerkstück 2 bestehen in vereinfachter Darstellung aus einer Führungsschiene 14, die im Verhältnis zu den ersten Transportmitteln 1 unter einem feststehenden Winkel angeordnet ist. Die Führungsschiene 14 dient für das Holzwerkstück 2 als Anschlag. Weiterhin weisen die zweiten Transportmittel 7 eine Rollenbahn 15 mit einer oberen Vorschubvorrichtung 15 s (beispielsweise Förderer mit gummierten Rollen) auf, die zur horizontalen Führung der Holzwerkstücke 2 dienen, so daß das Längsprofil gegriffen wird, d. h. die längste Seite des Werkstückes 2, und zwar in einer dritten Station 8, die ein entsprechendes Werkzeug 9 mit vertikaler Achse Z aufweist, das ebenfalls in der Höhe einstellbar ist.

Wie sich aus den Fig. 2 und 3 ergibt, kann die Arbeit des Ablängens der Stirnseite 2f mit schrägem Profil durch eine Bewegung der ersten Mittel in Richtung L ausgeführt werden, wobei sich L als Resultierende der Bewegung entlang der Achsen X und Y ergibt. Das Werkzeug, also die Kreissäge 4, ist zur maßgerechten Ablängung des schräggestellten Profils an der Stirnseite 2f mit ihrer Schneidkante Pf schräg angeordnet und zwar entsprechend der Schrägstellung α der Stirnseite 2f.

Außerdem ist die Bearbeitung der obengenannten Stirnseite 2f des Holzwerkstücks 2 mit dem schrägen Profil in der zweiten Phase der Querbearbeitung unter der Bewegung der ersten Mittel, d. h. der Auflagefläche 10, in Richtung L vorgesehen, die durch die Resultierende der gesteuerten Bewegung in X- und Y-Richtung bestimmt wird, so daß ein Vorschub des Holzwerkstücks 2 bis an die Station 5 parallel zu oder übereinstimmend mit dem gewünschten Neigungswinkel α der Stirnseite 2f ermöglicht wird.

Praktisch gesehen erfolgen die Herstellungsphasen des Holzwerkstücks 2 in folgender Reihenfolge: Das Holzwerkstück 2 bzw. je nach Abmessung oder Bearbeitungszyklen auch mehrere der Holzwerkstücke 2 werden auf der Auflagefläche 10 positioniert und eingespannt. Sie werden dann in den Richtungen X und Y vorgeschoben, so daß die Kopfseite des Holzwerkstücks 2 an bzw. unter die Säge 4 positioniert wird, wie dies in Fig. 2 dargestellt ist. Die Säge befindet sich bereits bezogen auf die Richtung X in der um den Winkel α geneigten Stellung und wird abgesenkt, wenn das oder die abzulängenden Holzwerkstücke 2 unterhalb der Kreissäge 4 angehalten werden.

Nach dem Ablängen der Stirnseiten 2f wird die Kreissäge 4 wieder hochgehoben, während die Auflagefläche 10 mit den Holzwerkstücken 2 zu der zweiten Station 5 zum Zapfenschneiden weiterläuft.

Während die Auflagefläche 10 sich entlang der Vorschubstrecke A (die mit der Richtung X übereinstimmt) weiterläuft, wird das Holzwerkstück 2 an dem zweiten Werkzeug 6 positioniert, um so das Zapfenschneiden an dessen Kopfseite (vgl. Abb. 3) ausführen zu können, und zwar entlang der Richtung L, die sich aus der Resultierenden L der beiden Richtungen X und Y ergibt und die mit der an der Stirnseite 2f des Werkzeuges 2 hergestellten Profil übereinstimmt.

Sobald die Auflagefläche 10 in der Betriebsposition des Endanschlags zum Zapfenschneiden angekommen ist, gibt sie das Holzwerkstück 2 an die Rollenbahn 15 frei, die nun die Weiterleitung desselben übernimmt (im Fall der Fig. 2 in Richtung Y) um die Längsprofilierung des Holzwerkstücks 2 zu ermöglichen. Dieser Vorgang ist nur schematisch dargestellt, da er als solcher bereits bekannt ist.

Diese Reihenfolge der Arbeitsgänge erlaubt, wie auch der Fig. 4 zu entnehmen ist, eine rationelle und bequeme Bearbeitung des Holzwerkstücks 2, da dieses im Verhältnis zu seiner Ausgangsposition niemals versetzt oder gedreht wird. Daher ist es auch möglich, alle Arbeitsgänge, wie beispielsweise das Einlegen und Entnehmen des Holzwerkstückes, zu automatisieren. Natürlich muß bei der Herstellung der kopfseitigen Profile der Arbeitswinkel im Falle der Bearbeitung von Holzwerkstücken 2, die miteinander zusammengesteckt werden sollen, umgekehrt werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Bearbeiten von Rahmenschenkeln aus Holz, mit einer Maschine, die mehrere beabstandete Bearbeitungsstationen aufweist, wobei die Werkstücke in einer horizontalen Ebene x, y geführt und wie folgt bearbeitet werden:

    Führen eines Werkstücks zu einer ersten Station in einer ersten Richtung (x) , die der Längsstreckung des Werkstücks entspricht,

    Abschneiden des Werkstücks mit einer Kreissäge, deren Achse um einen Winkel α in der x, y-Ebene geneigt ist, wobei das Werkstück in α-Richtung verschoben wird,

    Verschieben des Werkstücks in x-Richtung zu einer zweiten Station,

    Fräsen des Werkstücks an dessen Stirnseite, wobei das Werkstück in α- Richtung verschoben wird,

    Zuführen des Werkstücks in x-Richtung zu einer dritten Station, und

    Profilfräsen des Werkstücks in dessen Längsachse.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass an der Stirnseite des Werkstücks in der zweiten Station Zapfen gefräst werden.






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