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Dokumentenidentifikation DE10150904C1 03.07.2003
Titel Bohr- und Ankersetzgerät
Anmelder Deilmann-Haniel Maschinen- und Stahlbau GmbH, 44319 Dortmund, DE;
DBT GmbH, 44534 Lünen, DE
Erfinder Peters, Frank, Dipl.-Ing., 58099 Hagen, DE;
Finkenbusch, Rainer, Dipl.-Ing., 45731 Waltrop, DE;
Schell, Anton, 45479 Mülheim, DE;
Maas, Michael, 46286 Dorsten, DE
Vertreter Schulte & Schulte, 45219 Essen
DE-Anmeldedatum 18.10.2001
DE-Aktenzeichen 10150904
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 03.07.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 03.07.2003
IPC-Hauptklasse E21B 19/08
IPC-Nebenklasse E21B 7/02   
Zusammenfassung Ein Bohr- und Ankersetzgerät 1 für den Tief-, Berg- und Tunnelbau weist einen Rotationsantrieb 6 auf, welcher direkt an der Stirnseite 10 des Bohrarms 4 und/oder der Stirnseite 11 der Bohrlafette 2 angeordnet ist, sodass beim Rotieren der Bohrlafette 2 zu deren Einrichten ein Minimum an Platz benötigt wird. Eine Schwenkachse 5 ist entweder zwischen den beiden Teilen 8', 8'' eines zweiteiligen Bohrarms 4 oder zwischen einteiligem Bohrarm 4 und Rotationsantrieb 6 für die Bohrlafette 2 angeordnet.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Bohr- und Ankersetzgerät für den Tief-, Berg- und Tunnelbau, mit einer an einem Bohrarm angeordneten Bohrlafette, auf welcher ein Bohrantrieb verschieblich geführt ist, wobei die Bohrlafette zur Einrichtung des Bohr- und Ankersetzgerätes über einen Rotationsantrieb um eine parallel zur Bohrachse verlaufende Achse rotierbar ausgebildet ist.

Bohr- und Ankersetzgeräte für den Tief-, Berg- und Tunnelbau müssen unterschiedlichen Bedingungen bei der Herstellung der Bohrlöcher und beim Ankersetzen schnell angepasst werden können. Gerade wenn wenig Platz für die Einrichtung und Umrüstung dieser Geräte vorhanden ist, wie dies beispielsweise beim Arbeiten bei geringen Mächtigkeiten, beipielsweise im Kammerpfeilerbau unter Tage der Fall ist, sollte eine Neuausrichtung des Gerätes zum Herstellen einer neuen Bohrung unter Inanspruchnahme von möglichst wenig Raum erfolgen. Dabei muss das Bohrgerät ggf. in der Höhe, in der seitlichen Ausrichtung wie in der Neigung leicht eingestellt werden können, ohne das eigentliche Gerät neu ausrichten zu müssen. Dazu sind Bohr- und Ankersetzgeräte bekannt EP 0016 716 A1, bei denen zwischen Bohrarm und Bohrlafette ein die Rotation der Bohrlafette zur Einrichtung des Gerätes ermöglichender Antrieb und ggf. ein das Schwenken der Bohrlafette ermöglichender weiterer Antrieb vorhanden sind. Die Antriebe sind in unmittelbarer Nähe rechtwinklig zueinander positioniert, sodass das Problem auftritt, dass der dem Bohrarm zugeordnete und mit diesem bei horizontaler Ausrichtung des Bohrgerätes in einer Flucht liegende Rotationsantrieb bei der Rotation der Bohrlafette um ihre Rotationsachse einen sehr großen Kreis beschreibt, weil der Abstand zwischen Rotationsantrieb und den am weitesten außen liegenden Bauteilen wie Bohrantrieb oder Grippern viel zu groß ist, um das Bohrgerät bei Räumen geringer lichter Höhe einsetzen zu können. Hinzu kommt, dass ein Schwenkantrieb zwischen Rotationsantrieb und Bohrlafette liegt. Durch dieses Übereinanderbauen von Rotations- und Schwenkantrieb wird der Abstand zwischen Rotationsachse und den am weitesten entfernt liegenden Bauteilen zusätzlich vergrößert. Aufgrund der benachbarten Anordnung von Schwenk- und Rotationsantrieb für die Bohrlafette werden also die jeweiligen Bewegungsmöglichkeiten deutlich beeinträchtigt.

Der vorliegenden Erfindung stellt sich damit die Aufgabe, ein Bohr- und Ankersetzgerät für den Einsatz auch bei beengten räumlichen Gegebenheiten zu schaffen.

Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass der Rotationsantrieb an der dem Bohrarm zugewandten Stirnseite der Bohrlafette angeordnet ist.

Die Anordnung des Rotationsantriebs unmittelbar an der Bohrlafette bewirkt, dass bei der Rotation zum Einrichten der Bohrlafette deutlich weniger Platz beansprucht wird, sodass das Bohr- und Ankersetzgerät vor allem dann praktischerweise eingesetzt werden kann, wenn eine geringe lichte Höhe zur Verfügung steht. Der Rotationsantrieb und die Bohrlafettenachse sind dabei hintereinander in einem Höhenkorridor angeordnet, wodurch der bei der Rotation beschriebene Kreis deutlich verringert wird.

Eine vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung ist die, bei der zwischen Rotationsantrieb und Bohrarm ein Schwenkantrieb zum Schwenken der Bohrlafette um eine senkrechte Achse angeordnet ist. Dabei ist also der Rotationsantrieb an der Stirnseite des Bohrarms und der Schwenkantrieb an der Stirnseite der Bohrlafette vorgesehen. Dabei weisen Bohrlafette und/oder Rotationsarm jeweils Auslegerarme auf, zwischen denen der Schwenkantrieb vorgesehen ist. Die Längsachse des Schwenkantriebs liegt dabei vorteilhafterweise in etwa in einer Flucht mit der Rotationsachse und der Bohrlafettenachse.

Während bei der zuvor beschriebenen Ausführungsform der Erfindung der Rotationsantrieb zwischen Schwenkachse und Bohrlafette angeordnet ist, ist es auch möglich, dass ein vorhandenener Antrieb zum Schwenken der Bohrlafette gegenüber dem Rotationsantrieb für die Einrichtung der Bohrlafette beabstandet positioniert ist, indem der Bohrarm zweiteilig ausgebildet ist, wobei der der Bohrlafette zugewandte Teil des Bohrarms einerseits um eine beide Teile verbindende senkrechte Achse schwenkbar und andererseits über den Rotationsantrieb mit der Bohrlafette verbunden ausgebildet ist. Aufgrund der direkten Zuordnung des Rotationsantriebs zur Bohrlafette bleibt deren volle Schwenkbarkeit erhalten, indem ihre Rotationsachse so günstig liegt, dass der bei der Rotation beschriebene Kreis minimal ist.

Eine weitere Variante der Erfindung sieht vor, dass der Rotationsantrieb zwischen dem Bohrarm und der Bohrlafette an der Stirnseite der Bohrlafette und der Stirnseite des Bohrarms angeordnet ist. Der Rotationsantrieb für ein derartiges ohne Schwenkmechanismus ausgerüstetes Bohrgerät ist dabei unmittelbar zwischen hier einteiligem Bohrarm und Bohrlafette vorgesehen.

Eine besonders platzsparende Ausführungsform ist verwirklicht, wenn bei horizontal ausgerichtetem Bohrarm und horizontal ausgerichteter Bohrlafette die Bohrarmachse und die Rotationsachse annähernd in einer Flucht liegen. Dies wird erreicht, indem Bohrarm und Bohrlafette durch die Anordnung des schwenkbaren der Bohrlafette zugewandten Teils des Bohrarms in der Form versetzt zueinander angeordnet sind, dass der Rotationsantrieb direkt oder indirekt, beispielsweise über eine zusätzliche Neigungsverstelleinrichtung an die Bohrlafette angeschlossen werden kann, wobei Rotationsantrieb und Bohrarmachse in einem Höhenkorridor angeordnet sind. Die zweiteilige Ausbildung des Bohrarms mit dem schwenkbaren Teil am der Bohrlafette zugewandten Ende ermöglicht diese Bewegung mit großem Winkel, ohne dass dabei die Rotationsmöglichkeit der Bohrlafette eingeschränkt würde.

Die Anordnung des Rotationsantriebs zwischen Bohrarm und -lafette hat den weiteren Vorteil, dass auch die Rotationsachse und Lafettenachse annähernd in einer Flucht liegen, dass also Rotationsachse und Längsachse der Bohrlafette in etwa zusammenfallen, womit eine weiterere Wendigkeit des Bohr- und Ankersetzgerätes erreicht wird. Bohrarm-, Lafetten- und Rotationsachse und ggf. auch die Längsachse des Schwenkantriebs liegen also bei entsprechender horizontaler Ausrichtung des Gerätes so dicht beieinander in einem gemeinsamen Höhenkorridor, dass beim Rotieren der Bohrlafette zu deren Einrichtung nur ein Minimum an Platz benötigt wird.

Der einerseits mit dem Bohrarm und andererseits mit der Bohrlafette bzw. dem Rotationsantrieb verbundene schwenkbare der Bohrlafette zugewandte Teil des Bohrarms, der ermöglicht, den Schwenkpunkt so weit in Richtung Bohrarm, also beabstandet zum Rotationsantrieb zu positionieren, ist so angeordnet, dass der Bohrarm im Bereich der senkrechten Achse eine Schwenkplattform aufweist, welcher mindestens ein Hydraulikzylinder zum Schwenken des schwenkbaren Teils des Bohrarms bzw. der Bohrlafette zugeordnet ist. Der Punkt, um den die Bohrlafette geschwenkt wird, liegt zwischen den Bohrarmteilen, sodass der eine Schwenkeinheit bildende schwenkbare Teil des Bohrarms und die Bohrlafette gemeinsam bei Bedienung des oder der Hydraulikzylinder geschwenkt und entsprechend ausgerichtet werden können. Die Schwenkplattform ist Bestandteil des Bohrarms, der Hydraulikzylinder ist an diesen und den schwenkbaren Teil des Bohrarms angeschlossen, sodass das Ausfahren des Hydraulikzylinders ein Verschwenken von diesem Bohrarmteil bzw. der damit verbundenen Bohrlafette bewirkt.

Dazu ist vorgesehen, dass der Hydraulikzylinder einerseits mit der Schwenkplattform und andererseits mit dem schwenkbaren der Bohrlafette zugewandten Teil des Bohrarms verbunden ist. Die Schwenkplattform, die einseitig oder auch beidseitig des Bohrarmes angeordnet sein kann, je nachdem, wie das Bohrgerät ausgerichtet werden soll, ermöglicht ein Verschenken in einem ausreichend großen Winkel.

Zur Platzersparnis wird vorgeschlagen, dass die Schwenkplattform U-förmig oder L-förmig ausgebildet ist, wobei die U-förmige Ausbildung für die beiderseitige und die L-förmige für die nur einseitige Schwenkbarkeit der Bohrlafette gedacht ist. In Anbetracht eines möglichen Einsatzes im Kammerpfeilerbau dürfte es häufig genügen, die Schwenkbarkeit in nur eine Richtung zu gewährleisten.

Während der Hydraulikzylnder auch direkt an den schwenkbaren Teil des Bohrarms angelenkt sein kann, ist es ebenso denkbar, dass der Hydraulikzylinder über einen Verstellarm mit dem Bohrarm und über einen Verstellarm mit dem schwenkbaren Teil des Bohrarms verbunden ist. In einer Art kinematischen Kopplung wird somit auch bei einer sehr kleinen, beispielsweise L-förmig ausgebildeten Plattform mit nur einem Hydraulikzylinder eine Schwenkbarkeit des schwenkbaren Bohrarmteils auch um weit über 200° erreicht.

In einer bevorzugten Ausführungsform des Hydraulikzylinders ist vorgesehen, dass die Verstellarme gemeinsam am Hydraulikzylinder angelenkt sind, sodass beim Ausfahren des Zylinders auf beide Verstellarme zum Verschwenken des eine Schwenckeinheit bildenden Bohrarmteils eingewirkt wird.

In erster Linie an die Ausbildung des Hydraulikzylnders bei einer beidseitig ausgebildeten Schwenkplattform ist gedacht, wenn vorgesehen ist, dass der Hydraulikzylinder demontierbar ausgebildet ist. Wird unter normalen Bedingungen eine Verschwenkbarkeit der Bohrlafette nur in eine Richtung benötigt, so kann andernfalls durch Demontage des Zylinders und Montage auf der anderen Seite der Plattform das Gerät kurzfristig und mit wenig Aufwand umgerüstet werden.

Der Bohrarm dient neben der Höhen- auch zur Neigungseinrichtung des Bohrgerätes, wozu der Bohrarm an seinen beiden Enden eine Neigungsverstelleinrichtung aufweist. Dazu ist vorgesehen, dass zwischen dem schwenkbaren der Bohrlafette zugewandten Teil des Bohrarms und dem Rotationsantrieb eine Neigungsverstelleinrichtung für die Bohrlafette angeordnet ist. Damit kann die Bohrlafette auch in maximalen Höhen eingesetzt werden, sodass die Gesamtlänge des Bohrarmes inklusive dessen schwenkbaren der Bohrlafette zugewandten Teils genutzt werden kann. Der Hydraulikzylinder zur Bedienung der Neigungsverstelleinrichtung ist dabei einerseits dem Bohr arm und andererseits dem Anschluss an die Bohrlafette zugeordnet.

Die erfindungsgemäße Aufgabe wird außerdem dadurch gelöst, dass für die Längsverschieblichkeit der Bohrlafette ein Auszugszylinder vorgesehen ist, welcher innerhalb des Lafettenprofils unterhalb des Vorschubzylinders für den Bohrantrieb angeordnet ist. Während der Auszugszylinder bisher unterhalb des Lafettenprofils in einem Hohlprofil angeordnet war, verschwindet dieser nun gewissermaßen im Lafettenprofil und ist in dieses integriert, sodass ein erhebliches Maß an Bauhöhe eingespart werden kann, was zu weiterer Platzersparnis beim Verschwenken und Rotieren der Bohrlafette führt.

Zusätzlich ist es vorteilhaft, wenn der Lafettenträger als den Auszugszylinder aufnehmendes U-Profil ausgebildet ist. Entsprechend kann der Lafettenträger eine Ausnehmung für die Zylindereinheit vorsehen, sodass zu einer weiteren Platzersparnis beigetragen wird.

Eine weitere Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass in dem Lafettenträger eine Ausnehmung für den Auszugszylinder vorgesehen ist. Diese direkt oder indirekt korrespondierend zum Auszugszylinder ausgebildete Ausnehmung bewirkt eine weitere Reduzierung der Bauhöhe.

Die Erfindung zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass ein Bohr- und Ankersetzgerät geschaffen ist, das besonders dann vorteilhaft einsetzbar ist, wenn die für den Einsatz zur Verfügung stehende lichte Höhe im Tief-, Berg- oder Tunnelbau gering ist. Neben einer aufgrund der Anordnung von Auszugszylinder für die Bohrlafette und Vorschubzylinder für den Bohrantrieb reduzierten Bauhöhe kann das Bohrgerät auch bei wenig vorhandenem Raum eingesetzt werden, weil eine mögliche Schwenkbarkeit der Bohrlafette und deren Rotation zur Einrichtung des Bohrgerätes an zueinander beabstandeten Positionen, aber in einer gemeinsamen Flucht hintereinander liegend bewirkt werden. Der für die Rotation in Anspruch zu nehmende Platz wird deutlich verringert, da der Rotationsantrieb zwischen Bohrlafette und Bohrarm angeordnet ist, ohne den zum Schwenken möglichen Winkel zu verringern. Das Schwenkgelenk ist dabei entweder zwischen den zwei Teilen eines zweiteiligen Bohrarms oder zwischen Bohrarm und Rotationsantrieb angeordnet.

Weitere Einzelheiten und Vorteile des Erfindungsgegenstandes ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung der zugehörigen Zeichnung, in der ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel mit den dazu notwendigen Einzelheiten und Einzelteilen dargestellt ist. Es zeigen

Fig. 1 ein Bohrgerät mit Rotationsantrieb ohne Schwenkmechanismus,

Fig. 2 ein Bohrgerät mit Schwenkmechanismus in Seitenansicht,

Fig. 3 ein Bohrgerät mit Schwenkmechanismus in Draufsicht,

Fig. 4 eine Darstellung gemäß Fig. 3 im eingeschwenkten Zustand,

Fig. 5 ein verschwenketer Bohrarm mit kinematischer Kopplung,

Fig. 6 eine Darstellung gemäß Fig. 5 mit in die andere Richtung verschwenktem Bohrarm,

Fig. 7 ein Bohrgerät mit Schwenkmechanismus zwischen Rotationsantrieb und Bohrlafette in Seitenansicht,

Fig. 8 eine Darstellung gemäß Fig. 7 in Draufsicht und

Fig. 9 einen Querschnitt durch Lafettenträger und -profil mit Blick auf den Bohrantrieb.

Fig. 1 zeigt ein Bohr- und Ankersetzgerät 1, bei dem der Rotationsantrieb 6 zwischen einem hier einteiligen Bohrarm 4 und der Bohrlafette 2 angeordnet ist. Weil ein Schwenkmechanismus hier nicht vorhanden ist, ist der Rotationsantrieb 6 einerseits gegenüber dem Bohrarm 4, an dessen Stirnfläche 10 mittels des Flansches 41 und andererseits an der dem Bohrarm 4 zugewandten Stirnfläche 11 der Bohrlafette 2 mittels des Flansches 42 fixiert. Bohrarmachse 12, Rotationsachse 9 und Lafettenachse 21 liegen in diesem Zustand einer horizontalen Ausrichtung des Bohrgerätes 1 annähernd in einer Flucht auf einem gemeinsamen Höhenkorridor hintereinander. Wird die Bohrlafette 2 über den Rotationsantrieb 6 zwecks Ausrichtung der Bohrlafette 2 gedreht, ist der Abstand zwischen der Rotationsachse 9 und der Oberkante des Bohrantriebs 3 bzw. des Grippers 29 vorteilhafterweise so gering, dass auch der Einsatz des Bohrgerätes bei besonders geringen Mächtigkeiten, also bei beengten räumlichen Gegebenheiten realisiert werden kann. Auf der Bohrlafette 2 ist der Bohrantrieb 3, hier ein Bohrhammer 20, angeordnet, um mittels Bohrstange 26 Bohrlöcher herzustellen oder auch Anker zu setzen. Zu erkennen sind Lafettenprofil 18 und Auszugszylinder 16 für die Längsverschiebung der Bohrlafette 2. Führungen 31 sind zwischen Bohrlafette 2 und Lafettenträger 35 angeordnet. Der Bohrantrieb 3 wird über den Vorschubzylinder 17 verfahren, welcher oberhalb des Auszugszylinders 16 angeordnet ist. Die Bohrlafette 2 verfügt endseitig über den als Schneckenantrieb 28 ausgebildeten Rotationsantrieb 6.

Fig. 2 zeigt ein Bohr- und Ankersetzgerät 1 mit einem Schwenkmechanismus, welcher sich dadurch auszeichnet, dass der an der Stirnseite 11 der Bohrlafette 2 angeordnete Rotationsantrieb 6 und die Schwenkachse 5 beabstandet zueinander ausgebildet sind, weil die Schwenkachse 5 dem zweiteiligen Bohrarm 4 zugeordnet ist. Der schwenkbare Teil 8" des Bohrarms 4 ist also einerseits um die senkrecht angeordnete Achse 5 im Bereich des Schwenkgelenks 13 schwenkbar und andererseits über den Rotationsantieb 6 mit der Bohrlafette 2 verbunden, wobei hier noch die Neigungsverstelleinrichtung 36 im Bereich des Anschlusses 30 von Schwenkeinheit und Bohrlafette 2 angeordnet ist. Über die Hydraulikzylinder 22 und 27 kann der Bohrarm 4 dazu so verfahren werden, dass Höhen- und Neigungseinstellungen hiermit vorgenommen werden können.

Fig. 3 zeigt insbesondere die Schwenkplattform 14, welche hier U-förmig, also beidseitig des Bohrarms 4, angeordnet ist. Der Bohrarm 4 besteht aus den beiden Teilen 8' und 8". Über den Hydraulikzylinder 15 können dabei der schwenkbare Teil 8" des Bohrarms 4 und die Bohrlafette 2 um die Schwenkachse 5 bzw. das Schwenkgelenk 13 geschwenkt werden. Dazu ist der Hydraulikzylinder 15 einerseits mit der Schwenkplattform 14 und andererseits mit dem schwenkbaren Teil 8" des Bohrarms 4 verbunden. Falls der Hydraulikzylinder 15 demontierbar ist, kann er auch auf der gegenüberliegenden Seite angeschlossen werden, wozu entsprechende Anschlüsse 32, 33 vorhanden sind.

Entsprechend eingeschwenkt ist die Bohrlafette 2 in der Darstellung gemäß Fig. 4 zu erkennen, wobei der Hydraulikzylinder 15 sich hier in der eingefahrenen Position befindet. Gezeigt ist hier deutlich der Vorteil der beabstandeten Anordnung von Rotationsantrieb 6 und Schwenkachse 5 mit dem aus dem nicht schwenkbarem Teil 8' und schwenkbarem Teil 8" bestehenden Bohrarm 4, die insbesondere eine Rotation beim Ausrichten der Bohrlafette 2 ermöglichen, die nur ein Minimum an Platz beansprucht.

Während bei der Darstellung gemäß Fig. 4 dann, wenn das Bohrgerät auch in beide Richtungen schwenkbar sein soll, eine Umrüstung des Hydraulikzylinders 15 notwendig ist, ist in Fig. 5 und Fig. 6 ein Hydraulikzylinder 15 gezeigt, der über den Verstellarm 24 mit dem Bohrarm 4 und über den Verstellarm 25 mit dem schwenkbaren Teil 8" des Bohrarms 4 so verbunden ist, dass aufgrund der kinematischen Kopplung ein Verschwenken in beide Richtungen möglich ist, wie es Fig. 5 und Fig. 6 zeigen.

Fig. 7 und Fig. 8 zeigen ein Bohr- und Ankersetzgerät 1, beidem zwischen dem hier einteilig ausgebildeten Bohrarm 4 und der Bohrlafette 2 neben dem Rotationsantrieb 6 auch ein Schwenkantrieb 40 angeordnet ist. Der Rotationsantrieb 6 ist dabei an der Stirnseite 11 der Bohrlafette 2 angeordnet. Über einen Flansch 42 sind Rotationsantrieb 6 und Bohrlafette 2 verbunden, während über den Flansch 41 der Schwenkantrieb 40 mit dem Bohrarm 4 verbunden ist. Der Flansch 43 wiederum verbindet Rotationsantrieb 6 und Schwenkantrieb 40. Der Schwenkantrieb 40 weist seinerseits Auslegerarme 37 auf, über welchen die Verbindung zur Bohrlafette 2 hergestellt ist. Die Längsachse 43 des Schwenkantriebs 40 liegt bei horizontaler Ausrichtung des Bohrgeräts 1 ebenfalls annähernd in einer Flucht mit der Rotationsachse 9 bzw. der Lafettenachse 21. Bezugszeichenliste 1 Bohrgerät

2 Bohrlafette

3 Bohrantrieb

4 Bohrarm

5 Schwenkachse

6 Rotationsgetriebe

7 Bohrachse

8 Teil von Bohrarm

9 Rotationsachse

10 Stirnseite Bohrarm

11 Stirnseite Lafette

12 Bohrarmachse

13 Schwenkgelenk

14 Schwenkplattform

15 Hydraulikzylinder

16 Auszugszylinder

17 Vorschubzylinder

18 Lafettenprofil

19 Hammerschlitten

20 Bohrhammer

21 Lafettenachse

22 Hydraulikzylinder

23 Ende

24 Verstellarm

25 Verstellarm

26 Bohrstange

27 Hydraulikzylinder

28 Schneckenantrieb

29 Gripper

30 Anschluss

31 Führung

32 Anschluss

33 Anschluss

34 Ausnehmung

35 Lafettenträger

36 Neigungsverstelleinrichtung

37 Auslegerarm

40 Schwenkantrieb

41 Flansch

42 Flansch

43 Längsachse Schwenkantrieb


Anspruch[de]
  1. 1. Bohr- und Ankersetzgerät für den Tief-, Berg- und Tunnelbau, mit einer an einem Bohrarm (4) angeordneten Bohrlafette (2), auf welcher ein Bohrantrieb (3) verschieblich geführt ist, wobei die Bohrlafette (2) zur Einrichtung des Bohr- und Ankersetzgerätes über einen Rotationsantrieb (6) um eine parallel zur Bohrachse (7) verlaufende Achse (9) rotierbar ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Rotationsantrieb (6) an der dem Bohrarm (4) zugewandten Stirnseite (11) der Bohrlafette (2) angeordnet ist.
  2. 2. Bohr- und Ankersetzgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen Rotationsantrieb (6) und Bohrarm (4) ein Schwenkantrieb (40) zum Schwenken der Bohrlafette um eine senkrechte Achse (5) angeordnet ist.
  3. 3. Bohr- und Ankersetzgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Bohrarm (4) zweiteilig ausgebildet ist, wobei der der Bohrlafette (2) zugewandte Teil (8") des Bohrarms (4) einerseits um eine beide Teile (8', 8") verbindende senkrechte Achse (5) schwenkbar und andererseits über den Rotationsantrieb (6) mit der Bohrlafette (2) verbunden ausgebildet ist.
  4. 4. Bohr- und Ankersetzgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Rotationsantrieb (6) zwischen dem Bohrarm (4) und der Bohrlafette (2) an der Stirnseite (11) der Bohrlafette (2) und der Stirnseite (10) des Bohrarms (4) angeordnet ist.
  5. 5. Bohr- und Ankersetzgerät nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei horizontal ausgerichtetem Bohrarm (4) und horizontal ausgerichteter Bohrlafette (2) die Bohrarmachse (12) und die Rotationsachse (9) annähernd in einer Flucht liegen.
  6. 6. Bohr- und Ankersetzgerät nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Rotationsachse (9) und die Lafettenachse (21) annähernd in einer Flucht liegen.
  7. 7. Bohr- und Ankersetzgerät nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Bohrarm (4) im Bereich der senkrechten Achse (5) eine Schwenkplattform (14) aufweist, welcher mindestens ein Hydraulikzylinder (15) zum Schwenken des der Bohrlafette (2) zugewandten Teils (8") des Bohrarms (4) bzw. der Bohrlafette (2) zugeordnet ist.
  8. 8. Bohr- und Ankersetzgerät nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Hydraulikzylinder (15) einerseits mit der Schwenkplattform (14) und andererseits mit dem schwenkbaren der Bohrlafette (2) zugewandten Teil (8") des Bohrarms (4) verbunden ist.
  9. 9. Bohr- und Ankersetzgerät nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwenkplattform (14) U-förmig oder L-förmig ausgebildet ist.
  10. 10. Bohr- und Ankersetzgerät nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Hydraulikzylinder (15) über einen Verstellarm (24) mit dem Bohrarm (4) und über einen Verstellarm (25) mit dem schwenkbaren Teil (8") des Bohrarms (4) verbunden ist.
  11. 11. Bohr- und Ankersetzgerät nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstellarme (24, 25) gemeinsam am Hydraulikzylinder (15) angelenkt sind.
  12. 12. Bohr- und Ankersetzgerät nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Hydraulikzylinder (15) demontierbar ausgebildet ist.
  13. 13. Bohr- und Ankersetzgerät nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem schwenkbaren der Bohrlafette zugewandten Teil (8") des Bohrarms (4) und dem Rotationsantrieb (6) eine Neigungsverstelleinrichtung (36) für die Bohrlafette (2) angeordnet ist.
  14. 14. Bohr- und Ankersetzgerät für den Tief-, Berg- und Tunnelbau, mit einer an einem Bohrarm (4) angeordneten Bohrlafette (2), auf welcher ein Bohrantrieb (3) verschieblich geführt ist, wobei die Bohrlafette (2) zur Einrichtung des Bohr- und Ankersetzgerätes über einen Rotationsantrieb (6) um eine parallel zur Bohrachse (7) verlaufende Achse (9) rotierbar ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, dass für die Längsverschieblichkeit der Bohrlafette (2) ein Auszugszylinder (16) vorgesehen ist, welcher innerhalb des Lafettenprofils (18) unterhalb des Vorschubzylinders (17) für den Bohrantrieb (3) angeordnet ist.
  15. 15. Bohr- und Ankersetzgerät nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Lafettenträger (35) als den Auszugszylinder (16) aufnehmendes U-Profil ausgebildet ist.
  16. 16. Bohr- und Ankersetzgerät nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Lafettenträger (35) eine Ausnehmung (34) für den Auszugszylinder (16) vorgesehen ist.






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