PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE10157779A1 10.07.2003
Titel Anordnung zum Schützen eines Objektes
Anmelder Lührs, Günter, 24558 Henstedt-Ulzburg, DE
Erfinder Lührs, Günter, 24558 Henstedt-Ulzburg, DE
Vertreter Jaeschke, R., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 22851 Norderstedt
DE-Anmeldedatum 28.11.2001
DE-Aktenzeichen 10157779
Offenlegungstag 10.07.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 10.07.2003
IPC-Hauptklasse B64B 1/50
IPC-Nebenklasse F41H 11/04   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Anordnung zum Schützen eines Objektes gegen gefährdende Flugobjekte. Es ist eine Vielzahl von steigfähigen Flugkörpern vorgesehen, die in der Ruhelage im oder am Boden beziehungsweise unter oder im Wasser in einem Umkreis zumindest teilweise um das Objekt herum angeordnet sind und in der aktivierten Lage in die Luft steigen und mit Leinen auf wenigstens einer vorgebbaren Höhe gehalten werden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Anordnung zum Schützen eines Objektes gegen dieses gefährdende Flugobjekte.

Es ist eine Vielzahl von Objekten bekannt, die gegenüber auf sie herabstürzende oder gezielt auf sie gelenkte Flugobjekte geschützt werden müssen. Dies betrifft insbesondere Kernkraftwerke, Stauwerke oder Bohrplattformen, deren Beschädigung oder Zerstörung katastrophale Schäden zur Folge hätten. Während zu Krisenzeiten eine ständige Überwachung des Luftraumes erfolgt und eventuell eindringende feindliche Flugzeuge erkannt und an der Zerstörung des zu schützenden Objektes gehindert werden können, ist ein dauerhafter Schutz solcher Objekte zu normalen Zeiten nicht möglich. Unvorhergesehene Unfälle oder terroristische Anschläge könnten daher zu einer Zerstörung oder Beschädigung eines solchen Objektes führen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Anordnung zum Schützen eines solchen Objektes zu schaffen, mit der ein dauerhafter Schutz gegen sich nähernde Flugobjekte möglich ist.

Die Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß eine Vielzahl von steigfähigen Flugkörpern vorgesehen ist, die in der Ruhelage im oder am Boden bzw. unter oder auf dem Wasser in einem Umkreis zumindest teilweise um das Objekt herum angeordnet sind und die in der aktivierten Lage in die Luft steigen und mit Leinen auf wenigstens einer vorgebbaren Höhe gehalten werden. Mit solchen Flugkörpern ist es möglich, den freien Anflug auf das Objekt zu verhindern. Insbesondere wird erreicht, daß durch die Flugkörper eine Irritation erzeugt wird und Sicht auf das Objekt behindert ist, wodurch ein gezieltes Anfliegen gestört wird. Dies ist in vielen Fällen auch vollkommen ausreichend, da ein Abstürzen beispielsweise eines Flugzeuges lediglich in der Nähe des zu schützenden Objektes nicht zu einer nennenswerten Beschädigung oder gar zur Zerstörung des Objektes führt. Ein wirksamer Schutz kann somit bereitgestellt werden.

Es kann vorgesehen werden, daß die Flugkörper Ballons sind, die mit einem Gas gefüllt sind, dessen Dichte geringer als Luft ist. Hiermit wird mit einfachen Mitteln erreicht, daß die Flugkörper nach deren Aktivierung in die Luft steigen und dort auf der betreffenden Höhe verweilen. Das Gas kann beispielsweise Wasserstoff oder Helium sein.

Es ist grundsätzlich zweckmäßig, wenn die Ballon- Flugkörper im aufgeblasenen Zustand in der Ruhestellung gehalten werden. Dies hat den Vorteil, daß eine schnelle Aktivierung ermöglicht wird, die bei einer unvorhergesehenen und plötzlichen Gefährdung des Objektes erforderlich ist.

Es kann aber auch vorgesehen werden, daß die Ballon- Flugkörper in der Ruhestellung unaufgeblasen sind und mit einer Druckgaszuführung, insbesondere einer Druckgasflasche in Verbindung stehen. Besonders zweckmäßig ist es hierbei, wenn jedem Ballon wenigstens eine Druckgasflasche zugeordnet ist. Der Raumbedarf des Flugkörpers läßt sich somit minimieren, wobei gleichwohl durch die Verwendung von Druckgas eine schnelle Aktivierung möglich ist. Die Druckgasflaschen bzw. die Druckgaszuführungen weisen vorzugsweise ein zentral steuerbares Ventil auf. Bei Erreichen der erforderlichen Füllung kann die Verbindung zu der Druckgaszuführung oder aber der Druckgasflasche selbsttätig gelöst werden.

Gemäß einer weitergehenden Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, daß zumindest ein Teil der Flugkörper mit wenigstens einer Sprengladung versehen ist. Dies hat den Vorteil, daß ein sich näherndes Flugobjekt effektiv am Anflug auf das zu schützende Objekt gehindert werden kann.

Wie die Sprengladung zur Explosion gebracht wird, ist grundsätzlich beliebig. Es können beispielsweise Berührungssensoren vorgesehen sein, die die Sprengladung zünden, wenn der Flugkörper in Kontakt mit dem gefährdenden Flugobjekt kommt. Auch kann es zweckmäßig sein, wenn die Sprengladung fernzündbar ist. Schließlich kann es ausreichend sein, wenn die Sprengladung durch Abreißen der Halteleine gezündet wird. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn versucht wird, die Flugkörper zu unterfliegen, wodurch das Flugobjekt die Halteleinen abreißt. Durch die Druckwelle bei einer Explosion der Flugkörper ist davon auszugehen, daß das Flugobjekt vom Kurs abkommt, so daß der gezielte Anflug verhindert wird.

Es ist zweckmäßig, wenn die Flugkörper Bestandteil von Funktionseinheiten sind, die Behältnisse für die Flugkörper und die Halteleinen umfassen. Es ist hierbei günstig, wenn zumindest ein Teil der Flugkörper in unterirdischen Silos in der Ruhestellung gehalten werden. Diese Silos können beispielsweise getarnt sein, so daß eine Beschädigung oder Zerstörung derselben nur schwer möglich ist. Auch ist es möglich, daß zumindest ein Teil der Flugkörper in oberirdischen Silos in der Ruhestellung gehalten werden. Dies ist beispielsweise dann zweckmäßig, wenn der Boden ein Einbringen von unterirdischen Silos nicht zuläßt.

Auch kann vorgesehen werden, daß zumindest ein Teil der Flugkörper in fahrbaren Silos in der Ruhestellung gehalten werden. Dies kann dann zweckmäßig sein, wenn das Objekt sich selbst bewegt oder aber wenn eine stationäre Anordnung solcher Silos im Umkreis des betreffenden Objektes nicht ohne weiteres möglich ist.

Die Flugkörper können um das Objekt herum in einer oder mehreren Reihen auf Lücke positioniert sein. Weiterhin kann vorgesehen werden, daß die Flugkörper in mehreren Reihen in unterschiedlichen Höhen durch die Leinen gehalten werden. Insgesamt wird ein Sichtvorhang durch die Flugkörper erzeugt, die ein gezieltes Anfliegen auf das zu schützende Objekt nahezu unmöglich machen. Durch den Einsatz von Sprengladungen wird ein Hindurchfliegen ebenfalls wirksam verhindert.

Es kann weiterhin vorgesehen werden, daß ein Detektionssystem sich nähernde Flugobjekte erfaßt, welches nach erfolgter Erfassung eines das Objekt gefährdendes Flugobjektes zumindest die Flugkörper in der Anflugrichtung aktiviert. Dies hat den Vorteil, daß ein manuelles Aktivieren nicht erforderlich ist.

Die Erfindung wird im folgenden anhand der schematischen Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:

Bild 1 eine mobile Funktionseinheit mit einem Flugkörper gemäß der Erfindung,

Bild 2 eine oberirdische Einheit mit einem Flugkörper gemäß der Erfindung,

Bild 3 eine unterirdische Funktionseinheit mit einem Flugkörper gemäß der Erfindung,

Bild 4 eine seegegründete Funktionseinheit mit einem Flugkörper gemäß der Erfindung,

Bild 5 eine genauere Darstellung einer Funktionseinheit mit einem Flugkörper gemäß der Erfindung,

Bild 6 die Draufsicht auf die Anordnung mit einer Vielzahl von Flugkörpereinheiten gemäß der Erfindung und

Bild 7 die Seitenansicht auf eine aktivierte Anordnung gemäß der Erfindung.

In der Zeichnung ist mit "Target" ein Objekt gekennzeichnet, daß gegenüber gezielten Angriffen mittels eines Flugzeuges geschützt werden muß. Um das Objekt herum sind in mehreren Reihen, in der Zeichnung in konzentrischen Kreisen, mehrere Funktionseinheiten auf Lücke angeordnet, die jeweils mit einem steigfähigen Flugkörper e versehen sind. Die Funktionseinheit ist in Bild 5 näher dargestellt. Es ist ein Silo oder ein ähnliches Behältnis a vorgesehen, in dem ein Ballon e durch einen Deckel f entgegen seiner Auftriebsbewegung in der Ruhestellung gehalten ist. Der Deckel f ist mit einem Gegengewicht versehen, so daß beim Entriegeln des Deckels dieser aufklappt und der Ballon e nach oben steigt. Der Ballon e ist über eine Seilaufhängung c mit einem Halteseil verbunden, so daß die Steighöhe des Ballons begrenzbar ist. Weiterhin ist eine Sprengladung d vorhanden, mit der eine Explosion, insbesondere bei Berührung des Flugobjektes mit dem Flugkörper bewirkt werden kann.

Das Behältnis a kann beispielsweise Bestandteil einer mobilen, oberirdischen oder unterirdischen Funktionseinheit sein. Auch kann das Behältnis a als seegegründete Einheit auf einem Schwimmkörper vorhanden sein, der auf dem Meeresgrund verankert ist.

Die Funktionsweise der Anordnung zur Sicherung eines Objektes gegen sich nähernde Flugobjekte ist in Bild 7 gezeigt. Im Alarmzustand oder aktivierten Zustand werden die Deckel der Silos a geöffnet, so daß die Ballons e nach oben steigen. Es kann beispielsweise vorgesehen werden, daß bei drei Reihen um das Objekt, hier ein Kernkraftwerk, herum die Steighöhe in Richtung auf das Objekt abnimmt. Die freie Sicht auf das Objekt wird verhindert, so daß ein gezielter Anflug nicht möglich ist. Wird nun versucht, die Flugkörper e zu unterfliegen, gelangt das sich nähernde Flugobjekt in Berührung mit den Flugkörpern oder mit den Halteleinen. Durch entsprechende Zünder können die Sprengladungen gezündet werden, so daß eine Ablenkung oder auch eine Zerstörung des Flugobjektes bewirkt werden kann. Dies erfolgt mit erheblichem Abstand zum Objekt selbst, so daß eine Zerstörung oder Beschädigung desselben nicht zu befürchten ist.

Es wird hierbei ausgenutzt, daß insbesondere größere Flugobjekte, wie Passagierflugzeuge, nicht beliebig schnell und nicht innerhalb beliebig kleiner Wegstrecken die Flugrichtung, Flughöhe oder dergleichen ändern können, ohne das Anflugziel vollständig zu verlieren. Es reicht daher aus, wenn durch die aktivierten Flugkörper eine geringe Kurskorrektur oder Kursänderung des Flugobjektes bewirkt wird, um einen gezielten Anflug auf das Objekt zu verhindern. Kommt das Flugobjekt sogar in Kontakt mit einem der Flugkörper, wird ein wiederholter Angriff durch die erfolgte Sprengung und Explosion vollständig verhindert.

In welchem Umkreis die Flugkörper in der Ruhestellung um das Objekt herum angeordnet sind, hängt von den geographischen Gegebenheiten und von der Größe des Objektes ab. Auf jeden Fall muß gewährleistet werden, daß ein frühzeitig explodierendes Flugobjekt nicht die Zerstörung oder nennenswerte Beschädigung des zu schützenden Objektes selbst zur Folge hat. Entsprechendes gilt für die Höhe der aktivierten Flugkörper. Es kann beispielsweise vorgesehen werden, daß die Flugkörper auf einer Höhe zwischen 80 und 150 m relativ zum Zielobjekt gehalten werden. Der Abstand kann beispielsweise 500 m bis 2 km betragen.

Insgesamt wird eine wirksame Anordnung zum Schützen eines Objektes bereitgestellt, die nicht ohne weiteres durch herkömmliche Flugobjekte wie Flugzeuge umgangen werden kann. Die Funktionseinheiten setzen sich aus einfach zur Verfügung stehenden Mitteln zusammen und können auch nach der Aktivierung wieder in die Ruhelage gebracht werden. Auch bei einer erfolgten Zerstörung eines Flugkörpers kann zumindest das Silo wieder verwendet werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Anordnung zum Schützen eines Objektes gegen gefährdende Flugobjekte mit einer Vielzahl von steigfähigen Flugkörpern, die in der Ruhelage im oder am Boden beziehungsweise unter oder im Wasser in einem Umkreis zumindest teilweise um das Objekt herum angeordnet sind und in der aktivierten Lage in die Luft steigen und mit Leinen auf wenigstens einer vorgebbaren Höhe gehalten werden.
  2. 2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Flugkörper Ballons sind, die mit einem Gas gefüllt sind, dessen Dichte geringer als Luft ist.
  3. 3. Anordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Gas Wasserstoff oder Helium ist.
  4. 4. Anordnung nach einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Ballon-Flugkörper im aufgeblasenen Zustand in der Ruhestellung gehalten werden.
  5. 5. Anordnung nach einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Ballon-Flugkörper in der Ruhestellung unaufgeblasen sind und mit einer Druckgaszuführung, insbesondere einer Druckgasflasche in Verbindung stehen.
  6. 6. Anordnung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckgasflaschen ein zentral steuerbares Ventil aufweisen.
  7. 7. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest ein Teil der Flugkörper mit wenigstens einer Sprengladung versehen ist.
  8. 8. Anordnung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Sprengladung durch einen Berührungssensor gezündet wird.
  9. 9. Anordnung nach einem der Ansprüche 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Sprengladung fernzündbar ist.
  10. 10. Anordnung nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Sprengladung durch Abreisen der Halteleine gezündet wird.
  11. 11. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest ein Teil der Flugkörper in unterirdischen Silos in der Ruhestellung gehalten wird.
  12. 12. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest ein Teil der Flugkörper in oberirdischen Silos in der Ruhestellung gehalten wird.
  13. 13. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest ein Teil der Flugkörper in fahrbaren Silos in der Ruhestellung gehalten wird.
  14. 14. Anordnung nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Silos durch Deckel verschlossen sind.
  15. 15. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Flugkörper um das Objekt herum in einer oder mehreren Reihen auf Lücke positioniert sind.
  16. 16. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß, dadurch gekennzeichnet, daß ein Detektionssystem zum Erfassen von sich nähernden Flugobjekten an das zu schützende Objekt vorhanden ist, welches Detektionssystem nach erfolgter Erfassung eines das Objekt gefährdendes Flugobjektes zumindest die Flugkörper in der Anflugrichtung aktiviert.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com