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Dokumentenidentifikation DE69809643T2 10.07.2003
EP-Veröffentlichungsnummer 0890309
Titel Zellenförmiges Material aus regenerierter Cellulose mit dauerhafter Resistenz gegenüber Mikroorganismen und seine Herstellung
Anmelder Financière Elysées Balzac, Paris, FR
Erfinder Bedue, Olivier, 75019 Paris, FR;
Chalvin, Christophe, 60000 Beauvais, FR
Vertreter Spott & Weinmiller, 80336 München
DE-Aktenzeichen 69809643
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, ES, FR, GB, IT, LI, NL, SE
Sprache des Dokument FR
EP-Anmeldetag 06.07.1998
EP-Aktenzeichen 984016972
EP-Offenlegungsdatum 13.01.1999
EP date of grant 27.11.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 10.07.2003
IPC-Hauptklasse A01N 31/16

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein zellenförmiges Material auf Basis von regenerierter Cellulose, das eine dauerhafte Beständigkeit (Resistenz) gegenüber Mikroorganismen - Bakterien und/oder Pilzen - aufweist, sowie ein Verfahren zu seiner Herstellung.

Die vorliegende Erfindung betrifft insbesondere Schwämme (voluminöse zellenförmige Celluloseprodukte) und Schwammtücher (ebene zellenförmige Celluloseprodukte mit einer Dicke von im allgemeinen ≤ 10 mm, häufig in der Größenordnung von 5 mm), die insbesondere für Reinigungsarbeiten im Haushalt oder für die Körperhygiene verwendet werden, die wirksam und dauerhaft gegen die Einwirkungen von Mikroorganismen geschützt sind. Der Fachmann verkennt nicht, dass Materialien dieses Typs nach dem Auspressen in ihren Poren immer noch eine bestimmte Menge Wasser enthalten, die ohne eine ausreichende biozide Behandlung die Entwicklung von übelriechenden und gesundheitsschädlichen Mikroorganismen fördern. Es ist daher wünschenswert, diesen Materialien dauerhafte biozide Eigenschaften gegenüber Mikroorganismen zu verleihen, die entweder in ihrer Struktur oder im Wasser, mit denen sie quasi ständig getränkt sind, enthalten.

Das Grundsubstrat der erfindungsgemäßen Materialien ist ein künstlicher Schwamm, z. B. ein solcher, wie er nach dem Viskose-Verfahren erhalten wird, wie es insbesondere in der Patentanmeldung FR-A-812 502 beschrieben ist. Dieses Verfahren, das dem Fachmann bekannt ist, wird im vorliegenden Text weiter unten näher beschrieben unter Bezugnalnne auf das Verfahren zur Herstellung der erfindungsgemäßen Materialien. Das genannte Verfahren beruht auf einer chemischen Modifikation des Cellulose-Ausgangsmaterials. (Das Cellulose-Ausgangsmaterial wird im Falle eines Holzbreis zuerst in Alkalicellulose umgewandelt, die mit Schwefelkohlenstoff reagiert unter Bildung von Cellulosexanthat, das in Sodawasser löslich ist). Die so modifizierte (in eines ihrer Derivate umgewandelte) Cellulose muss am Ende des genannten Verfahrens regeneriert werden. Die Regenerierung wird unter strengen Temperatur- und pH-Bedingungen durchgeführt.

In dem Stand der Technik wurden bereits verschiedene Verfahren vorgeschlagen, um zellenförmigen Substraten auf Basis von regenerierter Cellulose biozide Eigenschaften zu verleihen.

Diese Verfahren umfassen die Einführung und Fixierung eines oder mehrerer biozider Agentien (Biozide) im Innern der Cellulosestruktur der genannten Substrate. Diese Einführung kann durchgeführt werden:

- vor der Regenerierungsstufe, es ist dann jedoch zweckmäßig, die Freisetzung und/oder Zerstörung des Biozids im Verlaufe der genannten Regenerierung zu vermeiden;

- nach der Regenerierung, wobei das Biozid jedoch nur eingeführt werden kann, wenn es in einer wässrigen Phase löslich oder dispergierbar ist; es ist dann unerlässlich, es danach in der porösen Struktur zu fixieren, um seine Freisetzung im Verlaufe der ersten Verwendungen zu vermeiden.

In dem Stand der Technik wurde insbesondere bereits vorgeschlagen, ein biozides Agens in das halbfertige Produkt (nach der Regenerierung der Cellulose) einzuführen. Das genannte Agens wird in dem Cellulose-Gerüst bzw. -Netzwerk entweder durch Präzipitation - dieses Verfahren ist in den Patenten US-A-3 018 192, FR-A-1 200 663 und FR-A-1 345 614 erläutert - oder durch ein Verfahren, bei dem eine Präzipitation mit einer Bindung kombiniert ist - dieses letztgenannte Verfahren ist in der Patentanmeldung EP-A-0 358 572 erläutert (das erhaltene Celluloseprodukt enthält das Biozid in fester Form, das mechanisch in einem Bindemittel eingeschlossen ist) - fixiert. Die verschiedenen Varianten dieses Verfahrens sind an zellenförmige Celluloseprodukte angepasst. Sie erfordern jedoch, sofern sie auf der Präzipitation basieren, die Verwendung von Bioziden, die eine kationische Ladung tragen können, und die Anwendung von Nachbehandlungen, die kostspielig sein können.

Es wurde außerdem bereits vorgeschlagen:

- einen Metallkomplex auf Basis von drei Elementen in situ zu bilden:

-- eines chelatbildenden Polymers, insbesondere von Chitosan;

-- eines Übergangsmetallion (insbesondere Zn), das mit dem genannten chelatbildenden Polymer ein Chelat bilden kann;

-- eines antimikrobiellen Agens, das mit dem genannten Übergangsmetallion ein Chelat bilden kann, insbesondere ein Alkyldithiocarbamat, ein Thiazol, ein Imidazol oder ein Pyrithion (oder eines seiner Salz). Allgemein wird das Polymer stromaufwärts (vor) der Stufe der Regenerierung der Cellulose zugegeben und das antimikrobielle Agens wird stromabwärts (nach) derselben zugegeben. Diese komplizierte Technik ist in WO-A-94 12034 beschrieben:

- ein biozides Agens vor der Regenerierung der Cellulose wird zuzugeben in Form von in eine Matrize eingebetteten Teilchen ("in einer geschützten Form"). Die Matrix aus den genannten Teilchen, die mit einem bioziden Agens beladen ist, gewährleistet eine doppelte Funktion:

-- sie macht es möglich, dass das biozide Agens gegenüber den strengen Regenerierungs-Bedingungen beständig sit; und

-- sie ermöglicht es, die Geschwindigkeit der Freisetzung des genannten bioziden Agens zu steuern. Dieses Verfahren wurde von der Anmelderin in EP-A-617 074 beschrieben;

- bei dem Verfahren wird zur Herstellung von Schwämmen ein spezielles biozides Agens zusammen mit einem Bindemittel zuzugeben. Das genannte spezielle Biozid wird in Form einer Lösung in einem organischen Lösungsmittel oder im Gemisch mit einem Tensid stromaufwärts von der Regenerierung in einem basischen Milieu (vor dem porenbildenden Agens) in die Viskose eingeführt. Dieses Verfahren ist in JP-A-47-50 867 beschrieben. Bei der Durchführung dieses Verfahrens haben die Erfinder ausdrücklich zahlreiche Biozide ausgeschlossen, darunter das Pentachlorphenol und insbesondere das Triclosan (das zu der gleichen Familie von chlorierten Derivaten von Phenol gehört und physiologische Eigenschaften aufweist, die denjenigen des genannten Pentachlorphenols sehr ähneln). Die Erfinder haben nur das Zinnbistributyloxid und das Zinntributylfluorid aufrechterhalten.

Allgemeiner wurde in Zusammenhängen, die verschieden sind von demjenigen der Herstellung von künstlichen zellenförmigen Celluloseprodukten, die Verwendung von Bioziden beschrieben. Insbesondere wurden beschrieben in:

- DE-A-32 14 610 so genannte antimikrobielle Synthesefasern, die erhalten werden durch Schmelzen einer Masse, Auflösung des antimikrobiellen Agens in dieser Masse beim Schmelzen und Verspinnen. Das dabei erhaltene synthetische Fasermaterial hat nichts zu tun mit den erfindungsgemäßen Produkten. Sein Herstellungsverfahren hat nichts zu tun mit dem erfindungsgemäßen Verfahren (bei dem ein Schmelzen/eine Solubilisierung und danach eine Regenerierung angewendet werden);

- EP-A-0 709 507 die Zugabe eines Biozids während der Herstellung eines Latex und die Verwendung dieses mit dem Biozid beladenen Latex zum Binden von Vliesstoffen;

- DE-A-12 88 747 synergistische Kombinationen von Bioziden. Die genannten Kombinationen an sich sind beschrieben unter Bezugnahme auf die biozide Wirksamkeit. Darin wird das Problem der Fixierung eines Biozids oder einer Kombination von Bioziden mit einem beliebigen Substrat nicht angesprochen;

- BE-A-644 153 ein Verfahren zum Schützen von organischen Materialien gegen Mikroorganismen. Bei einer Variante dieses Verfahrens werden die bioziden Produkte - 1-Phenoxy-2-hydroxybenzole - in die genannten Materialien eingeführt. Die Arten der Einführung sind darin nicht für alle genannten Material-Typen im Detail beschrieben. Es findet sich darin insbesondere kein Hinweis auf künstliche zellenförmige Cellulosematerialien. Man findet darüber hinaus darin keine näheren Angaben bezüglich der allgemeinen Art der Fixierung der eingeführten bioziden Produkte, bezüglich der Stabilität der Fixierung, bezüglich der Haltbarkeit des verliehenen Schutzes und dgl.... Es wurde nur die Einführung von Triclosan in eine nicht-faserförmige Viskose vor der sauren Regenerierung der Viskose erläutert zur Herstellung von Filmen aus regenerierter Cellulose, die als solche eine gute Beständigkeit gegen einen bakteriellen Angriff aufweisen.

Bezüglich des technischen Problemes, zellenförmige Materialien auf Basis von regenerierter Cellulose wirksam und dauerhaft zu schützen gegen die Einwirkung von Mikroorganismen, schlägt die Anmelderin im Rahmen der vorliegenden Erfindung eine originelle Lösung vor, die auf der Auswahl eines speziellen Biozids und auf der Art seiner Fixierung im Innern der Cellulosematrix beruht. Diese originelle Lösung ist geeignet sowohl für Schwämme als auch für Schwammtücher trotz der wesentlich verschiedenen Herstellungsbedingungen für Schwämme und Schwammtücher (siehe weiter unten).

Das ausgewählte Biozid bietet unter mehreren Gesichtspunkten Vorteile:

- es handelt sich dabei um ein sehr leistungsfähiges Produkt: es ist wirksam in vernünftigen Dosen; es ist nicht toxisch, es weist ein breites Spektrum auf...

- es kann aufgrund seiner physikalisch-chemischen Eigenschaften der Masse der zellenförmigen Cellulosematerialien im nicht-konditionierten Zustand und insbesondere im nicht-eingebetteten Zustand zugesetzt werden;

- es kann aufgrund seiner physikalisch-chemischen Eigenschaften im Innern der genannten Materialien eingeschlossen werden, um dort seine Wirkung dauerhaft auszuüben.

Gemäß einem ersten Gegenstand betrifft die vorliegende Erfindung somit zellenförmige Materialien auf Basis von regenerierter Cellulose, die auf stabile Weise eine wirksame Menge des genannten Biozids enthalten, und sie betrifft insbesondere zellenförmige Materialien auf Basis von regenerierter Cellulose vom Schwamm- oder Schwammtuch-Typ, die eine dauerhafte Beständigkeit gegenüber Mikroorganismen aufweisen, sofern sie in charakteristischer Weise in ihrer Cellulosemasse eine wirksame Menge von darin verteiltem, nicht in eine Matrix eingebettetem 2,4,4'-Trichloro-2'-hydroxy-diphenylether sowie eine wirksame Menge mindestens eines Bindemittel, ausgewählt unter den Latices, enthalten.

Die erfindungsgemäßen Materialien vom Schwamm- bzw. Schwammtuch-Typ, werden als solche verwendet oder sie werden in eine komplexere Struktur integriert, insbesondere eine solche vom kombinierten Typ. Beim Stand der Technik sind solche Strukturen vom kombinierten Typ und insbesondere Reinigungsmittel-Kombinationen bereits beschrieben in der Patentanmeldung EP-A-500 460, und trocknende Kombinationen sind bereits beschrieben in der Patentanmeldung FR-A-2 680 670. Solche Kombinationen werden im Rahmen der vorliegenden Erfindung hergestellt mit Schwämmen und Schwammtüchern, die dauerhaft gegen Mikroorganismen geschützt sind, sofern sie eine wirksame Menge von 2,4,4'-Trichloro-2'-hydroxy-diphenylether und eine wirksame Menge mindestens eines Bindemittels enthalten.

Der genannte 2,4,4'-Trichloro-2'-hydroxy-diphenylether mit den nachstehend angegebenen Formeln:

- Summenformel: C&sub1;&sub2;H&sub7;Cl&sub3;O&sub2;

- Strukturformel:

ist unter der Bezeichnung Triclosan bekannt. Er liegt bei Umgebungstemperatur in Form eines weißen Pulvers vor.

Dieses Biozid ist im Handel erhältlich von der Firma CIBA SPECIALITES CHIMIQUES unter dem Warenzeichen IRGASAN DP 300®. Es wird insbesondere bis heute auf dem Gebiet der Haushaltspflegemittel und kosmetischen Mittel sowie für die Behandlung von Textilien, insbesondere von Vliesstoffen, verwendet.

In charakteristischer Weise schlägt die Anmelderin dessen Verwendung in ungeschützter Form im Innern der Cellulosematerialmasse auf Basis von regenerierter Cellulose vor. Es hat sich überraschend gezeigt, dass eine solche Verwendung nicht nur möglich, sondern besonders zweckmäßig ist, insbesondere aus den weiter oben angegebenen Gründen.

Das Triclosan wird im allgemeinen gleichmäßig verteilt (siehe weiter unten seine Art der Verwendung in dem Verfahren zur Herstellung von zellenförmigen Cellulosematerialien) in einer Menge zwischen 0,001 und 10 Gew.-%, bezogen auf das Cellulose-Trockengewicht. Im allgemeinen genügt eine Menge von 0,05 bis 5 Gew.-%, bezogen auf das Trockengewicht der Cellulose, und im Rahmen der vorliegenden Erfindung wird zweckmäßig die Verwendung von nur 0,2 bis 2 Gew.-%, bezogen auf das Cellulose-Trockengewicht, verwendet. Die verwendete Menge ist nicht wirklich kritisch. Der Fachmann ist in der Lage, sie zu optimieren.

Was die Stabilität und Wirksamkeit des genannten Triclosans im Innern der erfindungsgemäßen Materialien angeht, so ist sie verbessert gegenüber derjenigen zahlreicher Biozide, da das Triclosan insbesondere eine in einem wässrigen Medium sehr schwach lösliche chemische Verbindung ist, die gegenüber anionischen Tensiden unempfindlich ist.

Die Stabilität des Triclosans im Innern des erfindungsgemäßen Materials ist bemerkenswert insbesondere im Hinblick auf Verluste desselben im Verlaufe der Regenerierung, wenn es stromaufwärts von der genannten Regenerierung eingeführt wird, sowie auch im Hinblick auf Verluste desselben bei den ersten Verwendungen des genannten Materials (wenn es stromaufwärts und/oder stromabwärts von der genannten Regenerierung eingeführt worden ist).

Um die Stabilität zu optimieren und das Triclosan an das Cellulose-Grundgerüst chemisch und/oder physikalisch stärker zu binden, verwendet man in dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Herstellung der Materialien mindestens ein Bindemittel vom Latex-Typ. Über den Latex hinaus kann man gegebenenfalls mindestens eine kationische Verbindung zusetzen. Die Zugabe-Bedingungen für dieses (diese) Bindemittel und diese kationische(n) Verbindung(en) sind weiter unten in diesem Text unter Bezugnahme auf das Verfahren zur Herstellung der erfindungsgemäßen Materialien angegeben.

Die zellenförmigen Materialien auf Basis von regenerierter Cellulose gemäß der vorliegende Erfindung enthalten somit außer dem genannten Triclosan:

- eine wirksame Menge mindestens eines Bindemittels, ausgewählt unter Latices, vorteilhaft unter den Latices, deren Polymer Acrylnitril-Gruppen enthält (dieser Latex vom letztgenannten Typ hat sich als besonders wirksam in vernünftigen Dosen erwiesen, welche die hydrophilen Eigenschaften der erfindungsgemäßen Materialien kaum beeinflussen); und darüber hinaus:

- eine wirksame Menge mindestens einer kationischen Verbindung. Die Verwendung einer solchen kationischen Verbindung ist ganz besonders vorteilhaft im Innern der Struktur der voluminösen zellenförmigen Cellulosematerialien der Erfindung: in den Schwämmen.

Nachstehend werden, ohne dass die Erfindung darauf beschränkt ist, die verwendeten Mengen und die Art der verwendeten Bindemittel und der verwendbaren kationischen Verbindungen näher beschrieben.

Das Bindemittel vom Latex-Typ kann insbesondere ausgewählt werden unter den Acryl-Latices, den Vinyl- Latices, den Butadien-Styrol-Latices, den Butadien-Styrol-Acrylnitril-Latices, den Butadien-Acrylnitril-Latices und Mischungen davon. Besonders zu empfehlen ist die Verwendung eines Latex, dessen Polymer Acrylnitril-Gruppen enthält.

Das Bindemittel vom Latex-Typ (oder Mischungen solcher Bindemittel) wird im allgemeinen in einer Menge von bis zu 10 Trockengewichts-%, allgemeiner zwischen 0,5 und 5 Trockengewichts-%, zweckmäßig zwischen 2 und 4 Trockengewichts-%, verwendet. Die genannten Gewichtsprozentsätze sind zu verstehen als Gewichtsprozentsätze des trockenen Latex, bezogen auf das Cellulose-Trockengewicht. Die Verwendung einer großen Menge Latex ist offensichtlich nachteilig für den hydrophilen Charakter des Endprodukts.

Im Innern der erfindungsgemäßen Materialien ist die Funktion des Latex keineswegs beschränkt auf einen mechanischen Einschluss des Biozids, da die Anmelderin festgestellt hat, dass das Biozid vollständig fixiert wird, wenn es in dem Verfahren zur Herstellung der Materialien (wie weiter unten ersichtlich) stromabwärts von dem genannten Latex eingesetzt wird oder sogar nach der Vernetzung des Latex durch Erwärmen eingesetzt wird. Im Innern der erfindungsgemäßen Materialien scheint die Biozid/Latex-Wechselwirkung auf physikalisch-chemischen Kräften vom Van der Waals-Typ zu basieren.

Die kationische Verbindung (oder Mischung von kationischen Verbindungen) kann im allgemeinen in einer Menge von bis zu 5 Gew.-%, allgemeiner zwischen 0,05 und 2 Gew.-%, bezogen auf das Trockengewicht der Cellulose, verwendet werden. Besonders vorteilhaft wird es in einem geringen stöchiometrischen Überschuss gegenüber dem Triclosan verwendet. Die Verwendung einer größeren Menge führt kaum zu einer zusätzlichen Wirkung, da die im Überschuss zugegebene Menge unvermeidlich eliminiert wird im Verlaufe der ersten Verwendungen des Produkts in einem wässrigen Medium.

Im Rahmen der vorliegenden Erfindung hat die Anmelderin insbesondere gezeigt (durch Durchführung von Vergleichsversuchen: in denen die restlichen Triclosanmengen nach verschiedenen Alterungszyklen in den erfindungsgemäßen Produkten, die solche Zusätze enthalten, und erfindungsgemäßen Produkte, die frei von solchen Zusätzen sind, miteinander verglichen werden) die positive Wirkung:

- von wässrigen Dispersionen eines Copolymers auf Basis von Butylacrylat und Acrylnitril (und insbesondere der im Handel unter der Bezeichnung ACRONAL 32 D® von der Firma BASF erhältlichen wässrigen Dispersion),

- von wässrigen Dispersionen eines Copolymers auf Basis von Butadien und Acrylnitril (und insbesondere der im Handel unter der Bezeichnung PERBUNAN 2890® von der Firma BAYER erhältlichen wässrigen Dispersion);

- einer Verbindung, die ein Biguanid-Motiv aufweist (und insbesondere des Chlorhydrats (Hydrochlorids) von Polyhexamethylenbiguanid oder P.H.M.B., das insbesondere in Form einer wässrigen Lösung unter der Bezeichnung VANTOCIL IB® von der Firma ZENECA BIOCIDES im Handel erhältlich ist),

- des Dehydroabiethylamins oder seines Acetats (oder R.A.D.),

- einer quaternären Ammonium-Verbindung (und insbesondere von N-(C&sub1;&sub2;-C&sub1;&sub4;)-Alkyl-N,N-dimethyl-N- benzylammoniumchlorid oder C.A.M.B., wie es insbesondere im Handel erhältlich ist in Form einer Lösung unter der Bezeichnung PREVENTOL R 50 von der Firma BAYER).

Die vorteilhaften Eigenschaften der erfindungsgemäßen Materialien werden in den nachfolgenden Beispielen der vorliegenden Beschreibung gezeigt.

Nachstehend wird der zweite Gegenstand der vorliegenden Erfindung beschrieben, d. h. ein Verfahren zur Herstellung der vorstehend beschriebenen Materialien, wobei das Verfahren basiert auf dem Viskose-Verfahren des Standes der Technik, bei dem man auf charakteristische Weise in einer oder mehreren Stufen verwendet Triclosan zusammen mit mindestens einem Latex und gegebenenfalls mindestens einer kationischen Verbindung.

Allgemein umfasst das genannte Verfahren:

- die Herstellung einer pastösen Masse aus Viskose und insbesondere Fasermaterialien, einer wirksamen Menge eines oder mehrerer Porenbildner (Treibmittel) und gegebenenfalls einer wirksamen Menge eines oder mehrerer Pigmente;

- das Formen dieser pastösen Masse;

- die thermische Behandlung derselben in einem sauren oder basischen Medium, sodass sich die porenbildende Wirkung des (der) genannten Agentien entfalten kann und die Cellulose regeneriert wird.

Nachstehend wird jede dieser Stufen näher beschrieben.

Die pastöse Masse wird hergestellt insbesondere aus:

1) einer basischen Lösung von Cellulose- oder Viskosexanthat (wobei die genannte Viskose erhalten wird durch Einwirkenlassen einer alkalischen Lösung auf die Cellulosepaste, wobei durch diese Einwirkung die genannte Cellulosepaste in eine Alkalicellulose umgewandelt wird, die mit Schwefelkohlenstoff reagiert unter Bildung eines Cellulosexanthogenats, das in Sodawasser löslich ist),

2) Farbmaterialien, wie z. B. solchen aus Baumwolle, Sisal und Flachs (Leinen), welche die mechanische Festigkeit des Endprodukts erhöhen sollen,

3) im allgemeinen auch Pigmenten, die dem Endprodukt Farbe verleihen sollen, und

4) porenbildenden Agentien (Treibmitteln), wie Glaubersalz (Natriumsulfatdecahydrat), löslichen und/oder schmelzbaren kristallinen Materialien, welche nach der Koagulation der pastösen Masse durch Auslaugen (Bleichen) und/- oder Fusion Poren bilden sollen.

Die Fasermaterialien werden im Prinzip in einer ersten Stufe zu der Viskose zugegeben. Danach werden nur die Pigmente und die Treibmittel zugegeben. Die genannte pastöse Masse kann insbesondere durch Formen (im Zusammenhang mit Schwämmen) oder durch beiderseitiges oder einseitiges Beschichten mit mindestens einem Gitter oder mit einem Überzug auf einer Trägerschicht (im Zusammenhang mit Schwammtüchern) geformt werden.

Was die thermische Behandlung angeht, so kann sie unter Anwendung von drei Hauptvarianten durchgeführt werden, die jeweils bezeichnet werden als elektrische Regenerierung, als saure Regenerierung und als Dampf- Regenerierung.

Bei der ersten der genannten Varianten - der elektrischen Regenerierung - wird eine Erwärmung durchgeführt, indem man einen elektrischen Wechselstrom zwischen Elektroden fließen lässt, die im Kontakt mit der Paste gehalten werden. Diese Variante wurde vor allem entwickelt im Zusammenhang mit der Herstellung von Schwämmen. Die thermische Behandlung wird hier unter Berücksichtigung der chemischen Zusammensetzung der Paste in einem basischen Medium durchgeführt.

Bei den beiden anderen Varianten - der sauren Regenerierung und der Dampf-Regenerierung - wird die pastöse Masse in so genannten Regenerierungsbädern erwärmt. Die genannte pastöse Masse wird in Kontakt gebracht:

- entweder mit einem sauren Medium (mit einem pH-Wert von < 1) bei Temperaturen zwischen 50 und 70 ºC für eine Zeitdauer von einigen Minuten (eine so genannte saure Regenerierung, die zweckmäßig durchgeführt wird unter Verwendung einer Mischung von Schwefelsäure und Natriumsulfat zur Herstellung von Schwammtüchern)

- oder mit einem basischen Medium (pH-Wert in der Nähe von 10) bei Temperaturen in der Nähe von 100 ºC für einen Zeitraum von einigen Stunden (so genannte Dampf-Regenerierung, die zweckmäßig durchgeführt wird unter Verwendung einer Mischung von Natriumhydroxid und Natriumsulfat zur Herstellung von Schwämmen).

Die dabei erhaltenen Produkte - zellenförmige Cellulosematerialien - werden anschließend nach einem klassischen Verfahren gespült, gegebenenfalls gebleicht, getrocknet und im allgemeinen plastifiziert, bevor sie zugeschnitten und verpackt werden.

Auf charakteristische Weise werden erfindungsgemäß im Rahmen dieses Verfahrens des Standes der Technik nicht-geschütztes Triclosan sowie ein Bindemittel verwendet. Das genannte Triclosan wird zugegeben:

- stromaufwärts (vor) und/oder stromabwärts (nach) der genannten thermischen Behandlung, wenn es sich dabei um eine solche in einem sauren Medium handelt (im Zusammenhang mit der Herstellung von Schwammtüchern);

- stromabwärts (nach) der genannten thermischen Behandlung, wenn es sich dabei um eine solche in einem basischen Medium handelt (im Zusammenhang mit der Herstellung von Schwämmen).

Es ist insbesondere vorteilhaft, dass das Triclosan stromaufwärts (vor) der genannten sauren Regenerierung zugegeben werden kann. Das Triclosan wird im allgemeinen in Form einer Sodalösung auf einmal zugegeben. Es wird in einer wirksamen Menge, insbesondere in einer solchen, wie sie weiter oben angegeben ist, zugegeben.

Das erfindungsgemäße Verfahren umfasst außerdem:

- die Zugabe (in die pastöse Masse) einer wirksamen Menge mindestens eines Bindemittels, ausgewählt aus Latices, zweckmäßig aus Latices, deren Polymer Acrylnitril-Gruppen enthält, stromaufwärts (vor) und/oder stromabwärts (nach) der thermischen Behandlung; und gegebenenfalls

- die Zugabe (in das halbfertige Produkt) einer wirksamen Menge mindestens einer kationischen Verbindung stromabwärts (nach) der thermischen Behandlung.

Der Latex (die Latices) kann (können) insbesondere entweder bei der Herstellung der pastösen Masse (vor der Regenerierung, insbesondere bei der Zugabe der Pigmente, die das Endprodukt färben sollen) zu derselben oder nach der Regenerierung derselben eingeführt werden.

Im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens kann (können) der (die) Latex (Latices) auch nach dem Biozid zugegeben werden.

Was die kationische(n) Verbindung(en) angeht, so sei daran erinnert, dass ihre Zugabe ganz besonders vorteilhaft ist im Rahmen der Herstellung von Schwämmen. Es hat sich als günstig erwiesen, sie nach der Regenerierung, vorteilhaft nach dem Triclosan und dem Latex, zuzugeben. Wenn eine Plastifizierung durchgeführt wird, wird die kationische Verbindung vorteilhaft zusammen mit dem Plastifizierungsmittel (Weichmacher) zugegeben, wenn die beiden Produkte miteinander kompatibel sind, oder sie wird vorteilhaft vor dem Plastifizierungsmittel (Weichmacher) zugegeben, wenn die beiden Produkte nicht miteinander kompatibel sind.

Nachstehend werden die bevorzugten Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens für die Herstellung von Schwämmen einerseits und für die Herstellung von Schwammtüchern andererseits näher erläutert.

- Was die Schwämme angeht, so wird die Regenerierung in einem basischen Medium durchgeführt und das halbfertige Produkt wird im allgemeinen getrocknet und/oder plastifiziert. Es ist vorteilhaft, dass in diesem Zusammenhang das Triclosan stromabwärts (nach) der thermischen Behandlung zugegeben wird. (Bei seiner Zugabe stromaufwärts löst es sich in dem basischen Regenerierungsbad auf). Der eingesetzte Latex kann stromaufwärts (vor) und/oder stromabwärts (nach) der thermischen Behandlung (zur Regenerierung) zugegeben werden. Es ist vorteilhaft, ihn stromaufwärts (vor) der thermischen Behandlung zuzugeben und wenn er stromabwärts (nach) derselben zugegeben wird, wird er vorteilhaft vor dem oder gleichzeitig mit dem Triclosan zugegeben. Um die "Fixierung" des Triclosans in dem Cellulose-Grundgerüst zu optimieren, gibt man vorteilhaft im Rahmen dieser bevorzugten Ausführungsform mindestens eine kationische Verbindung stromabwärts (nach) der thermischen Behandlung zu.

Es hat sich allgemein als vorteilhaft erwiesen, dass eine solche kationische Verbindung zugegeben wird, vorteilhaft nach dem Latex und dem Triclosan, und wenn eine Plastifizierung durchgeführt wird, direkt vor derselben, wenn diese mit dem (den) eingesetzten Plastifizierungsmitteln (Weichmachern) kompatibel ist, oder gleichzeitig damit, wenn diese mit dem (den) Plastifizierungsmittel(n) nicht kompatibel ist.

Es ist jedoch insbesondere bevorzugt, die Schwämme herzustellen unter Zugabe des Latex stromaufwärts (vor) der thermischen Behandlung und des Triclosans stromabwärts (nach) der thermischen Behandlung.

- Was die Schwammtücher angeht, so wird die Regenerierung in einem sauren Medium durchgeführt und in gleicher Weise wird das halbfertige Produkt im allgemeinen plastifiziert. Vorteilhaft kann in einem solchen Zusammenhang das Triclosan sowohl stromaufwärts (vor) als auch stromabwärts (nach) der thermischen Behandlung zur Regenerierung zugegeben werden und die Zugabe von einer oder mehreren kationischen Verbindungen hat sich als weniger empfehlenswert erwiesen. Das Triclosan wird mit mindestens einem Latex kombiniert, wobei der Latex selbst sowohl stromaufwärts (vor) als auch stromabwärts (nach) der thermischen Regenerierungsbehandlung zugegeben werden kann.

Im Rahmen dieser bevorzugten Ausführungsform werden die genannten Verbindungen beide vorteilhaft stromaufwärts (vor) der thermischen Behandlung zugegeben und in noch vorteilhafter Weise wird das Triclosan zuerst zugegeben: es wird der Viskose gleichzeitig mit den Fasermaterialien zugegeben und der Latex wird danach in die daraus bestehende pastöse Masse gegeben.

Wenn eine Plastifizierung bei den erfindungsgemäßen Schwammtüchern durchgeführt wird, wird sie vorteilhaft in einem quasi-Endzustan durchgeführt. Sie wird nach der Zugabe der Verbindungen vom Triclosan-Typ und des Latex durchgeführt.

Die vorliegende Erfindung wird durch die nachfolgenden Beispiele erläutert. In diesen Beispielen sind die angegebenen Prozentsätze, wenn nichts anderes angegeben ist, als Gewichtsprozent angegeben, bezogen das das Trockengewicht der Cellulose.

A) Herstellung von Schwämmen

Die folgenden Beispiele beziehen sich auf Produkte vom Schwamm-Typ, in die IRGASAN DP 300® nach der Regenerierungsstufe eingeführt worden ist.

Ganz allgemein:

- werden die in den Schwämmen vorhandenen Mengen an IRGASAN DP 300® wie nachstehend angegeben bestimmt.

Die plastifizierten Produkte werden nacheinander 20 mal in 300 ml destilliertem Wasser, dann zweimal in 300 ml einer 0,1 N Natriumhydroxyd-Lösung zusammengepresst. Die drei Lösungen werden gesammelt und die extrahierte Triclosan-Menge wird durch UV-Spektrophotometrie bestimmt.

Die nicht plastifizierten Produkte werden 20 mal in 300 ml einer 0,1 N Natriumhydroxyd-Lösung zusammengepresst. Die extrahierte Triclosan-Menge wird durch UV-Spectrophotometrie bestimmt.

- Die Beständigkeit der behandelten Produkte gegen einen bakteriellen Angriff wird bewertet durch Einführen von 2,5 g eines behandelten Schwamms in 200 ml einer T.C.S.-Bouillon, die vorher mit einer Suspension von Escherichia coli so inkubiert worden ist, dass die Bouillon etwa 5.10³ U.F.C./ml enthält. Nach 4- und 24-stündiger Inkubation bei 37ºC wird die Bakterienpopulation bestimmt. Die Bewertung "++" wird vergeben, wenn die Population weniger als 5.10&sup4; U.F.C./ml beträgt, die Bewertung "+" wird vergeben, wenn die Population zwischen 5.10&sup4; U.F.C./ml und 5.10&sup6; U.F.C./ml beträgt, und die Bewertung "0" wird vergeben, wenn die Population mehr als 5,10&sup6; U.F.C./ml beträgt.

- Um eine Verwendung im Haushalt zu simulieren, werden die Schwämme Alterungszyklen unterworfen, an deren Ende die Menge von IRGASAN DP 300® und die Beständigkeit gegen bakteriellen Angriff bestimmt werden. Der Zyklus E60 besteht darin, dass man drei Schwämme (mit einem Gewicht von etwa 20 g) einem Waschmaschinenzyklus mit Trocknung (450 Umdrehungen pro min) bei 60ºC ohne Zugabe von Waschlauge unterwirft. Der Zyklus F60 besteht darin, dass man drei Schwämme (mit einem Gewicht von etwa 20 g) einem Waschmaschinenzyklus mit Trocknung (450 Upm) bei 60ºC unterwirft unter Zugabe von 92 g einer industriellen Waschlauge (Waschmittel MATIC SPOT®).

Beispiel A-1

Erfindungsgemäße Schwämme werden nach dem klassischen Verfahren (dem Viskose-Verfahren mit elektrischer Koagulation) hergestellt, wobei man in die Fasern enthaltende Viskose (Cellulosexanthat + Fasern) jeweils 0, 2, 6 und 10% ACRONAL 32 D® einführt (wässrige Dispersionen eines Copolymers auf Basis von Butylacrylat und Acrylonitril, im Handel erhältlich von der Firma BASF). Nach der basischen Regenerierung führt man nacheinander 1,3% IRGASAN DP 300® (gelöst in Natriumhydroxid) und 30% Magnesiumchlorid (Plastifizierungsmittel) in Form einer Lösung ein (die genannten 30% sind ausgedrückt als wasserfreies MgCl&sub2;). Die in den Produkten nach den verbliebenen Alterungszyklen vorhandenen (restlichen) Triclosan-Mengen sind in der nachstehend Tabelle angegeben.

die Prozentsätze für den Latex gelten für einen handelsüblichen Latex.

Es sei darauf hingewiesen, dass die Menge des in dem Schwamm zurückgehaltenen Triclosans umso höher ist, je größer die eingeführte Latex-Menge ist.

Beispiel A-2

Die in Beispiel 1 beschriebenen Versuche werden wiederholt, wobei man in die faserhaltige Viskose (Cellulosexanthat + Fasern) jeweils 6% ACRONAL 32 D® und 7,3% PERBUNAN 2890® (eine wässrige Dispersion eines Copolymers auf Basis von Butadien und Acrylnitril, im Handel erhältlich von der Firma Bayer) einführt (jeweils bezogen auf Trockenextrakte der beiden Dispersionen, 3% Copolymere). Die Schwämme werden auf die gleiche Weise wie oben behandelt durch Einführen von IRGASAN DP 300®

Die in den Produkten nach verschiedenen Alterungszyklen verbliebenen (restlichen) Triclosan-Mengen sind in der nachstehenden Tabelle angegeben.

Das PERBUNAN 2890® begünstigt mehr die Fixierung von Triclosan als das ACRONAL 32D®.

Beispiel A-3

Nach dem klassischen Verfahren (Viskose-Verfahren mit elektrischer Koagulation) werden Schwämme hergestellt, indem man in die faserhaltige Viskose (Cellulosexanthat + Fasern) 6% ACRONAL 32 D® einführt. Nach der basischen Regenerierung gibt man in einer ersten Stufe IRGASAN DP 300® (in Form einer Lösung in Natriumhydroxyd) in den in der nachstehenden Tabelle angegebenen Mengen zu, und in einer zweiten Stufe gibt man eine kationische Verbindung, ebenfalls in den in der nachstehenden Tabelle angegebenen Mengen, zu.

Als kationische Verbindung verwendet man P.H.M.B (VANTOCIL IB®, im Handel erhältlich von der Firma ZENECA BIOCIDES: das Chlorhydrat (Hydrochlorid) von Poly(hexamethylenbiguanid)) und R.A.D. (Dehydroabiethylaminacetat).

Die Testergebnisse der Bewertung der Beständigkeit der Produkte gegen bakteriellen Angriff nach verschiedenen Alterungszyklen sind in der nachstehenden Tabelle zusammengefasst.

Es hat sich gezeigt, dass die Zugabe von kationischen Verbindungen eine signifikante Erhöhung der Wirksamkeit der Behandlung erlaubt.

Beispiel A-4

Die in Beispiel 3 beschriebenen Versuche werden wiederholt, wobei man gleichzeitig mit der kationischen Verbindung eine Lösung von Magnesiumchlorid (Plastifizierungsmittel) in der Weise einführt, dass der Schwamm dieses in einer Menge von 30% enthält (die genannten 30% sind ausgedrückt als wasserfreies MgCl&sub2; und bezogen auf das Trockengewicht der Cellulose).

Bei der verwendeten kationischen Verbindung handelt es sich um C.A.M.B. (PREVENTOL R50®, im Handel erhältlich von der Firma BAYER: N-Alkyl-N,N-dimethyl-N-benzylammoniumchlorid)

Die Testergebnisse der Bewertung der Beständigkeit der Produkte gegen bakteriellen Angriff nach verschiedenen Alterungszyklen sind in der nachstehenden Tabelle zusammengefasst.

B) Herstellungvon Schwammtüchern

Die nachfolgenden Beispiele beziehen sich auf Produkte vom Schwammtuch-Typ, in die IRGASAN DP 300® vor der (sauren) Regenerierungsstufe eingeführt wurde.

Ganz allgemein:

- werden die Mengen an IRGASAN DP 300®, die in den Schwammtüchern enthalten sind, auf die folgende Weise bestimmt.

Die Produkte lässt man in einer 0,1 N Natriumhydroxyd-Lösung 24 h lang liegen. Die extrahierte Triclosan- Menge wird durch UV-Spektrophotometrie bestimmt,

--- wird die Beständigkeit (Resistenz) der behandelten Produkte gegen bakteriellen Angriff bewertet, indem man in eine Scheibe von 2 g Schwammtuch 4 ml T.C.S.-Bouillon einführt, die vorher mit einer Suspension von Escherichia coli so inokuliert worden ist, dass die Bouillon etwa 10&sup5; U.F.C./ml enthält. Die imprägnierte Probe wird dann auf Agar-Agar gelegt. Nach 48-stündiger Inkubation bei 37ºC bestimmt man visuell die Bakterienpopulation. Die Bewertung "+"' wird vergeben, wenn das Wachstum vollständig gehemmt ist, die Bewertung "+/-" wird vergeben, wenn einige miteinander in Kontakt stehende Stämme zwischen dem Agar-Agar und der Probe erkennbar sind, und die Bewertung "-" wird vergeben, wenn die Probe vollständig kolonisiert ist,

- werden die Schwammtücher, um eine Verwendung im Haushalt zu simulieren, Alterungszyklen unterworfen, an deren Ende die Menge von IRGASAN DP 300® und die Beständigkeit (Resistenz) gegen bakteriellen Angriff bestimmt werden. Der Zyklus D besteht darin, dass man das Produkt in einer Lösung, die PAIC®-Geschirrspülmittel (in einer Menge von 0,5 g Produkt pro Liter Lösung) enthält, 200 mal auspresst. Der Zyklus E60 besteht darin, dass man ein Schwammtuch (mit einem Gewicht von etwa 11 g) einen Waschmaschinenzyklus mit Trocknen (450 Upm) bei 60ºC ohne Einführen von Waschlauge unterwirft. Der Zyklus F60 besteht darin, dass man ein Schwammtuch (mit einem Gewicht von etwa 11 g) einem Waschmaschinenzyklus mit Trocknen (450 Upm) bei 60ºC unterwirft unter Einführung von 92 g einer industriellen Waschlauge (Waschmittel MATIC SPOT®). Der Zyklus F20 ist identisch mit dem Zyklus F60, die Temperatur ist jedoch auf 20ºC vermindert.

Es wurden die in den nachstehenden beiden Tabellen zusammengefassten Ergebnisse (Beispiele B-1 bis B- 6) am Ende der Versuche erhalten, bei denen:

- IRGASAN DP 300® in das Cellulosexanthat zusammen mit den Verstärkungsfasern eingeführt wurde, die in einer Natriumhydroxid-Lösung dispergiert wurden;

- der verwendete Latex ACRONAL 32D® war. Er wurde nach dem Biozid in die faserhaltige Viskose eingeführt (Mischung von Cellulosexanthat und Fasern). Die Treibmittel-Kristalle wurden erst nach dem Latex zugegeben. Unter Berücksichtigung der Beispiele B-1 und B-2 einerseits und der Beispiele B-3 und B-4 andererseits stellt man fest, welche Zugabemenge des Latex vorteilhaft ist.

Die beiden Bestandteile - Biozid, Latex - werden vor der Regenerierungsstufe zugegeben.

Die anfänglichen Prozentsätze (eingesetzte Mengen) von Biozid und Latex sind angegeben unter Bezugnahme auf das Cellulose-Trockengewicht des Produkts. Die Gehalte an restlichem Biozid sind ausgedrückt unter Bezugnahme auf die am Anfang eingeführte Biozid-Menge.


Anspruch[de]

1. Zellenförmiges Material auf Basis von regenerierter Cellulose vom Schwamm- oder Schwammtuch-Typ, das eine dauerhafte Beständigkeit (Resistenz) gegen Mikroorganismen aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass es in seiner Masse aus regenerierter Cellulose eine wirksame Menge von verteiltem und nicht eingeschlossenem 2,4,4'-Trichloro-2'-hydroxy-diphenylether (Triclosan), sowie eine wirksame Menge mindestens eines Bindemittels aus der Gruppe der Latices enthält.

2. Material nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es 0,001 bis 10 Gew.-%, allgemeiner 0,05 bis 5 Gew.-% und zweckmäßig 0,2 bis 2 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht der trockenen Cellulose, Triclosan enthält.

3. Material nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Bindemittel ausgewählt ist unter den Latices, deren Polymer Acrylnitril-Gruppen enthält.

4. Material nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Bindemittel bis zu 10 Trockengewichts-%, bezogen auf das Gewicht der trockenen Cellulose, allgemeiner 0,5 bis 5 Trockengewichts-%, zweckmäßig 2 bis 4 Trockengewichts-%, ausmacht.

5. Material nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass es außerdem eine wirksame Menge mindestens einer kationischen Verbindung enthält.

6. Material nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die kationische Verbindung bis zu 5 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht der trockenen Cellulose, allgemeiner 0,05 bis 2 Gew.-%, ausmacht.

7. Material nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die kationische Verbindung in leichtem stöchiometrischem Überschuss gegenüber Triclosan vorliegt.

8. Verfahren zur Herstellung eines Materials nach einem der vorhergehenden Ansprüche, das umfasst:

- das Herstellen einer pastösen Masse aus Viscose und insbesondere Fasermaterialien, einer wirksamen Menge eines oder mehrerer Treibmittel (Porenbildnern) und gegebenenfalls einer wirksamen Menge eines oder mehrerer Pigmente;

- das Formen dieser pastösen Masse;

- das thermische Behandeln derselben in einem sauren oder basischen Medium, sodass sich die Wirkung des (der) Treibmittel(s) entfaltet und die Cellulose regeneriert wird;

dadurch gekennzeichnet, dass es außerdem umfasst

einerseits die Zugabe einer wirksamen Menge von nicht-eingeschlossenem 2,4,4'-Trichloro-2'-hydroxydiphenylether (Triclosan), der (das) zugegeben wird:

- stromaufwärts (vor) und/oder stromabwärts (nach) der thermischen Behandlung, wenn diese in einem sauren Medium durchgeführt wird;

- stromabwärts (nach) der thermischen Behandlung, wenn diese in einem basischen Medium durchgeführt wird; und

andererseits die Zugabe einer wirksamen Menge mindestens eines Bindemittels, ausgewählt unter den Latices, stromaufwärts (vor) und/oder stromabwärts (nach) der thermischen Behandlung.

9. Herstellungsverfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Bindemittel ausgewählt wird unter den Latices, deren Polymer Acrylnitril-Gruppen enthält.

10. Herstellungsverfahren nach einem der Ansprüche 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass es außerdem umfasst die Zugabe einer wirksame Menge mindestens einer kationischen Verbindung stromabwärts (nach) der thermischen Behandlung.

11. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 10 zur Herstellung eines Schwammes, der eine dauerhafte Beständigkeit (Resistenz) gegenüber Mikroorganismen aufweist, das umfasst:

- das Herstellen einer pastösen Masse aus Viscose und insbesondere Fasermaterialien, einer wirksamen Menge eines oder mehrerer Treibmittel (Porenbildnern) und gegebenenfalls einer wirksamen Menge eines oder mehrerer Pigmente;

- das Verformen dieser pastösen Masse, insbesondere durch Formen (Gießen);

- das thermische Behandeln derselben in einem basischen Medium, damit sich die Wirkung des (der) Treibmittel(s) entfalten kann und die Cellulose regeneriert wird;

- das Behandeln des dabei erhaltenen halbfertigen Produkts einschließlich seiner gegebenenfalls durchgeführten Trocknung und/oder Plastifizierung;

dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren außerdem umfasst:

- die Zugabe von Triclosan stromabwärts (nach) der thermischen Behandlung in einem basischen Medium, wobei die genannte Zugabe vor der oder gleichzeitig mit der Plastifizierung, falls diese durchgeführt wird, erfolgt;

- die Zugabe mindestens eines Latex stromaufwärts (vor) und/oder stromabwärts (nach) der thermischen Behandlung in einem basischen Medium, wobei der Latex vorzugsweise zugegeben wird stromaufwärts (vor) der thermischen Behandlung und, wenn er stromabwärts (nach) derselben zugeführt wird, die Zugabe zweckmäßig vor dem oder gleichzeitig mit dem Triclosan erfolgt; und zweckmäßig

- die Zugabe mindestens einer kationischen Verbindung stromabwärts (nach) der thermischen Behandlung, wobei die kationische Verbindung zweckmäßig nach dem Latex und dem Triclosan zugegeben wird unmittelbar vor Durchführung der Plastifizierung, wenn diese mit dem (den) Weichmacher(n) inkompatibel ist, oder gleichzeitig mit dem (den) Weichmacher(n), wenn sie damit kompatibel ist, wenn eine solche Plastifizierung durchgeführt wird.

12. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 10 zur Herstellung eines Schwammtuches, das eine dauerhafte Beständigkeit (Resistenz) gegenüber Mikroorganismen aufweist, wobei das Verfahren umfasst:

- das Herstellen einer pastösen Masse aus Viscose und insbesondere Fasermaterialien, einer wirksamen Menge eines oder mehrerer Treibmittel und gegebenenfalls einer wirksamen Menge eines oder mehrerer Pigmente;

- das Formen dieser pastösen Masse, insbesondere durch beidseitiges oder einseitiges Bedecken mit einem Gitter (Rost) oder durch Abscheidung auf einem Trägerband;

das thermische Behandeln desselben in einem sauren Medium, sodass sich die Wirkung des (der) Treibmittel(s) entfalten kann und die Cellulose regeneriert wird;

dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren außerdem umfasst:

- die Zugabe von Triclosan stromaufwärts (vor) und/oder stromabwärts (nach) der thermischen Behandlung in einem sauren Medium,

- die Zugabe mindestens eines Latex stromaufwärts (vor) und/oder stromabwärts (nach) der thermischen Behandlung in einem sauren Medium;

wobei das Triclosan und der Latex zweckmäßig beide stromaufwärts (vor) der thermischen Behandlung zugegeben werden, das Triclosan noch zweckmäßiger in diesem Zusammenhang der Viscose gleichzeitig mit den Fasermaterialien zugegeben wird und der Latex schließlich der gebildeten pastösen Masse zugegeben wird.







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