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Dokumentenidentifikation EP1321318 31.07.2003
EP-Veröffentlichungsnummer 1321318
Titel Hydropneumatische Feder
Anmelder Goldschmitt techmobil AG, 74746 Höpfingen, DE
Erfinder Mairon, Dipl.-Ing., Markus, 74746 Höpfingen, DE
Vertragsstaaten AT, BE, BG, CH, CY, CZ, DE, DK, EE, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE, SK, TR
Sprache des Dokument DE
EP-Anmeldetag 22.10.2002
EP-Aktenzeichen 020235024
EP-Offenlegungsdatum 25.06.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 31.07.2003
IPC-Hauptklasse B60G 11/26
IPC-Nebenklasse F16F 9/084   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine hydropneumatische Feder mit einem Federbalg, der ein erstes Federende aufweist, das dem Fahrzeugrahmen zugeordnet ist, und ein zweites Federende aufweist, das einem relativ zum Fahrzeugrahmen bewegbaren Element, insbesondere der Fahrzeugachse, zugeordnet ist.

Hydropneumatische Federn weisen in der Regel einen Balg aus elastischem Material auf, der mit Luft gefüllt oder über ein Ventil von außen her befüllbar ist. Federn dieser Art kommen als Einzelfeder oder als Zusatzfeder zur Anwendung. Der Anwendungsbereich von hydropneumatischen Federn umfaßt sowohl eine Federung von Fahrzeugen unterschiedlicher Art, wie LKW, Busse, Eisenbahn oder Straßenbahn als auch das Heben von Lasten, wie beispielsweise bei Hubrahmen an Nutzfahrzeugen, die mittels hydraulisch oder pneumatisch betätigter Hubschwingen gegenüber dem Fahrzeugrahmen anhebbar sind.

Nach dem Stand der Technik wird der Federbalg zwischen Fahrzeugrahmen und dem relativ zum Fahrzeugrahmen bewegbaren Element eingebaut. Bei Verwendung als Feder ist der Balg in der Regel mittels je einer Konsole mit seinem dem Fahrzeugrahmen zugeordneten Ende am Fahrzeugrahmen und mit seinem der Achse zugeordneten Federende an der Achse befestigt. Bei einer Verkleinerung des Abstandes zwischen Achse und Rahmen infolge der Fahrzeugbewegungen wird der Balg dann zusammengepreßt und dadurch eine Federkraft auf Achse und Rahmen erzeugt.

Die übliche Anbringung des Federbalgs zwischen Achse und Fahrzeugrahmen führt häufig jedoch zu Problemen, da in diesem Bereich des Fahrzeugs in der Mehrzahl der Fälle wenig Raum für den Einbau einer hydropneumatischen Feder vorhanden ist, insbesondere dann, wenn es sich um Federn großer Durchmesser oder um Zusatzfedern handelt.

Hiervon ausgehend hat sich die Erfindung die Aufgabe gestellt, eine hydropneumatische Feder anzugeben, die beim Einbau keinerlei Probleme infolge Platzmangels verursacht, am Fahrzeug gut zugänglich ist daher Einbauund Reparaturaufwand vermindert und sowohl als Einzelfeder als auch als Zusatzfeder in beliebigem Durchmesser in jedem Fahrzeug einbaubar ist.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß

  • das erste Federende am Fahrzeugrahmen festgelegt ist,
  • das zweite Federende mit dem Kolben/Zylinder eines einfach wirkenden ersten Hydraulikzylinders verbunden ist,
    • dessen Zylinder/Kolben ebenfalls am Fahrzeugrahmen befestigt ist,
    • und der hydraulisch, vorzugsweise mittels einer Leitung, mit einem einfach wirkenden zweiten Hydraulikzylinder verbunden ist,
      • dessen Kolben/Zylinder dem bewegbaren Element, vorzugsweise der Fahrzeugachse,
      • und dessen Zylinder/Kolben dem Fahrzeugrahmen zugeordnet ist,
  • wobei der Kolben des ersten Hydraulikzylinders in dessen Zylinder einfährt, wenn der Kolben des zweiten Hydraulikzylinders aus dessen Zylinder ausfährt und umgekehrt.

Bei vorliegender Feder ist das erste Ende des Federbalgs am Fahrzeugrahmen befestigt. Dessen zweites Ende hingegen ist, nicht wie bei Federn nach dem Stand der Technik mit der Fahrzeugachse oder dem relativ zum Rahmen bewegbaren Element verbunden, sondern mit einer Kette weiterer zur Erfindung gehöriger Komponenten. Diese Komponenten umfassen einen ersten und einen zweiten Hydraulik, die einfach wirkend ausgebildet, d.h. nur von einer Kolbenseite her hydraulisch beaufschlagbar sind. Zwischen beiden Hydraulikzylindern besteht eine hydraulische Verbindung, die vorzugsweise durch eine Leitung realisiert ist.

Der erste Hydraulikzylinder ist mit dem Federbalg in Reihe geschaltet, wobei zwei Alternativen möglich sind. Im ersten Fall ist der Kolben kraftschlüssig mit dem zweiten Federende verbunden und dementsprechend der Zylinder am Fahrzeugrahmen befestigt, während im zweiten Fall umgekehrt der Zylinder am Federende und der Kolben am Fahrzeugrahmen festgelegt sind. Der zweite Hydraulikzylinder ist hingegen zwischen Fahrzeugrahmen und dem relativ zum Fahrzeugrahmen bewegbaren Element, in der Regel der Fahrzeugachse angeordnet. Auch hier sind die beiden alternativen Ausführungen möglich, nach denen entweder der Kolben an der Achse und der Zylinder am Fahrzeugrahmen oder umgekehrt der Zylinder an der Achse und der Kolben am Fahrzeugrahmen festgelegt sind. Die Verbindung zwischen den Hydraulikzylindern ist so ausgeführt, daß der Kolben des ersten Hydraulikzylinders in dessen Zylinder einfährt, wenn der Kolben des zweiten Hydraulikzylinders aus dessen Zylinder ausfährt und umgekehrt.

Betrachtet man zunächst ein entlastetes Fahrzeug, dann ist der Abstand zwischen Achse und Fahrzeugrahmen maximal, der Kolben des zweiten Hydraulikzylinder ist dementsprechend ausgefahren, während sich der des ersten Hydraulikzylinders in eingefahrenem Zustand befindet. Nimmt man dann an, daß sich der genannte Abstand aufgrund einer Relativbewegung zwischen Achse und Fahrgestell verringert, fährt der Kolben in den ersten Hydraulikzylinder ein, während der im zweiten Hydraulikzylinder ausfährt und dabei gegen das zweite Federende anläuft. Aufgrund dieses Vorgangs baut sich im Federbalg, d.h. zwischen dessen zweiten und dem am Fahrzeugrahmen festgelegten ersten Federende eine Druckkraft auf. Diese Kraft wird über die kraftschlüssige Verbindung vom zweiten Federende über die beiden Hydraulikzylinder auf die Achse des Fahrzeuges übertragen. Dabei erfährt die Achse eine Federwirkung, die äquivalent der ist, wenn die hydropneumatische Feder direkt zwischen Fahrzeugrahmen und Achse eingebaut wäre.

Ein Kerngedanke der Erfindung besteht darin, daß durch die Zwischenschaltung der beiden Hydraulikzylinder zwischen Achse und Federbalg, der Zwang entfällt, die Feder am Ort der Achse einzubauen. Vielmehr kann die Feder in vorteilhafter Weise an einem beliebigen Ort am Fahrzeugrahmen installiert sein, wobei dennoch eine kraftschlüssige Verbindung zur Achse über die Hydraulikzylinder und deren hydraulische Verbindungsleitung hergestellt wird. Da die hydraulische Verbindungsleitung bezüglich Länge und Gestalt beliebig ausführt sein kann, bestehen keinerlei Beschränkungen für den Einbauort der hydropneumatischen Feder. Sie kann daher am Fahrzeugrahmen dort positioniert werden, wo der Platz am geeignetsten ist, d.h. genügend Raum für die vorliegenden Federgröße bietet und für Einbau und Wartung bequem zugänglich ist.

Gemäß einem Merkmal der Erfindung sind bei vorliegender hydropneumatischer Feder Balge unterschiedlichen Durchmessers und/oder unterschiedlichen Maximalhubs vorgesehen. Dabei bestimmt der Durchmesser des Federbalgs im wesentlichen die Tragfähigkeit der Feder, wohingegen der Maximalhub im wesentlichen durch den Hub der Achse relativ zum Fahrzeugrahmen bestimmt wird. Je nach Anwendungsfall können diese Parameter mitunter auch sehr groß ausfallen. Aufgrund des wahlfreien Ortes zur Montage des Federbalgs wird vorliegende Erfindung jedoch selbst diesen Fällen gerecht.

Der Anwendungsbereich hydropneumatischer Federn erstreckt sich zu einem großen Teil auf die Federung von Fahrzeugen unterschiedlicher Art. Hierbei werden sie sowohl als Einzelfeder als auch als Zusatzfeder eingesetzt. Die Feder gemäß vorliegender Erfindung läßt sich in beiden Bereichen gleichermaßen einsetzen. Dabei kommt insbesondere bei einer Verwendung als Zusatzfeder der Vorteil zum Tragen, daß die Feder nicht am Ort der Achse eingebaut werden muß, da die konstruktiven Gegebenheiten der Fahrzeuge häufig keinen Raum für den Einbau von Zusatzfedern lassen.

Neben einer Verwendung der vorgeschlagenen Feder im Bereich der Fahrzeugfederung ist gemäß einem Merkmal der Erfindung auch vorgesehen, die vorgeschlagene Feder zum Heben von Lasten einsetzen, wie beispielsweise bei dem im Stand der Technik angeführten Hubrahmen an Nutzfahrzeugen, der mittels hydraulisch oder pneumatisch betätigter Hubschwingen gegenüber dem Fahrzeugrahmen anhebbar ist. Bei diesem Anwendungsbereich kommen die Vorteile der erfindungsgemäßen Feder in gleicher Weise zum Tragen wie bei deren Einsatz als Fahrzeugfeder.

Weitere Ausgestaltungen der hydropneumatischen Feder gemäß vorliegender Erfindung betreffen die Ausführung von erstem und zweitem Hydraulikzylinder und deren hydraulischer Verbindungsleitung.

Bei Anwendung als Fahrzeugfeder wird die erfindungsgemäße Feder in der Regel so ausgeführt, daß der Federbalg und der erste Hydraulikzylinder "irgendwo" am Fahrzeugrahmen montiert und über eine Hydraulikleitung mit dem im Bereich zwischen Achse und Fahrgestell eingebauten zweiten Hydraulikzylinder verbunden sind. Mitunter läßt sich das Platzproblem zwischen Achse und Fahrgestell aber auch bereits dadurch lösen, daß die hydropneumatische Feder lediglich aus der Richtung des Achsenhubs heraus gedreht werden muß, um Platz für deren Einbau zu finden. Denkbar sind hierbei beispielsweise Lösungen, bei denen der Federhub und der Achsenhub zu einander einen Winkel von 90 Grad einschließen. Mit vorliegender Erfindung lassen sich solcherart konstruktive Vorgaben auf einfache Weise umsetzen. Für diesen Fall wird vorgeschlagen, den ersten und zweiten Hydraulikzylinder und die Verbindungsleitung als kompakte Baueinheit auszuführen, wobei der erste Hydraulikzylinder gegenüber dem zweiten lediglich gegeneinander verschwenkt angeordnet ist.

Bei der Standardausführung der erfindungsgemäßen Feder ist vorgesehen, den Durchmesser und den Kolbenhub von erstem und zweitem Hydraulikzylinder jeweils gleich groß auszubilden. Diese Ausbildung führt dazu, daß der Hub der Achse relativ zum Fahrzeugrahmen und der Hub des Federbalgs einander 1:1 entsprechen.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform der hydropneumatischen Feder weisen der erste und der zweite Hydraulikzylinder jedoch unterschiedliche Durchmesser auf. Diese Ausbildung bietet die Möglichkeit, zwischen dem Hub der Achse und dem Hub des Federbalgs eine Über- oder Untersetzung herzustellen. Der formelmäßige Zusammenhang zwischen Kolbenhub und -durchmesser der beiden Hydraulikzylinder wird dabei durch die einfache Forderung nach einem Erhalt der Masse gegeben, d.h. mit anderen Worten dadurch, daß gleichviel Hydrauliköl in den einen Zylinder einströmt wie aus dem andern ausströmt. Diese Aussage führt zu der Gleichung I1 x π x r12 = I2 x π x r22 bzw. I1/I2 = r22/r12

  • wobei I1 den Hub des Federbalgs bzw. des ersten Kolbens,
  • r1 den Radius des ersten Hydraulikzylinders,
  • l2 den Hub der Achse bzw. des zweiten Kolbens,
  • r2 den Radius des zweiten Hydraulikzylinders

    bezeichnen.

Sind beispielsweise der Hub l1 des Federbalgs und der Achsenhub l2 vorgegebene Parameter, deren Größen einander nicht gleich sind, dann müssen sich nach o.g. Gleichung die Radien der Kolben zu den genannten Hüben verhalten wie r22 / r12 = l1 / l2. Damit ist andererseits prinzipiell die Möglichkeit gegeben, jeden vorgegebenen Federhub an jeden vorgegebenen Achsenhub anzupassen. In der Praxis bedeutet dies, daß Federbälge unterschiedlichen Maximalhubs für den gleichen Achsenhub eingesetzt werden können. Für die Lösung eines Federproblems kommen somit alle Balge in Betracht, welche die gewünschte Federcharakteristik aufweisen, unabhängig von deren maximalem Hub. Damit ergibt sich als weiterer Vorteil der Feder gemäß vorliegender Erfindung eine große Flexibilität bei der Auswahl der Federbalge.

Um Federn nicht zu überlasten ist in der Regel ein Anschlag vorgesehen, welcher den Maximalhub der Feder begrenzt. Bei Ausführung der hydropneumatischen Feder gemäß vorliegender Erfindung ist dieser Anschlag entweder am Federbalg angebracht oder an den Hydraulikzylindern vorgegeben. In letzterem Fall wird die Endstellung von Kolben/Zylinder des ersten Hydraulikzylinders im ausgefahrenen Zustand bzw. die Endstellung von Kolben/Zylinder des zweiten Hydraulikzylinders im eingefahrenen Zustand begrenzt.

Bei Zusatzfedern ist es oft auch sinnvoll, wenn deren Federkraft erst nach einem gewissen Anfangshub der Achse zur Wirkung kommt. Dementsprechend weist eine Ausführungsform der vorgeschlagenen Feder zwischen Federbalg und erstem Kolben/Zylinder ein Element auf, welches eine gewisse Relativbewegung der beiden Komponenten zueinander zuläßt. Diese Ausbildung führt dazu, daß eine Übertragung von Kräften zwischen Kolben und Federbalg erst dann erfolgt, wen sich beide Komponente um eine gewisse Wegstrecke aufeinander zu bewegt haben. Nach Überwindung dieses Anfangshubs wird der Federbalg komprimiert und ab diesem Zeitpunkt eine Federkraft erzeugt, welche über die hydraulische Strecke aus beiden Hydraulikzylindern und der Verbindungsleitung zwischen den Zylindern auf die Achse übertragen wird. Bei einer ähnlichen Lösung ist ein derartiges Element zwischen zweitem Kolben/Zylinder und Achse vorgesehen. Die hiermit erzielbare Wirkung ist identisch der beschriebenen.

Eine besonders bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen hydropneumatischen Feder weist im ersten oder im zweiten Hydraulikzylinder, oder in der Leitung zwischen beiden genannten Hydraulikzylindern eine hydraulische Drossel auf. Im Rahmen vorliegender Erfindung ist darunter ein Element zu verstehen, dessen Querschnitt klein gegen den Querschnitt der Hydraulikzylinder ist. Die Drossel stellt für die hindurchströmende Flüssigkeit einen gewissen Strömungswiderstand dar, welcher bei geringer Strömungsgeschwindigkeit gering, bei höherer Strömungsgeschwindigkeit größer ausfällt. Bei geeigneter Dimensionierung kann die Drossel daher dazu genutzt werden, dem Hydrauliksystem der vorgeschlagenen Feder die Eigenschaft eines Stoßdämpfers zu verleihen. Die erfindungsgemäße Feder insgesamt mit all ihren Komponenten vereint in vorliegender Ausführungsform somit die Eigenschaften einer Feder als auch die eines Stoßdämpfers in sich. Damit sind für vorliegende hydropneumatische Feder weitreichend Einsatzgebiete gegeben, die über eine Anwendung als reine Feder weit hinausgehen. Bei Ausrüstung von Fahrzeugen mit vorliegender Ausführung der erfindungsgemäßen Feder werden herkömmliche Stoßdämpfer entbehrlich mit der vorteilhaften Folge einer Einsparung wesentlicher Kosten.

Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der Erfindung lassen sich dem nachfolgenden Teil der Beschreibung entnehmen. In diesem Teil wird eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Feder anhand einer Zeichnung näher erläutert. Die Figur zeigt in schematischer Darstellung einen Ausschnitt des Fahrzeugrahmens im Bereich der Achsaufhängung.

In Figur 1 ist eine Anwendung der hydropneumnatischen Feder gemäß vorliegender Erfindung als Zusatzfeder in einem Fahrzeug dargestellt. Die Hauptfeder 1 ist zwischen Fahrzeugrahmen 2 und Achse 3 angeordnet. Zur Vereinfachung der Zeichnung ist vom Fahrzeugrahmen 2 und der Achse 3 nur ein Abschnitt im Bereich eines Rades 4 wiedergegeben. Die Zusatzfeder ist in vorliegender Zeichnung durch den Federbalg 5 wiedergegeben, der an einem beliebigen Ort des Fahrzeugrahmens 2 befestigt ist. Dabei ist das erste Ende 6 des Federbalgs 5 am Rahmen 2 und das zweite Ende 7 am Kolben 8 eines ersten Hydraulikzylinders 9 festgelegt. Dessen Zylinder 10 ist ebenfalls am Rahmen 2 befestigt und über die Leitung 11 mit einem weiteren Hydraulikzylinder 12 verbunden. Dabei ist der Kolben 13 des weiteren Hydraulikzylinders mit der Achse 3 verbunden, während dessen Zylinder 14 am Fahrzeugrahmen 2 festgelegt ist. Beide Hydraulikzylinder 9, 12 sind jeweils als einfach wirkende Kolben/Zylinder-Anordnung ausgebildet, d.h. die Kolben werden nur von einer Seite her hydraulisch beaufschlagt. Wie der Zeichnung zu entnehmen ist, sind beide Hydraulikzylinder 9, 12 in Reihe geschaltet, was bedeutet, daß der Kolben 8 des ersten Hydraulikzylinders 9 aus dessen Zylinder 10 ausfährt, wenn der Kolben 13 des zweiten Hydraulikzylinders 12 in dessen Zylinder 14 einfährt und umgekehrt.

Der in Figur 1 dargestellte Augenblick gibt die Hauptfeder 1 in entlastetem Zustand wieder, der Abstand 15 zwischen Achse 3 und Fahrzeugrahmen 2 nimmt daher seinen größten Wert an. Diesem Zustand entspricht ein ausgefahrener Kolben 13 des zweiten Hydraulikzylinders 12 und ein eingefahrener Kolben 8 des ersten Hydraulikzylinders 9. Verringert sich nun der Abstand 15 zwischen Achse 3 und Fahrzeugrahmen 2, fährt der Kolben 13 in den Zylinder 14 ein, während der Kolben 8 aus dem Zylinder 10 ausfährt und dabei gegen das zweite Federende 7 des Federbalgs 5 anläuft. Durch diesen Vorgang wird der Federbalg 5 zusammengedrückt und erzeugt dabei eine Federkraft, welche über das hydraulische System aus Hydraulikzylinder 9, Hydraulikzylinder 12 und Verbindungsleitung 11 auf die Achse des Fahrzeuges zurück wirkt. Die auf die Achse einwirkende Federkraft ist dabei äquivalent der, welche eine unmittelbar am Ort der Hauptfeder 1 eingebaute Zusatzfeder erbringen würde. Bei der in Figur 1 dargestellten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Feder ist der Durchmesser und der Kolbenhub von erstem und zweitem Hydraulikzylinder 9, 12 jeweils gleich groß ausgebildet. Diese Ausbildung führt dazu, daß der Hub der Achse 3 und der Hub des Federbalgs 5 einander gleich sind.

Die hydraulische Verbindungsleitung 11 kann bezüglich Länge und Gestalt beliebig ausführt sein. Dies hat zur Folge, daß für den Einbauort der hydropneumatischen Feder gemäß vorliegender Erfindung keinerlei Einschränkungen bestehen. Die Feder kann daher an der Stelle am Fahrzeugrahmen positioniert werden, die genügend Raum für die gewählte Federgröße bietet und für Einbau und Wartung bequem zugänglich ist.


Anspruch[de]
  1. Hydropneumatische Feder mit einem Federbalg (5),
    • der ein erstes Federende (6) aufweist,
      • das dem Fahrzeugrahmen (2) zugeordnet ist
    • und ein zweites Federende (7) aufweist,
      • das einem relativ zum Fahrzeugrahmen (2) bewegbaren Element, insbesondere der Fahrzeugachse (3), zugeordnet ist,
    dadurch gekennzeichnet, daß
    • das erste Federende (6) am Fahrzeugrahmen (2) festgelegt ist,
    • das zweite Federende (7) mit dem Kolben/Zylinder (8/10) eines einfach wirkenden ersten Hydraulikzylinders (9) verbunden ist,
      • dessen Zylinder/Kolben (10/8) ebenfalls am Fahrzeugrahmen (2) befestigt ist,
      • und der hydraulisch, vorzugsweise mittels einer Leitung (11), mit einem einfach wirkenden zweiten Hydraulikzylinder (12) verbunden ist,
        • dessen Kolben/Zylinder (13/14) dem bewegbaren Element, vorzugsweise der Fahrzeugachse (3),
        • und dessen Zylinder/Kolben (14/13) dem Fahrzeugrahmen (2)
         zugeordnet ist,
    • wobei der Kolben (8) des ersten Hydraulikzylinders (9) in dessen Zylinder (10) einfährt, wenn der Kolben (13) des zweiten Hydraulikzylinders (12) aus dessen Zylinder (14) ausfährt und umgekehrt.
  2. Hydropneumatische Feder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
    • Federbalge (5) unterschiedlichen Durchmessers und/oder unterschiedlichen Maximalhubs vorgesehen sind.
  3. Hydropneumatische Feder nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
    • sie eine Einzelfeder oder eine Zusatzfeder ist.
  4. Hydropneumatische Feder nach einem der Ansprüche 1 - 3, dadurch gekennzeichnet, daß
    • sie eine Fahrzeugfeder
    • oder eine Lasthubfeder ist.
  5. Hydropneumatische Feder nach einem der Ansprüche 1 - 4, dadurch gekennzeichnet, daß
    • der erste (9) und der zweite (12) Hydraulikzylinder eine Baueinheit bilden,
    • wobei beide Hydraulikzylinder (9, 12) vorzugsweise um einen definierten Winkel gegeneinander verdreht angeordnet sind.
  6. Hydropneumatische Feder nach einem der Ansprüche 1 - 5, dadurch gekennzeichnet, daß
    • der erste (9) und der zweite (12) Hydraulikzylinder unterschiedliche Durchmesser aufweisen,
    • und vorzugsweise das Verhältnis von deren Quadraten dem Verhältnis aus maximalem Hub zwischen Achse (3 ) und Fahrzeugrahmen (2) und dem maximalem Hub des Federbalgs (5) entspricht.
  7. Hydropneumatische Feder nach einem der Ansprüche 1 - 6, dadurch gekennzeichnet, daß
    • die Endstellung von Kolben/Zylinder (8, 10) des ersten Hydraulikzylinders (9) im ausgefahrenen Zustand,
    • und/oder die Endstellung von Kolben/Zylinder (13, 14) des zweiten Hydraulikzylinders (12) im eingefahrenen Zustand
    • und/oder der Maximalhub des Federbalgs (5) jeweils durch einen Anschlag begrenzt ist.
  8. Hydropneumatische Feder nach einem der Ansprüche 1 - 7, dadurch gekennzeichnet, daß
    • zwischen Federbalg (5) und erstem Kolben/Zylinder (8, 10) ein Element vorgesehen ist, welches eine gewisse Relativbewegung der beiden Komponenten zueinander zuläßt,
    • und/oder zwischen zweitem Kolben/Zylinder (13, 14) und Achse (3) ein weiteres Element gleicher Eigenschaft vorgesehen ist.
  9. Hydropneumatische Feder nach einem der Ansprüche 1 - 8, dadurch gekennzeichnet, daß
    • im ersten Hydraulikzyylinder (9),
    • und/oder im zweiten Hydraulikzylinder (12),
    • und/oder in der Leitung (11) zwischen den beiden Hydraulikzylindern
       eine Drossel vorgesehen ist.






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