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Dokumentenidentifikation DE10203027A1 07.08.2003
Titel Nahtabdichtung
Anmelder DaimlerChrysler AG, 70567 Stuttgart, DE
Erfinder Bulatow, Michael, Dipl.-Ing., 10969 Berlin, DE;
Wölke, Jürgen, Dipl.-Ing., 14974 Ludwigsfelde, DE
DE-Anmeldedatum 26.01.2002
DE-Aktenzeichen 10203027
Offenlegungstag 07.08.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 07.08.2003
IPC-Hauptklasse B60R 13/06
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Nahtabdichtung für einen Fügebereich zwischen Blechteilen einer Kraftfahrzeugkarosserie mit einer Dichtmittelanordnung, welche eine Fuge zwischen den miteinander verbundenen Blechteilen vollständig überdeckt.
Um den Zeitaufwand zum Aufbringen der Nahtabdichtung zu reduzieren, umfasst die Dichtmittelanordnung eine Dichtbahn, die vollflächig dichtend auf an die Fuge angrenzenden, streifenförmigen Dichtzonen der Blechteile aufliegt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Nahtabdichtung für einen Fügebereich zwischen Blechteilen einer Kraftfahrzeugkarosserie der im Oberbegriff des Anspruchs 1 genannten Art.

Aus dem Serienfahrzeugbau z. B. bei Mercedes-Benz-Fahrzeugen ist bekannt, Fugen zwischen punktgeschweißten Blechteilen durch Nahtabdichtungen aus selbsthaftendem Kunststoff, wie z. B. PVC- Plastisol, zum Schutz vor Korrosion infolge eindringenden Wassers abzudichten.

Um einen zuverlässigen Schutz vor Korrosion zu gewährleisten, darf die Nahtabdichtung nur sehr geringe Lageabweichungen zur abzudichtenden Fuge aufweisen, so dass das Aufbringen der Nahtabdichtung Zeit- und kostenaufwändig ist.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine Nahtabdichtung der im Oberbegriff des Anspruchs 1 genannten Art dahingehend weiterzuentwickeln, dass der Zeitaufwand zum Aufbringen der Nahtabdichtung deutlich reduziert werden kann.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.

Weitere die Erfindung in vorteilhafter Weise ausgestaltende Merkmale enthalten die Unteransprüche.

Der mit der Erfindung erzielte Vorteile besteht darin, dass beim Abdichten eines Längenbereichs der Fuge mittels der Dichtbahn unter Aufrechterhaltung einer zuverlässigen Dichtwirkung größerer Lageabweichungen zwischen Dichtbahn und Fuge zugelassen werden können. Somit kann sich bei der Abdichtung des Längenbereichs eine erhebliche Zeitersparnis ergeben.

Um das Aufbringen der Dichtbahn noch weiter zu beschleunigen, kann diese zumindest im Überdeckungsbereich mit den Dichtzonen mit einer selbstklebenden Beschichtung versehen sein.

Die Dichtbahn kann besonders kostengünstig von einem Flächenbereich einer ohnehin erforderlichen Schalldämmmatte gebildet sein, die auf ein neben der Fuge angeordnetes Blechfeld der Karosserie aufgeklebt ist.

Dabei kann zur Abdichtung der Fuge in einem vom Blechfeld weiter beabstandeten Längenabschnitt ein an die Dichtbahn anschließender Dichtstrang aus selbsthaftendem Kunststoff vorgesehen sein.

Um auch schwere, biegesteife Schalldämmmatten zuverlässig dichtend verkleben zu können, sollten die Dichtzonen im wesentlichen parallel zur Ebene des von der Schalldämmmatte überdeckten Blechfeldes verlaufen.

Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand einer zeichnerischen Darstellung näher erläutert.

In der Darstellung zeigen:

Fig. 1 eine perspektivische Schrägansicht eines Fügebereichs zwischen einem Boden und einem Radeinbau einer Kraftwagenkarosserie

Fig. 2 einen Schnitt durch den Fügebereich gemäß der Linie II- II in Fig. 1.

In Fig. 1 ist von der Karosserie 1 eines Kraftwagens nur ein hinterer, unterer Teil mit einer linken Seitenwand 2 dargestellt, die mit einem unteren Randbereich seitlich an einen Boden 3 aus Stahlblech anschließt und mit einem Rahmen 4 an eine Hecköffnung anschließt.

Die linke Seitenwand 2 umfasst einen hinteren Radeinbau 5 aus Stahlblech, der ein muldenförmiges Radhaus des Kraftwagens begrenzt. Der Radeinbau 5 weist eine vertikal verlaufende Seitenwand 6 auf, die im überwiegenden Bereich ihrer Fläche als im wesentlichen ebenes Blechfeld 7 ausgebildet ist.

Auf seiner dem Wageninnenraum zugewandten Seite ist das Blechfeld 7 im wesentlichen vollflächig mit einer handelsüblichen Schalldämmmatte 8 beklebt, welche die Übertragung von Schall in den Innenraum des Kraftwagens vermindert. Die wasserdichte Schalldämmmatte 8 ist hierzu auf ihrer gesamten dem Radeinbau 5 zugewandten Innenseite mit einer selbstklebenden Beschichtung versehen.

Der Radeinbau 5 ist in einem unteren Endabschnitt 9 durch eine Reihe von nicht dargestellten Schweißpunkten mit einem gegenüberliegenden, nach oben abgewinkelten seitlichen Randstreifen 10 des Bodens 3 verschweißt.

In Verbindung mit Fig. 2 ist ersichtlich, dass der Randstreifen 10 des Bodens 3 den Endabschnitt 9 des Radeinbaus 5 auf seiner dem Wageninnenraum zugewandten Seite überdeckt, wobei der Endabschnitt 9 und der Randstreifen 10 aufeinander liegen und eine Fuge 11 begrenzen.

Die lichte Breite der Fuge 11 ist aufgrund von Toleranzen bei Herstellung und Montage der Karosserie 1 Schwankungen unterworfen, so dass eine Abdichtung der Fuge 11 notwendig ist.

In einem mittleren Längenabschnitt verläuft die Fuge 11 im wesentlichen gerade entlang dem Blechfeld 7 und ist auf ihrer dem Wageninnenraum zugewandten Seite vollständig von einer Dichtbahn 12 überdeckt, die von einem unteren Randstreifen der Schalldämmmatte 8 gebildet wird.

Die Dichtbahn 12 ist über ihre gesamte Länge entlang einem unteren Längenabschnitt auf den Randstreifen 10 des Bodens 3und entlang einem oberen Längenabschnitt auf eine streifenförmige Dichtzone 13 des Radeinbaus 5 geklebt, die das Blechfeld 7 an seiner Unterseite begrenzt.

Der Randstreifen 10 und die Dichtzone 13 sind annähernd parallel zum Blechfeld 7 angeordnet und begrenzen im Querschnitt gesehen einen stufenförmigen Bereich, in dem die Dichtbahn 12 vom Radeinbau 5 abhebt, so dass über die gesamte Länge der Dichtbahn 12 ein Hohlraum 14 ausgebildet ist.

Zur Abdichtung in ihren an den mittleren Längsabschnitt anschließenden, gekrümmten Endabschnitten ist die Fuge 11 über die gesamte Länge des vorderen Endabschnitts durch einen vorderen 15 und über die gesamte Länge des hinteren Endabschnitts durch einen hinteren Dichtstrang 16 an der dem Wageninnenraum zugewandten Seite überdeckt.

Die Dichtstränge 15 und 16 aus selbsthaftendem Kunststoffmaterial, wie z. B. PVC-Plastisol, werden in üblicher Weise auf die Fuge 11 sowie die daran angrenzenden Bereichen von Boden 3 und Radeinbau 5 aufgespritzt, wodurch die erforderliche Dichtwirkung erreicht wird. Durch die Dichtstränge 15 und 16 ist auch der Hohlraum 14 an seiner vorderen und hinteren Querschnittsöffnung dicht verschlossen.


Anspruch[de]
  1. 1. Nahtabdichtung für einen Fügebereich zwischen Blechteilen einer Kraftfahrzeugkarosserie mit einer Dichtmittelanordnung, welche eine Fuge zwischen den miteinander verbundenen Blechteilen vollständig überdeckt, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtmittelanordnung eine Dichtbahn (12) umfasst, die vollflächig dichtend auf an die Fuge (11) angrenzenden, streifenförmigen Dichtzonen (10, 13) der Blechteile (3, 5) aufliegt.
  2. 2. Nahtabdichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtbahn (12) zumindest im Überdeckungsbereich mit den Dichtzonen (10, 13) auf ihrer Innenseite mit einer selbstklebenden Beschichtung versehen ist.
  3. 3. Nahtabdichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtbahn (12) ein Flächenbereich einer Schalldämmmatte (8) ist, die auf ein neben der Fuge (11) angeordnetes, im wesentlichen ebenes Blechfeld (7) der Karosserie (1) aufgeklebt ist.
  4. 4. Nahtabdichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtmittelanordnung zumindest einen Dichtstrang (15, 16) aus selbsthaftendem Kunststoffmaterial umfasst, durch welchen die Fuge (11) in einem an die Dichtbahn (12) anschließenden Längenabschnitt abgedichtet ist.
  5. 5. Nahtabdichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtzonen (10,13) im wesentlichen parallel zur Ebene des Blechfeldes (7) verlaufen.
  6. 6. Nahtabdichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtmittelanordnung zur Abdichtung einer Punktschweißnaht zwischen einem Fahrzeugboden (3) und einem Radeinbau (5) vorgesehen ist, wobei eine Seitenwand (6) des Radeinbaus (5) das Blechfeld (7) aufweist.






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