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Dokumentenidentifikation DE10206312A1 28.08.2003
Titel Schere für eine Kutsche
Anmelder Fahrsport Lessing GmbH, 75446 Wiernsheim, DE
Vertreter Jeck . Fleck . Herrmann Patentanwälte, 71665 Vaihingen
DE-Anmeldedatum 14.02.2002
DE-Aktenzeichen 10206312
Offenlegungstag 28.08.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 28.08.2003
IPC-Hauptklasse B62C 1/02
Zusammenfassung Die Erfindung bezieht sich auf eine Schere mit zwei seitlichen Scherbäumen (1) zum Verbinden einer Kutsche oder eines Wagens mit einem Pferd. Die natürliche Biegung des Pferdes in Wendungen wird dadurch ermöglicht, dass die Scherbäume (1) jeweils aus einem an der Kutsche oder dem Wagen festzulegenden oder festgelegten hinteren Abschnitt (2) und einem in oder an diesem in Längsrichtung verschieblich gelagerten, mit dem Pferd zu verbindenden vorderen Abschnitt (3) bestehen (Fig. 1).

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Schere mit zwei seitlichen Scherbäumen zum Verbinden einer Kutsche oder eines Wagens mit einem Pferd.

Eine derartige Schere wird als bekannt vorausgesetzt. Für das Kutschfahren mit einem Pferd werden starre Scheren oder Schäfte aus Holz oder Metallrohr als Verbindung zwischen dem Pferd und der Kutsche oder dem Wagen eingesetzt, die beim Gebrauch rechts und links am Pferd verlaufend befestigt werden. Mit Hilfe der Schere lenkt das Pferd die Kutsche oder den Wagen. Es gibt hinten geschlossene, U-förmige Scheren oder mit den einzelnen Scherbäumen am Wagen bzw. der Kutsche angebrachte Scheren. Die Befestigung am Pferd geschieht mit einem Selett (Tragesattel), welches direkt hinter den Widerrist, also hinter der Schulter, jedoch deutlich vor der Körpermitte auf dem Pferd liegt. Das Selett hat einen Scherenträger aus Metall oder Leder. An dem Träger wird die Schere mit relativ wenig Spielraum befestigt. Dadurch wird das Pferd in der Biegung behindert, weil es sich nicht frei um die Längsachse, also die Wirbelsäule drehen kann. Dies führt dazu, dass das Pferd "über die Schulter geht", also mit nach außen weggedrückter Schulter in die Biegung geht, worin eine unnatürliche Körperhaltung in der Wendung besteht. Dadurch kann sich das Pferd nicht so stark biegen, wie es eigentlich von Natur aus möglich wäre und kann in der Wendung auch nicht die ganze Zugkraft entfalten.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, dem Pferd die Möglichkeit zu geben, mit natürlicher Biegung in den Wendungen vor dem Wagen zu laufen.

Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des Anspruches 1 gelöst. Hiernach ist vorgesehen, dass die Scherbäume jeweils aus einem an der Kutsche oder dem Wagen festzulegenden oder festgelegten hinteren Abschnitt und einem in oder an diesem in Längsrichtung verschieblich gelagerten, mit dem Pferd zu verbindenden vorderen Abschnitt bestehen.

Die damit erhaltene, in der Länge bewegliche, zweiteilige Schere ermöglicht es, im äußeren Scherbaum in der Wendung mit der äußeren Schulter des Pferdes mitzugehen und behindert das Pferd nicht. Die natürliche Bewegung in Wendungen wird praktisch nicht eingeschränkt, d. h. die Wirbelsäule kann sich über die ganze Länge, also von Kopf bis Schweif in die neue Richtung drehen.

Eine für die Konstruktion und die Funktionsweise vorteilhafte Ausführungsform besteht darin, dass der vordere und hintere Abschnitt als teleskopartig ineinanderschiebbare Rohrabschnitte ausgebildet sind. Dabei ist eine Ausgestaltung in der Weise günstig, dass der hintere Abschnitt das Außenrohr und der vordere Abschnitt das Innenrohr bilden.

Zum Vermeiden, dass der vordere Abschnitt bei einem Nachlaufen, z. B. beim Bergabfahren, zu weit bezüglich des hinteren Abschnittes nach hinten verschoben wird, ist weiterhin vorteilhaft vorgesehen, dass die Einschiebelänge mittels eines Anschlages begrenzt ist.

Unterschiedlich lange Einschiebewege können dabei auf einfache Weise dadurch erreicht werden, dass der Anschlag entlang des vorderen oder hinteren Abschnittes verstellbar und in gewählter Stellung festlegbar ist.

Ein harter Anschlag beim Einschieben wird dadurch vermieden, dass zum Abfedern der Einschiebebewegung gegen den Anschlag ein Federelement zwischengesetzt ist. Dadurch wird ein harter Stoß beim Nachlaufen des Wagens auf das Selett und damit auch auf das Pferd abgefangen.

Ein zu weites Ausziehen des vorderen Abschnittes aus dem hinteren Abschnitt wird im Normalfall durch die Zugstränge, Ketten oder Seile verhindert, die eine zweite Verbindung zwischen Pferd und Wagen bilden und mittels eines Kumtes oder Brustblattes am Pferd befestigt sind. Am Wagen werden die Zugstränge durch Ortscheide (Schwengel), Doggen oder Haken befestigt. Damit wird durch die Länge der Zugstränge oder dgl. der Abstand zwischen Pferd und Wagen bzw. Kutsche nach vorne begrenzt, wodurch gleichzeitig die zwei ineinander geschobenen Abschnitte der Schere auch nur entsprechend weit auseinandergezogen werden können. Falls ein Teil der Zugeinheit (Stränge, Kette, Seile) jedoch reißen sollte, kann die Gefahr, dass die vorderen Abschnitte aus den hinteren Abschnitten herausgezogen werden, dadurch verhindert werden, dass die Ausziehbewegung mittels eines Begrenzungselementes zwischen hinterem und vorderem Abschnitt begrenzt ist.

Dabei besteht eine vorteilhafte Ausgestaltung darin, dass das Begrenzungselement ein in dem äußeren Rohr liegendes, mit dem hinteren Abschnitt und dem vorderen Abschnitt verbundenes Fangseil ist.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 einen seitlichen Teil einer Schere (Scherbaum) mit einem vorderen und hinteren Abschnitt und

Fig. 2 einen Übergangsabschnitt zwischen dem vorderen und dem hinteren Abschnitt nach Fig. 1.

Fig. 1 zeigt ein seitlich an dem Pferd vorbeizuführendes und mit diesem zu verbindendes Teil einer Schere in Form eines Scherbaumes 1, der einen an einem Wagen bzw. einer Kutsche zu befestigenden hinteren Abschnitt 2 und einen mit einem Selett des Pferdes zu verbindenden vorderen Abschnitt 3 aufweist.

Der hintere Abschnitt 2 ist als Außenrohr und der vordere Abschnitt 3 als in dieses eingeschobenes Innenrohr ausgebildet, wobei der Einschubweg mittels eines Anschlags 4 in Form eines mit einer Schraube verklemmbaren, im gelösten Zustand in Längsrichtung verschiebbaren Ringes auf dem Innenrohr gebildet wird. Zwischen dem vorderen Rand des hinteren Abschnittes 2 und dem Anschlag 4 ist ein auf dem vorderen Abschnitt 3 aufgenommenes Federelement 5 in Form einer Schraubenfeder angeordnet, um bei einem Nachlaufen des Wagens bzw. der Kutsche einen harten Stoß gegen den Anschlag 4 und damit auf das Selett und Pferd zu vermeiden.

Im Inneren des rohrförmigen hinteren Abschnittes 2 ist ein Fangseil untergebracht, das einerseits im Bereich des dem Wagen oder der Kutsche zugekehrten Endes des hinteren Abschnittes 2 und andererseits an dem hinteren Ende des vorderen Abschnittes 3 angebracht ist, um die Gefahr zu vermeiden, dass der vordere Abschnitt 3 aus dem hinteren Abschnitt 2 herausgezogen werden kann, falls ein Teil der Zugeinheit (Stränge, Kette, Seile) reißen sollte.


Anspruch[de]
  1. 1. Schere mit zwei seitlichen Scherbäumen (1) zum Verbinden einer Kutsche oder eines Wagens mit einem Pferd, dadurch gekennzeichnet, dass die Scherbäume (1) jeweils aus einem an der Kutsche oder dem Wagen festzulegenden oder festgelegten hinteren Abschnitt (2) und einem in oder an diesem in Längsrichtung verschieblich gelagerten, mit dem Pferd zu verbindenden vorderen Abschnitt (3) bestehen.
  2. 2. Schere nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der vordere und hintere Abschnitt (2) als teleskopartig ineinanderschiebbare Rohrabschnitte ausgebildet sind.
  3. 3. Schere nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der hintere Abschnitt (2) das Außenrohr und der vordere Abschnitt (3) das Innenrohr bilden.
  4. 4. Schere nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Einschiebelänge mittels eines Anschlages (4) begrenzt ist.
  5. 5. Schere nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Anschlag (4) entlang des vorderen oder hinteren Abschnittes (3, 2) verstellbar und in gewählter Stellung festlegbar ist.
  6. 6. Schere nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass zum Abfedern der Einschiebebewegung gegen den Anschlag (4) ein Federelement (5) zwischengesetzt ist.
  7. 7. Schere nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausziehbewegung mittels eines Begrenzungselementes zwischen hinterem und vorderem Abschnitt (2, 3) begrenzt ist.
  8. 8. Schere nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Begrenzungselement ein in dem äußeren Rohr liegendes, mit dem hinteren Abschnitt (2) und dem vorderen Abschnitt (3) verbundenes Fangseil ist.






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