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Dokumentenidentifikation DE69806009T2 11.09.2003
EP-Veröffentlichungsnummer 0996747
Titel FEUERFESTE MAUERSTRUKTUR
Anmelder Corus Staal B.V., Ijmuiden, NL
Erfinder VAN LAAR, Jacobus, NL-1985 GE Driehuis, NL;
GLEIJM, Gerardus, NL-1971 KK IJmuiden, NL;
TEERHUIS, Pieter, Cornelis, NL-1156 CJ Marken, NL;
TOXOPEUS, Leon, Hisko, NL-1851 EB Heiloo, NL
Vertreter Paul und Kollegen, 41460 Neuss
DE-Aktenzeichen 69806009
Vertragsstaaten AT, BE, DE, ES, FR, GB, IT, NL
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 28.05.1998
EP-Aktenzeichen 989362942
WO-Anmeldetag 28.05.1998
PCT-Aktenzeichen PCT/EP98/03194
WO-Veröffentlichungsnummer 0009854367
WO-Veröffentlichungsdatum 03.12.1998
EP-Offenlegungsdatum 03.05.2000
EP date of grant 12.06.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 11.09.2003
IPC-Hauptklasse C21B 7/10
IPC-Nebenklasse F27D 1/12   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine feuerfeste Wandstruktur für einen Ofen, insbesondere für einen metallurgischen Ofen, wie beispielsweise für einen Hochofen mit einer hohen Prozeßtemperatur während des Betriebs, welche Wandstruktur einer hohen thermischen Belastung ausgesetzt wird, mit

- einer Außenwand aus Stahl,

- einer feuerfesten Auskleidung an der Innenseite der Außenwand, die aus einer oder mehreren Schichten aus einem gut wärmeleitenden Material besteht, und

- Mitteln zum Kühlen der feuerfesten Wandstruktur.

Bei einer Wandstruktur dieser Art wird die feuerfeste Auskleidung einer hohen Temperatur ausgesetzt. Als eine Konsequenz hiervon tritt eine beträchtliche Abnutzung der feuerfesten Auskleidung auf und wird ihre Lebensdauer reduziert. Beim Stand der Technik wird die Bezugstemperatur durch Kühlung niedrig gehalten, und Versuche werden unternommen, um die Innentemperatur niedrig zu halten, indem feuerfeste Materialien mit einer hohen Wärmeleitfähigkeit wie beispielsweise Graphit, Semi-Graphit oder andere feuerfeste Materialien, die Graphit enthalten, verwendet werden. Die Mittel zum Kühlen der feuerfesten Wandstruktur können aus Mitteln an der Außenseite der Stahlwand wie beispielsweise zum Berieselungskühlen, Luftkühlen oder Kühlleitungen für flüssige Kühlmittel oder anderen Mittel an der Innenseite der Stahlwand wie beispielsweise wassergekühlten Kühlelementen wie Plattenkühlern oder Kühlplatten, die im allgemeinen aus Kupfer gemacht sind, bestehen.

Die Aufgabe der Erfindung ist es, die Abnutzung dieser Wandstruktur zu verringern und die Lebensdauer zu verbessern.

Die Aufgabe der Erfindung ist es auch, ein Reparaturverfahren für die feuerfeste Wandstruktur eines Ofens zu schaffen, welches die Lebensdauer verlängert.

Gemäß der Erfindung wird dies erreicht, weil die Wandstruktur einen Spalt hat, der sich im wesentlichen parallel zu der Außenwand aus Stahl erstreckt, und der Spalt Spaltwände hat, und die Wandstruktur auch eine permanente, gut wärmeleitende metallische Füllung in dem Spalt in der feuerfesten Wandstruktur aufweist, welche Füllung in dem Spalt geschmolzen worden ist und nach der Verfestigung in thermischen Kontakt mit den Spaltwänden steht und einen niedrigen Wärmewiderstand über dem Spalt bildet.

Die Erfindung beruht auf der Idee, daß die Spalte, welche unvermeidbar in der feuerfesten Wandstruktur, welche immer eine zusammengesetzte Natur hat, auftreten oder sich darin bilden, beträchtliche Wärmewiderstände für den Fluß der durchtretenden diszipierenden Wärme bilden, so daß die Innentemperatur der feuerfesten Auskleidung hoch bleibt. Die Füllung, welche im geschmolzenen Zustand einen engen thermischen Kontakt mit den Spaltwänden hat, welcher Kontakt nach der Verfestigung unverändert bleibt, und die gute Wärmeleitfähigkeit des Materials der Füllung, schaffen zusammen einen geringen Wärmewiderstand über den Spalt, so daß die Innentemperatur der feuerfesten Auskleidung fällt. In bestimmten Fällen kann eine Schicht wie beispielsweise Schlacke sich sogar an der Innenseite verfestigen und aufbauen. Dies resultiert in einer permanenten, abnutzungsresistenten Schicht.

In der WO 95/22732 ist eine Konstruktion einer Wandauskleidung für einen Ofen beschrieben, bei welcher sich Elemente mit einer hohen thermischen Leitfähigkeit von einer gekühlten Außenschale aus Metall in eine feuerfeste Auskleidung erstrecken. Diese Elemente können selbst aus einem feuerfesten Material bestehen, von dem die Poren mit einem Metall imprägniert worden sind. Diese Patentanmeldung befaßt sich nicht mit der Verringerung von Wärmebarrieren, die durch Spalte zwischen feuerfesten Steinen oder zwischen Elementen und feuerfesten Steinen gebildet werden.

Vorzugsweise ist der Spalt mit einer gut wärmeleitenden metallischen Füllung ein Spalt in der feuerfesten Auskleidung oder ein Spalt zwischen der Außenwand aus Stahl und der feuerfesten Auskleidung oder, falls die Mittel zum Kühlen der feuerfesten Wandstruktur wassergekühlte Kupferkühlelemente sind, ein Spalt zwischen der feuerfesten Auskleidung und einem Kühlelement. Ein Spalt in der feuerfesten Auskleidung kann ein Spalt zwischen zwei Schichten der feuerfesten Auskleidung oder ein Spalt zwischen zwei Elementen wie Blöcken oder Steinen der feuerfesten Auskleidung oder ein Spalt wie beispielsweise ein Wärmeriß in dem Material der feuerfesten Auskleidung sein. Am effektivsten sind Füllungen in Spalten, die im rechten Winkel zum Wärmefluß liegen, so daß der Wärmewiderstand für die Wärmediszipation reduziert wird.

Die Schmelztemperatur der metallischen Füllung ist vorzugsweise niedriger als die Prozeßtemperatur, höher als 200ºC und niedriger als 1100ºC, und die Füllung hat einen Wärmeleitfähigkeitskoeffizienten von über 15 W/mºC.

Die Füllung ist vorzugsweise ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Zinn, Blei, Zink, Aluminium, Silber, Kupfer und Legierungen von diesen und Kombinationen aus diesen.

Vorzugsweise wird die Füllung während des Betriebs erhalten, indem eine Folie geschmolzen wird, die in den Spalt während des Zusammenbaus der feuerfesten Wandstruktur eingebracht worden ist, wird die Füllung in den Spalt in geschmolzenem Zustand während des Zusammenbaus gegossen oder wird die Füllung während des Betriebs erhalten, indem ein Metall geschmolzen wird, welches in den Spalt in der Form einer Masse, die Metallpartikel enthält, während des Zusammenbaus der feuerfesten Wandstruktur eingebracht wird. Diese Ausführungsformen der Erfindung sind alle sehr effektiv.

Die Ausführungsform mit einer Masse, welche Metallpartikel enthält, ist auch für breitere Spalte wie z. B. Verbindungen, die normalerweise mit Mörtel, Beton, einer Verdichtungsmasse, Zement oder anderen Bindemitteln gefüllt sind, wie beispielsweise die Verbindung zwischen der Ummantelung (1) und der Graphitschicht (3') in Fig. 2 geeignet. Metallpartikel in der Form von Pulver, Körnern, granuliertem Material, Chips, Nadeln, schmalen Drähten werden dieser Masse zugefügt. Diese metallbeladene Masse wird während des Zusammenbaus der feuerfesten Wandstruktur in eine Verbindung eingebracht. In diesem Zustand sind die Metallpartikel gleichmäßig in der betroffenen Verbindung verteilt vorhanden, aber bilden noch keine Wärmebrücke über die Verbindung. Nach dem Schmelzen und der anschließenden Verfestigung des Metalls ist die Verbindung jedoch nicht homogen mit Metall gefüllt, sondern bei einer ausreichenden Beladung der Masse mit Metallpartikeln von 10 bis 40 Vol.% bildet sich ein kontinuierliches Metallgitter mit einer schwammartigen oder Biskuit-artigen Struktur durch die Verbindung mit einem niedrigen Wärmewiderstand aufgrund der guten Wärmeleitfähigkeit des Metalls und bildet so eine Wärmebrücke.

Vorzugsweise wird die Füllung auch während des Betriebs erhalten, indem Metall in der Form von einem oder mehreren Pellets, die in einer oder mehreren Kavitäten in der feuerfesten Wandstruktur vor oder nach dem Beginn des Betriebs des Ofens plaziert werden, geschmolzen wird. In einigen Fällen können in einer alternativen Ausführungsform die Pellets auch während des Betriebs eingebracht werden. In diesem Kontext werden als Pellets eine Form der Füllung angesehen, die in die Kavität einer einzelnen oder in Multiplen eingebracht werden, wie beispielsweise eine Tablette von runder, ovaler oder zylindrischer Form, aber auch geformte Teile, die in die Kavität passen, beispielsweise in stangenförmigen Stücken in dem Fall, wo sie während des Betriebs aufeinanderfolgend eingebracht werden. Kapseln mit einer Dosierungsöffnung sind auch möglich, so daß die Füllung über eine längere Zeitperiode oder mehrere Male abgegeben wird, wie beispielsweise wo die feuerfeste Wandstruktur in dem Fall von Temperaturfluktuationen atmet.

Vorzugsweise wird die Füllung während des Betriebs erhalten, indem Metall geschmolzen wird, welches in der Form von einer pumpbaren Masse, die das Metall enthält, in die feuerfeste Wandstruktur durch eine Leitung eingebracht wird. Die pumpbare Masse kann beispielsweise ein Brei oder eine Suspension sein, die mit dem Metall in einem fein zerteilten Zustand wie beispielsweise Pulver oder Körnern in einem solchen Maß, beispielsweise 10 bis 60 Gew.-%, beladen ist, daß sie nicht durchhängt. Vorzugsweise enthält die pumpbare Masse auch ein Ölprodukt wie beispielsweise Teer oder Pech oder einen aushaltbaren Kunststoff als einen Träger, und enthält die pumpbare Masse Graphit beispielsweise in der Form eines Pulvers. Mörtel und Zement können auch hinzu gegeben werden. Nachdem die pumpbare Masse in den Spalt durch Pumpen eingebracht worden ist, schmilzt das Metall und bildet eine Wärmebrücke über den Spalt. Nach dem Verkoken bildet das Teer oder der Pech ein Skelett, welches beispielsweise eine bestimmte Gasdichtigkeit des Spalts bewirkt. Der selbe Effekt kann durch den Kunststoff nach dem Setzen erhalten werden, während das Graphit eine zusätzliche Abnutzungsfestigkeit und/oder eine Wärmeleitung der feuerfesten Wandstruktur ergeben kann. Die Ausführungsformen der Erfindung mit Pellets und mit einer pumpbaren Massen sind besonders geeignet, um nach dem Starten des Betriebs des Ofens angewendet zu werden.

Vorzugsweise werden während des Zusammenbaus der feuerfesten Wandstruktur Kühlelemente verwendet, die wenigstens teilweise mit einer Beschichtung mit der Substanz der metallischen Füllung versehen worden sind. Unter einer Beschichtung wird hier eine Schicht verstanden, welche während ihrer Anbringung einen guten Wärmeübergangskontakt mit dem Kühlelement erhalten hat.

Beispielsweise kann die Beschichtung durch Schmelzen einer Schicht der Substanz auf dem Kühlelement, durch Eintauchen des Kühlelements in eine Schmelze von der Substanz, durch Elektrodeposition oder durch Besprühen aufgebracht worden sein.

Die vorgenannten Ausführungsformen der Erfindung können miteinander kombiniert werden. So kann beispielsweise die Ausführungsform, bei der eine Masse, welche Metallpartikel enthält, in einen Spalt während des Zusammenbaus eingebracht wird, ideal mit der Einbringung einer pumpbaren Masse in den Spalt nach dem Beginn des Betriebs kombiniert werden.

Gemäß einem anderen Aspekt wird die Erfindung in einem Verfahren zum Reparieren eines Hochofens während des Betriebs mit einer feuerfesten Wandstruktur nach Anspruch 1, welcher eine Außenwand (Ummantelung) aus Stahl, eine feuerfeste Auskleidung (Ziegelwerk) und Mittel zum Kühlen der feuerfesten Wandstruktur aufweist, verkörpert, welches die Stufen umfaßt, daß

- während des Betriebs eine Leitung durch die Außenwand aus Stahl und in die feuerfeste Auskleidung gebohrt wird, die sich in oder hinter einen Spalt in der feuerfesten Wandstruktur erstreckt,

- während des Betriebs in die Leitung ein Metall mit einem Schmelzpunkt in der Nähe der augenblicklichen Temperatur an dem Spalt eingebracht wird.

Vorzugsweise wird das Metall in der Form von einem oder mehreren Pellets oder in der Form einer pumpbaren Masse, die das Metall enthält, durch Pumpen eingebracht.

In einer bevorzugten Ausführungsform, in welcher die Mittel zum Kühlen der feuerfesten Wandstruktur Plattenkühler umfassen, sind in den Plattenkühlern Aussparungen belassen, durch welche während des Betriebs eine Leitung gebohrt werden kann.

Die Erfindung wird nun unter Bezugnahme auf die Zeichnung erläutert werden.

Fig. 1 zeigt eine feuerfeste Wandstruktur gemäß der Erfindung in einer allgemeinen Ausführungsform in unterschiedlichen Abnutzungsstufen zusammen mit der zugehörigen Temperaturkurve.

Fig. 2 zeigt als ein Beispiel der Erfindung eine feuerfeste Wandstruktur für einen Schmelzraum eines Hochofens.

Fig. 3 zeigt als ein Beispiel der Erfindung eine feuerfeste Wandstruktur für einen Endreduktionsbehälter eines Schmelzreduktionsprozesses.

Die feuerfeste Wandstruktur der Fig. 1 besitzt eine Außenwand 1 aus Stahl, Kühlmittel in der Form eines wassergekühlten Plattenkühlers (2) aus Kupfer und eine gut wärmeleitende feuerfeste Auskleidung (3), beispielsweise aus Graphit. Der Raum zwischen der Außenwand aus Stahl und den Plattenkühlern (2) ist beispielsweise mit Mörtel (4) gefüllt.

Die Situation, die direkt dem Beginn des Betriebs des Ofens folgt, ist mit A bezeichnet, wobei noch keine Abnutzung aufgetreten ist und die feuerfeste Auskleidung (3) noch ihre ursprüngliche Dicke hat. Die zugehörige Temperaturkurve ist mit TA in dem unteren Teil von Fig. 1 bezeichnet. Tprocess bezeichnet die Prozesstemperatur, und Tcool bezeichnet die Bezugstemperatur der Kühlung. Die Figur zeigt, daß ein beträchtlicher Abfall in der Temperatur über dem Spalt (5) zwischen den Plattenkühlern (2) und der feuerfesten Auskleidung (3) als ein Resultat des hohen Wärmewiderstandes des Spaltes (5) auftritt.

Die Situation, nachdem der Ofen für einige Zeit in Betrieb gewesen ist, ist mit B bezeichnet. Die feuerfeste Auskleidung (3) ist als ein Ergebnis der hohen Temperatur und der korrosiven Bedingungen teilweise abgenutzt. Insbesondere ist Schlacke, welche FeO enthält, besonders korrosiv. TB bezeichnet die Temperaturkurve. Als ein Ergebnis der verringerten Dicke der feuerfesten Auskleidung (3) hat sich der gesamte Wärmeübertragungswiderstand der Wandstruktur verringert und ist die Wärmflußdichte durch die Wandstruktur gestiegen. Dies resultiert in einer steileren Temperaturkurve über die Restdicke der feuerfesten Auskleidung (3) und einem größeren Temperaturabfall über den Spalt (5). Wenn es dem Abnutzungsprozeß erlaubt wird, weiter fortzuschreiten, dann wird die feuerfeste Auskleidung (3) weiter verbraucht und steigt das Risiko eines Durchbrechens.

C bezeichnet die Situation mit einer metallischen Füllung (6) in dem Spalt (5), wobei die Füllung geschmolzen ist und daher einen guten thermischen Kontakt mit den Spaltwandungen weiterhin beibehält. In diesem Fall ist die Füllung ein Metall mit einem niedrigen Schmelzpunkt wie beispielsweise eine Zinnlegierung. TC zeigt, daß als ein Ergebnis der geringen Hitzebeständigkeit der Füllung der Temperaturabfall über den Spalt (5) viel geringer ist. Die Temperatur der feuerfesten Auskleidung (3) fällt, so daß sich eine Schlackeschicht (7) verfestigen kann, die selbst Wärme nicht gut leitet, so daß ein großer Temperaturabfall darüber auftritt, aber welche die Restdicke der feuerfesten Auskleidung (3) vor einer weiteren Abnutzung schützt. Die Füllung (6) kann in den Spalt (5) während des Zusammenbaus der feuerfesten Wandstruktur gegossen werden oder dort als ein Film aufgebracht werden, welcher in der Situation B schmelzen wird.

Die Fig. 2 zeigt die Erfindung angewandt auf den Schmelzraum eines Hochofens. Die Ummantelung (1) wird an der Außenseite durch Oberflächenberieselung gekühlt. In dem hier gezeigten Fall besteht die feuerfeste Verkleidung (3) aus zwei Schichten, nämlich der Schicht (3') aus Graphit und einer Schicht (3") aus Semi-Graphit. Eine Verdichtungskomponente (6) aus Graphit wird in den Spalt (5) zwischen die Schichten (3') und (3") eingebracht. Die Situationen A und B sind analog zu denen der Fig. 1.

In Situation B ist ein beträchtlicher Teil der inneren Auskleidungsschicht (3") abgenutzt worden und tritt ein beträchtlicher Temperaturabfall über dem Spalt (5) auf.

Die Figur zeigt, wie in der Situation B die Wandstruktur nach dem Start des Betriebs und während des Betriebs repariert wird. Hierzu werden Leitungen (8) durch die Ummantelung (1), die Mörtelschicht (4) und feuerfeste Auskleidungsschicht (3') gebohrt, welche Leitungen (8) sich in oder hinter den Spalt (5) zwischen den Verkleidungsschichten (3') und (3") erstrecken. Im Allgemeinen kann der Bohrvorgang nicht während der Produktion von Roheisen stattfinden, weil der Ofen unter Druck steht. Daher werden die Löcher zwar während des Betriebs gebohrt, aber während eines sogenannten Stillstandes oder Wartungsstops, durch den die Produktion von Roheisen unterbrochen wird, und währenddem der Heißwind abgeschaltet wird und der Druck ausfällt. Bei einem neuen Ofen können die Leitungen jedoch auch ganz oder teilweise während des Zusammenbaus der feuerfesten Wandstruktur hergestellt werden. Nach dem Bohren werden ein oder mehrere Pellets (9) aus einem Metall mit einem Schmelzpunkt in der Nähe der augenblicklichen Temperatur an dem Spalt in die Löcher eingeführt. Wenn die Leitungen einmal gebohrt worden sind, kann diese Temperatur gemessen und das Metall entsprechend gewählt werden. In diesem Fall kann das Metall eine Legierung aus Aluminium oder Kupfer sein, wenn die Pellets (9) schmelzen, läuft das Metall in den Spalt (5). Der verringerte Wärmewiderstand des Spalts (5) führt dazu, daß der Temperaturabfall über dem Spalt (5) abfällt und die Temperatur der äußeren Verkleidungsschicht (3") fällt. Die Füllung (6) verfestigt sich und die Schlackeschicht (7) kann sich verfestigen und aufbauen. Natürlich können Pellets (9) auch an geeigneten Stellen in der feuerfesten Wandstruktur vor dem Betrieb des Hochofens plaziert werden. Wenn Pellets durch solche Leitungen wie (8) oder dergleichen plaziert werden, dann können diese Leitungen natürlich gefüllt und abgeschlossen (möglicherweise zeitweilig) werden, nachdem die Pellets plaziert worden sind.

In einer anderen Ausführungsform können die Leitungen (8) mit Nippeln (nicht gezeigt) an der Außenseite der Ummantelung (1) versehen sein, mit denen ein Druckrohr verbunden ist, durch welches eine pumpbare Masse, welche das Metall enthält, in die Leitungen (8) gepreßt werden kann. Die Masse verteilt sich dann über die Spalte in der feuerfesten Wandstruktur und bildet nach dem Schmelzen etc. Wärmebrücken über die Spalte. Im Gegensatz zu dem Bohren kann das Pumpen an einem Ofen unter Druck stattfinden.

Die Fig. 3 zeigt eine Erfindung in Anwendung an einem Endreduktionsbehälter für einen Schmelzreduktionsprozeß, beispielsweise der Tiefschlackenart wie beispielsweise der Zyklonkonverterofen(CCF)-Prozeß. Die thermische Belastung ist hier besonders hoch. Entsprechend werden in der Figur nicht nur Plattenkühler (2) verwendet, sondern auch wassergekühlte Kupferträger (10), die sich in die feuerfeste Auskleidung erstrecken und die dazu dienen, den Wärmekontakt zwischen der feuerfesten Auskleidung und den Kühlmitteln (2, 10) zu verbessern. Die feuerfeste Auskleidung (3) besteht aus wenigstens einer Schicht (3') aus Graphit. Die Kühlmittel (2, 10) beschränken die Möglichkeiten der späteren Einbringung von Pellets, d. h. während des Betriebs. Entsprechend wurde in diesem Fall entschieden, die Pellets (9) während des Zusammenbaus der feuerfesten Wandstruktur in geeignete Kavitäten (11) in der feuerfesten Wandstruktur einzubringen, welche Pellets den Spalt (5) füllen, wenn sie bei Inbetriebnahme schmelzen, oder wenn die feuerfeste Auskleidung (3) teilweise abgenutzt ist. Die Kavitäten können auch beispielsweise direkt oberhalb der Träger (10) vorgesehen sein. Es besteht auch die Möglichkeit, Vertiefungen in den Plattenkühlern (5) vorzusehen, durch welche eine Leitung während des Betriebs gebohrt werden kann.

Schließlich besteht die Möglichkeit, während des Zusammenbaus Kühlelemente zu verwenden, die auf der zum Spalt (5) gerichteten Seite beschichtet worden sind. Der geringe Wärmewiderstand über den Spalt (5) kann schon während des Zusammenbaus erreicht werden, indem die feuerfeste Auskleidung (3) zusammengebaut wird, während sie zumindest an der Seite, die zu dem Spalt weist, so erhitzt wird, daß die Füllung schmilzt.

Ein geringerer Wärmewiderstand kann jedoch auch später während des Betriebs erhalten werden.


Anspruch[de]

1. Feuerfeste Wandstruktur für einen Ofen, insbesondere für einen metallurgischen Ofen, wie beispielsweise einen Hochofen mit einer hohen Prozeßtemperatur während des Betriebs, welche Wandstruktur einer hohen thermischen Belastung ausgesetzt ist, mit

- einer Außenwand (1) aus Stahl,

- einer feuerfesten Auskleidung (3) an der Innenseite der Außenwandung, welche aus einer oder mehreren Schichten aus einem gut wärmeleitenden Material besteht, und

- Mittel zum Kühlen (2) der feuerfesten Wandstruktur,

worin die feuerfeste Wandstruktur einen Spalt (5) hat und der Spalt Spaltwände hat, welcher Spalt sich im wesentlichen parallel zu der Außenwand aus Stahl erstreckt und die Wandstruktur auch eine permanente, gut wärmeleitende metallische Füllung (6) in dem Spalt in der feuerfesten Wandstruktur umfaßt, welche Füllung in dem Spalt (5) geschmolzen worden ist und dann nach der Verfestigung in thermischem Kontakt mit den Spaltwänden steht und einen niedrigen Wärmewiderstand über den Spalt (5) bildet.

2. Feuerfeste Wandstruktur nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie eine Schicht (7) hat, die auf der Innenseite verfestigt ist.

3. Feuerfeste Wandstruktur nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Spalt (5) ein Spalt in der feuerfesten Auskleidung (3) ist.

4. Feuerfeste Wandstruktur nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Spalt (5) ein Spalt zwischen der Außenwand (1) aus Stahl und der feuerfesten Auskleidung (3) ist.

5. Feuerfeste Wandstruktur nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittel (2) zum Kühlen der feuerfesten Wandstruktur wassergekühlte Kupferkühlelemente sind, und daß der Spalt (5) ein Spalt zwischen der feuerfesten Auskleidung (3) und einem Kühlelement (2) ist.

6. Feuerfeste Wandstruktur nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die metallische Füllung eine Schmelztemperatur hat, die niedriger als die Prozeßtemperatur ist.

7. Feuerfeste Wandstruktur nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Schmelztemperatur der Füllung höher als 200ºC ist.

8. Feuerfeste Wandstruktur nach den Ansprüchen 6 und 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Schmelztemperatur der Füllung niedriger als 1100ºC ist.

9. Feuerfeste Wandstruktur nach den Ansprüchen 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Füllung einen Wärmeleitkoeffizienten von über 15 W/mºC hat.

10. Feuerfeste Wandstruktur nach den Ansprüchen 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Füllung aus der Gruppe bestehend aus Zinn, Blei, Zink, Aluminium, Silber, Kupfer, Legierungen aus diesen und Kombinationen von diesen ausgewählt ist.

11. Feuerfeste Wandstruktur nach den Ansprüchen 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Füllung während des Betriebs erhalten wird, indem eine Folie geschmolzen wird, die in dem Spalt während des Zusammenbaus einer feuerfesten Wandstruktur vorgesehen worden ist.

12. Feuerfeste Wandstruktur nach den Ansprüchen 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Füllung in geschmolzenem Zustand in den Spalt während des Zusammenbaus der feuerfesten Wandstruktur gegossen wird.

13. Feuerfeste Wandstruktur nach den Ansprüchen 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Füllung während des Betriebs erhalten wird, indem Metall geschmolzen wird, welches in den Spalt in der Form einer Masse, die Metallpartikel enthält, während des Zusammenbaus der feuerfesten Wandstruktur eingebracht wird.

14. Feuerfeste Wandstruktur nach den Ansprüchen 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Füllung während des Betriebs erhalten wird, indem Metall in der Form von einem oder mehreren Pellets (9), die in eine oder mehrere Kavitäten in der feuerfesten Wandstruktur vor oder nach der Inbetriebnahme des Ofens eingebracht werden, geschmolzen wird.

15. Feuerfeste Wandstruktur nach den Ansprüchen 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Füllung während des Betriebs erhalten wird, indem Metall geschmolzen wird, das in der Form von einer pumpbaren Masse, welche das Metall enthält, in die feuerfeste Wandstruktur durch eine Leitung (8) eingebracht wird.

16. Feuerfeste Wandstruktur nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß die pumpbare Masse auch ein Ölprodukt wie Teer oder Pech oder einen aushärtbaren Kunststoff enthält.

17. Feuerfeste Wandstruktur nach den Ansprüchen 15 und 16, dadurch gekennzeichnet, daß die pumpbare Masse auch Graphit enthält.

18. Feuerfeste Wandstruktur nach den Ansprüchen 1 bis 10, in welcher die Mittel zum Kühlen der feuerfesten Wandstruktur aus wassergekühlten Kupferkühlelementen bestehen, dadurch gekennzeichnet, daß während des Zusammenbaus der feuerfesten Wandstruktur Kühlelemente verwendet werden, die wenigstens teilweise mit einer Beschichtung mit der Substanz der metallischen Füllung versehen worden sind.







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