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Dokumentenidentifikation DE10106307C2 02.10.2003
Titel Fettfilter
Anmelder BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH, 81669 München, DE
Erfinder Keller, Hans Gerd, Dipl.-Ing., 59846 Sundern, DE;
Meinhardt, Gert, Dipl.-Ing. (FH), 75053 Gondelsheim, DE
DE-Anmeldedatum 12.02.2001
DE-Aktenzeichen 10106307
Offenlegungstag 22.08.2002
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 02.10.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.10.2003
IPC-Hauptklasse B01D 45/08
IPC-Nebenklasse A47J 36/38   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Fettfilter gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 aus Metall, insbesondere für den Einsatz in gewerblichen Küchen sowie in Dunstabzugshauben für den Haushalt.

Derartige Fettfilter sind bekannt. Diese bestehen aus einer ersten Reihe von in Abständen zueinander angeordneten und in Richtung der Gasströmung geöffneten Profilen, sowie einer zweiten Reihe von in Abständen zueinander angeordneten und entgegen der Richtung der Gassträmung geöffneten Profilen, wobei die einander benachbarten Längsränder zweier nebeneinanderliegender Profile der einen Reihe jeweils in den Innenraum eines gegenüberliegenden Profils der anderen Reihe hineinragen.

In der DE 27 20 201 C2 sowie der US-39 10 782 werden derartige Filter beschrieben. Bei diesen Abscheidegittern ist der Abstand zwischen den beiden Profilreihen so bemessen, dass die hindurchströmende Luft eine mehrfache Richtungsumkehr erfährt. Der freie Durchgangsquerschnitt beträgt je nach Abscheidegitter-Typ 10-30% der gesamten Gitterfläche. Durch diese Querschnittsverminderung innerhalb des Abscheidegitters tritt eine Erhöhung der Luftgeschwindigkeit auf das 3-10fache ein. Die abscheidende Wirkung des Gitters beruht auf dieser Geschwindigkeitserhöhung, durch die ja auch die in der Luft enthaltenden Flüssigkeitströpfchen und Feststoffpartikel beschleunigt werden, sowie auf der mehrfachen Richtungsumkehr der hindurchströmenden Luft. Die beschleunigten Flüssigkeitströpfchen und Feststoffpartikel können der Richtungsänderung nicht folgen, und prallen auf die Innenoberfläche der Profile der zweiten Reihe. Die Flüssigkeitströpfchen bilden auf deren Oberfläche einen Flüssigkeitsfilm, der allmählich nach unten ablaufen und durch spezielle Öffnungen im Rahmen des Abscheidegitters in eine unter dem Abscheidegitter angeordnete Sammelschiene gelangen soll.

Bedingt durch die Schräglage der Abscheidegitter in den Abzugshauben läuft der Flüssigkeitsfilm zum großen Teil nicht wie gewünscht in Profilrichtung nach unten, sondern er gelangt bereits nach kurzer Wegstrecke an die beiden Ränder der Profile. Dort wird der Flüssigkeitsfilm von der mit hoher Geschwindigkeit zwischen den Profilen hindurchströmenden Luft erfasst. In Abhängigkeit von der kinematischen Zähigkeit des Flüssigkeitsfilms werden mehr oder weniger große Partikel aus dem Flüssigkeitsfilm herausgerissen und gelangen so in den Abluftstrom. Die gewünschte Abscheidewirkung bleibt aus bzw. ist stark beeinträchtigt.

Mit der DE 44 27 074 A1 wird vorgeschlagen, dass die Längsränder der Profile der zweiten Reihe unter Bildung von Rinnen nach innen eingebogen sind, derart, dass diese Rinnen bei Betrieb des Abscheidegitters strömungstote Räume bilden, in denen eine Dränage der abgeschiedenen Partikel stattfindet.

Aus der DE 299 06 295 U1 ist dann bekannt geworden, einen Zusatzfilter als vom Luftwirbelfilter mechanisch lösbare Einheit auszubilden. Der Zusatzfilter besteht aus einem Gestrickfilter und ist hinter den schalenförmigen, langgestreckten Leitblechen angeordnet. Durch die lösbare Verbindung mit dem Luftwirbelfilter ist der Zusatzfilter herausnehmbar und kann gereinigt oder ausgetauscht werden.

Abweichend von dieser Entwicklungsrichtung wird mit der DE 298 11 000 U1 ein Fettfangfilter vorgeschlagen, bei dem zwei oder mehr Lagen eines Gitters verwendet werden, welches aus nach beiden Seiten eines Bleches durch einen Stanzvorgang erzeugten Schlitzbrücken besteht, wobei die Gitter innerhalb des Filters so angeordnet sind, dass die Schlitzbrücken senkrecht oder schräg nach unten verlaufen, und die Gitter durch einen gemeinsamen Rahmen zusammengehalten werden. Jeweils zwischen zwei Gittern mit senkrecht oder schräg nach unten verlaufenden Schlitzbrücken kann sich ein weiteres Gitter befinden, dessen Schlitzbrücken waagerecht angeordnet sind.

Der Nachteil dieser Filteranordnungen besteht darin, dass die Prallfilter allein eine unzureichenden Fettwirkungsgrad aufweisen und der nachgeschaltete lösbare Gewirkfiltereinsatz nach der DE 299 06 295 U1 wiederum nur einen unzureichenden Schutz gegen Flammendurchschlag bildet. Darüber hinaus ist hier ein Messgeber angeordnet, der eine differenzdruckabhängige Signalabgabe bewirken soll. Das bedeutet zusätzlichen messtechnischen Aufwand und ist bezüglich der tatsächlich erreichbaren Sicherheit zweifelhaft.

Hinzu kommt, dass diese Filteranordnungen keinen Spielraum für sekundäre Schallschutzmaßnahmen lassen.

Aufgabe der Erfindung ist es, die Vorteile von Prall- und Gewirkfiltern mit einem hohen Schutz gegen Flammendurchschlag zu verbinden.

Gelöst wird diese Aufgabe mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1, vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand der Unteransprüche.

Indem bei einem Fettfilter, der aus Prallfilterelementen mit einer ersten Reihe von in Abständen zueinander angeordneten langgestreckten Profilen, sowie einer zweiten Reihe von in Abständen zueinander angeordneten Profilen besteht, wobei die Profilreihen einen Abstand zueinander aufweisen und so gegeneinander versetzt sind, dass die Profile der zweiten Reihe mit den Abständen der ersten Reihe korrespondieren, und der mindestens einen Gewirkfilter bzw. ein Streckgitter aufweist, zwischen der ersten Reihe von Profilen und der zweiten Reihe von Profilen der Gewirkfilter oder das Streckgitter angeordnet ist, wird ein hoher Fettwirkungsgrad erzielt, besteht ein ausgezeichneter Schutz gegen Flammendurchschlag und können günstig Schallschutzmaßnahmen realisiert werden.

Zum Schallschutz sieht die Erfindung in einer Ausgestaltung vor, dass die Profile der zweiten Reihe auf der der Luftströmung abgewandten Seite schallabsorbierendes Material, insbesondere schallabsorbierende Matten, aufweisen.

In Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Reihen der Profile sowie der Gewirkfilter oder das Streckgitter einen gemeinsamen Rahmen aufweisen, oder der Gewirkfilter oder das Streckgitter einen Rahmen aufweist, der in den gemeinsamen Rahmen einschiebbar ist. Das ist montagefreundlich und gestattet einen problemlosen Wechsel des Filters als ganzes oder des Gewirkfilters bzw. des Streckgitters.

Weiterhin sieht die Erfindung in einer vorteilhaften Ausbildung vor, dass die Dicke des Gewirkfilters oder des Streckgitters so bemessen ist, dass die Profile der ersten Reihe und/oder die Profile der zweiten Reihe im montierten Zustand am Gewirkfilter oder Streckgitter anliegen. Ein Abtropfen von Fetttröpfchen von den Profilen und ein Mitreißen mit dem Luftstrom wird so vermieden.

Von Vorteil ist es weiterhin, wenn die erste Reihe von Profilen und/oder die zweite Reihe von Profilen wannenförmig ausgebildet ist, wobei die Längskanten jeweils in Richtung des Gewirkfilters oder des Streckgitters weisen. Dabei können sich die Profile der ersten Reihe und die Profile der zweiten Reihe in ihren Randbereichen unter Beibehaltung eines Abstandes für den Gewirkfilter oder das Streckgitter überlappen.

Der Gewirkfilter oder das Streckgitter werden bei dieser Anordnung bevorzugt mäanderförmig zwischen den Profilen der ersten Reihe und den Profilen der zweiten Reihe angeordnet. Zweckmäßig ist es dabei, wenn jeweils im Randbereich der Profile der ersten Reihe ein Wechsel zum Rand des dahinterliegenden Profils der zweiten Reihe erfolgt. Die im Gewirkfilter oder Streckgitter gesammelten Fetttröpfchen können so definiert in das untenliegende Wannenprofil der ersten Profilreihe geleitet werden.

Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt. Es zeigen

Fig. 1 schematischer Aufbau des Fettfilters,

Fig. 2 mäanderförmige Gewirkfilter- oder Streckgitteranordnung und

Fig. 3 Fettfilter mit Schalldämmung.

In der Fig. 1 ist der schematische Aufbau des erfindungsgemäßen Fettfilters dargestellt. Die Prallfilterelemente bestehen aus einer ersten Reihe von in Abständen zueinander angeordneten langgestreckten Profilen 1.1 bis 1.4 sowie einer zweiten Reihe von in Abständen zueinander angeordneten Profilen 2.1 bis 2.3, wobei die Profilreihen einen Abstand zueinander aufweisen und so gegeneinander versetzt sind, dass die Profile der zweiten Reihe mit den Abständen der ersten Reihe korrespondieren. Zwischen der ersten Reihe von Profilen 1.1 bis 1.4 und der zweiten Reihe von Profilen 2.1 bis 2.3 ist ein Gewirkfilter 3 oder alternativ ein Streckgitter angeordnet. Die Reihen der Profile 1.1 bis 1.4 und 2.1 bis 2.3 sowie der Gewirkfilter 3 besitzen einen gemeinsamen Rahmen 4. Möglich ist es auch, dass der Gewirkfilter oder das Streckgitter einen Rahmen aufweist, der in den gemeinsamen Rahmen 4 einschiebbar ist.

Die Profile 2.1 bis 2.3 der zweiten Reihe sind auf der der Luftströmung abgewandten Seite bei der dargestellten Ausführung mit einem schallabsorbierenden Material, nämlich schallabsorbierenden Matten 5, beschichtet.

Durch spezielle Ausbildungen der Profile 1.1 bis 1.4 und/oder 2.1 bis 2.3 und die Bemessung des Gewirkfilters 3 bzw. des Streckgitters lassen sich Modifizierungen des erfindungsgemäßen Fettfilters erzielen.

So sieht die Erfindung in einer speziellen Ausgestaltung vor, dass die Dicke des Gewirkfilters 3 bzw. des Streckgitters so bemessen ist, dass die Profile 1.1 bis 1.4 der ersten Reihe und/oder die Profile 2.1 bis 2.3 der zweiten Reihe im montierten Zustand am Gewirkfilter 3 anliegen. Fetttröpfchen werden so direkt ins Gewirkfilter 3 bzw. Streckgitter abgeleitet und können nicht abtropfen. Durch Neigung des Fettfilters kann der Gewirkfilter 3 bzw. das Streckgitter als Ablaufführung dienen.

Fig. 2 zeigt eine Ausbildung des Fettfilters im Ausschnitt, bei dem die erste Reihe von Profilen 1 und die zweite Reihe von Profilen 2.1-2.2 wannenförmig ausgebildet sind, wobei die Längskanten jeweils in Richtung des Gewirkfilters 3 oder des Streckgitters weisen.

Dabei können sich die Profile 1 und die Profile 2.1 und 2.2 in ihren Randbereichen unter Beibehaltung eines Abstandes für den Gewirkfilter 3 oder das Streckgitter überlappen. Der Gewirkfilter 3 oder das Streckgitter sind hier mäanderförmig zwischen den Profilen 1 und 2.1 bzw. 2.2 angeordnet, indem im Randbereich des Profils 1 ein Wechsel zum Rand des dahinterliegenden Profils 2.1 bzw. 2.2 erfolgt und sich dies über die Fettfilterbreite fortsetzt.

Die im Gewirkfilter 3 oder Streckgitter gesammelten Fetttröpfchen können so definiert in das untenliegende Wannenprofil der ersten Profilreihe geleitet werden.

In Fig. 3 ist bei mäanderförmiger Gewirkfilter- oder Streckgitteranordnung auf der der Luftströmung abgewandten Seite der Profile 2.1 und 2.2 ein schallabsorbierendes Material, insbesondere schallabsorbierende Matten 5, angeordnet.


Anspruch[de]
  1. 1. Fettfilter, bestehend aus Prallfilterelementen mit einer ersten Reihe von in Abständen zueinander angeordneten langgestreckten Profilen, sowie einer zweiten Reihe von in Abständen zueinander angeordneten Profilen, wobei die Profilreihen einen Abstand zueinander aufweisen und so gegeneinander versetzt sind, dass die Profile der zweiten Reihe mit den Abständen der ersten Reihe korrespondieren, sowie mindestens einem Gewirkfilter bzw. Streckgitter, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der ersten Reihe von Profilen (1.1-1.n) und der zweiten Reihe von Profilen (2.1-2.m) der Gewirkfilter (3) oder das Streckgitter angeordnet ist.
  2. 2. Fettfilter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Reihen der Profile (1.1-1.n) und (2.1-2.m) sowie der Gewirkfilter (3) oder das Streckgitter einen gemeinsamen Rahmen (4) aufweisen.
  3. 3. Fettfilter nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Gewirkfilter (3) oder das Streckgitter einen Rahmen aufweist, der in den gemeinsamen Rahmen (4) einschiebbar ist.
  4. 4. Fettfilter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Dicke des Gewirkfilters (3) oder des Streckgitters so bemessen ist, dass die Profile (1.1-1.n) der ersten Reihe und/oder die Profile (2.1-2.m) der zweiten Reihe im montierten Zustand am Gewirkfilter (3) oder Streckgitter anliegen.
  5. 5. Fettfilter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Reihe von Profilen (1.1-1.n) wannenförmig ausgebildet ist, wobei die Längskanten in Richtung des Gewirkfilters (3) oder des Streckgitters weisen.
  6. 6. Fettfilter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Reihe von Profilen (2.1-2.m) wannenförmig ausgebildet ist, wobei die Längskanten in Richtung des Gewirkfilters (3) oder des Streckgitters weisen.
  7. 7. Fettfilter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Reihe von Profilen (1.1-1.n) und die zweite Reihe von Profilen (2.1-2.m) wannenförmig ausgebildet ist, wobei die Längskanten jeweils in Richtung des Gewirkfilters (3) oder des Streckgitters weisen.
  8. 8. Fettfilter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Profile (1.1-1.n) und die Profile (2.1-2.m) in ihren Randbereichen unter Beibehaltung eines Abstandes für den Gewirkfilter (3) oder das Streckgitter überlappen, derart dass die Profile (1.1 und 1.2) im Randbereich durch das dahinter angeordnete Profil (2.1) überlappt werden.
  9. 9. Fettfilter nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Gewirkfilter (3) oder das Streckgitter mäanderförmig zwischen den Profilen (1.1-1.n) und den Profilen (2.1-2.m) angeordnet ist.
  10. 10. Fettfilter nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass jeweils im Randbereich der Profile (1.1-1.n) ein Wechsel zum Rand des dahinterliegenden Profils (2.1-2.m) erfolgt.
  11. 11. Fettfilter nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Profile (2.1-2.n) auf der der Luftströmung abgewandten Seite schallabsorbierendes Material, insbesondere schallabsorbierende Matten (5), aufweisen.






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