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Dokumentenidentifikation DE10210402A1 02.10.2003
Titel Laufrad für Fahrwerke von Hebezeugen
Anmelder ABUS Kransysteme GmbH, 51647 Gummersbach, DE
Erfinder Bube, Eckhard, Dr., 51647 Gummersbach, DE;
Fröse, Johann, 51643 Gummersbach, DE
Vertreter Patentanwälte Dörner & Dörner, 58095 Hagen
DE-Anmeldedatum 08.03.2002
DE-Aktenzeichen 10210402
Offenlegungstag 02.10.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.10.2003
IPC-Hauptklasse B66C 9/08
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Laufrad (1) für das Fahrwerk von Hebezeugen. Das Laufrad (1) ist mit einer Lauffläche (2) versehen. An dem Laufrad (1) ist mindestens ein Bremsring (4) vorgesehen. Der Bremsring (4) kann in einer Nut (3) angeordnet sein, die alternativ im Bereich der Lauffläche (2) des Laufrades (1) oder zur Lauffläche (2) des Laufrades (1) benachbart vorgesehen sein kann.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Laufrad für Fahrwerke von Hebezeugen, das mit einer Lauffläche versehen ist.

Hebezeuge dienen zum Heben und Senken sowie zum Transport von Materialien. Zum flurfreien Materialtransport werden hierbei Hängebahnprofile eingesetzt. Bei den Hängebahnprofilen handelt sich in der Regel um kalt gewalzte Hohlprofile, deren Kontur und Querschnitt einerseits durch maximale Festigkeit, andererseits durch minimalen Materialeinsatz bestimmt ist. Die Hängebahnprofile finden sowohl als Innenläufer, dass heißt, dass das Katzfahrwerk bzw. Kranfahrwerk mit seinen Rollen innerhalb des Profils fährt, als auch als Außenläufer, dass heißt, dass die Laufkatze bzw. das Kranfahrwerk mit seinen Rollen auf dem Ober- oder Untergurt außerhalb des Profils fährt, Anwendung. Die Fahrwerke sind elektrisch angetrieben oder werden von Hand betätigt.

Die Profile sind mit Hilfe von Ketten oder Stangen von der Decke bzw. der Deckenkonstruktion der jeweiligen Halle abgehängt. Die Befestigung der Ketten oder Stangen am Profil ist beweglich. Durch die so ermöglichte bewegliche Aufhängung wird erreicht, dass vorzugsweise die Vertikalkomponente der eingeleiteten Kraft auf die Deckenkonstruktion übertragen wird. In Abhängigkeit von der Traglast und der Profilgröße variieren die Abstände der Aufhängung im Bereich einiger Meter. Infolge dessen führt ein Verfahren der Fahrwerke in den Bereich zwischen zwei Aufhängungen zu einer Durchbiegung des Profils aufgrund der Lasteinleitung. Um das Fahrwerk mit anhängender Last in Richtung einer der Aufhängungen zu verschieben, ist eine der Durchbiegung proportionale Steigung zu überwinden. Andererseits wirkt auf das Fahrwerk eine Kraft in Fahrtrichtung für den Fall, dass mit anhängender Last aus dem Bereich einer Aufhängung in Richtung des Bereichs zwischen zwei Aufhängungen verfahren wird. In Folge der aus der Lasteinleitung resultierenden Durchbiegung des Profils besteht die Gefahr, dass die daraus resultierende horizontale Kraftkomponente größer als das Losbrechmoment des Fahrwerks ist. Hierdurch besteht die Möglichkeit, dass sich das Fahrwerk bei Lasteinleitung selbsttätig in Bewegung setzt. Aus diesem Grund ist bei einer Vielzahl von Hebezeug-Anlagen die maximal zulässige Feldgröße und damit der maximal zulässige Aufhängeabstand begrenzt, wodurch in letzter Konsequenz die eingesetzten Materialien in Folge der Leichtgängigkeit des Fahrwerks physikalisch nicht ausgenutzt werden konnten.

Hier will die Erfindung Abhilfe schaffen. Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Laufrad für Fahrwerke von Hebezeugen zu schaffen, das im lastlosen Zustand leicht zu verfahren ist und mit zunehmender Last eine sich erhöhende Rollreibung aufweist. Gemäss der Erfindung wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass mindestens ein Bremsring vorgesehen ist.

Mit der Erfindung ist ein Laufrad für Fahrwerke von Hebezeugen geschaffen, das im lastlosen Zustand sehr leicht verfahrbar ist und mit zunehmender Last eine sich erhöhende Rollreibung aufweist. Durch die Erhöhung der Rollreibung ist die Überwindung des Losbrechmoments erschwert und die Gefahr einer selbsttätigen Bewegung des Fahrwerkes reduziert.

In Ausgestaltung der Erfindung ist der Bremsring in einer Nut angeordnet. Durch diese Ausbildung ist ein Verrutschen des Rings vermieden, sodass auch unter hoher Belastung der Bremsring nicht selbständig aus seiner an dem Laufrad vorgesehenen Position ausbricht.

In vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung ist die Nut im Bereich der Lauffläche des Laufrades vorgesehen. Diese Ausgestaltung ermöglicht das Vorsehen eines Bremsrings unter Verwendung der bisherigen Laufräder, sodass die Spurweite des Fahrwerks sich durch den Bremsring nicht erhöht. Das erfindungsgemäße Laufrad ist daher an den bisher verwendeten Hebezeuganlagen einsetzbar.

In Weiterbildung der Erfindung umspannt der Bremsring mindestens zwei hintereinander angeordnete Laufräder. Hierdurch ergibt sich in Abhängigkeit von der Dimensionierung des Bremsrings zum Laufrad eine erhöhte Reibungskraft zwischen Rad und Bremsring. Diese besteht einerseits in Form einer Haftreibung zwischen Laufrad und Bremsring und andererseits in einer radialen Umformarbeit im Bremsring selbst sowie in der Querschnittsänderung des Bremsrings unter Belastung.

In anderer Weiterbildung der Erfindung steht der Bremsring über die Lauffläche des Laufrades hervor. Bei dieser Ausbildung rollt das Laufrad auf dem Bremsring ab. Die Bremswirkung wird hierbei durch Haft- und Rollreibung zwischen Laufrad und Lauffläche erzielt, die durch die Deformation des Bremsrings unter Last hervorgerufen ist. Darüber hinaus ist bei dieser Ausgestaltung der Erfindung ein geräuscharmer Lauf hervorgerufen, da das Laufrad auf dem Bremsring abrollt.

Andere Weiterbildungen und Ausgestaltungen der Erfindung sind in den übrigen Unteransprüchen angegeben. Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird nachfolgend im Einzelnen beschrieben. Es zeigen:

Fig. 1 den Schnitt entlang der Linie A-A in Fig. 2;

Fig. 2 die Ansicht zweier Laufräder für das Fahrwerk eines Hebezeuges mit einem Bremsring;

Fig. 3 den Schnitt entlang der Linie B-B in Fig. 4;

Fig. 4 die Ansicht zweier Laufräder für das Fahrwerk eines Hebezeuges mit einem Bremsring in anderer Ausgestaltung;

Fig. 5 den Schnitt entlang der Linie C-C in Fig. 6 und

Fig. 6 die Ansicht zweier Laufräder für das Fahrwerk eines Hebezeuges mit einem Bremsring in einer weiteren Ausgestaltung.

Bei den als Ausführungsbeispiel gewählten Laufrädern für Fahrwerke von Hebezeugen handelt es sich um jeweils zwei hintereinander angeordnete Laufräder 1 eines Fahrwerks. Die Laufräder 1 sind mit einer Lauffläche 2 versehen, die auf den Schienen der Hängebahn-Anlagen abrollen. Die Laufflächen weisen eine zu einer Seite des Rades fallende Neigung auf.

Die als Ausführungsbeispiel gewählten Laufräder weisen jeweils eine umlaufende Nut 3 auf. Die Nuten 3 sind im Ausführungsbeispiel mit einem halbkreisförmigen Nutgrund versehen. An den Laufrädern 1 ist ein Bremsring 4 vorgesehen, der von den Nuten 3 aufgenommen ist. Der Bremsring 4 hat im Ausführungsbeispiel einen kreisförmigen Querschnitt.

Im Ausführungsbeispiel nach den Fig. 1 und 2 umspannt der Bremsring 4 zwei hintereinander angeordnete Laufräder 1 eines Fahrwerkes. In Abwandlung des Ausführungsbeispiels ist es auch möglich, dass der Bremsring 4 mehr als zwei Laufräder, die hintereinander angeordnet sind, umspannt. Die Nut 3 ist im Ausführungsbeispiel nach den Fig. 1 und 2 benachbart zur Lauffläche 2 vorgesehen. Die Lauffläche 2 weist in diesem Ausführungsbeispiel die gleichen Abmessungen auf wie diejenige eines Laufrades ohne Bremsring. Die Nut 3 ist seitlich an dem Laufrad 1 vorgesehen. Der in der Nut 3 angeordnete Bremsring 4 ist von der Nut 3 vollständig aufgenommen; der Bremsring 4 steht nicht über die Lauffläche 2 des Laufrades 1 hervor. Die Reibung, die die gewünschte Bremswirkung erzielt, wird im Ausführungsbeispiel nach den Fig. 1 und 2 durch eine Haftreibung zwischen Laufrad 1 und Bremsring 4 erzielt. Darüber hinaus ist die Bremswirkung durch radiale Umformarbeit im Bremsring selbst und durch die Querschnittsänderung des Bremsrings hervorgerufen. Die Reibung kann durch Erhöhung der Vorspannung des Bremsrings zusätzlich verbessert werden. Im Ausführungsbeispiel ist darüber hinaus der Durchmesser des Bremsrings 4 gleich dem Durchmesser des Grundes der Nut 3. Die hierdurch erzielte Reibung an den die Nut 3 begrenzenden Seitenflächen trägt ebenfalls zur Erhöhung der Bremswirkung bei. Bei Verwendung eines Bremsringes 4 mit kleinerem Durchmesser kann die Bremswirkung reduziert werden.

Bei den im Ausführungsbeispiel nach den Fig. 3 und 4 dargestellten Laufrädern 1 ist die den Bremsring 4 aufnehmende Nut 3 im Bereich der Lauffläche 2 des Laufrades 1 vorgesehen. Die Nut 3 weist einen im Querschnitt halbkreisförmigen Nutgrund auf. Im Anschluss an den Nutgrund ist beiderseits der Nut ein Absatz ausgebildet, an den sich die Lauffläche 2 anschließt. In der Nut 3 ist ein Bremsring 4 angeordnet, der im Ausführungsbeispiel ebenfalls zwei hintereinander angeordnete Laufräder 1 umspannt. Der Bremsring 4 weist einen kreisförmigen Querschnitt auf, der dem Durchmesser des Nutgrundes im Laufrad entspricht. Der Bremsring 4 steht über die Lauffläche 2 des Laufrades 1 hervor. Infolge dessen rollt das Hebezeug bei diesem Ausführungsbeispiel auf dem Bremsring 4 ab. Unter dem Einfluss der an das Hebezeug angehängten Last führt dies zu einer Deformation/Abplattung des Ringes. Die im Laufrad benachbart zu der Nut 3 angeordneten Absätze dienen dann als Rückzugsraum für die Deformation des Ringes. Gleichzeitig ist ein Ausweichen des Rings infolge der Belastung verhindert. Bei diesem Ausführungsbeispiel wird die Bremswirkung einerseits durch Haftreibung und Rollreibung - bedingt durch die Deformation/Abplattung des Bremsrings - zwischen Laufrad 1 und Lauffläche 2 erreicht; andererseits durch eine radiale Umformarbeit im Bremsring selbst. Durch die Abplattung des Bremsrings ist beim Verfahren des Fahrwerks eine Walkbewegung im Bremsring hervorgerufen. Darüber hinaus kann auch bei diesem Ausführungsbeispiel durch eine Erhöhung der Vorspannung des Rings die Bremswirkung weiter gesteigert werden. Ein zusätzlicher Vorteil dieses Ausführungsbeispiels besteht darin, dass aufgrund des auf der Hängebahn-Anlage abrollenden Rings ein geräuscharmer Lauf hervorgerufen ist.

Bei dem Ausführungsbeispiel gemäss den Fig. 5 und 6 ist der Bremsring 4 vergleichbar zu dem Ausführungsbeispiel nach den Fig. 3 und 4 in einer Nut 3 angeordnet, die im Bereich der Lauffläche 2 des Laufrades 1 vorgesehen ist. Die Nut 3 ist im Wesentlichen vergleichbar zu dem Ausführungsbeispiel nach den Fig. 3 und 4 ausgebildet. Auch die Dimensionierung des Bremsrings 4 entspricht im Wesentlichen denjenigen des Ausführungsbeispiels nach Fig. 3 und 4. Der Bremsring 4 umgibt im Ausführungsbeispiel nach den Fig. 5 und 6 jedoch jeweils nur ein Laufrad 1. Unter Lasteinfluss wird hierbei bedingt durch die Deformation/Abplattung des Bremsringes 4 durch Haftreibung und Rollreibung zwischen Laufrad 1 und Lauffläche 2 hervorgerufen. Auch hier führt ein Verfahren des Fahrwerks zu einer Walkbewegung im Bremsring 4. Darüber hinaus ist auch bei diesem Ausführungsbeispiel aufgrund des über die Lauffläche 3 hinausragenden Bremsrings 4 ein geräuscharmer Lauf hervorgerufen.

Durch die Ausgestaltung der Nut 3 sowie der Dimensionierung und Materialauswahl - der Bremsring 4 kann beispielsweise aus Gummi bestehen - des Bremsrings 4 ist eine Variation der Bremswirkung möglich. Hierdurch besteht konstruktiv die Möglichkeit, in Abhängigkeit von den zu erwartenden Lastfällen die zu erzielende Bremswirkung voreinzustellen und auf die Bedingungen anzupassen. Auch ist eine Erhöhung der Bremswirkung durch Vorsehen von mehr als einem Bremsring 4 an einem Laufrad 1 möglich. Die Bremsringe sind dann nebeneinander angeordnet.


Anspruch[de]
  1. 1. Laufrad (1) für Fahrwerke von Hebezeugen, das mit einer Lauffläche (2) versehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Bremsring (4) vorgesehen ist.
  2. 2. Laufrad nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Bremsring (4) in einer Nut (3) angeordnet ist.
  3. 3. Laufrad nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Nut (3) im Bereich der Lauffläche (2) des Laufrades (1) vorgesehen ist.
  4. 4. Laufrad nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Nut (3) zur Lauffläche (2) benachbart vorgesehen ist.
  5. 5. Laufrad nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Bremsring (4) mindestens zwei hintereinander angeordnete Laufräder (1) umspannt.
  6. 6. Laufrad nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Bremsring (4) über die Lauffläche (2) des Laufrades (1) hervorsteht.






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