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Dokumentenidentifikation DE69718797T2 02.10.2003
EP-Veröffentlichungsnummer 0918824
Titel BITUMINÖSE ZUSAMMENSETZUNG
Anmelder KRATON Polymers Research B.V., Amsterdam, NL
Erfinder BODT, Duco, NL-1031 CM Amsterdam, NL;
HEIMERIKX, Wilhelmus, Gerardus, NL-1031 CM Amsterdam, NL
Vertreter DTS München Patent- und Rechtsanwälte, 80538 München
DE-Aktenzeichen 69718797
Vertragsstaaten BE, DE, ES, FR, GB, IT, NL
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 15.08.1997
EP-Aktenzeichen 979419561
WO-Anmeldetag 15.08.1997
PCT-Aktenzeichen PCT/EP97/04576
WO-Veröffentlichungsnummer 0098007788
WO-Veröffentlichungsdatum 26.02.1998
EP-Offenlegungsdatum 02.06.1999
EP date of grant 29.01.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.10.2003
IPC-Hauptklasse C08L 95/00
IPC-Nebenklasse D06N 7/00   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine bituminöse Zusammensetzung. Im speziellen bezieht sich die vorliegende Erfindung auf eine bituminöse Zusammensetzung zur Verwendung in Bodenbelags- und/oder schall- oder schwingungsdämpfenden Anwendungen.

Bituminöse Zusammensetzungen zum Gebrauch in schall- oder schwingungsdämpfenden Anwendungen sind in der Technik bekannt. Ein allgemeiner Überblick wird in The SHELL Bitumen Industrial Handbook (1995) von P. Morgan und A. Mulder gegeben. Ein Überblick von Schall- und Schwingungsdämpfung wird in ASC Symposium Series (1989) Sound and Vibration Damping with Polymers von R. D. Corsaro und L. H. Sperling, Herausgeber, gegeben.

Eine wichtige schall- oder schwingungsdämpfende Anwendung von bituminösen Zusammensetzungen erfolgt in Bodenbelägen.

Bodenbeläge, beispielsweise Teppiche, Teppichfliesen, Brücken usw. sind bekannt, die ein faseriges Material wie ein Gewebe oder ein ungewebtes Material umfassen. Es ist auch bekannt, bestimmte Bodenbeläge, insbesondere solche vom Typ der nichtgewebten Materialien, beispielsweise Filz oder getuftete Bodenbeläge, mit einer üblicherweise integralen Rückenschicht auszustatten, um den Bodenbelag vor Verschleiß zu schützen und seine Dimensionsstabilität zu verbessern. Es ist wichtig, daß die mit derartigen Rückenschichten ausgerüsteten Bodenbeläge ausreichend flexibel sind, um das Entstehen von Rissen in der Rückenschicht während des Transportes, der Lagerung und des Verlegens der Bodenbeläge zu vermeiden und ihnen auch das Vermögen zu verleihen, wenn sie auf einem Boden aufgebracht sind, schwere Lasten zu ertragen, ohne daß ihre Oberfläche unerwünscht lange eingedrückt verbleibt, nachdem die schwere Last weggenommen wurde.

Für diesen Zweck umfassen derzeit viele Rückenschichten eine polymermodifizierte Bitumenkomponente. In diesem Zusammenhang kann beispielsweise auf die EP 0 006 674 B1 Bezug genommen werden, worin die Verwendung eines Gemisches, das ein Bitumen und ein Styrol-Butadien-Styrol-Blockcopolymer enthält, für eine integrale Rückenschicht eines faserigen Bodenbelagsmaterials beschrieben worden ist. Die in derartigen Rückenschichten zu verwendende Blockcopolymermenge ist jedoch verhältnismäßig hoch, was deren Anwendung wirtschaftlich weniger attraktiv macht.

Es wäre wünschenswert, wenn wirtschaftlich attraktive bituminöse Zusammensetzungen zum Gebrauch in schall- oder schwingungsdämpfenden Anwendungen über einen breiten Temperaturbereich und/oder einen breiten Frequenzbereich geschaffen werden könnten.

Weiterhin wäre es wünschenswert, wenn bituminöse Zusammensetzungen zur Anwendung als Rückenschicht von Bodenbelägen geschaffen werden könnten, die eine verhältnismäßig kleine Blockcopolymermenge enthalten. Demgemäß schafft die vorliegende Erfindung eine bituminöse Zusammensetzung, die eine Bitumenkomponente, weniger als 15 Gew.-% einer Blockcopolymerzusammensetzung, bezogen auf das Gesamtgewicht aus Blockcopolymerzusammensetzung und Bitumenkomponente, und mehr als 40 Gew.-% eines Füllstoffes, bezogen auf das Gesamtgewicht aus Blockcopolymerzusammensetzung, Bitumenkomponente und Füllstoff, umfaßt, welche Blockcopolymerzusammensetzung wenigstens einen Block aus einem konjugierten Dien und wenigstens zwei Blöcke aus einem monovinylaromatischen Kohlenwasserstoff umfaßt, worin die Blockcopolymerzusammensetzung einen Vinylgehalt von wenigstens 25 Gew.-%, bezogen auf den Gesamtdiengehalt, und gegebenenfalls einen Zweiblockgehalt von 25 Gew.-% oder darunter hat, und jegliches vorliegendes Zweiblockcopolymer ein scheinbares Molekulargewicht aufweist, das im Bereich von 60.000 bis 170.000 liegt.

Mit dem Ausdruck "scheinbares Molekulargewicht", wie er in der gesamten Beschreibung verwendet wird, wird das Molekulargewicht eines Polymers verstanden, bestimmt durch Gelpermeationschromatographie (GPC) unter Anwendung von Poly(Styrol)-Eichstandards (gemäß ASTM D 3536).

Unter "Zweiblockgehalt" soll jene Menge an ungekuppeltem Zweiblockcopolymer verstanden werden, die letztlich im der hergestellten Blockcopolymerzusammensetzung zugegen ist. Wenn das Blockcopolymer über die vollständig sequentielle Herstellungsmethode bereitet wird, werden normalerweise nur Dreiblockcopolymere gebildet. Die Dreiblockcopolymere haben typisch ein scheinbares Molekulargewicht im Bereich von 120.000 bis 340.000.

Der Zweiblockgehalt liegt vorzugsweise unter 20 Gew.-%, stärker bevorzugt 15 Gew.-% oder darunter.

Die Bestandteile der Blockcopolymerzusammensetzung können entweder linear oder radial sein; gute Ergebnisse wurden mit beiden Copolymertypen erzielt. Die Bestandteile der Blockcopolymerzusammensetzung umfassen gerade Dreiblockcopolymere (ABA), mehrarmige Blockcopolymere (ABnX) und Zweiblockcopolymere (AB), worin A einen monovinylaromatischen Kohlenwasserstoffpolymerblock darstellt, B einen konjugierten Dienpolymerblock darstellt, n eine ganze Zahl von 2 oder darüber bedeutet, vorzugsweise 2 bis 6 und X den Rest eines Kupplungsmittels bedeutet. Das Kupplungsmittel kann ein beliebiges, in der Technik bekanntes di- oder polyfunktionelles Kupplungsmittel sein, beispielsweise Dibromethan, Siliziumtetrachlorid, Diethyladipat, Divinylbenzol, Dimethyldichlorsilan, Methyldichlorsilan. Besonders bevorzugt in einer derartigen Herstellungsmethode ist die Anwendung von halogenfreien Kupplungsmitteln, beispielsweise gamma-Glycidoxypropyltrimethoxysilan (Epon 825) und Bisphenol Adiglycidylether.

Die Blockcopolymere, die als Modifikatoren in den bituminösen Zusammensetzungen gemäß der vorliegenden Erfindung von Nutzen sind, können nach jeder in der Technik bekannten Methode erhalten werden, einschließlich der wohlbekannten vollständig sequentiellen Polymerisationsmethode, gewünschtenfalls in Kombination mit einer Reinitiation, und nach der Kupplungsmethode, wie beispielsweise in den US-Patenten 3,231,635; 3,251,905; 3,390,207; 3,598,887 und 4,219,627 und in EP 0 413 294 A2, 0 387 671 B1, 0 636 654 A1, WO 94/22931 erläutert.

Das Blockcopolymer kann daher beispielsweise durch Zusammenkuppeln von wenigstens zwei Zweiblockcopolymermolekülen AB hergestellt werden.

Methoden zur Steigerung des Vinylgehaltes des konjugierten Dienanteils sind wohlbekannt und können die Anwendung von polaren Verbindungen wie Ethern, Aminen und anderen Lewis-Basen und spezieller von solchen Verbindungen vorsehen, die aus der aus Glycoldialkylethern bestehenden Gruppe ausgewählt werden. Die am meisten bevorzugten Modifikatoren werden unter Ethylenglycoldialkylethern ausgewählt, die die gleichen oder verschiedenen endständigen Alkoxygruppen enthalten und gegebenenfalls am Ethylenrest einen Alkylsubstituenten tragen, wie Monoglyme, Diglyme, Diethoxyethan, 1,2- Diethoxypropan, 1-Ethoxy-2,2-tert.-butoxyethan, von denen 1,2-Diethoxypropan am meisten bevorzugt wird.

Das scheinbare Molekulargewicht des Zweiblockcopolymers (AB) liegt im Bereich von 60.000 bis 170.000. Vorzugsweise liegt dieses scheinbare Zweiblockcopolymermolekulargewicht im Bereich von 60.000 bis 130.000, stärker bevorzugt 70.000 bis 120.000.

Der Gehalt an monovinylaromatischem Kohlenwasserstoff im Endblockcopolymer liegt zweckmäßig im Bereich von 10 bis 55 Gew.-%, vorzugsweise im Bereich von 20 bis 45 Gew.-% und stärker bevorzugt 25 bis 40 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtblockcopolymer.

Zu geeigneten monovinylaromatischen Kohlenwasserstoffen zählen Styrol, o-Methylstyrol, p-Methylstyrol, p-tert.-Butylstyrol, 2,4-Dimethylstyrol, -Methylstyrol, Vinylnaphthalin, Vinyltoluol und Vinylxylol, oder deren Gemische, von denen Styrol am meisten bevorzugt wird.

Der Gesamtvinylgehalt des Blockcopolymers beträgt wenigstens 25 Gew.-%, bezogen auf den Gesamtdiengehalt. Typisch liegt der Vinylgehalt im Bereich von 30 bis 80 Gew.-%, vorzugsweise von 35 bis 65 Gew.-%, stärker bevorzugt von 35 bis 55 Gew.-%, noch stärker bevorzugt von 45 bis 55 Gew.-% und am meisten bevorzugt von 50 bis 55 Gew.-%.

Geeignete konjugierte Diene umfassen jene, die 4 bis 8 Kohlenstoffatome aufweisen, beispielsweise 1,3-Butadien, 2-Methyl-1,3-butadien (Isopren), 2,3-Dimethyl-1,3-butadien, 1,3-Pentadien und 1,3-Hexadien. Es können auch Gemische derartiger Diene verwendet werden. Bevorzugte konjugierte Diene sind 1,3-Butadien und Isopren, wobei 1,3-Butadien am meisten bevorzugt wird.

Es versteht sich, daß mit dem Ausdruck "Vinylgehalt" zum Ausdruck gebracht werden soll, daß ein konjugiertes Dien über eine 1,2-Addition polymerisiert wird. Wenngleich eine reine "Vinyl"-Gruppe nur im Falle der 1,2-Additionspolymerisation von 1,3-Butadien gebildet wird, werden die Auswirkungen der 1,2-Additionspolymerisation von anderen konjugierten Dienen auf die festgestellten Endeigenschaften des Blockcopolymers und dessen Gemische mit Bitumen die gleichen sein.

Die Bitumenkomponente kann ein natürlich vorkommendes Bitumen oder ein von einem Mineralöl abgeleitetes Bitumen sein. Als Bitumenkomponente können auch nach einem Crackverfahren erhaltene Erdölpeche und Kohleteer verwendet werden, wie auch Gemische verschiedener bituminöser Materialien. Beispiele für geeignete Komponenten umfassen Destillations- oder "straight run"-Bitumina, Fällungsbitumina, beispielsweise Propanbitumina, geblasene Bitumina, beispielsweise katalytisch geblasenes Bitumen, sowie deren Gemische. Andere geeignete bituminöse Komponenten umfassen Gemische eines oder mehrerer dieser Bitumina mit Streckmitteln (Fluxmitteln), wie Erdölextrakten, beispielsweise aromatischen Extrakten, Destillaten oder Rückständen, oder mit Ölen.

Typisch wird die Bitumenkomponente (entweder "straight run"-Bitumen oder "gefluxtes" Bitumen) unter solchen ausgewählt, die eine Penetration von bis zu 350 dmm bei 25ºC aufweisen (bestimmt gemäß ASTM D 5).

Beispiele für Bitumenkomponenten, die zum Einsatz in schall- oder schwingungsdämpfenden Anwendungen bevorzugt werden, sind jene mit einer Penetration von 1 bis 300 dmm bei 25ºC.

Beispiele für Bitumenkomponenten, die zum Einsatz in Rückenschichten für Bodenbeläge besonders bevorzugt werden, sind solche mit einer Penetration von unter 150 dmm bei 25ºC. Stärker bevorzugt werden ziemlich harte Bitumina mit einer Penetration im Bereich von 1 bis 75 dmm verwendet.

Es können sowohl verträgliche als auch unverträgliche Bitumina eingesetzt werden.

Die bituminöse Zusammensetzung kann auch gewünschtenfalls weitere Bestandteile enthalten, wie Harze, Öle, Stabilisatoren, Antistatika oder Flammverzögerungsmittel. Der Gehalt an derartigen und weiteren Komponenten kann im Bereich von 0 bis 10 Gew.-% liegen, bezogen auf die gesamte bituminöse Zusammensetzung. Selbstverständlich können auch andere Blockcopolymerzusammensetzungen in die bituminöse Zusammensetzung der Erfindung einbezogen werden. Derartige Blockcopolymerzusammensetzungen können beispielsweise in einer Menge von 0 bis 4 Gew.-% zugegen sein, bezogen auf das Gesamtgewicht aus Blockcopolymerzusammensetzung und Bitumenkomponente.

Die bituminöse Zusammensetzung kann auch ein Wachs umfassen. Geeignete Wachse sind solche mit einem Erstarrungspunkt von 50 bis 70ºC. Geeignete Wachsmengen betragen 0,1 bis 75 Gew.-%, vorzugsweise 5 bis 60 Gew.-%, bezogen auf das in der bituminösen Zusammensetzung vorliegende Bitumengewicht. Es können Tier-, Insekten-, Pflanzen-, Synthese- und Mineralwachse verwendet werden, wobei die von Mineralölen abgeleiteten Wachse bevorzugt werden. Beispiele für Mineralölwachse umfassen Bright Stock- Paraffingatschwachse, mittleres Maschinenölparaffingatschwachs, hochschmelzende Wachse und mikrokristalline Wachse. Im Falle von Gatschwachsen können bis zu 25 Gew.-% Öl enthalten sein. Es können auch Additive zur Erhöhung des Erstarrungspunktes des Wachses enthalten sein.

Die Blockcopolymerzusammensetzung ist in der bituminösen Zusammensetzung in einer Menge von weniger als 15 Gew.-% enthalten, vorzugsweise im Bereich zwischen 2 und 15 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht aus Blockcopolymerzusammensetzung und Bitumenkomponente.

Wenn die bituminöse Zusammensetzung in einer Rückenschicht verwendet werden soll, ist die Blockcopolymerzusammensetzung stärker bevorzugt in einem Ausmaß von 2 bis 10 Gew.-% vorhanden, noch weiter bevorzugt von 4 bis 8 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht aus Blockcopolymerzusammensetzung und Bitumenkomponente.

Beispiele für geeignete Füllstoffe umfassen Talk, Calciumcarbonat, Kohlenstoffruß, Flugasche, Schieferstaub, Kalkstein, Dolomit und silicahältige Füllstoffe, wie Ton, Glimmer und andere Schichtsilikate.

Es können Gemische von verschiedenen Füllstoffen verwendet werden. Vorzugsweise wird Kalziumcarbonat als Füllstoff verwendet. Die Füllstoffmenge beträgt mehr als 40 Gew.-%, zweckmäßig weniger als 80 Gew.-%, vorzugsweise 50 bis 75 Gew.-%, stärker bevorzugt 60 bis 70 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht aus Blockcopolymerzusammensetzung, Bitumenkomponente und Füllstoff. Die bituminöse Zusammensetzung kann auch durch Zusetzen von Pigmenten gefärbt werden.

Gewünschtenfalls kann die bituminöse Zusammensetzung zusätzlich Fasern umfassen, wie Zellulose-, Glas- und Gesteinsfasern. Typisch kann die bituminöse Zusammensetzung bis zu 25 Gew.-% an Fasern enthalten, bezogen auf die gesamte Zusammensetzung.

Gemäß einem weiteren Aspekt bezieht sich die Erfindung auf die Anwendung der bituminösen Zusammensetzung, wie sie hier beschrieben ist, in schall- oder schwingungsdämpfenden Anwendungen; auf die Anwendung der bituminösen Zusammensetzung als eine Rückenschicht für einen Bodenbelag; und auf Gegenstände, die die bituminöse Zusammensetzung enthalten.

Die bituminösen Zusammensetzungen gemäß der Erfindung weisen eine hohe Temperaturfließbeständigkeit, eine gute Tieftemperaturflexibilität, einen hohen Verlustfaktor über einen breiten Temperaturbereich und einen hohen Verlustfaktor über einen breiten Frequenzbereich auf.

Unter hohem Verlustfaktor wird ein hoher Verlustmodul G" und/oder ein hoher Tangens- Verlust (tan_) verstanden. Der Verlusttangens ist definiert als (Verlustmodul G"/Speichermodul G').

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist der Gegenstand gemäß der Erfindung in der Form einer Rückenschicht verwirklicht.

Die Erfindung bezieht sich weiterhin auf einen Bodenbelag, der eine Rückenschicht aufweist, wie vorstehend beschrieben.

Die vorliegenden bituminösen Zusammensetzungen sind zur Anwendung als Rückenschicht besonders attraktiv, weil sie einen höheren Erweichungspunkt und eine gleiche oder geringere Penetration aufweisen, verglichen mit polymermodifizierten bituminösen Zusammensetzungen, aus denen herkömmliche bitumenhältige Rückenschichten bereitet werden. Als Ergebnis hievon können die Bodenbeläge leichter zu einzelnen Teppichfliesen geschnitten werden. Demgemäß kann eine verbesserte Dimensionsbeständigkeit erzielt werden. Die bituminöse Zusammensetzung gemäß der vorliegenden Erfindung hat zweckmäßig eine Penetration von weniger als 50 dmm, vorzugsweise im Bereich von 1 bis 20 dmm bei 25ºC (bestimmt gemäß ASTM D 5).

Zweckmäßig hat die bituminöse Zusammensetzung einen Erweichungspunkt im Bereich von unter 150ºC, vorzugsweise im Bereich von 100 bis 150ºC (bestimmt gemäß ASTM D 36).

Die vorliegende Erfindung ist besonders geeignet für nichtgewebte Bodenbeläge, wie Filze oder getuftete Bodenbeläge, die mach solchen Methoden wie Nadelstechen in einen Rücken, der üblicherweise ein Gewebe ist, hergestellt worden sein können. Die Bodenbeläge können aus natürlichen und/oder synthetischen Fasern gebildet sein. In einigen Fällen ist es übliche Praxis, die Unterseite des Bodenbelages mit einem Rückenüberzug auszustatten, dessen Hauptfunktion die eines Klebstoffes ist; dieses sogenannte Primärbeschichten wird üblicherweise mit einem Polymer in Latex ausgeführt. Die Rückenschicht gemäß der vorliegenden Erfindung kann auf den Bodenbelag, der mit einem Primärüberzug ausgerüstet sein kann oder auch nicht, nach jeder geeigneten Technik aufgetragen werden. Zweckmäßig kann die bituminöse Zusammensetzung geschmolzen werden und die anderen Bestandteile können eingemischt werden und das erhaltene Gemisch, während es noch leicht gehandhabt werden kann, wird auf den Bodenbelag durch Aufgießen und Ausbreiten des Gemisches auf dem Rücken des Bodenbelages aufgetragen, oder durch Führen des Belags über eine teilweise in das Gemisch eintauchende Walze. In alternativer Weise kann die Rückenschicht als eine getrennte Schicht hergestellt und an den Rücken des Bodenbelages geklebt oder geschweißt werden.

Die nachfolgenden Beispiele erläutern die vorliegende Erfindung.

Beispiel 1

In folgender Weise wurde eine bituminöse Zusammensetzung gemäß der vorliegenden Erfindung bereitet.

94 Gew.-% eines Bitumens mit einer Penetration von 50 dmm bei 25ºC (bestimmt gemäß ASTM D 5) und mit einem Erweichungspunkt von 40ºC (bestimmt gemäß ASTM D 36) wurden bei einer Temperatur von 180ºC mit 6 Gew.-% einer Blockcopolymerzusammensetzung A vermischt. Zu 33 Gewichtsteilen des so erhaltenen Gemisches wurden 67 Gewichtsteile Calcifill 200 zugesetzt (ein Calciumcarbonatfüllstoff von WIGRO; Calcifill ist eine Handelsmarke). Nähere Angaben zur Blockcopolymerzusammensetzung A finden sich in Tabelle 1. Die so erhaltene bituminöse Zusammensetzung wurde dann in geschmolzenem Zustand auf den Rücken eines getufteten Teppichs aufgetragen, um eine Rückenschicht mit einer Stärke von 3 mm auszubilden. Der so erhaltene getuftete Teppich zeigte attraktive Flexibilitätseigenschaften. Die Haupteigenschaften der bituminösen Zusammensetzung sind in Tabelle 2 dargestellt.

Beispiel 2

In ähnlicher Weise, wie in Beispiel 1 beschrieben, wurde eine bituminöse Zusammensetzung gemäß der vorliegenden Erfindung bereitet, außer das nunmehr 8 Gew.-% einer Blockcopolymerzusammensetzung B und 92 Gew.-% des Bitumens angewendet wurden. Die näheren Angaben zur Blockcopolymerzusammensetzung B finden sich in Tabelle 1. Der erhaltene getuftete Teppich zeigte ein im wesentlichen ähnliches Flexibilitätsverhalten im Vergleich mit dem in Beispiel 1 erhaltenen getufteten Teppich. Die wesentlichen Eigenschaften der bituminösen Zusammensetzung sind in Tabelle 2 angeführt.

Vergleichsbeispiel 3

Zu Vergleichszwecken wurde in ähnlicher Weise, wie in Beispiel 1 beschrieben, eine bituminöse Zusammensetzung bereitet, außer daß nunmehr 90 Gew.-% des Bitumens und 10 Gew.-% einer Blockcopolymerzusammensetzung C angewendet wurden. Die Einzelheiten der Blockcopolymerzusammensetzung C finden sich in Tabelle 1. Der erhaltene getuftete Teppich zeigte im wesentlichen eine ähnliche Flexibilität im Vergleich mit dem in Beispiel 1 erhaltenen getufteten Teppich. Die wesentlichen Eigenschaften der bituminösen Zusammensetzung sind in Tabelle 2 angeführt.

TABELLE 1

Ref. 1. ASTM D 3314

Ref. 2. Bestimmt durch Infrarotspektroskopie, wie generell in ASTM D 3677 beschrieben

Ref. 3. ASTM D 3536, detektiert durch UV-Absorption

Ref. 4. Gewichtsverhältnis der Menge an durch Kuppeln gebildetem Material zur Gesamtmenge an vor dem Kuppeln vorliegendem "lebendem" Zweiblock.

TABELLE 2

1) Polymergehalt, bezogen auf Gesamtmenge Polymer/Bitumen

2) Füllstoffgehalt, bezogen auf Gesamtmenge Polymer/Bitumen/Füllstoff.

Aus dem Vorstehenden wird klar sein, daß die Rückenschicht gemäß der vorliegenden Erfindung (Beispiele 1 und 2) eine erheblich kleinere Mengen an Blockcopolymerzusammensetzung enthalten kann, verglichen mit einer konventionellen Rückenschicht mit einem Gehalt an polymermodifiziertem Bitumen (Beispiel 3), während eine ähnliche oder verbesserte Leistung erzielt werden kann.

Beispiel 4

In folgender Weise wurde eine bituminöse Zusammensetzung gemäß der vorliegenden Erfindung bereitet.

92 Gew.-% einer bituminösen Komponenten mit einer Penetration von 180 dmm bei 25ºC (bestimmt gemäß ASTM D 5) und mit einem geschätzten Erweichungspunkt von 38ºC wurden bei einer Temperatur von 180ºC mit 8 Gew.-% Blockcopolymerzusammensetzung A vermischt. Zu 35 Gewichtsteilen des so erhaltenen Gemisches wurden 65 Gewichtsteile Calcifill 200 zugesetzt (ein Füllstoff von WIGRO; Calcifill ist eine Handelsmarke). Die näheren Angaben der Blockcopolymerzusammensetzung A finden sich in Tabelle 1. Die für schall- oder schwingungsdämpfende Anwendungen relevanten Eigenschaften der bituminösen Zusammensetzung sind in Tabelle 3 zusammengestellt.

Vergleichsbeispiel 5

Der in Beispiel 4 beschriebene Versuch wurde wiederholt, jedoch unter Anwendung der Blockcopolymerzusammensetzung C, die einen Vinylgehalt von weniger als 10% aufweist. Die näheren Angaben zur Blockcopolymerzusammensetzung C finden sich in Tabelle 1. Die für schall- oder schwingungsdämpfende Anwendungen relevanten Eigenschaften der bituminösen Zusammensetzung sind in Tabelle 3 angeführt.

TABELLE 3

Wie aus Tabelle 3 ersichtlich, sind die physikalischen Eigenschaften von bituminösen Zusammensetzungen gemäß der Erfindung, insbesondere der Erweichungspunkt, viel besser als diejenigen Werte von bituminösen Zusammensetzungen mit einem niedrigeren Vinylgehalt, die nicht der Erfindung entsprechen, wogegen die hevorragenden Schalldämpfungseigenschaften beibehalten werden.


Anspruch[de]

1. Bituminöse Zusammensetzung, umfassend eine Bitumenkomponente, weniger als 15 Gew.-% einer Blockcopolymerzusammensetzung, bezogen auf das Gesamtgewicht aus Blockcopolymerzusammensetzung und Bitumenkomponente, und mehr als 40 Gew.-% eines Füllstoffes, bezogen auf das Gesamtgewicht aus Blockcopolymerzusammensetzung, Bitumenkomponente und Füllstoff, welche Blockcopolymerzusammensetzung wenigstens einen Block aus einem konjugierten Dien und wenigstens zwei Blöcke aus einem monovinylaromatischen Kohlenwasserstoff umfaßt, worin die Blockcopolymerzusammensetzung einen Vinylgehalt von wenigstens 25 Gew.-%, bezogen auf den Gesamt-Diengehalt, aufweist, und gegebenenfalls einen Zweiblockgehalt von 25 Gew.-% oder darunter hat, und jegliches vorliegendes Zweiblockcopolymer ein scheinbares Molekulargewicht aufweist, das im Bereich von 60.000 bis 170.000 liegt.

2. Bituminöse Zusammensetzung nach Anspruch 1, worin die Blockcopolymerzusammensetzung einen Vinylgehalt im Bereich von 35 bis 65 Gew.-% aufweist.

3. Bituminöse Zusammensetzung nach Anspruch 2, worin die Blockcopolymerzusammensetzung einen Vinylgehalt im Bereich von 35 bis 55 Gew.-% aufweist.

4. Bituminöse Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, worin jegliches vorliegendes Zweiblockcopolymer ein scheinbares Molekulargewicht im Bereich von 60.000 bis 130.000 aufweist.

5. Bituminöse Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, worin die Blockcopolymerzusammensetzung in einer Menge im Bereich von zwischen 2 und 15 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht aus Blockcopolymerzusammensetzung und der Bitumenkomponente, zugegen ist.

6. Bituminöse Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, worin die Bitumenkomponente eine Penetration im Bereich von 1 bis 300 dmm bei 25ºC aufweist (bestimmt gemäß ASTM D 5).

7. Bituminöse Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, worin der Füllstoff in einer Menge im Bereich von 50 bis 70 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht aus Blockcopolymerzusammensetzung, Bitumenkomponente und Füllstoff, zugegen ist.

8. Verwendung einer bituminösen Zusammensetzung nach einem der vorstehenden Ansprüche 1 bis 7 in schall- oder schwingungsdämpfenden Anwendungen.

9. Verwendung einer bituminösen Zusammensetzung nach einem der vorstehenden Ansprüche 1 bis 7 als eine Rückenschicht für ein Bodenbelagsmaterial.

10. Gegenstand, der eine bituminöse Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 7 enthält.

11. Gegenstand nach Anspruch 10 in Form einer Rückenschicht.

12. Bodenbelagsmaterial mit einer Rückenschicht, wie in Anspruch 11 definiert.







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