PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE69811531T2 02.10.2003
EP-Veröffentlichungsnummer 1032613
Titel REAKTIVE DISAZOFARBSTOFFE
Anmelder DyStar Textilfarben GmbH & Co. Deutschland KG, 60318 Frankfurt, DE
Erfinder TAYLOR, Anthony, John, Manchester M25 1AG, GB
DE-Aktenzeichen 69811531
Vertragsstaaten CH, DE, ES, GB, IT, LI, PT
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 17.11.1998
EP-Aktenzeichen 989546205
WO-Anmeldetag 17.11.1998
PCT-Aktenzeichen PCT/GB98/03460
WO-Veröffentlichungsnummer 0099025772
WO-Veröffentlichungsdatum 27.05.1999
EP-Offenlegungsdatum 06.09.2000
EP date of grant 19.02.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.10.2003
IPC-Hauptklasse C09B 62/09

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft reaktive Triazinylaminogruppen enthaltende Disazofarbstoffe, enthaltend eine Farbbase mit 1-Hydroxy-8-aminonaphthalinsulfonsäure als Mittelkomponente und jeweils eine Triazinylaminogruppe tragende Benzolkerne als endständige Komponenten.

Derartige Farbstoffe sind beispielsweise jeweils aus GB-A-2162193, US-A-5073631, EP-A-0122423 und EP-A-0478504 bekannt.

Bei den aus US-A-5073631 bekannten Farbstoffen sind die jeweiligen Triazinylgruppen jeweils durch Aminogruppen substituiert, die jeweils durch gegebenenfalls verschiedenst, unter anderem auch durch Carbamoyl, substituierte Alkyl-, Cycloalkyl-, Arylalkyl- und Arylgruppen ein- oder zweifach substituiert sein können. Der Schrift ist eine allgemein gehaltene Beschreibung einer Reihe von Farbstoffen zu entnehmen, die eine durch Carbamoyl substituierte Phenylgruppe enthalten. Der EP-A-0478504 sind verschiedenste Farbstoffe zu entnehmen, die zum Teil an den jeweiligen Triazinylgruppen jeweils durch Aminogruppen substituiert sind, die jeweils eine Acylaminoalkylgruppe als Substituent tragen können. In den Farbstoffen gemäß GB-A-2162193 und EP-A-0122423 sind die Triazinylgruppen jeweils wiederum durch eine Aminogruppe substituiert, die selbst verschiedenst substituiert sein kann.

Überraschenderweise wurde nun gefunden, daß bei den wie oben erwähnten Farbstoffen eine Carbamoylalkylaminogruppe am Triazinylkern mindestens einer Triazinylaminogruppe den so entstandenen Farbstoffen ein ausgezeichnetes Farbaufbauvermögen, gute Echtheitseigenschaften und Kombinierbarkeit mit verwandten Farbstoffen verleiht.

Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist somit ein Farbstoff der Formel (I)

in der R jeweils unabhängig voneinander für RA oder RB steht, wobei RA für eine Gruppe

steht, in der R¹, R², R³ und R&sup4; jeweils unabhängig voneinander für ein Wasserstoffatom oder eine C&sub1;&submin;&sub4;Alkylgruppe stehen, RB für eine Gruppe

steht, in der

R&sup5; für ein Wasserstoffatom oder eine gegebenenfalls substituierte C&sub1;&submin;&sub4;Alkylgruppe oder für eine gegebenenfalls substituierte Phenyl- oder Naphthylgruppe steht,

R&sup6; für ein Wasserstoffatom oder für eine gegebenenfalls substituierte C&sub1;&submin;&sub4;Alkylgruppe oder für eine gegebenenfalls substituierte Phenyl- oder Naphthylgruppe steht oder eine Gruppe NR&sup5;R&sup7; bedeutet, wobei R&sup5; die obengenannte Bedeutung hat, und

R&sup7; für ein Wasserstoffatom oder für eine gegebenenfalls substituierte C&sub1;&submin;&sub4;Alkylgruppe oder für eine Gruppe der Formel:

COR&sup5; oder CO&sub2;R&sup5;

steht, wobei R&sup5; die oben angegebene Bedeutung hat, oder

R&sup5; und R&sup6; zusammen mit dem sie verbindenden Stickstoffatom einen Ring bilden,

mindestens ein, R für eine Gruppe RA steht,

wobei im Falle von allen R gleich RA die RA alle einander gleich oder voneinander verschieden sein können,

Y jeweils unabhängig voneinander für ein labiles Atom oder eine labile Gruppe steht,

m, n und p jeweils unabhängig voneinander Null, 1 oder 2 bedeuten,

SO&sub3;M eine Sulfonsäuregruppe oder deren Salz darstellt. In der obigen Formel steht R unabhängig voneinander vorzugsweise für eine Gruppe RA.

Zudem steht RA unabhängig davon, ob die Gruppe eine oder zwei Gruppen RA enthält, bevorzugt für:

-N(R¹)CH(R²)CONH(R³)

wobei R¹, R² und R³ jeweils die oben angegebene Bedeutung haben.

Typische bevorzugte Beispiele für RA sind -NHCH&sub2;CONH&sub2;, -NR&sup8;CH&sub2;CONH&sub2;, -NHCH&sub2;CONHR&sup8;, -NHCH(R&sup8;)CONH&sub2;, -NR&sup8;CH&sub2;CONHR&sup9;, -NR&sup9;CH(R&sup9;)CONH&sub2;, -NHCH(R&sup8;)CONHR&sup9;, -NR&sup8;CH(R&sup9;)CONHR¹&sup0;, besonders bevorzugt -NR&sup8;CH&sub2;CONHR&sup9; und ganz besonders bevorzugt -NR&sup8;CH&sub2;CONHR&sup8;, wobei R&sup8;, R&sup9;, R¹&sup0; unabhängig voneinander für gegebenenfalls substituiertes C&sub1;&submin;&sub4;Alkyl und insbesondere Methyl oder Ethyl stehen.

Enthält eine bestimmte Triazinylaminogruppe keine Gruppe RA dann bedeutet R eine über Stickstoff angebundene Gruppe -NR&sup5;R&sup6;, wie sie sich von einem Alkylamin, einem Arylamin oder einem substituierten Hydrazinderivat ableitet. In Gruppen, die sich von Alkylamin ableiten, stehen R&sup5; und R&sup6; unabhängig voneinander für ein Wasserstoffatom oder eine gegebenenfalls, substituierte C&sub1;&submin;&sub4;Alkylgruppe oder sind Teil eines Ringes. In Gruppen, die sich von Arylamin ableiten, hat R&sup5; die oben angegebene Bedeutung und steht R&sup6; für eine gegebenenfalls substituierte Phenyl- oder Naphthylgruppe. In Gruppen, die sich von Hydrazin ableiten, hat R&sup5; die oben angegebene Bedeutung und steht R&sup6; für NR&sup5;R&sup7;, wobei R&sup5; die oben angegebene Bedeutung hat und R&sup7; für ein Wasserstoffatom oder eine gegebenenfalls substituierte C&sub1;&submin;&sub4;Alkylkgruppe steht, oder entspricht der Formel -COR&sup5; oder -CO&sub2;R&sup5;, wobei R&sup5; die oben angegebene Bedeutung hat.

Eine Alkylgruppe R¹-R¹&sup0; ist gegebenenfalls substituiert durch eine C&sub1;&submin;&sub4;Alkoxygruppe wie Methoxy, Ethoxy, Propoxy, Isopropoxy oder Butoxy, eine C&sub2;&submin;&sub4;Alkanoylaminogruppe wie Acetylamino, Propionylamino oder Butyrylamino, eine C&sub1;&submin;&sub4;Alkoxycarbonylgruppe wie Methoxycarbonyl oder Ethoxycarbonyl, eine gegebenenfalls durch eine oder zwei C&sub1;&submin;&sub4;Alkylgruppen substituierte Aminogruppe wie Amino, Methylamino, Ethylamino, Propylamino, Isopropylamino oder Butylamino, eine C&sub1;&submin;&sub4;Alkylsulfonylgruppe wie Methylsulfonyl oder Ethylsulfonyl, Trifluormethyl, Nitro, Cyano, Halogen, wie Fluor, Chlor oder Brom, Carbamoyl, N-(C&sub1;&submin;&sub4;Alkyl) carbamoyl wie N-Methylcarbamoyl oder W-Ethylcarbamoyl, Sulfamoyl, N-(C&sub1;&submin;&sub4;Alkyl) sulfamoyl wie N-Methylsulfamoyl, N-Ethylsulfamoyl. N-Propyl sulfamoyl, N-Isopropylsulfamoyl oder N-Butylsulfamoyl, Ureido, Hydroxy, Carboxy, Sulfomethyl oder Sulfo. Besonders bevorzugt sind Substituenten wie Methoxy, Ethoxy, Acetylamino, Chlor, Brom, Ureido, Hydroxy, Carboxy, Sulfomethyl und Sulfo.

Unter labilen Atomen bzw. Gruppen sind Atome bzw. Gruppen zu verstehen, die über eine chemische Bindung mit dem Triazinkern verbunden sind und unter schwach alkalisch-wäßrigen Bedingungen durch eine Hydroxygruppe der Cellulose unter Ausbildung einer kovalenten Bindung zwischen Triazinkern und Cellulose ersetzbar sind. Als Beispiele für solche Atome bzw. Gruppen seien Halogenatome, wie z. B. F und C1, Sulfonsäuregruppen, Thiocyanogruppen, quartäre Ammoniumgruppen, wie z. B. Trialkylammoniumgruppen, und gegebenenfalls substituierte Pyridiniumgruppen, wie z. B. 3- und 4-Carboxypyridiniumgruppen zu nennen. Ganz besonders bevorzugt als labiles Atom ist ein Halogenatom, insbesondere Cl oder F.

Im Chromophor enthält der Naphthalinkern vorzugsweise zwei Sulfonsäuregruppen, wobei besonders bevorzugt eine dieser Gruppen in der 3-Stellung und die andere in der 5- oder 6-Stellung gebunden steht.

In den Benzolkernen A und B steht jeweils bevorzugt mindestens eine Sulfonsäuregruppe oder deren Salz am jeweiligen Kern.

Außerdem sind die Benzolkerne A und B, wie in der Formel (I) zu sehen, jeweils unabhängig voneinander durch eine wie oben definierte substituierte Triazinylaminogruppe substituiert.

Ferner sind die Kerne A, B und eine an R&sup5; oder R&sup6; stehende Phenyl- oder Naphthylgruppe jeweils unabhängig voneinander gegebenenfalls substituiert durch beispielsweise eine C&sub1;&submin;&sub4;Alkylgruppe wie Methyl, Ethyl, Propyl, Isopropyl oder Butyl, eine C&sub1;&submin;&sub4;Alkoxygruppe wie Methoxy, Ethoxy, Propoxy, Isopropoxy oder Butoxy, eine C&sub2;&submin;&sub4;Alkanoylaminogruppe wie Acetylamino, Propionylamino oder Butyrylamino, eine C&sub1;&submin;&sub4;Alkoxycarbonylgruppe wie Methoxycarbonyl oder Ethoxycarbonyl, eine durch eine oder zwei C&sub1;&submin;&sub4;Alkylgruppen gegebenenfalls substituierte Aminogruppe wie Amino, Methylamine, Ethylamino, Propylamino, Isopropylamino oder Butylamino, eine C&sub1;&submin;&sub4;Alkylsulfonylgruppe wie Methylsulfonyl oder Ethylsulfonyl, Trifluormethyl, Nitro, Cyano, Halogen wie Fluor, Chlor oder Brom, Carbamoyl, N-(C&sub1;&submin;&sub4;Alkyl)- carbamoyl wie N-Methylcarbamoyl oder N-Ethylcarbamoyl, Sulfamoyl, N-(C&sub1;&submin;&sub4;Alkyl)sulfamoyl wie N-Methylsulfamoyl, N-Ethylsulfamoyl, N-Propylsulfamoyl, N-Isopropylsulfamoyl oder N-Butylsulfamoyl, Ureido, Hydroxy, Carboxy, Sulfomethyl oder Sulfo. Besonders bevorzugte Substituenten sind dabei Methyl, Ethyl, Methoxy, Ethoxy, Acetylamino, Chlor, Brom, Ureido, Hydroxy, Carboxy, Sulfomethyl und Sulfo.

Bevorzugt sind insbesondere Farbstoffe entsprechend der Formel (II)

in der R¹, R² und R³ die obengenannte Bedeutung haben.

Zur Herstellung eines Farbstoffs der Formel (I), in der R jeweils für eine Gruppe RA steht, kann man eine Farbbase der Formel (III)

in der SO&sub3;M, m, n und p die obengenannte Bedeutung haben, mit einem Triazin der Formel (IV)

in der Y die obengenannte Bedeutung hat, zu einem Bistriazinylaminofarbstoff der Formel (V)

umsetzen, wobei SO&sub3;M, m, n, p und Y die obengenannte Bedeutung haben, und anschließend den Bistriazinylaminofarbstoff (V) mit einem Carbamoylalkylamin der Formel (VI)

in der R¹, R², R³ und R&sup4; die obengenannte Bedeutung haben, umsetzen.

Als Triazin der Formel (IV) wird insbesondere Cyanurchlorid oder -fluorid bevorzugt.

Besonders bevorzugte Carbamoylalkylamine der Formel (VI) sind Glycinamid, vorzugsweise in deren Salzform, insbesondere als Hydrochlorid, sowie N,N'-Dialkylderivate des Glycinamids und deren Hydrochloridsalze.

Zur Herstellung der Farbbase der Formel (III) kann man zunächst als Kern B ein diazotiertes Amin sauer und anschließend als Kern A wiederum ein diazotiertes Amin neutral oder basisch auf eine Hydroxynaphthylaminverbindung kuppeln.

Alternativ dazu kann man 2 mol des Triazins (IV) mit 2 mol des Carbamoylalkylamins (VI) zu einem primären Kondensationsprodukt und anschließend mit 1 mol der Disazofarbbase (III) kondensieren.

Es ist aber auch möglich, aus 2 mol des Triazins (IV) und 2 mol einer Phenylendiaminverbindung als Quelle der Benzolkerne A und B durch Kondensation ein primäres Kondensationsprodukt zu bilden, wonach man die Carbamoylalkylaminoverbindung (VI) auf die jeweilige Triazinylaminogruppe aufkondensiert und das dadurch entstandene sekundäre Kondensationsprodukt diazotiert und zunächst sauer und dann neutral oder basisch auf die Hydroxynaphthylaminverbindung kuppelt.

Nach einer weiteren möglichen Variante kondensiert man 2 mol des Triazins (IV) mit 2 mol der Phenylendiaminverbindung als Quelle der Kerne A und B zu einem primären Kondensationsprodukt, diazotiert und kuppelt zunächst sauer und dann neutral oder basisch auf 1 mol der Hydroxynaphthylaminverbindung auf und setzt danach das sekundäre Kondensationsprodukt mit 2 mol des Carbamoyialkylamins (VI) um.

Zur Herstellung eines Farbstoffs der Formel (I), in der R jeweils für jeweils voneinander verschiedene RA steht, kann man ein beliebiges der obigen Verfahren dahingehend abändern, daß man statt 2 mol (VI) je 1 mol zweier unterschiedlicher Carbamoyialkylamine einsetzt.

Zur Herstellung eines Farbstoffs der Formel (I), in der R zum einen für RA und zum anderen für RB steht, kann man ein beliebiges der obigen Verfahren dahingehend abändern, daß man statt 2 mol (VI) 1 mol (VI) plus 1 mol (VII)

wobei R&sup5; und R&sup6; die obengenannte Bedeutung haben, einsetzt.

Enthält das Produkt der obigen Reaktionen eine von (VII) abgeleitete Gruppe, so kann die Umsetzung von (VII) vor oder nach der mit (VI) erfolgen oder auch die Umsetzung mit (VI) und (VII) gleichzeitig durchgeführt werden. Zur Vermeidung von Gemischen ist es jedoch bevorzugt, daß (VI) und (VII) unabhängig voneinander mit dem Umsetzungsprodukt aus Triazin (IV) und einer Phenylendiaminverbindung als Quelle der Benzolkerne A und B bzw. zwei Phenylendiaminverbindungen als Quelle des Kerns A bzw. B umgesetzt werden, wobei die beiden Produkte unabhängig voneinander diazotiert und zum einem sauer und zum anderen neutral oder basisch auf die Naphthalinkupplungskomponente gekuppelt werden. So erhält man ein einheitliches Produkt, in dem sich die beiden verschiedenen Substituenten R in (I) deutlich voneinander unterscheiden.

Zur Herstellung eines Farbstoffs (I), in dem es sich bei der labilen Gruppe Y um eine quartäre Ammoniumgruppe handelt, kann man in einem weiteren Reaktionsschritt einen Farbstoff (I), in dem Y für Halogen steht, mit einem freien Amin wie 1,4-Diazabicyclononan (DABCO) oder 3- oder 4-Carboxypyridin oder 3- oder 4-Carbonamidopyridin umsetzen.

Bevorzugte Kupplungskomponenten für die obigen Reaktionen sind 1-Hydroxy-8-aminonaphthalin-3,5-disulfonsäure (H-Säure) und 1-Hydroxy-8-aminonaphthalin- 3,5-disulfonsäure (K-Säure).

Als diazotierbare Verbindungen eignen sich 1,5-Diaminobenzol-2-sulfonsäure, 1,4-Diaminobenzol-2-sulfonsäure, 1,4-Diaminobenzol-2,5-disulfonsäure, 1,4-Diaminobenzol- 2,6-disulfonsäure, 1,3-Diaminobenzol-4,6-disulfonsäure, 1,4-Diamino-2-chlorbenzol-5-sulfonsäure, 1,4-Diamino-2- methylbenzol-5-sulfonsäure, 1,5-Diamino-6-methylbenzol- 3-sulfonsäure, 1,3-Diamino-6-methylbenzol-4- sulfonsäure, 1,4-Diaminobenzol-2-carbonsäure, 1,3- Diaminobenzol-4-carbonsäure, 1,3-Diaminobenzol-5- carbonsäure, 1-Amino-4-methoxy-5-aminomethylbenzol-6- sulfonsäure, 1-Amino-3-nitrobenzol-6-sulfonsäure, 1-Amino-4-nitrobenzol-6-sulfonsäure, 1,3-Diaminobenzol, 1,4-Diaminobenzol, 1,3-Diamino-4-chlorbenzol, 1,3-Diamino-4-methylbenzol, 1,3-Diamino-4-ethylbenzol, 1,3- Diamino-4-methoxybenzol, 1,3-Diamino-4-ethoxybenzol, 1,4-Diamino-2-methylbenzol, 1,4-Diamino-2-methoxybenzol, 1,4-Diamino-2-ethoxybenzol, 1,4-Diamino-2- chlorbenzol, 1,4-Diamino-2,5-dimethylbenzol, 1,4- Diamino-2, 5-diethylbenzol, 1,4-Diamino-2-methyl-5- methoxybenzol, 1,4-Diamino-2,5-methyl-5-methoxybenzol, 1,4-Diamino-2,5-dimethoxybenzol, 1,4-Diamino-2,5- diethoxybenzol, 1,3-Diamino-2,4,6-trimethylbenzol, 1,4-Diamino-2,3,5,6-tetramethylbenzol und 1,3-Diamino- 4-nitrobenzol.

Die Erfindung umfaßt Farbstoffe sowie Verfahren, bei denen Farbstoffe entweder als freie Sulfonsäure oder als Sulfonatsalz, insbesondere deren Salze mit Alkalimetallen wie Kalium, Natrium, Lithium oder Natrium/Lithiummischsalz, eingesetzt werden.

Die Farbstoffe eignen sich zum Färben, Drucken oder Tintenstrahldrucken von beispielsweise Textilmaterialien und Papier, einschließlich gestrichenem Papier.

Das Kolorierungsverfahren wird vorzugsweise bei einem pH-Wert von 7,1 bis 13 und besonders bevorzugt 10 bis 12 durchgeführt. Zur Einstellung von pH-Werten über 7 wird das Kolorierungsverfahren unter Zusatz eines säurebindenden Mittels durchgeführt.

Als Substrat können Textilmaterialien, Leder, Papier, Streichpapier, Haare oder Kunststoffolien zur Anwendung kommen, bevorzugt handelt es sich jedoch dabei um ein natürliches oder künstliches amino- oder hydroxygruppenhaltiges Textilmaterial, so z. B. um Textilmaterialien wie Wolle, Seide, Polyamide und modifizierte Polyacrylnitrilfasern und besonders bevorzugt um Cellulose, wie z. B. um gegebenenfalls mercerisierte Baumwolle und deren Mischungen, z. B. mit Polyester, und die kommerziell unter dem Namen Tencel® erhältliche. Dazu können die Farbstoffe beispielsweise nach dem Ausziehfärbe-, Klotz- oder Druckverfahren bei einem pH-Wert von über 7 auf die Textilmaterialien auf getragen werden. Die Textilmaterialien werden marineblau oder dunkelgrün koloriert und zeigen gute Echtheit gegenüber Licht und Naßbehandlungen wie dem Waschen.

Die neuen Farbstoffe eignen sich insbesondere für das Kolorieren von cellulosehaltigen Textilmaterialien. Dazu werden die Farbstoffe vorzugsweise bei einem pH-Wert von über 7 in Verbindung mit einer Behandlung mit einem säurebindenden Mittel auf das cellulose haltige Textilmaterial auf getragen.

Zu bevorzugten säurebindenden Mitteln zählen Alkalimetallcarbonate, -hydrogencarbonate, -hydroxide, -metasilicate und deren Mischungen, wie z. B. Natriumhydrogencarbonat, Natriumcarbonat, Natriummetasilicat, Natriumhydroxid und die entsprechenden Kaliumsalze. Die Farbstoffe zeigen ein gutes Farbaufbauvermögen und eine hohe Fixierausbeute.

Zumindest bei cellulosehaltigen Materialien kann das Färben auch bei einer gegenüber herkömmlichen Ausziehfarbstoffen etwas höheren Temperatur von etwa 90ºC erfolgen. Dadurch erhält man eine besonders verbesserte Migration.

Die neuen Farbstoffe können auf amingruppenhaltige Textilmaterialien, wie Textilmaterialien aus Wolle und Polyamid, aus einem neutralen bis schwach alkalischen Färbebad auf getragen werden. Das Färbeverfahren kann bei einem konstanten oder im wesentlichen konstanten pH-Wert erfolgen, insofern als der pH-Wert des Färbebads während des Färbeverfahrens konstant oder im wesentlichen konstant bleibt, wobei es allerdings auch möglich ist, gewünschtenfalls den pH-Wert des Färbebads zu jedem Zeitpunkt des Färbeverfahrens zu ändern.

Die Farbstoffe können in flüssiger oder fester Form vorliegen, so z. B. als Granulat oder Pulver.

Es hat sich überraschenderweise gezeigt, daß derartige Farbstoffe ein gutes Farbaufbauvermögen bei 80ºC, 90ºC und 100ºC aufweisen, gute Echtheitseigenschaften ergeben und mit verwandten Farbstoffen, insbesondere bestimmten ausgewählten rot- und gelbfärbenden Farbstoffen, sehr gut kombinierbar sind.

Mit solchen Farbstoffen erhält man zusätzlich die folgenden vorteilhaften Eigenschaften:

a) sehr farbstarke Färbung,

b) geringe Anfälligkeit gegenüber Änderungen der Färbebedingungen, insbesondere der Temperatur,

c) gute Auswaschbarkeit,

d) gute Fixierausbeute und

e) gute Wasserlöslichkeit.

In den folgenden Beispielen wird die Erfindung näher erläutert.

Beispiel 1

Eine Farbbase (20) (MI 930,1; 14,0 g; 15 mmol) wurde in 100 ml Wasser kalt gelöst. Getrennt wurde Cyanurchlorid (21) (Fluka 6,1 g, 0,033 mol) in 60 ml Aceton gelöst und mit 3 Tropfen Calsolen-Öl auf 150 g Eis gegeben, wobei sich eine feine, weiße Suspension bildete. Die oben hergestellte Lösung der Farbbase wurde hinzugetropft, wobei die Temperatur auf unter 0ºC und der pH-Wert durch Hinzutropfen von 2n Na&sub2;CO&sub3; auf 6-6,5 gehalten wurde. Nach Beendigung der Zugabe wurde die Temperatur unter Rühren auf unter 0ºC und der pH- Wert bei 6-6,5 gehalten. Anschließend wurde nach einstündigem Weiterrühren bei 0-5ºC das nicht umgesetzte Cyanurchlorid abgesiebt und so ein Bisdichlortriazinylaminofarbstoff (22) erhalten. Das so erhaltene Gemisch wurde bei Raumtemperatur gerührt und tropfenweise mit einer Lösung von Glycinamid- Hydrochlorid (23) (von Aldrich, 3,7 g, 0,033 mol) in 20 ml Wasser versetzt und zwei Stunden lang bei 30-35ºC und pH 7,0 nachgerührt. Nachdem eine dünnschichtchromatographische Probe trotz des nicht weiter fallenden pH-Werts eine unvollständige Umsetzung anzeigte, wurde weiter mit 1,0 g (8,86 mmol) Glycinamid-Hydrochlorid versetzt und eine Stunde lang bei 30ºC, pH 6,8-7 und danach bei Raumtemperatur und pH 7-7,5 nachgerührt. Da das Endprodukt nicht vollständig gelöst war, wurde das Gemisch mit bis zu 1000 ml Wasser verdünnt und bis zur Auflösung bei pH 6,5-7,0 und 35-40ºC gerührt. Nach dünnschichtchromatographischer Bestätigung der vollständigen Umsetzung wurde der Reaktionsfarbstoff durch Zusatz einer 5%igen (w/v) wäßrigen Kaliumchloridlösung abgeschieden. Das Gemisch wurde zwei Stunden lang gerührt, abfiltriert und bei 40ºC in einem mit einem Gebläse versehenen Ofen getrocknet. Ausbeute 15,7 g marineblauer Reaktionsfarbstoff (1) (λMAX = 608 nm; εMAX = 49700; λ1/2 = 108 nm).

Die obige Reaktion läßt sich wie folgt darstellen:

Beispiele 2-11

Analog Beispiel 1 wurde mit verschiedenen Glycinamidderivaten verfahren, wobei die in der nachstehenden Tabelle zusammengefaßten Produkte erhalten wurden, in denen R¹, R² und R³ die in der Formel (II) gezeigten Substituenten darstellen.

* besonders bevorzugt

Dabei bedeuten Me = Methyl, Et = Ethyl und i-Pr = Isopropyl.

Beispiel 12

Es wurde analog Beispiel 1 verfahren, außer daß statt der Farbbase (20) die Farbbase (24):

eingesetzt wurde.

Erhalten wurde ein marineblauer Farbstoff (12) (λmax = 616 nm; ε = 53800; λ1/2 = 114 nm):

Beispiel 13

Es wurde analog Beispiel 12 verfahren, außer daß statt dem Glycinamid-Hydrochlorid (23) N-Ethylglycinamid- Hydrochlorid eingesetzt wurde. Erhalten wurde ein marineblauer Farbstoff (13) (λmax = 612 nm; ε = 45000; λ1/2 = 119 nm):

Beispiel 14

Die in den Beispielen 1-13 hergestellten Farbstoffe wurde im Ausziehfärbeverfahren bei einem Flottenverhältnis von 1 : 10 bei 80ºC, 90ºC und 100ºC unter Zusatz von Salz und Soda calciniert auf Baumwolle aufgefärbt. Dabei zeigten die Farbstoffe jeweils ein gutes Farbaufbauvermögen und gute Echtheitseigenschaften.


Anspruch[de]

1. Farbstoff der Formel (I)

in der R jeweils unabhängig voneinander für RA oder RB steht, wobei RA für eine Gruppe

steht, in der R¹, R², R³ und R&sup4; jeweils unabhängig voneinander für ein Wasserstoffatom oder eine C&sub1;&submin;&sub4;Alkylgruppe stehen, RB für eine Gruppe

steht, in der

R&sup5; für ein Wasserstoffatom oder eine gegebenenfalls substituierte C&sub1;&submin;&sub4;Alkylgruppe oder für eine gegebenenfalls substituierte Phenyl- oder Naphthylgruppe steht,

R&sup6; für ein Wasserstoffatom oder für eine gegebenenfalls substituierte C&sub1;&submin;&sub4;Alkylgruppe oder für eine gegebenenfalls substituierte Phenyl- oder Naphthylgruppe steht oder eine Gruppe NR&sup5;R&sup7; bedeutet, wobei R&sup5; die obengenannte Bedeutung hat, und

R&sup7; für ein Wasserstoffatom oder für eine gegebenenfalls substituierte C&sub1;&submin;&sub4;Alkylgruppe oder für eine Gruppe der Formel:

COR&sup5; oder CO&sub2;R&sup5;

steht, wobei R&sup5; die oben angegebene Bedeutung hat, oder

R&sup5; und R&sup5; zusammen mit dem sie verbindenden Stickstoffatom einen Ring bilden,

mindestens ein R für eine Gruppe RA steht,

wobei im Falle von allen R gleich RA die RA alle einander gleich oder voneinander verschieden sein können,

Y jeweils unabhängig voneinander für ein labiles Atom oder eine labile Gruppe steht,

m, n und p jeweils unabhängig voneinander Null, 1 oder 2 bedeuten,

SO&sub3;M eine Sulfonsäuregruppe oder deren Salz darstellt und die Ringe A und B jeweils unabhängig voneinander gegebenenfalls weiter substituiert sind.

2. Farbstoff nach Anspruch 1, bei dem R jeweils für eine Gruppe RA steht.

3. Farbstoff nach Anspruch 1 oder 2, bei dem RA jeweils für eine Gruppe der Formel

-N(R¹)CH(R²)CONH(R³)

steht, wobei R¹, R² und R³ jeweils die in Anspruch 1 genannte Bedeutung haben.

4. Farbstoff nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem Y jeweils für Fluor oder für Chlor steht.

5. Farbstoff nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem p 2 bedeutet und die eine Gruppe SO&sub3;M in 3-Stellung und die andere in 5- oder 6-Stellung steht.

6. Farbstoff nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem m und n jeweils 1 bedeuten.

7. Farbstoff der Formel (II)

in der R¹, R² und R³ jeweils die in Anspruch 1 genannte Bedeutung haben.

8. Farbstoff nach Anspruch 7, bei dem R¹, R² und R³ jeweils die folgende Bedeutung haben:

wobei Me Methyl, Et Ethyl und i-Pr Isopropyl bedeutet.

9. Verfahren zur Herstellung eines Farbstoffs der Formel (I) gemäß Anspruch 1, bei dem man eine Farbbase der Formel (III)

in der SO&sub3;M, m, n und p die in Anspruch 1 genannte Bedeutung haben, mit einem Triazin der Formel (IV)

in der Y die in Anspruch 1 genannte Bedeutung hat, zu einem Bistriazinylaminofarbstoff der Formel (V)

umsetzt, wobei SO&sub3;M, m, n, p und Y die in Anspruch 1 genannte Bedeutung haben, und den Bistriazinylaminofarbstoff (V) mit einem Carbamoyialkylamin der Formel (VI)

in der R¹, R², R³ und R&sup4; die in Anspruch 1 genannte Bedeutung haben, umsetzt.

10. Verfahren zum Färben eines Substrats, bei dem man auf das Substrat einen Farbstoff gemäß einem der Ansprüche 1 bis 8 aufträgt.

11. Verfahren nach Anspruch 10, bei dem man den Farbstoff nach dem Ausziehfärbe-, Klotz- oder Druckverfahren auf das Substrat aufträgt.

12. Verfahren nach Anspruch 11, bei dem man den Farbstoff bei einem pH-Wert von über 7 auf ein cellulosehaltiges Material aufträgt.







IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com