PatentDe  


Dokumentenidentifikation EP1079350 23.10.2003
EP-Veröffentlichungsnummer 1079350
Titel Einrichtung zur Raumüberwachung
Anmelder Siemens Building Technologies AG, Zürich, CH
Erfinder Mahler, Dr., Hansjürg, 8634 Hombrechtikon, CH;
Rechsteiner, Dr., Martin, 8708 Männedorf, CH
Vertreter derzeit kein Vertreter bestellt
DE-Aktenzeichen 59907024
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE
Sprache des Dokument DE
EP-Anmeldetag 17.07.1999
EP-Aktenzeichen 991139478
EP-Offenlegungsdatum 28.02.2001
EP date of grant 17.09.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.10.2003
IPC-Hauptklasse G08B 13/194
IPC-Nebenklasse G08B 29/04   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Raumüberwachung, mit mindestens einem Bildsensor und mindestens einem Präsenz- oder Bewegungssensor und mit einer Steuerungs- und Auswerteelektronik, an welche die genannten Sensoren angeschlossen sind.

Für solche auch als Intrusionsmelder bezeichnete Einrichtungen ist es sehr wichtig, dass sie Sabotageversuche erkennen können, wobei die Sabotage den ganzen Melder oder nur einen der beiden Sensoren oder Sensortypen betreffen kann. Bei Bewegungssensoren, als die heute fast ausschliesslich Passiv-Infrarotsensoren, Ultraschall- oder Mikrowellensensoren oder aus diesen beiden Sensortypen zusammengesetzte Dualsensoren verwendet werden, sind solche als Antimaskeinrichtungen bezeichnete Einrichtungen zur Sabotageüberwachung allgemein bekannt. Es sei in diesem Zusammenhang auf die EP-A-0 186 226, die EP-A-0 499 177, die EP-A-0 556 898 und die europäische Patentanmeldung Nr. 99110848.1 der Anmelderin der vorliegenden Patentanmeldung verwiesen.

Die bekannten Antimaskeinrichtungen von Passiv-Infrarotsensoren weisen einen Infrarotsender und einen Infrarotempfänger auf und dienen zur Erkennung der beiden Abdeckungsarten des Melders, das sind die Abdeckung des Melders in einer bestimmten, unter Umständen nur geringen, Distanz vom Melderfenster, und die unmittelbare Abdeckung des Melderfensters durch beispielsweise Abdecken mit einer Folie oder Besprühen mit einem infrarotundurchlässigen Spray, wie beispielsweise Farbspray. Die erste Abdeckungsart wird nachfolgend als Fernabdeckung und die zweite wird als Sprayabdeckung bezeichnet, wobei mit Fernabdeckung eine Abdeckung im Abstand von wenigen Millimtern bis zu maximal etwa 15 cm vom Melderfenster gemeint ist.

Vorgänge oder optische Änderungen unmittelbar vor dem Melder, wie die Fernabdeckung, bewirken in den meisten Fällen eine Reflexion der vom Infrarotsender der Antimaskeinrichtung ausgesandten Strahlung auf den Infrarotempfänger, was sich durch eine Änderung der vom Infrarotempfänger empfangenen Strahlung äussert. Zur Erkennung von Änderungen der optischen Eigenschaften des Melderfensters, wird dieses mit Infrarotstrahlung beaufschlagt und es wird die das Melderfenster durchsetzende oder die von diesem reflektierte Strahlung gemessen. Zur Auswertung der Signale der Antimaskeinrichtung werden die Signale des Infrarotempfängers mit Schwell- oder Referenz- oder allgemein Spannungswerten verglichen, die über- oder unterschritten und über einen gewissen Zeitraum gehalten werden müssen.

Bei Ultraschall- oder Mikrowellensensoren erfolgt die Sabotageüberwachung dadurch, dass der Ultraschall- oder Mikrowellensender durch kurzes Ein-/Ausschalten oder Aus-/Einschalten einen kurzen Puls aussendet, wodurch ein breites Frequenzspektrum entsteht, welches dann in einem bestimmten Frequenzbereich bezüglich Amplitude und zeitlichem Verlauf ausgewertet wird. Dabei werden die genannten Parameter auf für Veränderungen im Raum vor dem Melder typische Abweichungen von Mittelwerten oder früheren Messergebnmissen untersucht, insbesondere auf solche Abweichungen, die für die Anbringung einer Abschirmung oder Abdeckung vor dem Melder charakteristisch sind.

Bildsensoren oder Videomelder sind hingegen gegen Sabotage nicht geschützt, obwohl selbstverständlich auch bei diesen Sensoren die Gefahr von Sabotage besteht. Durch die Erfindung soll nun eine Einrichtung der eingangs genannten Art angegeben werden, deren mindestens eine Bildsensor gegen Sabotage geschützt ist.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass Mittel zur Erkennung von Sabotage des mindestens einen Bildsensors vorgesehen, und dass diese Mittel zur Speicherung und Überprüfung stabiler Merkmale des vom Bildsensor aufgenommenen Bildes ausgebildet sind.

Eine erste bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemässen Einrichtung ist dadurch gekennzeichnet, dass die Überprüfung der stabilen Merkmale dadurch erfolgt, dass das Bild des überwachten Raumes auf stabile Merkmale untersucht wird, und die dabei gefundenen stabilen Merkmale mit Methoden der Bildverarbeitung mit den gespeicherten verglichen werden.

Eine zweite bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemässen Einrichtung ist dadurch gekennzeichnet, dass Mittel zur Messung der Helligkeit im überwachten Raum vorgesehen sind, und dass eine Alarmauslösung erfolgt, wenn bei ausreichender Helligkeit eine Differenz zwischen den gespeicherten und den gefundenen stabilen Merkmalen besteht.

Die erfindungsgemässe Speicherung und Überprüfung stabiler Merkmale ermöglicht die Erkennung von teilweiser Abdeckung des Melders oder der Vortäuschung von falschen Szenen durch ein vor den Bildsensor gehaltenes Foto oder durch Änderung des Blickfeldes des Melders. Die stabilen Merkmale werden sofort nach Installation der Einrichtung gespeichert; während des Betriebs erfolgt dann eine periodische Untersuchung des jeweiligen Bildes nach stabilen Merkmalen und ein Vergleich der gefundenen mit den gespeicherten stabilen Merkmalen.

Eine dritte bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemässen Einrichtung ist dadurch gekennzeichnet, dass die stabilen Merkmale durch für den zu überwachenden Raum und/oder dessen Ausstattung charakteristische Kanten und/oder Kurven gebildet sind.

Eine weitere bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemässen Einrichtung ist dadurch gekennzeichnet, dass die Speicherung und Überprüfung einer Mehrzahl von stabilen Merkmalen erfolgt, und dass eine Alarmauslösung dann erfolgt, wenn die Anzahl der mit den gespeicherten stabilen Merkmalen übereinstimmenden gefundenen stabilen Merkmale einen Schwellwert unterschreitet.

Solange dieser Schwellwert nicht unterschritten und eine Mindestanzahl von bereits gespeicherten stabilen Merkmalen gefunden wird, werden neu gefundene stabile Merkmale zu den gespeicherten dazugenommen. Auf diese Weise ist es möglich, das Raummodell bei Veränderungen, wie z.B. Umstellen von Möbeln und dergleichen, dauernd zu aktualisieren.

Die Überprüfung der stabilen Merkmale wird vorzugsweise dann durchgeführt, wenn der Melder nicht scharf geschaltet ist, oder wenn im überwachten Raum keine Aktivitäten vorhanden sind, weil in dieser Zeit der Prozessor nicht ausgelastet ist. Die Entscheidung, ob im überwachten Raum Aktivitäten stattfinden oder nicht, erfolgt vorzugsweise anhand des Signals des Präsenz- oder Bewegungssensors.

Die erfindungsgemässe Einrichtung mit mindestens einem Bildsensor und mindestens einem Präsenz- oder Bewegungssensor weist sowohl gegenüber bekannten Dual-Meldern als auch gegenüber reinen Bildsensoren wesentliche Vorteile auf. Verglichen mit den Dual-Meldern, bei denen keine oder nur eine sehr grobe räumliche Auflösung möglich ist, so dass eine Unterscheidung zwischen Mensch und Tier oftmals nicht erfolgen kann, ist der erfindungsgemässe Melder wesentlich robuster. Ausserdem bietet der Bildsensor die Möglichkeit der Klassifizierung der Objekte anhand ihrer Geometrie und Bewegung und damit der intelligenten Überwachung sowie der Verifikation und der Speicherung von Ereignissen und der späteren Abrufbarkeit von diesen.

Gegenüber einem reinen Bildsensor hat der erfindungsgemässe Melder den Vorteil, dass er auch bei schlechten Beleuchtungsverhältnissen immer noch die Leistung eines Präsenz- oder Bewegungsdetektors erbringt und damit voll funktionsfähig ist. Zudem kann der Präsenz- oder Bewegungsdetektor die Bildverarbeitungsalgorithmen bei der Interpretation schwieriger Situationen unterstützen.

Im folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels und der einzigen Zeichnung näher erläutert, wobei die Zeichnung ein Blockschema eines erfindungsgemässen Einrichtung zur Raumüberwachung zeigt.

Die in Fig. 1 dargestellte Einrichtung zur Raumüberwachung besteht im wesentlichen aus einem nachfolgend als Melder bezeichneten Mehrkriterienbewegungsmelder 1 und aus einer nachfolgend als Elektronik bezeichneten Steuerungs- und Auswerteelektronik 2 mit einer Steuerstufe 3 und einer Verarbeitungsstufe 4 zur lokalen Auswertung der Signale des Melders 1. Selbstverständlich gibt diese Darstellung nur die einzelnen Funktionsblöcke und nicht den konkreten apparativen Aufbau der Einrichtung wieder. So werden beispielsweise in der Regel bestimmte Teile der Elektronik im Melder 1 vorhanden sein. Letzteres gilt insbesondere dann, wenn im Melder 1 eine Aufbereitung oder Vorauswertung der Meldersignale erfolgt.

Der Melder 1 besteht aus mindestens einem Bildsensor 5 und mindestens einem nachfolgend als P/B Sensor bezeichneten Präsenz- oder Bewegungssensor 6. Ausserdem weist der Melder Mittel 7 zur Messung der Helligkeit im überwachten Raum auf, welche vorzugsweise Bestandteil des Bildsensors 5 bilden. Sowohl dem Bildsensor 5 als auch dem P/B Sensor 6 ist je eine Vorverarbeitungsstufe 8 bzw. 9 nachgeschaltet, die aber auch im Melder 1 oder gegebenenfalls in der Verarbeitungsstufe 4 enthalten sein kann. Von den Vorverarbeitungsstufen 8 und 9 gelangen die Signale in die Verarbeitungsstufe 4, welcher auch das Helligkeitssignal der Mittel 7 zur Helligkeitsmessung zugeführt ist.

Die Verarbeitungsstufe 4 ist autonom und ermöglicht lokale Entscheidungen und/oder die Anzeige der vom Bildsensor 5 aufgenommenen Bilder; vorzugsweise ist sie auch zur Übertragung der Bilder an eine räumlich entfernte Zentrale 10 ausgerüstet, wo dann beispielsweise eine zusätzliche Verifikation erfolgen kann.

Der P/B Sensor 6 ist ein Bewegungs- oder Präsenzmelder nach einem der bekannten Detektionsprinzipien Passiv-Infrarot, Aktiv-Infrarot, Mikrowellen, Ultraschall oder einer beliebigen Kombination davon. Der Bildsensor 5 ist im Bereich des sichtbaren Lichts, im nahen Infrarot oder im langwelligen Infrarot (Wärmestrahlung) empfindlich; er kann auf einem üblichen bildgebenden Verfahren (CCD [CCD: charge-coupled device], CID [CID: charge injection device] oder CMOS [CMOS: complementary metal oxide semiconductor = komplementäre Metall-Oxid-Halbleiter-Struktur]) basieren.

Vorzugsweise wird ein spezieller CMOS-Bildsensor, ein sogenannter APS [APS: Aktiv Pixel Sensor] verwendet, der sich durch einen sehr geringen Stromverbrauch und durch die Möglichkeit des Zugriffs auf einzelne Pixel auszeichnet. Ausserdem können in einem solchen APS zusätzliche applikationsspezifische analoge oder digitale Funktionen, zum Beispiel einfache Bildverarbeitungsalgorithmen wie Filter oder Belichtungssteuerung, einfach integriert werden. Bezüglich APS wird auf die Artikel "A 128 x- 128 CMOS Active Pixel Image Sensor for Highly Integrated Imaging Systems" von Sunetra K. Mendis, Sabrina E. Kennedy und Eric R. Fossum, IEDM 93-538 und "128X128 CMOS Photodiode-Type Active Pixel Sensor With On-Chip Timing, Control and Signal Chain Electronics" von R. H. Nixon, S. E. Kemeny, C. O. Staller und E. R. Fossum in SPIE Vol. 2415 /117, verwiesen.

Der Bildsensor 5 ist auf den zu überwachenden Raum gerichtet, erfasst diesen bildtechnisch, digitalisiert das Bild und legt es als Referenzbild in einem Speicher ab. Wenn der den Bildsensor 5 bildende APS beispielsweise aus 128 mal 128 Pixeln besteht, dann würde bei Verwendung einer Weitwinkeloptik im Abstand von 15 m vor dem Bildsensor 5 einem Pixel eine Fläche von ungefähr 12 mal 12 cm entsprechen. Eine solche Rasterung ist geeignet, menschliche und tierische Gestalten relativ zuverlässig voneinander zu unterscheiden.

Die Möglichkeit der Erkennung eines Menschen im Abstand von 15 m ist sehr vorteilhaft, und die Fläche des überwachten Raums in diesem Erkennungsabstand von etwa 15 mal 15 m ist durchaus realistisch. Im aktiven Zustand der Einrichtung macht dann der Bildsensor 5 in Abständen von Sekundenbruchteilen jeweils ein Bild des überwachten Raums, speichert diese Bilder für eine bestimmte Zeit und vergleicht sie mit dem Referenzbild und/oder untereinander. Die Speicherung der Bilder ist vorzugsweise so gesteuert, dass die Bilder, die einem vom Melder 1 festgestellten Ereignis unmittelbar vorausgehen und/oder diesem unmittelbar folgen, bis auf weiteres gespeichert und dass die restlichen Bilder nach Ablauf der genannten Zeit automatisch gelöscht werden.

Um auch bei schlechten Beleuchtungsverhältnissen noch ein brauchbares Bild machen zu können, ist der Bildsensor 5 auf grosse Lichtempfindlichkeit und einen grossen Dynamikbereich (ausreichende Erkennbarkeit von Einzelheiten bei starkem Hell/ Dunkel-Kontrast) optimiert. Die auf dem APS-Chip integrierten Funktionen erlauben es, einen automatischen elektronischen Verschluss mit einer Dynamik von 1:1000 mitzuintegrieren.

Der P/B Sensor 6 dient im wesentlichen dazu, die potentiellen Schwächen des Bildsensors 5 auszugleichen. Dazu gehört insbesondere, dass der Bildsensor 5 unterhalb einer kritischen Beleuchtung keine Bildinformation liefert, und dass auch eine starke Änderung der Bildinformation gegenüber dem Referenzbild oftmals nicht von einem Eindringling verursacht ist. Man denke in diesem Zusammenhang beispielsweise an abrupte Beleuchtungsänderungen, die durch Ein/Ausschalten der Strassenbeleuchtung, vorbeifahrende Fahrzeuge mit aufgeblendeten Scheinwerfern, Gewitter oder dergleichen verursacht sein können. In diesen und ähnlichen Fällen wird durch Mitberücksichtigung des Signals des P/B Sensors 6 die Robustheit des Melders 1 ganz wesentlich erhöht. Diese Mitberücksichtigung wird durch eine kombinierte Auswertung der Signale des Bildsensors 5 und des P/B Sensors 6 in der Verarbeitungsstufe 4 realisiert.

Es hat sich gezeigt, dass es vorteilhaft ist, die Signale des Bildsensors 5 und des P/B Sensors 6 vor der kombinierten Auswertung einer getrennten Vorauswertung zu unterziehen, welche in den Vorverarbeitungsstufen 8 bzw. 9 erfolgt. Wie schon erwähnt wurde, können die Vorverarbeitungsstufen 8 und 9 in den jeweiligen Sensor 5 bzw. 6 oder in die Verarbeitungsstufe 4 integriert sein. Bei der Vorauswertung werden die Signale des P/B Sensors 6 in ein zur kombinierten Auswertung mit dem Signal des Bildsensors 5 geeignetes Format umgewandelt und nach ihrer Stärke klassiert. Falls der Melder 1 einen Distanzmesser (nicht dargestellt) enthält, dann wird dieser bei Vorhandensein eines Signals des P/B Sensors 6 von entsprechender Stärke von der Verarbeitungsstufe 4 über die Steuerstufe 3 aktiviert und liefert an die Verarbeitungsstufe eine Information über die Entfernung des soeben detektierten Ereignisses oder Objekts vom Melder 1. Mit Hilfe dieser Distanzinformation können aus dem Signal des Bildsensors 5 eindeutige Schlüsse auf die Grösse eines detektierten Objekts und damit auf dessen Natur, wie beispielsweise Mensch oder Tier, gezogen werden.

Beim Bildsensor 5 ist die Vorauswertung als Hardware und/oder in Form eines Prozessorkerns auf dem APS-Chip integriert. Bei der Vorauswertung der Signale werden die Anzahl der gegenüber dem Referenzbild geänderten Pixel, ihre Häufung (clustering) und Merkmale der Pi-xelhäufung bestimmt. Dabei wird das Referenzbild ständig nachgeführt, wobei festgestellte Änderungen erst nach Überprüfung ihrer Stabilität in das Referenzbild übernommen werden. Die Referenzbildnachführung kann dabei durch Einbezug der Signale des P/B Sensors 6 stabiler ausgeführt werden.

Am Eingang der Verarbeitungsstufe 4 liegt also ein nach Stärke klassiertes Signal des P/B Sensors 6, ein Bildsignal des Bildsensors 5 mit Informationen über die Anzahl der geänderten Pixel und über die Merkmale der Pixelhäufungen und gegebenenfalls ein Signal des Distanzmessers, das die Entfernung des das Signal des P/B Detektors 6 auslösenden Ereignisses angibt. Ausserdem erhält die Verarbeitungsstufe 4 von den Mitteln 6 zur Beleuchtungsmessung laufend Angaben über die mittlere Beleuchtung im überwachten Raum und gewichtet bei der kombinierten Auswertung der Signale die Signale des beleuchtungsunabhängigen P/B Sensors 6 umso mehr je schwächer die Beleuchtung ist.

Die kombinierte Auswertung der Signale ergibt am Ausgang der Verarbeitungsstufe 4 eine Entscheidung Alarm oder Nicht-Alarm, wobei diese Entscheidung im wesentlichen den Bildinhalt, die Gesamtbeleuchtung, die Information vom P/B Sensor 6 und die Änderung und/oder Vorgeschichte dieser nachfolgend als globale Kriterien bezeichneten Parameter berücksichtigt. Dabei sind Plausibilitätsverknüpfungen sehr hilfreich: Wenn sich beispielsweise Beleuchtung und Bildinhalt rasch und stark ändern, das Signal des P/B Sensors 6 aber schwach ist, dann wird kein Alarm gegeben, sondern es wird die Stabilität des neuen Bildes geprüft und in diesem nach Bewegungen gesucht. Wenn der P/B Sensor 6 keine Bewegung meldet und nur eine Beleuchtungs- und/oder Bildänderung stattgefunden hat, dann wurde ziemlich sicher eine Beleuchtung ein- oder ausgeschaltet, so dass kein Alarmfall vorliegt.

Die dargestellte Einrichtung zur Raumüberwachung entspricht weitgehend dem in der europäischen Patentanmeldung Nr. 99103260.8 der Anmelderin der vorliegenden Patentanmeldung beschriebenen Zwei- oder Mehrkriterienmelder mit einem Bildsensor. Aus diesem Grund wird hier die Signalverarbeitung nicht näher beschrieben, sondern es wird auf die genannte europäische Patentanmeldung verwiesen.

Wie schon in der Beschreibungseinleitung ausgeführt wurde, ist der Melder 1 mit einer Einrichtung zur Sabotageüberwachung ausgerüstet, und zwar für Sabotage sowohl des P/B Sensors 6 als auch des Bildsensors 5. Die Einrichtung zur Überwachung von Sabotage des P/B Sensors ist eine Antimaskeinrichtung der bekannten Art, deren konkrete Ausbildung sich nach dem im P/B Sensor 6 realisierten Detektionsprinzip richtet. Für eine ausführliche Beschreibung bekannter Antimaskeinrichtungen wird auf die in der Beschreibungseinleitung zitierten Patentanmeldungen verwiesen. Nachfolgend soll nun die Einrichtung zur Überwachung von Sabotage des Bildsensors 5 beschrieben werden.

Es wurde schon erwähnt, dass der Bildsensor 5 einen Speicher enthält, in dem das digitalisierte Bild des überwachten Raums als Referenzbild abgelegt ist. Dieser Speicher ist vorzugsweise auf dem APS-Chip integriert. Zur Sabotageüberwachung erfolgt nun zusätzlich eine Abspeicherung von stabilen Merkmalen im Referenzbild, eine periodische Untersuchung des vom Bildsensor 5 aufgenommenen Bildes nach stabilen Merkmalen und eine Überprüfung der gefundenen stabilen Merkmale anhand einer Überprüfung mit den gespeicherten. Unter stabilen Merkmalen sind solche Merkmale des Bildes zu verstehen, die sich mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit nicht ändern, also insbesondere Begrenzungslinien und Kanten des Raumes und von Türen und Fenstern, gerade Kanten und allgemein Kurven grösserer Möbelstücke, und dergleichen.

Es wird eine Anzahl solcher stabiler Merkmale nach bekannten Methoden der Bildverarbeitung digitalisiert und im Speicher abgelegt. Dabei werden die Merkmale als symbolische/geometrische Daten in eine Liste geschrieben. So kann beispielsweise eine gerade Kante durch ihren Anfangs- und Endpunkt oder ein Kreissegment durch seinen Anfangs- und Endpunkt und zusätzlich den Radius oder das Kreiszentrum definiert werden.

In periodischen Abständen, vorzugsweise dann, wenn im überwachten Raum keine Aktivität vorhanden ist oder auch im unscharfen Zustand des Melders, wird das aufgenommene Bild nach stabilen Merkmalen untersucht und die dabei gefundenen stabilen Merkmale werden mit den gespeicherten verglichen. Zur Überprüfung kann beispielsweise die Distanz zwischen der Referenzkante und einer neu gefundenen Kante bestimmt werden. Wenn diese Distanz einen vorher definierten Wert nicht überschreitet, dann werden die Kanten als übereinstimmend bewertet.

Das Vorhanden- oder Nichtvorhandensein von Aktivität im überwachten Raum wird mit dem P/B Sensor festgestellt. Wenn bei ausreichender Helligkeit (Signal der Mittel 7 zur Helligkeitsmessung) keine stabilen Merkmale gefunden werden oder die gefundenen stabilen Merkmale nicht mit den gespeicherten übereinstimmen, wird Sabotagealarm ausgelöst. Ersteres ist ein Anzeichen dafür, dass der Bildsensor 5 oder der Melder 1 unvollständig abgedeckt wurde (beispielsweise mit einem Tuch oder dergleichen), letzteres kann darauf hindeuten, dass dem Bildsensor 5, beispielsweise durch Anbringen eines Fotos vor dem Objektiv, eine falsche Szene vorgetäuscht wird.

Man kann bei der Überprüfung der stabilen Merkmale auch so verfahren, dass man eine grössere Zahl von beispielsweise zehn stabilen Merkmalen speichert und für die Anzahl der notwendigen Übereinstimmungen zwischen gespeicherten und gefundenen stabilen Merkmalen einen Schwellwert festlegt. Wenn bei ausreichender Helligkeit dieser Schwellwert unterschritten wird, wird Sabotagealarm ausgelöst, und wenn die dem Schwellwert entsprechende Mindestanzahl von Übereinstimmungen vorhanden ist, werden neu gefundene stabile Merkmale in die Menge der gespeicherten stabilen Merkmale aufgenommen. So wird es möglich, das Raummodell bei Veränderungen wie z.B. beim Umstellen von Möbeln dauernd zu aktualisieren.

Mit einer Einrichtung der beschriebenen Art können folgende Sabotagearten detektiert werden:

  • Teilweises Abdecken des Bildsensors,
  • Vortäuschung einer falschen Szene z.B. durch ein Foto,
  • Verdrehen des Melders in seiner Halterung (Veränderung des Blickfelds des Melders),
  • Abreissen des Melders von der Wand.


Anspruch[de]
  1. Einrichtung zur Raumüberwachung, mit mindestens einem Bildsensor (5) und mindestens einem Präsenz- oder Bewegungssensor (6) und mit einer Steuerungs- und Auswerteelektronik (2), an welche die genannten Sensoren (5, 6) angeschlossen sind, dadurch gekennzeichnet, dass Mittel zur Erkennung von Sabotage des mindestens einen Bildsensors (5) vorgesehen, und dass diese Mittel zur Speicherung und Überprüfung stabiler Merkmale des vom Bildsensor (5) aufgenommenen Bildes ausgebildet sind.
  2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Überprüfung der stabilen Merkmale dadurch erfolgt, dass das Bild des überwachten Raumes auf stabile Merkmale untersucht wird, und die dabei gefundenen stabilen Merkmale mit Methoden der Bildverarbeitung mit den gespeicherten verglichen werden.
  3. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass Mittel (7) zur Messung der Helligkeit im überwachten Raum vorgesehen sind, und dass eine Alarmauslösung erfolgt, wenn bei ausreichender Helligkeit eine Differenz zwischen den gespeicherten und den gefundenen stabilen Merkmalen besteht.
  4. Einrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die genannten Mittel (7) zur Helligkeitsmessung in den Bildsensor (5) integriert sind
  5. Einrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Auslösung eines Sabotagealarms erfolgt, wenn keine stabilen Merkmale gefunden werden.
  6. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die stabilen Merkmale durch für den zu überwachenden Raum und/oder dessen Ausstattung charakteristische Kanten und/oder Kurven gebildet sind.
  7. Einrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Speicherung und Überprüfung einer Mehrzahl von stabilen Merkmalen erfolgt, und dass eine Alarmauslösung dann erfolgt, wenn die Anzahl der mit den gespeicherten stabilen Merkmalen übereinstimmenden gefundenen stabilen Merkmale einen Schwellwert unterschreitet.
  8. Einrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass bei Nichtunterschreiten des genannten Schwellwerts und Auffinden neuer stabiler Merkmale eine zusätzliche Speicherung und Hinzunahme der letzteren zu den bereits gespeicherten stabilen Merkmalen erfolgt.
  9. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Überprüfung der stabilen Merkmale dann erfolgt, wenn im überwachten Raum keine Aktivitäten vorhanden sind.
  10. Einrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Entscheidung über das Vorhandensein von Aktivitäten im überwachten Raum anhand des Signals des Präsenz- oder Bewegungssensors (6) erfolgt.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com