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Dokumentenidentifikation DE10218347A1 06.11.2003
Titel Verfahren und Vorrichtung zum mechanischen Schutz von Gegenständen
Anmelder Nordson Corp., Westlake, Ohio, US
Erfinder Ravenall, Jim, Walsall, GB;
Pedigrew, Colin, 40699 Erkrath, DE
Vertreter Eisenführ, Speiser & Partner, 28195 Bremen
DE-Anmeldedatum 25.04.2002
DE-Aktenzeichen 10218347
Offenlegungstag 06.11.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 06.11.2003
IPC-Hauptklasse B29C 63/02
IPC-Nebenklasse B29C 61/02   B65B 53/00   B32B 31/12   B32B 3/02   B05C 1/02   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Auftragen einer Schutzschicht auf Gegenstände, insbesondere auf Möbelstücke, bei dem die Schutzschicht in Form mindestens eines Schutzstreifens oder einer Schutzraupe aus einem aushärtbaren Material auf die Oberfläche des zu schützenden Gegenstandes aufgebracht wird. Ein weiterer Aspekt der Erfindung ist die Verwendung eines thermoplastisch aushärtbaren Materials zur Herstellung einer mechanischen Schutzschicht auf Gegenständen. Weiterhin betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zum Ausführen des Verfahrens mit einem Auftragskopf, der mehrere Auftragsmodule mit Austrittsöffnungen für Auftragsmaterial aufweist, und der mit einem Verteilmundstück verbunden ist, welches mehrere Austrittsöffnungen für das Auftragsmaterial aufweist, deren Mittelachsen quer zur Relativbewegungsrichtung voneinander anders beabstandet sind und einen anderen Abstand aufweisen als der Abstand der Mittelachsen der Austrittsöffnungen der Auftragsmodule. Schließlich ist ein Aspekt der Erfindung ein Gegenstand mit einer zu schützenden Oberfläche, auf der ein oder mehrere, voneinander beabstandete Streifen oder Raupen aus einem aushärtbaren Material aufgetragen sind.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Auftragen einer mechanischen Schutzschicht auf Gegenstände, insbesondere Möbelstücke. Die Erfindung betrifft weiterhin eine Vorrichtung zum Auftragen einer Schutzschicht auf Gegenstände mit zu schützenden Oberflächen.

Verfahren zum Auftragen mechanischer Schutzschichten auf Gegenstände sind bekannt. Diese Verfahren kommen regelmäßig dann zum Einsatz, wenn Gegenstände, welche empfindliche Oberflächen aufweisen, zum Zwecke der Lagerung, der Weiterbearbeitung oder des Transports in der Weise geschützt werden sollen, dass bei Lagerung, Weiterbearbeitung oder Transport keine Beschädigungen der Oberflächen auftreten.

Die zu schützenden Gegenstände können aus metallischen, Holz- oder holzhaltigen oder keramischen Werkstoffen oder aus Kunststoffen bestehen. Bei den zu schützenden Oberflächen handelt es sich typischerweise um lackierte, laminierte oder furnierte Oberflächen oder um Oberflächen, welche durch aufwendige Nachbehandlungsschritte, wie Polieren, Galvanisieren oder Sandstrahlen veredelt wurden.

Zum Schutze solcher Gegenstandsoberflächen ist es bekannt, die Gegenstände in Verpackungsmaterial einzuhüllen. Hier kommen z. B. an die äußere Form der Gegenstände angepasste Kunststoffschaumteile, beispielsweise aus Styropor®, welche an den Gegenständen form- und/oder kraftschlüssig befestigt werden, zum Einsatz. Häufig erfolgt darüber hinaus eine Verpackung in Karton, Schrumpffolie oder ähnliches. Bei der Verpackung in Karton ist es darüber hinaus bekannt, den Gegenstand innerhalb der Verpackung durch verschiedene Formen von Polstermaterial, wie Granulat, Papierstreifen- oder Schnipsel oder Schaumstoffteilchen zu schützen.

Diese Arten der Verpackung führen regelmäßig zu großen Verpackungsvolumina. Darüber hinaus ist das Verpacken und Auspacken zeitintensiv und es fällt eine große Menge Abfallvolumen dabei an. Schließlich weisen die bekannten Verfahren den Nachteil auf, dass die Herstellung der Formteile aus Kunststoffschaum Kosten verursacht und für jede unterschiedliche Form der Gegenstände eigene Formteile bereitgehalten werden müssen.

Der Erfindung lag daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung zum mechanischen Schutz von Gegenständen bereitzustellen, welche(s) flexibel handhabbar ist und eine kostengünstige und volumensparende Verpackung mit ausreichendem mechanischen Schutz des verpackten Gegenstandes ermöglicht.

Die Aufgabe wird durch ein Verfahren gelöst, bei dem eine Schutzschicht in Form mindestens eines Schutzstreifens oder eine Schutzraupe aus einem aushärtbaren Material auf die Oberfläche des zu schützenden Gegenstandes aufgebracht wird. Die Schutzschicht kann dabei in Form eines Stranges, Streifens oder in Raupenform durch einen kontinuierlichen oder diskontinuierlichen Auftrag mittels einer Auftragsdüse oder durch einen Sprühvorgang aufgetragen werden.

Das erfindungsgemäße Verfahren weist den Vorteil auf, dass durch Änderung der Länge und Breite der Schutzstreifen- oder Raupen, durch ihren Abstand zueinander und die Anzahl der aufgetragenen Schutzstreifen eine flexible Anpassung an verschiedene Abmessungen der zu schützenden Gegenstände möglich ist oder nur lokal eine Schutzschicht auf besonders empfindliche Bereiche aufgetragen wird, so dass zum wirksamen Schutz der Oberflächen nur eine geringe Menge an Material aufgetragen werden muss. Aufgrund einer Adhäsionskraft zwischen der aufgetragenen Schutzschicht und dem Gegenstand ist sichergestellt, dass die Schutzschicht auch dann, wenn Kräfte auf die Schicht oder den Gegenstand einwirken, an dem Ort bleibt, auf den sie aufgetragen wurde. Als Auftragsmaterial kann ein in flüssiger oder pastöser Form auftragbares Material verwendet werden, welches sich nach dem Auftrag verfestigt oder aushärtet. Insbesondere sind hierfür Materialen geeignet, die sich nach dem Auftragen durch chemische Reaktionen verfestigen oder thermoplastische Materialien, die in erwärmter Form flüssig aufgetragen werden und sich bei Abkühlung verfestigen.

Eine vorteilhafte Verfahrensform sieht vor, dass mehrere Schutzstreifen oder -raupen gleichzeitig aufgetragen werden. Diese Schutzstreifen oder -raupen können übereinander liegen und/oder voneinander beabstandet sein. Hierdurch wird ein rationeller und zeitsparender Auftrag der Schutzschicht ermöglicht.

Das erfindungsgemäße Verfahren ist besonders geeignet und vorgesehen, Gegenstände im Bereich ihrer Kanten zu schützen. Hierbei werden die Schutzstreifen gezielt im Bereich der zu schützenden Kanten des Gegenstands oder lediglich auf die Kantenfläche des Gegenstands aufgetragen. Auf diese Weise können die besonders exponierten und empfindlichen Kanten eines Gegenstands, insbesondere eines Möbelstückes, einer Platte oder dgl. gezielt geschützt werden und es erfolgt eine sparsame Verwendung des Beschichtungsmaterials.

Besonders zeitsparend und rationell werden die Schutzstreifen gleichzeitig auf gegenüberliegende Kantenbereiche oder Kantenflächen des Gegenstandes aufgetragen. Des Weiteren kann es vorteilhaft sein, in einem Verfahrensschritt gleichzeitig mehrere benachbart zueinander liegende oder gegenüberliegende Oberflächen des Gegenstandes zu beschichten.

Eine vorteilhafte Weiterbildungsform des Verfahrens sieht vor, dass der Gegenstand nach dem Auftrag der Schutzstreifen teilweise oder vollständig in ein folienartiges Verpackungsmaterial eingehüllt wird, beispielsweise eine Kunststofffolie oder ein Verpackungspapier.

In vorteilhafter Weise werden die Materialeigenschaften des Schutzstreifens und des Verpackungsmaterials so auf die Oberflächeneigenschaften des Gegenstandes abgestimmt, dass die Haftkraft zwischen dem ausgehärteten Schutzstreifen und dem Verpackungsmaterial größer ist als diejenige zwischen dem ausgehärteten Schutzstreifen und dem Gegenstand. Auf diese Weise wird ein Verrutschen des Schutzstreifens verhindert und erreicht, dass der Schutzstreifen beim Auspacken des Gegenstandes an dem Verpackungsmaterial haften bleibt und so schnell und einfach entfernt werden kann.

Besonders vorteilhaft ist die Verwendung eines schrumpffähigen Verpackungsmaterials, beispielsweise als Schrumpffolie bekannte Kunststofffolien, welche mechanisch vorverstreckt sind und deren Vorverstreckung durch Wärmeeinwirkung rückgängig gemacht werden kann, so dass die Länge und/oder die Breite der Schrumpffolie verringert wird. Auf diese Weise wird erreicht, dass die Schrumpffolie nach Schrumpfung eng an dem Gegenstand anliegt und somit das Verpackungsvolumen minimiert und die Haftung des Verpackungsmaterials und der Schutzstreifen an dem Gegenstand erhöht wird.

Als besonders geeignet hat sich die Verwendung eines thermoplastischen Materials, insbesondere eines Heißschmeizklebstofts, für die Schutzstreifen oder Schutzraupen gezeigt. Das Material kann in der Auftragsvorrichtung erwärmt werden und wird im erwärmten Zustand aufgetragen. Nach dem Auftrag kühlt das Auftragsmaterial, ggf. aktiv unterstützt durch Abkühlungsmittel, ab und es erfolgt eine Aushärtung und sichere Haftung des Auftragsmaterials auf dem Gegenstand.

Ein weiterer Aspekt der Erfindung ist die Verwendung eines thermoplastisch aushärtbaren Materials zur Herstellung einer mechanischen Schutzschicht auf Gegenständen. Das thermoplastisch aushärtbare Material kann dabei als Deckschicht oder als vielfach unterbrochene Schicht, z. B. in Form von Streifen, unterbrochenen Streifen oder nur Auftragspunkten aufgetragen werden.

Die Erfindung umfasst weiterhin eine Vorrichtung zum Auftragen einer Schutzschicht auf Gegenstände, welche eine mit einer Materialquelle verbindbare Fördereinrichtung und einen relativ zu dem zu beschichtenden Gegenstand bewegbaren Auftragskopf aufweist. Der Auftragskopf ist mit der Fördereinrichtung verbunden und trägt das Auftragsmaterial in einer Auftragsebene entlang einer der Richtung der Relativbewegung zwischen Auftragskopf und Gegenstand entsprechenden Richtung auf den Gegenstand auf. Mit dem Auftragskopf sind mehrere Auftragsmodule verbunden, welche Austrittsöffnungen für das Auftragsmaterial aufweisen. Die Mittelachsen der Austrittsöffnungen der Auftragsmodule sind quer zur Richtung der Relativbewegung zwischen Auftragskopf und Gegenstand voneinander beabstandet. Vorzugsweise liegen diese Mittelachsen parallel, die Mittelachsen der Austrittsöffnungen können jedoch auch in einer zueinander abgewinkelten Anordnung ausgerichtet sein. Der vorgenannte Abstand der Mittelachse der Austrittsöffnungen bezieht sich in dem letztgenannten Fall auf den Abstand derjenigen Punkte, auf den Mittelachsen, welche im Mündungsquerschnitt der Austrittsöffnungen liegen. Der Auftragskopf und/oder die Auftragsmodule sind mit einem Verteilmundstück verbunden, welches mehrere Austrittsöffnungen für das Auftragsmaterial aufweist, deren Mittelachsen quer zur Relativbewegungsrichtung voneinander anders, insbesondere geringer beabstandet sind als der Abstand der Mittelachsen der Austrittsöffnungen der Auftragsmodule. Auf diese Weise erreicht die erfindungsgemäße Vorrichtung, dass die Schutzstreifen oder -Raupen in anderem, vorzugsweise geringerem Abstand zueinander auf dem Gegenstand abgelegt werden können und hierdurch ein besonders wirksamer Schutz des Gegenstands erreicht wird. Des weiteren ist es möglich, durch Bereitstellung von Verteilmundstücken mit unterschiedlichen Abständen der Mittelachsen der Austrittsöffnungen die Auftragsvorrichtung in einfacher Weise an verschiedene Gegenstandsgrößen bzw. Abmessungen der schützenden Oberflächen anzupassen.

Das Verteilmundstück ist in vorteilhafter Weise so ausgeführt, dass es mehrere Eintrittsöffnungen und Austrittsöffnungen für das Auftragsmaterial aufweist und diese Öffnungen durch Kanäle miteinander verbunden sind.

Die Auftragsvorrichtung weist bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung zusätzlich Mittel zum Transport des Gegenstandes auf. Hierdurch wird ein kontinuierlicher Auftrag des Auftragsmaterials auf die zu schützenden Oberflächen in einfacherer und automatisierter Weise ermöglicht.

Des weiteren können bei der Vorrichtung Mittel zum Einhüllen des Gegenstandes in ein folienartiges Verpackungsmaterial wie eine Kunststofffolie, insbesondere Schrumpffolie, oder ein Verpackungspapier vorgesehen sein. Diese Mittel sind in vorteilhafter Weise so angeordnet, dass sie vom zu beschichtenden Gegenstand bei Durchlauf der Vorrichtung dann erreicht werden, wenn der Gegenstand den Auftragskopf, durch die Transportvorrichtung bewegt, passiert hat.

Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung sieht Mittel zum Anpressen der Schrumpffolie an den Gegenstand und Mittel zum Schrumpfen der Schrumpffolie, sofern eine Schrumpffolie bei der Umhüllung des Gegenstandes verwendet wurde, vor. Dabei sind diese Mittel innerhalb der Vorrichtung in vorteilhafter Weise so angeordnet, dass der Gegenstand, welcher durch die Vorrichtung beispielsweise mittels einer Transportvorrichtung bewegt wird, die Mittel erreicht, wenn die Beschichtung und Umhüllung des Gegenstands erfolgt ist.

Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft einen Gegenstand mit mindestens einer zu schützenden Oberfläche, welcher auf der zu schützenden Oberfläche mindestens eine Raupe oder einen Streifen aufweist, welche voneinander beabstandet sein können und aus einem aushärtbaren Material bestehen. Bei einem solchen Gegenstand kann es sich beispielsweise um eine beschichtete Spanplatte, Möbelteile, Arbeitsplatten oder andere holzhaltige Werkstücke, um lackierte Blechgegenstände oder andere metallische Werkstücke handeln. Insbesondere kann der Gegenstand die Schutzstreifen oder Schutzraupen nur im Bereich einer Kante oder nur im Bereich einer Kantenfläche aufweisen und kann zusätzlich in eine Folie, insbesondere eine Schrumpffolie zumindest teilweise eingehüllt sein.

Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung wird anhand der Figuren beschrieben. Es zeigen:

Fig. 1 eine teilgeschnittene Seitenansicht der erfindungsgemäßen Auftragsvorrichtung;

Fig. 2 eine Frontansicht der erfindungsgemäßen teildemontierten Auftragsvorrichtung (Blickrichtung entsprechend dem Pfeil in Fig. 1);

Fig. 3 eine Ansicht der erfindungsgemäßen Auftragsvorrichtung von oben (Blickrichtung entsprechend dem Pfeil in Fig. 2);

Fig. 4 zeigt eine teilgeschnittene Seitenansicht eines Details des Auftragskopfes:

Fig. 5 zeigt eine Ansicht des demontierten Verteilmundstücks von oben;

Fig. 6 zeigt vier geschnittene Seitenansichten des demontierten Verteilmundstücks, die Schnittebenen der vier Schnittansichten sind in Fig. 5 eingetragen;

Fig. 7 zeigt einen schematischen Ablauf des erfindungsgemäßen Beschichtungsverfahrens mit nachgeschalteter Verpackung in Schrumpffolie und Schrumpfung der Umhüllungsfolie;

Fig. 8 zeigt eine perspektivische Ansicht eines plattenförmigen Gegenstandes mit vier aufgetragenen Schutzraupen auf einer Kantenfläche;

Fig. 9 zeigt eine Frontansicht des plattenförmigen Gegenstandes von Fig. 8 mit vier aufgetragenen Schutzraupen und zusätzlicher Umhüllung.

Wie Fig. 1-3 zeigen, ist die Ausführungsform der Auftragsvorrichtung über einen Schlauch mit Kupplungsstück 10 an eine Materialquelle anschließbar. Der Schlauch mit Kupplungsstück 10 ist an ein Verteilmodul 20 angeschlossen. Mit dem Verteilmodul 20 sind fünf Auftragsmodule 30a-e verbunden. Jedes Auftragsmodul 30a-e weist einen Ventilkörper 31 auf, welcher so bewegt werden kann, dass er eine Ventildüse 35, 36 verschließt oder freigibt, so dass der Fluss des fließfähigen Materials freigegeben oder unterbrochen wird. Der Ventilkörper 31 weist einen zylindrischen Schaft 34 auf, an dessen ersten Ende eine Ventildichtfläche 35 ausgebildet ist, welche gegen eine konische Dichtfläche 36 einer Bohrung im Gehäuse des Auftragsmoduls wirkt. Der Ventilkörper 31 kann in Richtung seiner Längsachse 37 axial bewegt werden und somit von der konischen Dichtfläche 36 abgehoben werden.

Das durch den Schlauch mit Kupplungsstück zufließende Auftragsmaterial fließt über Verteilkanäle (nicht dargestellt) in einen Ventilraum 33, welcher durch den Ventilkörper verschlossen wird, wenn dieser auf der konischen Dichtfläche 36 im Gehäuse des Auftragsmoduls aufsitzt. Wird der Ventilkörper von der Dichtfläche 36 abgehoben, so gibt er einen ringförmigen Durchflussquerschnitt frei, durch den das Auftragsmaterial hindurchtreten kann.

Der zylindrische Schaft des Ventilkörper ist an seinem zweiten Ende mit einer Kolbenfläche, einer Membran o. ä. verbunden.

Mittels dieser Kolbenfläche oder Membran wird der Ventilkörper 31 durch eine pneumatische oder hydraulische Betätigungsvorrichtung in axialer Richtung bewegt. Dabei kann insbesondere durch Aufbau eines Drucks oder Unterdrucks in einem Raum ober- oder unterhalb der Kolbenfläche oder der Membran eine Kraft auf den Ventilkörper bewirkt werden. Weiterhin kann vorgesehen sein, durch mechanische Federn wie Spiralfedern eine Zug- oder Druckkraft auf den Kolben auszuüben, um diesen in der Schließ- oder Öffnungsstellung zu halten.

Die Steuerung oder Regelung der Betätigungsvorrichtung kann durch ein elektropneumatisches Steuerteil 40 erfolgen. In diesem Steuerteil sind Stellmittel vorgesehen, welche in Abhängigkeit einer elektrischen Spannung einen ersten Öffnung des Steuerteils mit einer zweiten Öffnung des Steuerteils verbinden, sodass ein an der ersten Öffnung anliegender Druck auch an der zweiten Öffnung anliegt. Mit dieser zweiten Öffnung ist der ober- oder unterhalb der Kolben-/Membranfläche liegende Raum verbunden. Weiterhin kann das Steuerteil 40 diesen Raum mit der Umgebung verbinden (also Entlüften) und eine dritte Öffnung mit der ersten Öffnung verbinden. Diese dritte Öffnung kann mit einem an den Kolben grenzenden Raum verbunden sein, welche dem mit der zweiten Öffnung verbundenen Raum gegenüberliegt und so eine entgegenwirkende Kraft auf den Kolben/die Membran ausübt.

Weiterhin können aufwändigere Ventilbauformen, wie in der pneumatischen Regeltechnik bekannt, für das Steuerteil 40 verwendet werden.

Eine ausführliche Beschreibung eines für die erfindungsgemäße Auftragsvorrichtung geeigneten Auftragsmoduls kann der DE 100 10 952 A1, insbesondere den Spalten 4-6, Abs. 3 entnommen werden. Insbesondere der dort beschriebene intermittierend betreibbare Auftragskopf ist für die Erfindung verwendbar. Diese Textstellen sind vollumfänglich Gegenstand der Offenbarung dieser Patentanmeldung.

Die Auftragsvorrichtung ist mittels einer Befestigungsvorrichtung 50 an einem Stab mit Mittelachse 52 befestigt. Die Befestigung ist in der Weise ausgeführt, dass durch Lösen einer Knebelschraube 51 die Auftragsvorrichtung entlang der Mittelachse 52 verschoben und um die Mittelachse 52 verschwenkt werden kann. Des weiteren ist durch Lösen einer Sechskantmutter 53 eine Längsverschieblichkeit der Auftragsvorrichtung quer zu einer Mittelachse 54 und eine zusätzliche Verschenkbarkeit der Auftragsvorrichtung um die Achse 54 möglich.

Am Verteilmodul 20 ist ein Verteilerkopfstück 60 mittels Schrauben 61 befestigt. Das Verteilerkopfstück 60 umfasst ein Mundstück 62, welches mittels Schrauben 63 befestigt ist. Im Mundstück 62 sind fünf Düsen 64a-e eingeschraubt.

Bezug nehmend zu Fig. 4 ist das Verteilerkopfstück 60 aus einem Adapterstück 65, einem Mundstück 62 und einem Anschlag 66 aufgebaut. Der Adapter 65 ist mit mehreren Schrauben 61 am Verteilmodul 20 befestigt. Am Adapter 65 ist der Anschlag 66 befestigt. Unterhalb des Verteilerkopfstücks 60 wird der zu beschichtende Gegenstand 80 relativ zum Verteilerkopfstück bewegt. Die Bewegungsrichtung ist in Fig. 4 durch einen Pfeil im Gegenstand 80 angezeigt. Der Anschlag 66 dient als Schutz der Düsen 64a-e und verhindert zugleich, dass die Düsen mit dem zu beschichtenden Gegenstand kollidieren.

Das Mundstück 62 ist mit mehreren Schrauben 63 am Adapter 65 befestigt. Das Mundstück 62 hat einen etwa rechteckigen Querschnitt, die untere Fläche und die dem Adapter abgewandte Fläche des Mundstücks sind über ein schräg geneigte Fläche miteinander verbunden, welche etwa in einem Winkel von 135 Grad zu den beiden vorgenannten Flächen steht. Die geneigte Fläche 67 steht zur zu beschichtenden Oberfläche des Gegenstandes in einem Winkel von etwa 45°.

Bezug nehmend zu Fig. 5 und 6 weist das Mundstück in der geneigten Fläche mehrere voneinander beabstandete Bohrungen 68a-e mit Innengewinde auf, in welche die Düsen 64a-e eingeschraubt sind. Vom Grund der Bohrungen 68a-e erstrecken sich Kanäle 69 zu der dem Adapter 65 zugewandten Fläche des Mundstücks 62. Die Kanäle 69a-e verbinden jeweils den Grund einer der Bohrungen 68a-e mit der zuvor genannten Oberfläche. Entlang dieser Oberfläche verlaufen die Kanäle 69a-e in Form von sich entlang der Oberfläche erstreckenden Vertiefungen und enden jeweils an bestimmten Einspeisestellen 70a-e. An den Einspeisestellen 70a-e sind die Kanäle 69a-e mit Bohrungen im Adapter 65 verbunden, durch welche das Beschichtungsmaterial vom Verteilmodul 20 zu den Kanälen 69 geleitet wird. Durch die Kanäle 69a-e wird das Beschichtungsmaterial dann zu den Düsen 64a-e geführt und tritt an den Spitzen der Düsen 64 schließlich aus. Die Mittelachsen der Düsen stehen zu der zu beschichtenden Oberfläche des Gegenstandes in einem Winkel von etwa 45°.

Bezug nehmend zu Fig. 7 wird beim erfindungsgemäßen Beschichtungsverfahren ein Gegenstand 80 durch eine Fördervorrichtung 90, welche mehrere mit Federn 92 an den Gegenstand 80 angepressten, angetriebenen Rollen 91 aufweist, relativ zu dem Auftragskopf 1 bewegt. Aus dem Austragskopf 1 tritt das Beschichtungsmaterial 81 aus, und wird auf die Kantenflächen des Gegenstands 80 abgelegt. Der Gegenstand kann beispielsweise eine beschichtete Spanplatte sein, wie sie als Küchenarbeitsplatte bekannt ist.

In einem nachfolgenden Verfahrensschritt wird der mit den Schutzstreifen 81 versehene Gegenstand 80 einer Umhüllungsvorrichtung 93 zugeführt, welche den Gegenstand vollständig und an den Kanten überlappend mit einer Schrumpffolie 94 umhüllt. Die Schrumpffolie 94 wird von einer Rolle abgewickelt.

Nach der Umhüllung wird der umhüllte Gegenstand einer Anpressvorrichtung 95 zugeführt, welche eine Fördervorrichtung aufweist, die in gleicher Weise aufgebaut ist, wie die zuvor in Verbindung mit dem Beschichtungsvorgang beschriebene Fördervorrichtung. In der Anpressvorrichtung 95 wird die Schrumpffolie 94 im Kantenbereich des Gegenstands 80 mittels Heißluftgebläsen 96 erwärmt, wodurch sich die Schrumpffolie verbindet und an die Kante des Gegenstands 80 anlegt. Durch die nachgeschaltete Transportvorrichtung 97 wird die Schrumpffolie zusätzlich auf die Kantenfläche des Gegenstands 80 gepresst.

In einem letzten Verfahrensschritt wird der Gegenstand einer Heizvorrichtung 98 mit mehreren Infrarotstrahlern 99 zugeführt. In der Heizvorrichtung wird die gesamte Schrumpffolie erwärmt und schrumpft hierdurch und legt sich eng an den Gegenstand an.

Bezug nehmend zu Fig. 8 und 9 kann ein erfindungsgemäß beschichteter Gegenstand 80 mehrere aneinander angrenzende Schutzraupen 81 auf seiner Kantenfläche aufweisen. Bezug nehmend zu Fig. 9 weist der umhüllte Gegenstand entlang seiner gesamten Außenfläche eine Schrumpffolie 94 auf, welche Gegenstand und Schutzraupen vollständig umschließt. Dabei kann, wie in Fig. 8 und 9 jeweils gezeigt, nur eine Kantenfläche beschichtet sein, es können aber auch zwei einander gegenüberliegende Kantenflächen sowie weitere Oberflächen des Gegenstandes beschichtet sein.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Auftragen einer Schutzschicht auf Gegenstände, insbesondere auf Möbelstücke, dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzschicht in Form mindestens eines Schutzstreifens oder einer Schutzraupe aus einem aushärtbaren Material auf die Oberfläche des zu schützenden Gegenstandes aufgebracht wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Auftrag mehrerer Schutzstreifen oder -raupen gleichzeitig in einem Verfahrenschritt erfolgt.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere voneinander beabstandete Schutzstreifen oder -raupen aufgetragen werden.
  4. 4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzstreifen oder -raupen im Bereich einer Kante des Gegenstandes aufgetragen werden.
  5. 5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzstreifen oder -raupen auf eine Kantenfläche des Gegenstandes aufgetragen werden.
  6. 6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzstreifen oder -raupen gleichzeitig auf gegenüberliegende Kantenbereiche oder Kantenflächen des Gegenstandes aufgetragen werden.
  7. 7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der zu schützende Gegenstand nach dem Auftrag der Schutzstreifen oder -raupen mindestens teilweise in ein folienartiges Verpackungsmaterial verpackt wird.
  8. 8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Materialeigenschaften des Schutzstreifens, des Verpackungsmaterials und der Oberfläche des Gegenstandes so ausgewählt sind, dass eine Haftung zwischen dem Schutzstreifen und dem folienartigem Verpackungsmaterial erzielt wird und diese Haftung größer ist als die Haftung zwischen dem ausgehärteten Schutzstreifen und dem Gegenstand.
  9. 9. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass als folienartiges Verpackungsmaterial eine Schrumpffolie verwendet wird und die Schrumpffolie nach der Verpackung des Gegenstandes geschrumpft wird.
  10. 10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Schrumpfung durch Temperatureinwirkung, insbesondere Erwärmung unterstützt wird.
  11. 11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzstreifen oder die Schutzraupen aus einem thermoplastischem Material, insbesondere einem Heißschmelzklebstoff, bestehen.
  12. 12. Verwendung eines thermoplastisch aushärtbaren Materials, insbesondere eines Heißschmelzklebewerkstoffs zur Herstellung einer mechanischen Schutzschicht auf Gegenständen.
  13. 13. Vorrichtung zum Auftragen einer Schutzschicht auf Gegenstände, umfassend

    eine Fördereinrichtung, welche mit einer Materialquelle verbindbar ist und

    einen relativ zu dem Gegenstand bewegbaren Auftragskopf, welcher

    mit der Fördereinrichtung verbunden ist,

    das Auftragsmaterial in einer Auftragsebene und entlang einer Richtung der Relativbewegung zwischen Auftragskopf und Gegenstand auf dem Substrat abgibt und

    mehrere Auftragsmodule mit Austrittsöffnungen für Auftragsmaterial aufweist, deren Mittelachse quer zur Relativbewegungsrichtung liegenden Richtung voneinander beabstandet sind,

    dadurch gekennzeichnet, dass der Auftragskopf mit einem Verteilmundstück verbunden ist, welches mehrere Austrittsöffnungen für das Auftragsmaterial aufweist, deren Mittelachsen quer zur Relativbewegungsrichtung voneinander anders beabstandet sind und einen anderen Abstand aufweisen als der Abstand der Mittelachsen der Austrittsöffnungen der Auftragsmodule.
  14. 14. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Mittelachsenabstand der Austrittsöffnungen im Verteilmundstück geringer ist als derjenige der Austrittsöffnungen der Auftragsmodule.
  15. 15. Vorrichtung nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Verteilmundstück mehrere Eintrittsöffnungen für das Auftragsmaterial aufweist, die mit den Austrittsöffnungen durch Kanäle verbunden sind.
  16. 16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13-15, gekennzeichnet durch Mittel zum Transport eines Gegenstandes.
  17. 17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13-16, gekennzeichnet durch Mittel zum Einhüllen eines Substrats in ein folienartiges Verpackungsmaterial, insbesondere Schrumpffolie.
  18. 18. Vorrichtung nach Anspruche 16, gekennzeichnet durch Mittel zum Anpressen der Schrumpffolie an den Gegenstand.
  19. 19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 17-18, gekennzeichnet durch Mittel zum Schrumpfen der Schrumpffolie.
  20. 20. Gegenstand, insbesondere Möbelstück mit mindestens einer zu schützenden Oberfläche, dadurch gekennzeichnet, dass auf der zu schützenden Oberfläche ein oder mehrere, voneinander beabstandete Streifen oder Raupen aus einem aushärtbarem Material aufgetragen sind.
  21. 21. Gegenstand nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, dass die Streifen oder Raupen nur im Bereich einer Kante, insbesondere auf einer Kantenfläche aufgetragen sind.
  22. 22. Gegenstand nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, dass der Gegenstand zumindest teilweise von einer Schrumpffolie umhüllt ist.






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