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Dokumentenidentifikation DE10218875A1 20.11.2003
Titel Werkzeug zum Senken, Entgraten und Ausspindeln von Bohrungen
Anmelder Heule, Ulf, Balgach, CH
Erfinder Heule, Heinrich, Au, CH;
Schmitter, Roland, Altstätten, CH;
Hämmerle, Swen, Widnau, CH
Vertreter Riebling, P., Dipl.-Ing. Dr.-Ing., Pat.-Anw., 88131 Lindau
DE-Anmeldedatum 26.04.2002
DE-Aktenzeichen 10218875
Offenlegungstag 20.11.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 20.11.2003
IPC-Hauptklasse B23B 51/10
Zusammenfassung Es wird ein Werkzeug zum Senken, Entgraten und Ausspindeln von Bohrungen beschrieben, das aus einem um seine Längsachse rotierend angetriebenen Messerhalter besteht, in dem im Winkel zu seiner Längsachse mindestens eine Ausnehmung angeordnet ist, in der ein oder mehrere Schneidmesser oder deren Halter auswechselbar und/oder verschiebbar lastübertragend gehalten sind.
Um einen besseren Schutz gegen Verkanten und Ausbrechen des Schneidmessers aus der Ausnehmung im Messerhalter zu gewährleisten, ist vorgesehen, dass die Ausnehmung aus im Wesentlichen ineinander übergehenden Radien gebildet ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Werkzeug zum Senken, Entgraten und Ausspindeln von Bohrungen nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

Es sind Werkzeuge zum Senken, Entgraten und Ausspindeln für Bohrungen bekannt, bei denen ein um seine Längsachse rotierend angetriebener Messerhalter verwendet wird. In diesem Messerhalter ist im Winkel zu seiner Längsachse mindestens eine den Körper des Messerhalters mindestens teilweise durchgreifende Ausnehmung vorhanden, in der ein Schneid-, Senk- oder Entgratmesser angeordnet ist.

Die Erfindung betrifft jedoch nicht nur die Führung von Schneidmessern in einem Messerhalter für das Senken, Entgraten und Ausspindeln von Bohrungen, sondern auch darauf, dass nicht das Schneidmesser selbst in einer entsprechenden Ausnehmung im Messerhalter geführt ist, sondern lediglich ein Halter für dieses Schneidmesser, wobei das Schneidmesser selbst dann in diesem Halter auswechselbar angeordnet ist.

Die Erfindung bezieht sich also auf die Führung eines Schneidmessers oder eines Halters für ein Schneidmesser in einem zugeordneten Messerhalter.

Derartige Messerhalter mit in einer Ausnehmung geführten Schneidmessern sind bekannt. Es ist jedoch lediglich bekannt, die Ausnehmung annährend eckig mit scharfen Kanten auszuführen und das Schneidmesser dieser eckigen Form anzupassen, um eine Gleit- oder Verschiebeführung des Schneidmessers in dieser Ausnehmung zu erreichen.

Bei der eckigen Ausführung des Schneidmessers mit einer daran angepassten Ausnehmung besteht jedoch der Nachteil, einer schwierigen Herstellung. Derartige Ausnehmungen konnten bisher nur durch Erodierung hergestellt werden, was mit einem hohen Bearbeitungsaufwand verbunden ist. Ebenso ist die Herstellung daran angepasster Schneidmesser relativ aufwendig.

Die Ausbildung einer eckig geformten Ausnehmung mit einem zugeordneten, der Formgebung angepassten Schneidmesser hat den weiteren Nachteil, dass während der spanabhebenden Bearbeitung von Werkstücken die Gefahr besteht, dass sich das Schneidmesser im Bereich der Ausnehmung verkantet. Dies führt zu einem vorzeitigen Verschleiß der Führungskanten in der Ausnehmung und im übrigen zu einem Festsitzen des Schneidmessers in dieser Längsführung des Messerhalters.

Beim Ausfahren der Werkzeugmaschinenspindel mit in der Längsführung der Ausnehmung des Messerhalters verkeiltem Schneidmesser stößt dieses an Bohrungskanten des Werkstückes an und zerbricht. Darüber hinaus kann auch der Messerhalter durch das Ausbrechen des Schneidmessers beschädigt werden.

Wenn im einer das Schneidmesser führenden Ausnehmung scharfe Kanten geschaffen werden, so führt dies zu Schwächungsbruchstellen, welche die Festigkeit des Messerhalters insgesamt beeinträchtigen.

Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, ein Werkzeug der eingangs genannten Art mit mindestens einer Ausnehmung und einem darin geführten Schneidmesser oder einem Halter für ein Schneidmesser so weiter zu bilden, dass bei gleichbleibenden Dimensionen des Messerhalters wesentliche höhere Schnittkräfte aufgenommen werden können und eine verbesserte, lastübertragende Führung des Schneidmessers bzw. seines Halters im Messerhalter gegeben ist.

Zur Lösung der gestellten Aufgabe ist die Erfindung durch die technische Lehre des Anspruches 1 gekennzeichnet.

Wesentliches Merkmal der Erfindung ist, dass statt nun einer eckigen Ausnehmung in einem Messerhalter eine Ausnehmung vorgesehen ist, die im Wesentlichen aus ineinander übergehende Radien besteht.

Bevorzugt wird es hierbei, wenn zwei etwa symmetrisch zueinander angeordnete und gegeneinander gestellte Radien ineinander übergehen und der Übergangsbereich ebenfalls durch kleinere Radien gebildet wird.

Es wird also erfindungsgemäß eine etwa achtförmige (oder brillenförmige) Ausnehmung vorgeschlagen, in welcher das Messer bzw. deren Halter verschiebbar geführt ist.

Der einfacheren Beschreibung wegen wird in der folgenden Beschreibung nur noch von einem (und nicht von mehreren) Messer(n) gesprochen und auch nicht mehr von einem Halter für ein oder mehrere Schneidmesser. Die Erfindung bezieht sich aber sowohl auf ein (oder mehrere) Schneidmesser als auch auf einen (oder mehrere) Halter für ein Schneidmesser, weil beide Teile erfindungsgemäß in einer solchen Ausnehmung (oder auch in mehreren Ausnehmungen des Messerhalters) verschiebbar geführt sind.

Auch der Begriff "verschiebbar geführt" wir im Rahmen der vorliegenden Erfindung weit verstanden. Hierunter wird einerseits verstanden, dass bei einem Entgratwerkzeug das Schneidmesser entsprechend verschiebbar angetrieben in der Ausnehmung im Messerhalter gehalten ist. Das Schneidmesser wird hierbei mit dem geringen Spiel einer Gleitführung in der Ausnehmung geführt.

Die Erfindung betrifft andererseits auch Werkzeuge mit einem in der Ausnehmung fest angeordneten Schneidmesser, welches im Betriebszustand nicht längs verschiebbar geführt ist. Ein solches Schneidmesser (bzw. der dazugehörende Halter) ist dann lediglich in der Ausnehmung befestigt; es kann dort auch einstellbar befestigt sein (z. B. über einen Spindelantrieb oder über eine Einstellschraube). Während des Betriebes ist aber ein derartiges Schneidmesser jedoch feststehend in der Ausnehmung gelagert.

Sinn der erfindungsgemäßen Maßnahme ist also eine wesentlich bessere Lastübertragung der Schneid- und Verkantungskräfte eines (oder mehrerer) Messer in einer aus mehreren ineinander übergehenden Radien ausgebildeten Ausnehmung im Messerhalter zu gewährleisten.

Es hat sich gezeigt, dass eine im Messerhalter angeordnete, gleichdimensionierte Ausnehmung, die aus ineinander anschließenden Rechtecken besteht, wesentlich ungünstiger hinsichtlich der Bruchfestigkeit ist.

Die scharfen Kanten nach dem Stand der Technik sind unerwünschte Sollbruchstellen und es ergibt sich bei gleicher Anforderung an die Bruchfestigkeit die Notwendigkeit, die Ausnehmung größer zu gestalten, als vergleichsweise die erfindungsgemäß Ausnehmung mit ineinander übergehenden Radien. Dadurch wird - bei einem Messerhalter nach dem Stand der Technik - der Messerhalter durch die größere Ausnehmung geschwächt und kann nur noch geringere Kipp- und Verdrehungskräfte übertragen.

Selbstverständlich ist die vorliegenden Erfindung nicht auf eine einfache "8" als Ausnehmung für ein Messer beschränkt, sondern es kann auch eine aus mehreren (als für eine "8" notwendigen) Radien gebildete Ausnehmung vorgesehen werden. Es handelt sich z. B. um eine Doppelacht oder um anderen Ausbildungen, bei denen nur wesentlich ist, dass stetige, gekrümmte Kurvenabschnitte ineinander übergehen, ohne störende Kanten zwischen sich auszubilden.

Selbstverständlich sieht die Erfindung auch vor, dass wenn Radien ineinander übergehen, (insbesondere bei den großen Radien mit den daran anschließenden entgegen gesetzten, kleineren Radien), dass die dort verbindenden Radienabschnitte durch Geraden miteinander verbunden sind.

Im Übrigen ist die Erfindung nicht darauf beschränkt, dass die Längsachse der Ausnehmung für die Aufnahme des Messers senkrecht zur Längsachse des Messerhalters steht. Die Längsachse der Ausnehmung kann auch schräg zur Längsachse des Messerhaltes ausgebildet sein. Ebenso können am Messerhalter mehrere übereinander oder nebeneinander liegenden Ausnehmungen vorgesehen sein, und es kann auch vorgesehen sein, dass bei mehreren Ausnehmungen, die auf dem gleichen Bearbeitungsradius liegen, diese ineinander übergehen.

Ebenso ist die Erfindung nicht darauf beschränkt, dass lediglich ein einziges Schneidmesser oder dessen Halter vorgesehen ist. Am Messerhalter kann ein vorderes oder ein hinteres Schneidmesser in der gleichen Ausnehmung angeordnet sein, oder es können in verschiedenen Ausnehmungen auch verschiedene Schneidmesser vorgesehen werden.

In einer bevorzugten Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung ist die Längserstreckung der etwa brillenförmig ausgebildeten Ausnehmung parallel zu Längsachse des Messerhalters angeordnet.

In einer anderen Ausgestaltung der Erfindung ist es vorgesehen, dass die Längserstreckung der brillenförmigen Ausnehmung senkrecht (oder in einem von 90 Grad abweichenden Winkel) zur Längsachse des Messerhalters ausgebildet ist.

Der Erfindungsgegenstand der vorliegenden Erfindung ergibt sich nicht nur aus dem Gegenstand der einzelnen Patentansprüche, sondern auch aus der Kombination der einzelnen Patentansprüche untereinander.

Alle in den Unterlagen, einschließlich der Zusammenfassung offenbarten Angaben und Merkmale, insbesondere die in den Zeichnungen dargestellte räumliche Ausbildung, werden als erfindungswesentlich beansprucht, soweit sie einzeln oder in Kombination gegenüber dem Stand der Technik neu sind.

Im Folgenden wird die Erfindung anhand von lediglich einen Ausführungsweg darstellenden Zeichnungen näher erläutert. Hierbei gehen aus den Zeichnungen und ihrer Beschreibung weitere erfindungswesentliche Merkmale und Vorteile der Erfindung hervor.

Es zeigen:

Fig. 1 Perspektivische Seitenansicht eines Messerhalters in zerlegtem Zustand;

Fig. 2 Der Messerhalter nach Fig. 1 in zusammengebautem Zustand;

Fig. 3 Der Messerhalter nach Fig. 1 und 2 in Seitenansicht;

Fig. 4 Ein Ausführungsbeispiel eines Scheidmessers für den Messerhalter nach den Fig. 1 bis 3;

Fig. 5 Der Messerhalter nach den Fig. 1 bis 4 in zusammengebautem Zustand;

Fig. 6 Schnitt gemäß der Linie A-A in Fig. 5;

Fig. 7 Die vergrößerte Darstellung der Ausnehmung für das Schneidmesser.

In Fig. 1 ist ein etwa zylinderförmiger Messerhalter 1 dargestellt, der aus einem rotationssymmetrischen Teil besteht, welches in der Pfeilrichtung 9 um seine Längsachse drehend angetrieben ist. Der Drehantrieb durch eine Werkzeugspindel ist hierbei nicht dargestellt. Der Messerhalter 1 hat gemäß Fig. 3 eine zentrale Längsbohrung 10, in welcher ein Antriebsstab 5 drehbar aufgenommen ist.

Exzentrisch an der Stirnseite des Antriebsstabes 5 ist eine Nocke 6 angeordnet, die in eine zugeordnete Nut 7 des Schneidmesser 3 eingreift, so dass dieses bei Verdrehung des Antriebsstabes 5 in den Pfeilrichtungen 8 in der Ausnehmung 2 im Messerhalter 1 verschiebbar geführt ist. Die Ausnehmung 2 durchsetzt hierbei den Messerhalter 1 auf seiner gesamten Breite. Dies ist für die Verwirklichung der Erfindung jedoch nicht entscheidend: Es kann auch vorgesehen sein, die Ausnehmung 2 lediglich als "Sackausnehmung" auszuführen.

Da gezeichnete Werkzeug dient im Ausführungsbeispiel als Senkwerkzeug, mit dem - bei in die Ausnehmung 2 eingefahrenen Schneidmesser 3 - durch eine Bohrung hindurchgefahren wird und danach das Schneidmesser 3 aus dem Messerhalter 1 herausgefahren wird, um eine Senkung im Bereich einer daran anschließenden, weiteren Bohrung anbringen.

Dieser Anwendungsbereich ist jedoch nicht auf Senkwerkzeuge beschränkt, wie in der allgemeinen Beschreibung ausgeführt wurde. Es handelt sich also lediglich um ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel, welches nicht beschränkend für die Erfindung zu verstehen ist.

Aus den genannten Gründen wurde deshalb für das Schneidmesser neben dem Bezugszeichen 3 ein zusätzliches Bezugszeichen 4 für einen (nicht dargestellten) Halter für ein solches Schneidmesser verwendet.

Die Fig. 3 zeigt im übrigen auch, dass die etwa brillenförmige Ausnehmung 2 mit ihrer Längserstreckung nicht parallel zur Längsachse des Messerhalters 1 liegen muss, sondern in gestrichelten Linien ist in Fig. 3 dargestellt, dass eine Ausnehmung 2' mit ihrer Längserstreckung auch senkrecht zur Längsachse des Messerhalters 1 angeordnet sein kann.

Das Schneidmesser 3 wird nach Fig. 4 näher beschrieben. Es besteht aus einem Körper 12, in dem im Umfangsrichtung die Nut 7 für den Eingriff der Nocke 6 des Antriebsstabes 5 eingearbeitet ist.

An der Vorderkante ist vom Körper 12 abgesetzt eine Schneidkante 13 vorgesehen, welche die spanabhebende Bearbeitung der Bohrung vollzieht. Die Schneidkante 13 geht in eine Freifläche 16 über.

Unterhalb der Schneidkante 13 ist in an sich bekannter Weise eine Spannut 14 angeordnet, welche zur nach unten gerichteten Abführung der von der Schneidkante 13 abgehobenen Späne dient.

Das Schneidmesser 3 ist somit in den Pfeilrichtungen 8 in der Ausnehmung 2, 2' verschiebbar geführt und die auf das Schneidmesser 3 wirkenden Verkantungskräfte werden im wesentlichen von zwei diametral gegenüber liegenden Positionen 29, 30 des Schneidmessers auf die zugeordneten Führungs- und Abstützflächen in der Ausnehmung 2 übertragen.

Die Fig. 5 und 6 zeigen den Einbauzustand, aus dem erkennbar ist, dass das Schneidmesser 3 bzw. der Halter 4 für dieses Schneidmesser in der Ausnehmung 2 verschiebbar geführt ist.

In Fig. 7 sind die weiteren Einzelheiten der etwa brillenförmigen oder achtförmigen Ausnehmung 2 dargestellt. Wichtig ist, dass der obere Teil der Ausnehmung 2 durch einen Radius 18 gebildet wird, der von einem Mittelpunkt 17 ausgeht. Der untere Teil der Ausnehmung wird durch einen Radius 22 gebildet, der von einem Mittelpunkt 21 ausgeht.

Die beiden Radien 18, 22 können gleich gewählt werden, sie können aber auch unterschiedlich sein.

Es ist nicht lösungsnotwendig, dass die Mittelpunkte 17, 21 der Radien 18, 22 zueinander fluchtend auf der Längserstreckung 31 der Ausnehmung 2 liegen. Diese beiden Mittelpunkte 17, 21 können auch zueinander versetzt zur Längserstreckung 31 angeordnet werden.

Wichtig ist, dass die beiden Radien, 18, 22 so gewählt sind, das sie sich in einem Mittenbereich schneiden, d. h. ineinander übergehen. Dieser Mitten- oder Übergangsbereich ist durch weitere, entgegen gesetzt gerichtete, kleinere Radien 19 und 20 gebildet.

Es ist nicht lösungsnotwendig, dass die größeren Radien 18 und 22 stetig mit Krümmungen in die kleineren Radien 19, 20 übergehen. In den dazwischen liegenden Übergangsbereichen können auch diese Radien (stetig oder unstetig) verbindende, kurze Geraden (oder andere leicht gekrümmte Kurvenstücke) vorgesehen sein.

Mit der technischen Lehre nach der Erfindung erfolgt nun eine Verbesserung der Lastübertragung vom Schneidmesser 3 auf die Ausnehmung 2.

Es hat sich herausgestellt, dass beispielsweise im oberen Teil der Ausnehmung 2 - im Bereich des Radius 18 - die Lastübertragung etwa erst Position 23 beginnt sich bis etwa zur Position 24 erstreckt.

Der größte Anteil der Verkantungs- und Verdrehkräfte wird jedoch in dem gezeichneten Bogen der Lastübertragung 27 übertragen. Es kommt dort zur einer lastübertragenen Anlage des Schneidmessers im Bereich des Radius 18, wobei die Gegenlastübertragung 27a nur zur Führung und zur Lagensicherung dient.

Gleiches gilt für den unteren Radius 22, wo die Lastübertragung etwa bei Position 25 beginnt und bei Position 26 aufhört. Auch dort erfolgt der wesentliche Teil der Lastübertragung 28 im Bereich des gezeichneten Bogens, während bei der gegenüberliegenden 28a nur die Führung und Lagensicherung stattfindet. Es gibt dem gemäß im Bereich der Ausnehmung 2 zwei großflächige, diametral einander gegenüberliegende bogenförmige Lastübertragungsbereiche 27 und 28 die eine hochbelastbare Führung des Messer in der Ausnehmung 2 bewirken.

Die beschriebenen Lastübertragungsverhältnisse beziehen sich auf die Ausführung nach Fig. 6, bei der die Schneidkante 13 des Messer für die Rückwärtsbearbeitung der Bohrung ausgerichtet ist.

Ebenso kann die Schneidkante 13 in der Nähe der Stirnseite des Messerhalters 1 - für eine vorwärts gehende Bearbeitung - angeordnet sein; es würden dann die analogen umgekehrten Lastübertragungsverhältnisse gelten.

Im Ausführungsbeispiel ist die Längserstreckung 31 der Ausnehmung 2 parallel zur Längsachse des Messerhalters ausgerichtet.

Die Fig. 3 zeigt, dass die Längserstreckung 31 auch senkrecht zur Längsachse des Messerhalters 1 angeordnet sein kann.

Vorteile bei der etwa brillenförmigen Ausbildung der Ausnehmung 2 nach Fig. 7 ergeben sich insbesondere im Bereich der Radien 19, 20, weil mit diesen außenliegende Sicherungskanten 11, 11a in der Ausnehmung 2 für die Führung des Schneidmessers 3 gebildet werden. Dass Schneidmesser 3 greift an den Sicherungskanten 11, 11a mit zugeordneten Sicherungskanten 15 an, wobei in diesem Bereich jedoch im wesentlichen keine Lastübertragung stattfindet.

Durch die Einschnürung der Sichtungskanten 11, 11a im Material des Messerhalters 1 bleibt in diesem Bereich mehr Material stehen und kann daher für eine bessere Lastübertragung (mit höherer Bruchlast) genutzt werden. Der Messerhalter ist damit besser gegen Bruch geschützt.

Wenn man die beiden gegenüberliegenden Radien 19, 20 unterschiedlich groß ausbildet, dann fungieren diese als Schlüsselöffnungen für das Schneidmesser. Dieses kann dann nur noch in einer bestimmten Orientierung in die Ausnehmung 2 eingesetzt werden. Wird es um 180° versetzt in die Ausnehmung eingesetzt passt es nicht, weil dies durch die unterschiedlich ausgebildeten Radien 19, 20 verhindert wird.

Im Übrigen ist es nicht lösungsnotwendig, dass die Längserstreckung 31 der Ausnehmung 2 genau parallel zur Längsachse des Messerhalters 1 verläuft, diese Längserstreckung 31 kann auch seitlich versetzt zur Längsachse des Messerhalters 1 ausgebildet sein. Es handelt sich dann um eine exzentrisch im Messerhalter angeordnete Ausnehmung 2.

Vorteil der Erfindung ist, dass die gesamte Ausnehmung 2 durch die ineinander übergehenden Radien 18, 19, 20, 21 gebildet ist, so dass keine scharfen Kanten mehr vorhanden sind. Damit wird die Ausnehmung besser gegen Bruch geschützt und es ist eine verbesserte Längsführung des Schneidmessers 3 bei verminderter Verkantungsgefahr gegeben. 1 Messerhalter

2 Ausnehmung

2' Ausnehmung

3 Schneidmesser

4 Halter für Schneidmesser

5 Antriebsstab

6 Nocke

7 Nut

8 Pfeilrichtung

9 Pfeilrichtung

10 Längsbohrung

11 Sicherungskante (Gehäuse)

11a Sicherungskante (Gehäuse)

12 Körper

13 Schneidkante

14 Spannut

15 Sicherungskante

16 Freifläche

17 Mittelpunkt

18 Radius

19 Radius

20 Radius

21 Mittelpunkt

22 Radius

23 Position

24 Position

25 Position

26 Position

27 Lastübertragung

27a Lastübertragung

28 Lastübertragung

28a Lastübertragung

29 Position

30 Position

31 Längserstreckung


Anspruch[de]
  1. 1. Werkzeug zum Senken, Entgraten und Ausspindeln von Bohrungen mit einem um seine Längsachse rotierend angetriebenen Messerhalter (1), in dem im Winkel zu seiner Längsachse mindestens eine Ausnehmung (2, 2') angeordnet ist, in der ein oder mehrere Schneidmesser (3) oder deren Halter (4) auswechselbar und/oder verschiebbar lastübertragend gehalten sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausnehmung (2, 2') aus im wesentlichen ineinander übergehenden Radien (18, 19, 20, 22) gebildet ist.
  2. 2. Werkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausnehmung (2, 2') eine etwa "8"- oder brillenförmige Formgebung hat.
  3. 3. Werkzeug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass zwei etwa symmetrisch zueinander angeordnete und gegeneinander gestellte größere Radien (18, 22) der Ausnehmung (2, 2') ineinander übergehen und der Übergangsbereich durch kleinere, entgegengesetzt gerichtete Radien (19, 20) gebildet ist.
  4. 4. Werkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Schneidmesser (3) in der Ausnehmung (2, 2') längsverschiebbar geführt ist.
  5. 5. Werkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Schneidmesser (3) in der Ausnehmung (2, 2') einstellbar befestigt ist.
  6. 6. Werkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Längserstreckung (31) der Ausnehmung (2) parallel zur Längsachse des Messerhalters 1 ist.
  7. 7. die Längserstreckung (31) der Ausnehmung (2) quer zur Längsachse des Messerhalters 1 ist.
  8. 8. Werkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittelpunkte (17, 21) der Radien (18, 22) zueinander fluchtend auf der Längserstreckung 31 der Ausnehmung 2 liegen.
  9. 9. Werkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittelpunkte (17, 21) der Radien (18, 22) zueinander versetzt zu der Längserstreckung 31 der Ausnehmung 2 angeordnet sind.
  10. 10. Werkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die größeren Radien (18 und 22) stetig mit Krümmungen in die kleineren Radien (19, 20) übergehen.
  11. 11. Werkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die größeren Radien (18 und 22) unter Zwischenschaltung von Geradenabschnitten in die kleineren Radien (19, 20) übergehen.






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