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Dokumentenidentifikation DE69811810T2 11.12.2003
EP-Veröffentlichungsnummer 0908184
Titel Zusammensetzung auf Basis von verdünntem Meerwasser zur Behandlung der nasalen Fossae
Anmelder P.N. Gerolymatos S.A., Kryoneri, Attikis, GR
Erfinder Maugendre, Renee-Jane, 35400 Saint-Malo, FR
Vertreter Thömen und Kollegen, 30175 Hannover
DE-Aktenzeichen 69811810
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE
Sprache des Dokument FR
EP-Anmeldetag 06.10.1998
EP-Aktenzeichen 984600429
EP-Offenlegungsdatum 14.04.1999
EP date of grant 05.03.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 11.12.2003
IPC-Hauptklasse A61K 35/08

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Zusammensetzung auf der Basis von Meerwasser zur Spülung der Nasenhöhlen. Die erfindungsgemäße Zusammensetzung soll insbesondere dazu dienen, die Nasenschleimhaut abschwellen zu lassen und chronische Nasennebenhöhlenentzündungen, allergische Rhinitiden und nasale Polyposen zu behandeln.

Die wichtigsten Aufgaben der Nasenhöhlen bestehen darin, die einströmende Luft zu regulieren, die eingeatmete Luft anzuwärmen und anzufeuchten und Fremdkörper (Staubteilchen, mikrobielle Keime) zu beseitigen.

Das die Nasenschleimhaut auskleidende Flimmerepithel spielt eine wesentliche Rolle bei der Infektionsabwehr. Die Flimmerhärchen dieses Epithels werden von einem der Abwehr dienenden Schleim umspült und sind der aktiven Bewegung fähig, wodurch sie den Schleim und die eingeatmeten Schmutzpartikel von vorn nach hinten in Richtung Rachen befördern.

Die bislang zur Spülung der Nasenhöhlen bekannten Zusammensetzungen auf der Basis von Meerwasser sind im Allgemeinen mit Bezug auf die Nasenschleimhaut isotonisch. Jede dieser Zusammensetzungen besteht beispielsweise aus einer Mischung aus Meerwasser und aus entionisiertem Wasser, wobei der Volumenanteil an Meerwasser in der Mischung etwa ein Drittel beträgt. Vor der Abfüllung wird diese Mischung zu deren Sterilisierung gefiltert, und die nach der Filtration schließlich erhaltene Lösung wird beispielsweise in Form eines Nasensprays verwendet.

Die französische Patentschrift FR-A-2 299 041 zum Beispiel beschreibt ein Zubereitungsbeispiel einer derartigen Lösung.

Die genannten isotonischen Zusammensetzungen können auch dadurch erhalten werden, dass ein großer Anteil an Natrium- , Kalium- und Chloridionen aus einer Probe unbehandelten Meerwassers entfernt werden, durch Elektrodialyse zum Beispiel.

Im Allgemeinen sind diese isotonischen Zusammensetzungen auf der Nasenschleimhaut gut verträglich und bewirken keine wesentlichen Änderungen des mukoziliären Systems.

Sie haben jedoch den Nachteil, dass sie bei der wirksamen Behandlung von ernsthaften Nasenverstopfungen oder ödematösen Schwellungen zum Beispiel keine überzeugende Ergebnisse liefern.

Es wurde demnach nach hypertonischen Zusammensetzungen gesucht, mit denen die Nasenhöhlen auf wirksamere Weise zum Abschwellen gebracht werden können. Diese Zusammensetzungen bestehen aus einer filtrierten und sterilisierten, unbehandelten Meerwasserlösung.

Die kanadische Patentschrift CA-A-1 313 142 beschreibt ein Beispiel eines Verfahrens zur Zubereitung einer derartigen Zusammensetzung sowie die Wirkung dieser hypertonischen Zusammensetzung auf Patienten, denen sie verabreicht wurde.

Diese Zusammensetzung ist im Wesentlichen durch das Gebiet, aus dem das die Zusammensetzung bildende Meerwasser stammt, nämlich ein Gebiet vor der Küste Kanadas, gekennzeichnet.

Dieses Gebiet bestimmt den Salzgehalt der Zusammensetzung sowie seinen pH-Wert, der 7,2 beträgt.

Ein wesentlicher Nachteil einer derartigen Zusammensetzung besteht darin, dass sie einerseits auf der Nasenschleimhaut nicht gut verträglich ist und dass sie andererseits störend auf die Beschaffenheit des mukoziliären Systems der Schleimhaut einwirkt.

Die vorgenannte Unverträglichkeit auf der Nasenschleimhaut kann sich insbesondere durch einen Niesreflex äußern, der durch die Reizung der Bewegungs- und Empfindungsnerven der Schleimhaut ausgelöst wird.

Die erwähnte, durch den Salzgehalt und den relativ geringen pH-Wert der Zusammensetzung bedingte Störung des mukoziliären Systems kann zu einer Verlangsamung der Bewegung der Flimmerhärchen, bzw. zu deren Stillstand führen, wodurch das Abfließen des der Abwehr dienenden Schleims behindert wird.

Dadurch wird die Nasenschleimhaut gegenüber den eingeatmeten Schmutzpartikeln empfindlicher.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Zusammensetzung auf der Basis von Meerwasser zur Spülung der Nasenhöhlen bestehend aus einer Mischung aus zuvor gefiltertem, gereinigtem und sterilisiertem Meerwasser und destilliertem Wasser vorzuschlagen, mit der dieser Nachteil behoben werden kann und folglich die unerwünschten Wirkungen bei der Verabreichung derselben vermieden werden können.

Hierzu ist die erfindungsgemäße Zusammensetzung so beschaffen, dass der Volumenanteil des Meerwassergehalts der Mischung im Wesentlichen 70% beträgt.

Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung liegt das in der Mischung gelöste Natriumchlorid in einer Konzentration von 23 g/l bis 25 g/l vor.

Vorzugsweise liegt das Natriumchlorid in einer Konzentration von etwa 24 g/l vor.

Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung beträgt der pH- Wert der Zusammensetzung etwa 8,2.

Vorzugsweise liegt das in der Mischung gelöste Magnesium in einer Konzentration von etwa 1,04 g/l vor.

Vorzugsweise liegt das in der Mischung gelöste Kalzium in einer Konzentration von etwa 0,39 g/l vor.

Vorzugsweise liegt das in der Mischung gelöste Kalium in einer Konzentration von etwa 0,25 g/l vor.

Vorzugsweise liegt das in der Mischung gelöste Zink in einer Konzentration von etwa 0,09 mg/l vor.

Vorzugsweise liegt das in der Mischung gelöste Kupfer in einer Konzentration von etwa 0,04 mg/l vor.

Außerdem ist vorgesehen, dass eine erfindungsgemäße Zusammensetzung durch Sprühen verabreicht wird, wobei jeder Sprühstoß durch die Zerstäubung von Mikropartikeln aufgrund eines aktiven Drucks erfolgt.

Die eingangs erwähnten sowie weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nun folgenden näheren Beschreibung eines Ausführungsbeispiels.

Eine erfindungsgemäße Zusammensetzung besteht aus einer Mischung aus zuvor gefiltertem, gereinigtem und sterilisiertem Meerwasser und destilliertem Wasser. Diese Zusammensetzung ist so beschaffen, dass der in der Mischung enthaltene Volumenanteil an Meerwasser im Wesentlichen 70% beträgt.

Das für diese Zusammensetzung verwendete Meerwasser stammt vorzugsweise aus Frankreich, aus der Bucht von Cancale.

Das in der Mischung gelöste Natriumchlorid liegt in einer Konzentration von 23 g/l bis 25 g/l vor, wobei das Natriumchlorid vorzugsweise in einer Konzentration Von 24 g/l vorliegt.

Eine erfindungsgemäße Zusammensetzung ist bevorzugt dadurch gekennzeichnet, dass sie einen pH-Wert von etwa 8,2 aufweist, der ein basisches Milieu kennzeichnet.

Außerdem liegen die in der Zusammensetzung gelösten folgenden Mineralelemente in der entsprechenden Konzentration vor:

Magnesium: 1,04 g/l;

Kalzium: 0,39 g/l;

Kalium: 0,25 g/l;

Zink: 0,09 mg/l;

Kupfer: 0,04 mg/l.

Eine erfindungsgemäße Zusammensetzung wird in eine unter Druck stehende Flasche mit selbst-sterilisierendem Aufsatz abgefüllt.

Diese Zusammensetzung wird vorzugsweise durch aktiven und dynamischen Druck in Sprühstößen verabreicht, wodurch Mikropartikel durch Zerstäubung verteilt werden.

In klinischen Studien wurde eine erfindungsgemäße Zusammensetzung an Patienten mit unterschiedlichem Alter zwischen 15 und 70 Jahren, die an Krankheiten der Nasenhöhlen litten, getestet. Diese litten vor der Behandlung mit dieser Zusammensetzung an Beschwerden, die mit der Begleiterscheinung einer ständig verstopften Nase, die auch durch Schnäuzen nicht frei zu machen war, einhergingen.

Diese Beschwerden waren beispielsweise ödematöse, allergische, katarrhalische, hypertrophische und vaskuläre Rhinitiden, Polyposen usw.

Gegenanzeigen für diese Behandlung sind einerseits akute Infektionen wie zum Beispiel akute Nasennebenhöhlenentzündungen und andererseits hämostatische Störungen und/oder eine Hämostase.

Das bei diesen Studien befolgte Protokoll ist in den nachfolgend aufgeführten Tabellen 1 bis 6 wiedergegeben. In diesen Tabellen sind 30 Patienten aufgeführt, die für den Grad ihrer jeweiligen Nasenschleimhautbeschwerden repräsentativ waren.

In einem ersten Schritt wurden für jeden Patienten, der derartige Beschwerden hatte, die klinischen Zeichen aufgeführt (siehe Tabelle 1).

Diese klinischen Zeichen wurden im Hinblick auf die Nasenverstopfung, deren störende Wirkung beim Einschlafen und während des Schlafs, die Mundatmung, Störungen des Geruchsinns und die Art der diese Nasenverstopfung begleitende Rinorrhoe untersucht.

Wann immer dies möglich war, wurde die Nasenverstopfung mittels einer unter dem Namen Visuelle Analoge Skala (VAS) bekannten Werteskala von 0 bis 10 quantifiziert.

In einem zweiten Schritt wurde dann jeder Patient allgemein untersucht, wobei diese Untersuchungen im Wesentlichen darin bestanden, eine vordere Rhinoskopie (durch Nasofibroskopie) durchzuführen, um so die Schwellung und/oder die Entzündung der Schleimhaut genau kennzeichnen zu können. Die Art eventueller anatomischer Deformitäten und Schleimhaut angreifender Sekrete wurde ebenfalls bestimmt.

Die Ergebnisse dieser allgemeinen Untersuchungen sind in der Tabelle 2 eingetragen.

In einem dritten Schritt wurde jedem Patienten eine erfindungsgemäße Zusammensetzung in folgender Weise verabreicht.

Zwei Wochen lang wurden morgens, mittags und abends zwei Sprühstöße in jedes Nasenloch gegeben. Zu bemerken ist, dass durch die so erzielte Zerstäubung die Zusammensetzung großflächig auf die Schleimhautoberfläche gestreut wird.

In den Fällen, in denen die Nasenverstopfung sehr stark war, wurde in den ersten fünf Tagen der Behandlung einige Minuten vor jeder Zerstäubung einer erfindungsgemäßen Zusammensetzung die Nasenschleimhaut lokal mit einer unter dem Namen Aturgyl® bekannten Zusammensetzung besprüht. Diese zusätzlichen Sprühstöße wurden in keinem Fall über den achten Behandlungstag hinaus fortgesetzt.

Je nach den Beschwerden, unter denen die zu behandelnden Patienten litten, wurden diese gleichzeitig mit der erfindungsgemäßen Zusammensetzung mit Antibiotika behandelt. In keinem Fall wurden hingegen schleimlösende, nichtsteroidale entzündungshemmende Mittel (NSAID) oder Kortikoide verabreicht.

In der Tabelle 3 wurden die Patienten aufgeführt, die zusätzlich zu der erfindungsgemäßen Zusammensetzung mit Aturgyl® und/oder einem oder mehreren Antibiotika behandelt wurden.

In einem vierten Schritt wurden die am Ende der oben dargestellten Behandlung beobachteten Ergebnisse sowohl in Bezug auf die klinischen Zeichen, auf die allgemeinen eingangs erwähnten Untersuchungen als auch auf das beobachtete Gesamtergebnis aufgezeichnet (siehe Tabelle 4, 5 bzw. 6).

Bestimmte, in den unten wiedergegebenen Ergebnistabellen eingetragene Parameter sind durch die Symbole +, 2+ und 3+ gekennzeichnet. Diese Symbole bezeichnen jeweils geringe Mengen, ziemlich große Mengen und sehr große Mengen.

Tabelle 1: vor der Behandlung beobachtete klinische Zeichen
Tabelle 2: Vor der Behandlung erzielte Ergebnisse der allgemeinen Untersuchungen
Tabelle 3: Art der Behandlung (zusätzlich zu der Behandlung mit der erfindungsgemäßen Zusammensetzung
Tabelle 4: nach der Behandlung beobachtete klinische Zeichen
Tabelle 5: Nach der Behandlung erzielte Ergebnisse der allgemeinen Untersuchungen
Tabelle 6: Gesamtbeurteilung der Behandlung durch den Arzt und den Patienten:

Die oben dargestellten Ergebnisse zeigen, dass die Verabreichung einer erfindungsgemäßen Zusammensetzung im Allgemeinen zu einer wirksamen Abschwellung der Nasenschleimhaut führt, indem sie insbesondere die Ödeme resorbiert und die damit einhergehende Verstopfung beseitigt (siehe VAS- Skala).

Diese Wirkung ist dadurch zu erklären, dass die Zusammensetzung das Phänomen der Osmose optimiert, wodurch das im Übermaß in den Zellen der Schleimhaut vorhandene Wasser aus diesen austritt.

Zu bemerken ist, dass im Gegensatz zu den aus dem Stand der Technik bekannten hypertonischen Zusammensetzungen das durch eine Änderung des osmotischen Drucks bewirkte Abfließen der Sekrete weder die Schleimhaut reizt, noch physiologische Veränderungen des Flimmerepithels verursacht. Insbesondere wird die Aufgabe des Epithels, die darin besteht, den der Abwehr dienenden Schleim in Richtung Rachen zu bewegen, aufrechterhalten.

Zu bemerken ist ebenfalls, dass der basische pH-Wert der erfindungsgemäßen Zusammensetzung, der etwa 8,2 beträgt, die Beseitigung von die Nasenschleimhaut befallenden Viren begünstigt.


Anspruch[de]

1. Zusammensetzung auf der Basis von Meerwasser zur Spülung der Nasenhöhlen, bestehend aus einer Mischung aus zuvor gefiltertem, gereinigtem und sterilisiertem Meerwasser und destilliertem Wasser, dadurch gekennzeichnet, dass der Volumenanteil des Meerwassergehalts der Mischung im Wesentlichen 70% beträgt.

2. Zusammensetzung auf der Basis von Meerwasser zur Spülung der Nasenhöhlen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das in der Mischung gelöste Natriumchlorid in einer Konzentration von 23 g/l bis 25 g/l vorliegt.

3. Zusammensetzung auf der Basis von Meerwasser zur Spülung der Nasenhöhlen nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Natriumchlorid in einer Konzentration von etwa 24 g/l vorliegt.

4. Zusammensetzung auf der Basis von Meerwasser zur Spülung der Nasenhöhlen nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie einen pH- Wert von etwa 8, 2 aufweist.

5. Zusammensetzung auf der Basis von Meerwasser zur Spülung der Nasenhöhlen nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das in der Mischung gelöste Magnesium in einer Konzentration von etwa 1,04 g/l vorliegt.

6. Zusammensetzung auf der Basis von Meerwasser zur Spülung der Nasenhöhlen nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das in der Mischung gelöste Kalzium in einer Konzentration von etwa 0,39 g/l vorliegt.

Zusammensetzung auf der Basis von Meerwasser zur Spülung der Nasenhöhlen nach einem der Ansprüche 2 bis 6 dadurch gekennzeichnet, dass das in der Mischung gelöste Kalium in einer Konzentration von etwa 0,25 g/l vorliegt.

8. Zusammensetzung auf der Basis von Meerwasser zur Spülung der Nasenhöhlen nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das in der Mischung gelöste Zink in einer Konzentration von etwa 0,09 mg/l vorliegt.

9. Zusammensetzung auf der Basis von Meerwasser zur Spülung der Nasenhöhlen nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das in der Mischung gelöste Kupfer in einer Konzentration von etwa 0,04 mg/l vorliegt.







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