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Dokumentenidentifikation DE10001571C2 24.12.2003
Titel Vorrichtung zur Bearbeitung und Rundung von Beton- und Stahlbetonrohren
Anmelder Tritzschak, Eberhard, 63322 Rödermark, DE
Erfinder Tritzschak, Eberhard, 63322 Rödermark, DE
Vertreter Patent- und Rechtsanwaltssozietät Maucher, Börjes & Kollegen, 79102 Freiburg
DE-Anmeldedatum 15.01.2000
DE-Aktenzeichen 10001571
Offenlegungstag 25.01.2001
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 24.12.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.12.2003
IPC-Hauptklasse B28D 7/04
IPC-Nebenklasse B28D 1/18   B28D 1/22   B28B 21/98   
Zusammenfassung Rohre aus Beton und Stahlbeton werden überwiegend aus erdfeuchtem Beton hergestellt und sofort entschalt. Hierbei kommt es häufig zu einer geringen Verformung des oberen Bereiches des Rohres, des Spitzendes, aus einer runden Form in eine annähernd elliptische.
Bei einem späteren Zusammenfügen der Rohre wird zwischen diesem Rohrbereich und der Muffen-Innenseite eine Dichtung montiert, ein verformtes Spitzende bewirkt einen ungleichmäßigen Muffenspalt und eine mögliche Sprengung der Muffe bei zu kleinem Spalt oder Undichtigkeit bei zu großem Spalt.
Durch das angewendete Verfahren soll bei einer Bearbeitung des Spitzendes im Dichtungsbereich eine Unrundheit beseitigt und ein gleichmäßiger Durchmesser hergestellt werden. Zu diesem Zweck werden an der Einheit Bearbeitungswerkzeug, hier Fräser (6), mittels eines gelenkig gelagerten Hebels (4) drei Rollen (5) mit den Verbindungen (3) ebenfalls gelenkig angeordnet. Diese Rollen sind etwa in 90 Grad zu dem dem Fräser gegenüberliegenden Punkt angeordnet, rollen bei der Bearbeitung im Rohr ab und bewirken, dass die Linie A-B i neinem konstanten Abstand zum Fräser bleibt. Dadurch wird ein rundes Spitzende erzeugt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Bearbeitungsvorrichtung zur Rundung von unrund verformten Beton- und Stahlbetonrohren, die eine aus zumindest zwei drehantreibbaren Tragrollen oder Tragwalzen gebildete Rohrhalterung, ein Bearbeitungswerkzeug sowie einen gelenkig ausgebildeten Abstandshalter für das Bearbeitungswerkzeug aufweist, wobei der Abstandshalter aus zumindest einem Grundschenkel und zwei an dessen Enden mit dem Grundschenkel gelenkig verbundenen Seitenschenkeln besteht und das Bearbeitungswerkzeug sowie mindestens zwei unter Druck zum Abrollen am Rohrumfang bestimmte Stützrollen trägt, welche jeweils an den Seitenschenkeln in gleichem Abstand vom Grundschenkel angeordnet sind und wobei die Mittelpunkte der Stützrollen auf einer Linie A-B liegen, die parallel zum Grundschenkel verläuft.

Besonders bei der Herstellung von Beton- und Stahlbetonrohren stellt sich das Problem, dass die Rohre bei der Herstellung nach einem Verfahren mit Sofortentschalung besonders im Rohrendbereich, der das Spitzende umfasst, leicht unrund werden können. Dabei verformen sich die zunächst runden Rohre in eine elliptische oder ovale Form. Diese Verformung im Bereich des Spitzendes bewirkt bei der Herstellung einer Rohrverbindung einen ungleichmäßigen Abstand vom Sitz der Dichtung auf dem Spitzende zur Muffeninnenseite, dem Muffenspalt, und damit eine ungleichmäßige Verpressung der Dichtung. Wenn diese Abweichung in der Muffenspaltweite ein von der Dichtungsstärke abhängiges Maß überschreitet, führt dies im Bereich der Muffenverbindung im Kanal zu unerwünschten und unzulässigen Undichtigkeiten. In der Regel werden diese Unrundheiten im Bereich des Dichtungssitzes im Spitzendbereich durch eine Bearbeitung mittels eines Fräsers gerundet und auf gleichmäßigen Durchmesser gebracht.

Für diese Bearbeitung wurden eine Reihe von Verfahren mit sich drehendem Rohr und stehendem Bearbeitungswerkzeug oder mit stehendem Rohr und sich um das Rohr bewegendem Bearbeitungswerkzeug entwickelt. Diese Verfahren unterscheiden sich im wesentlichen durch ihre Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit.

So ist bereits aus der DE-PS 43 28 594 C1 eine Vorrichtung der eingangs erwähnten Art bekannt, die einen als flexible Struktur ausgebildeten und mittels Stützrollen am Rohrumfang des sich drehenden Rohres abfahrenden Abstandshalter für das Bearbeitungswerkzeug aufweist. Dieser Abstandshalter hat zumindest vier bogenförmige Arme, die zur Verminderung der Reibung Stützrollen tragen. Der Abstandshalter ist mit Federn derart vorgespannt, dass sich dessen Arme mit ihren Stützrollen an die Mantelfläche des Rohres anschmiegen. Die mit Hilfe der vorbekannten Vorrichtung erreichbare Präzision des Bearbeitungsergebnisses lässt sich jedoch nur steigern, je größer die Anzahl der Arme pro Längeneinheit beziehungsweise je feiner der das Werkstück umschließende Bogen geteilt ist. Mit zunehmender Anzahl der benötigten Arme steigt jedoch auch der mit der Konstruktion und Herstellung der vorbekannten Vorrichtung verbundene Aufwand.

Es besteht daher die Aufgabe, eine in Konstruktion und Herstellung vergleichsweise einfache Vorrichtung der eingangs erwähnten Art zu schaffen, die sich dennoch durch eine hohe Präzision des Bearbeitungsergebnisses auszeichnet.

Die erfindungsgemäße Lösung dieser Aufgabe besteht darin, dass der Abstandshalter ein fünfschenkliges gelenkiges Vieleck mit dem Grundschenkel, den an dessen Enden mit diesem gelenkig verbundenen Seitenschenkeln sowie mit den zwei Seitenschenkeln gelenkig verbundenen Abschlussschenkeln aufweist, dass die Abschlussschenkel in gleichem Abstand von den Seitenschenkeln gelenkig miteinander verbunden sind, dass die zwei Stützrollen an den Gelenkverbindungen der Seitenschenkel mit den Anschlussschenkeln und eine dritte Stützrolle an der Gelenkverbindung der beiden Anschlussschenkel miteinander vorgesehen sind, dass die Linie A-B des zu bearbeitenden Rohrs durch die Mittelachse des zu bearbeitenden Rohrs verläuft und dass der Abstand der Linie A-B zum Bearbeitungswerkzeug während der Rohrbearbeitung konstant ist.

Die Erfindung macht sich die Tatsache zunutze, dass bei einem Oval oder einer Ellipse, das aus einem vormals runden Körper, hier Betonrohr, entstanden ist, zwei auf einer Mantelfläche gegenüberliegende Punkte jeweils einen voneinander dem halben Umfang entsprechenden Abstand haben, wobei der Abstand entlang der Mantelfläche gemessen ist. Lässt man bei einer Ellipse die jeweils um 90° versetzt angeordneten Stützrollen, die mittels der Abschlussschenkel mit Abstand zueinander verbunden sind, der ein Viertel des Rohrumfangs entspricht, am Rohrumfang abrollen, so geht die Verbindung der Mittelpunkte A-B der beiden äußeren Stützrollen bei einer Drehung des elliptischen Rohres immer durch den Mittelpunkt dieser Ellipse. Ein durch die Seitenschenkel in einem konstanten Abstand zu dieser Achse A-B, die den Radius des Bearbeitungsdurchmessers darstellt, angeordnetes Bearbeitungswerkzeug beseitigt bei einem Umlauf die Unrundheit und bearbeitet das unrunde Rohr durch ungleichmäßigen Abtrag zu einem runden Sitzende.

Dabei können die Stützrollen zur Anlage am Rohrinnenumfang oder am Rohraußenumfang vorgesehen sein.

Um die erfindungsgemäße Vorrichtung rasch und präzise an den Rohrdurchmesser anpassen zu können, ist es vorteilhaft, wenn der mit dem Bearbeitungswerkzeug fest verbundene Abstandshalter zum Einstellen des gewünschten Abstands verstellbar ist.

Zweckmäßig ist es, wenn das Bearbeitungswerkzeug als Fräser ausgebildet ist.

Nachstehend wird ein Ausführungsbeispiel gemäß der Erfindung anhand der Zeichnung noch näher erläutert.

Es zeigt in schematischer Darstellung:

Fig. 1 eine Vorrichtung zur Bearbeitung und Rundung von Beton- und Stahlbetonrohren in einer stirnseitigen Draufsicht und

Fig. 2 die Vorrichtung aus Fig. 1 in einer Seitenansicht.

Rohre aus Beton- und Stahlbeton werden überwiegend aus erdfeuchtem Beton hergestellt und sofort entschalt. Hierbei kommt es häufig zu einer geringen Verformung des oberen Bereiches des Rohres, des Spitzendes, aus einer runden Form in eine annähernd elliptische. Bei einem späteren Zusammenfügen der Rohre wird zwischen diesem Rohrbereich und der Muffeninnenseite eine Dichtung montiert, wobei ein verformtes Spitzende einen ungleichmäßigen Muffenspalt und möglicherweise eine Sprengung der Muffe bei zu kleinem Spalt beziehungsweise Undichtigkeit bei zu großem Spalt bewirken kann.

Mit Hilfe der in den Fig. 1 und 2 dargestellten Vorrichtung 10 kann nun bei einer Bearbeitung des Rohr- oder Spitzendes im Dichtungsbereich eine Unrundheit beseitigt und ein gleichmäßiger Rohrdurchmesser hergestellt werden.

Die Vorrichtung 10 weist dazu einen als flexible Struktur ausgebildeten Abstandshalter 11 auf, der ein fünfschenkliges gelenkiges Vieleck bildet. Der Abstandshalter 11 hat einen etwa parallel zu einer Rohrmittelebene angeordneten Grundschenkel 7, an dem ein Bearbeitungswerkzeug 6 gehalten ist. Der Grundschenkel 7 ist in etwa gleichem Abstand beidseits des Bearbeitungswerkzeuges 6 an Anlenkstellen mit jeweils einem Seitenschenkel 4 gelenkig verbunden. An den Seitenschenkeln 4 sind in etwa gleichem Abstand zu dessen Anlenkstelle jeweils ein Abschlussschenkel 3 gelenkig gehalten, wobei die Abschlussschenkel 3 ihrerseits in etwa gleichem Abstand zu ihrem Seitenschenkel 4 gelenkig miteinander verbunden sind. Im Bereich der Gelenkverbindungen zwischen den Seitenschenkeln 4 und den Abschlussschenkeln 3 sowie zwischen den Abschlussschenkeln 3 untereinander ist jeweils zumindest eine, am Rohrumfang abfahrende Stützrolle 5 vorgesehen. Der als flexible Struktur ausgestaltete Abstandshalter ist dazu derart vorgespannt, dass die Stützrollen 5 den Rohrumfang ständig beaufschlagen.

Die hier dargestellte Vorrichtung 10 zeichnet sich durch ihre einfache und praktikable Anwendung sowie durch ihre wirtschaftliche Bauweise und hohe Effektivität aus. Mit Hilfe der hier dargestellten Vorrichtung 10 lässt sich mit geringem Aufwand und höchst effektiv ein Rundausgleich bei unrunden Rohren 1 erreichen. Fahren die Stützrollen 5 am Rohrinnenumfang ab, so lässt sich bei einem Beton- oder Stahlbetonrohr 1 auch eine ungleiche Wandstärke ausgleichen.


Anspruch[de]
  1. 1. Bearbeitungsvorrichtung zur Rundung von unrund verformten Beton- und Stahlbetonrohren, die eine aus zumindest zwei drehantreibbaren Tragrollen oder Tragwalzen (2) gebildete Rohrhalterung, ein Bearbeitungswerkzeug (6) sowie einen gelenkig ausgebildeten Abstandshalter für das Bearbeitungswerkzeug (6) aufweist, wobei der Abstandshalter aus zumindest einem Grundschenkel (7) und zwei an dessen Enden mit dem Grundschenkel (7) gelenkig verbundenen Seitenschenkeln (4) besteht und das Bearbeitungswerkzeug (6) sowie mindestens zwei unter Druck zum Abrollen am Rohrumfang bestimmte Stützrollen (5) trägt, welche jeweils an den Seitenschenkeln (4) in gleichem Abstand vom Grundschenkel (7) angeordnet sind und wobei die Mittelpunkte der Stützrollen (5) auf einer Linie A-B liegen, die parallel zum Grundschenkel (7) verläuft, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstandshalter (3, 4, 7) ein fünfschenkliges gelenkiges Vieleck mit dem Grundschenkel (7), den an dessen Enden mit diesem gelenkig verbundenen Seitenschenkeln (4) sowie mit den zwei Seitenschenkeln (4) gelenkig verbundenen Abschlussschenkeln (3) aufweist, dass die Abschlussschenkel (3) in gleichem Abstand von den Seitenschenkeln (4) gelenkig miteinander verbunden sind, dass die zwei Stützrollen (5) an den Gelenkverbindungen der Seitenschenkel (4) mit den Anschlussschenkeln (3) und eine dritte Stützrolle (5) an der Gelenkverbindung der beiden Anschlussschenkel (3) miteinander vorgesehen sind, dass die Linie A-B des zu bearbeitenden Rohrs durch die Mittelachse des zu bearbeitenden Rohrs verläuft und dass der Abstand der Linie A-B zum Bearbeitungswerkzeug (6) während der Rohrbearbeitung konstant ist.
  2. 2. Bearbeitungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Stützrollen (5) zur Anlage am Rohrinnenumfang oder am Rohraußenumfang vorgesehen sind.
  3. 3. Bearbeitungsvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der mit dem Bearbeitungswerkzeug (6) fest verbundene Abstandshalter zum Einstellen des gewünschten Abstands verstellbar ist.
  4. 4. Bearbeitungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Bearbeitungswerkzeug (6) als Fräser ausgebildet ist.






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