PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE10155210C2 24.12.2003
Titel Fahrgastraumheizung eines Kraftfahrzeugs
Anmelder AUDI AG, 85057 Ingolstadt, DE
Erfinder Odendall, Bodo, 86633 Neuburg, DE;
Betz, Johann, 85057 Ingolstadt, DE
DE-Anmeldedatum 09.11.2001
DE-Aktenzeichen 10155210
Offenlegungstag 28.05.2003
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 24.12.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.12.2003
IPC-Hauptklasse B60H 1/03
IPC-Nebenklasse B60H 1/20   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Fahrgastraumheizung eines Kraftfahrzeugs nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Eine gattungsgemäße, bekannte Fahrgastraumheizung eines Kraftfahrzeugs (DE 195 00 476 A1) mit einer Brennkraftmaschine mit Kühlmittelkreislauf und einer Abgasanlage zum Abführen von heißem Abgas umfasst wenigstens einen Kühlmittel/Heizluft-Wärmetauscher im Kühlmittelkreislauf, von dem Heizluft dem Fahrgastraum für eine übliche Fahrgastraumheizung gesteuert zuführbar ist. Zudem ist hier eine Abgas/Kühlmittel-Wärmetauschvorrichtung vorgesehen, die sowohl der Abgasanlage als auch dem Kühlmittelkreislauf als Zuheizvorrichtung für eine gesteuerte Erhöhung der Kühlmitteltemperatur zur bedarfsorientierten Unterstützung der Fahrgastraumheizung zugeordnet ist.

Dazu ist der Abgas/Kühlmittel-Wärmetauscher für eine zu- und abschaltbare Wärmerückführung vorgesehen, wobei dieser Wärmetauscher eingeschaltet ist, wenn die Kühlmitteltemperatur unter der Kühleröffnungstemperatur liegt und die Brennkraftmaschine mit geringer Drehzahl betrieben wird und sonst ausgeschaltet ist.

Damit soll unter anderem die Heizleistung der Fahrgastraumheizung, insbesondere bei Fahrzeugen mit verbrauchsoptimierten Brennkraftmaschinen verbessert werden, da hier die an das Kühlmittel abgegebene Wärmemenge bei tiefen Außentemperaturen und niedrigen Motorlasten für eine befriedigende Heizung des Fahrgastraumes nicht ausreicht. Die Steuerung durch den zu- und abschaltbaren Abgas/Kühlmittel-Wärmetauscher ist nur sprunghaft möglich und führt zu einem Überschwingen der Kühlmitteltemperatur. Eine solche sprunghafte und nur wenig anpassbare Steuerung führt zu Temperaturproblemen im Kühlmittelkreislauf der Brennkraftmaschine, da Wärme aus dem Abgas nur bei geringen Kühlmitteltemperaturen zugeführt werden darf. Bei hohen Motorlasten und damit auch hohen Kühlmitteltemperaturen belastet hier ein zusätzlicher Eintrag von Abgaswärme ins Kühlmittel den Kühlmittelkreislauf zusätzlich, da die zusätzliche Wärme nicht für die Fahrgastraumheizung benötigt wird und über den Kühlmittelkreislauf abgeführt werden muss.

Weiter ist es bei Fahrzeugen mit Turbodieselmotoren mit einem geringen Kraftstoffverbrauch allgemein bekannt, das vorstehend genannte Heizungsdefizit durch eine elektrische Zusatzheizung zu ergänzen. Eine solche Art der Zuheizung ist jedoch teuer in der Herstellung und durch einen dadurch bedingten erhöhten Kraftstoffverbrauch teuer im Betrieb.

Aufgabe der Erfindung ist es demgegenüber, eine gattungsgemäße Fahrgastraumheizung mit einer Zuheizvorrichtung so weiterzubilden, dass der Grad der Zuheizung auf einfache Weise in einem vorbestimmten einerseits unkritischen und andererseits ausreichenden Umfang selbsttätig steuerbar ist.

Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

Gemäß Anspruch 1 steht eine Zwischen-Wärmetauschvorrichtung für einen indirekten, steuerbaren Wärmeübergang zwischen dem Abgas und dem Kühlmittel einerseits mit der Abgasanlage und andererseits mit dem Kühlmittelkreislauf über ein Wärmeträgermedium in wärmeübertragender Verbindung. Das Wärmeträgermedium ist dabei derart beschaffen, dass es bei tiefen Außentemperaturen und tiefen Kühlmitteltemperaturen mit dem Bedarf für eine Zuheizung und Unterstützung der Fahrgastraumheizung flüssig ist und einen hohen Wärmeübertragungskoeffizienten mit hoher Wärmeübertragung vom Abgas auf das Kühlmittel aufweist und dass es bei hohen Kühlmitteltemperaturen ohne Bedarf einer Zuheizung gasförmig ist und einen kleinen Wärmeübertragungskoeffizienten mit geringer Wärmeübertragung vom Abgas auf das Kühlmittel aufweist.

Der Wechsel des Aggregatzustandes des Wärmeübertragungsmediums flüssig/gasförmig erfolgt kontinuierlich in Abhängigkeit der Umgebungsrandbedingungen, so dass sich dabei auf einfache Weise der Umfang der Zuheizung selbsttätig und kontinuierlich angepasst einstellt und steuert ohne dass zusätzliche Maßnahmen erforderlich sind.

Gemäß Anspruch 2 ist an das Volumen des Wärmeübertragungsmediums ein Ausgleichs- und Kondensatbehälter angeschlossen. Wenn das Wärmeübertragungsmedium im Abgas/Wärmeübertragungsmedium-Wärmetauscher gasförmig oder zumindest weitgehend gasförmig ist, nimmt der Ausgleichs- und Kondensatbehälter kondensiertes flüssiges Wärmeübertragungsmedium auf. Anderenfalls, bei flüssigem Wärmeübertragungsmedium im Abgas-Wärmeübertragungsmedium-Wärmetauscher ist der Ausgleichs- und Kondensatbehälter weitgehend mit gasförmigem Wärmeübertragungsmedium gefüllt.

Dem Ausgleichs- und Kondensatbehälter kann nach Anspruch 3 wenigstens ein Steuerventil in einer Behälterzuström- und/oder Behälterabströmleitung zugeordnet sein. Solche Ventile gewährleisten, dass gasförmiges Wärmeübertragungsmedium flüssiges Wärmeübertragungsmedium sicher aus dem Abgas/Wärmeübertragungsmedium-Wärmetauscher in den Ausgleichs- und Kondensatbehälter drückt.

Die Zwischen-Wärmetauschvorrichtung enthält einerseits einen Abgas/Wärmeübertragungsmedium-Wärmetauscher und andererseits einen Wärmeübertragungsmedium/Kühlmittel-Wärmetauscher.

In einer konstruktiv und thermisch günstigen Ausführungsform nach Anspruch 4 ist dabei der Abgas/Wärmeübertragungsmedium-Wärmetauscher in der Abgasanlage zwischen einem Schalldämpfer und einem Katalysator angeordnet, wobei das Abgasrohr mit einem Ringvolumen für das Wärmeübertragungsmedium umschlossen ist. In einer zweckmäßigen Weiterbildung nach Anspruch 5 ist der Wärmeübertragungsmedium/Kühlmittel- Wärmetauscher dadurch gebildet, dass das Ringvolumen für das Wärmeübertragungsmedium durch ein angrenzendes Ringvolumen für das Kühlmittel mit einem stirnseitigen Kühlmitteleinströmanschluss und einem gegenüberliegenden Kühlmittelausströmanschluss gebildet ist. Zweckmäßig ist nach Anspruch 6 das radial äußere Ringvolumen von einer Wärmedämmung umgeben.

In einer alternativen, aufwendigeren Ausführungsform nach Anspruch 7 ist der Wärmeübertragungsmedium/Kühlmittel-Wärmetauscher in örtlichem Abstand zum Abgas/Wärmeübertragungsmedium-Wärmetauscher angeordnet und primärseitig an einen Wärmeübertragungsmediumkreis sowie sekundärseitig an den Kühlmittelkreis angeschlossen. Im Wärmeübertragungsmediumkreis, vorzugsweise im Rücklauf zum Abgas/Wärmeübertragungsmedium-Wärmetauscher sind wenigstens eine schaltbare Pumpe und wenigstens ein Steuerventil angeordnet. Mit einer solchen Ausführungsform ist eine einfache und gute Anpassung der Zuheizung an die jeweiligen Gegebenheiten möglich, wobei auch hier die Steuerung der Zuheizung im wesentlichen durch die Aggregatzustandsänderungen des Wärmeübertragungsmediums erfolgt.

In einer weiteren, alternativen Ausführungsform nach Anspruch 8 ist der Wärmeübertragungsmedium/Kühlmittel-Wärmetauscher in örtlichem Abstand zum Abgas/Wärmeübertragungsmedium-Wärmetauscher angeordnet und primärseitig mittels wenigstens einer "heat pipe" mit dem Volumen für das Wärmeübertragungsmedium des Abgas/Wärmeübertragungsmedium-Wärmetauschers verbunden. Zudem ist der Wärmeübertragungsmedium/Kühlmittel-Wärmetauscher sekundärseitig an den Kühlmittelkreislauf angeschlossen. Unter "heat pipe" wird ein dünnes Rohr verstanden, an dessen Innenwänden sich beim Betrieb Kondensat ausbildet, welches dann wieder abfließt. Damit ergibt sich auch für die dritte Ausführungsform ein einfacher Aufbau bei guter Funktion unter Ausnützung der Aggregatzustandsänderung des Wärmeübertragungsmediums.

In einer besonders bevorzugten Weiterbildung nach Anspruch 9 erfolgt eine aktive Einstellung des Drucks im Wärmeübertragungsmedium-System, insbesondere im Ausgleichs- und Kondensatbehälter, wodurch der Wechsel zwischen den Aggregatzuständen und damit der jeweilige Wärmeübergang gesteuert beeinflusst und angepasst werden kann.

Ein geeignetes Wärmeübertragungsmedium, das für den angegebenen Aggregatzustandswechsel bei den hier relevanten Temperaturen geeignet ist, kann nach Anspruch 10 Wasser oder ein Wasser-Frostschutzmittel-Gemisch sein.

Grundsätzlich sind jedoch auch andere Flüssigkeiten mit geeigneten Aggregatzustandswechseln einsetzbar.

Anhand einer Zeichnung wird die Erfindung näher erläutert.

Es zeigen:

Fig. 1 eine schematische Darstellung einer Abgasanlage mit einer ersten Ausführungsform einer Zuheizvorrichtung mit einem Ausgleichs- und Kondensatbehälter

Fig. 2 eine schematische Darstellung einer modifizierten Zuheizvorrichtung entsprechend Fig. 1 bei geringen Kühlwassertemperaturen

Fig. 3 eine schematische Darstellung einer Zuheizvorrichtung nach Fig. 2 bei hohen Kühlwassertemperaturen

Fig. 4 eine schematische Darstellung einer Abgasanlage mit einer zweiten Ausführungsform einer Zuheizvorrichtung mit einem örtlich separaten Wärmeübertragungsmedium/Kühlmittel-Wärmetauscher

Fig. 5 eine schematische Darstellung einer Abgasanlage mit einer dritten Ausführungsform Zuheizvorrichtung mit einer "heat pipe"

In Fig. 1 ist eine Abgasanlage 1 mit einer ersten Ausführungsform einer Zuheizvorrichtung 2 schematisch dargestellt. Die Zuheizvorrichtung 2 besteht aus einem Ringvolumen für ein Wärmeübertragungsmedium 3, welches die Abgasanlage 1 umschließt, und einem zweiten Ringvolumen für ein Kühlmittel 4. Dieses zweite Ringvolumen ist radial um das Ringvolumen für das Wärmeübertragungsmedium 3 angeordnet und besitzt einen stirnseitigen Kühlmitteleinströmanschluss 5 und einen gegenüberliegenden Kühlmittelausströmanschluss 6. Zwischen den beiden Ringvolumina besteht somit eine Kontaktfläche zur Wärmeübertragung vom Wärmeübertragungsmedium 3 auf das Kühlmittel 4. Das Ringvolumen für das Wärmeübertragungsmedium 3 ist an der Abgasanlage 1 zwischen einem Katalysator 7 und einem Schalldämpfer 8 angeordnet. Somit ist eine Kontaktfläche zur Wärmeübertragung vom Abgas 9 auf das Wärmeübertragungsmedium 3 vorhanden. An das Ringvolumen für das Wärmeübertragungsmedium 3 ist ein Ausgleichs- und Kondensatbehälter 10 über eine Verbindungsleitung 11/12 angeschlossen. Daneben sind noch eine Krümmeranordnung 13 mit einem angeschlossenem Vorkatalysator 14 der Abgasanlage mitdargestellt.

Fig. 2 zeigt eine Weiterführung der in Fig. 1 dargestellten Zuheizvorrichtung 2. Die Anordnung der beiden Ringvolumina für das Wärmeübertragungsmedium 3 und das Kühlwasser 4 entspricht der Beschreibung von Fig. 1. Die Verbindungsleitung besteht hier aus je einer Behälterzuströmleitung 11 und einer Behälterabströmleitung. In jeder Leitung ist je ein Steuerventil 15 eingebaut. Am Ausgleichs- und Kondensatbehälter 10 ist eine Druckeinstell-Vorrichtung 16 zur aktiven Einstellung des Drucks im Ausgleichs- und Kondensatbehälter 10 angeschlossen. In Fig. 2 ist der Zustand der Zuheizvorrichtung 2 für geringe Kühlwassertemperaturen dargestellt. Dabei liegt das Wärmeübertragungsmedium 3 flüssig und/oder im 2-Phasen-Zustand im zugehörigen Ringvolumen vor.

In Fig. 3 ist der Zustand der Zuheizvorrichtung 2 für hohe Kühlwassertemperaturen dargestellt. Dabei liegt das Wärmeübertragungsmedium 3 gasförmig im zugehörigen Ringvolumen vor. Gleiche Bauteile wie in Fig. 2 sind mit gleichen Bezugszeichen versehen.

Die Zusatzheizvorrichtung 2 enthält somit eine Zwischen-Wärmetauschvorrichtung, die einerseits einen Abgas/Wärmeübertragungsmedium- Wärmetauscher 17 und andererseits einen Wärmeübertragungsmedium/Kühlmittel-Wärmetauscher 18 umfasst. Das Prinzip der Zuheizvorrichtung 2 basiert auf unterschiedlichen Wärmeübertragungskoeffizienten des Wärmeübertragungsmediums 3 bei unterschiedlichen Aggregatszuständen. Beim Durchströmen des heißen Abgases 9, das sofort nach dem Start des Motors hohe Temperaturen aufweist, durch die Abgasanlage 1 wird ein Teil der Wärme des Abgases 9 im Abgas/Wärmeübertragungsmedium-Wärmetauscher 17 auf das Wärmeübertragungsmedium 3 abgegeben. Über den Wärmeübertragungsmedium/Kühlmittel-Wärmetauscher 18 wird die Wärme weiter an das kalte Kühlmittel abgegeben. So kann diese Wärme als Zuheizwärme für die Fahrgastraumheizung verwendet werden. Zu diesem Zeitpunkt liegt das Wärmeübertragungsmedium 3 im zugehörigen Ringvolumen in flüssiger Form vor. In diesem Aggregatszustand weist das Wärmeübertragungsmedium einen hohen Wärmeübertragungskoeffizienten mit hoher Wärmeübertragung auf. Durch die Erwärmung des Kühlwassers 4 einerseits durch die Zuheizvorrichtung 2 und andererseits durch die an das Kühlwasser 4 abgeführte Motorwärme ist der Wärmeabtransport durch das Kühlwasser 4 in der Zuheizvorrichtung 2 nicht mehr so groß. Damit geht eine Temperaturerhöhung des Wärmeübertragungsmediums 3 einher. So wechselt das Wärmeübertragungsmedium 3, das über das Abgas 9 immer Wärme zugeführt bekommt, den Aggregatszustand in die Gasphase und wird dadurch in den Ausgleich- und Kondensatbehälter 10 verdrängt. Das im Ringvolumen jetzt gasförmig vorliegende Wärmeübertragungsmedium 3 weist einen kleinen Wärmeübertragungskoeffizienten mit geringer Wärmeübertragung auf. Somit wird nur noch wenig bis keine Wärme im Wärmeübertragungsmedium/Kühlmittel- Wärmetauscher 18 an das Kühlmittel 4 abgegeben. Die benötigte Wärme für die Fahrgastraumheizung wird von der Motorwärme geliefert. Mit Steuerventilen 15 in der Behälterzuström- 11 und in der Behälterabströmleitung 12 ist gewährleistet, dass gasförmiges Wärmeübertragungsmedium 3 flüssiges Wärmeübertragungsmedium 3 aus der Zuheizvorrichtung 2 drückt. Mit einem aktiven Eingriff an einer Druckeinstell-Vorrichtung 16 ist der Druck im Ausgleich- und Kondensatbehälter 10 regelbar und somit der Siedepunkt des Wärmeübertragungsmediums 3 und der Wärmeübergang aktiv beeinflussbar.

Die in Fig. 4 schematisch dargestellte Abgasanlage 1 mit einer zweiten Ausführungsform einer Zuheizvorrichtung 2 arbeitet nach dem gleichen Prinzip wie die in Fig. 1 beschriebene Zuheizvorrichtung 2. Gleiche Bauteile sind mit gleichen Bezugszeichen versehen. In der alternativen Ausführungsform in Fig. 4 ist nur die Anordnung der beiden Wärmetauscher unterschiedlich. Während in Fig. 1 ein Abgas/Wärmeübertragungsmedium-Wärmetauscher 17 und ein Wärmeübertragungsmedium/Kühlmittel-Wärmetauscher 18 ringförmig übereinander an der Abgasanlage angeordnet sind ist bei der Ausführungsform in Fig. 4 nur der Abgas/Wärmeübertragungsmedium-Wärmetauscher 17 ringförmig an der Abgasanlage 1 angeordnet. An diesem ist eine Wärmedämmung 19 radial umlaufend angebracht. Der Wärmeübertragungsmedium/Kühlmittel- Wärmetauscher 18 ist in einem örtlichen Abstand zum Abgas/Wärmeübertragungsmedium-Wärmetauscher 17 angeordnet. Primärseitig ist der Wärmeübertragungsmedium/Kühlmittel-Wärmetauscher 18 an einen Wärmeübertragungsmediumkreislauf 20 und sekundärseitig an einen Kühlmittelkreislauf 21 angeschlossen. Im Rücklauf des Wärmeübertragungsmediumkreis 20 zum Abgas/Wärmeübertragungsmedium-Wärmetauscher 17 sind ein Ausgleichs- und Kondensatbehälter 10, eine schaltbare Pumpe 22 und ein Steuerventil 25 angeordnet.

Das Grundprinzip dieser Zuheizvorrichtung 2 mit einem örtlich separaten Wärmeübertragungsmedium/Kühlmittel-Wärmetauscher 18 entspricht dem oben beschriebenen für Fig. 1. Auch hier wird das Wärmeübertragungsmedium 3 im Falle hoher Abgas- und niedriger Kühlmitteltemperaturen im Abgas/Wärmeübertragungsmedium-Wärmetauscher 17 erwärmt und in den gasförmigen Zustand überführt. Im Wärmeübertragungsmedium/Kühlmittel 18 gibt das Wärmeübertragungsmedium 3 die Wärme an das Kühlmittel 4 ab und wird als Kondensat im Wärmeübertragungsmediumkreislauf 20 dem Ausgleich- und Kondensatbehälter 10 zugeführt. Mittels der Pumpe 22 und dem Steuerventil 15 wird das Wärmeübertragungsmedium 3 wieder in den Abgas/Wärmeübertragungsmedium-Wärmetauscher transportiert. Bei z. B. Überschreitung eines vordefinierten Drucks im Wärmeübertragungsmedium 3 kann mittels der Pumpe 22 und des Steuerventils 25 steuerungstechnisch in den Wärmeübertragungskreislauf 20 eingegriffen werden.

In Fig. 5 ist schematisch eine dritte Ausführungsform einer Zuheizvorrichtung 2 gezeigt. Das Grundprinzip ist dem der Zuheizvorrichtung 2 in Fig. 1 gleich. Gleiche Bauteile sind mit gleichen Bezugszeichen versehen. Bei der in Fig. 5 dargestellten Ausführungsform wird der Wärmetransport vom Abgas/Wärme- Medium-Wärmetauscher 17 zum örtlich beabstandeten Wärmeübertragungsmedium/Kühlmittel-Wärmetauscher 18 mittels einer "heat pipe" 23 vollzogen. Unter "heat pipe" 23 wird ein dünnes Rohr verstanden, an dessen Innenwänden sich beim Betrieb Kondensat ausbildet, welches dann wieder abfließt. In der "heat pipe" 23 ist das Volumen des Wärmeübertragungsmediums 3 aufgenommen. Grundsätzlich können eine oder mehrere "heat pipes" an der Zuheizvorrichtung 2 angeordnet sein. Am Wärmeübertragungsmedium/Kühlmittel- Wärmetauscher 18 ist primärseitig die "heat pipe" 23 und sekundärseitig ein Kühlmittelkreislauf 21 angeschlossen. Die "heat pipe" 23 ist im Abgas/Wärmeübertragungsmedium-Wärmetauscher 20 in einer Aufnahme 24 mit guten thermischen Kontakt zu Abgasanlage 1 aufgenommen. Um die Aufnahme 24 ist radial umlaufend eine Wärmedämmung 19 angeordnet.

Bei niedriger Abgastemperatur erfolgt ein geringer Wärmeübergang vom Abgas 9 ans Kühlmittel 4 aufgrund der fehlenden Verdampfungswirkung. Bei steigenden Abgastemperaturen steigt dementsprechend der Wärmeübergang. Bei hohen Kühlmitteltemperaturen bricht der Wärmeübergang aufgrund der fehlenden Kondensationswirkung innerhalb der "heat pipe" 23 zusammen. Bei niedriger Kühlmitteltemperatur und hoher Abgastemperatur wird der Wärmeübergang aufgrund der optimalen Verdampfung und Kondensation in der "heat pipe" 23 maximal.


Anspruch[de]
  1. 1. Fahrgastraumheizung eines Kraftfahrzeugs,

    mit einer Brennkraftmaschine mit wenigstens einem Kühlmittelkreislauf (21) und einer Abgasanlage (1) zum Abführen von heißem Abgas (9),

    mit wenigstens einem Kühlmittel/Heizluft-Wärmetauscher im Kühlmittelkreislauf (21), von dem Heizluft dem Fahrgastraum zuführbar ist, und

    mit einer Zusatzheizvorrichtung in Form wenigstens einer Abgas/Kühlmittel-Wärmetauschvorrichtung zur Wärmeübertragung zwischen der Abgasanlage (1) und dem Kühlmittelkreislauf (21),

    gekennzeichnet durch

    eine Zwischen-Wärmetauschvorrichtung, die für einen indirekten, steuerbaren Wärmeübergang zwischen dem Abgas (9) und dem Kühlmittel (4) einerseits mit der Abgasanlage (1) und andererseits mit dem Kühlmittelkreislauf (21) über ein Wärmeträgermedium (3) in wärmeübertragender Verbindung steht, wobei das Wärmeträgermedium (3) derart beschaffen ist, dass es bei tiefen Außentemperaturen und tiefen Kühlmitteltemperaturen mit dem Bedarf für eine Zuheizung und Unterstützung der Fahrgastraumheizung flüssig ist und einen hohen Wärmeübertragungskoeffizienten mit hoher Wärmeübertragung vom Abgas (9) auf das Kühlmittel (4) aufweist und dass es bei hohen Kühlmitteltemperaturen ohne Bedarf einer Zuheizung gasförmig ist und einen kleinen Wärmeübertragungskoeffizienten mit geringer Wärmeübertragung vom Abgas (9) auf das Kühlmittel (4) aufweist.
  2. 2. Fahrgastraumheizung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass an das Volumen des Wärmeübertragungsmediums (3) ein Ausgleichs- und Kondensatbehälter (10) angeschlossen ist.
  3. 3. Fahrgastraumheizung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass dem Ausgleichs- und Kondensatbehälter (10) wenigstens ein Steuerventil (15) in einer Behälterzuström- (11) und/oder Behälterabströmleitung (12) zugeordnet ist.
  4. 4. Fahrgastraumheizung nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischen-Wärmetauschvorrichtung einen Abgas/Wärmeübertragungsmedium-Wärmetauscher (17) enthält, der in der Abgasanlage (1) zwischen einem Schalldämpfer (8) und einem Katalysator (7) angeordnet ist und das Abgasrohr mit einem Ringvolumen für das Wärmeübertragungsmedium (3) umschließt.
  5. 5. Fahrgastraumheizung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischen-Wärmetauschvorrichtung einen Wärmeübertragungsmedium/Kühlmittel-Wärmetauscher (18) enthält, der dadurch gebildet ist, dass das Ringvolumen für das Wärmeübertragungsmedium (3) durch ein angrenzendes Ringvolumen für das Kühlmittel (4) mit einem stirnseitigen Kühlmitteleinströmanschluss (5) und einem gegenüberliegenden Kühlmittelausströmanschluss (6) gebildet ist.
  6. 6. Fahrgastraumheizung nach Anspruch 4 oder Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das radial äußere Ringvolumen von einer Wärmedämmung (19) umgeben ist.
  7. 7. Fahrgastraumheizung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,

    dass der Wärmeübertragungsmedium/Kühlmittel-Wärmetauscher (18) in örtlichem Abstand zum Abgas/Wärmeübertragungsmedium-Wärmetauscher (17) angeordnet ist und primärseitig an einen Wärmeübertragungsmediumkreislauf (20) und sekundärseitig an den Kühlmittelkreislauf (21) angeschlossen ist, und

    dass in diesem Wärmeübertragungsmediumkreis (20) vorzugsweise im Rücklauf zum Abgas/Wärmeübertragungsmedium-Wärmetauscher (17) der Ausgleichs- und Kondensatbehälter (10), eine schaltbare Pumpe (22) und wenigstens ein Steuerventil (25) angeordnet sind.
  8. 8. Fahrgastraumheizung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,

    dass der Wärmeübertragungsmedium/Kühlmittel-Wärmetauscher (18) in örtlichem Abstand zum Abgas/Wärmeübertragungsmedium-Wärmetauscher (17) angeordnet ist und primärseitig mittels wenigstens einer "heat pipe" (23) mit dem Volumen für das Wärmeübertragungsmedium (3) des Abgas/Wärmeübertragungsmedium-Wärmetauschers (17) verbunden ist, und

    dass der Wärmeübertragungsmedium/Kühlmittel-Wärmetauscher (18) sekundärseitig an den Kühlmittelkreislauf (21) angeschlossen ist.
  9. 9. Fahrgastraumheizung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Druck im Wärmeübertragungsmedium-System vorzugsweise am Ausgleichs- und Kondensatbehälter (10) erfassbar und für eine geeignete Siedetemperatur einstellbar ist.
  10. 10. Fahrgastraumheizung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass als Wärmeübertragungsmedium (3) Wasser oder ein Wasser-Frostschutzmittel-Gemisch verwendet ist.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com