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Dokumentenidentifikation DE10202117C2 24.12.2003
Titel Refraktometer
Anmelder Testo GmbH & Co, 79853 Lenzkirch, DE
Erfinder Langenbacher, Markus, 79853 Lenzkirch, DE;
Derr, Andreas, 79793 Wutöschingen, DE;
Eder, Frank, 79780 Stühlingen, DE
Vertreter Westphal, Mussgnug & Partner, 80336 München
DE-Anmeldedatum 21.01.2002
DE-Aktenzeichen 10202117
Offenlegungstag 07.08.2003
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 24.12.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.12.2003
IPC-Hauptklasse G01N 21/41
Zusammenfassung Bei einem Handrefraktometer ist an einer Einstechspitze (11) eine Probemulde (7) angeordnet, so daß nach dem Eindringen der Einstechspitze (11) in eine Flüssigkeit beziehungsweise eine Frucht eine ausreichende Menge der Probeflüssigkeit in der Probemulde (7) verbleibt, um dort eine durch einen lichtdurchlässigen Körper begrenzte Meßfläche (4) zu benetzen. Mittels einer Intensitätsmessung an einem an der Meßfläche (4) reflektierten optischen Strahl kann die Brechzahl der benetzenden Flüssigkeit bestimmt werden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Refraktometer zur Bestimmung des Brechungsindex einer Flüssigkeit und gegebenenfalls hiervon abgeleiteter Größen wie beispielsweise einer Zuckerkonzentration, mit einer Sensoranordnung, die eine Strahlungsquelle zur Erzeugung eines Meßstrahls, einen Strahlungsdetektor zur Detektion des Meßstrahls aufweist, wobei der Meßstrahl von der Strahlungsquelle (1) zu einer von der Flüssigkeit (5) zu benetzenden Meßfläche (4) läuft, wenigstens ein Teil dort reflektiert und von dem Strahlungsdetektor (2) aufgenommen wird.

Derartige Refraktometer sind beispielsweise aus der DE 100 07 818 A1 bekannt und werden als digitale oder analoge Meßgeräte beispielsweise zur Bestimmung der Konzentration bestimmter in einer Flüssigkeit gelöster und die Brechzahl beeinflussender Stoffe verwendet. Beispielsweise ist auf dem Gebiet der Winzerei die Bestimmung des Zuckergehaltes des Traubensaftes ein wichtiges Anwendungsgebiet solcher Messungen.

Es sind auf diesem Gebiet grundsätzlich zwei Arten von Meßgeräten bekannt, von denen die erste die Entnahme einer Probe und das Einbringen der Probe in das Meßgerät beispielsweise durch Einträufeln erfordert, während die andere Bauform das Eintauchen eines Sensors in den Analyten, das heißt in die Flüssigkeit zur Durchführung der Messung vorsieht.

Dabei ist bei der ersten genannten Variante die Probeentnahme relativ umständlich und zeitaufwendig und es ist vor einer neuen Probeentnahme notwendig, das Meßgerät gründlich zu reinigen. Bei der zweiten Variante von Meßgeräten ergibt sich oft als Problem, daß das Refraktometer eine andere Temperatur aufweist als der Analyt, so daß die notwendige Temperaturkompensation bei der Bestimmung des temperaturabhängigen Brechungsindex sehr schwierig durchzuführen ist. Außerdem kann es sich als schwierig erweisen, beim Einbringen einer Sonde in den Analysanten den Einfluß von Fremdlicht bei der optischen Messung zu berücksichtigen.

Aus der US-Patentschrift 5859696 ist ein Refraktometer ähnlich der eingangs genannten Art zur Bestimmung des Zuckergehaltes in einer Flüssigkeit bekannt, bei dem ein optischer Strahl von einer Strahlungsquelle ausgesandt, im Innern eines transparenten Körpers an einer Meßfläche reflektiert und in einen Strahlungsdetektor zurückgeleitet wird. Wird die Meßfläche außen mit einer Flüssigkeit mit hohem Brechungsindex, beispielsweise einem Softdrink mit einer hohen Zuckerkonzentration benetzt, so führt dies zu einer Annäherung der Brechzahl der Flüssigkeit an der Meßfläche an die Brechzahl des transparenten Körpers und damit zu einer schwächeren Reflexion des Strahls an der Meßfläche, oder anders ausgedrückt dazu, daß der Strahl größtenteils durch die Meßfläche hindurch und in die Flüssigkeit eintritt, so daß die Intensität des reflektierten Strahls stark abnimmt. Dies wird optisch detektiert und in Abhängigkeit von der gemessenen Intensität des reflektierten Strahls ergibt sich eine hohe beziehungsweise geringe Zuckerkonzentration. Das Meßgerät ist einfach derart verwendbar, daß eine Meßspitze in die Flüssigkeit eingetaucht und an dem Handgerät das entsprechende Signal erkannt wird. Die Temperatur der Flüssigkeit wird bei der Messung nicht berücksichtigt.

Der vorliegenden Erfindung liegt demgegenüber die Aufgabe zugrunde, ein einfach aufgebautes Refraktometer der eingangs genannten Art derart auszubilden, daß einerseits eine einfache und schnelle Handhabung ermöglicht wird und andererseits eine effektive Temperaturkompensation gewährleistet ist.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Meßfläche in einer Probemulde einer in die Flüssigkeit einbringbaren Einstechsonde mit einer Einstechspitze angeordnet ist.

Durch die erfindungsgemäße Konstruktion wird die Probeentnahme und die Messung durch eine Einstechsonde möglich, die einerseits in die Flüssigkeit einbringbar ist und andererseits die Probemulde enthält, in der nach der Entnahme der zu vermessenden Flüssigkeit die Brechzahl beziehungsweise der Brechungsindex gemessen wird. Da in der Probemulde nur ein geringes Flüssigkeitsvolumen verbleibt, findet schnell ein Temperaturausgleich zwischen der Einstechsonde und der Flüssigkeit statt, so daß das Refraktometer und die Flüssigkeit bei der Messung dieselbe Temperatur aufweisen. Außerdem wird eine Temperaturkompensation durch Messung der Temperatur an der Sonde einfach möglich. Zu diesem Zweck kann innerhalb der Einstechsonde ein Temperatursensor angeordnet sein.

Zur Entnahme einer neuen Probe einer anderen oder derselben Flüssigkeit muß die Einstechsonde lediglich ein weiteres Mal in eine Flüssigkeit eingetaucht werden, wobei wahlweise vorher die Probemulde kurz gesäubert werden kann, wenn dies im Rahmen des Umgangs mit den zu vermessenden Flüssigkeiten notwendig erscheint. Ansonsten ist auch denkbar, die Sonde einfach erneut in die Flüssigkeit einzuführen, wobei die bei der ersten Messung vermessene Flüssigkeit aus der Probemulde durch die weitere Flüssigkeit ausgewaschen wird.

Durch das erfindungsgemäße Refraktometer ist somit die Probeentnahme und gegebenenfalls auch die wiederholte Anwendung bei einer Messung erheblich vereinfacht und auch die Möglichkeiten einer effektiven Temperaturkompensation sind gegeben. Die Einstechsonde kann beispielsweise an ihrem Ende spitz ausgebildet sein, um das Einstechen in größere Früchte zur Vermessung des in ihnen befindlichen Fruchtsaftes direkt zu ermöglichen. Es kann auch an der Oberfläche der Einstechsonde eine Rinne vorgesehen sein, durch die die zu vermessende Flüssigkeit nach einem geringen Eintauchen in den Flüssigkeitsspiegel oder eine Frucht zu der Probemulde hin fließen kann.

Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, daß die Meßfläche durch eine Begrenzungsfläche eines Linsenkörpers gebildet ist.

Der Linsenkörper ist so angeordnet, daß er auf der einen Seite durch die Flüssigkeit benetzbar ist und daß auf der anderen Seite die Linsenkörperoberfläche von der Flüssigkeit freigehalten ist. Auf der von der Flüssigkeit freigehaltenen Seite des Linsenkörpers sind dann die Strahlungsquelle und der Strahlungsdetektor angeordnet, so daß der Meßstrahl von der Strahlungsquelle in den Linsenkörper einfallen, dort an der mit der Flüssigkeit benetzten Meßfläche wenigstens teilweise reflektiert werden und dann zu dem Strahlungsdetektor geleitet werden kann. Die Intensität des reflektierten Meßstrahls ist dann abhängig von dem Verhältnis der Brechzahlen des Linsenkörpers und der diesen benetzenden Flüssigkeit. Die Gestaltung der Geometrie des Linsenkörpers wird vorteilhaft so ausgeführt, daß der Meßstrahl in dem Linsenkörper gebündelt wird oder gebündelt bleibt und daß eine passende Anordnung der Strahlungsquelle und des Strahlungsdetektors in bezug auf den Linsenkörper gewählt werden kann.

Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, daß die Meßfläche durch eine Begrenzungsfläche eines Glaskörpers gebildet ist.

Grundsätzlich wird dadurch, daß die Meßfläche durch einen Glaskörper begrenzt ist, die Reinigung der Meßfläche nach der Durchführung der Messung vereinfacht, ohne daß die Meßfläche zerkratzt wird. Außerdem ist ein effektiver Temperaturausgleich zwischen der Sensoranordnung und der Flüssigkeit durch die relativ gute Wärmeleitfähigkeit des Glases gewährleistet.

In bezug auf die Stabilität des mechanischen Aufbaus wird die Erfindung vorteilhaft dadurch ausgestaltet, daß die Strahlungsquelle, der Strahlungsdetektor und der Linsenkörper oder gegebenenfalls der Glaskörper in einer metallischen Aufnahme gehalten sind, die insbesondere aus Stahl oder Aluminium besteht.

Die Gestaltung der Aufnahme aus einem stabilen Material in Form von Stahl oder Aluminium führt dazu, daß die geometrische Anordnung der Strahlungsquelle, des Detektors und der Linse so stabil ist, daß auch durch Stöße keine Änderung der Meßstrecke zu befürchten ist. Auch findet durch die Ausgestaltung aus einem Metall eine sehr schnelle und effektive Temperaturangleichung zwischen den einzelnen Elementen der Sensoranordnung und der Flüssigkeit in der Probemulde statt. Dabei kann die Temperaturangleichung durch Kontakt von Flüssigkeit und metallischer Aufnahme verbessert werden.

Vorteilhaft ist außerdem, in den Bereich der Sensoranordnung einen Temperatursensor zu integrieren. Auf diese Weise kann gleichzeitig mit der Messung des temperaturabhängigen Brechungsindex die Temperatur der Sensoranordnung und der Flüssigkeit gemessen werden, nachdem diese aneinander angeglichen sind, was nach wenigen Sekunden der Fall ist. Danach kann in einer Auswerteeinrichtung unter Berücksichtigung der gemessenen Temperatur der gemessene Brechungsindex der Flüssigkeit auf eine Normtemperatur umgerechnet werden. Da bei der erfindungsgemäßen Sensoranordnung nur eine einzige Temperatur zur Kompensation zu berücksichtigen ist, wird auch die Kalibrierung der Sensoranordnung stark vereinfacht.

Um die Sensoranordnung außerdem gegen Meßwertverfälschungen bei kurzfristigen Temperaturänderungen zu schützen, kann vorgesehen sein, daß die metallische Aufnahme mit einem Stoff, insbesondere einem Kunststoff ummantelt ist, dessen Wärmeleitfähigkeit geringer ist als die des Materials der Aufnahme.

Es wird sich dabei im Normalfall um eine Kunststoffumhüllung der Sensoranordnung mit einem Polymer oder einem Elastomer handeln, die die Probemulde mit der Meßfläche selbstverständlich freiläßt. Die entnommene Probe einer Flüssigkeit wird unabhängig von der Umgebungstemperatur durch den thermischen Kontakt in der Probemulde in ihrer Temperatur an die Temperatur der Sensoranordnung weitgehend angeglichen und bei dieser Temperatur wird der Brechungsindex gemessen. Diese Temperatur wird gleichzeitig im Inneren des Refraktometers im Bereich der Sensoranordnung vorteilhaft durch einen Temperatursensor gemessen, um Temperatureinflüsse zu berücksichtigen beziehungsweise das Meßergebnis auf eine Normtemperatur beziehen zu können.

Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, daß der Linsenkörper oder der Glaskörper aus einem Mateinsbesondere größer als 2 ist. Bevorzugt liegt der Brechungsindex der Linse bei 1,85.

Ein hoher Brechungsindex des Glaskörpers ist dann vorteilhaft, wenn Flüssigkeiten mit ebenfalls hohen Elektrizitätskonstanten beziehungsweise Brechungsindices zu vermessen sind.

Vorteilhaft weist zum Zwecke eines besonders schnellen Temperaturausgleichs die Probemulde ein Volumen von weniger als einem Milliliter auf.

Die Sensoranordnung kann vorteilhaft dadurch ausgestaltet sein, daß die Strahlungsquelle durch eine Infrarotleuchtdiode und der Strahlungsdetektor durch einen im Infrarotgebiet sensitiven Halbleiter gebildet ist.

Im Infrarotbereich ist die Störung durch Fremdlicht im Normalfall besonders gering und die verwendeten Bauteile arbeiten zuverlässig und wenig fehleranfällig.

Vorteilhaft weist das Refraktometer einen Linsenkörper auf, der einen Bereich mit größerer Krümmung aufweist, der der Strahlungsquelle und dem Strahlungsdetektor zugewandt ist und einen Bereich mit geringerer Krümmung, der die Meßfläche begrenzt.

Durch diese Gestaltung des Linsenkörpers ist eine optimale Führung des Meßstrahls mit einer meßtechnisch optimalen Gestaltung der Meßfläche verbunden wobei die Meßfläche zusätzlich leicht zu reinigen ist.

Im folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels in einer Zeichnung gezeigt und nachfolgend beschrieben.

Dabei zeigt

Fig. 1 den inneren Aufbau der Sensoranordnung schematisch,

Fig. 2 schematisch eine Einstechsonde, und

Fig. 3 eine Auswerteeinrichtung des erfindungsgemäßen Refraktometers.

Zunächst sei anhand der Fig. 1 das Funktionsprinzip des erfindungsgemäßen Refraktometers erläutert. Es ist dort schematisch die Sensoranordnung mit der Strahlungsquelle 1 in Form einer Infrarotleuchtdiode, dem Strahlungsdetektor 2 in Form einer lichtempfindlichen Halbleiterdiode und der dazwischen liegenden Meßstrecke beschrieben. Von der Strahlungsquelle 1 aus wird ein Meßstrahl zu dem aus Glas bestehenden Linsenkörper 3 hin ausgestrahlt und tritt durch dessen sphärische oder annähernd sphärische Oberfläche senkrecht in den Glaskörper ein, durch den er sich bis zu der Meßfläche 4 hin ausbreitet, die durch eine flache Begrenzungsfläche des Linsenkörpers 3 gebildet ist. Dort wird der Meßstrahl in Abhängigkeit vom Verhältnis der Brechzahlen (Brechungsindices) des Materials des Linsenkörpers und des Stoffes der Flüssigkeit 5, mit der der Linsenkörper benetzt ist, reflektiert oder teilweise in die Flüssigkeit hineingebrochen.

Wenigstens ein Teil des Strahls wird gegebenenfalls an der Meßfläche 4 zu dem Strahlungsdetektor 2 hin reflektiert und von diesem aufgenommen.

Die detektierte Strahlungsintensität wird mit Hilfe des Strahlungsdetektors 2 gemessen und ist ein Maß für den Brechungsindex der Flüssigkeit 5. Die Messung wird zur Bestimmung der Brechzahl mit einer Referenzmessung verglichen, die entweder ohne eine benetzende Flüssigkeit auf dem Linsenkörper 3 oder mit einer bekannten Flüssigkeit durchgeführt wurde.

Durch den geringen Öffnungswinkel des Strahlungsdetektors 2 gelangt sehr wenig Licht von außen durch die benetzende Flüssigkeit 5 und die Meßfläche 4 zu dem Strahlungsdetektor 2, so daß der Einfluß von Fremdlicht auf die Messung besonders gering gehalten werden kann.

Durch die Orientierung der Linse wird einerseits das Einbringen des Meßstrahls in den Linsenkörper 3 und der Austritt zu dem Strahlungsdetektor besonders verlustarm, andererseits wird durch die flach gestaltete Meßfläche 4 der Eintritt von Fremdlicht in den Linsenkörper 3 erschwert. Die Reinigung der Meßfläche 4 an ihrer Außenseite, die jeweils den zu vermessenden Flüssigkeiten 5 ausgesetzt ist, wird ebenfalls durch die flache Gestaltung erleichtert. Die Linse hat typisch einen Durchmesser von 3 mm und einen Brechungsindex größer als 1.5, insbesondere größer als 2.

Die Strahlungsquelle 1 und der Strahlungsdetektor 2 sind jeweils in Bohrungen innerhalb des Aufnahmekörpers 6 angeordnet, wodurch sie zuverlässig und unverrückbar in ihrer Position zueinander und zu dem Linsenkörper 3 festgelegt sind.

Außerdem gewährleistet der Aufnahmekörper 6, der aus einem Metall besteht, beispielsweise Stahl oder Aluminium, eine hervorragende Wärmeleitung, so daß die Elemente 1, 2, 3 der Sensoranordnung zuverlässig auf der selben Temperatur gehalten werden wie die Aufnahme 6, und durch die geringe Probengröße der Flüssigkeit 5 ist gewährleistet, daß die Probe mittels des gläsernen Linsenkörpers 3 durch Wärmetransport sehr schnell auf der gleichen Temperatur liegt wie der Aufnahmekörper 6.

In der Fig. 1 ist beispielhaft eine kleine Probe in Form eines auf dem Linsenkörper 3 liegenden Tropfens einer Flüssigkeit 5 dargestellt, es kann jedoch ebenso vorgesehen sein, daß regelmäßig die Probemulde 7 völlig bis an ihren Rand gefüllt wird. In jedem Fall dauert der Temperaturausgleich zwischen der Probe und dem Aufnahmekörper 6 nur wenige Sekunden. Die Probemulde hat ein Volumen kleiner als 1 ml, insbesondere kleiner als 0.5 ml.

Zur Temperaturmessung ist in dem Aufnahmekörper 6 zusätzlich ein Temperatursensor 8 vorgesehen, der bei der Auswertung der Messungen die Temperaturkompensation erlaubt.

Der Aufnahmekörper 6 ist mit einer Kunststoffschicht 19 versehen, die ihn thermisch isoliert und somit die Sensoranordnung vor wechselnden Außeneinflüssen schützt. Im Randbereich des Linsenkörpers 3 ist dieser gegenüber der Kunststoffschicht 19 und dem Aufnahmekörper 6 mittels elastischer Dichtungen 20 abgedichtet.

Die schematische Schnittdarstellung der Fig. 1 entspricht einem Schnitt entlang der gestrichelten Linie A-A in der Fig. 2, die im folgenden beschrieben werden soll. Die Fig. 2 zeigt in einer Außenansicht ein Handrefraktometer mit einem Handgriff 9, in den eine Digitalanzeige 10 integriert ist. In dem Körper des Handrefraktometers ist eine Auswerteeinrichtung untergebracht, die die von dem Strahlungsdetektor 2 und dem Temperatursensor 8 gelieferten Daten auswertet. Die Sensoranordnung ist in der Nähe der Einstechspitze 11 angeordnet und zwar unter der Probemulde 7. In der Fig. 2 ist der Linsenkörper 3 als Kreis zu erkennen.

Die Einstechspitze 11 ist so ausgebildet, daß sie in eine Frucht eingestochen werden kann, so daß der in der Frucht befindliche Fruchtsaft in die Probemulde 7 gelangt. Es ist jedoch auch denkbar, daß die Einstechspitze 11 in eine Flüssigkeit eingetaucht wird und daß sie an ihrer Oberseite eine rinnenartige Einkerbung aufweist, die bis zu der Probemulde 7 führt und das Einlaufen einer Probeflüssigkeit in die Probemulde 7 erlaubt, auch ohne daß die Einstechspitze 11 tief in die Flüssigkeit eingetaucht beziehungsweise in die Frucht eingestochen wird. Ansonsten wird die Einstechspitze soweit in den Analysanten eingeführt, daß die Probemulde sich füllt.

Anhand der Fig. 3 soll nun die Funktionsweise des Refraktometers kurz schematisch erläutert werden. Der Meßstrahl 12 wird durch die Strahlungsquelle 1 in Form eines Infrarotstrahls erzeugt, der sich in der schematischen Darstellung der Fig. 1 entlang der strichpunktiert dargestellten Mittelachse der Aufnahmebohrung 13 der Strahlungsquelle 1 bis zu der Meßfläche 4 hin ausbreitet, dort reflektiert wird und von dort entlang der ebenfalls strichpunktiert dargestellten Mittelachse der Aufnahmebohrung 14 des Strahlungsdetektors 2 weiter verläuft. In dem Strahlungsdetektor 2 findet die Messung der Intensität des reflektierten Meßstrahls 12 statt. Die gemessene Intensität wird an die Auswerteeinrichtung 15 geleitet, in der eine erste Recheneinrichtung 16 zunächst ohne Berücksichtigung der Temperatur anhand von Referenzwerten einen Wert für den aktuellen Brechungsindex beziehungsweise die Brechzahl berechnet. Dieser aus der Messung berechnete Wert wird dann in der zweiten Recheneinrichtung 17 unter Berücksichtigung der mittels des Temperatursensors 8 gemessenen und ebenfalls an die Auswerteeinrichtung 15 gegebenen Temperaturwertes auf eine Referenztemperatur bezogen und somit der Temperatureinfluß kompensiert. Der so berechnete und korrigierte Wert für den Brechungsindex beziehungsweise die Brechzahl wird dann an eine Anzeige 18 gegeben und dort mittels einer digitalen Anzeige dem Benutzer ausgegeben.


Anspruch[de]
  1. 1. Refraktometer zur Bestimmung des Brechungsindex einer Flüssigkeit (5) und gegebenenfalls hiervon abgeleiteter Größen wie beispielsweise einer Zuckerkonzentration, mit einer Sensoranordnung, die eine Strahlungsquelle (1) zur Erzeugung eines Meßstrahls (12), einen Strahlungsdetektor (2) zur Detektion des Meßstrahls (12) aufweist, wobei der Meßstrahl von der Strahlungsquelle (1) zu einer von der Flüssigkeit (5) zu benetzenden Meßfläche (4) läuft, wenigstens ein Teil dort reflektiert und von dem Strahlungsdetektor (2) aufgenommen wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Meßfläche (4) in einer Probemulde (7) einer in die Flüssigkeit (5) einbringbaren Einstechsonde (11) mit einer Einstechspitze angeordnet ist.
  2. 2. Refraktometer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Meßfläche (4) durch eine Begrenzungsfläche eines Linsenkörpers (3) gebildet ist.
  3. 3. Refraktometer nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Meßfläche (4 ) durch eine Begrenzungsfläche eines Glaskörpers gebildet ist 1.
  4. 4. Refraktometer nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Strahlungsquelle (1), der Strahlungsdetektor (2) und der Linsenkörper (3) oder gegebenenfalls der Glaskörper in einer metallischen Aufnahme (6) gehalten sind, die insbesondere aus Stahl oder Aluminium besteht.
  5. 5. Refraktometer nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die metallische Aufnahme (6) mit einem Stoff, insbesondere einem Kunststoff (19) ummantelt ist, dessen Wärmeleitfähigkeit geringer ist als die des Materials der Aufnahme (6).
  6. 6. Refraktometer nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein Temperatursensor (8) im Bereich der Sensoranordnung (1, 2, 3) vorgesehen ist.
  7. 7. Refraktometer nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Linsenkörper (3) oder der Glaskörper aus einem Material mit einem Brechungsindex besteht, der größer als 1.5, insbesondere größer als 2 ist.
  8. 8. Refraktometer nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Volumen der Probenmulde (7) weniger als 1 Milliliter beträgt.
  9. 9. Refraktometer nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Strahlungsquelle (1) durch eine Infrarotleuchtdiode und der Strahlungsdetektor (2) durch einen im Infrarotgebiet sensitiven Halbleiter gebildet ist.
  10. 10. Refraktometer nach einem der vorangehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch einen Linsenkörper (3), der einen Bereich mit größerer Krümmung und einen Bereich mit geringerer Krümmung seiner Oberfläche aufweist, wobei der Bereich mit größerer Krümmung der Strahlungsquelle (1) und dem Strahlungsdetektor (2) zugewandt ist und der Bereich mit geringerer Krümmung die Meßfläche (4) begrenzt.
  11. 11. Verfahren zum Betrieb eines Refraktometers nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Einstechspitze zunächst in die Probeflüssigkeit eingetaucht oder in eine Frucht eingestochen wird und daß dann die Eistechspitze entnommen wird, und daß an der in der Probemulde verbliebenen Probe der Probenflüssigkeit die Messung der Brechzahl durchgeführt wird.






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