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Dokumentenidentifikation DE20218129U1 08.01.2004
Titel Tragendes, dämmendes, luftdichtes Sandwichbauelement insbesondere für Decken und Dächer
Anmelder Asmussen, Edgar, 24941 Jarplund-Weding, DE
Vertreter BOEHMERT & BOEHMERT, 24105 Kiel
DE-Aktenzeichen 20218129
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 08.01.2004
Registration date 27.11.2003
Application date from patent application 21.11.2002
IPC-Hauptklasse E04C 2/284

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein tragendes, dämmendes, luftdichtes Sandwichbauelement insbesondere für Decken und Dächer nach dem Oberbegriff des Hauptanspruches.

Sandwichelemente als Wand- und Dachbauteile sind bisher beispielsweise durch die Zulassung Z-9.1-315 des Deutschen Institutes für Bautechnik, 17.03.1995, Berlin, bekannt. Derartige Bauelemente des Standes der Technik bestehen aus zwei äußeren Deckschichten aus 16 mm Flachpressplatten nach DIN 68763 und einer 110 mm dicken, eingeschäumten Polyurethan (PUR)-Hartschaumkern nach DIN 18164 Teil 1.

Sie werden hergestellt, indem kontinuierlich in einer Durchlaufpresse zwischen die im Abstand von 110 mm zugeführten Flachpressplatten ein flüssiges Schaumgemisch gesprüht wird, das beim Aufschäumen eine Haftverbindung mit den Flachpressplatten eingeht. Die Sandwich-Elemente werden unmittelbar nach der Herstellung für den speziellen Einsatzzweck zugeschnitten und danach zum Aushärten gelagert. Dabei ist an die einwandfreie Arbeitsweise der Produktionsanlagen und die Überwachung des Herstellungsprozesses hohe Anforderungen zu stellen, da schon geringe Defekte in der Klebverbindung die Lastaufnahme erheblich vermindern.

Dabei ist weiter nachteiligerweise die zugelassene Höhe der Wandbauteile auf 2,7 m begrenzt und am Kopf und Fuß des Wandbauteils ist ein über mehrere Einzelelemente durchlaufender Rähm bzw. eine Schwelle aus Nadelschnittholz der Sortierklasse S10 mit einer Höhe von mehr als 50 mm und einer Breite von 110 mm einzunageln. Die Stützweite bei Einfällplatten darf 3,5 m, die Kragarmlänge 1 m nicht überschreiten.

Diese Bauelemente haben bisher beim Einsatz unzulängliche Dämmeigenschaften, der vergleichsweise schwere Polyurethanschaum (Rohdichte mindestens 33 kg/m3) leitet Wärme, die durch die ebenfalls wärmeleitenden Pressplatten zugeführt: wird, für viele Anwendungen in zu großem Maße.

Weiter ist es notwendig, Einzelelemente auf komplizierte Weise im Stoßbereich der Flachpressplatten jeweils innenseitig durch Verbindungselemente aus Flachpressstäben (Federn, Vollholzstühlen oder dergleichen) zu verbinden. An diesen Stellen sind die Bauteile zudem nicht optimal luftdicht, so dass bereits vorgeschlagen wird, einen Ortschaum in nicht näher erläuterter Weise in entsprechende Rillen der Stöße einzubringen.

Die Erfindung hat sich dagegen zur Aufgabe gestellt, ein Sandwichbauelement zu schaffen, das diese Nachteile nicht aufweist. Erfindungsgemäß wird dies durch ein Sandwichbauelementen mit den Merkmalen des Hauptanspruches gelöst. Die Unteransprüche geben vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung wieder.

Erfindungsgemäß wird eine Hartschaumplatte, nämlich eine Styroporplatte, als Kern verwandt, deren ebene Oberfläche schon vor dem Verkleben einsehbar und kontrollierbar ist. Zwei mit einem Zwei-Komponenten-Melaninharz-Kleber aufgeklebte Sperrholzplatten aus wenigstens fünf Lagen mit einer Dicke von wenigstens 5 mm sowie Rähmhölzern in den Endbereichen können, wie die Forschungs- und Materialprüfanstalt für das Bauwesen (FMPA) bestätigt hat, ohne weitere Stützelemente bereits mit unverklebten Stößen bei 9 mm Sperrholzplatten und einer 30 cm dicken Kernschicht als 1 × 2,5 m großes Element Lasten von bis zu 52 Tonnen aufnehmen. Im Mittelwert ergeben sich für das E-Modul ED(0)(Sperrholzplatte): 4500 MN/m2. Das rechnerische Schubmodul des Kernschaumes beträgt GK(0): 2,3 MN/m2.

Vorteilhafterweise werden dabei die Faserrichtungen des Deckfurniers und damit – bei einer ungeraden Zahl von Furnierlagen – von einer Lage mehr als in Querrichtung in vertikaler Ausrichtung eingesetzt. Die Sperrholzplatten werden bevorzugt zudem geschliffen, um die Oberflächen aufzurauhen.

Die Rahmenhölzer können aus Brettschichtholz der Festigkeitsklasse BS11 hergestellt werden, wobei die einzelnen Schichten durch den gleichen Kleber miteinander verbunden werden, der auch zur Klebung an den Styropor bzw. Hartschaumkern eingesetzt wird. Dieser Kleber ist von der Firma BASF unter dem Handelsnamen Kauramin 68 mit Härter 686 als Zweikomponentenkleber auf dem Markt.

Der Kleber wird in einer Hochfrequenz-Streufeldpresse, wie sie in Patentanmeldung 198 52 633 beschrieben ist, aktiviert und ausgehärtet. Gegenüber dem Stand der Technik ergibt sich damit eine wesentlich innigere kraftschlüssige Verbindung (ohne Beul- und Knickmöglichkeit) der beiden wasserfest verklebten Sperrholzplatten mit dem Schaumkern als im Stand der Technik, dies und die andere Steifigkeit der Deckschichten und des Kern tragen zur überragenden Festigkeit bei. Der im Stand der Technik erzielten Klebung kommt zwar eine ähnliche Reißfestigkeit zu, allerdings ist die durch sehr feste glasharte Kleberschicht eine – wenn auch sehr dünne vierte und fünfte Lage gegeben, die die überraschend hohen Festigkeitseigenschaften erklären kann.

Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus nachfolgender Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels anhand der beigefügten Zeichnung. Dabei zeigt:

1 den Querschnittsaufbau und die Abmessungen eines Wandelementes, und

2 ein Dachelement mit einer Länge von mehr als 5 m mit stumpfgestossenen Polystyrol-Hartschaumstreifen in Element-Längsrichtung.

Die Wandelemente bestehen vorteilhafterweise aus zwei außenliegenden Sperrholzplatten 12 mit wenigstens fünf Lagen und einem innenliegenden, vorteilhafterweise aus Polystyrol bestehenden Hartschaumkern 10 mit einer Höhe von 3 m, und können ohne Raster in der Gesamtlänge von 3 m bis 12 m variieren. Es ist dabei ein variabler unverklebter vertikaler Stoß 20 zwischen den Kernschaumplatten vorgesehen, über den die Sperrholzplatten wenigstens 50 cm überlappen. Die Dicke des Polystyrol-Hartschaumkerns 10 kann dabei zwischen 60 mm für dünne Innenwände und 350 mm für die wärmedämmenden Außenwände von Passivhäusern variieren.

Alle Beplankungs- und Kernschichtstöße verlaufen bei diesem Element parallel zur Wandhöhe und sind hierbei zueinander in Element-Längsrichtung mindestens um das Maß 50 cm versetzt. Elemente sind daher ohne Dampfsperre luft- und feuchtigkeitsdicht. Die Faserrichtung ("A") der Deckfurniere (18) sollte dabei parallel zur Wandhöhe verlaufene.

Die Wandelemente besitzen am unteren und am oberen Rand der Wandhöhe jeweils ein durchgehendes eingeklebtes Schwellen- bzw. Rähmholz 14 aus Brettschichtholz der Festigkeitsklasse BW11 oder ein einteiliges Holz der Sortierklasse S10, wobei die Querschnittsabmessung der Schwellen- und Rähmhölzer 14 durch die Dicke des Kerns 10 vorgegeben sind und in Wandhöhe 100 mm dick sind.

Insbesondere Dachelemente als Sonderfall der Sandwichbauelemente weisen Polystyrol-Hartschaumstreifen 16 mit einer Breite von 50 cm und wechselnden Dicken auf, die statikabhängig im Bereich zwischen 20–30 cm liegen. Die Länge der Hartschaumstreifen 16 wird durch diejenigen der Dachelemente vorgegeben. Bei Dachelementen bis 5 m Länge weisen die Elemente keine Stöße des Hartschaumes in Elementlängsrichtung auf. Ansonsten werden sie einander versetzt überlappend vorgesehen. Das heißt insbesondere, daß bei Dachelementen über 5 m die Polystyrol-Hartschaumstreifen stumpfe Stöße in Element-Längsrichtung aufweisen, wobei die Stöße statikgemäß angeordnet in der Statik entsprechend berücksichtigt werden. Die Stöße der Polystyrol-Hartschaumstreifen werden zudem versetzt zu den Stößen der Beplankungen angeordnet, wobei die Dicke der Sperrholzplatten 12 für die Dachelemente beidseitig 2 × 9 mm = 18 mm (oder auch 2 × 12 mm) beträgt. Zur Erzielung der Belastungsdicke werden jeweils zwei Sperrholzplatten vollflächig mit zersetzten Stößen miteinander verklebt, so dass bei den Dachelementen die Stöße und die Faserrichtung und Deckfurniere der Beplankungen quer zur Spannrichtung verlaufen.

Die Herstellung der Sandwichelemente erfolgt im Taktschiebeverfahren einer Hochfrequenz-Streufeldpresse mit einer Pressenmenge und -breite von 1,3 m bzw. 3 m. Die Beplankungen der Polystyrol-Hartschaumkerne werden mit dem zugelassenen. Kleber Kauramin 681 und Härter 616 der Firma BASF verklebt.

Dieser Kleber ist ein. Melaninharzsystemkleber der Fa. BASF. Die Presszeit eines Taktes beträgt 4 Minuten wobei die Ober- und Unterseite 4 Minuten lang abwechselnd je 30 Sekunden erwärmt werden und anschließend eine Nachhärtezeit von 45 Sekunden in der Presse erfolgt. Die Länge der Sandwichelemente ist vor allem durch die offene Zeit des Klebstoffes begrenzt, ist also wenig kritisch.

Die Verklebung des Kern mit dem Beplankungen und den Schwellen und Rähmhölzern (für die Wandelemente) erfolgt in einem Pressgang bei Deckenelementen ohne Rähmhölzer erfolgte Verklebung der Kernschicht mit den zweischichtig aufgebauten Beplankungen ebenfalls mit einem Pressvorgang.

Falls statt einer HF-Streufeldpresse eine Mikrowellenanlage zum Einsatz kommt, können Holzzementwerkstoffplatten o.ä. statt der Sperrholzplatten eingesetzt werden, da Mikrowellen auch durch diese Materialien dringen. Allerdings ist bei gleicher Schichtdicke die Tragkraft geringer.


Anspruch[de]
  1. Tragendes, dämmendes, luftdichtes Sandwichbauelement insbesondere für Decken und Dächer, gekennzeichnet durch

    wenigstens eine den Kern bildende Hartschaumplatte (10) und zwei mit einem Zwei-Komponenten-Melaninharz-Kleber auf die Flächen aufgeklebte, wenigstens 5 mm dicke, aus wenigstens fünf Lagen wasserfest verklebte Sperrholzplatten (12).
  2. Tragendes Sandwichbauelemente, nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Faserrichtung (A) der Deckfurniere (18) der eingesetzen Sperrholzplatten (12) beim Einsatz als Wandelement in vertikaler Einbaurichtung ausgerichtet ist.
  3. Tragendes Sandwichbauelement nach einem der vorangehenden Ansprüche. dadurch gekennzeichnet, daß im Wandelement je ein Rähmholz (14) an den oberen und unteren Seiten zwischen den Sperrholzplatten (12) den Kern (10) begrenzt.
  4. Tragendes Sandwichbauelement nach einem der vorangehenden Ansprüche. dadurch gekennzeichnet, dass beim Einsatz als Dachelement stumpf stoßende Polysterol-Hartschaumstreifen (16) in Element-Längsrichtung angeordnet untereinander unverklebt eingesetzt werden.
  5. Tragendes Sandwichbauelement nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Sandwich-Dach-Bauelement mit einer auf Stoß aufgebrachten Beplankung von zwei Lagen Sperrholzplatten (12) auf wenigstens der Oberseite bedeckt ist.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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