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Dokumentenidentifikation DE20314906U1 22.01.2004
Titel Pelham
Anmelder Meyer zu Drewer, Jochen, 49201 Dissen, DE
Vertreter Prietsch, R., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 80687 München
DE-Aktenzeichen 20314906
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 22.01.2004
Registration date 11.12.2003
Application date from patent application 25.09.2003
IPC-Hauptklasse B68B 1/06

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Pelham, bestehend aus einem Gebißstück zwischen zwei spiegelgleichen Bäumen, von denen jeder, ausgehend von dem betreffenden Gebißstückende, einen Unterbaum mit einem Unterbaumring am freien Ende und einen Oberbaum mit einem Backenstückring sowie einen Kinnkettenhaken am freien Ende umfasst und sich in Höhe des Gebißstückendes ein Gebißstückring befindet.

Bei einem Pelham handelt es sich bekanntlich um eine Mischform aus einem Kandaren- und einem Trensengebiß, das die Wirkung beider vereinen soll. Auf den ersten Blick ähnelt das Pelham einer Kandare ohne Unterlegtrense. Das Gebißstück kann ein einfach oder doppelt gebrochenes Trensenmundstück, alternativ auch eine ungebrochene Metallstange mit oder ohne Zungenfreiheit, eine Hartgummistange oder dergleichen sein.

In der heute üblichen Verwendung, insbesondere im Springsport, wird beidseits zwischen den jeweiligen Gebißstückring und den gleichseitigen Unterbaumring ein sogenanntes Pelhamriemchen und in letzteres das betreffende Ende des Trensenzügels eingeschnallt. In die beiden Kinnkettenhaken an den freien Enden der jeweiligen Oberbäume wird eine Kinnkette eingehängt. Beim Annehmen der Trensenzügel entsteht infolge dessen zusätzlich zu dem Zug auf das Gebißstück eine Hebelwirkung mit einer Kraft, die umso größer ist, je länger die Unterbäume und je kürzer die Oberbäume sind. Weil unterschiedliche Pferde unterschiedlich empfindlich für die Einwirkung des Gebisses auf ihr Maul sind, kann ein Pelham mit einer gegebenen Länge der Bäume für das eine Pferd zu scharf wirken und für das andere Pferd zu weich sein. Des Weiteren kommt es häufig vor, dass das eine Pferd zufrieden mit einem bestimmten Gebißstück geht, während ein anderes Pferd mit dem gleichen Gebißstück Schwierigkeiten hat.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Pelham der einleitend angegebenen Gattung mit veränderbarer Einwirkung auf das jeweilige Pferdemaul zu schaffen.

Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass der Gebißstückring ein offener Ring ist, der das betreffende Gebißstückende etwa C-förmig umgreift, mit einer Ringöffnung, die deutlich weiter als der Durchmesser des Gebißstückendes ist, dass der Unter- und der Oberbaum über eine Gewindestange, die das Gebißstückende durchgreift und in der Öffnung des Gebißstückringes hält, miteinander verschraubt sind, und dass eine von der Gewindestange durchgriffene Hülse den in der Ringöffnung des Gebißstückringes verbleibenden Zwischenraum einnimmt.

Dieser Vorschlag ist auch auf gleichartige Zäumungen, insbesondere Springkandaren, übertragbar. Er vereinigt zwei Vorteile in sich. Weil die Unterbäume mit den jeweiligen Oberbäumen nicht starr verbunden sondern lösbar verschraubt sind und die Gebißstückenden außermittig in den gleichseitigen Gebißstückringen sitzen, kann das Gebißstück wahlweise so eingebaut werden, dass es näher an den Oberbäumen oder näher an den Unterbäumen liegt. Im ersteren Fall ergibt sich eine schärfere, im letzteren Fall eine weichere Wirkung auf das Pferdemaul, entsprechend der größeren bzw. der kleineren Länge der Unterbäume. Im Weiteren kann ein bestimmtes Gebißstück, z.B. ein einfach gebrochenes, gegen ein anderes, z.B. ein doppelt gebrochenes oder auch ein starres Gebißstück ausgetauscht werden. Mithin kann der Reiter das Pelham durch einfachen Umbau an unterschiedlich empfindliche Pferde anpassen und erspart sich dadurch die Anschaffung mehrerer Pelhams mit unterschiedlich langen Bäumen und/oder unterschiedlichen Gebißstücken.

Als zweckmäßig hat es sich erwiesen, wenn die Weite der Ringöffung des Gebißstückringes etwa das Doppelte des Durchmessers des Gebißstückendes beträgt (Anspruch 2), so dass sich die Längen der Ober- und der Unterbäume um das Maß von etwa einem Durchmesser des Gebißstückes an seinem Ende verkürzen bzw. verlängern lassen.

Vorzugsweise ist die Hülse einstückig mit dem Gebißstückende (Anspruch 3). In diesem Fall genügt es, das Pelham zu zerlegen und anschließend mit um 180° gedrehtem Gebißstück wieder zusammenzusetzen, um die Wirkung von "weich" in "scharf" zu ändern oder umgekehrt.

Das Zerlegen und Zusammensetzen des Pelhams vereinfacht sich weiter, wenn der Gebißstückring mit einem seiner offenen Enden einstückig mit dem betreffenden Unter- oder Oberbaum ist (Anspruch 4).

Aus dem selben Grund ist zu bevorzugen, dass die Gewindestange als einstückige Verlängerung des Ober- oder des Unterbaumes ausgebildet und in eine Innengewindebohrung des Unter- oder Oberbaumes eingedreht ist (Anspruch 5).

Eine bevorzugte Weiterbildung des Pelhams, die die bei den bisher bekannten Konstruktionen mit losen Kinnkettenhaken mitunter auftretenden Hautquetschungen am Pferdemaul vermeidet, besteht darin, dass die Kinnkettenhaken als offene, mit ihrem einen Ende einstückig mit dem jeweiligen Backenstückring verbundene und etwa in der selben Ebene wie diese liegende Ringe ausgebildet sind (Anspruch 6).

In der Zeichnung ist eine beispielhaft gewählte Ausführungsform des Pelhams nach der Erfindung dargestellt. Es zeigt:

1 eine Aufsicht auf das teilweise zerlegte Pelham,

2 das gleiche Pelham, jedoch mit kürzerer wirksamer Länge der Unterbäume,

3 das Pelham nach 2 in der Seitenansicht im Pferdemaul.

1 zeigt ein Pelham mit einem einfach gebrochenen Trensengebißstück 1 zwischen den rechts und links spiegelgleichen Ober- und Unterbäumen. Im Folgenden wird lediglich die rechts zerlegt dargestellte Seite erläutert. Der Oberbaum 2 endet in einem Backenstückring 3 mit angeformten Kinnkettenhaken 4. Der Unterbaum 5 hat einen Unterbaumring 6 am freien Ende sowie einem Scherriemenring 7, der allerdings gewöhnlich nicht benutzt wird. Mit dem oberen Ende des Unterbaums 5 ist das eine Ende des eines C-förmigen Ringes 8 verbunden, dessen Öffnung eine Weite D hat, die etwa das Doppelte der Dicke d des Endes 1a des Gebißstückes 1 beträgt. Mit diesem Gebißstückende 1a ist eine Hülse 11 einstückig, deren Länge im gezeichneten Beispiel etwas geringer als die Dicke d des Gebißstückendes 1a ist. Letzteres und die Hülse 11 haben eine Durchgangsbohrung (gestrichelt dargestellt), ebenso wie das obere Ende des Ringes B. Durchgriffen werden diese im zusammengebauten Zustand fluchtenden Bohrungen von einer Gewindestange 2a, die als Verlängerung des Oberbaums 2 ausgebildet ist und mit ihrem Ende in eine entsprechende Innengewindebohrung 5a in dem Unterbaum 5 eingreift.

Das Gebißstückende 1a und die Hülse 11 füllen, wie die linke Seite des Pelhams zeigt, in dessen zusammengebautem Zustand die Öffnung D des Ringes 8 aus. Im zusammengebauten Zustand ist die wirksame Länge des Unterbaums 5 um die Länge der Hülse 11 vergrößert.

2 zeigt das gleiche Pelham, jedoch mit um 180° gewendet eingebauten Gebißstück 1. Infolge der nun als Verlängerung des Oberbaums 2 wirkenden Hülse 11 vermindert sich die Länge des Unterbaums 5, so dass das in dieser Weise zusammengebaute Pelham weicher als im Fall der 1 wirkt.

Der Kinnkettenhaken 4 ist als offener, an seinem einen Ende einstückig mit dem Backenstückring 3 verbundener und vorzugsweise annähernd in der selben Ebene wie dieser liegender Ring ausgebildet.

3 veranschaulicht, wie das Pelham, hier in der weicheren Ausführungsform nach 2, im Pferdemaul liegt. In den Backenstückring 3 ist das Backenstück 31 eingeschnallt. Eine Kinnkette 41 ist in den Kinnkettenhaken 4 eingehängt. Der Gebißstückring 8 ist mit dem Unterbaumring 6 über ein Pelhamriemchen 20 verbunden, in welches das Ende des linken Trensenzügels 21 eingeschnallt ist.


Anspruch[de]
  1. Pelham, bestehend aus einem Gebißstück (1) zwischen zwei spiegelgleichen Bäumen, von denen jeder, ausgehend von dem betreffenden Gebißstückende (1a), einen Unterbaum (5) mit einem Unterbaumring (6) am freien Ende und einen Oberbaum (2) mit einem Backenstückring (3) sowie einen Kinnkettenhaken (4) am freien Ende umfasst und sich in Höhe des betreffenden Gebißstückendes (1a) ein Gebißstückring (8) befindet, dadurch gekennzeichnet, dass der Gebißstückring ein offener Ring (8) ist, der das betreffende Gebißstückende (1a) etwa C-förmig umgreift, mit einer Ringöffnung (D), die deutlich weiter als der Durchmesser (d) des Gebißstückendes (1a) ist, dass der Unter- und der Oberbaum (5, 2) über eine Gewindestange (2a), die das Gebißstückende (1a) durchgreift und in der Öffnung (D) des Gebißstückringes (8) hält, miteinander verschraubt sind, und dass eine von der Gewindestange (2a) durchgriffene Hülse (11) den in der Öffnung (D) des Gebißstückringes (8) verbleibenden Zwischenraum einnimmt.
  2. Pelham nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Weite (D) der Ringöffnung des Gebißstückringes (8) etwa das Doppelte des Durchmessers (d) des Gebißstückendes (1a) beträgt.
  3. Pelham nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Hülse (11) einstückig mit dem Gebißstückende (1a) ist .
  4. Pelham nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Gebißstückring (8) mit einem seiner offenen Enden einstückig mit dem betreffenden Unter- oder Oberbaum (5, 2) ist.
  5. Pelham nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Gewindestange (2a) als einstückige Verlängerung des Ober- oder des Unterbaumes (2, 5) ausgebildet und in eine Innengewindebohrung (5a) des Unter- oder Oberbaumes (5, 2) eingedreht ist.
  6. Pelham nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Kinnkettenhaken als offene, mit ihrem einen Ende einstückig mit dem jeweiligen Backenstückring (3) verbundene Ringe (4) ausgebildet sind.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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